#201

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 16.03.2013 13:36
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #198
Hilde Benjamin als Justizministerin fällt mir noch ein! Für mich eine sehr ambivalente Person.

http://www.mariannebrentzel.de/benjamin-leseprobe.html
http://einestages.spiegel.de/static/entr...e_benjamin.html




ambivalent ? Herr gib mir Kraft!


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#202

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 16.03.2013 14:14
von Grenzverletzerin | 1.181 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #201
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #198
Hilde Benjamin als Justizministerin fällt mir noch ein! Für mich eine sehr ambivalente Person.

http://www.mariannebrentzel.de/benjamin-leseprobe.html
http://einestages.spiegel.de/static/entr...e_benjamin.html




ambivalent ? Herr gib mir Kraft!


ambivalent = in sich widersprüchlich; zwiespältig

Was soll dein Einwurf mir nun sagen? Hast du in meinem Satz eine positive oder negative Wertung gesehen? Also mir hilft der Herr bestimmt
nicht- da Atheistin...


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

zuletzt bearbeitet 16.03.2013 14:18 | nach oben springen

#203

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 16.03.2013 15:23
von Moskwitschka (gelöscht)
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Liebe Barbara,

Fragen über Fragen. Ich greife heute mal NUR 2 Aussagen von Dir raus:

„Sehr interessant was du über Merkel schreibst, da weißt du viel mehr als ich, ihre ost-deutschen Hintergrund kann ich z.B. überhaupt nicht beurteilen. Sehr gerne mit Zitaten von ihr, wenn du dir die Arbeit machen möchtest! Dann könnten wir mal konkret über die ein oder andere Aussage diskutieren.“

Ich werde mir das Werk noch mal greifen und wie versprochen liefern. Doch dazu brauche ich etwas Zeit. Vielleicht mache ich mit den Ergebnissen einen eigenen thread auf.

„Auch in der immer wiederkehrenden Debatte um das Repräsentativamt Bundespräsident ist dieser Aspekt ein wichtiger glaube ich.....“

Beim Bundespräsidenten scheiden sich meiner Meinung nach die Geister nicht am Amt an sich, sondern an den Personen, die dieses Amt bekleiden. Und erst recht, seit dem die Mediendemokratie sich so richtig auslebt. Köhler, Wulff, Gauck... Mit Verwunderung stelle ich aber auch bei Gauck fest (analog zu Merkel), dass bei ihm manches auch im Nebel gelassen wird. Aber bei ihm eher, was seiner Tätigkeit als Leiter der BstU betrifft. Damit ich mit Merkel beschäftigen kann, hier was zu lesen über Gauck. Ich stelle das bewusst unkommentiert rein:

Terpe Dossier: Gaucks Gespräch mit dem MfS (1988) http://pastebin.com/g8reZHVL

Kommentar zum Terpe Dossier von Peter-Michael Diestel (2000), dem letzten DDR – Innenminister vor der Wiedervereinigung http://www.freitag.de/autoren/der-freita...ehen-herr-gauck

Und dann das „Gutachten über die Beschäftigung ehemaliger Mitarbeiter des MfS bei der BStU“ (2007) :https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cac...ykXXrQULIQ8yJVA

Und dann gibt es noch einige Reden in illustren Runden, in denen er sein Bild über die Ostdeutschen zeichnet. Ich kann leider nur 3 links mitschicken. Abschliessend nur soviel: So wenig wie Merkel meine „Mutti“ ist, so wenig ist Gauck mein „Vater“.

Mein heutiges Schlusswort: Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen, aber seine Volksvertreter.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.03.2013 15:53 | nach oben springen

#204

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 16.03.2013 17:58
von andy | 1.197 Beiträge

[/quote]

Was ist eigentlich mit Regine Hildebrand? Das ist DIE Politikerin mit DDR-Hintergrund, die nach der Wende wahrgenommen und der breiten Bevölkerung präsent war, sie war Sympathieträgerin. meine Mutter hat sie geliebt, sagte immer: "Die ist richtig, die haut mal richtig auf den Tisch" (Dabei bildete meine Mutter mit der Hand eine Faust, was sie immer tat, wenn sie etwas nachdrücklich sagen wollte :-)
War sie in der DDR ein politisches Amt?
[/quote]


Wenn ich die DDR-Entwicklung von R.H. und A.M miteinander vergleiche komme ich schon zu erstaunlichen Erkenntnissen.

R.H., die Ältere von Beiden war als Jugendliche nie in der FDJ und brauchte deswegen wohl auch zwei Anläufe, um an der Berliner HU Ende der 50'er/Anfang der 60'er Biologie zu studieren und Ende der 60'er Jahre an eben dieser zu promovieren - offensichtlich konnte man also in der DDR auch ohne den "richtigen" ideologischen Hintergrund Karriere machen.

Im Zuge der Wende in die Politik gespült wurde sie 1990 eine Gesundheitsministerin, wie man sie in der damaligen politischen Szene der Bundesrepublik bis dato noch nicht kannte - da schlotterten selbst dem Renten-Nobi die Ohren.

Als Stolpe Ende der 90'er in Brandenburg eine Koalition mit der CDU und nicht der PDS einging, trat sie als Ministerin zurück und begnügte sich mit dem SPD-Vize-Posten.

Sie wollte verändern und nicht politische Karriere machen, ohne wenn und aber. Sie hat sich weder angepasst noch verbiegen lassen.



Anders A.M. .

Aus einer christlichen Familie stammend wurde sie FDJ-Mitglied, wohl auch mit Funktionen und brachte es an der AdW der DDR zum Doktor der Physik.

Auch sie wurde im Zuge der Wende in die Politik gespült - der Rest ist bekannt und nachlesbar.

Das nenne ich Anpassungsvermögen.

Welcher Weg der erfolgreichere war, kann sich jeder selber beantworten.

Der Ehrlichere war aber in meinen Augen der von Regine Hildebrandt - eine(n) vergleichbare(n) Politiker/in konnte und kann ich bisher in der Bundesrepublik nicht entdecken.

Leider.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
silberfuchs60 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.03.2013 18:00 | nach oben springen

#205

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 17.03.2013 11:45
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #202
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #201
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #198
Hilde Benjamin als Justizministerin fällt mir noch ein! Für mich eine sehr ambivalente Person.

http://www.mariannebrentzel.de/benjamin-leseprobe.html
http://einestages.spiegel.de/static/entr...e_benjamin.html




ambivalent ? Herr gib mir Kraft!


ambivalent = in sich widersprüchlich; zwiespältig

Was soll dein Einwurf mir nun sagen? Hast du in meinem Satz eine positive oder negative Wertung gesehen? Also mir hilft der Herr bestimmt
nicht- da Atheistin...




Danke Andrea für den Link zu H.B., ich habe ihn mit Interesse gelesen, er scheint mir sehr ausgewogen zu sein.
ja - ambivalent ist der richtige Ausdruck, bei dem was dort beschrieben wird in Bezug auf ihre Gesamtbiografie!


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#206

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 17.03.2013 12:00
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von andy im Beitrag #204
[/quote]

Was ist eigentlich mit Regine Hildebrand? Das ist DIE Politikerin mit DDR-Hintergrund, die nach der Wende wahrgenommen und der breiten Bevölkerung präsent war, sie war Sympathieträgerin. meine Mutter hat sie geliebt, sagte immer: "Die ist richtig, die haut mal richtig auf den Tisch" (Dabei bildete meine Mutter mit der Hand eine Faust, was sie immer tat, wenn sie etwas nachdrücklich sagen wollte :-)
War sie in der DDR ein politisches Amt?
[/quote]


Wenn ich die DDR-Entwicklung von R.H. und A.M miteinander vergleiche komme ich schon zu erstaunlichen Erkenntnissen.

R.H., die Ältere von Beiden war als Jugendliche nie in der FDJ und brauchte deswegen wohl auch zwei Anläufe, um an der Berliner HU Ende der 50'er/Anfang der 60'er Biologie zu studieren und Ende der 60'er Jahre an eben dieser zu promovieren - offensichtlich konnte man also in der DDR auch ohne den "richtigen" ideologischen Hintergrund Karriere machen.

Im Zuge der Wende in die Politik gespült wurde sie 1990 eine Gesundheitsministerin, wie man sie in der damaligen politischen Szene der Bundesrepublik bis dato noch nicht kannte - da schlotterten selbst dem Renten-Nobi die Ohren.

Als Stolpe Ende der 90'er in Brandenburg eine Koalition mit der CDU und nicht der PDS einging, trat sie als Ministerin zurück und begnügte sich mit dem SPD-Vize-Posten.

Sie wollte verändern und nicht politische Karriere machen, ohne wenn und aber. Sie hat sich weder angepasst noch verbiegen lassen.



Anders A.M. .

Aus einer christlichen Familie stammend wurde sie FDJ-Mitglied, wohl auch mit Funktionen und brachte es an der AdW der DDR zum Doktor der Physik.

Auch sie wurde im Zuge der Wende in die Politik gespült - der Rest ist bekannt und nachlesbar.

Das nenne ich Anpassungsvermögen.

Welcher Weg der erfolgreichere war, kann sich jeder selber beantworten.

Der Ehrlichere war aber in meinen Augen der von Regine Hildebrandt - eine(n) vergleichbare(n) Politiker/in konnte und kann ich bisher in der Bundesrepublik nicht entdecken.

Leider.

andy


Was ist eigentlich mit Regine Hildebrand? Das ist DIE Politikerin mit DDR-Hintergrund, die nach der Wende wahrgenommen und der breiten Bevölkerung präsent war, sie war Sympathieträgerin. meine Mutter hat sie geliebt, sagte immer: "Die ist richtig, die haut mal richtig auf den Tisch" (Dabei bildete meine Mutter mit der Hand eine Faust, was sie immer tat, wenn sie etwas nachdrücklich sagen wollte :-)
War sie in der DDR ein politisches Amt?
[/quote]


Wenn ich die DDR-Entwicklung von R.H. und A.M miteinander vergleiche komme ich schon zu erstaunlichen Erkenntnissen.

R.H., die Ältere von Beiden war als Jugendliche nie in der FDJ und brauchte deswegen wohl auch zwei Anläufe, um an der Berliner HU Ende der 50'er/Anfang der 60'er Biologie zu studieren und Ende der 60'er Jahre an eben dieser zu promovieren - offensichtlich konnte man also in der DDR auch ohne den "richtigen" ideologischen Hintergrund Karriere machen.

Im Zuge der Wende in die Politik gespült wurde sie 1990 eine Gesundheitsministerin, wie man sie in der damaligen politischen Szene der Bundesrepublik bis dato noch nicht kannte - da schlotterten selbst dem Renten-Nobi die Ohren.

Als Stolpe Ende der 90'er in Brandenburg eine Koalition mit der CDU und nicht der PDS einging, trat sie als Ministerin zurück und begnügte sich mit dem SPD-Vize-Posten.

Sie wollte verändern und nicht politische Karriere machen, ohne wenn und aber. Sie hat sich weder angepasst noch verbiegen lassen.



Anders A.M. .

Aus einer christlichen Familie stammend wurde sie FDJ-Mitglied, wohl auch mit Funktionen und brachte es an der AdW der DDR zum Doktor der Physik.

Auch sie wurde im Zuge der Wende in die Politik gespült - der Rest ist bekannt und nachlesbar.

Das nenne ich Anpassungsvermögen.

Welcher Weg der erfolgreichere war, kann sich jeder selber beantworten.

Der Ehrlichere war aber in meinen Augen der von Regine Hildebrandt - eine(n) vergleichbare(n) Politiker/in konnte und kann ich bisher in der Bundesrepublik nicht entdecken.

Leider.

andy[/quote]


Danke Andy für deine Einschätzung!

Regine Hildebrand war wie Grenzgängerin sagt authentisch. Auf "Ihrer" Hompage fand ich den folgenden Brief, den sie an ihre Enkel gerichtet hatte, also eine Art persönliches Vermächtnis. Er hat mich sehr berührt.

http://www.regine-hildebrandt.de/ihr-leben/enkel-brief.html



Ich glaube prinzipiell, je höher die Machtposition desto mehr muss die eigene Kontur leiden, systemunabhängig. Die Verstrickungen der Machtkonstellationen in der eigenen Partei, die Herausforderungen der Zeit, persönliche Überforderungen.... Ich persönlich würde nicht Spitzenpolitiker sein wollen.....

So finde ich es nach wie vor ein auch betrachtenswertes Phänomen, dass im letzten Jahrhundert in Europa erstmalig Frauen Kanzlerpositionen erreicht haben, unabhängig davon, ob man deren Politik gut findet, gesellschaftlich ist es m.E. relevant - oder?

Natürlich bilden auch weibl. Politikerinnen unterschiedliche polit. Positionen ab, das ist richtig so.


.... eine(n) vergleichbare(n) Politiker/in konnte und kann ich bisher in der Bundesrepublik nicht entdecken.

Meinst du hier die alte BR?

Hier würde ich gerne nennen (und ich denke es gibt derer noch mehr - meistens arbeiten die "Guten" sowieso im Verborgenen:-)

Hildegard Hamm-Brücher - FDP
Rita Süßmuth - CDU
Annemarie Renger - SPD

Politische Persönlichkeiten mit eigenem Profil und Haltung!



Herzlicher Gruß!
Barbara


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#207

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 17.03.2013 12:15
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #203
Liebe Barbara,

Fragen über Fragen. Ich greife heute mal NUR 2 Aussagen von Dir raus:

„Sehr interessant was du über Merkel schreibst, da weißt du viel mehr als ich, ihre ost-deutschen Hintergrund kann ich z.B. überhaupt nicht beurteilen. Sehr gerne mit Zitaten von ihr, wenn du dir die Arbeit machen möchtest! Dann könnten wir mal konkret über die ein oder andere Aussage diskutieren.“

Ich werde mir das Werk noch mal greifen und wie versprochen liefern. Doch dazu brauche ich etwas Zeit. Vielleicht mache ich mit den Ergebnissen einen eigenen thread auf.

„Auch in der immer wiederkehrenden Debatte um das Repräsentativamt Bundespräsident ist dieser Aspekt ein wichtiger glaube ich.....“

Beim Bundespräsidenten scheiden sich meiner Meinung nach die Geister nicht am Amt an sich, sondern an den Personen, die dieses Amt bekleiden. Und erst recht, seit dem die Mediendemokratie sich so richtig auslebt. Köhler, Wulff, Gauck... Mit Verwunderung stelle ich aber auch bei Gauck fest (analog zu Merkel), dass bei ihm manches auch im Nebel gelassen wird. Aber bei ihm eher, was seiner Tätigkeit als Leiter der BstU betrifft. Damit ich mit Merkel beschäftigen kann, hier was zu lesen über Gauck. Ich stelle das bewusst unkommentiert rein:

Terpe Dossier: Gaucks Gespräch mit dem MfS (1988) http://pastebin.com/g8reZHVL

Kommentar zum Terpe Dossier von Peter-Michael Diestel (2000), dem letzten DDR – Innenminister vor der Wiedervereinigung http://www.freitag.de/autoren/der-freita...ehen-herr-gauck

Und dann das „Gutachten über die Beschäftigung ehemaliger Mitarbeiter des MfS bei der BStU“ (2007) :https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cac...ykXXrQULIQ8yJVA

Und dann gibt es noch einige Reden in illustren Runden, in denen er sein Bild über die Ostdeutschen zeichnet. Ich kann leider nur 3 links mitschicken. Abschliessend nur soviel: So wenig wie Merkel meine „Mutti“ ist, so wenig ist Gauck mein „Vater“.

Mein heutiges Schlusswort: Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen, aber seine Volksvertreter.

LG von der grenzgaengerin





Liebe Grenzgängerin,

zu viele Fragen? :-)))))

Also dann jetzt mal keine Fragen sondern: Meinung!

Das Gespräch zwischen Gauck und dem Mitarbeiter des MfS finde ich - erstaunlich!

1. zeugt es von Respekt der beiden Gesprächsteilnehmer füreinander!
2. ist es "gehaltvoll" - und niveauvoll!
3. merkt man, dass beide sich bemühen die Haltung des anderen wahrzunehmen!
4. beide haben eine Gesprächsposition die erkennbar ist!

Ich finde es ein ganz und gar bemerkenswertes Zeitzeugnis!


Der Artikel von Herrn Diestel dagegen ist dämlich!

Zugegeben - einseitig, das erlaube ich mir jetzt einfach mal. Aber ich mag diesen Typus Mensch auch nicht, sein Auftreten außerdem - nachdem ich etwas mehr über ihn gelesen habe - kann ich ihn politisch überhaupt nicht verorten. Welche Haltung hatte/hat er eigentlich?


hmhmhm....


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#208

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 23.03.2013 10:29
von Barbara (gelöscht)
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Liebe Barbara,

ich kann erstaunlicher Weise alle Bundespräsidenten von Theodor Heuss bis Gauck runter rattern und sie auch politisch, zumindest in den Grundzügen, auf jeden Fall aber wie sie in der Öffentlichkeit wirkten, einordenen. "Hoch auf dem gelben Wagen "...

Wie sieht es bei Dir aber mit unseren DDR Staatsoberhäuptern aus?

Ich will es Dir nicht zu einfach machen. Daher nur eine kleine Anekdote am Rande. Als kleiner Jungpionier mit blauem Halstuch hatte ich die große Ehre, irgendwann in den 60-ern, Walter Ulbricht bei seiner Ankunft zu einem Besuch in Moskau mit einem großem Strauß roter Nelken auf dem Flughafen zu begrüßen. Ich bin volkommen entsetzt nach hause gekommen, und habe mich über die Schrumpelfinger des Staatsratsvorsitzenden aufgeregt. Mein Vater behauptet seit dem, dass nicht zuletzt dieses Erlebnis mich derart geprägt haben soll, dass ich die Autoritäten der DDR grundsätzlich angezweifelt habe.

So und nun Du Wen kennst Du noch so aus der DDR-Geschichte, die die Geschicke der DDR wesentlich bestimmt haben?

Bölls Flußlandschaften habe ich noch nicht gelesen. Ich werde es mir aber aufheben, bis der Frühling ausbricht. Damit ich beim Lesen nicht noch eine nachträgliche Winterdepression bekomme

GLG von der grenzgaengerin






....d a es hier eher wieder um Einschätzung „West-Ost“ geht, antworte ich mal hier liebe Grenzgängerin.


Ich habe jetzt bewusst nicht "nachgesehen" sondern wollte auf deine Frage oben nur „aus meinem Kopf“ antworten.

Ich sagte ja schonmal: in den 70er-80er Jahren war die DDR für mich „Ausland“ . Welche Personen wurden wahrgenommen? Was wurde überhaupt wahrgenommen?
Da ich ja keinerlei Kontakte hatte nach „drüben“ ist mein diesbezügliches Weltbild rein medial geprägt und von einer „allgemeinen Stimmung“ in der BRD geprägt.

In den 70er war die Entspannungspolitik Brandts die zentrale Stimmung (das Dafür und Dagegen, ich war dafür) – hier ist natürlich Honecker präsent als DDR-Staatschef, wie er sowieso für mich die präsenteste politische Figur zu DDR-Zeiten war. Parallel dazu war die Wahrnehmung – auch durch die Ausbürgerung Biermanns – von „Dissidenten“, Autoren, die die DDR verließen, und der Freikauf von Häftlingen.

Ich kannte Stoph und Ulbricht, aber eigentlich nur namentlich. Ob sie unterschiedliche politische Schwerpunkte hatten, wusste ich nicht. Ulbricht war für mich einzig und allein der Mann mit dem berühmten Satz: „Niemand hat die Absicht...“ und Stoph der erste Staatschef.

Es war ja nicht so, dass wir medial , z.B. im normal Fernsehprogramm sachlich über politische Inhalte informiert wurden oder es „personal storys“ über DDR-Politiker gab, es ging ja eigentlich immer um den „kalten Krieg“.

Allerdings war mein Eindruck, dass die Entspannungspolitik Früchte trug, dass Bild von Schmidt/Honecker zusammen, am See spazierend gehend, oder nebeneinander bei der KSZE-Konferenz < jetzt mal rein „atmosphärisch medial“ gesehen. Man sah einen lächelnden Honecker, das fiel mir damals auf, vorher gab es nur Bilder von ihm mit versteinertem Gesicht....

Parallel dazu aber bei uns die öffentliche gesellschaftlichen Spannungen wegen des Nato-Doppelbeschlusses....
„Regionale Politiker“ der DDR waren mir überhaupt nicht bekannt, aber solche kenne ich auch nicht aus anderen Ländern.

Ich glaube dass die gesamte Wahrnehmung der DDR, also auch über ihre Politiker, rein über das „Übergeordnete Blockdenken lief“. Waren die 60er noch stark von den Folgen des Mauerbaus geprägt, dann durch die Entspannungspolitik wirklich ein Entspannung im zwischendeutschen Verhältnis einsetzte, waren die 80er von „Nebeneinander“ geprägt, mit mehr oder (wie in meinem Fall) weniger Wissen „voneinander“.

Natürlich waren die Medien voll mit Strauss und Schalck-Golodkowski wegen des Kredits. Ich erinnere mich, dass ich das damals überhaupt nicht verstanden habe, also dass das möglich war! Strauss war ein unglaublicher Polemiker, den ich absolut entsetzlich fand in seinem Auftreten, Schimpf- und Hetztiraden über den politischen Gegner in der BRD und natürlich gegen die DDR. Und plötzlich führt er solche Verhandlungen.........

Bei den Ereignissen vor und rund um die Wende, plötzlich war Krenz da, Modrow, de Maiziere, alles Personen, von denen ich noch nie was gehört hatte. Plötzlich wollten alle Reformen durchführen, als alles zu spät war.

Herzlich wenig, was ich insgesamt wusste nicht wahr?..........Aber am meisten bedaure ich, dass ich so wenig von den DDR-Bürgern mitbekommen habe.

Wie hat man denn eigentlich über BRD-Politiker gesprochen „drüben“?
Fand man Brandt eigentlich gut z.B.? oder Schmidt? was wurde berichtet im Fernsehen und in der Presse? Hat sich da etwas atmosphärisch verändert in der Berichterstattung "mit der Entspannungspolitik"?
Gab es überhaupt den Begriff "Entspannungspolitk"? Gab es überhaupt einen Begriff der das damalige Deutsch/Deutsche-Verhältnis benannte?
Sind natürlich alles Fragen auch an allen anderen :-)


Liebe und herzliche Grüße!
Barbara




(Das Böll-Buch ist sehr deprimierend...)


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#209

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 23.03.2013 11:52
von Moskwitschka (gelöscht)
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Liebe Barbara,

es Dein gutes Recht, Deine Antwort in diesen thread zu verschieben. Doch der Umgang mit Persönlichkeiten der Geschichte war und ist aktuell denn je. Ob es nun um Strassenumbenennungen geht oder die Vernichtung materieller Symbole aus dem Stadtbild. Man muss zum Beispiel das Ernst- Thälmann- Denkmal nicht abbauen, sondern wahrsten Sinne einfach Gras drüber wachsen lassen bis es nicht mehr erkennbar ist. Auch eine Pflege der Geschichte .

Oder nehmen wir ganz aktuell die SPD, die dieses Jahr ihr Jubiläum feiert. In der großen Kandidatenrede von Steinbrück im letzten Dezember auf dem Nominierungsparteitag, bei der die Geschichte der SPD breiten Raum eingenommen hat, sind die Sozialdemokraten der DDR mit keinem Wort erwähnt worden. Im heutigen Geschichtsverständnis gab es nach der Zwangsvereinigung von KPD und SPD keine Sozialdemokraten mehr in der DDR. Ist man nur Sozi, wenn man das entsprechende Parteibuch hatte? Ich kenne nicht wenige Menschen aus der ehemaligen DDR, die die sozialdemokratischen Ideen in ihren Familien weiter gegeben haben.

Oder noch aktueller. Zu der großen Jubelfeier in diesem Jahr ist ein noch lebender ehemaliger Parteivorsitzender der SPD nicht eingeladen worden: Oskar Lafontaine. Für mich ein ein typisches Beispiel dafür, wie mit konfliktbeladenen Pesönlichkeiten umgegangen wird - es wird verdrängt. Ist Oskar Lafontaine nicht auch einen wichtiges Symbol der Sozialdemokratie?

Oder auch sehr aktuell. Man mag zu Helmut Kohl stehen wie man will. Doch seine öffentliche Demontage durch die Medienberichterstattung ist unwürdig. Nicht für den Politiker, der auch Fehler gemacht hat, sondern für einen alten Menschen, dem Stück für Stück seine Lebensleistung ins lächerliche gezogen wird.

Daher war meine Frage nach den ostdeutschen Politikern auch mehr rhetorisch gemeint. und als kleine Provokation, die Du mir hoffentlich verzeihst.

GLG von der grenzgaengerin


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#210

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 23.03.2013 12:18
von schnatterinchen (gelöscht)
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Anders A.M. .

Aus einer christlichen Familie stammend wurde sie FDJ-Mitglied, wohl auch mit Funktionen und brachte es an der AdW der DDR zum Doktor der Physik.

Auch sie wurde im Zuge der Wende in die Politik gespült - der Rest ist bekannt und nachlesbar.

Das nenne ich Anpassungsvermögen.

Welcher Weg der erfolgreichere war, kann sich jeder selber beantworten.

Der Ehrlichere war aber in meinen Augen der von Regine Hildebrandt - eine(n) vergleichbare(n) Politiker/in konnte und kann ich bisher in der Bundesrepublik nicht entdecken.

Leider.

andy


@andy,

diese Einschätzung von A.M. trifft nicht zu denke ich. A.M. hat sich in der DDR in ihrem Institut eingerichtet.Das war gemütlich, mehr war nicht drinn und daher besonderer Einsatz nicht nötig.
Das System DDR brach zusammen und die Macht "lag auf der Straße" . A.M. hat gespürt jetzt kann sie was werden. Sie hat sich gezielt auf die Suche nach den für sie besten Möglichkeiten gemacht. PDS schied aus Neues Forum usw. zu chaotisch und nicht überlebnsfähig, SPD auch nichts für sie.
Dann kam sie zur CDU. Ich kann mich erinnern wie händeringend die CDU Ost damals Kandidaten für die Wahlen gesucht hat.
DeMeziere fand gefallen an ihr und den Rest kennt man ja oder auch nicht.
Es ging und geht A.M. nie darum etwas zu verbessern , sondern wie sie schon kurz vor ihrer ersten Kanzlerschaft sagte : sie wolle Deutschland dienen.
Also eher verwalten und so ist es ja auch gekommen.


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#211

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 23.03.2013 20:38
von ddr-bürger (gelöscht)
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Sich selber dienen, oder Deutschland dienen?


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#212

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 24.03.2013 09:12
von Moskwitschka (gelöscht)
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"Sehr interessant was du über Merkel schreibst, da weißt du viel mehr als ich, ihre ost-deutschen Hintergrund kann ich z.B. überhaupt nicht beurteilen. Sehr gerne mit Zitaten von ihr, wenn du dir die Arbeit machen möchtest! Dann könnten wir mal konkret über die ein oder andere Aussage diskutieren."

Liebe Barbara,

nach langen Tagen des Schweigens über Merkel und vor allem des „Nebenbeilesens“ ihrer Biografie, ein erstes Zitat von Frau Merkel, dem ich beim ersten Lesen nicht diese Bedeutung gegeben habe. Beim zweiten Lesen kommt man ihr auf die Spur, was sie von den Medien hält und wie sie diese klassifiziert:

Frage: Welches Bild vom Westen haben Sie gewonnen, wenn Sie West-fernsehen geschaut haben? Die meisten Magazine, beispielsweise „Panorama“ vermittelten doch den Eindruck, in der Bundesrepublik gehe es miserabel zu: Berufsverbote, Arbeitslosigkeit …

Frau Merkel: Das hat mich nicht so beeindruckt. Es wurde ja auch immer mal wieder etwas über die DDR gebracht. Da konnte man doch sehr schnell feststellen, wie wenig das mitunter der Realität entsprach. Ich erinnere mich noch an Beiträge von Peter Merseburger, lange Moderator von „Panorama“, als er Korrespondent in der DDR war, über Lesungen von Stefan Heym, Besuche bei Pfarrer Eppelmann in der Kirche und anderen mehr: Hier merkten wir doch schnell, dass auch wir manchmal von westdeutschen Medien instrumentalisiert wurden. Es gab also keine kritische Distanz. Magazine wie „Panorama“ haben mich deshalb nicht verschrecken können.

Frage: Erinnern Sie sich an Gerhard Löwenthal?

Frau Merkel: Ja, das ZDF-Magazin. Das haben wir gesehen, und wir waren sehr froh darüber, weil es eine kritische Sprache war.

Frage: Das ZDF-Magazin bot wohl die realistische DDR-Berichterstattung im westdeutschen Fernsehen?

Frau Merkel: Für mich war Löwenthal glaubwürdig. Hinsichtlich der Beurteilung der DDR gab es dort jedenfalls die pointierte Aussprache meiner Empfindungen.

(Mein Weg - Angela Merkel im Gespräch mit Hugo Müller-Vogg, 2004, S. 46)

Gerhard Löwenthal und Angela Merkel. Schon deswegen dürfte sie doch eigentlich keine Mehrheiten in Deutschland haben, oder?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 24.03.2013 09:20 | nach oben springen

#213

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 24.03.2013 11:41
von Fritze (gelöscht)
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Selbst meine Oma ,welche bestimmt nicht DDR- konform eingestellt war ,sagte immer : " Die Milch wird sauer ,das Bier wird schaal,im Fernsehen sabbert Löwenthal ."


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#214

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 10:00
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #210
... Dann kam sie zur CDU. Ich kann mich erinnern wie händeringend die CDU Ost damals Kandidaten für die Wahlen gesucht hat.
DeMeziere fand gefallen an ihr und den Rest kennt man ja oder auch nicht.
... .

Hallo Schnatterinchen,

ist nicht ganz richtig. Sie ging zum "Demokratischen Aufbruch" (DA). Das war die Truppe um Wolfgang Schnur und Rainer Eppelmann. Der DA ging dann in der Vorbereitung der Wahl vom 18. März 1990 mit CDU und DSU zusammen als "Allianz für Deutschland" ins Rennen. Erst im August fusionierte der DA mit der Ost-CDU. Dabei erhielten die Funktionäre des DA natürlich entsprechende Pöstchen.

Pikant ist ja, dass sich der DA ursprünglich viel weiter links aufgestellt hatte. Da waren dann noch Leute wie Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn dabei. Im Dezember 1989 kam dann die konsequente Orientierung auf Marktwirtschaft und Deutsche Einheit. Damit verließen viele den DA, unter anderem auch die beiden hier genannten. So wurden Posten frei und eine ziemlich farblose 35-jährige wurde Pressesprecherin des DA und wirkte zunächst eher peinlich in dieser Funktion. Das war der Beginn des Aufstiegs von Angela Merkel.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#215

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 10:09
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #214

So wurden Posten frei und eine ziemlich farblose 35-jährige wurde Pressesprecherin des DA und wirkte zunächst eher peinlich in dieser Funktion. Das war der Beginn des Aufstiegs von Angela Merkel.

ciao Rainman


Irgendwann in dieser Zeit hatte sie sich dann auch auf eine Stelle im Bundespresseamt beworben. Der öffentliche Dienst hatte gewunken. Doch leider hat sie den Gesundheitstest nicht bestanden - wegen Bluthochdrucks. So blieb ihr wahrscheinlich nichts weiter übrig, die Parteikarriere zu verfolgen.

Quelle:http://www.shortnews.de/id/918400/angela...ja-irgendwo-hin

Und dann hatte sie über die "Partei" doch die erstrebte Stelle: "Nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 erhielt Merkel die Planstelle einer Ministerialrätin (A 16) im Bundespresse- und Informationsamt (BPA). Eine Rückkehr an das Institut, an dem sie zwölf Jahre gearbeitet hatte, wäre nicht opportun gewesen, da im Einigungsvertrag die Abwicklung der Akademie der Wissenschaften festgeschrieben worden war. Merkel bewarb sich mit der gesicherten beruflichen Position im BPA im Rücken um ein Bundestagsmandat. Durch die Vermittlung Günther Krauses, der in Mecklenburg-Vorpommern CDU-Landesvorsitzender war, trat sie im Bundestagswahlkreis Stralsund-Rügen-Grimmen als Direktkandidatin an. Gleichzeitig wurde sie auf Platz 6 der Landesliste als Listenkandidatin abgesichert."

https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel

LG von der grenzgaengerin


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.03.2013 10:31 | nach oben springen

#216

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 12:04
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #214
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #210
...
... .

Hallo Schnatterinchen,

ist nicht ganz richtig. Sie ging zum "Demokratischen Aufbruch" (DA). Das war die Truppe um Wolfgang Schnur und Rainer Eppelmann. Der DA ging dann in der Vorbereitung der Wahl vom 18. März 1990 mit CDU und DSU zusammen als "Allianz für Deutschland" ins Rennen. Erst im August fusionierte der DA mit der Ost-CDU. Dabei erhielten die Funktionäre des DA natürlich entsprechende Pöstchen.

Pikant ist ja, dass sich der DA ursprünglich viel weiter links aufgestellt hatte. Da waren dann noch Leute wie Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn dabei. Im Dezember 1989 kam dann die konsequente Orientierung auf Marktwirtschaft und Deutsche Einheit. Damit verließen viele den DA, unter anderem auch die beiden hier genannten. So wurden Posten frei und eine ziemlich farblose 35-jährige wurde Pressesprecherin des DA und wirkte zunächst eher peinlich in dieser Funktion. Das war der Beginn des Aufstiegs von Angela Merkel.

ciao Rainman



stimmt , da fehlt ein Kapitel.Eigentlich wollte ich nur damit sagen , daß A.M. nicht so quasi durch Zufall in die Plolitik "gespült" wurde.
Sondern sie hatte genau berechnet wo für sie die größten Chancen waren.Wie wir heute vermuten dürfen schon damals ziehmlich Ideologiefrei.


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#217

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 12:34
von ddr-bürger (gelöscht)
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Sehr gute Hintergrundinfos über A:M., vielen Dank!


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#218

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 12:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #216
Zitat von Rainman2 im Beitrag #214
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #210
...
... .

Hallo Schnatterinchen,

ist nicht ganz richtig. Sie ging zum "Demokratischen Aufbruch" (DA). Das war die Truppe um Wolfgang Schnur und Rainer Eppelmann. Der DA ging dann in der Vorbereitung der Wahl vom 18. März 1990 mit CDU und DSU zusammen als "Allianz für Deutschland" ins Rennen. Erst im August fusionierte der DA mit der Ost-CDU. Dabei erhielten die Funktionäre des DA natürlich entsprechende Pöstchen.

Pikant ist ja, dass sich der DA ursprünglich viel weiter links aufgestellt hatte. Da waren dann noch Leute wie Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn dabei. Im Dezember 1989 kam dann die konsequente Orientierung auf Marktwirtschaft und Deutsche Einheit. Damit verließen viele den DA, unter anderem auch die beiden hier genannten. So wurden Posten frei und eine ziemlich farblose 35-jährige wurde Pressesprecherin des DA und wirkte zunächst eher peinlich in dieser Funktion. Das war der Beginn des Aufstiegs von Angela Merkel.

ciao Rainman



stimmt , da fehlt ein Kapitel.Eigentlich wollte ich nur damit sagen , daß A.M. nicht so quasi durch Zufall in die Plolitik "gespült" wurde.
Sondern sie hatte genau berechnet wo für sie die größten Chancen waren.Wie wir heute vermuten dürfen schon damals ziehmlich Ideologiefrei.



Ein Mensch mit solchen Eigenschaften ist doch dann auf dem Posten eines Regierungschefs die richtige Besetzung. So sehe ich das und ich sehe auch weit und breit keinen Politiker, der ihr das Wasser reichen könnte. Im Großen und Ganzen macht sie alles richtig. Hier und da einen Fehler muss man ihr wie jedem anderen zugestehen. Wir alle sind nicht fehlerfrei und das strifft eben auch auf einen BK zu.


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#219

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 13:16
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Gert im Beitrag #218


stimmt , da fehlt ein Kapitel.Eigentlich wollte ich nur damit sagen , daß A.M. nicht so quasi durch Zufall in die Plolitik "gespült" wurde.
Sondern sie hatte genau berechnet wo für sie die größten Chancen waren.Wie wir heute vermuten dürfen schon damals ziehmlich Ideologiefrei.

Ein Mensch mit solchen Eigenschaften ist doch dann auf dem Posten eines Regierungschefs die richtige Besetzung. So sehe ich das und ich sehe auch weit und breit keinen Politiker, der ihr das Wasser reichen könnte. Im Großen und Ganzen macht sie alles richtig. Hier und da einen Fehler muss man ihr wie jedem anderen zugestehen. Wir alle sind nicht fehlerfrei und das strifft eben auch auf einen BK zu.





Diese "Berechnung" hat sie auch als "FDJ - Kulturfunktionärin" schon getrieben.

"...aber, sie müssen immer beachten, dass in der DDR viele Gemeinschaftsaktivitäten, was immer es sein mochte, über politische Organisationen abgewickelt wurden. Das war ja gleichsam Führungsprinzip. Das fing schon mit materiellen Mitteln an. Die FDJ hat beispielsweise die Theaterkarten mit 2,50 M subventioniert. Eine Diskussionsgruppe, die einen Raum haben wollte, bekam ihn - wenn sie nicht subversiv vorgehen wollte - nur über die FDJ. Es gab also wenig Möglichkeiten dem auszuweichen."

(Mein Weg - Angela Merkel im Gespräch mit Hugo Müller-Vogg, 2004, S. 62)

Wegen Subventionen von 2,50 M für 'ne Theaterkarte und einem bestimmt nicht kleinem Gehalt in der Akademie der Wissenschaften, mit Mitte 20 aktiv in der FDJ mitarbeiten? Und wegen Räumen für Diskussionen? Diese Erklärungen sind für mich nicht sehr glaubhaft. Oder anders: Was war das für ein Niveau bei der wissenschaftlichen Elite der DDR?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 25.03.2013 13:35 | nach oben springen

#220

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 25.03.2013 14:06
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Ach ist das ein freundlicher Fred hier siehe ....Liebe Barbara, Liebe Andrea, lieber Gert usw. Das wollte ich nur mal loswerden, hatte ja schon lange nix mehr hier geschrieben. So klappt das wirklich sehr gut mit der Völkerverständigung der Ost-und Westvölker...äh Quatsch unserer deutschen Bevölkerung natürlich.

Es ist eine Freude, es wärmt mein Herz, und unsere Frauen, also diese Schreibeslust, es ist eine Woll...mensch was schreibe ich denn hier, natürlich eine Lust das Alles zu lesen.

Lebensläufer

Ich war immer ein Freund der Frauen...na gut, einiger Männer auch. Gut das meine Frau mit der Enkelin und dem Kinderwagen bei dem wunderbaren Sonnenschein unterwegs ist.


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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