#181

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 17.03.2013 22:40
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #180
Zu Ostzeiten bin ich gern Samstag`s über Automärkte geschlendert. Unter anderen lockte er mich auch mal nach Karl-Marx-Stadt. Es war auch das Schärfste was meine Ohren da anhören mussten. Es kam eine junge Frau angefahren mit einem nagelneuen 2107 Lada, schneeweiß. Das optische Erscheinen dieser jungen Frau machte mir sofort klar das sie das Fahrzeug nicht selbst bestellt hat. Sie brauchte sich gar keine Parknische zu suchen, ruckzuck war das schöne Auto unter einer Menschentraube fahruntüchtig. Sie bewegte ihren Kurbelautomat der Seitenscheibe ganz elegant. Gleich darauf wurde von Einem, der in der glücklichen Lage war neben ihr zu stehen, gefragt, was soll er denn kosten? Sie antwortete kurz und knapp: "ab 75 können wir uns unterhalten".
Mein Kompagnon und ich schauten uns nur an und gingen weiter.
Wie der Kauf, bzw. Verkauf von statten ging würde mich aus heutiger Sicht schon mal interessieren. Ich bin mir aber sicher das sich beide Handelspartner einig geworden sind
Harra 318


Ganz einfach, 30 000M kam in den Kaufvertrag und die 75 000M gingen in bar in die Tasche des Verkäufers. Ich habe immer gesagt, das ich den Wagen für meinen Onkel kaufe, die genaue Adresse habe ich gerade nicht zu Hand, die trage ich später nach. Damit hatte ich ein Fahrzeug und einen Blancokaufvertrag und das gute Stück, ging dann gleich zum nächsten Kunden. Ich tauchte dann gar nicht als Verkäufer auf. So konnte man mal schnell am Wochenende ein paar Tausender verdienen und war nirgendwo registriert.


zuletzt bearbeitet 17.03.2013 22:41 | nach oben springen

#182

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 18.03.2013 19:29
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Mal ne Frage zum "Tuning" und "Aufmotzen" von Privat-Autos in der DDR:
Habe ich es richtig in Erinnerung,das es recht schwierig war,an "Aufmotzmaterial" ranzukommen oder lieg ich da "etwas" falsch?Beziehe mich auf Schweller etc.!


zuletzt bearbeitet 18.03.2013 19:34 | nach oben springen

#183

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 18.03.2013 19:58
von 94 | 10.792 Beiträge

Jein, wie alles ebend B-Ware. Wenn es im örtlichen Bastelbedarf gerade Glasfasermatten gab, na dann wurde 'zugeschlagen'. Hier und da 'hüpfte' die Cockpitverkleidung einer R90S über die Mauer und es wurde die Form abgenommen. Nun die Matten zurechtgeschnitten, die Winkel für die Befestigungen eingelegt und mit Epoxidharz ausgegossen. Das Harz war wimre keine Mangelware, also das gabs immer.
Achso, so ungefähr sah das Teil dann aus und paßte mehr oder minder schick an die TS/ETZ-Modelle ...


Quelle: kleinanzeigen.ebay.de


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#184

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 18.03.2013 20:25
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #181
Zitat von Harra318 im Beitrag #180
Zu Ostzeiten bin ich gern Samstag`s über Automärkte geschlendert. Unter anderen lockte er mich auch mal nach Karl-Marx-Stadt. Es war auch das Schärfste was meine Ohren da anhören mussten. Es kam eine junge Frau angefahren mit einem nagelneuen 2107 Lada, schneeweiß. Das optische Erscheinen dieser jungen Frau machte mir sofort klar das sie das Fahrzeug nicht selbst bestellt hat. Sie brauchte sich gar keine Parknische zu suchen, ruckzuck war das schöne Auto unter einer Menschentraube fahruntüchtig. Sie bewegte ihren Kurbelautomat der Seitenscheibe ganz elegant. Gleich darauf wurde von Einem, der in der glücklichen Lage war neben ihr zu stehen, gefragt, was soll er denn kosten? Sie antwortete kurz und knapp: "ab 75 können wir uns unterhalten".
Mein Kompagnon und ich schauten uns nur an und gingen weiter.
Wie der Kauf, bzw. Verkauf von statten ging würde mich aus heutiger Sicht schon mal interessieren. Ich bin mir aber sicher das sich beide Handelspartner einig geworden sind
Harra 318


Ganz einfach, 30 000M kam in den Kaufvertrag und die 75 000M gingen in bar in die Tasche des Verkäufers. Ich habe immer gesagt, das ich den Wagen für meinen Onkel kaufe, die genaue Adresse habe ich gerade nicht zu Hand, die trage ich später nach. Damit hatte ich ein Fahrzeug und einen Blancokaufvertrag und das gute Stück, ging dann gleich zum nächsten Kunden. Ich tauchte dann gar nicht als Verkäufer auf. So konnte man mal schnell am Wochenende ein paar Tausender verdienen und war nirgendwo registriert.



Oder man verkaufte einen 10 Jahre alten Lada zum Neupreis eines solchen, bekam noch einen ziemlich neuen Trabant dazu, den man auch nochmal für 20000 M verkaufte, schon war das neue, offiziell nach Bestellung gelieferte Auto bezahlt und man hatte für die nächsten 15 Jahre das Spritgeld obendrauf.



nach oben springen

#185

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 18.03.2013 20:31
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

@harra

Als ich mit meinem Vater 1987 unseren 2104 (nach 16 Jahren Wartezeit !) im Auslieferungslager Rudolstadt abholte, standen vorm Tor schon etliche Kaufinteressenten. Ich staunte mit meinen damals gerade 18 Lenzen nicht schlecht, als da auch einer zu meinem Vater sagte : also, wenn du ihn verkaufen willst, 65000 hab ich mit, wenn du mehr willst, müssen wir nochmal bei mir zu Hause rumfahren ! Das war der Hammer.



Harra318 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#186

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 18.03.2013 23:16
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #181
Zitat von Harra318 im Beitrag #180
Zu Ostzeiten bin ich gern Samstag`s über Automärkte geschlendert. Unter anderen lockte er mich auch mal nach Karl-Marx-Stadt. Es war auch das Schärfste was meine Ohren da anhören mussten. Es kam eine junge Frau angefahren mit einem nagelneuen 2107 Lada, schneeweiß. Das optische Erscheinen dieser jungen Frau machte mir sofort klar das sie das Fahrzeug nicht selbst bestellt hat. Sie brauchte sich gar keine Parknische zu suchen, ruckzuck war das schöne Auto unter einer Menschentraube fahruntüchtig. Sie bewegte ihren Kurbelautomat der Seitenscheibe ganz elegant. Gleich darauf wurde von Einem, der in der glücklichen Lage war neben ihr zu stehen, gefragt, was soll er denn kosten? Sie antwortete kurz und knapp: "ab 75 können wir uns unterhalten".
Mein Kompagnon und ich schauten uns nur an und gingen weiter.
Wie der Kauf, bzw. Verkauf von statten ging würde mich aus heutiger Sicht schon mal interessieren. Ich bin mir aber sicher das sich beide Handelspartner einig geworden sind
Harra 318


Ganz einfach, 30 000M kam in den Kaufvertrag und die 75 000M gingen in bar in die Tasche des Verkäufers. Ich habe immer gesagt, das ich den Wagen für meinen Onkel kaufe, die genaue Adresse habe ich gerade nicht zu Hand, die trage ich später nach. Damit hatte ich ein Fahrzeug und einen Blancokaufvertrag und das gute Stück, ging dann gleich zum nächsten Kunden. Ich tauchte dann gar nicht als Verkäufer auf. So konnte man mal schnell am Wochenende ein paar Tausender verdienen und war nirgendwo registriert.





Hallo@Eisenacher, ich muss mich da wohl wieder mal falsch ausgedrückt haben, hierbei ging es nicht um den Kaufvertrag der mich neugierig machte. Der war mir eigentlich Bockwurst, sozusagen interessierte der mich wie die letzte Wasserstandsmeldung der Elbe. Meine Neugier bezog sich auf den Kaufpreis, den wohl niemand erfahren hat außer die Beiden. Denn sie sagte: "ab 75 können wir uns unterhalten".

Mit deinem Kaufvertrag wie du schreibst so einfach war das auch nicht, denn die Genossen der Verkehrspolizei waren auch nicht ganz dumm. Käufer und Verkäufer wurden registriert. Auf dem Kaufvertrag tauchte auch ein Stempel auf, auf dem stand "Das hier bezeichnete Kfz wurde am…………. unter dem Kennzeichen……………… zugelassen". Ein Kaufpreis musste schon da stehen das ist klar. Diese beiden Parteien mussten sich einig sein.
Du musstest nur eins im Kaufvertrag beachten damit der Käufer nicht ständig bei dir auf der Matte steht, dass folgender Unterpunkt auf dem Kaufvertrag verankert war.

- Gemäß § 159Abs. 3 ZGB in Verbindung mit§ 147 ZGB wird die Garantie ausgeschlossen.
Es gab auch noch eine ganz andere Möglichkeit, dazu mussten sich nur Käufer und Verkäufer einig sein, zu diesem Zeitpunkt. Späterhin konnte der Käufer auf und nieder springen, denn bei einer Gerichtsverhandlung wäre dieser Kaufvertrag“ Nichtig“ gewesen. Und im schlimmsten Fall musste dann der Verkäufer an den Käufer die in dem Kaufvertrag stehende Summe zurückzahlen. Der Verkäufer wäre dann vor Lachen nicht in den Schlaf gekommen.
Harra 318


nach oben springen

#187

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 01:26
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Ich habe von Meier das Auto gekauft ,da stand als Verkäufer Meier drin, dann habe ich das Auto an Schulze weiterverkauft ,da stand also dann Schulze als Käufer drin. Also gab es offiziell nur einen Kaufvertrag von Meier an Schulze. Mein Name ist da gar nicht erschienen. Als Kaufpreis wurden z.B. 8000M eingetragen und 30 000M sind geflossen. Das war dann der Kaufvertrag für die Meldestelle.
Deswegen gab es auch keine mir bekannten gerichtlichen Klagen von Käufern gegen Verkäufer. Mit der Kaufpreisrückerstattung lt. Kaufvertrag , hätte der Käufer immer Miese gemacht.
Autokauf war schon in der DDR immer Vertrauensache.


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 01:27 | nach oben springen

#188

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 07:05
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Tja, Lada, Golf oder Wartburg 1.3 fahren war in der DDR wie heute für viele Leute Mercedes-Benz fahren. Zu essen gibts dann oft nur altes Margerinebrot.
Dieses Statusgetue habe ich damals nicht und heute nicht verstanden :-)


nach oben springen

#189

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 08:03
von furry | 3.574 Beiträge

In nachfolgendem Harzbahn-Video ist neben sehr viel Eisenbahn ab 1:10 auch DDR-Strassenverkehr zu sehen. Bei ca. 9:10 kurvt ein Grenzer-LO durch das Bild und ab 10:00 gibt es einen Blick auf die Grenzanlagen bei Sorge.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#190

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 08:47
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
warum kam denn in der DDR so spät mit dem VW-Motor für den Wartburg der Viertakter? In Polen wurden mit FIAT-Linzens Viertakter verwendet, Skoda baute eigene, Rumänien baute Renault-Motoren nach.
Und das Wissen der Ingenieure samt der hervoragenden DDR-Werkzeugmaschinen dürfte doch auch Viertakter ermöglicht haben. ( es wurden ja auch eigene standfeste Dieselmotoren samt Einspritztechnik z.B. für die Agratechnik von Fortschrtritt oder den IFA-W50 produziert )
Und betrachtet über die DDR-übliche jahrzehntelange Nutzung von Fahrzeugen wäre der maschinbautechnische Mehraufwand durch Spritminderverbrauch bestimmt mehr als kompensiert werden.



zuletzt bearbeitet 19.03.2013 08:47 | nach oben springen

#191

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 09:13
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #190
Hallo,
warum kam denn in der DDR so spät mit dem VW-Motor für den Wartburg der Viertakter? In Polen wurden mit FIAT-Linzens Viertakter verwendet, Skoda baute eigene, Rumänien baute Renault-Motoren nach.
Und das Wissen der Ingenieure samt der hervoragenden DDR-Werkzeugmaschinen dürfte doch auch Viertakter ermöglicht haben. ( es wurden ja auch eigene standfeste Dieselmotoren samt Einspritztechnik z.B. für die Agratechnik von Fortschrtritt oder den IFA-W50 produziert )
Und betrachtet über die DDR-übliche jahrzehntelange Nutzung von Fahrzeugen wäre der maschinbautechnische Mehraufwand durch Spritminderverbrauch bestimmt mehr als kompensiert werden.


Hallo SET800,

es gibt verschiedene Theorien und Geschichten dazu. Eine erschien mir plausibel: Die Umstellung der laufenden Produktionen von Trabant und Wartburg hätte die laufenden Auslieferungen so stark verzögert, dass die Wartezeit noch unerträglicher geworden wäre. Nunja, die Wartezeiten waren schon unerträglich und wurden es immer mehr. Aber oft, wenn man das Schlimme vermeiden will, stellt es sich gerade dann ein. Im übrigen hätte jedes Gramm Material für Devisen eingekauft werden müssen. Die Lieferungen seitens des RGW waren exakt bestimmt und es gab auch kein Krümelchen Aluminium und Stahl mehr, ob die Produktion nun gesteigert werden sollte oder nicht. Also: Lieber das herstellen, was mit den vorhandenen Mitteln produzierbar ist. Aus Sicht der Möglichkeiten der technologischen Entwicklung war das ein Witz. Aber die witschaftliche Lage (keine eigenen Rohstoffe, Limitierungen der Lieferungen seitens des RGW, fehlende Devisen für Beschaffung auf dem Weltmarkt) diktierte solche Entscheidungen. Hätte man den Leuten vor Ort mehr Spielräume gelassen, wäre vielleicht mehr möglich gewesen. Aber die Wirtschaftlenkung war straff zentralisiert und damit gelten auch die zentralen Leitlinien.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#192

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 09:15
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #190
Hallo,
warum kam denn in der DDR so spät mit dem VW-Motor für den Wartburg der Viertakter? In Polen wurden mit FIAT-Linzens Viertakter verwendet, Skoda baute eigene, Rumänien baute Renault-Motoren nach.
Und das Wissen der Ingenieure samt der hervoragenden DDR-Werkzeugmaschinen dürfte doch auch Viertakter ermöglicht haben. (



Man war ja in der Entwicklung schon recht weit. Es gab Prototypen des Trabant P610 (später P1100/1300 genannt). Wikipedia schreibt dazu:

Nach einem gescheiterten Gemeinschaftsprojekt des RGW-Autos wurde 1973 ein neues Projekt in Angriff genommen. Der P610 sollte wie das RGW-Auto in Zusammenarbeit zwischen dem Automobilwerk Eisenach (AWE) und Sachsenring – sowie in loser Kooperation mit Škoda – erfolgen. Trotz der Entwicklung mehrerer erfolgversprechender Prototypen wurde das Projekt 1979 ohne Ergebnis gestoppt.

Der zunächst als P610 und später als P 1100/1300 bezeichnete Trabant war als Dreitürer mit Fließheck ausgeführt. Angetrieben wurde das Fahrzeug mit einem Vierzylinder-Viertakt-Motor, der bei einer Leistung von 45 PS und einem Hubraum von 1100 cm³ eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h ermöglichte.

Bis 1979 waren 35 Millionen Mark an Entwicklungskosten angefallen. Am 6. November 1979 beschloss das SED-Politbüro, die Entwicklung des P610, der 1984 in Serie gehen sollte, wegen der nicht mehr finanzierbaren Investitionssumme zu stoppen. Mit der Bestätigung durch das Präsidium des Ministerrats am 15. November 1979 war das endgültige Aus für das Projekt gekommen.


Gruss

icke



nach oben springen

#193

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 09:19
von furry | 3.574 Beiträge

Gab es nicht auch Überlegungen, von Skoda Motoren zu kaufen? Bleibt nur die Frage, was die CSSR als Gegenleistung wünschte.
Skoda soll angeblich auch etwas sauer auf die DDR gewesen sein, weil die eine größere Menge für die DDR bestimmte PKW in die Niederlande durchgewunken hat, einem Exportpartner von Skoda.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#194

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 09:42
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Unter dem Entwicklungsleiter Konrad v. Freyberg wurde in der Motorenentwicklung an einem eigenen 4 Taktmotor gearbeitet. Es wurde ein Dreizylinder Viertaktmotor entwickelt, der eine bessere Effizienz als der Golfmotor hatte. Dieser Motor hätte in alle Modelle 353 und B 1000 "implantiert" werden können. Die Aufnahme in den Rahmen war ohne Änderung möglich, Getriebe hätte bleiben können, die ideale Lösung. Es war eine politische Entscheidung gegen technische Vernunft den Golfmotor zu verbauen.


nach oben springen

#195

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 10:06
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Der RGW war genau so ein Idiotenverein, wie heute die EU. Der Spagat, nationale Interessen mit Gemeinschaftsinteressen zu verknüpfen, führte zu Stagnation und zu Wirtschaftssabotage von Oben.
Mal ein Beispiel. Während meiner Lehrzeit bei der Deutschen Reichsbahn, habe ich auch mal als Frachtenrechner gearbeitet. Da wurde ein Autozug mit Wartburgs nach Ungarn abgefertigt. Die kranken Genossen haben den echt über Polen geschickt. Der Grund: Die Waggons waren RGW-Gemeinschaftseigentum und somit hatte Polen auch einen Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung, aber nur wenn die Waggons auf polnischen Strecken rollten. Da führte kein Weg dahin , einfach einen anteiligen Betrag als Benutzungsentgelt zu überweisen. Nein, der Autozug fuhr von Eisenach nach Ungarn über Polen.

Da passt Gerts Sardellenweisheit: Die Sardelle ist ein Walfisch, der alle Phasen des sozialistischen Aufbaus durchgemacht hat


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 10:06 | nach oben springen

#196

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 10:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Nochmal zu dem Gebrauchtwagenhandel in der DDR, da gabs sogar einen Film zu diesem Thema ... Tödliche Träume



Für'n Polizeiruf recht realistisch?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.03.2013 10:34 | nach oben springen

#197

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 10:48
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Gab es da nicht auch diese "Nutzungsverträge", weiß nicht mehr wie das ging, aber da war doch was?


nach oben springen

#198

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 19.03.2013 10:59
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #196
Nochmal zu dem Gebrauchtwagenhandel in der DDR, da gabs sogar einen Film zu diesem Thema ... Tödliche Träume



Für'n Polizeiruf recht realistisch?


Das ist sogar sehr realistisch. Genau so locker lief der Autokauf ab. Preis ausgehandelt, 1km Probefahrt , Geldübergabe und Kaufvertrag und in 15min war das erledigt. Da kamen viele, noch nicht einmal auf die Idee überhaupt einen Personalausweis zu verlangen.


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 11:00 | nach oben springen

#199

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 13.04.2013 08:30
von furry | 3.574 Beiträge

Hier einige größere Autos aus und in der DDR.
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,6366156


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#200

RE: Autos in der DDR

in DDR Zeiten 13.04.2013 09:07
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #191
Zitat von SET800 im Beitrag #190
Hallo,
warum kam denn in der DDR so spät mit dem VW-Motor für den Wartburg der Viertakter? In Polen wurden mit FIAT-Linzens Viertakter verwendet, Skoda baute eigene, Rumänien baute Renault-Motoren nach.
Und das Wissen der Ingenieure samt der hervoragenden DDR-Werkzeugmaschinen dürfte doch auch Viertakter ermöglicht haben. ( es wurden ja auch eigene standfeste Dieselmotoren samt Einspritztechnik z.B. für die Agratechnik von Fortschrtritt oder den IFA-W50 produziert )
Und betrachtet über die DDR-übliche jahrzehntelange Nutzung von Fahrzeugen wäre der maschinbautechnische Mehraufwand durch Spritminderverbrauch bestimmt mehr als kompensiert werden.


Hallo SET800,

es gibt verschiedene Theorien und Geschichten dazu. Eine erschien mir plausibel: Die Umstellung der laufenden Produktionen von Trabant und Wartburg hätte die laufenden Auslieferungen so stark verzögert, dass die Wartezeit noch unerträglicher geworden wäre. Nunja, die Wartezeiten waren schon unerträglich und wurden es immer mehr. Aber oft, wenn man das Schlimme vermeiden will, stellt es sich gerade dann ein. Im übrigen hätte jedes Gramm Material für Devisen eingekauft werden müssen. Die Lieferungen seitens des RGW waren exakt bestimmt und es gab auch kein Krümelchen Aluminium und Stahl mehr, ob die Produktion nun gesteigert werden sollte oder nicht. Also: Lieber das herstellen, was mit den vorhandenen Mitteln produzierbar ist. Aus Sicht der Möglichkeiten der technologischen Entwicklung war das ein Witz. Aber die witschaftliche Lage (keine eigenen Rohstoffe, Limitierungen der Lieferungen seitens des RGW, fehlende Devisen für Beschaffung auf dem Weltmarkt) diktierte solche Entscheidungen. Hätte man den Leuten vor Ort mehr Spielräume gelassen, wäre vielleicht mehr möglich gewesen. Aber die Wirtschaftlenkung war straff zentralisiert und damit gelten auch die zentralen Leitlinien.

ciao Rainman

Es gibt verschiedene Märchen. Aber nur eine Wahrheit. Ich meine, das habe ich aber auch schon in diesem Forum geschrieben. "Schuld" waren mehr oder weniger der Westen und der "Glauben" des Ostens.


nach oben springen



Besucher
23 Mitglieder und 73 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 1756 Gäste und 110 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557776 Beiträge.

Heute waren 110 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen