#21

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 10:36
von furry | 3.580 Beiträge

@DoreHolm, Du hast es geschafft, Du bist steinreich.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#22

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 10:42
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #18
Das Thema hatten wir vor zwei Tagen. Eine befreundete Familie - russische Spätaussiedler - war zu Gast. Sie empfinden es ebenso und kommen zugleich mit einem anderen Zug der Mentalität der West- Deutschen nicht klar: Dem Drang zur Selbstdarstellung, sich in den Vordergrund drängen zu müssen, das Heischen nach Lob, das eigene Wohl über das der Gemeinschaft zu stellen, sich als den Überflieger zu präsentieren, obwohl das Niveau zuweilen unterirdisch ist. Das Blenden mit beruflichem Können, mit imaginären Fähigkeiten, nur um sich in eine bessere Position zu bringen.

Gesine Hildebrandt hatte mal auf die Frage, warum man in Altbundesgermanien für das Abitur 13 Jahre braucht und im Osten nur 12, geantwortet: "Bei den 13 Jahren ist ein Jahr Schauspielunterricht."


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zuletzt bearbeitet 01.03.2013 10:49 | nach oben springen

#23

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 10:58
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ich bin durch und durch ehemalige DDR - Bürgerin. Das wird mir immer wieder von einem Alt - Bundesbürger, meinem Lebensgefährten, meist annerkennend bestätigt. Nur bei einem Punkt hat er seine Schwierigkeiten - wenn wir uns streiten.

Egal was das Streitthema ist, wenn er keine Argumente mehr hat, dann kommt der Satz: "Du musst die marxsche Dialektik mit Schöpfkellen gegessen haben." Ein einfaches "Ja" von mir, beendet meist den Streit.

LG von der grenzgaengerin


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#24

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 11:01
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

furry einfach treffend ausgedrückt.Selbst nach 13 Jahren hatten sie nicht mehr Bildung.Wer schon mal im TV so einige Umfragen bei Jugendlichen zu einfachen Themen gesehen hat,dem konnte Angst und Bange werden.Liegt aber auch hauptsächlich an der Bildungsmisere in diesem System.
Letztens brachten sie wieder,das die heute 14 jährigen gar nicht wissen,das Deutschland mal geteilt war.Das heutige Allgemeinwissen hat inzwischen das Niveau von Dschungelkamp und Bildzeitung.Aber ich sage mal kühn,das ist so gewollt.Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.


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zuletzt bearbeitet 01.03.2013 11:03 | nach oben springen

#25

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 12:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79
Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.


War es das denn in der Verflossenen, also gewollt? Im DV-Umfeld gibt es einen Spruch ... Never touch a running system!
Für die DDR leite ich es mal so ab: Und erst recht never tatsch ä not-running sysdem. Dabei kann man 'not' mit übersetzen oder auch nicht, je nach Bedarf.

Aber dieses Angst-und-Bange-Machende-Umfragen, also das ist 'gewollt' so geschnitten, den nur so bringt das Quote. Sprech doch mal mit den Jugendlichen in Deinem Umfeld und vielleicht relativiert sich dann dieser Eindruck? Ansonsten, hmm, liegts vielleicht am Umfeld?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#26

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 12:22
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat
Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.



Die haben in der DDR gesehen, wohin es führt, wenn die breite Masse gebildet ist und glauben, ungebildete Menschen kann man besser manipulieren. Was sicher erst mal stimmt, allerdings kann die JEDER manipulieren. Und das ist sicher auch nicht im Sinne der Herrscher dieser Machtverhältnisse.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#27

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 12:33
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #25

Zitat von Küchenbulle 79
Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.

War es das denn in der Verflossenen, also gewollt? Im DV-Umfeld gibt es einen Spruch ... Never touch a running system!
Für die DDR leite ich es mal so ab: Und erst recht never tatsch ä not-running sysdem. Dabei kann man 'not' mit übersetzen oder auch nicht, je nach Bedarf.

Aber dieses Angst-und-Bange-Machende-Umfragen, also das ist 'gewollt' so geschnitten, den nur so bringt das Quote. Sprech doch mal mit den Jugendlichen in Deinem Umfeld und vielleicht relativiert sich dann dieser Eindruck? Ansonsten, hmm, liegts vielleicht am Umfeld?



Na schick, fast gedoppelt.

Zitat
Sprech doch mal mit den Jugendlichen in Deinem Umfeld und vielleicht relativiert sich dann dieser Eindruck? Ansonsten, hmm, liegts vielleicht am Umfeld?



Das tue ich hier im tiefen Westen, und meine Erfahrungen bestätigen eher das, was da so aus dem Äther kommt. Was mich da immer erstaunt, dass die Kinder i.d.R. schon interessiert sind, was so abläuft. Da frage ich mich zum Einen, was da in der Schule so alles nicht vermittelt wird und zum Anderen spielt natürlich das von Dir angesprochene Umfeld - meist das Elternhaus eine wichtige Rolle. Wenn von dort nichts kommt oder kommen kann, ist das Wissen eben eher Zufall oder aus den Quellen, die kindgerecht aufbereiten, und das geschieht ja meistens aus Sorge, Kinder nicht zu überfordern.

Zieh Dir mal auf KiKa die Nachrichten rein - so kurz vor 8. Das ist zwar meist nicht so propagandistisch aufgearbeitet, dafür ohne Hintergrund und so an der Oberfläche, das graust einem. Ich bin jedesmal nochmal so lange damit beschäftigt, meinem Knaben ein paar Zusammenhänge und Fakten zu vermitteln.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#28

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 12:58
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Hallo 94!
Ich kann dir versichern,das es nicht an meinem Umfeld liegt.Ich habe mit sehr viel jungen Menschen zu tun und bin an ihren Meinungen interessiert.
Und die Berichte ,die ich mir dazu ansehe,kommen von seriösen Sendern und nicht den Sendern die Quote machen und das Volk verblöden.
Ich arbeite schon lange mit jungen Menschen zusammen und macht auch Spaß.Aber wenn dann ein Großteil nur über Frauentausch,Dschungelcamp und Handys diskutieren kann,ist das schon beängstigend.Und wie gesagt,am Umfeld liegt es nicht da ich in Ost und West arbeiten muss.
Ich werfe dann auch öfters die Frage ein ,ob sie mal Report,Monitor usw gesehen haben.Es gibt ja dort Themen die auch für unsere Jugend hoch interessant sind.Die Frage kannst dir sparen,denn das sind Sachen vom anderen Stern.Heute gilt nur noch eins" FUN FUN FUN".
Und wenn jetzt auch noch das Sitzen bleiben abgeschafft wird,na dann gute Nacht.Diese Bildungssystem züchtet sich die 0-Bock Generation erst richtig hoch.


Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.03.2013 13:03 | nach oben springen

#29

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 13:03
von DoreHolm | 7.709 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #26

Zitat
Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.


Die haben in der DDR gesehen, wohin es führt, wenn die breite Masse gebildet ist und glauben, ungebildete Menschen kann man besser manipulieren. Was sicher erst mal stimmt, allerdings kann die JEDER manipulieren. Und das ist sicher auch nicht im Sinne der Herrscher dieser Machtverhältnisse.



Rot: Was soweit erst mal stimmt. Die sog. "Bildungsfernen", sofern sie nicht wirklich nur noch für eine Pulle Bier den Hintern hochkriegen, rennen jedem hinterher, der ihnen eine einfache Lösung der gesellschaftlichen und damit ihrer vermeintlichen Probleme anbietet.
Was die Bildung der großen Masse betrifft, so befinden sich die Politiker, und da meine ich hauptsächlich das mehr konservative, den großindustriellen Interessen verpflichtete Lager, in einem gewissen Spagat. Einerseits wissen sie, daß gute Bildung die Voraussetzung dafür ist, daß auch die Wirtschaft blüht. Innovationen, Erfindungen, hoher Qualitätsstandard, Unis mit jede Menge Ausländern und daraus immaterielle Exporte und Heraustragen dieses Gesellschaftsmodells in die Herkunftsländer (das war unter Deg Xiaoping auch schon den chinesischen Führern klar, als sie ihre Jugend nicht nur nach Moskau oder auf die ostdeutschen Unis, sondern auch nach Harvard, Yeal, Oxford und Heidelberg schickten).
Andererseits wissen diese mehr konservativen Politiker aber auch um die Gefahren für ihre Macht. Nicht ohne Grund gehen gesellschaftliche Unruhen oft von Studenten aus bzw. sind diese stark daran beteiligt.
Ich glaube nicht, daß in der DDR deslhalb versucht wurde, möglichst viel Dumme zu haben. Sonst wäre die Ausbildung nicht so gut gewesen. Man wußte, was ein breitgefächerter hoher Bildungsgrad, gerade in den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen und auch kulturellen Bereichen, für die Wirtschaft der DDR bedeutet. Hier wurde diese für die SED möglicherweise ungünstige Seite des hohen Bildungsstandes durch ideologische Beieinflussung auf möglichst breiter Front versucht im Zaum zu halten und wenn das nicht half, auch mal mit etwas Nachdruck. Selbst in den Nieschen, wie Hobbygruppen, Sportvereinen und des VKSK wurde versucht, freilich mit mäßigem Erfolg, ideologischen Einfluss zu nehmen.
Da fällt mir ein Absatz ein, der in einem Experimentierbuch für Chemie von 1940 steht. Will ihn mal hier wiedergeben:
" Es ist richtig, anzunehmen, daß dasjenige Land, welches die besten Chemiker hat, auf die Länge der Zeit das erfolgreichste und bedeutendste sein wird. Es wird zum niedrigsten Preis die beste Nahrung haben, die besten Materialien, die geringsten Verluste und den höchsten Umsatz, aber auch die besten Gewehre, die stärksten Explosivstoffe und die widerstandsfähigste Ausrüstung. Seine Einwohner werden die Rohstoffquellen des Landes am besten auszunutzen wissen; sie werden die Gesündesten sein und am wenigsten unter Krankheiten zu leiden haben. Sie werden am sparsamsten wirtschaften und am wenigsten von anderen Nationen abhängig sein. Die chemische und physikalische Ausbildung des Volkes ist die vorteilhafteste Kapitalanlage, die ein Land machen kann"
Diese Zeilen, so wird im dem Chemiebuch vermerkt, wurden bereits vor dem Weltkrieg (nehme an, der II. ist gemeint) in der "North American Review" veröffentlicht. Ich meine, diese Sätze haben auch heute und auch im Rahmen der Globalisierung ihre volle Gültigkeit behalten.



Küchenbulle 79, Damals87, Eisenacher und Jawa 350 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.03.2013 13:09 | nach oben springen

#30

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 13:45
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #28
Und wenn jetzt auch noch das Sitzen bleiben abgeschafft wird,na dann gute Nacht.

Ich picke mir mal nur diesen Satz raus (So mach ich das ja immer, wenn ich mit dem Rest vermutlich d’accord geh, oder auch nicht *grins*). Oder vielleicht hat es ja auch einfach nur nichts mit dem Ursprungsthema zu schaffen, lohnt aber anderseits (mMn) nicht, einen neuen Spielplatz zu eröffnen.
Nun wie auch immer ...

Ich vermute mal, Du spielst mit dem zitierten Satz auf eine Bemerkung des amtierenden Kultusminister BaWüs, A. Stoch an? Nun, wenn dem so sei, dann ist das ja das beste Beispiel zur Untermauerung Deiner Thesen aus #24
Hier mal die gestrige Erläuterung zu dieser Aussage, vom 'Abschaffen' war zumindest seitens des Urhebers nie die Rede... http://www.morgenweb.de/1.931899
Achso, und wieso darf Bildung keinen Fun machen *blödfrag*
Na egal, im Deutschabitur (zu DDR-Zeiten, um mal irgendwie wieder zum Thema zu kommen) ließ uns der Lehrer mal, nachdem wir in der Pause etwas 'Fun' hatten, einen Aufsatz über ein Zitat schreiben.
Das Thema lautete: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

P.S. Umfeld kann man auch vertikal wechseln, nicht nur horizontal *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 01.03.2013 13:50 | nach oben springen

#31

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 13:56
von Gohrbi | 575 Beiträge

..ich habe vieles in mir behalten
...wie schon bei Anderen der Umgang mit dem Geld. Ich habe auch nach der Wende nur das gekauft, was notwendig war und was ich bar bezahlen konnte.
...sparsames einkaufen...und nichts wegwerfen
...die Geselligkeit, der Kreis ist zwar kleiner geworden, aber schöne Abende unter Freunden und am Grill, habe ich mir bewahrt
...meine ehrliche manchmal etwas sarkastische Art lebt in mir weiter
...meine Gabe aus Sche.. Bonbon machen, geht nicht, gibt es nicht....
...anderen UNEIGENNÜTZIG helfen...


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#32

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 15:40
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat
Selbst nach 13 Jahren hatten sie nicht mehr Bildung.Wer schon mal im TV so einige Umfragen bei Jugendlichen zu einfachen Themen gesehen hat,dem konnte Angst und Bange werden.Liegt aber auch hauptsächlich an der Bildungsmisere in diesem System.



Was haben jetzt 13 Jahre Schulzeit mit heutigen Umfragen zu tun? 2007 wurde das Abitur nach 12 Jahren beschlossen und sukzessive in den Bundesländern (außer Rheinland-Pfalz) eingeführt.

Ich finde, du pauschalisierst hier ganz schön.
Das Abitur damals in Ost und West ist nicht vergleichbar. Unser Abitur war allgemeiner orientiert und bezog sich auf alle Fächer. Im Westen kam das Leistungskursprinzip zum Tragen. Das bedeutet, in der Allgemeinbildung waren wir vielleicht besser aber was fachspezifisches Wissen betraf, eben nicht. Da könnte ich so einige Beispiele bringen. Da ich im Westen Chemie studiert habe, kann ich mir da schon ein Urteil bilden. Kommilitonen aus den Chemieleistungskursen haben uns aus dem Osten sehr viel voraus gehabt. Klar, du könntest jetzt argumentieren...alles Fachidioten, aber das soll von meiner Seite keine Wertung sein, sondern nur eine Gegenüberstellung.

Zitat
Das heutige Allgemeinwissen hat inzwischen das Niveau von Dschungelkamp und Bildzeitung.Aber ich sage mal kühn,das ist so gewollt.Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.



Auch hier muss ich widersprechen, bei diesen Umfragen wird doch gezielt nur bestimmtes Klientel gezeigt...meistens Kids mit Migrationshintergrund oder aus sozial-geschwächtem Umfeld...DAS ist gewollt!! Ich habe mit Auszubildenden zu tun und kann da nur widersprechen. Meine Kids kommen von Gymnasien und von Realschulen...ne Dupfbacke ist natürlich och mal bei...aber das Gros unserer Auszubildenden hat eine gute Bildung.
Was es allerdings zu bemängeln gibt, ist die soziale Kompetenz. Aber das ist kein Ost-West-Problem sondern eine Generationsfrage.

Dass das DDR-Schulsystem sehr gut war, lassen wir die Rotlichtbestrahlung mal außen vor, steht außer Frage. Ich würde mir wünschen, dass bei künftigen Reformen auch von diesen/unseren Erfahrungen was einfließen würde.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#33

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 16:43
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

@Grenzverletzerin
Danke, deine Worte machen Hoffnung.


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 16:56
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #24
furry einfach treffend ausgedrückt.Selbst nach 13 Jahren hatten sie nicht mehr Bildung.Wer schon mal im TV so einige Umfragen bei Jugendlichen zu einfachen Themen gesehen hat,dem konnte Angst und Bange werden.Liegt aber auch hauptsächlich an der Bildungsmisere in diesem System.
Letztens brachten sie wieder,das die heute 14 jährigen gar nicht wissen,das Deutschland mal geteilt war.Das heutige Allgemeinwissen hat inzwischen das Niveau von Dschungelkamp und Bildzeitung.Aber ich sage mal kühn,das ist so gewollt.Geistig rege Menschen fangen an zu fragen und zu verändern.Das ist aber in diesem System nicht gewollt.


Rotmark: Och, dann mach mal eine Umfrage in der Gesamtbevölkerung, von wann bis wann der 2.Weltkrieg war. Du wirst dich wundern, was da an Antworten gegeben wird. Oder frag mal Erwachserne, wie die Poliker der jetzigen Regierungskoalition heißen und wer welchen Posten ausübt. Will sagen, das die Allgemeinbildung in diesem Land auch unter Erwachsenen nicht immer die Beste ist. Übrigens befinden sich die Jugendlicher doch auf der Höhe der Zeit..........schließlich wurde das Dschungelcamp für den Grimmepreis vorgeschlagen..........
Desweiteren bewahrt auch eine gute Schulbildung niemanden davor, letztendlich zu verblöden. Denn Bildung ist ein lebenslanger Prozessl!
Im übrigen verstehe ich nicht, wie du einen Zusammenhang zwischen dem Abi mit 13 Schuljahren und den heutigen 14 Jährigen herstellst........
Grünmark: Schön das hier mal über was geurteilt wird, was aus dem Westen kommt. Im umgekehrten Fall kriegt man ja mal gerne um die Ohren gehauen, man könne den Sachverhalt nicht beurteilen, da man in dem System nicht gelebt habe und es persönlich erfahren habe.........................
Mehr Bildung sicherlich nicht, wahrscheinlich aber eine andere Form der Bildung. Ist aber auch wurscht, denn intelligente Köpfe fanden und finden sich im Osten und Westen der Republik, genauso wie Dummköpfe. Denn Intelligenz ist angeboren, Bildung kann man sich erwerben. Interessanterweise kann man Bildung auch ideologisch beeinflussen..........bis zu einem gewissen Punkt.

Lilamark: In diesem Land gibt es soviele geistig rege Menschen, dass du es kaum glauben wirst. Darunter auch sehr viele junge Leute. Nur wirst du die nie oder selten im Fernsehen sehen. Denn die würden sowohl die Programmmacher des UnterschichtenTVs als auch deren Zuschauer geistig bei weitem überfordern............
Mal drüber nachgedacht, wenn die Regierenden dieses Landes die Leute absichtlich dumm halten würden, wie wir dann als Nation, deren europäische "Vormachtsstellung" darauf beruht, das wir innovative Waren und Ideen produzieren, weiter bestehen wollen?


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 01.03.2013 16:58 | nach oben springen

#35

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 17:16
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie man jetzt von Überbleibseln der Verflossenen zum Unterschichten-TV kommt, na wenn 'mer schonemal da sind ... klick
Lief Free Rainer schonemal im Free-TV? Deswegen hier der Rest aus der Röhre, gleich mit meiner Lieblingsszene ... klack


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 01.03.2013 18:01 | nach oben springen

#36

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 01.03.2013 17:34
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #28
... Ich habe mit sehr viel jungen Menschen zu tun und bin an ihren Meinungen interessiert.... Ich werfe dann auch öfters die Frage ein ,ob sie mal Report,Monitor usw gesehen haben.Es gibt ja dort Themen die auch für unsere Jugend hoch interessant sind.Die Frage kannst dir sparen,denn das sind Sachen vom anderen Stern....
Mein lieber Küchenbulle 79,

das erinnert mich doch sehr an die DDR. Wenn die DDR-Bürger "Westfernsehen" geschaut haben dann die "Rudi-Carell-Show" oder "Zum blauen Bock" und nicht "Report", "Monitor" usw.. Wenn sie letzteres gesehen hätten wären sie ja über das, was da kommt, besser informiert gewesen. Aber so waren sie nun mal halt, die DDR-Bürger, wie die gemeinen Bürger eben immer so sind.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#37

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 27.07.2013 09:12
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Nach etwas längerer Suche möchte ich diese Reportage über die letzten Teilnehmerinnen um die Wahl zur Miss Leipzig, die es in der DDR 1989 wohl schon gab hier andocken, da solche Biografien selten mit soviel Authenzität und Ehrlichkeit kommuniziert werden wie in dieser MDR- Reportage.
http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen...mentId=16026114
Einige der Damen blieben im Lande, andere machten vor der Maueröffnung rüber, meist waren ihnen aber ihre Statements von damals peinlich, sie gaben sie aber trotzdem frei um sie zu ehrlich zu kommentieren, eben etwas, das solche Dokumentationen so wertvoll macht.
Auch feststellbar, der anhaltende Fluchtinstinkt trotz Freiheit einer Protagonistin, die es wohl nach Amerika zieht (einen solchen Roman von Susanne Schädlich mit diesem Stoff las ich vor etlicher Zeit einmal "Immer wieder Dezember") aus dem hervorgeht, daß es nicht immer der enge Staat ist, der jemanden zu solche "Auf-und-davon-Träumen" veranlaßt.
Eine andere wiederum machte es fast krank, daß sie sich von den mühsam zusammengesparten 200 M selbst im "Exquisit" nichts gescheites mehr kaufen konnte, Probleme die bei mir z.B. nicht zu den 500 größten in der DDR zu zählen waren, da es in Berlin irgendwo immer etwas an Klamotten gab, womit ich letzten Endes zufrieden war, aber deren Ansprüche waren wohl doch enorm.
Aber selbst wenn man den Dialekt überhören und den Zusammenhang vergessen würde, man merkt, daß streckenweise 20 Jahre später immer noch, daß ein DDR- Anteil in diese Biografie eingepreist ist, hingewiesen sei auch auf die Tricksereien des Alltags im Zusammenhang mit Grenzübertritten im arabischen Raum, die der "gelernten" DDR- Bürgerin wohl auf Lebenszeit nicht mehr beizubringen sind.



zuletzt bearbeitet 27.07.2013 10:20 | nach oben springen

#38

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 27.07.2013 22:21
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Wisst Ihr was bei mir noch drin ist aus der alten DDR? Dieser...wie schreib ich das am besten..."Widerwille, Abscheu, Empörung, Abgestoßensein, Ekel", halt allem gegenüber was ich als junger Mensch bis 38 Jahren in der DDR nicht erlebt habe so jede Art von Bettelei, überhaupt diesen ganzen Schmutz der Gesellschaft der sich mittlerweile richtig öffentlich zeigt bis hin zum jugendlichen gesellschaftlichen Punkaussteiger mit Hund und Schlafrolle und nein, das könnten ja sinngemäß auch meine Sohne und Töchter sein.

Ich nenne es mal gesellschaftliches Anderssein(Punks), menschliche Schwächen, das Versagen der Gesellschaft in wirklich vielfältiger Form und ich erkenne das der Sozialismus völlig anders, konsequenter an derartige Probleme heranging und diese auch in den Griff bekam(denn menschliche Schwächen in vielfältiger Form gab es zu damaliger Zeit auch im System des Soz....und das nicht zu knapp)

Lebensläufer


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#39

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 28.07.2013 11:05
von connies9 | 78 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #38
Ich nenne es mal gesellschaftliches Anderssein(Punks), menschliche Schwächen, das Versagen der Gesellschaft in wirklich vielfältiger Form und ich erkenne das der Sozialismus völlig anders, konsequenter an derartige Probleme heranging und diese auch in den Griff bekam(denn menschliche Schwächen in vielfältiger Form gab es zu damaliger Zeit auch im System des Soz....und das nicht zu knapp)

Lebensläufer


Ist es ein Versagen der Gesellschaft, wenn man gesellschaftlich anders ein kann? Oder ein Gewinn? Ich geb dir recht, die DDR kümmerte sich besser um die Randgruppen, heute wird nur der belohnt der die Ärmel hochkrempelt. Dazu muss er größere Kompromisse eingehen und eine gute Bildung mitbringen. Heute muss man sich um sein Leben mehr Gedanken machen als früher.

Was ich heute als sehr schlecht empfinde, was die Leute gesundheitlich schwächt, ist die permanente Erreichbarkeit im Job, die Ungeduld, etwas sofort zu bekommen, die Angst, NEIN zu sagen (obwohl, die gab's auch in der DDR) , das immer größer werdende fehlende Verständnis für gesundheitliche oder private Probleme. Früher gab es das kaum. Auch nicht im Westen des Landes. Das ist eine technisch bedingte Entwicklung der Welt, der größer werdenden Menschenmenge mit ihren verbundenen Wechselwirkungen, auch in einer heutigen DDR wäre diese nicht vorbeigegangen. Der rosarote Vergleich einer DDR von 1975 und dem heutigen Deutschland, wie man hier oft liest, hinkt gewaltig. Man kann nicht wirklich etwas vergleichen, wenn sich sämtliche globalen und technischen Randbedingungen verändert haben. Erinnerungen sind oft besser, als sie real waren. Auch meine.



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#40

RE: Etwas, was von der DDR noch bei mir innen drin ist

in DDR Zeiten 28.07.2013 11:18
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von connies9 im Beitrag #39

......
Was ich heute als sehr schlecht empfinde, was die Leute gesundheitlich schwächt, ist die permanente Erreichbarkeit im Job, die Ungeduld, etwas sofort zu bekommen, die Angst, NEIN zu sagen (obwohl, die gab's auch in der DDR) , das immer größer werdende fehlende Verständnis für gesundheitliche oder private Probleme. Früher gab es das kaum. Auch nicht im Westen des Landes. Das ist eine technisch bedingte Entwicklung der Welt, der größer werdenden Menschenmenge mit ihren verbundenen Wechselwirkungen, auch in einer heutigen DDR wäre diese nicht vorbeigegangen. Der rosarote Vergleich einer DDR von 1975 und dem heutigen Deutschland, wie man hier oft liest, hinkt gewaltig. Man kann nicht wirklich etwas vergleichen, wenn sich sämtliche globalen und technischen Randbedingungen verändert haben. Erinnerungen sind oft besser, als sie real waren. Auch meine.


Das mag begrenzt zutreffen, das Schechte wird mit der Zeit ausgeblendet.
Denkt man aber real über die Vergangenheit nach und holt selbst das Schlechte in die Erinnerung, man findet insgesamt viele Dinge, die heute positiv das Leben verändern könnten.
Aber wir haben eben nicht mehr gestern, und unsere Gestaltungsmöglichkeiten sind trotz aller gewonnener Freiheit recht begrenzt.

.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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