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#121

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:34
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Zitat von SiK90 im Beitrag #119
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Wie auch mit 13 im Jahre 1990?

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte.

Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...


Es geht um 1989, Ungarn. Es gab Zeiten, da sind um die 50.000 Menschen am Tag nach Österreich getürmt. Für die Einen war es eine Massenflucht, für Andere waren es kriminelle Subjekte, denen man keine Träne nachweinte.

Achja, auch wenn ich damals erst knapp 12 war, könnte ich heute dennoch einen gewissen Stolz empfinden, der sich jedoch nie einstellte.


zuletzt bearbeitet 31.05.2015 18:39 | nach oben springen

#122

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:45
von Alfred | 7.056 Beiträge | 150 Punkte
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #121
Zitat von SiK90 im Beitrag #119
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Wie auch mit 13 im Jahre 1990?

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte.

Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...


Es geht um 1989, Ungarn. Es gab Zeiten, da sind um die 50.000 Menschen am Tag nach Österreich getürmt. Für die Einen war es eine Massenflucht, für Andere waren es kriminelle Subjekte, denen man keine Träne nachweinte.

Achja, auch wenn ich damals erst knapp 12 war, könnte ich heute dennoch einen gewissen Stolz empfinden, der sich jedoch nie einstellte.



Um die 50.000 am Tag ? Wann soll dies denn gewesen sein ?


der alte Grenzgänger hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#123

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:47
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Zitat von Alfred im Beitrag #122
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #121
Zitat von SiK90 im Beitrag #119
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Wie auch mit 13 im Jahre 1990?

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte.

Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...


Es geht um 1989, Ungarn. Es gab Zeiten, da sind um die 50.000 Menschen am Tag nach Österreich getürmt. Für die Einen war es eine Massenflucht, für Andere waren es kriminelle Subjekte, denen man keine Träne nachweinte.

Achja, auch wenn ich damals erst knapp 12 war, könnte ich heute dennoch einen gewissen Stolz empfinden, der sich jedoch nie einstellte.



Um die 50.000 am Tag ? Wann soll dies denn gewesen sein ?



Die Propaganda des Klassenfeindes behauptet dieses: http://www.zdf.de/massenflucht-ueber-ungarn-5239544.html


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#124

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:50
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #121
....Es gab Zeiten, da sind um die 50.000 Menschen am Tag nach Österreich getürmt. ..


.. da kommen mir jetzt arge Zweifel.. .. meinst Du wirklich am Tag ?

Siggi
(der 1989 34 Jahre alt war- und aus Zeiten vor dem Mauerbau so Zahlen von 30000 im Monat noch im Ohr hat- auch wenn die Situationen nicht vergleichbar sind)


"Der Tonfall des Landes, in dem man geboren ist, haftet im Verstand und im Herzen wie in der Sprache"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#125

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:54
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #123
.....

Die Propaganda des Klassenfeindes behauptet dieses: http://www.zdf.de/massenflucht-ueber-ungarn-5239544.html


.. und wo liest Du da etwas von 50000 am Tag heraus ?
Kann man Dich immer so leicht beeindrucken ?

Siggi


"Der Tonfall des Landes, in dem man geboren ist, haftet im Verstand und im Herzen wie in der Sprache"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#126

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:54
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #123
Zitat von Alfred im Beitrag #122
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #121
Zitat von SiK90 im Beitrag #119
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Wie auch mit 13 im Jahre 1990?

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte.

Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...


Es geht um 1989, Ungarn. Es gab Zeiten, da sind um die 50.000 Menschen am Tag nach Österreich getürmt. Für die Einen war es eine Massenflucht, für Andere waren es kriminelle Subjekte, denen man keine Träne nachweinte.

Achja, auch wenn ich damals erst knapp 12 war, könnte ich heute dennoch einen gewissen Stolz empfinden, der sich jedoch nie einstellte.



Um die 50.000 am Tag ? Wann soll dies denn gewesen sein ?



Die Propaganda des Klassenfeindes behauptet dieses: http://www.zdf.de/massenflucht-ueber-ungarn-5239544.html



Ich kann da nichts lesen, das bis zu 50.000 am Tag nach Österreich getürmt sind.


der alte Grenzgänger hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#127

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 19:12
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[/quote]Ich kann da nichts lesen, das bis zu 50.000 am Tag nach Österreich getürmt sind.[/quote]

"Die Ungarn nehmen Gorbatschow beim Wort und beginnen am 2. Mai 1989, die Grenzbefestigungen zu Österreich abzubauen. Mehr als 50.000 DDR-Bürger strömen daraufhin nach Ungarn, um über die "grüne Grenze" nach Österreich in den Westen zu fliehen."

Für mich liest es sich so, als wären diese 50.000 an diesem Tag abgehauen.

Auch wenn diese 50.000 insgesamt über Ungarn abhauen sind, kann die Flucht über Ungarn in Summe dennoch als Massenflucht bezeichnet werden.

Allein die Malteser haben lauten diesem Bericht: http://www.budapest.diplo.de/Vertretung/...J/Malteser.html ca. 48.000 Menschen zur Flucht verholfen. Die unzähligen Menschen, die auf eigene Faust über die Grenze nach Österreich gelangten nicht inbegriffen.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.05.2015 19:14 | nach oben springen

#128

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 19:14
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #127
.....Für mich liest es sich so, als wären diese 50.000 an diesem Tag abgehauen. ...



.. alles klar !

Siggi


"Der Tonfall des Landes, in dem man geboren ist, haftet im Verstand und im Herzen wie in der Sprache"
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#129

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 19:17
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge
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[/quote]

.. alles klar !

Siggi
[/quote]

Mein mangelhaftes Textverständnis ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass die Fluchtbewegung 1989 über Ungarn als "Massenflucht" bezeichnet werden kann. Und um diesen Begriff ging es eigentlich ursprünglich.

Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland will inklusive Prag ganze 200.000 Flüchtlinge für 1989 gezählt haben. Wenn das keine Masse ist, dann weiß ich auch nicht.

http://www.hdg.de/lemo/kapitel/deutsche-...ssenflucht.html


zuletzt bearbeitet 31.05.2015 19:23 | nach oben springen

#130

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 19:27
von SiK90 (gelöscht)
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #129
. Und um diese Begriff ging es eigentlich ursprünglich.


Nee, lies nochmal den Titel des Threads.
Es ist aber Fakt, dass in diesen Zeiten tausende Menschen ihre Heimat verließen. Aus den verschiedensten Gründen. Ebenso kamen tausende wieder zurück. Auch aus den genannten Gründen.
Nun erkläre mal bitte - im Sinne des Titels des Threads - worauf ein 13jähriger stolz ist/war?


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#131

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 19:48
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge
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Zitat von SiK90 im Beitrag #130
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #129
. Und um diese Begriff ging es eigentlich ursprünglich.


Nee, lies nochmal den Titel des Threads.
Es ist aber Fakt, dass in diesen Zeiten tausende Menschen ihre Heimat verließen. Aus den verschiedensten Gründen. Ebenso kamen tausende wieder zurück. Auch aus den genannten Gründen.
Nun erkläre mal bitte - im Sinne des Titels des Threads - worauf ein 13jähriger stolz ist/war?




Dein Text(un)verständnis kann es durchaus mit meinem aufnehmen.

Deine Frage lautete: Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...

Ich habe Dir daraufhin erklärt, um welche Massenflucht es sich handelte und dass ich zur diesem Zeitpunkt kaum 12 Jahre alt war. Das irritiert Dich nicht dennoch von 1990 und 13 Jahren zu schreiben.

Zum Thema Stolz habe ich mich bereits geäußert:

"Stolz bin ich nicht.

Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte. Das sind prägende Erlebnisse, die einem niemand mehr nehmen kann und den eigenen Horizont ungemein erweitert haben."

Um es komplett zu machen: Dem Titel des Threads und dessen Einleitung kann ich nicht entnehmen, dass man sich zum Stolz auf die DDR-Herkunft zu einem bestimmten Lebensalter äußern soll. Ja, auch in jugendlichem Alter kann man so etwas wie Nationalstolz empfinden. Den ich gegenüber die DDR jedoch nie empfand, nicht 1989, nicht 1990, nicht mit 11, 12 oder 13 Jahren, ja selbst heute, mit 37, ist dem nicht so.

Ich empfinde bedingt Stolz, wenn ich an Leistungen unserer Vorväter denke. Nur überkommt mich dann ganz schnell wieder die Erkenntnis, dass ich für deren Leistungen oder auch eventuelle Fehlleistungen nicht verantwortlich bin. So bleibt mir einzig und allein das Glück, dass ich in diesem Lande geboren wurde und dessen Annehmlichkeiten in vollen Zügen genießen darf. Hiermit meine ich nun Gesamtdeutschland.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.05.2015 19:54 | nach oben springen

#132

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 21:04
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Zitat von damals wars im Beitrag #115
Zitat von Fritze im Beitrag #107
Als deutscher Sozialdemokrat Schlimmeres verhütet zu haben.

Muss schon sehr lange her sein ,weil heute auch unvorstellbar !

MfG Fritze


Seid Bad Godesberg Programm!

Da war Tucholsky aber schon lange tot (+ 1936).


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#133

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 12:49
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Im Alltag der Vorwendezeit war man wohl bestenfalls beim Anblick des Medaillenspiegels der Olympiaden wirklich stolz drauf, Bürger dieses Staates zu sein.
Das " Geschäftsmodell" des Arbeiter- und Bauernstaates hat aber für mich im Nachhinein aus folgenden Gründen eine enorme Aufwertung erhalten:

Die Autarkiebemühungen der DDR haben dem Staat eine globale Unschuldsbilanz am Elend dieser Welt verschafft, von der wir heute nur noch träumen können. Wir hatten den Dreck den der Westen in Bhopal gemacht hat vor der Haustür verbunden mit der Botschaft: Schont eure Ressourcen und baut für die Ewigkeit, da hielt die Wäschklammer eben auch Jahrzehnte und hatte nicht bereits nach einem Jahr wegen der Weichmacher die Konsistenz von De Beukelar- Keksen, weil wesenbedingt der Kapitalist immer wieder ums Verrecken produzieren mußte.
Wir sind nicht 10.000 km in den Urlaub geflogen mit einer Energiebilanz mit der andere Menschen ein Jahr lang auskommen würden, sich das auch noch schön zu reden, von wegen Tourismus am Urlaubsort zu fördern... Witz komm raus...die neuen Urlauber sehen den Fischer nicht mehr, den man ein Jahr zuvor verjagt hat und der seiner Existenz beraubt wurde.

Die Einbeziehung der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung in Wertschöpfung und Verteilung war ein Wert an sich, den auch immer mehr " aktuelle" Politiker erkennen ohne auch nur im Traum anerkennend auf die dahingehend gelebte und gestaltete Praxis in der DDR hinzuweisen, dazu haben sie nicht die Größe bzw. interpretieren Kategorien wie Zwang, Gängelung und Freiheitsberaubung oder was auch immer hinein..
Eine Bildungsstruktur, die ausschließlich bedarfsorientiert hinsichtlich der Kontingente der jeweiligen Berufsgruppen ausgerichtet war hat zwar bestimmte Personen ihrer Träume beraubt ( die sie in der Freizeit aber fast immer noch ausleben konnten), in der Effizienz der Nachwuchsrekrutierung für die Betriebe war diese Methodik aber moderner als alles was danach kam.

Stolz im Nachgang bin ich heute auch noch darauf, keinem Staat angehört zu haben, der Kriege exportiert hat, zumindest haben Historiker bislang nichts gefunden, was über die Ausbildung einzelner Personen der Freiheitsbewegung befreundeter Länder hinaus ging.
Der Handel mit diesen Staaten erfolgte auf Augenhöhe, der W 50, den wir dringend auch gebraucht hätten war dann eben in Mosambique, dafür gab's dann eben auch ab und zu mal Südfrüchte oder Kaffee.
In der Konsequenz produzierten wir auch keine Flüchtlinge, die heute vor unseren Toren stehen und uns auf die offenen Rechnungen hinweisen, die unsere Erste Welt bei denen hat.

Alles in allen mag es manchen hier wie ein Loblied auf ein versenktes Land zu klingen, aber wem es nicht reicht für sich persönlich seine Schlüsse daraus zu ziehen, was z. B. ein Arbeitsleben der letzten 25 Jahre im Niedriglohnsektor mit der folgerichtigen desaströsen Rentenerwartung gebracht hat oder die Tatsache, daß Kinder und Enkel sonst wo aufwachsen nur nicht in der Nachbarschaft der möge mal hin und wieder dieser vertanen Chance gedenken, die wir besonders mit dem Beginn der Bürgerbewegung und seiner Reformchancen ein für alle Mal verspielt haben.
Mag sein, daß mein Wertekanon überhaupt nicht repräsentativ ist, es sind ja auch nur meine Gedanken und es ist auch nicht so, daß mich diese Niederlage privat heute noch beeinträchtigt aber ich bin davon überzeugt, daß diese Gesellschaftsordnung einen erheblichen Reperaturstau hat und die DDR zumindest als Vergleichsvariante heute noch Wert hat, sie fand ja nicht im Labor statt.



Damals87, Krepp, DoreHolm, der alte Grenzgänger, LO-Wahnsinn und ehem. Hu haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.06.2015 10:50 | nach oben springen

#134

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 15:53
von Damals87 | 505 Beiträge | 52 Punkte
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Hallo Frank,

manchmal habe ich das Gefühl, Du liest meine Gedanken...

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


Hackel39 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 16:09
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Zitat von Damals87 im Beitrag #134
Hallo Frank,

manchmal habe ich das Gefühl, Du liest meine Gedanken...

Grüße aus Hessen


Danke Michael,
es war nur das Wort zum Montag und schlichtweg meine Gedanken zum Thema.
Wir haben uns in der DDR unsere Unschuld am globalen Elend mit unserer zwangsverordneten Bescheidenheit erkauft.
Der Deal hat eine globale Relevanz für die Erste Welt, aber genau wie Sonntags den Pastor kaum einer hören wollte (" Das Wort zum Sonntag") so will wohl kaum einer Hackels Montagspredigt aufs Brot geschmiert bekommen, erst recht nicht wenn er auf gepackten Koffern via Südamerika sitzt.
Es liegt mir fern, z. B. Weltreisenden ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen, schließlich ist Vermehrungsverweigerer Hackel ja auf seine Art auch ein Schädling, eine gelegentliche Selbstreflektion des eigenen Verhaltens kann aber doch nützlich sein.
Eine schöne Woche noch der Forengemeinde.



Damals87 und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#136

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 16:29
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Naja, @Hackel39 , die Renten in der DDR waren auch nicht üppig und oft auch nicht auskömmlich. Meine Großmutter bekam 250 Mark Mindestrente und bestritt ihren Lebensunterhalt mehr oder weniger vom Ersparten.
Ich denke, meine Generation (1965 geboren) war weniger stolz auf den Staat DDR, sondern darauf, was man als Bürger aus der Misere Mangelwirtschaft machte. Dazu gehören Solidarität untereinander und jahrzehntelange Freundschaften. Aber auch materielle Dinge im weitesten Sinne, wie das Herrichten der ersten eigenen Wohnung. Man war da schon ein wenig stolz auf das Erreichte, wie Fliesen in Küche und Bad, Forster Heizung usw.


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#137

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 16:53
von furry | 3.730 Beiträge | 143 Punkte
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@SiK90 , mal eine Frage. Hast Du, 1965 Geborener, Dir Gedanken um eine Forster-heizung gemacht.
Ich frag nur mal so, denn ich hatte bis zu dem stolzen Alter von 24 Jahren mit meiner Ausbildung zu kämpfen, um danach auf eine Wohnung zu hoffen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#138

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 16:54
von Hackel39 | 3.123 Beiträge | 2 Punkte
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Zitat von SiK90 im Beitrag #136
Naja, @Hackel39 , die Renten in der DDR waren auch nicht üppig und oft auch nicht auskömmlich. Meine Großmutter bekam 250 Mark Mindestrente und bestritt ihren Lebensunterhalt mehr oder weniger vom Ersparten.
Ich denke, meine Generation (1965 geboren) war weniger stolz auf den Staat DDR, sondern darauf, was man als Bürger aus der Misere Mangelwirtschaft machte. Dazu gehören Solidarität untereinander und jahrzehntelange Freundschaften. Aber auch materielle Dinge im weitesten Sinne, wie das Herrichten der ersten eigenen Wohnung. Man war da schon ein wenig stolz auf das Erreichte, wie Fliesen in Küche und Bad, Forster Heizung usw.


Beachte bitte in Deiner Kalkulation, daß die Integration der Rentnergeneration in die Familien diese Niedrigrenten relativieren.
Es ist hierbei aber wie überall- man kann in jede Richtung argumentieren, z. B. dahingehend daß die drei Generationen unter einem Dach eine Folge der Wohnungsnot war, vielen würde nicht im Traum einfallen, genau das als einen Riesenvorteil gegenüber den heute überwiegend zerklüfteten Familienstrukturen mit ihrer Unvereinbarkeit solcher aus meiner Sicht erstrebenswerten Familienmodelle z. B mit der Berufstätigkeit zu sehen.
Heute werden solche Projekte mit einem Riesentamtam neu erfunden und etwas das in der DDR Alltag war zum ultimativen Lebensziel neu deklariert.
Ein Grund mehr, sich Zeit zu nehmen die wahren Werte unseres Gemeinwesens neu zu überdenken.



Damals87 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.06.2015 18:43 | nach oben springen

#139

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 19:13
von Harzwanderer | 3.049 Beiträge | 70 Punkte
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Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


der alte Grenzgänger und linamax haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#140

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 19:54
von Hackel39 | 3.123 Beiträge | 2 Punkte
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


Nix Nomenklatura, ich erinnere mich beispielsweise daran, wie die Alten uns Jungspunden beim Arbeitseinsatz der Sportangler gezeigt haben, wie schnell man einen Kubikmeter Schlamm aus dem Zuchtteich ans Ufer geschaufelt hat und wie schnell man beim ehrenamtlichen Straßenbau ( hat's wirklich gegeben !) die Sandkarre vom großen Haufen zum Bauplatz batalgt hat während heute gleichaltrige übergewichtige Sportfreunde es kaum noch schaffen einen gelben Sack mit Müll voll zukriegen ohne nach Luft zu schnappen wie ein frisch gefangener Spiegelkarpfen im Gras.
Bewegungsmangel, Bequemlichkeit, Arbeitslosigkeit, Essen als vorrangiges Tagesziel, ein Markt der einen mit Komfort regelrecht tyrannisiert, Stichwort Laubsauger statt Besen, Rasentrimmer statt Sichel und und und, eben Dinge, die kein Mensch wirklich braucht und die unsere arbeitsscheue Wohlfühlgesellschaft oftmals zehn Jahre früher mit Prothesen und altersbedingten Operationen konfrontiert als es oftmals notwendig wäre bei einer anderen Lebensweise.
Den medizinischen Fortschritt streite ich nicht ab, jedoch möge man nicht den Stand der DDR 1989 mit dem Stand unseres gesamtdeutschen Rentnerparadieses des Jahres 2015 vergleichen, das ist nicht seriös, die DDR hätte sich ebenfalls weiter entwickelt.
Ich streite ab, daß die heutige Rentnergeneration fitter ist als die gleichaltrige in der DDR, die Aktivitäten die hier als Gradmesser herangezogen werden, wie Radtouren, Reiseverhalten oder eine verspätete Akademikerkarriere als Hobbystudent an der Uni entsprechen einem Bruchteil des Energieaufwandes den Fritze Baum nach der Handverschneidung einer 60 m langen Ligusterhecke an einem Vormittag hatte.
Ich sehe die von Rentnern mit Nutzpflanzen kultivierten Gärten und die ganztägig betreuten Enkel vor mir, wenn ich zurück blicke, ich sehe 70 Jahre alte Rangierarbeiter auf meinem Bahnhof aber eben auch Gras- und Brachlandgärten, deren Besitzer weder Kraft noch Muse haben sich so wie die damals gleichaltrige Vorgängergeneration dort einzubringen, obwohl der Geist vielleicht noch willens ist.
Sei es drum, so hat jeder seine Sicht auf längst vergangene Dinge die eben nicht durchweg rückschrittlich waren.



Fritze und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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