#101

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 05.03.2013 06:58
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #100
Zitat von Mike59 im Beitrag #98
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #95
Zitat von Mike59 im Beitrag #88
Bin ich stolz ein DDR Bewohner gewesen zu sein?
Irgend wie schon. Ich habe ja etwas wirklich erlebt was viele aus dem "Westen" so nicht erlebt haben. Zwei vollkommen unterschiedliche Gesellschaftssysteme. Ich (viele andere auch) haben das Privileg und können vergleichen. So kann ich(wir) Schlüsse ziehen, wenn die auch zu ganz verschiedenen Ergebnissen kommen können.
Ich beobachte ein ganz anderes Phänomen, je mehr undifferenziert über die DDR geschwafelt wird, um so mehr verteidige ich die DDR. Heute mehr als zu der Zeit als ich in dieser DDR lebte. Wenn ich dies bemerke bin ich immer wieder aufs neue verblüfft.


Worauf bezieht sich denn dieses genannte Geschwafel und wie argumentierst du dann dagegen?



Undifferenziert! Der Duden sagt u.a. dazu folgendes. Unbestimmt, .. unklar, ...unsauber,...unpräzise, ... schwammig.
Es sind eben Meinungen die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Z.B. das alle GreSo Parteimitglieder waren. Auch immer wieder gern zitiert, dass die Bewohner im Grenzgebiet alles 150%tige waren. Oft auch, alle die einen Ausreiseantrag stellten wurden inhaftiert und die Verwandtschaft wurde in Sippenhaft genommen. Ich kenne erstaunlicherweise nur Personen die keine Probleme mit der Ausreise hatten. Okay – ist nicht ganz korrekt. Kenne schon einen Fall, der reiste aus obwohl er es eigentlich gar nicht wollte – nein, keine Abschiebung eines Oppositionellen. Ist aber OT.

Viele dieser Thesen findest du auch hier im Forum.

Wenn ich an einer Konversation interessiert bin, frage ich erst einmal woher er seine Infos hat. Höre mir die Story an und wenn ich dazu keine Infos besitze halte ich das Maul oder melde Bedenken an. Habe ich Infos gebe ich die gern weiter.
Und versichere das es dies wohl alles gegeben hat, allerdings war es nicht die Regel.
Funktioniert meist nicht mit dem – Nein es war nicht so – ich verweise Ihn auf das Forum hier. Da kann er sich eine eigene Meinung bilden.
Und beim nächsten mal, gehe ich einfach nicht auf sein Palaver ein. Lebt sich einfacher. Oder er fragt eben etwas anderes und das Spiel beginnt von neuem.



Es gibt eben immer welche, meist aus Deutschland-West (die Hiesigen wissen ja, wie es war), die so lange bohren, bis sie glauben, ihre durch Medien oder auch durch tatsächliche oder nur vermeintliche (möchtegern)-Bürgerrechtler erworbene Meinung bestätigt zu bekommen.
Die wollen gar keine andere Meinung hören.


Und ich kenne viele aus Deutschland-Ost, die sich, wenn sie dass hier lesen würden, sich einfach nur an den Kopf fassen würden.........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#102

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 05.03.2013 07:51
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Nochmal was zu den Arbeitsnormen in meinem Betrieb bis 1990.
Ich habe Zerspanungsfacharbeiter gelernt,und nach der Lehre dann einige Jahre als Dreher im Betrieb im Zweischichtsystem gearbeitet.
Die Normerfüllung war der reinste Witz,eigentlich Vorgaben von der Abteilung Technologie des Betriebes,von Leuten welche überhaupt keine Ahnung von der Materie hatten.
Die Spätschicht war immer ohne Meister,nur mit einem Schichtleiter (ein Kollege von uns selbst) Im Höchstfall musste man 2 Stunden Richtig reinhauen,dann hatte man den Sack voll (120%) haben gereicht um sein Geld zu Verdienen (Bekommen),alles andere hat sich nicht mehr gelohnt,oder man hätte die Jungs von der Technologie auf dem Hals gehabt.
Die Zeit bis zum Feierabend hat man dann anderweitig verbracht (Private Arbeiten,Karten Spielen,Betriebsrundgang (was so alles da ist,oder was man gebrauchen kann )
In der Frühschicht (mit Meister) hat man sich dann eben Zeit gelassen (das Dich der Meister auch immer Vorbildlich) an der Maschine sieht.

P.S. Ob ich da Stolz drauf war kann ich nicht sagen,das haben Alle so gemacht.


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zuletzt bearbeitet 05.03.2013 07:54 | nach oben springen

#103

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 05.03.2013 16:16
von KARNAK | 1.697 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #3
In der Zeit zwischen Herbst 1989 und Sommer 1990 hatte ich denn Eindruck als könnte es denn Ostdeutschen nicht schnell genug gehen mit der Wiedervereinigung. Bei denn Montagsdemos nach der Grenzöffnung hieß es doch.; DEUTSCHLAND EINIG VATERLAND. Bei denn Nachbarn meiner Verwanten in Wilthen wehte eine alte DDR Fahne. Nur Hammer und Zirkel war rausgeschnitten.

Du sagst es,Du hattest den Eindruck.Besser wäre,man hat Dir den Eindruck vermittelt.Bei dem Montagsdemos hieß es eigentlich und ursächlich"Wir sind das Volk"und nicht"Wir sind ein Volk",das kam alles später,auch das mit den Fahnen.Da begann die "Revolution schon so langsam damit ihre Kinder zu fressen"Begriffen haben das in dieser emotionalen Zeit die Wenigsten,eigentlich keiner.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#104

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 05.03.2013 16:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #103
Zitat von glasi im Beitrag #3
In der Zeit zwischen Herbst 1989 und Sommer 1990 hatte ich denn Eindruck als könnte es denn Ostdeutschen nicht schnell genug gehen mit der Wiedervereinigung. Bei denn Montagsdemos nach der Grenzöffnung hieß es doch.; DEUTSCHLAND EINIG VATERLAND. Bei denn Nachbarn meiner Verwanten in Wilthen wehte eine alte DDR Fahne. Nur Hammer und Zirkel war rausgeschnitten.

Du sagst es,Du hattest den Eindruck.Besser wäre,man hat Dir den Eindruck vermittelt.Bei dem Montagsdemos hieß es eigentlich und ursächlich"Wir sind das Volk"und nicht"Wir sind ein Volk",das kam alles später,auch das mit den Fahnen.Da begann die "Revolution schon so langsam damit ihre Kinder zu fressen"Begriffen haben das in dieser emotionalen Zeit die Wenigsten,eigentlich keiner.



Bei der ersten Demo in Karl-Marx-Stadt wurde noch konspirativ der Ort und die Zeit mitgeteilt, da standen unauffällig ca. 50 Mann und dann ging es spontan rauf auf die Straße, ich dachte wir kommen nicht weit, aber das "Schließt euch an" wirkte.
Paar "Greifer" waren am Rand, war aber schon zuviel zu greifen.
Bei der dritten Demo wo es nicht mehr gefährlich war, war schon der Mob dabei und der Lorenz (1.Sekretär der Bezirksleitung K.-M.-Stadt) wurde niedergebrüllt, man hätte ihn reden lassen sollen.
Da war es eigentlich schon aus der Hand und die Banane hatte das Primat erobert.


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zuletzt bearbeitet 05.03.2013 16:29 | nach oben springen

#105

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 05.03.2013 17:09
von schnatterinchen (gelöscht)
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wollte auch noch was zum Besten geben.
Also bei uns im Bergbau (VEB Schachtbau Nordhausen) untertage im Streckenvortrieb
gab es keinen Schlendrian. Wir mußten immer buckeln wie blöd um den Zyklus Fördern, Bohren, Sprengen zu schaffen. Ansonsten mußte mann echt gute Ausreden parat haben. Sonst gab es gleich Abzug.
Allerdings war das beim Rest der Belegschaft nicht so streng. Da ging es geruhsamer zu. Ein Schlosser über und auch untertage eingesetzt hatte dann gerade mal 50- 60Mark weniger als ich vor Ort. und vielleicht einen Liter Schachtfusel weniger , aber drauf gesch... .Hat nicht mehr gestimmt das Lohngefüge.

1989 so Ende Oktober Anfang November , ich war schon längst gen Westen entfleucht, habe ich im Fernsehen eine Demo von Studenten der Humboldt Uni gesehen, da sagte einer so sinngemäß ... die Musik spielt jetzt im Osten. In diesen Moment war ich ein bisschen stolz auf die Leute in der DDR und ich habe gedacht, ach Mensch jetzt sitze ich schon wieder auf der falschen Seite.
Dieser Eindruck hat sich durch die Entwicklung in der DDR dann aber doch recht schnell gelegt.


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#106

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 12:08
von Sperrbrecher | 1.663 Beiträge

Kurt Tucholsky:

Worauf man in Europa stolz ist

Dieser Erdteil ist stolz auf sich, und er kann auch stolz auf sich sein.

Man ist stolz in Europa:

Deutscher zu sein.

Franzose zu sein.

Engländer zu sein.

Kein Deutscher zu sein.


Kein Franzose zu sein.


Kein Engländer zu sein.


An der Spitze der 3. Kompanie zu stehen.


Eine deutsche Mutter zu sein. Am deutschen Rhein zu stehen. Und überhaupt.


Ein Autogramm von Otto Gebühr zu besitzen.


Eine Fahne zu haben. Ein Kriegsschiff zu sein. (»Das stolze Kriegsschiff . . . «)


Im Kriege Proviantamtsverwalterstellvertreter gewesen zu sein.


Bürgermeister von Eistadt a. d. Dotter zu sein.


In der französischen Akademie zu sitzen. (Schwer vorstellbar.) In der preußischen Akademie für Dichtkunst zu sitzen. (Unvorstellbar.)


Als deutscher Sozialdemokrat Schlimmeres verhütet zu haben.


Aus Bern zu stammen. Aus Basel zu stammen. Aus Zürich zu stammen. (Und so für alle Kantone der Schweiz.)


Gegen Big Tilden verloren zu haben.


Deutscher zu sein. Das hatten wir schon. Ein jüdischer Mann sagte einmal:

»Ich bin stolz darauf, Jude zu sein. Wenn ich nicht stolz bin, bin ich auch Jude – da bin ich schon lieber gleich stolz!«


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#107

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 12:30
von Fritze | 3.474 Beiträge

Als deutscher Sozialdemokrat Schlimmeres verhütet zu haben.

Muss schon sehr lange her sein ,weil heute auch unvorstellbar !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#108

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 15:05
von zoll (gelöscht)
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Hallo ratata, Deine Bemerkung Stell dir mal vor , wie viele hier im Forum ihre Privilegien durch die Einheit Deutschlands verloren haben .spricht mir aus der Seele. Es müsste aber weiter heißen, und diesen verlorenen Privilegien hinterher jammern
Aber Streit beiseite, was Schnatterinchen schreibt kann ich nur unterstreichen.
zoll.


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#109

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 15:12
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #1
Haben wir, als die Kacke am Dampfen war, revolutioniert.


Auch wenn Du ansonsten sicher recht hast, tue ich mir mit dieser "Revolution" immer etwas schwer. Ging es - und nun bitte Hand aufs Herz - im Endeffekt wirklich um Demokratie und Selbstbestimmung oder im Kern eigentlich doch "nur" um die materiellen Verlockungen des Westens?


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#110

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 15:18
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #3
Ein Umdenken kamm doch erst als mann merkte Kapitalismus ist kein Zuckerschlecken.


Sehe ich auch so. Ich bin jetzt mal zynisch:

DAS erste große Ziel waren zunächst freie Wahlen. 25 Jahre danach will die Hälfte der Ostdeutschen davon scheinbar nichts mehr wissen und geht erst gar nicht mehr zur Wahl.

Wo ist der "Stolz" geblieben, die Demokratie selbst erkämpft zu haben?


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#111

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 15:26
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge

Stolz bin ich nicht.

Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte. Das sind prägende Erlebnisse, die einem niemand mehr nehmen kann und den eigenen Horizont ungemein erweitert haben.


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#112

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:14
von Gert | 12.362 Beiträge

stolz war ich nicht. Dieser Staat hat mir in allen Lebensbereichen nicht gut getan. Zuletzt habe ich die SED und ihre Führer nur noch verachtet. Da war ich erst 20 Jahre alt und fertig mit diesem Pack. Zum Glück kam danach alles anders. Seitdem gings mir gut


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#113

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:17
von damals wars | 12.215 Beiträge

Pak schlägt sich, Pak verträgt sich.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#114

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:18
von damals wars | 12.215 Beiträge

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #110
Zitat von glasi im Beitrag #3
Ein Umdenken kamm doch erst als mann merkte Kapitalismus ist kein Zuckerschlecken.


Sehe ich auch so. Ich bin jetzt mal zynisch:

DAS erste große Ziel waren zunächst freie Wahlen. 25 Jahre danach will die Hälfte der Ostdeutschen davon scheinbar nichts mehr wissen und geht erst gar nicht mehr zur Wahl.

Wo ist der "Stolz" geblieben, die Demokratie selbst erkämpft zu haben?



Auf dem Schlachtfeld der Ehre, oder im Arbeitsamt!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#115

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:20
von damals wars | 12.215 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #107
Als deutscher Sozialdemokrat Schlimmeres verhütet zu haben.

Muss schon sehr lange her sein ,weil heute auch unvorstellbar !

MfG Fritze


Seid Bad Godesberg Programm!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#116

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:23
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte. Das sind prägende Erlebnisse, die einem niemand mehr nehmen kann und den eigenen Horizont ungemein erweitert haben.



warst du bei dem EuropaPicknick an der ungarisch-österreichischen Grenze im Sommer 89 dabei ? Ich habe das life im TV gesehen, da kamen mir echt die Tränen vor Rührung. Ich konnte das Gefühl gut nachvollziehen wenn man die Trennlinie des Eisernen Vorhangs überschreitet, hatte es ja selbst erlebt, einfach nur geil sagen die jungen Leute heute.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#117

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 16:25
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #116
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte. Das sind prägende Erlebnisse, die einem niemand mehr nehmen kann und den eigenen Horizont ungemein erweitert haben.



warst du bei dem EuropaPicknick an der ungarisch-österreichischen Grenze im Sommer 89 dabei ? Ich habe das life im TV gesehen, da kamen mir echt die Tränen vor Rührung. Ich konnte das Gefühl gut nachvollziehen wenn man die Trennlinie des Eisernen Vorhangs überschreitet, hatte es ja selbst erlebt, einfach nur geil sagen die jungen Leute heute.


Nein, wir haben die Grenze - aus heutiger Sicht vollkommen unspektakulär - mit dem Reisebus passiert. Damals als 11 Jähriger war es natürlich ein riesiges Abenteuer.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.05.2015 16:27 | nach oben springen

#118

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 17:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Stolz war ich nicht. ein DDR Bürger gewesen zu sein. und heute ist Stolz auch nicht das richtige Wort was mich mit der Bundesrepublik verbindet. Ich bin gern Deutscher und bin stolz auf unsere Dichter, und Denker, auf unsere Komponisten, unsere Wissenschaftler und Sportler. auf das was man mit deutschen Tugenden im positiven meint. Ich bin froh in unserem Land zu leben, trotzdem bleibt die DDR ein Teil meiner Identität. Meine Kindheit und einen Teil meiner Jugend verbrachte ich in ihr. Ich erinnere mich an glückliche Stunden in der DDR aber genauso an meine Heimzeit und an Zuchthaus für versuchte Republikflucht. So hat mich die DDR genauso mitgeprägt wie die Bundesrepublik. Ohne das alles wäre ich nicht der von heute. Ich bin Dankbar das ich seit meiner Geburt im Jan.1946 in Frieden leben kann. Ich denke auf etwas Stolz kann ich nur sein was ich selber im Positiven erreicht habe. Einen Einfluss auf die Politik habe ich nur im sehr geringen Maß .Hätte ich mehr würde ich vieles ändern wollen. Doch eventuell würde das Geld und Macht mich als Gleicher unter Gleichen machen. Geld und Macht verdirbt den Charakter. Würde dann höchst wahrscheinlich lieber zum Beluga Kaviar greifen als zu deutschen Kaviar aus Seehasenrogen. So ist es doch gut wie es ist. Vor der Himmelstür werde ich die Politiker überholen, mit ihren vielen Lügen dauert die Überprüfung länger. Sehe da mehr den Daumen von Petrus der nach unten zeigt. Die Idee mit dem Sozialismus war nicht die Schlechteste ,schlecht waren die Politiker die diese Idee schändlich vergaben . Mit zu viel Unrecht kann auf Dauer nichts vernünftiges gedeihen .


Lutze, thomas 48, AlfredTetzlaff, der 39. und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.05.2015 17:43 | nach oben springen

#119

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:24
von SiK90 (gelöscht)
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Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Stolz bin ich nicht.

Wie auch mit 13 im Jahre 1990?

Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ich bin viel mehr dankbar, dass ich die Massenflucht aus der DDR, die Maueröffnung, historische Momente hautnah miterleben durfte.

Echt? Welche Massenfluchten hast Du denn als 13jähriger hautnah miterlebt? Sehr interessant...


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#120

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 31.05.2015 18:27
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Das Ganze ist so absurd, wie stolz, ein Deutscher zu sein.

Stolz auf die DDR bedeutet auch Stolz auf die Gefolgschaft zu Ulbricht und Honecker


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 31.05.2015 18:28 | nach oben springen



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