#121

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 18:58
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #114
Zitat von furry im Beitrag #110
Insgesamt scheint es doch so, dass die Älteren unter uns zu den deftigen und etwas fetteren Speisen tendieren.
Da will noch Wellflfeisch erwähnen. Das schmeckt natürlich am besten, wenn es von einer Hausschlachtung stammt. Denn auch hier kommt es darauf an, wie und wo es gekocht wurde. In der Fleischbrühe muss es zumindest gelegen habe, besser noch in der Wurstsuppe, dann ist es auch von den herrlichen Gewürzen durchzogen. Wichtig ist, dass für eine gute Wurstsuppe ein oder zwei Würste platzen müssen.
Ich wollte mir mal was Gutes gönnen und habe ein paar Scheiben bei einem Fleischer bei uns auf dem Markt gekauft. Das Wellfleisch hat nach nichts geschmeckt, weil es wahrscheinlich nur in blankem Wasser gekocht wurde.
Übrigens, aus Wurstesuppe lässt sich eine sehr schmackhafte Nudelsuppe bereiten.



Ach ja, da hast Du Recht. Ein zünftiges Schlachtfest mit Wellfleisch, Wustbrühe und Blutwurst rühren.
Draußen war es gerade hell geworden und schweinekalt. Und gesoffen haben die Leute beim Wurstmachen!
Oft hat meine Mutter den Fleischermeister dann zurück in sein Haus geführt. Es ging halt immer deftig zu.

Gruß vom Glatten


grün: Ohja, bin quasi auf dem Dorf großgeworden, Kyffhäuserkreis. Ich mußte immer das Blut rühren. Lustig war es, wenn einem eine Blutwurst angemessen wurde, die Rohmasse in´s Gesicht geschmiert oder als Mutprobe für Greenhorns, davon kosten. Leber wurde immer zugekauft, um eine Stück frisch gekochte Leber mit Salz zu essen. Das war auch wirklich noch Wurstsuppe und nicht das gewürzte Wasser mit drei Fettaugen, was man heute zu kaufen bekommt. Durch meine zweite Frau bin ich wieder damit in Berührung gekommen. Mein Schwager war Schlachter. Mein Schwiegervater mit kleiner Nebenbeilandwirtschaft hat schon etwas geguckt, als sich der Städter und Büromensch, der ich in seinen Augen war, so schlecht nicht angestellt hatte, z.B.beim Borsten abschaben u.a.



zuletzt bearbeitet 27.02.2013 18:59 | nach oben springen

#122

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 19:22
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #117
Zitat von Lutze im Beitrag #116
wir waren früher oft zum Pilzesammeln,was Muttern dann alles daraus gebrutzelt hat,
wenn wir Glück hatten gab es diese Hüte von diesen Riesenschirmpilzen,die mit Ei
paniert einfach lecker
Lutze


Diese Pilze haben wir immer stehen gelassen und Ihr habt die gegessen oder nur mit Ei paniert?

Gruß vom Glatten

schau mal in einem Pilzbuch nach ,einer der köstlichsten Pilze überhaupt,
und Rezepte stehen meistens auch darin
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#123

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 19:57
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #121
Zitat von DoreHolm im Beitrag #120

Gut so, so lange sie nicht an den Füßen wachsen. Übrigens, da gab es einen herrlichen Schlagerhit. Der heißt so "Und das ist mein Fußpilz, der ist meine Zier,...u.s.w.). War, glaube ich irgendwann in den 70ern. Aber das war jetzt OT, ok.

@DoreHolm, ich meinte das im Ernst. Herrliche Steinpilze und Blaufußröhrlingr wachsen hier im Umkreis von 100 m.
Und ein paar Meter weiter im Wald finde ich jedes Jahr in Massen Maronen
. Das sind soviel, dass meine Frau die zubereitet, dann einfriert und die gibt es dann mit einer Sahne-Schinken-Soße zu Nudeln.


grün: Doch, ich glaub Dir das. Meine Pilzecken sind im Thür.Wald, in den etwas größeren und schwerer zugänglichen Höhen. Erfolg hatte ich dann am meisten im Oktober mit dem Halimasch. Machen zwar einige Arbeit, aber wenn man sie findet, dann kann man sie abmähen, so dicht stehen sie.
Früher hatte ich ein Pilzbuch immer mitgenommen und wenn ich einen gefunden habe, den ich nicht kannte, der beim Anbeißen auch nicht schlecht geschmeckt hat und der keine Ähnlichkeit mit einem Giftpilz hatte, habe ich ab und zu mal einen Selbstversuch gemacht. Ich lebe noch. Samtfuß-kremplinge nehme ich immer dann mit, wenn ich nicht genug Maronen u.ä. gefunden habe. Die schmecken zwar nach Nichts, geben aber etwas zwischen die Zähne, also Volumen und der Geschmack kommt durch die anderen Pilze. Hatte als Jugendlicher auch schon mal von meiner Tante auf dem Dorf ein reines Samtfußkremlings-Gericht gegessen. Der test mit den Zwiebeln wenn sie blau werden, soll es angeblich giftig sein, hat nicht funktioniert. Die wurden blitzeblau und das Gericht hat mir nicht geschadet. Ansonsten, als Nicht-Pilzkenner, die Porenpilze kann man ohne Probleme sammeln und essen. Der flockenstielige Hexenpilz als Giftpilz ist selten und den Gallenröhrling schmeckt man schon beim Anbeißen. Auch beim Pfifferling ist es egal, ob es der Echte oder der falsche ist. Sind beide o.k.



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#124

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 20:11
von Gelöschtes Mitglied
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Schau einer an, jede Menge Pilzjäger hier im Forum.
Was würden die Russen jetzt sagen - Brüder´chen, bei uns alles viel größer und schöner - auch die Pilze. Und da muß ich ihnen irgendwo auch Recht geben.
Was man an Pilzen an der Trasse in den Karpaten, wie auch im Vorural an Menge und Größe gefunden hat, habe ich nie wieder so erlebt. Jeder Pilzbuchfotograf hätte sich bei diesen Anblicken genug Motive holen können.
Ich siliere heute meine Pilze immer noch, die sogenannten "Saufpilze" oder mariniere sie wie Gewürzgurken. Dabei nehme ich auch ein paar Stunden Autofahrt in Kauf, wenn das Ergebnis dementsprechend ist. Hier eine kleine Kostprobe.



Vierkrug


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#125

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 20:30
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #122
@grenzgängerin, dann machst Du Deine Blinys auch mit Buchweizenmehl, dem Original ???

Meine Großmutter konnte u.a. hervorragende Warenikis machen - mit unterschiedlichen Füllungen - süß mit Himbeeren, Moosbeeren oder Erdbeeren. Herzhaft und pikant mit Pilzen, Sauerkraut, Lauch, Eiern oder Hackfleisch.
Kennst Du Kolduny mit Sauerkraut und Pilzen und Moosbeerkuchen ??? Eines meiner Lieblingsspeisen ist auch Hähnchen Tabaka, das zwar aus dem Kaukasus stammt, aber überall in der Sowjetunion gern gegessen wurde und auch noch in Russland gegessen wird.

Да здравствует русскую кухню

Vierkrug


Hallo Vierkrug

Aber immer. Blinys aus Buchweizenmehl dazu Ziegenkäse und Feldsalat sind eine meiner Leibspeisen. Schnell gemacht, macht satt und super lecker. Gefolgt von Warenikis mit pikant geschmorten Weißkohl .

Der Renner bei uns ist der Wegrennsalat. Der heisst bei uns so, weil meine Kinder beim Anblick gemeint haben, der sehe aus wie zum Wegrennen: Kartoffeln, rote Beete, Sauerkraut, saure Gurken und Zwiebel. Ob mit Öl oder Smetana ist er im Sommer eine willkommene Alternative.

Und wenn ich Kaukasus lese, dann steht ganz oben der einzig wahre Schaschlik aus Lammfleisch bzw. Hammel. Gut eingelegt in Bier, ein wenig Essig, Lorbeer, Knoblauch....Der Duft alleine macht schon satt, wenn das Fleisch auf dem Grill liegt.

Ich höre jetzt auf. Mir fallen nämlich noch viele sachen ein. Z.B. die Любительская, die die italienische Mortadella um Längen überholt...Und erst der Speck...

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.02.2013 21:01 | nach oben springen

#126

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 20:43
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #126
Schau einer an, jede Menge Pilzjäger hier im Forum.
Was würden die Russen jetzt sagen - Brüder´chen, bei uns alles viel größer und schöner - auch die Pilze. Und da muß ich ihnen irgendwo auch Recht geben.


Ich war mal im Oktober bei Moskau in den Pilzen. Wir haben körbeweise Steinpilze aus dem Wald getragen. Der Kofferraum vom Wolga war proppenvoll. Auf dem Rückweg fing es an zu schneien. Es war also fast auf den letzten Drücker. Doch was mit so vielen Pilzen anfangen? Ich weiss nicht wie lange wir Pilze geputzt, geschnippelt und aufgefädelt haben. Tagelang roch es nach Pilzen in der kleinen Wohnung, wo wir sie an allen möglichen Stellen zum Trocknen aufgehangen haben.

Es hat sich aber gelohnt. Monatelang hatten wir natürliche Geschmacksverstärker für allerlei leckere Speisen. Besonders lecker - Pilz - Kartoffelsuppe.

LG von der grenzgaengerin


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#127

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 21:18
von Gelöschtes Mitglied
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@grenzgängerin, du kennst ja wirklich alle Köstlichkeiten und Schandtaten der russischen Küche - der von Dir beschriebene Wegrennsalat war eigentlich immer schnell zubereitet und man kam so nie in Verlegenheit. Zutaten waren meist immer vorrätig.

Schaschlyks im Kaukasus - auf 1- Meterspiesse. Die besten Schaschlyks habe ich in Abchasien und den besten Pilaw in Aserbaidschan gegessen.

Pilz-Kartoffelsuppe mit frischen Kräutern obenauf mmh.......gab es zu meinem Geburtstag vor wenigen Tagen. Meine Geschwister und Kinder wollten mal wieder russische Küche kredenzt bekommen.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 27.02.2013 21:19 | nach oben springen

#128

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 21:30
von andy | 1.196 Beiträge

Ich habe mir jetzt das ganze Thema reingezogen und finde es schon beachtlich, was hier an Kochvorschläge zusammenfassbar ist.
Als kleiner Junge soll ich regelmäßig, wenn ich in den Sommerferien wenigstens 2 Wochen bei meiner Oma in Dömitz war geschwärmt haben: "Omi, Du bist die beste Köchin vonne Welt". Ich kann mich daran zwar nicht mehr erinnern aber ein fast 1000qm großer Garten direkt an der Elde sorgten für viel frisches Obst und Gemüse vom Frühjahr bis zum Spätsommer und ich kann mich gut an die vielen Einkochgläser mit Bohnen, Erbsenschoten, Erdbeeren,Stachelbeeren usw. erinnern.
Die selbstgemachten Pfannkuchen mit der Pflaumenmarmelade, in der auch wirklich nur Pflaume und Zucker drin waren sind mir genauso gut wieder in Erinnerung gekommen, wie eines meiner vielen Lieblingsessen: gebratener, knuspriger Broiler mit lecker Sosse.
Den esse ich heute noch am liebsten, wenn ich ihn selbst nach dem Rezept meiner Oma gemacht habe. Meine Mutter hatte das Rezept auch übernommen und bei uns zu Hause gab es oft Sonntags für drei hungrige Kinder und zwei Erwachsene dieses knackige und knusprige Ding. Damals hatte so'n Vieh auch noch knapp 2 Kilo und trotzdem hätte es für mich immer noch mehr sein können - darum habe ich nach dem Essen auch alle Knochen nochmals sorgfältig abgeleckt und bin dabei echt noch auf den einen oder anderen Fetzen Fleisch gestoßen.

Auch heute liegt regelmäßig so ein Teil in der Pfanne, daneben gibt es viel frisches Wild aus dem nahen Wildpark mit den Pilzen, die bei uns vor der Haustür wachsen. Meine Frau geht in der schneefreien Zeit regelmäßig mit 'ner Mülltüte und einem Sammlerkorb in den Wald gegenüber, sammelt den herumliegenden Müll ein und wird dafür vom Wald mit Pfifferlingen, Maronen, Steinpilzen, Birkenpilzen u.a. belohnt. Sie hat im Wald ihre "eigene" Brombeer- und Waldhimbeerrhecke und ich kann mich nicht mehr erinnern, wann wir das letzte Mal Marmelade im Laden gekauft haben.
Linsen-, Bohnen- und Möhreneintopf (mit Kasseler bzw. Hähnchenflügel und Mehlschwitze)) esse ich nur, wenn diese durch meine Frau hergestellt wurden. Das gleich gilt für Kapernklopse und verlorene Eier. Ich bin eher für die Braten zuständig: Rehkeule mit Preiselbeersosse, alles mögliche von der fliegendenden Zunft und was sonst noch so im Wald rumläuft.

Aus aktuellem Anlass: Fertigessen gibt es bei uns nur ein einziges: Erbsensuppe von Aldi - da 'ne Knacker rein und fertig ist das Essen und ob in der Knacker Pferd drin ist, ist mir relativ Latte.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Svenni1980 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.02.2013 21:44 | nach oben springen

#129

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 21:42
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #130
Ich habe mir jetzt das ganze Thema reingezogen und finde es schon beachtlich, was hier an Kochvorschläge zusammenfassbar ist.
Als kleiner Junge soll ich regelmäßig, wenn ich in den Sommerferien wenigstens 2 Wochen bei meiner Oma in Dömitz war geschwärmt haben: "Omi, Du bist die beste Köchin vonne Welt". Ich kann mich daran zwar nicht mehr erinnern aber ein fast 1000qm großer Garten direkt an der Elde sorgten für viel frisches Obst und Gemüse vom Frühjahr bis zum Spätsommer und ich kann mich gut an die vielen Einkochgläser mit Bohnen, Erbsenschoten, Erdbeeren,Stachelbeeren usw. erinnern.
Die selbstgemachten Pfannkuchen mit der Pflaumenmarmelade, in der auch wirklich nur Pflaume und Zucker drin waren sind mir genauso gut wieder in Erinnerung gekommen, wie eines meiner vielen Lieblingsessen: gebratener, knuspriger Broiler mit lecker Sosse.
Den esse ich heute noch am liebsten, wenn ich ihn selbst nach dem Rezept meiner Oma gemacht habe. MeineMutter hatte das Rezept auch übernommen und bei uns zu Hause gab es oft Sonntags für drei hungrige Kinder und zwei Erwachsene diese knackige und knusprige Ding. Damals hatte so'n Vieh auch noch knapp 2 Kilo und trotzdem hätte es für mich immer noch mehr sein können - darum habe ich nach dem Essen auch alle Knochen nochmals sorgfältig abgeleckt und bin dabei echt noch auf den einen oder anderen Fetzen Fleisch gestoßen.

Auch heute liegt regelmäßig so ein Teil in der Pfanne, daneben gibt es viel frisches Wild aus dem nahen Wildpark mit den Pilzen, die bei uns vor der Haustür wachsen. Meine Frau geht in der schneefreien Zeit regelmäßig mit 'ner Mülltüte und einem Sammlerkorb in den Wald gegenüber, sammelt den herumliegenden Müll ein und wird dafür vom Wald mit Pfifferlingen, Maronen, Steinpilzen, Birkenpilzen u.a. belohnt. Sie hat im Wald ihre "eigene" Brombeer- und Waldhimbeerrhecke und ich kann mich nicht mehr erinner, wann wir das letzte Mal Marmelade im Laden gekauft haben.
Linsen-, Bohnen- und Möhreneintopf (mit Kasseler bzw. Hähnchenflügel und Mehlschwitze)) esse ich nur, wenn diese durch meine Frau hergestellt wurden. Das gleich gilt für Kapernklopse und verlorene Eier. Ich bin eher für die Braten zuständig: Rehkeule mit Preiselbeersosse, alles mögliche von der fliegendenden Zunft und was sonst noch so im Wald rumläuft.

Aus aktuellem Anlass: Fertigessen gibt es bei uns nur ein einziges: Erbsensuppe von Aldi - da 'ne Knacker rein und fertig ist das Essen und ob in der Knacker Pferd drin ist, ist mir relativ Latte.

andy


grün: Unseren Zaun habe ich doppelt gesichert: Richtig stachelige Brombeeren( Stachellose kommen mir nicht in den Garten), mit seitlichen Auswüchsen alle paar Meter, um den Ertrag zu steigern. Gut verschnitten hatte ich da auf einer Strecke von ca. 10 m eine Ernte von knapp 30,-kg. Voriges Jahr war es wetterbedingt nur um die 20,-kg. Am besten erntet es sich mit freiem Oberkörper, da bleiben die Dornen nicht so hängen wie in den Klamotten. Linke Hand Lederhandschuh, mit rechts gepflückt und in die unten stehende Schale. Verwendung entweder direkt gegessen mit Milch Zucker oder Marmelade oder Obsttorte(mit viel Schlagsahne) oder in den Rumtopf.



zuletzt bearbeitet 27.02.2013 21:43 | nach oben springen

#130

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 21:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #129
@grenzgängerin, du kennst ja wirklich alle Köstlichkeiten und Schandtaten der russischen Küche



Habs einfach im Blut

Na wie wäre es mit einer Nachspeise, кисель aus frischen Beeren?

Ich habe meine Oma immer bewundert. Egal wann, die Hauptmahlzeit bestand immer aus einem "3-Gänge-Menü"! Ich habe noch ihr Kochbuch aus dem Jahr 1958 mit vielen kleinen Zettelchen voller Notizen. Einer meiner größten Schätze.

Von meinen Großmüttern habe ich auch den Umgang mit Lebensmitteln gelernt. Bei ihnen wanderte kaum was in die Tonne. Aus jedem Rest wurde von ihnen mit ein paar zusätzlichen Zutaten eine vollwertige Mahlzeit gezaubert. Nach dem Motto: Die Reste sind das Süßeste....

LG von der grenzgaengerin


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#131

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 27.02.2013 22:19
von andy | 1.196 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #131

grün: Unseren Zaun habe ich doppelt gesichert: Richtig stachelige Brombeeren( Stachellose kommen mir nicht in den Garten), mit seitlichen Auswüchsen alle paar Meter, um den Ertrag zu steigern. Gut verschnitten hatte ich da auf einer Strecke von ca. 10 m eine Ernte von knapp 30,-kg. Voriges Jahr war es wetterbedingt nur um die 20,-kg. Am besten erntet es sich mit freiem Oberkörper, da bleiben die Dornen nicht so hängen wie in den Klamotten. Linke Hand Lederhandschuh, mit rechts gepflückt und in die unten stehende Schale. Verwendung entweder direkt gegessen mit Milch Zucker oder Marmelade oder Obsttorte(mit viel Schlagsahne) oder in den Rumtopf.


Naja, mit freiem Oberkörper käme das bei meiner Frau wohl nicht so gut, sie hat dafür selbst im Hochsommer eine alte dicke Herbstjacke an, die dann natürlich auch entsprechend aussieht. Mit Deinen Erträgen können wir auch nicht so richtig mithalten aber in guten Jahren standen neben den 15 Gläsern Marmelade dann auch noch 10 Flaschen Brombeersaft im Keller. Als wir vor drei Jahren von Potsdam-Klein Glienicke nach Zeuthen umzogen, waren auf der einen Seite der Seezugang und auf der anderen Seite der Wald vor der Tür mit die Kriterien, die erfüllt werden mussten.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#132

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 08:06
von hardi24a | 331 Beiträge

grenzwolf fragte hier letztens: wer räuchert selber ?
Ich !
Mit Bekannten waren wir angeln. Leider wollte an diesem Abend so recht Keiner anbeissen - was nun ?
Der Räucherofen stand bereit. Nach ein paar Bier kam uns der Gedanke, einfach mal Käse zu räuchern, ganz was anderes - das war der Anfang.
Ich habe es weiter betrieben und nur durch Mundpropaganda räuchere ich jetzt m.H. von 3 Räucheröfen einmal im Monat für Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. Da kommen schon mal um die 60 (!) Bestellungen rein.


zuletzt bearbeitet 28.02.2013 08:56 | nach oben springen

#133

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 11:19
von maxhelmut | 613 Beiträge

Zitat von hardi24a im Beitrag #134
grenzwolf fragte hier letztens: wer räuchert selber ?
Ich !
Mit Bekannten waren wir angeln. Leider wollte an diesem Abend so recht Keiner anbeissen - was nun ?
Der Räucherofen stand bereit. Nach ein paar Bier kam uns der Gedanke, einfach mal Käse zu räuchern, ganz was anderes - das war der Anfang.
Ich habe es weiter betrieben und nur durch Mundpropaganda räuchere ich jetzt m.H. von 3 Räucheröfen einmal im Monat für Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. Da kommen schon mal um die 60 (!) Bestellungen rein.


hallo Hardi
wenn ich das gewußt hätte
war am Sonntag bei meiner Schwester in Schadaleben
dann wär ich vorbei gekommen

gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht,er ruht<


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#134

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 11:27
von hardi24a | 331 Beiträge

Hallo maxhelmut !

Im März wieder, wann, weiß nicht genau, weil sich öfter mein Dienstplan ändert.
Nur auf rechtzeitige Vorbestellung, sende auch für Dich per Post !!!

Gruß hardi24a


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#135

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 12:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #132
Zitat von Vierkrug im Beitrag #129
@grenzgängerin, du kennst ja wirklich alle Köstlichkeiten und Schandtaten der russischen Küche



Habs einfach im Blut

Na wie wäre es mit einer Nachspeise, кисель aus frischen Beeren?

Ich habe meine Oma immer bewundert. Egal wann, die Hauptmahlzeit bestand immer aus einem "3-Gänge-Menü"! Ich habe noch ihr Kochbuch aus dem Jahr 1958 mit vielen kleinen Zettelchen voller Notizen. Einer meiner größten Schätze.

Von meinen Großmüttern habe ich auch den Umgang mit Lebensmitteln gelernt. Bei ihnen wanderte kaum was in die Tonne. Aus jedem Rest wurde von ihnen mit ein paar zusätzlichen Zutaten eine vollwertige Mahlzeit gezaubert. Nach dem Motto: Die Reste sind das Süßeste....

LG von der grenzgaengerin




Kissel mit frischen Beeren die beste Nachspeise. Kennst Du auch die Variante mit Honig ??? Kissel entweder in Geleeform oder halbflüssig, dann mit etwas weniger Kartoffelmehl.
Die russische Küche ist für mich fast die beste Resteverwertungsküche. Alle Reste wurden noch in einer Kreation verarbeitet und dargeboten.

Vierkrug


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#136

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 12:14
von schulzi | 1.756 Beiträge

russich /ukrainische küche resterverwertung ? vierkrug du kannst froh sein das meine frau das nicht gelesen hat den dann hättest du dich gewundert wie viele ukrainische flüche und schimpfworte es gibt. frank


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#137

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 12:30
von Gelöschtes Mitglied
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Frank, das war im positivem Sinne gemeint - es wurde nichts weggeschmissen, die übrig gebliebenen Reste wurden weiterverarbeitet. Ansonsten wurde aufgetischt, was aufzutischen zu ging. Ich war meistens schon nach den Sakuskas gesättigt. Aber das war ja nur der Anfang. Einer Weihnachtsgans ergeht es auch nicht anders, wenn sie gestopft wird.

Hege auch keinen Bedarf an russischen/ukrainischen Schimpfwörtern, die kenne ich von Großmutter noch zu Genüge - auch den manchmal locker sitzenden Spüllappen, wenn meine Cousine und ich es mit dem Schabernack zu arg am Tisch trieben. Mein Großvater, war mit seinen über 2 Meter Körpergröße wirklich wie ein "russisches Großväterchen" - saß oft auf seiner Bank vor dem Haus mit der Pfeife im Mund und war der absolute Ruhepol und Schutzpatron von uns.

Vierkrug


Svenni1980 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.02.2013 12:54 | nach oben springen

#138

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 14:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #139
... ein "russisches Großväterchen" - saß oft auf seiner Bank vor dem Haus mit der Pfeife im Mund und war der absolute Ruhepol und Schutzpatron von uns.

Vierkrug


Die russischen Großväterchen

Meiner hat hat mir seit dem ich denken kann, immer wenn ich auf Besuch aus Deutschland kam, auf einem Ungetüm von Tisch-Petroleumkocher, Bratkartoffeln mit Zwiebel, Tomaten und Ei gemacht. Diese Art von Bauernfrühstück war schon ein Ritual, wenn ich im Sommer auf der Datsche meiner russischen Großeltern eintraf. Ein sehr liebevolles Ritual, wie ich erst viel später erfuhr, als mein (Stief)-Großvater schon längst gestorben war.

Mein Großvater hat es mit der Roten Armee 1945 bis nach Deutschland geschafft. Die erste warme und selbstgekochte Mahlzeit, die er gemeineinsam mit Deutschen gegessen hat, waren eben diese Bratkartoffeln. Es muss ein bleibendes Erlebnis für ihn gewesen sein, nicht zuletzt, weil es allen, sowohl den Russen , als auch den Deutschen sehr geschmeckt haben muss. Um mir das Eingewöhnen in Russland zu erleichtern, hat er sich also immer hingestellt und die Bratkartoffeln gemacht, weil er meinte, das mir das bestimmt schmecken würde. War ja auch so. Selbst meine Großmutter durfte da nicht ran, denn kleine Kinder sind manchmal grausam. Als ich nämlich das erste Mal nach meiner Geburt wieder in Russland war, soll ich behauptet haben, meine Oma in Deutschland koche viel besser.

LG von der grenzgaengerin


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#139

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 17:02
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Off Topic

@grenzgängerin, nur am Rande bemerkt, mein Großvater hat mich nie mit meinem Vornamen angesprochen, sondern immer mit "мой маленький сын".
Er war ein wenig traurig darüber, dass der älteste Sohn seiner ältesten Tochter nicht einen russischen Vornamen erhalten hatte. Für mich war er trotzdem der beste Großvater - ich konnte nicht nur wegen seiner Körpergröße zu ihm aufschauen.

Vierkrug


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#140

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 28.02.2013 18:20
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Vierkrug im Beitrag #141
Off Topic




Na dann kehre ich mal ganz schnell zum Thema zurück

Mit dem russischen Frühstück konnte ich mich nie anfreunden. Milchbrei in allen Variationen. Haferbrei war für mich wie Weihnachten. Doch meine Großmutter war hart, es musste Abwechslung sein, auch beim Frühstück. Da griff dann mein Großvater ein.

1.Stufe: "Моя маленькая...." - Meine kleine
2.Stufe: "Моя маленькая немка..." - Meine kleine Deutsche - Ein liebvoller Hinweis, sowohl an mich, als auch an meine Großmutter, dass hier gerade Welten aufeinander treffen.

Bei der Wahl meines Vornamens waren meine Eltern sehr weise. Sowohl in Deutschland, als auch in Russland bin ich nicht eindeutig zuzuordnen.

Nur bei Vorlage meines Ausweises wird man in Deutschland manchmal stutzig. Wegen meiner russischen Geburtsurkunde wird seit der Wende im Personalausweis meinem Vornamen der deutsche Vatersname hinzugefügt.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.02.2013 18:24 | nach oben springen



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