#1141

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 13:17
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Thomas...
Also-Dein Heiligabend-1. ,2.Feiertag-Speiseplan ist wohl eine Thüringer Instution. Wurde und wird bei mir Zu Hause genauso gemacht. (Mit einer kleinen Abweichung : Ich hab ein paar "Geflügelmäkler" zu berücksichtigen, daher meist Kaninchen statt Gans). Und Warum Linsen und Kartoffelsalat? Tradition-sicher. Aber meine Oberküchenverantwortliche aus Kinderzeiten hats mal anders erklärt: Weihnachten ist die brave Hausfrau faktisch in der Küche festgebunden,schon vor den Feiertagen- daher - Heiligabend -einfach und schnell- Na ja, wenn ich richtig liege war da schon die Gans und so im Herd-wir waren ja eine recht große Familie,das dauert dann eben.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#1142

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 16:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Allzualt kann die Heiligabend-Kartoffelsalat-Tradition aber noch nicht sein, ist doch der 'Kartoffelbefehl' auf den 24. März 1756 datiert ...
http://books.google.de/books?id=_DZGAAAAcAAJ&pg=PA350


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#1143

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 16:04
von Rothaut | 400 Beiträge

Kartoffelsalat und Bockwurst am 24.12.,...so kenne ich das auch.
Am 1.oder 2. Weihnachtstag gab es meistens Kaninchen mit Rotkohl und Kartoffeln/Klöße.(mein Vater mochte lieber Klöße..der "alte Sachse").
Ich meine es gab auch mal Wild an den Weihnachtstagen....geschossen im Schutzstreifen.

Grüße aus dem "Hohen Norden"
Rothaut


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#1144

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 16:11
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Hans im Beitrag #1143
Hi, Thomas...
Also-Dein Heiligabend-1. ,2.Feiertag-Speiseplan ist wohl eine Thüringer Instution. Wurde und wird bei mir Zu Hause genauso gemacht. (Mit einer kleinen Abweichung : Ich hab ein paar "Geflügelmäkler" zu berücksichtigen, daher meist Kaninchen statt Gans). Und Warum Linsen und Kartoffelsalat? Tradition-sicher. Aber meine Oberküchenverantwortliche aus Kinderzeiten hats mal anders erklärt: Weihnachten ist die brave Hausfrau faktisch in der Küche festgebunden,schon vor den Feiertagen- daher - Heiligabend -einfach und schnell- Na ja, wenn ich richtig liege war da schon die Gans und so im Herd-wir waren ja eine recht große Familie,das dauert dann eben.
73 Hans



Da hat die atheistische Erziehung schon seine Auswirkungen.
Die heilige Familie suchte eine Herberge und fand dann nur in einem Stall ein karges Dach über dem Kopf.
Daher gibt es in religiös geprägten Familien an Heiligabend auch nur ein eher bescheidenes Essen.
In Polen wird Heiligabend sogar noch Stroh unter die Tischdecke gelegt.
Die heutzutage oft opulenten Menüs an Heiligabend finde ich persönlich daneben.


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#1145

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 16:55
von Hans | 2.166 Beiträge

Na ja....
Die Atheistische Erziehung. Meine Oberküchenverantwortliche damals zu Hause war die schon oft angesprochene Tante Lissy. Geburtsjahr : 1903.
Was ersieht man daraus : Nicht alles, was nach täteretä klingt, ist Täterätä.
Mahlzeit, wie Pastor Holm immer sagte.
73 Hans


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#1146

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 16:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bei meinen Großeltern und Eltern gab es Heiligabend auch immer Kartoffelsalat mit Würstchen. Meine Oma stammt übrigens aus Zwönitz im Erzgebirge. Hintergrund wird wahrscheinlich sein, dass es ein Essen ist, das man es gut vorbereiten kann und abends, wenn man die man die besondere Stunden mit dem gewisse Zauber geniessen möchte, wenn es rund herum richtig ruhig und still wird, dass man meint die Zeit bleibt stehen, das Essen schnell auf den Tisch bekommt.

Ich habe mit der Tradition gebrochen und ein anderes Gericht, dass nun schon seit über 30 Jahren Tradition ist, in unsere Familie eingeführt. Begonnen hat alles 1978 als ich meinen Mann kennen lernte und wir am späten Nachmittag des 24. Dezember bei meiner Schwägerin eingeladen waren. Da meine Schwägerin leicht chaotisch war und wir nicht sicher sein konnten, dass sie es mit dem Essen packt, haben wir uns Mittag einen kräftigen Grünebohneneintopf gemacht und gegessen. Am Abend gab es dann doch noch etwas – Kartoffelsalat mit Kasslerschnitzelchen. 1979 wiederholte sich das – Grüne Bohnen zum Mittag und spätabens bei meiner Schwägerin – Kartoffelsalat mit Kasslerschnitzelchen. 1980 war einerseits ein trauriges Weihnachten, weil im Frühjahr 1980 meine Schwägerin mit ihren Kindern nach Westberlin übergesiedelt ist. Es war aber auch ein besonderes Weihnachten, weil im Frühjahr auch unser Sohn geboren wurde und wir das erste mal Weihnachten als kleine Familie verbrachten. Doch was essen wir? Etwas was wir alle drei geniessen konnten. Und da kam ich auf die Idee – wir behalten die grünen Bohnen bei, jedoch als Beilage und dazu gibt Broilerschenkel mit Salzkartoffeln. Auch ein schnelles Essen, was sich fast von alleine machte – Schenkel in die Röhre, Kartoffeln und Bohnen gehen auch ganz fix. Und so saßen wir und genossen das erste gemeinsame Weihnachtsmahl – unser Sohn gequetschte Kartoffeln mit grünen Bohnen und wir die Broilerschenkel dazu.

Und so ist das die ganze Jahre geblieben. Broiler essen alle Kinder gern und auch die grünen Bohnen haben sie nicht verachtet. Als mein ältester mit 4 Jahren mal fragte, was es zu Weihnachten zu essen gäbe und ich nur sagte „grüne Bohnen“, fragte er nur noch: „Grüne Bohnen in einem Topf oder in zwei Töpfen?“ - „ Aus zwei Töpfen“, war meine Antwort und die Welt war für ihn in Ordnung, denn er konnte sicher sein, dass dann im Ofen Broilerschenkel bräunten.

1985 wandelte sich das Gericht geringfügig. Aus den Salzkartoffeln wurden pommes, die Kinder auch so gerne mögen. Pommes aber selbst gemacht – nicht weil Tiefkühlpommes in den Kaufhallen Mangelware waren, sondern weil ich so eine tolle Pommesmaschine hatte. 1990 war dann eine der wichtigsten Anschaffungen vor Weihnachten eine Friteuse, was vieles einfacher machte, zumal die Menge an pommes auf Grund der Kinderzahl entsprechend gewachsen ist.

Es muss an einem Samstag im Sommer 1994 gewesen sein. Mein Mann und ich waren den ganzen Vormittag unterwgs und überlegten was man schnelles zu Essen machen könnte. Broilerschenkel mit grünen Bohnen und Pommes. Als wir so mit den Kindern dann am Tisch saßen und sich die Mahlzeit sich dem Ende neigte fragte mein jüngster Sohn, der damals 4 Jahre alt war: „Und wann gibt es die Geschenke?“ Mir fiel glatt der Hühnerknochen aus der Hand. Ich weiß nicht mehr wie lange, es brauchte aber eine Weile, bis wir ihm erklärten und er auch begriff, dass im Juni nicht Weihnachten ist.

Und so ist es bis heute geblieben. Bei allen, ob wir nun gemeinsam den 24. Dezember verbringen oder nicht, Heiligabend sind Broilerschenkel mit grünen Bohnen und pommes Pflicht. Und auch nur noch an diesem einen besonderen Tag, der für alle voller Erinnerungen ist.

LG von der grenzgaengerin


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.12.2013 17:06 | nach oben springen

#1147

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 17:00
von furry | 3.562 Beiträge

Bei meinen aus Schlesien stammenden Eltern gab es zu dem Federviehfesttagsbraten keine schlesischen Kartoffelklöße sondern Hefeklöße. Wie geht das, wird jetzt manch einer fragen. Aber die Hefeklöße nehmen sich ja nicht viel mit den böhmischen Knödel.
Glaubt mir, zu einem schönen Apfelrotkohl und einer deftigen Soße schmecken die auch.
Sogar meine Frau konnte sich damit anfreunden und führt diese Tradition fort.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#1148

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 17:16
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Hans im Beitrag #1147
Na ja....
Die Atheistische Erziehung. Meine Oberküchenverantwortliche damals zu Hause war die schon oft angesprochene Tante Lissy. Geburtsjahr : 1903.
Was ersieht man daraus : Nicht alles, was nach täteretä klingt, ist Täterätä.
Mahlzeit, wie Pastor Holm immer sagte.
73 Hans


Atheistische Erziehung soll es ja auch schon vor 1903 gegeben haben.Nur der eigentliche Hintergrund für schmales Essen am Weihnachtsabend liegt nun mal in der Ärmlichkeit der heiligen Familie begründet.Man stelle sich heute vor eine Frau soll ihr Kind in einem Stall zu Welt bringen.
Kein Grund für üppige Völlerei.
Bei meinen polnischen Freunden gibt es am Heiligabend prinzipiell kein Fleisch sondern ausschließlich Mehlspeisen Kraut oder eventuell Fisch.
Es gibt 12 verschiedene Gerichte und man muß von jedem mindestens probieren.


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#1149

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 18:35
von Vogtländer (gelöscht)
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Und was gibts bei Dir Schnaterrich zu Weihnachten?Ente?Oder Gans?


zuletzt bearbeitet 16.12.2013 18:36 | nach oben springen

#1150

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 18:51
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Mittags süß saure Linsen mit Knacker, Abends dann Salzkartoffeln mit Bratwurst, Leber und Blutwürschteln und Sauerkraut , hmmmmmmm


EK 81/2
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#1151

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 18:53
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

Zitat von Mholzmichel im Beitrag #1152
Mittags süß saure Linsen mit Knacker, Abends dann Salzkartoffeln mit Bratwurst, Leber und Blutwürschteln und Sauerkraut , hmmmmmmm


na das doch mal was Genaues....da freut man sich schon auf die Feiertage, oder...

gruß h.


Mholzmichel hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.12.2013 18:55 | nach oben springen

#1152

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:03
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Ich kann es gar ni erwarten


EK 81/2
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#1153

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:04
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

nach Rücksprache mit meiner "Küchenangestellten" gibts bei uns Wildlachs auf Gemüsebett gebacken, dazu Rote Linsensalat.
Auf Grund der nachvollgenden "Lastigen" Tage erstmal etwas leichteres, am ersten WFT gibts Entenbraten mit Rotkohl und Klößen und am zweiten
WFT das selbe, schaffen wir nicht so einen Erpel an einem Tag.

gruß h.


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#1154

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:07
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Bei uns auch am 1. WFT Ente , aber da gleich 2, de Kinner kommen zum Essen, am 2. WFT gibts Hase mit grünen Klößen und Rotkraut.
da fällt mir ein ich brauch noch ne fl. Lauterbacher Tropfen


EK 81/2
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#1155

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:11
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

Zitat von Mholzmichel im Beitrag #1156
Bei uns auch am 1. WFT Ente , aber da gleich 2, de Kinner kommen zum Essen, am 2. WFT gibts Hase mit grünen Klößen und Rotkraut.
da fällt mir ein ich brauch noch ne fl. Lauterbacher Tropfen


ich darf das Zeug ja nicht mehr, aber haste schon mal Schierker Feuerstein probiert?.......! Das ist wirklich Alles, Medizin und Heiltrank und Vorbeugend.. sowieso und schmerzlindernd.. und Medizin und Medizin und....Gute Laune...
und er haauuuut rein...
gruß h.


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#1156

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:14
von Mholzmichel | 381 Beiträge

is bestimmt auch ungesüßter Kräuter


EK 81/2
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#1157

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:19
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

Zitat von Mholzmichel im Beitrag #1158
is bestimmt auch ungesüßter Kräuter


ne ist er nicht, und das ist zu Schade...

grüß h.


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#1158

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:20
von Gelöschtes Mitglied
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Spaß an:

Für Kassenpatienten gibt es um die Weihnachtszeit Schierker Feuerstein auf Rezept.

Spaß aus.

Wäre doch eine gute Idee für den neuen Gesundheitsminister H. Gröhe (CDU), oder...?

VG Klaus


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1159

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:22
von Moskwitschka (gelöscht)
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Wenn ich so darüber nachdenke, hat meine Oma sehr selten Alkohol getrunken. Mal ein Schnäpschen. Aber Heiligabend und Silvester gab es immer selbst gemachten Glühwein. Und dann immer einen riesigen Topf. Auf den Rand der Kochmaschine geschoben, blieb er auch noch lange heiß ohne zu köcheln. Neben Tannenduft und anderen leckeren Düften von den verschiedenen Leckereien von Stolle bis Pfefferkuchen und Plätzchen ein alles überlagernder wohliger Duft. Nicht zu vergleichen mit den Schwaden, die einem auf den Weihnachtsmärkten entgegenschlagen.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.12.2013 19:23 | nach oben springen

#1160

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 16.12.2013 19:22
von Mholzmichel | 381 Beiträge

http://www.lauterbacher-tropfen.de/lauterbach

wers ni kennt stirbt nach dem ersten glas`l


EK 81/2
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