#761

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 18:47
von Vogtländer (gelöscht)
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Nur mit Pfläumli!Dazu als erweitertes Rutschmittel noch Schlagsahne drauf!Und los geht die Orgie,auf das der Notarzt komme,ähm erscheine wegen Überfutterung,nicht gefundener Bremse und fehlender Disziplin!Da breche ich schon mal gerne mit dem Küchenstuhl zusammen!


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#762

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 18:48
von der glatte | 1.356 Beiträge

So und für alle, welche es wie Dandelion nicht abwarten können, eine kleine Geschichte von mir im Voraus.

Als meine Mutter in der elterlichen Küche noch Münzmeister war.
Eine kleine vorweihnachtliche Geschichte mit Rezept.



Oben auf den Höhen der Korbitzer Schanzen, hatten die Bäume über Nacht ein feines weißes Kleid bekommen und der leichte Wind wehte einen Hauch von Kälte bis ins Triebischtal herunter. Es war ein kühler würziger Duft der besonders am Morgen Ende November herunterkam und der ein sicheres Zeichen für den nahenden Winter war. „Es riecht nach Schnee“, so hörte man die Leute sagen und wir Kinder freuten uns über diese Worte. Der erste Schnee war für uns nicht nur die Freude auf eine Schlittenfahrt oder das Schneemannbauen, sondern auch die beginnende Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Weihnachtszeit war zugleich auch Backzeit in den sächsischen Häusern, so auch bei uns, denn meine Eltern standen in punkto Naschen und Plätzchen backen voll auf unserer Seite. Nun sollten es aber auch nicht immer nur die schon bekannten, liebevoll und aufwendig verzierten Weihnachtsplätzchen in den verschiedensten Formen sein, sondern mein Vater, welcher Schlosser und Former war, kam auf die Idee Münzen zu backen. Verkündet und beschlossen, unsere Familie sollte eine eigene Währung bekommen deren Gültigkeit auf die Weihnachtszeit beschränkt war und nur in der Familie und bei Verwanden Zahlungskraft besaß. Meine Mutter, eine gelernte Keramikmalerin und Hausfrau, wurde also mit einer Gegenstimme (meine Mutter) zum Münzmeister erhoben. Das die Gegenstimme gerade von meiner Mutter kam, ist aus meiner heutigen Sicht nicht verwunderlich, musste sie doch allzu oft unsere genialen Ideen mit aussitzen und hatte nicht selten die meiste Arbeit damit. Doch Mutter war demokratisch überstimmt und da sie keine Gegnerin von Naschereien war, fügte sie sich schnell der Mehrheit. Der Vater machte sich also Gedanken um die technischen Details und suchte geeignete Prägeformen, die Mutter musste das Münzenmaterial (Zutaten) besorgen und wir Kinder teilten den noch zu backenden Mammon schon in Gedanken auf. So hatte ein jeder seine Aufgabe mit der essbaren Familienwährung auf Zeit, welche pünktlich am Nikolaustag eingeführt und durch den Verzehr wieder Außerkraft gesetzt wurde. Gab es keinen Nachschub mehr aus der Prägeanstalt in der Küche, kam auch der Umlauf zum erliegen und die Währung wurde auf natürlichem Wege abgeschafft. Ich kann heute nicht mehr sagen wie hoch die Gesamtsumme von den verschiedenen Nominalen war, die am heimischen Herd geprägt worden sind, allerdings ist die Stückelung noch bekannt. Es gab 1 Pfennig, 10 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark sowie den großen Taler, alle waren in unterschiedlichen Größen und Farben, denn es gab auch „Abschläge“ aus Kakaoteig. Die 1- und 2-Mark-Stücke hatten sogar eine Riffelung als Randgestaltung. Viele Stücke wurden traditionsgemäß in der Familie und in der Nachbarschaft verschenkt. Der Brauch symbolisch Geld und Glück in der Zeit der Jahreswende zu verschenken, war in meiner Kindheit noch allgegenwärtig und unsere essbaren Münzen daher stets willkommen. Ich kann mich daran erinnern, dass mein Bruder, er war damals 8 Jahre alt, einige Tage vor Weihnachten einige Stücke der familiären Währung in eine Serviette packte und in dem kleinen Spielzeugladen in unserer Straße verschwand. Er kam zurück mit dem von ihm schon lange begehrten kleinen Plastik-Indianer aus dem Schaufenster. Die freundliche Frau aus dem Spielzeuggeschäft hatte die Währung problemlos akzeptiert und somit kann ich auch behaupten, dass unsere Währung wirklich Zahlungskraft besaß und im Umlauf war.
Nun, viele Jahre sind seit damals vergangen. Die Tradition der eigenen Familien-Währung habe ich, heute ein leidenschaftlicher Numismatiker, mit in unsere heutige Zeit gebracht. Sie existiert immer noch bei uns Zuhause in der Weihnachtszeit. Eventuell haben auch Ihr, nun auch Lust bekommen einmal Münzmeister zu sein und die Familie mit einer eigenen Währung zu überraschen. Daher möchte ich Euch das Rezept an dieser Stelle verraten.

Meissner-Familienwährung
Zutaten für hellen Teig:

400 g Weizenmehl
125 g Puderzucker
1 Pk. Vanillezucker
250 g Butter
1 Eigelb


Zutaten für dunklen Teig:

250 g Weizenmehl
100 g Puderzucker
25 g Kakaopulver
200 g Butter

Zum Ausstechen der Münzen werden Schnaps- oder Likörgläser in unterschiedlichen Größen und Formen verwendet. Stellen Sie den hellen und dunklen Teig getrennt her. Der gesiebte Puderzucker, Eigelb (für hellen Teig), nicht zu weiche Butter, Kakaopulver (für dunklen Teig) werden mit dem Handmixer gut vermischt. Das gesiebte Mehl nach und nach dazu geben. Danach den Teig sofort kalt stellen und später zu ca. 1 cm dicken Teigplatten ausrollen. Etwas vom hellen und dunklen Teig für die Beschriftung der Münzen beiseite legen. Nun die Münzen in unterschiedlichen Größen ausstechen und auf Backpapier legen. Münzen welche einen Riffelrand bekommen sollen am Rand leicht und nicht zu tief einschneiden. Aus den beiseite gelegten Resten verschiedene Zahlen dünn anfertigen, mit Eigelb bestreichen und auf die Münzenronden legen (prägen). Alles nochmals gut kühlen und anschließend bei mittlerer Hitze von 190°C ca. 10 – 15 Minuten hellgelb backen.

Es ist ein kleines Stück Kindheit, welches jeder in seinem Herzen bewahren sollte, dieses ist nicht schwer und kostet kein Geld. Die Gedanken tragen jeden, wenn er es will, zurück in die Kinderzeit mit all ihren besonderen Begebenheiten.





Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#763

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 18:52
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#764

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 19:09
von Vogtländer (gelöscht)
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Mal so am Rande @Lutze:
Danke für die Erstellung dieses Themas!Ja,es trägt zur Vereinigung des Landes am Essenstisch mehr als gut bei!Und das ist gut so!

So mal als Frage an Alle:
Gabs in diesem Thema bei fast 40 Seiten eigentlich mal Knatsch?
Ich kann mich echt nicht erinnern!


der glatte, Lutze und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#765

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 19:10
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Köche und Esser aller Länder, vereinigt euch.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#766

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 19:12
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #767
Köche und Esser aller Länder, vereinigt euch.


...und dann ?


xxx
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#767

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 19:21
von Hans | 2.166 Beiträge

Und dann? Dann kochen viele Köche den Brei und verderben ihn NICHT !
Guten Appetit !
Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#768

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 19:24
von Vogtländer (gelöscht)
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Die besten Entscheidungen des Lebens trifft man sowieso am Essenstich nach nem gepflegten Essen!


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#769

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:35
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #766
Mal so am Rande @Lutze:
Danke für die Erstellung dieses Themas!Ja,es trägt zur Vereinigung des Landes am Essenstisch mehr als gut bei!Und das ist gut so!

So mal als Frage an Alle:
Gabs in diesem Thema bei fast 40 Seiten eigentlich mal Knatsch?
Ich kann mich echt nicht erinnern!

hat Muttern dich hungern lassen,
so wie du jetzt aussiehst?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#770

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:36
von Vogtländer (gelöscht)
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Hab noch mal schnell Thema überflogen.
Wir können stolz sein!So viele Seiten am Stück ohne Katsch!


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#771

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:37
von Vogtländer (gelöscht)
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Nee,dat sind normale Alterserscheinungen!Kann ja auch nix für,das Du noch so ein jungsches Kerlchen bist!


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#772

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:41
von Gelöschtes Mitglied
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Man könnte auch böswilligerweise über die Folgen des guten Essens debattieren, dann wäre es allerdings mit vorprogrammiertem Knatsch.

Also lassen wir das, denn einerseits ist gutes Essen der Sex des Alters und andererseits...

VG Klaus


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#773

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:43
von Vogtländer (gelöscht)
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... führts zu Sperrungen auf der Couch zu Hause?


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#774

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:46
von Vogtländer (gelöscht)
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Klausi,als Medizinmann biste doch die beste Fachkraft gegen Bauchaua!Du brauchst Dir doch sicher keine Sorgen machen beim Essen oder?


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#775

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #775
... führts zu Sperrungen auf der Couch zu Hause?

Nö, Sperrungen kenne ich nur aus der virtuellen Welt...

VG Klaus


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#776

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:48
von Hans | 2.166 Beiträge

Also Frank! Das ist mir erst jetzt so richtig aufgefallen!
hat Muttern dich hungern lassen,
so wie du jetzt aussiehst?
Lutze
Seit der Essen.Treath besteht, hast Du Dieses echt Nahrungsmittelfeindliche Outfit . Schäm Dich-Du Appetietverderber.
Hans ----immer noch wohlgenährt !


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 11.11.2013 20:49 | nach oben springen

#777

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:49
von Vogtländer (gelöscht)
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Bist also doch ein artiger Hausmann!Wußte ich es doch!


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#778

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:51
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #776
Klausi,als Medizinmann biste doch die beste Fachkraft gegen Bauchaua!Du brauchst Dir doch sicher keine Sorgen machen beim Essen oder?


Hallo @Vogtländer, mein "Löffelschnitzer", lieb gemeint,
in meiner Historie gibt es sehr einprägsame persönliche Ereignisse, die ich nicht meinem Feind wünsche!
Glücklicherweise behoben, und nun liebe ich ein gutes Essen, nur zuweilen und mit sehr viel Lebensglück...

Soll aber nicht OT gehen...

VG Klaus


zuletzt bearbeitet 11.11.2013 20:52 | nach oben springen

#779

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:52
von Vogtländer (gelöscht)
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Hat aber lange gedauert,bis Ihr das Bild gecheckt habt!Aber immerhin!
Und Themenbezogen hab ich es noch garnicht gesehen!
Man,sind wir gut!


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#780

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 11.11.2013 20:55
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #781
Hat aber lange gedauert,bis Ihr das Bild gecheckt habt!Aber immerhin!
Und Themenbezogen hab ich es noch garnicht gesehen!
Man,sind wir gut!

schneller als 40 km/h solltest du auch nicht laufen,
wenn es aber zu Muttern geht,dann darfst du es
Lutze


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wer nicht kämpft hat schon verloren
Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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