#2581

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 19.11.2014 22:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #2530
@steffen52 Nur der echte Wildhase kommt in Buttermilch, nachdem z.B. @exgakl schnell genug war beim Anlegen - wegen Kimme und Korn

LG von der Moskwitschka


Kennst Du auch Nutria????
Gruß Rei


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#2582

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 19.11.2014 22:21
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #2581
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #2530
@steffen52 Nur der echte Wildhase kommt in Buttermilch, nachdem z.B. @exgakl schnell genug war beim Anlegen - wegen Kimme und Korn

LG von der Moskwitschka


Kennst Du auch Nutria????
Gruß Rei


Habe ich vor ca. einer Woche in der Zeitung gelesen. Demnach soll Nutria (man beschrieb das als eine Art Biberratte) als Gericht mit Pellkartoffeln im DDR-Knast öfters gegeben haben. Was wollte man wohl damit sagen?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2583

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 19.11.2014 22:37
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #2582
Zitat von rei im Beitrag #2581
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #2530
@steffen52 Nur der echte Wildhase kommt in Buttermilch, nachdem z.B. @exgakl schnell genug war beim Anlegen - wegen Kimme und Korn

LG von der Moskwitschka


Kennst Du auch Nutria????
Gruß Rei


Habe ich vor ca. einer Woche in der Zeitung gelesen. Demnach soll Nutria (man beschrieb das als eine Art Biberratte) als Gericht mit Pellkartoffeln im DDR-Knast öfters gegeben haben. Was wollte man wohl damit sagen?

Gruß Reiner


Genau,bekannt auch als Biberratte,der Schwanz,war wie eine Ratte,Biber hatte einen platten.Zu DDR Zeiten gab es Zuchtanstalten,wegen dem Fell.Das Fleisch wurde in Buttermilch eingelegt,dann wie Karnikel zu bereitet.Das Fleisch war aber zarter.
Aber ohne Beziehung war nichts drin.
Gruß Rei


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#2584

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 08:55
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #2580
Hallo in die Runde,

bei uns soll es am Sonntag einen Kasslerbraten im Teigmantel geben. Was ist da alles möglich? Im Brotteig oder Blätterteig, was kann man da noch alles zaubern?

Dazu möchte ich gern ein deftiges Sauerkraut machen. Meine Frau ist kein Freund vom Sauerkraut, also sollte die Kasslervariante auch noch zu etwas anderem passen. Wer kann mir da weiterhelfen?

Ich denke der Kassler sollte roh sein und nicht schon vorgegart, oder?
Mann, es gibt eben Gerichte, da traue ich mich nicht so ran, obwohl ich auch sonst gern probiere.

Gruß Reiner


Ich sag dir mal wie ich es mache. Aus der Kühltheke...nicht TK nehme ich Blätterteig auf Rolle. Das Kassler roh, ob Nacken oder Lachs ist Geschmackssache. Lachs kann ein bissl trockenen werden. Dann wickel ich den Kassel schön in dem B-teig ein. Die Übergänge verstreiche ich mit Wasser oder Eigelb, damit sie im Ofen nicht aufgehen. Wichtig ist, von allen Seiten mit der Gabel einstechen. Der Teig zieht sich dann beim backen nicht so zusammen. Ca. 1h bei 200°C backen....da das immer Ofen abhängig ist, bis goldbraun.
Es passt auch sehr gut ein Krautsalat dazu.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2585

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 13:44
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich weiß zwar nicht, was, aber irgendetwas muss ich richtig gemacht haben.....

Du hast den geringsten Anteil an dieser Völlerei @Dandelion . Bedanke Dich bei @Nostalgiker . Aber der Reihe nach....

Die Martinsgans - Futtern bei @Nostalgiker - Teil 1

Am frühen Abend vor St. Martin stürmte die Pusteblume in die Wohnung und rief schon an der Wohnungstür: „Du musst alle Deine Pläne für morgen ändern! Wir gehen Gans essen!“. Ach dachte ich, war er, nach meinem Genöle wegen des von ihm verschmähten Apfelrotkrautes, bei unserem Italiener und hat endlich die aktuelle, saisonbedingte Speisekarte studiert, auf der in der Regel ab St. Martin auch die Gänsekeule mit Apfelrotkraut zu finden ist.

Es kam besser - @Nostalgiker hat uns zum Gänsebraten eingeladen. Ab sofort stellte ich die Nahrungsaufnahme ein bzw. reduzierte sie. Die Ente, @Dandelion s Fehlkauf, die ich kurz vorher aus dem Tiefkühler geholt hatte verschwand wieder dorthin, wo es sehr kalt war. Der Wirsingkohleintopf wurde in eine gut verschließbare Plastikschüssel umgefüllt und folgte der Ente. Mein Vorhaben, noch vor der Adventszeit meinen Tiefkühlschrank zu plündern und für neue Vorräte vorzubereiten zerschlug sich wie auf Fingerschnippen. (Damit auch der Entenfleischsalat.) Zum Abendbrot gab es nur noch ein Tomatenbrot.

Wie ich so am Rechner saß und überlegte, was ich denn nun zum Apfelrotkohl essen würde, Brust oder Keule des edlen Federviehs, flatterte gegen Mitternacht eine Nachricht von @Nostalgiker rein, ob es nun dabei bleibe. Ich leicht verwundert, welches Kommunikationsproblem zwischen den beiden mal wieder gab, schrieb zurück, dass ich mich schon seit Stunden auf den Apfelrotkohl freue. Rotkohl fragte darauf hin @Nostalgiker , es wird Grünkohl geben. Noch ein Kommunikationsproblem. @Dandelion konnte ich nicht mehr fragen, denn er hatte sich schon sehr zeitig verzogen und sein Schnarchen hielt sich gerade mit dem Knurren seines Magens die Waage. Mit einer leichten Enttäuschung, die ich sofort verdrängte, denn die Vorfreude auf @Nostalgiker und seine Kochkünste überlagerte alles, bestätigte ich, dass wir am nächste Tag pünktlich erscheinen würden.

Am späten Nachmittag des Folgetages begaben wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg vom Norden Berlins in den Osten. Es wurde immer dunkler, bis auf einmal wie aus dem nichts das hell erkeuchtete Lindencenter in unserem Blickfeld erschien. Das waren also die blühenden Landschaften in Berlin. Dank der guten Wegbeschreibung und meines Orientierungssinns fanden wir schnell im Labyrinth all der 5- und 11 – Geschosser das Haus in dem in mindestens einem Backofen eine Gans brutzelte. Da wir überpünktlich waren, reichte die Zeit für eine Zigarette vorm Haus, denn bei @Nostalgiker herrscht striktes Rauchverbot. Und dann drückte ich den Klingelknopf.

Es tat sich eine Weile gar nichts. Erster Gedanke – schon wieder ein Kommunikationsproblem. Zweiter Gedanke - @Nostalgiker hängt bestimmt vor dem Backofen und hat sich spätestens jetzt, bei unserem Klingeln, die Finger verbrannt. Nach gefühlten 5 Minuten summte es endlich und wir durften eintreten und es ging mit dem Fahrstuhl in die Wolken von Berlin wo uns ein himmlisches Vergnügen erwarten sollte.

Fortsetzung folgt

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 13:51 | nach oben springen

#2586

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 13:52
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #2567


Die Gans in ihrer Pracht und Herrlichkeit wartet darauf vertilgt zu werden:






Ich will ja nicht nörgeln , aber irgendwie sieht die Gans verkokelt aus.


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 13:57 | nach oben springen

#2587

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 14:03
von Moskwitschka (gelöscht)
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Das sieht nur so aus Du Nörgler. Ein Schnappschuss im falschen Licht, in der Hektik des Geschehens, bevor wir über die die Gans hergefallen sind. Schau Dir mal die Keule mit Apfelrotkohl an.

LG von der Moskwitschka


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#2588

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 14:03
von Vierkrug (gelöscht)
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Spassmodus an:

@schnatterinchen - Ich würde an Deiner Stelle mal nicht nörgeln, sonst landest Du auch in der Röhre. Ergreife lieber die , sonst holt dich der

Spassmodus aus.

Vierkrug


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#2589

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 14:19
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #2587
Das sieht nur so aus Du Nörgler. Ein Schnappschuss im falschen Licht, in der Hektik des Geschehens, bevor wir über die die Gans hergefallen sind. Schau Dir mal die Keule mit Apfelrotkohl an.

LG von der Moskwitschka



Die Keule ist etwas heller, das stimmt.Diesen Farbton hätte aber maximal die ganze Gans haben sollen.Naja wann macht man schon mal eine Gans.
Es wird schnell zu dunkel , wenn die Leute mit Gewalt noch eine knusprige Haut erzeugen wollen und mit der Temp zu hoch fahren, obwohl das auch langsam mit weniger Hitze geht. Allerdings besteht die Gefahr , das das Fleisch allein vom Knochen fällt.
Wenn ich das richtig sehe tendiert diese Gans auch dazu.
Im Rohr war die Gans möglicherweise auch zu weit oben.
Und zum Anderen, entweder man kocht oder fotografiert in der Gegend rum.Die Haupsache ist aber, es hat geschmeckt.
Ich koche ja auch gelegentlich , meiner Schwiegemutter dürfe ich mit so einer Gans allerdings nicht unterkommen.


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 14:48 | nach oben springen

#2590

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 15:15
von Moskwitschka (gelöscht)
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Die Martinsgans - Futtern bei @Nostalgiker - Teil 2

Im fast obersten Geschoss angekommen, brauchte wir im Gewirr von Wohnungstüren nur noch dem Bratenduft zu folgen. Und da stand er nun, der Koch und Gastgeber. Hochrot im Gesicht, mit zerstrubbelten Haaren und etlichen Flecken auf dem T Shirt, wo ich spontan überlegte, ob die vom Schwitzen oder doch eher vom Naschen kommen. Das ganze Gegenteil von dem @Nostalgiker , wie man ihn sonst kennt. Doch in seinem Gesicht breitete sich ein großes Lächeln aus, ob nun des Glücks eines Kochs wegen der fast fertigen Gans, der Vorfreude des Genießers auf das Essen oder der Freude auf seine Gäste.

Als wir dann das Wohnzimmer betraten, kam ich mir vor wie beim perfekten Dinner. Nicht wegen des perfekt gedeckten Tisches mit neuschneeweißer Tischdecke ( @schnatterinchen vergleich das mal bitte mit dem Bild), sondern wegen des Geschirrs und des Bestecks. Nach dieser Anordnung sollte es also drei Gänge geben. Die erste Überraschung.

Die zweite folgte fast auf dem Fuße – der dritte Gast. Beim Eintreten fragte sie beim Anblick des T Shirts des Gastgebers erst einmal, ob er denn verschwitzt sei oder soviel gekostet hätte. In dem Moment war klar, es wird nicht nur ein kulinarischer Abend, sondern auch ein geselliger. Die Männer bemerkten das auch und verzogen sich sofort zur Begutachtung der Martinsgans. Wir Frauen harrten, uns gut unterhaltend und über die Männer lästernd, der Dinge, die da kommen sollten. @Dandelion gesellte sich relativ schnell wieder zu uns, denn die Temperaturen in der Küche näherten sich gefühlsmäßig denen in einer Sauna. Zugegeben bei der Größe der Küche in einem Berliner Bauwerk der 80-er kein Wunder.

Und dann kam die Vorspeise – die Hühnersuppe mit Blattspinat. Eine wirkliche Alternative für all die anderen Hühnersuppeneinlagen. Manchmal etwas schwierig zu essen, wegen des vom Löffel rutschendes Blattspinates, aber das hat dem Genuss keinen Abbruch getan. Zumal so ein gieriges Schlingen verhindert wurde. Nach dem Einstreuen des zusätzlich gereichten Käses, ergab sich eine leichte Bindung, die einerseits auch den Spinat bändigte, als auch der Suppe eine ganz andere, aber ebenso wohl schmeckende Note gab.

Nach den ersten Ahs und Ohs und dem Lob an den Koch, entließ er uns auf den Balkon zur Zigarette danach. Dort suchte ich wie immer, wenn ich irgendwo in Berlin bin nach dem Fernsehturm, als Orientierungspunkt. Aber wegen des Hoch – und des Küchennebels konnte man ihn trotz herrlichen Ausblicks nur ahnen. Also gaben wir uns den Gesprächen hin. Nur leider ohne @Nostalgiker , der beschäftigt in der Küche war. Das war irgendwie irritierend. Man war bei ihm und hörte nichts von ihm. Das sollte sich aber bald ändern.

Fortsetzung folgt

LG von der Moskwtschka


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 15:52 | nach oben springen

#2591

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 15:28
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Kleine Anmerkung zur Suppe; es war noch pro Portion eine Knoblauchzehe drin und eine für den Topf allgemein.
Hauchdünn geschnitten .....

@Schnattchen, wie du vielleicht gesehen hast ist das Bild durch das Licht ein wenig gelblich. Die Haut der Gans war zwar dunkelbraun aber nicht verbrannt .....
Bekomme mal die Haut so hin das sie knuspert wie ein Kartoffelchip, kein Gramm Fett mehr an ihr haftet und sich nicht wie mit Kleber von @DoreHolm untrennbar verbunden am Fleisch haftet .....
Mit Deinen, nun ja, eigenwilligen Bemerkungen hast bei mir einige Sympatiepunkte gesammelt.
Du weißt alles besser, du kannst alles besser, ......., behauptest Du jedenfalls.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 20.11.2014 15:30 | nach oben springen

#2592

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 16:18
von schnatterinchen (gelöscht)
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Sorry ,ich wollte dir nicht auf den Schlips treten, aber ich sagte ja schon Hauptsache es hat geschmeckt.
Was die Optik angeht ist das dann eben die nächste Stufe.Zufällig bin ich hier Mitglied in einem Kochclub und ein knuspriger Gänsebraten ist da keine Herausforderung.
Ist nur meine unerhebliche Meinung.Nur vestehe ich nicht ,was an dem Tipp , die Gans im Rohr eine Stufe tiefer zu legen oder mit der Temp. etwas runter zu gehen eigenwillig sein soll?


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 16:25 | nach oben springen

#2593

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 16:30
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Wie meist macht der Ton bei Dir die Musik Schattchen .......


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#2594

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 16:46
von Moskwitschka (gelöscht)
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Die Martinsgans - Futtern bei @Nostalgiker - Teil 3

Es hätte an der Stelle rein theoretisch weitergehen können, doch was ist die Theorie wert, wenn in der Praxis das Kloßwasser das Zeitmanagement durcheinander bringt. In der Einladung wurde gebeten pünktlich zu sein, denn nach Erscheinen des letzten Gastes würden die Klöße in das kochende Wasser gleiten. Der letzte Gast war schon seit einer Stunde da, die Vorspeise war verdrückt, wir saßen einschließlich @Nostalgiker alle am Tisch. Und als mir der Zustand der Klöße so durch den Kopf ging, meinte der Gastgeber, er hätte das Kloßwasser eben erst angemacht. Man war ich froh. Dann konnten sie sich noch nicht aufgelöst haben.

Und so saßen wir und schwatzten über dieses und jenes. Endlich konnte auch der Gastgeber in die Diskussion eingreifen. Es entstand ein Disput über selbst gemachte Tomatensoße, ob mit Schale oder ohne, ob mit Zauberstab oder mit Muskelkraft. An der Stelle sprang @Nostalgiker auf und wollte uns, den Frauen, denn der Pusteblume war egal wie Tomatensoße gemacht wird – Hauptsache sie schmeckt, seine „vorsintflutlichen“ Hilfsmittel zeigen. Beim Betreten der Küche fuhr ihm ein gewaltiger Schreck durch die schon arg müden Knochen – das Kloßwasser war eiskalt bzw. hatte maximal Küchentemperatur angenommen.

Die Herdplatte für den entsprechenden Topf angemacht und es ging weiter mit dem Schwatzen. Und die Vorfreude stieg ins unermessliche. Die wurde auch nicht getrübt von Erzählungen von Pleiten, Pech und Pannen beim Kochen. Die amüsanteste, wo eigentlich nichts passierte, war die von @Nostalgiker und er möge mir an der Stelle verzeihen, als erzählte, dass er eine der vielen Vorgängergänse ausschließlich der elektrischen Backofenbestrahlung aussetzte. Da konnten wir ja froh sein, dass bei uns nur das Kloßwasser das Zeitmanagement unterhaltsam durcheinander brachte.

Und dann ging es los. Und da kam die knusprige Gans auf den Tisch. Schnell Foto gemacht und es ging weiter. Dann kam die liebevolle Überraschung eines tollen Gastgebers - Apfelrotkohl, der ursprünglich nicht auf der Speisekarte stand. Bevor ich diesen an meiner Seite sichern konnte, wieder Foto gemacht. Es folgten Grünkohl, Soße und Klöße, immer unterbrochen durch ein Blitzlicht. Dann noch ein Bild vom Tisch und es konnte rein theoretisch losgehen. Meine Geschmacksnerven waren erwartungsvoll angespannt, als der Gastgeber fragte, wer denn was essen wolle - Brust oder Keule. Pragmatisch wie wir Frauen sind, haben wir uns für die Keule entschieden.

Und dann kam der erste Schnitt. Die Gänsehaut knisterte leicht und gab den Blick auf das saftige und dampfende Fleisch frei, das fast vom Knochen fiel. Es brauchte nur ein einfaches Küchenmesser und eine Fleischgabel um die Gans zur Zufriedenheit aller zu teilen. Da ich als erste bedient wurde, hieß es wieder warten, bis der letzte seine Brust hatte. Man wurde die Zeit lang. In der Zwischenzeit nahm ich mir dann noch vom Rotkohl, den Klößen und der Soße und wartete geduldig bis die anderen sich bedient haben. Das ging dann alles relativ zügig und ich hatte schon fast Messer und Gabel in der Hand, als der Koch noch ein Bild von meinem Tellerchen machen wollte. Ich habe ihm gern diese Freude gemacht, zumal der Apfelrotkohl, den es ja eigentlich nicht geben sollte, so in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Und dann wurde es ganz still am Tisch.

Fortsetzung folgt

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 17:30 | nach oben springen

#2595

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 17:44
von schulzi | 1.763 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #2594
Die Martinsgans - Futtern bei @Nostalgiker - Teil 3

Es hätte an der Stelle rein theoretisch weitergehen können, doch was ist die Theorie wert, wenn in der Praxis das Kloßwasser das Zeitmanagement durcheinander bringt. In der Einladung wurde gebeten pünktlich zu sein, denn nach Erscheinen des letzten Gastes würden die Klöße in das kochende Wasser gleiten. Der letzte Gast war schon seit einer Stunde da, die Vorspeise war verdrückt, wir saßen einschließlich @Nostalgiker alle am Tisch. Und als mir der Zustand der Klöße so durch den Kopf ging, meinte der Gastgeber, er hätte das Kloßwasser eben erst angemacht. Man war ich froh. Dann konnten sie sich noch nicht aufgelöst haben.

Und so saßen wir und schwatzten über dieses und jenes. Endlich konnte auch der Gastgeber in die Diskussion eingreifen. Es entstand ein Disput über selbst gemachte Tomatensoße, ob mit Schale oder ohne, ob mit Zauberstab oder mit Muskelkraft. An der Stelle sprang @Nostalgiker auf und wollte uns, den Frauen, denn der Pusteblume war egal wie Tomatensoße gemacht wird – Hauptsache sie schmeckt, seine „vorsintflutlichen“ Hilfsmittel zeigen. Beim Betreten der Küche fuhr ihm ein gewaltiger Schreck durch die schon arg müden Knochen – das Kloßwasser war eiskalt bzw. hatte maximal Küchentemperatur angenommen.

Die Herdplatte für den entsprechenden Topf angemacht und es ging weiter mit dem Schwatzen. Und die Vorfreude stieg ins unermessliche. Die wurde auch nicht getrübt von Erzählungen von Pleiten, Pech und Pannen beim Kochen. Die amüsanteste, wo eigentlich nichts passierte, war die von @Nostalgiker und er möge mir an der Stelle verzeihen, als erzählte, dass er eine der vielen Vorgängergänse ausschließlich der elektrischen Backofenbestrahlung aussetzte. Da konnten wir ja froh sein, dass bei uns nur das Kloßwasser das Zeitmanagement unterhaltsam durcheinander brachte.

Und dann ging es los. Und da kam die knusprige Gans auf den Tisch. Schnell Foto gemacht und es ging weiter. Dann kam die liebevolle Überraschung eines tollen Gastgebers - Apfelrotkohl, der ursprünglich nicht auf der Speisekarte stand. Bevor ich diesen an meiner Seite sichern konnte, wieder Foto gemacht. Es folgten Grünkohl, Soße und Klöße, immer unterbrochen durch ein Blitzlicht. Dann noch ein Bild vom Tisch und es konnte rein theoretisch losgehen. Meine Geschmacksnerven waren erwartungsvoll angespannt, als der Gastgeber fragte, wer denn was essen wolle - Brust oder Keule. Pragmatisch wie wir Frauen sind, haben wir uns für die Keule entschieden.

Und dann kam der erste Schnitt. Die Gänsehaut knisterte leicht und gab den Blick auf das saftige und dampfende Fleisch frei, das fast vom Knochen fiel. Es brauchte nur ein einfaches Küchenmesser und eine Fleischgabel um die Gans zur Zufriedenheit aller zu teilen. Da ich als erste bedient wurde, hieß es wieder warten, bis der letzte seine Brust hatte. Man wurde die Zeit lang. In der Zwischenzeit nahm ich mir dann noch vom Rotkohl, den Klößen und der Soße und wartete geduldig bis die anderen sich bedient haben. Das ging dann alles relativ zügig und ich hatte schon fast Messer und Gabel in der Hand, als der Koch noch ein Bild von meinem Tellerchen machen wollte. Ich habe ihm gern diese Freude gemacht, zumal der Apfelrotkohl, den es ja eigentlich nicht geben sollte, so in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Und dann wurde es ganz still am Tisch.

Fortsetzung folgt

LG von der Moskwitschka

@Moskwitschka hoer auf mir läuft schon der Saber im Mund zusammen


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#2596

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 20.11.2014 21:00
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ein wenig musste noch aushalten, lieber @schulzi

Die Martinsgans - Futtern bei @Nostalgiker - Teil 4

Jeder war mit den Speisen auf seinem Teller beschäftigt. Welche Gedanken die anderen hatten, weiß ich nicht. Ich habe es einfach genossen, so vorzüglich bekocht worden sein. Es gibt ja Menschen, die sich das beste für den Schluss aufheben. Selbst denen wird wohl die Entscheidung schwer gefallen zu sein - Es war einfach alles lecker. Und so nahm ich erst ein Gäbelchen mit einem lockeren Kloßstückchen, in dessen Mitte natürlich nicht das geröstete Weißbtrotwürfelchen fehlte, getaucht in die leckere Soße. Danach folgte eine Gabel mit Apfelrotkohl, der geschmacklich ein kleines Geheimnis hatte. Zum Schluss folgte ein Streifen Gänsefleisch. Und dann begann ich wieder genussvoll von vorne. @Nostalgiker möge mir auch híer verzeihen – ich habe auf den Grünkohl verzichtet und mich freudig ausschließlich dem Apfelrotkohl zugewandt.

Am meisten konnte ich @Nostalgiker nachfühlen. Da aßen wir schweigend und jeder hing beim Essen seinen Gedanken nach und kostete jeden Bissen aus. Das man als Koch da unruhig wurde, ist mehr als verständlich. Und so begann er zu erzählen. Er war ja vom Kosten und Naschen schon fast vor dem Essen satt und erklärte wie er den Rotkohl, den Grünkohl und die Soße zubereitet hat. Und wir wurden noch stiller vor Ehrfurcht. Bei der Soßenzubereitung, die aus zig Arbeitsgängen bestand, lockerte sich die besinnliche Stimmung, als wieder das Gespräch auf Küchengeräte kam. In diesem Fall den Fetttrenner. An dieser Stelle lockerten die Herren an der Tafel erst mal ihr Hosenbund, in dem sie den obersten Hosenknopf öffneten.

Dann wurde @Dandelion mutig und nahm sich einen Löffel Apfelrotkohl. Und wie der Zufall es will, erwischte der Verächter des Obstes in herzhaften Speisen, ein Stückchen, was seiner Meinung nach dort nicht hinein gehörte. Es war aber kein Apfelstückchen, sondern ein kleines Stückchen Ingwer. Nun wusste ich zumindest, welchem Geschmack ich beim Essen des Apfelrotkohls nachspürte. Unserem Koch war das hochnotpeinlich. Warum verstand ich zwar nicht, aber in seinen Augen hat das der Perfektion Abbruch getan. Zumal er aus dem Grünkohl jedes Stückchen Speck herausgefischt hat. Aber wahrscheinlich auch nur, weil der Speck im Grünkohl einfach lecker ist.

Der größere Fehler unterlief unserem Gastgeber jedoch, als es um den Nachschlag bei den Klößen ging. Obwohl noch genug da waren einigte man auf einen halben. Da nahm doch der Hausherr und teilte einen Kloß mit einem Messer – eine Sünde, die der Pusteblume sofort auffiel. Er der an sich beste Tischmanieren hat, musste auch erst im Land der Brüder und Schwestern auf der anderen Seite der Elbe lernen, wie man richtig Klöße isst.

Und so saßen wir und naschten noch dort oder da, nahmen zwischendurch einen Schluck Rotwein und schwatzten. Bis mein Blick auf die Martinsgans fiel. Da lag das arme Federvieh oder das was von ihr übrig geblieben ist. Ein trauriger Anblick, wenn da meine Aufmerksamkeit nicht auf die Flasche im Bauch der Gans gefallen wäre. (Das Rezept mit der Flasche im Bauch der Gans hat @Nostalgiker hier im thread schon beschrieben.) Und schon brach trotz wohligem Gefühl nach einem vorzüglichem Essen mein Schalk wieder hervor und ich schlug vor, eine Flaschenpost über diesen wunderbaren Abend in die Welt zu schicken. Langsam regten sich auch die anderen. Flaschenpost? In welches Gewässer? Und wir einigten uns auf ein Foto des Gänsebauches. Und schon sprang der Gastgeber auf und holte den Apparat.

Das war auch für die anderen das Zeichen sich langsam zu erheben und zu der Zigarette danach auf den Balkon zu schreiten. Auf dem Weg dorthin durch das Herrenzimmer, sah ich in Hüfthöhe ein Gerät, das aussah wie ein Backofen. Ich dachte so bei mir – ein Backofen in diesem Zimmer? Entweder war ich so satt, das ich nicht mehr klar denken konnte, oder in dem Essen war außer Ingwer noch etwas anderes, was zu irreführenden Bildern führte, oder es war Wunschdenken – noch so eine leckere Martinsgans zu entdecken. Es stellte sich heraus, das war ein Fernsehgerät.

Auf dem Balkon angekommen wurden dann schon gemeinsame Pläne für das Adventsessen geschmiedet. Und oh Wunder – auch der Fernsehturm war zu sehen, nachdem sich alle Küchen - und andere Nebel verzogen hatten. Es war einfach alles perfekt.

Fortsetzung folgt

LG von der Moskwitschka


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2014 21:04 | nach oben springen

#2597

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 21.11.2014 21:31
von FRITZE (gelöscht)
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Zum Kochen hatte ich heute eigentlich keine Lust ! Aber ich auf Imbiss auch kein Bock hatte ,sah ich mal im TK nach .
Da fiel mir doch eine Box mit den letzten drei Kohlrouladen von der Session auf !
Kartoffeln dabei ? Na gut ,aber dann auch Sosse !
Also Möhren , Petersilienwurzeln ,Zwiebeln und Tomaten in die Pfanne und ordentlich Röstaromen sammeln !
Dann Tomatenmark und Beerengelee dazu . Wasser aufgefüllt ,Gewürze ran und gut zwei Stunden köcheln .
Rein vegetarische Sosse ! Tolle Farbe und auch noch geschmeckt ,mich hat es ebenso erstaunt wie Junior und Nachbar !

Angefügte Bilder:
Kohlroülade 004.JPG

Batrachos und der glatte haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2598

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 21.11.2014 23:27
von der glatte | 1.356 Beiträge

Gratulation!

An einigen Stellen kann man sogar sehen wie die Roulade zum Namen gekommen ist.

Sie muss ein wenig angekohlt sein.
Erst dann hat sie den Namen Kohlroulade auch verdient. War bestimmt oberlecker.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2599

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 21.11.2014 23:41
von der glatte | 1.356 Beiträge

Habe mir noch gerade ein schönes klassisches Botterbrot gemacht. Dazu gibt es einen geräucherten Zopfkäse (Korbáčiky) aus der Slowakei.

Den Korbáčiky gibt es dort auch einfach, ohne Räucherei. Schmeckt wunderbar zum Pils. Wer kennt diese kunstvoll geflochtenen Käse-Zöpfe?

@Dandelion Du bist doch hier ein Käseexperte. Schon einmal probiert?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2600

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 21.11.2014 23:44
von FRITZE (gelöscht)
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Gehört und gelesen hab davon schon ! Aber noch nie probiert .
Muss mir morgen mal wieder n richtigen Steinbuscher holen !

FRITZE


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