#61

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 13.02.2013 20:43
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Sowas wie den Assiparagraphen konnte man in der Alt-BRD aus politischen/historischen Gruenden nicht einfuehren da die Idee aus dem 3. Reich stammte. Im NS Jargon hiess das damals "arbeitsscheues Gesindel" oder so aehnlich und die so Beschuldigten kamen in Arbeitslager. Unvorstellbar im Westen, aber die Fuehrung vom "Bauern und Arbeiterparadies" hatte anscheinend keine Probleme damit Zwangsmassnahmen von der anderen Diktatur in die eigenen Gesetzbuecher zu uebernehmen.


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#62

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 09:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Und weißte noch was Wandersmann, da konnte man (wer auch immer das in diesem Fall sei) nicht nur nicht, nein, man brauchte es nichtmal. Die Strafrechtssprechung im anderen (und heute wieder einzelnen) Deutschland geht (auch heute noch) in weiten Teilen auf das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 zurück. Und da fanden entsprechend antiquierte Paragrafen (wie zum Beispiel der schon erwähnte 361) noch Anwendung, als in dem andern zerteilten Land bereichts seit Jahren eine moderne, wenn auch sozialistische Rechtsnorm geschaffen und zur Anwendung gebracht wurde. So wird zum Beispiel, um mal wieder zum Thema 249er zu kommen, die Prostitution wird weder als unlauter Gelderwerb noch als arbeitsscheuer Müßigang erkannt, in dem sie als dritter Straftatsbestand im Absatz (1) des besagten Paragrafen benannt wird.
Im Reichsstrafgesetzbuch dagegen wird das Wort Prostitution nicht mal erwähnt. Daraus nun zu schließen, dass das zweitälteste Gewerbe in der bürgerlichen Doppelmoral straffrei und/oder sogar erlaubt war, na diesen Schluß überlasse ich dann mal wieder Deiner schier unendlichen Fantasie.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 14.02.2013 10:33 | nach oben springen

#63

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 10:21
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Es gab auch in der DDR Strafrechtskommentare. Wäre interessant, was dort zu diesem Paragraphen steht.
Theo


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#64

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 10:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Yepp, hat ja vielleicht ein Potsdam-Eiche-Absolvent noch im Bücherschrank. Und dann würde mich auch gleichmal der Kommentar zum Rowdy-Paragrafen 215 interessieren. So wie ich den Absatz (1) im da lese, ist bereits die Beteiligung strafwürdig?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#65

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 11:16
von ddr-bürger (gelöscht)
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Für mich ist die ganze Diskussion über "Aarbeitsscheue" in Talk Shows eh der letzte Mist. das Ganze ist primitive Stimmungsmache.

- Die Frage mit welchen Paragraphen es eine kausale Beziehung besteht, z.B. von "94" angesprochen Prostitution und Rowdytum?
- Ist der Paragraph abhängig von den gesell. Verhältnissen gerechtfertigt, z.B. soz. Produktions und Verteilungsverhältnis und der kap. Verhältnisse?
- Wie kann man in einer Zeit geprägt von Arbeitslosigkeit mit dem Paragraphen umgehen?
- Ist Harz 4 mit seinen Zwangsmaßnahmen nicht auch ein verdeckter § 249?

Das sind für mich Fragen die das Thema aufwirft. Paradox ist dabei meine persönliche Stellung, in der damaligen DDR hatte ich kein Problem mit diesem § und ehrlich gesagt war er mir auch "sche...." egal, wäre für mich nie zu einem Konflikt geworden (gehe bewußt von mir aus), heute hätte ich Probleme mit einem solchen Paragraphen, da er mit dem "Zwang" zur Arbeit auch den Druck in den Niedriglohnsektor erhöhen würde. Im Bereich der Kriminalität würde es heute keine Einschränkung bedeuten.


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#66

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 11:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #64
Yepp, hat ja vielleicht ein Potsdam-Eiche-Absolvent noch im Bücherschrank. Und dann würde mich auch gleichmal der Kommentar zum Rowdy-Paragrafen 215 interessieren. So wie ich den Absatz (1) im da lese, ist bereits die Beteiligung strafwürdig?


Haste aber Glück, schau heute Abend mal in meine Unterlagen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#67

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 13:22
von Kimble | 397 Beiträge

Als Betroffener erlaube ich mir auch was zu dem Thema zu schreiben.
Ich war 1985 für etwas über 8 Monate in der DDR ein Arbeitsloser.

Ich muss allerdings gleich darauf hinweisen, dass ich so überhaupt nicht dem typischen Bild eines §249 entsprach.
Ich hatte keine langen Haare und machte mir überhaupt nichts aus Alkohol.
Kneipen und insbesondere das Mitropa- Ambiente waren mir schon immer ein Graus.
Und möglicherweise hat dieser Umstand auch dazu beigetragen, dass es so lange Zeit kein Problem war.

Am Anfang hätte ich liebend gerne einen neuen Job angenommen. Ich hatte davor immer gerne gearbeitet.
Arbeitsbummelei oder gelbe Zettel waren mir bis dahin völlig unbekannt.
Mit einem wirklichen Job, nicht blos irgendeine Hilfstätigkeit, wäre ich wahrscheinlich damals nicht aus der DDR abgehauen.

Meine Bewerbungen wurden aber, trotz LKW- und Kranführerschein für fast alle Krantypen und Staplerschein immer abgelehnt.

Ich hatte so viel Zeit für meine Fluchtvorbereitungen, es war fast ein Fulltime- Job. Viel Sporttraining damals gemacht.
Und ich war natürlich kriminell geworden. Das Spektrum reichte von Telefonzellen ohne sichtbare Spuren "abkassieren" bis zu
Draht/Funk Umsetzer der Sicherheitsorgane anzuzapfen. Typische §249er machten das letzteres wohl eher nicht.

Kurzum, dieser §249 war auch nicht die Wunderwaffe gegen Arbeitsbummelei.
Notwendig war er aber auf jeden Fall. Ohne diesen Druck wären viele unbeliebte Stellen sicher lange unbesetzt geblieben.

Ganz davon abgesehen, dass es wirklich ein Problem ist, wenn "einfache" Menschen nix arbeiten aber trotzdem natürlich essen müssen.
Die sich daraus automatisch ergebende Kriminalität war auf jeden Fall damals in der DDR ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Wenn es den §249 nicht gegeben hätte, so hätte er eben anders geheißen, aber gegeben hätte es den auf jeden Fall.
Und er war bestimmt nebenbei auch gut geeignet, um unliebsame Bürger zu kriminalisieren.
Dieses stand als Ziel oft im OV niedergeschrieben, "was gegen den XY zu finden", oder etwas bestimmtes "heraus zu arbeiten".

Viele konnten dem nur mit Hilfe kirchlicher Einrichtungen entgehen, wo es dann zumindest eine Tätigkeit als Hausmeister gab.

So, ist noch kein Feierabend
und ich muss noch etwas arbeiten.
(was ich übrigens sehr gerne mache)


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#68

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 13:52
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Mit einem wirklichen Job, nicht blos irgendeine Hilfstätigkeit, wäre ich wahrscheinlich damals nicht aus der DDR abgehauen.
siehste, Kimble,

und das ist die Tragik dieser DDR und ihrer Führung.
Statt solch brachliegendes, kreatives Potential zu erkennen und zu nutzen, hat man teils sinnlose Feinbilder aufgebaut, zu deren Aufrechterhaltung auch noch jede Menge Kapazität gebunden....
Und nachdem ich solche Vorgehensweise mehrfach miterlebt und kritisiert habe, hatten mich die Hardliner unter "meinen Genossen" auch so weit vergrault, dass ich ihnen den Rücken zukehrte.

Grüsse von Hartmut
der auch gerne arbeitet...weil der Job einfach (meist) Spass macht.


u3644_Jobnomade.html
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zuletzt bearbeitet 14.02.2013 13:56 | nach oben springen

#69

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 16:52
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat
Meine Bewerbungen wurden aber, trotz LKW- und Kranführerschein für fast alle Krantypen und Staplerschein immer abgelehnt.



Warum @Kimble, da musste dann doch schon was angefallen sein?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#70

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 17:27
von Kimble | 397 Beiträge

Du willst die Story dazu wissen ?

Ein Arbeitsunfall an dem Arbeitspatz war passiert, war nur reiner Materialschaden.
Ich bin allerdings erst zu dem Vorfall dazu getreten, als alles schon zu spät war.

Trotzdem durfte ich mit vor der Konfliktkomi antreten und am Ende etwa 180 Märker löhnen.

Der Kranführer, der sonst, ähnlich dem Kapitän auf einem Schiff, üblicherweise die Verantwortung trägt, wurde nur verwarnt.
Er war Kandidat der SED. Du verstehst...........

Darum hab ich den Job dort auch sofort gekündigt.
Das war dann wohl ein schwerwiegender Makel in der Kaderakte.

Heute bin ich froh darüber, dieses Schiksal hat mich beruflich weiter gebracht.
Vom Hilfsjob Anschläger am Kran zum Funkelekroniker im Westen.


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#71

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 20:28
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat
Das Spektrum reichte von Telefonzellen ohne sichtbare Spuren "abkassieren" bis zu
Draht/Funk Umsetzer der Sicherheitsorgane anzuzapfen.



Hallo Kimble, kannst du das mal ausführen? Heißt das, du hast deinerseits die Sicherheitsorgane abgehört?
Gruß Schudel


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 14.02.2013 20:28 | nach oben springen

#72

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 21:23
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Die Kategorie "asozial", "arbeitsscheu" usw. hat man offenbar immer anwenden können, wenn man den Beschuldigten nichts anderes anhängen konnte...



Quelle: Nationaler Verteidigungsrat, Sitzungsprotokoll der Sitzung vom 28. August 1961
Theo


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#73

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 22:07
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Lesenswerter Artikel zu dem Thema: http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2011/10...n-asoziale.html .

Daraus: "Der "Strafrechtspapst" der DDR, Erich Buchholz, nach 1990 dazu: »Zu den bedenklichen Vorschriften des DDR-StGB gehörte § 249, die Bestimmung gegen sogenannte kri­minelle Asozialität; das Gesetz nannte dieses Delikt „Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Si­cherheit durch asoziales Verhalten“.

Diese Vorschrift ging letztlich auf Chrustschows Ver­suche, dem „Parasitentum“, der „Arbeitsscheu“ mit administrativen Mitteln bzw. mit Mitteln des Straf­rechts Herr zu werden, zurück. Auch in der DDR unterlagen maßgebliche Stellen zu lange diesem Irrglauben. Aber, wie zunehmend klarer wurde, ein derartiges komplexes soziales Phänomen, wie Asozialität oder Dissozialität, läßt sich nicht mittels Strafrecht be­kämpfen oder überwinden."


Intellektuelle spielen Telecaster
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#74

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 14.02.2013 22:34
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Intellektuelle spielen Telecaster
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#75

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 15.02.2013 09:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Na da wäre jetzt mal wirklich ein Blick (oder auch Einblick) in 3-329-00157-7 nett *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#76

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 15.02.2013 16:22
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #71

Zitat
Das Spektrum reichte von Telefonzellen ohne sichtbare Spuren "abkassieren" bis zu
Draht/Funk Umsetzer der Sicherheitsorgane anzuzapfen.


Hallo Kimble, kannst du das mal ausführen? Heißt das, du hast deinerseits die Sicherheitsorgane abgehört?
Gruß Schudel



Passt zwar nicht direkt zum Thema aber kurz dazu:
Ja, ich habe die damals abgehört . Die Vopos in Rostock zum Beispiel.
Die liefen damals unter "Robbe Null Sechs".
Ich verschafte mir Zugang zu einem Technikraum. Und da war der ganze Kram in U700 Systemträgern eingebaut.
Das waren überwiegend Einschübe mit Alufront. So kam ich spielend leicht an die mich interessierenden Quarze ran.
Die Endstufen, Weichen, Verstärker usw waren wiederum in einem eigens abgeteilten Teil des Raumes an die Wand geschraubt.
Abgetrennt nur durch einen Maschendrahtzaun, der allerdings leicht überkletterbar war. Drucküberwacht war da überhaupt nichts.
Technisch fehlte mir nicht mehr viel, und ich hätte mit denen sogar in Funkbeziehung treten können.

Was da im Funk gesprochen wurde war jedoch zum großen Teil völlig uninteressant für mich.
Kann sein ich mach davon noch ein eigenes Kapitel für mein Buch.

Und nun weiter zum Thema §249.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 15.02.2013 16:23 | nach oben springen

#77

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 18.02.2013 14:02
von Paramite | 414 Beiträge

Lumpenproletarier aller Länder, vereinigt euch, es lebe der Pauperismus.
nee Spass bei Seite.

@ ddr-Bürger, ich könnte Dir Recht geben mit Hartz IV und verdeckter 249ner. Man muss sich schon etlichen Repressalien gefallen lassen in solch einer Behörde. Aber das Gejammere, dass das Geld vom Staat nicht reicht, geht mir aufn Sack und es ist eine Belastung für Staat und Steuerzahler. Man entzieht sich ja heute mit anderen Mitteln solchen Bestimmungen. Ich geh mal zum Arzt und lass mir ein Attest geben, das ich nicht arbieten kann. Es gab da mal einen bösen NS-Satz, wenn man diesen auf die heutige Zeit projiziert, hätte er eine ganz andere Bedeutung.


Wenn du zu viel säufst, geht die Leber am Alkohol kaputt. Wenn du zu viel rauchst, haut's die Lunge auseinander. Aber das Hirn lässt sich mit allem Blödsinn füllen – es bleibt schmerzfrei! Richard Rogler

Alt werden und dumm bleiben, das ist ein richtiges Kunststück! Hans Kasper
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#78

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 18.02.2013 20:14
von ddr-bürger (gelöscht)
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@paramite

warum wird diese Belastung wohl auf den Steuerzahler abgewälzt? Wer ist eigentlich der Staat?

Diese zwei Fragen zeigen doch, hier ist eine verdeckte Subvention im wirken. Der Staat als Erfüllungsgehilfe der Industrie. Mit welchem Recht werden Steuerzahler zur Kasse gebeten um Niedriglöhne aufzufüllen?


Damals87, kassberg und Paramite haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 19.02.2013 10:07
von Paramite | 414 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #78
@paramite

warum wird diese Belastung wohl auf den Steuerzahler abgewälzt? Wer ist eigentlich der Staat?

Diese zwei Fragen zeigen doch, hier ist eine verdeckte Subvention im wirken. Der Staat als Erfüllungsgehilfe der Industrie. Mit welchem Recht werden Steuerzahler zur Kasse gebeten um Niedriglöhne aufzufüllen?


Ich bin doch kein Befürworter der Niedriglöhne.
Und verdeckt ist diese Subvention auch nicht. Sie liegt doch offen da. Die Industrie reibt sich die Hände, um die Milchkuh Staat melken zu können. Ist doch eine logische Rechnung, ich zahle wenig und meine Leute dürfen sich die Aufstockung zum Lebensunterhalt vom Staat holen. Liegt das nicht daran, dass die Industrielobby mit oben bei den rauchenden Köpfen hockt? So kann man sich legal die Taschen vollstopfen. Zu Zeiten der Wirtschaftskrise haben die Unternehmen durch die staatlichen Subvensionen über 50 Milliarden Euronen eingesackt! Aber der Geiz und die Habgier liegt in der Natur des Menschen!

Wer arbeitet, soll auch gerecht entlohnt werden. Nur wer nix arbeitet ,(besser gesagt nicht arbeiten will und da kenn ich genug) soll auch keine Leistung erhalten! Deswegen bin ich auch gegen diese 1000€ Grundsicherung für jene die nix arbeiten. Für mich ging es nur um diese Leute, die nix arbeiten wollen. Mir tun die Leute, die Tag täglich ihre Arbeit für einen Hungerlohn ausüben, Leid, die Putzfrauen, Paketdienste, Seniorenbetreuung, Kassiererin usw.
Solange sich aber die Bundestagsabgeordnete einig sind, wird sich daran auch nix ändern, egal welche Partei diese angehören.


Wenn du zu viel säufst, geht die Leber am Alkohol kaputt. Wenn du zu viel rauchst, haut's die Lunge auseinander. Aber das Hirn lässt sich mit allem Blödsinn füllen – es bleibt schmerzfrei! Richard Rogler

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#80

RE: Assiparagraph (§249)...

in Leben in der DDR 19.02.2013 10:27
von ddr-bürger (gelöscht)
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@paramite

mit den Niedriglöhnen bin ich voll Deiner Meinung. Nur wird es nie wieder auch nur eine annähernde Vollbeschäftigung geben. Was wird mit den nicht mehr "gebrauchten" Menschen?
Und wenn jetzt das Stichwort Ehrenamt kommt, dann werde ich auch hellhörig. Für mich persönlich gibt es Arbeit (egal welcher art) und dann ist diese Arbeit auch wert Entlohnt zu werden. Oder es ist eine "pseudo" Arbeit (Beschäftigungstherapie). Jede eherenamtlicheTätigkeit z.B. im soz. im Bereich schwächt die Position derer die mit dieser Arbeit ihren Unterhalt verdienen und irgendwie wäre das dann auch keine freiwillige Tätigkeit mehr. Dann haben wir wieder die "Arbeitspflicht".


Paramite hat sich für diesen Beitrag bedankt
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