#1

Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 13:37
von 80er | 564 Beiträge

Ich gehe davon aus, dass die Schreiber hier in diesem Forum zu 100 % nach dem 2. WK geboren wurden. Wievieler Nachkriegsgenerationen bedarf es eigentlich noch, damit dieses unsägliche Kapitel der deutschen Geschichte sich ganz normal einreiht in die Geschichtsschreibung von Kriegen und Zerstörungen und diese Präsenz aufhört, die uns heute fast schon täglich mit Jahrestagen und Sachbeiträgen in den Medien daran erinnert?

War der Antifaschismus in der DDR schon Programm und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit bedient , holt uns das Thema heute im vereinigten Deutschland wieder ein, nachdem in der Bundesrepublik der 50er, 60er und 70er Jahre eher Verdrängung an der Tagesordnung war und erst die "68er Bewegung" die Erinnerung zurückholte.

Mein Eindruck ist, dass die in der DDR aufgewachsene Generation nun schon zum 2. Mal mit diesem Kapitel deutscher Geschichte konfrontiert wird.

Machtergreifung, Münchner Ankommen, Überfall auf Polen, Frankreich, Belgien und die Sowjetunion, Wannsee Konferenz, Fall von Stalingrad, Aufstand im Warschauer Ghetto, Hitler Attentat, D-day, Bombardierung von Dresden, Kapitulation am 8.Mai - um nur die wichtigsten Eckdaten zu nennen. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht an irgendetwas zu erinnern wäre, dieses Thema betreffend. Ein ähnliches Bild auch in den Medien; Hitlers Helfer, Hitlers Frauen, Hitlers Regenschirm. Wenn auch letzteres gegenwärtig eher Einschaltquoten bedienend - Hitler sells - als ehrlicher Erinnerung geschuldet ist, wäre es nicht doch endlich einmal an der Zeit, von den Spätgeborenen das Gefühl von Schuld zu nehmen, damit sie noch zu Lebzeiten unbefangen nach Frankreich, Polen, die Niederlande usw. fahren können?
Nicht nur unsere Aussenpolitik ist immer noch geprägt von der Schuld unserer Vorfahren - im guten, wie im schlechten Sinn. Auch ich fühle mich immer noch verantwortlich, obwohl es in meiner Familie niemanden gibt bzw. gab, der aktiv Unterstützer dieses Systems gewesen ist.

War die Zeit des Nationalsozialismus und die Folgen auch mit Abstand die grösste Katastrophe, die von Menschen an Menschen begangen wurde, so folgten danach doch weitere, die aufgrund der Schwere dieser vorausgegangenen Verbrechen dem Vergessen anheim gefallen zu sein scheinen. Ich erinnere nur stellvertretend an den Algerien-, Indochina- und Vietnamkrieg. Wer oder was erinnert denn heute noch an diese Kriege? Wieso muss sich eine Nachkriegsgeneration -wie in unserem Fall- immer noch schuldig fühlen für etwas, für das ihre Väter und Grossväter Verantwortung trugen? Müssen wirklich erst die letzten Zeitzeugen wegsterben, die noch ein Interview über diese Zeit geben könnten? Ich finde, es ist Zeit, mindestens "einen Gang" zurück zuschalten.


Tobeck und Winch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 13:52
von Mike59 | 7.948 Beiträge

Ich gehe davon aus, das es nicht

Zitat
dieses unsägliche Kapitel der deutschen Geschichte sich ganz normal einreiht

ganz normal war und ist.
Ich trage keinerlei Schuldgefühle in mir - deine unvollständige Aufzählung sagt auch weswegen dies so ist. Der politische Wille wie dieses Thema behandelt wird ist eine andere Seite ein und der selben Medaille. Mit dem Finger auf andere zu zeigen ist in Deutschland (und in diesem Forum) etwas verpönt. Eine genau Betrachtung der gesamten europäischen Geschichte macht aber schon Sinn und diese Betrachtung sollte eben nicht erst 1938 beginnen.


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#3

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 13:56
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Auch auf die Gefahr hin, mir Tadel einzuhandeln...ich seh das locker! Wahrscheinlich müsst ihr Deutschen das einfach aushalten..


Theo


zuletzt bearbeitet 02.02.2013 14:02 | nach oben springen

#4

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 13:56
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ich denke nicht dass hier Schuld und Folgen nochmals diskutiert werden müssen!

Diese Zeit als ganz normal anzusehen, denn sonst sollte sie sich nicht normal einreihen, und sich von Mahn- und Gedenkveranstaltungen geradezu belästigt zu fühlen... na ja da werde ich jetzt besser nicht genauer darauf eingehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#5

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 14:54
von 80er | 564 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Auch auf die Gefahr hin, mir Tadel einzuhandeln...ich seh das locker! Wahrscheinlich müsst ihr Deutschen das einfach aushalten..


Ja, schon, aber wie lange noch?

PS: Du als Schweizer hast wenigsten den Beitrag verstanden!


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#6

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 21:27
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das Schreckgespenst Nationalsozialismus wird so lange von den Globalisten aus der Klamottenkiste herausgeholt um Deutschland gefuegig zu machen bis deutsche Politiker den Mut haben zu sagen das diese Zeit nicht mehr laenger politisch relevant ist und das anstelle von Politikern sich nur noch Historiker und Geschichtsforscher mit dieser Zeit und all dem was damals geschehen oder nicht geschehen ist befassen sollen. Aber das Wort "Mut" scheinen deutsche Politiker nicht zu kennen.


Winch und Ernst49 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.02.2013 21:27 | nach oben springen

#7

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 21:30
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #5
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Auch auf die Gefahr hin, mir Tadel einzuhandeln...ich seh das locker! Wahrscheinlich müsst ihr Deutschen das einfach aushalten..


Ja, schon, aber wie lange noch?

PS: Du als Schweizer hast wenigsten den Beitrag verstanden!


Solange noch bis wir deutsche Buerger den Berliner Schwaetzern und ihrem BRD "Staat" jegliches Gehorsam verweigern.


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#8

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 22:30
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #1

Ich gehe davon aus, dass die Schreiber hier in diesem Forum zu 100 % nach dem 2. WK geboren wurden. Wievieler Nachkriegsgenerationen bedarf es eigentlich noch, damit dieses unsägliche Kapitel der deutschen Geschichte sich ganz normal einreiht in die Geschichtsschreibung von Kriegen und Zerstörungen und diese Präsenz aufhört, die uns heute fast schon täglich mit Jahrestagen und Sachbeiträgen in den Medien daran erinnert?

War der Antifaschismus in der DDR schon Programm und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit bedient , holt uns das Thema heute im vereinigten Deutschland wieder ein, nachdem in der Bundesrepublik der 50er, 60er und 70er Jahre eher Verdrängung an der Tagesordnung war und erst die "68er Bewegung" die Erinnerung zurückholte.

Mein Eindruck ist, dass die in der DDR aufgewachsene Generation nun schon zum 2. Mal mit diesem Kapitel deutscher Geschichte konfrontiert wird.

Machtergreifung, Münchner Ankommen, Überfall auf Polen, Frankreich, Belgien und die Sowjetunion, Wannsee Konferenz, Fall von Stalingrad, Aufstand im Warschauer Ghetto, Hitler Attentat, D-day, Bombardierung von Dresden, Kapitulation am 8.Mai - um nur die wichtigsten Eckdaten zu nennen. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht an irgendetwas zu erinnern wäre, dieses Thema betreffend. Ein ähnliches Bild auch in den Medien; Hitlers Helfer, Hitlers Frauen, Hitlers Regenschirm. Wenn auch letzteres gegenwärtig eher Einschaltquoten bedienend - Hitler sells - als ehrlicher Erinnerung geschuldet ist, wäre es nicht doch endlich einmal an der Zeit, von den Spätgeborenen das Gefühl von Schuld zu nehmen, damit sie noch zu Lebzeiten unbefangen nach Frankreich, Polen, die Niederlande usw. fahren können?
Nicht nur unsere Aussenpolitik ist immer noch geprägt von der Schuld unserer Vorfahren - im guten, wie im schlechten Sinn. Auch ich fühle mich immer noch verantwortlich, obwohl es in meiner Familie niemanden gibt bzw. gab, der aktiv Unterstützer dieses Systems gewesen ist.

War die Zeit des Nationalsozialismus und die Folgen auch mit Abstand die grösste Katastrophe, die von Menschen an Menschen begangen wurde, so folgten danach doch weitere, die aufgrund der Schwere dieser vorausgegangenen Verbrechen dem Vergessen anheim gefallen zu sein scheinen. Ich erinnere nur stellvertretend an den Algerien-, Indochina- und Vietnamkrieg. Wer oder was erinnert denn heute noch an diese Kriege? Wieso muss sich eine Nachkriegsgeneration -wie in unserem Fall- immer noch schuldig fühlen für etwas, für das ihre Väter und Grossväter Verantwortung trugen? Müssen wirklich erst die letzten Zeitzeugen wegsterben, die noch ein Interview über diese Zeit geben könnten? Ich finde, es ist Zeit, mindestens "einen Gang" zurück zuschalten.


ja , war sie ohne wenn und aber !!! was danach kam oder noch kommt : auch schrecklich !! natürlich sind wir in unserer generation nicht verantwortlich für begangene verbrechen an der menscheit unserer deutschen vorväter !!! wir sind aber nun mal deutsche und andere nationen tun sich da mit der vergangenheit heut noch schwer , im angesicht des an ihnen ausgeübten völkermord's !! das sollte auch nie aus zukünftigen köpfen veschwinden und standart in jeder schule deutschland's sein ! nicht um 'schuldgefühle' zu wecken sondern ein bewußtsein : 'pro mensch' zu entwickeln , auf das sowas nie wieder geschehen kann !!!



dbeugue, DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 22:56
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim zum Thema:
„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

Aus der Geschichte sollte man lernen, das ist richtig, aber die Intensivierung der deutschen Erinnerungskultur proportional zu Zeitabstand der schrecklichen Ereignisse, der Vervollkommnung der Holocaustindustrie als Perpeteum mobile zum Gelddrucken und der Versuch allen Deutschen unabhängig von Lebensalter ein Kainsmal auf die Stirn zu pappen, erreicht bei immer mehr Menschen Widerspruch. Sehr viele Menschen sind es leid, täglich bewußt zu Büßen und sich ständig aufs Neue zu Ersetzen.
Der Toten und aller Opfer des letzten Weltkrieges sollte man hin und wieder gedenken, aber es gibt daneben auch noch ein Leben, im Heute und Jetzt.
Da ist es wohl sinnvoller den heutigen Kriegstreibern, die heute Kriege machen um angeblich den Frieden und die Demokratie weltweit zurecht bomben , ein wenig intensiver auf die schmutzigen Finger zu klopfen.


josy95, Winch, Tobeck und Ernst49 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 23:05
von dbeugue | 29 Beiträge

Ich war erstmal erstaunt , als der Sohn ( 17 JAhre alt ) meines Freundes mir gesagt hat, er musste als deutscher kein Schuld Gefühl haben, für was in 2te Wk passiert war ... Er hatte genug, als deutscher in anderen Ländern betrachten zu sein, sagte er ...

das hat mir irritiert, erstmal weil er nicht so oft im Ausland war, um wissen zu können, wie er als deutscher betrachtet wird !!! Er ist in seiner Gemütlichen LAge, aber kann behaupten, dass die anderen Ländern ihn als Deutscher betrachtet, ohne zu ahnen, warum..
Ich hatte das Gefühl, dass er selbt dieses Schuld Gefühl entwickelt hatte .. Er war davon schon im vorraus überzeugt, dass er als " schuldig " betrachtet wird ..

Und dass ich nicht , weil er sich als "verantwortlich" fühlte, dass man es nicht erwähnen darf .. Das ist sein Problem.. Was passiert ist, ist passiert ..Er muss damit umgehen... Das gehört zu jenem Geschichte, auch wenn man nicht persönlich teilgenommen hat...



Man kann gern die Geschichte von Frankreich sich genau angücken, und endlich die Wahrheit über Algeria sagen, ich werde da sein, und ich werde sagen : ya so ist es in der menschliche Geschichte, meine Eltern waren da, ich hoffe sie haben die richtige Entscheidung getroffen.. Wenn nicht .. Pech ... Ich entschuldige nicht mein LAnd, das Algerier aus dem Schiff im Wasser weggeschmiessen hat, weil sie nicht mehr nutzlich waren.. Und ich stehe gerade , und sage, das war sch....

Ich bin nicht von irgendwelchen Schuldgefühl behindert... Und dadurch kann ich die Wahrheit wahrnehmen !!!!!


zuletzt bearbeitet 02.02.2013 23:30 | nach oben springen

#11

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 23:05
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #1
... wäre es nicht doch endlich einmal an der Zeit, von den Spätgeborenen das Gefühl von Schuld zu nehmen, damit sie noch zu Lebzeiten unbefangen nach Frankreich, Polen, die Niederlande usw. fahren können? ...

Hallo 80er,

ich gehe mal davon aus, dass die oben zitierte Frage der Kern Deines Posts ist. Für mich würde sich da die Frage stellen, selbst wenn ich akzeptierte, dass diese Zeit bereits gekommen ist, wie das in irgend einer Weise "gesteuert" werden sollte. Also: Wer sollte den Spätgeborenen dieses Gefühl nehmen? Die Politik? Die Medien? Wir alle? Wir können nicht ignorieren, dass viele in unserer Bevölkerung dem Gedenken, dem kollektiven Nachdenken und der Forderung, dass wir uns der Vergangenheit verantwortungsbewusst stellen müssen, viel Raum geben, ob nun aus echter Überzeugung, aus Erfahrung, als Attitüde oder weil man es für politisch korrekt hält und meint dass es von einem erwartet wird. Meine durchaus ernst gemeinte Frage ist also, wer das wie von den Spätgeborenen nehmen sollte?

Die einen kennen das Gefühl der Schuld nicht, bestenfalls geistert ein "da war doch mal was" bei ihnen herum. Dann gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Sie werden, beispielsweise im Ausland, irgendwann damit konfrontiert oder nicht. Und dann? Vielleicht ist es ihnen peinlich, sich nicht mal mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt zu haben, vielleicht auch nicht. Mehr ist da nicht. Und die anderen, die wollen nicht, dass man ihnen das Gefühl der Schuld nimmt. Und dann gibt es noch viel mehr als das. Ich selbst verspüre kein wirkliches Gefühl von Schuld beim Gedanken an die Zeit des Faschismus. Dazu habe ich immer noch viel zu viel mit meiner eigenen Vergangenheit zu tun. Aber ich kann es nicht einfach ausblenden, denn es war in meiner Familie und damit also in meiner unmittelbaren Erziehung präsent. Ich bin mit einer großen Affinität zur Sowjetunion aufgewachsen, habe das quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ich will nicht, dass man mir irgendetwas von dem, was ich denke und fühle nimmt. Soviel zur persönlichen Ebene.

Und die politische Ebene? Welcher Politiker könnte sich vor einer Wahl hinstellen und erklären, dass sein Programm darin besteht, die Poltik so zu gestalten, dass sie sich ab jetzt vollkommen von der Vergangheit emanzipert? Und müsste er das überhaupt noch? Die deutsche Politik spielt inzwischen in Europa eine Geige, die schon lange nicht mehr von der Vergangenheit gestimmt wird. Der Prozess ist bereits im Gange, sich nicht mehr von der Schuld als Handlungsimpuls oder Bremse leiten zu lassen. Ich sehe da durchaus ein neues Selbstverständnis. Und die Versuche, deutsche Poltik mit der Vergangenheit ins Abseits zu stellen, lassen nach meinem Dafürhalten auch nach (Boulevard- und Regenbogenpresse mal ausgeklammert).

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 02.02.2013 23:07 | nach oben springen

#12

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 23:29
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #9
Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim zum Thema:
„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

Aus der Geschichte sollte man lernen, das ist richtig, aber die Intensivierung der deutschen Erinnerungskultur proportional zu Zeitabstand der schrecklichen Ereignisse, der Vervollkommnung der Holocaustindustrie als Perpeteum mobile zum Gelddrucken und der Versuch allen Deutschen unabhängig von Lebensalter ein Kainsmal auf die Stirn zu pappen, erreicht bei immer mehr Menschen Widerspruch. Sehr viele Menschen sind es leid, täglich bewußt zu Büßen und sich ständig aufs Neue zu Ersetzen.
Der Toten und aller Opfer des letzten Weltkrieges sollte man hin und wieder gedenken, aber es gibt daneben auch noch ein Leben, im Heute und Jetzt.
Da ist es wohl sinnvoller den heutigen Kriegstreibern, die heute Kriege machen um angeblich den Frieden und die Demokratie weltweit zurecht bomben , ein wenig intensiver auf die schmutzigen Finger zu klopfen.


macht man ja an unseren schulen in deutschland !! das ergebnis kannst du dir in deiner 'einkaufspassage' von unseren jugendlichen selber holen !!!
nach dem motto : je dümmer desto demokratischer ! aber für wen ?? die jenigen die noch nicht einmal ihre eigene 'geschichte' einordnen können ,
tun sich dann auch naturgemäß mit den heutigen machenschaften des 'finanzkapitals' sehr schwer !!!



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#13

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 02.02.2013 23:44
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #12
Zitat von Eisenacher im Beitrag #9
Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim zum Thema:
„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

Aus der Geschichte sollte man lernen, das ist richtig, aber die Intensivierung der deutschen Erinnerungskultur proportional zu Zeitabstand der schrecklichen Ereignisse, der Vervollkommnung der Holocaustindustrie als Perpeteum mobile zum Gelddrucken und der Versuch allen Deutschen unabhängig von Lebensalter ein Kainsmal auf die Stirn zu pappen, erreicht bei immer mehr Menschen Widerspruch. Sehr viele Menschen sind es leid, täglich bewußt zu Büßen und sich ständig aufs Neue zu Ersetzen.
Der Toten und aller Opfer des letzten Weltkrieges sollte man hin und wieder gedenken, aber es gibt daneben auch noch ein Leben, im Heute und Jetzt.
Da ist es wohl sinnvoller den heutigen Kriegstreibern, die heute Kriege machen um angeblich den Frieden und die Demokratie weltweit zurecht bomben , ein wenig intensiver auf die schmutzigen Finger zu klopfen.


macht man ja an unseren schulen in deutschland !! das ergebnis kannst du dir in deiner 'einkaufspassage' von unseren jugendlichen selber holen !!!
nach dem motto : je dümmer desto demokratischer ! aber für wen ?? die jenigen die noch nicht einmal ihre eigene 'geschichte' einordnen können ,
tun sich dann auch naturgemäß mit den heutigen machenschaften des 'finanzkapitals' sehr schwer !!!


Das sehe ich auch als Hauptproblem. In den Schulen werden im Geschichtsunterricht nicht die Finanziers, Kriegstreiber und die Ursachen des WK2 gelehrt, sondern werden nur Folgen in den Mittelpunkt gestellt. Da bleibt der Lehreffekt mager.


frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 00:10
von Barbara (gelöscht)
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Faschismus heißt in Konsequenz:
alles steht jederzeit zur Disposition, du kannst dich auf gar nichts verlassen, auf keinen Wert, keine Absprache, die permanente "Beunruhigung" und letztlich Entkernung des Menschen! blau ist morgen gelb oder 2+2=5 (Beispiel Orwell 1984) - WILLKÜHR!
Faschismus zielt auf die Abschaffung der Menschheit, die Ermordung "bestimmter Gruppen von Menschen" aus letztlich willkürlichen Gründen ist nur der Anfang, zur "Gewöhnung" so zusagen, hat bei den Nazis schon ziemlich gut geklappt. Ich glaube nicht, das das immer wieder von Hitler als Legitimierung oder gar Legitimierer seiner Verbrechen zitierte "Deutsche Volk" für ihn irgendeine Bedeutung hatte.
Wir können das nicht in unsere Geschichte einreihen wie die "Bauernkriege". Diese Zeit war die Stunde Null all dessen, was deutsche Kultur je ausgemacht hat. Alle über Jahrhunderte zivilisatorisch mühsam errungenen Werte - hinweggefegt! Und in welchem Tempo!
Dass die deutschen Länder sich in der Abstimmung im Reichstag widerstandslos haben gleichschalten lassen - sie haben mit "ja" ihrer eigenen Strangulierung zugestimmt - Parlamentarismus - ausgepustet - in 2 Monaten!
Das die gesamte "Linke" in Flügelkämpfen zerrissen politisch vollkommen versagt hat um dann mehr oder weniger geschlossen ins KZ oder die Emigration zu gehen... und in welch einem Tempo!
Ich brauche auch nicht die 170. Version von Fakten, Bildern, (und jetzt der Berghof sogar in Farbe! olala) aber dass "Deutschland" es geschafft hat in ganz kurzer Zeit, seine ganze Intelligenz zu vertreiben, zu verjagen, mundtot zu machen, das ist einmalig in der Geschichte! ich kann daran nicht vorbei und ich bin überzeugt, dass das Thema bleiben MUSS!
Diese Bestie kann jederzeit wieder den Kopf heben, wenn wir die Systematik darin nicht verstehen und bekämpfen!


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 00:38
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Den Alleinvertretungsanspruch der Einmaligkeit der deutschen Verbrechen würde ich nicht so stehen lassen. Da gibt es ja auch im Zeitraum seit 1945 bis heute, genug Beispiele von brutalem Völkermord weltweit. Da hat sich nicht viel geändert.
Nennt sich nur heute nicht mehr Faschismus, sondern in Orwells Neusprech; Krieg dem Terror, Vorneverteidigung, demokratieschaffende Aktivitäten usw.
Die sogenannte westliche Demokratie ist doch auch nicht das Papier wert, auf dem sie steht. Da kümmert sich keine Sau unter den Regierenden darum, welche Meinung das Volk zu den Aktivitäten ihrer Herrschenden hat. Völkerrecht, staatliche Souveränität, Rothschilds UNO usw,. sind doch schon lange tot und keinen interessierts. Der Faschismus ist schon lange zurück , es hat nur noch keiner geschnallt.

Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!

Zum Glück gibt es ja doch noch Widerstand


zuletzt bearbeitet 03.02.2013 00:41 | nach oben springen

#16

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 00:39
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #14
Faschismus heißt in Konsequenz:
alles steht jederzeit zur Disposition, du kannst dich auf gar nichts verlassen, auf keinen Wert, keine Absprache, die permanente "Beunruhigung" und letztlich Entkernung des Menschen! blau ist morgen gelb oder 2+2=5 (Beispiel Orwell 1984) - WILLKÜHR!
Faschismus zielt auf die Abschaffung der Menschheit, die Ermordung "bestimmter Gruppen von Menschen" aus letztlich willkürlichen Gründen ist nur der Anfang, zur "Gewöhnung" so zusagen, hat bei den Nazis schon ziemlich gut geklappt. Ich glaube nicht, das das immer wieder von Hitler als Legitimierung oder gar Legitimierer seiner Verbrechen zitierte "Deutsche Volk" für ihn irgendeine Bedeutung hatte.
Wir können das nicht in unsere Geschichte einreihen wie die "Bauernkriege". Diese Zeit war die Stunde Null all dessen, was deutsche Kultur je ausgemacht hat. Alle über Jahrhunderte zivilisatorisch mühsam errungenen Werte - hinweggefegt! Und in welchem Tempo!
Dass die deutschen Länder sich in der Abstimmung im Reichstag widerstandslos haben gleichschalten lassen - sie haben mit "ja" ihrer eigenen Strangulierung zugestimmt - Parlamentarismus - ausgepustet - in 2 Monaten!
Das die gesamte "Linke" in Flügelkämpfen zerrissen politisch vollkommen versagt hat um dann mehr oder weniger geschlossen ins KZ oder die Emigration zu gehen... und in welch einem Tempo!
Ich brauche auch nicht die 170. Version von Fakten, Bildern, (und jetzt der Berghof sogar in Farbe! olala) aber dass "Deutschland" es geschafft hat in ganz kurzer Zeit, seine ganze Intelligenz zu vertreiben, zu verjagen, mundtot zu machen, das ist einmalig in der Geschichte! ich kann daran nicht vorbei und ich bin überzeugt, dass das Thema bleiben MUSS!
Diese Bestie kann jederzeit wieder den Kopf heben, wenn wir die Systematik darin nicht verstehen und bekämpfen!



richtig ! und das wird sie auch wenn die bildung im volke fehlt !! nur dumme 'untertanen' werden ihren eigenen 'untergang' zusehen !!!



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#17

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 01:21
von Barbara (gelöscht)
avatar

Eisenacher:
Nicht Alleinvertretungsanspruch – ich würde was drum geben wenn das NS-Regime nicht Teil unserer Geschichte wäre!
Es ist entsetzlich einmalig – in der deutschen Geschichte und sogar in der Weltgeschichte, weißt du warum? Weil es geklappt hat! Ich habe von Krieg noch gar nicht gesprochen, nur von Innenpolitik des sog. „3. Reiches“. Komplette Gleichschaltung – auf allen Ebenen.
Du sollst töten!
Du sollst verraten!
Du sollst leugnen!
Du sollst kein Mensch sein!
Als System, als Glaube , als Staatliches Programm -eine schauderhafte Erfolgsgeschichte!

Die von dir angeführten Beispiele von Mord und Terror, Kriege seit 45, die x-fachen Menschenrechtsbrüche, Waffenhandel, Lügen und Scheinheiligkeiten – alles verabscheuenswürdig – Guantanamo, Abu Graid > da hebt die Bestie ihr Gesicht!
Aber sie haben nicht den Nationalsozialismus in seiner Brisanz „abgelöst“ , sondern dieser hat gezeigt wohin es führen kann, wenn wir nicht rechtzeitig den Mund aufmachen. Er ist sozusagen die Referenz.

„Die sogenannte westliche Demokratie ist doch auch nicht das Papier wert, auf dem sie steht.“
Ich würde eher sagen, sie ist angreifbar, unperfekt, wir müssen sie verteidigen, aber lassen wir sie um Himmels willen nicht unter die Räder kommen. Dafür sind wir alle verantwortlich nicht die anonyme Politikerkaste.
Solidarischen Gruß!
Barbara


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#18

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 13:46
von 80er | 564 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #11
Zitat von 80er im Beitrag #1
... wäre es nicht doch endlich einmal an der Zeit, von den Spätgeborenen das Gefühl von Schuld zu nehmen, damit sie noch zu Lebzeiten unbefangen nach Frankreich, Polen, die Niederlande usw. fahren können? ...

Hallo 80er,

ich gehe mal davon aus, dass die oben zitierte Frage der Kern Deines Posts ist. Für mich würde sich da die Frage stellen, selbst wenn ich akzeptierte, dass diese Zeit bereits gekommen ist, wie das in irgend einer Weise "gesteuert" werden sollte. Also: Wer sollte den Spätgeborenen dieses Gefühl nehmen? Die Politik? Die Medien? Wir alle? Wir können nicht ignorieren, dass viele in unserer Bevölkerung dem Gedenken, dem kollektiven Nachdenken und der Forderung, dass wir uns der Vergangenheit verantwortungsbewusst stellen müssen, viel Raum geben, ob nun aus echter Überzeugung, aus Erfahrung, als Attitüde oder weil man es für politisch korrekt hält und meint dass es von einem erwartet wird. Meine durchaus ernst gemeinte Frage ist also, wer das wie von den Spätgeborenen nehmen sollte?

Du hast die Kernaussage meines Beitrages erfasst! Ich habe den Beitrag eingestellt, um u.a. eben auch genau darauf Antworten zu finden. Sicher können wir den ehemaligen Alliierten die Feier ihres D-Days nicht nehmen. Auch können wir den Dresdnern das jährliche Gedenken am 13./14. Februar nicht absprechen. Es wäre aber doch schon ein Anfang, wenn nicht die allgemeine deutsche Öffentlichkeit durch Presse und Medien bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit entsprechenden Beiträgen "erinnert" würde. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es dabei tatsächlich um ein "Wachhalten der Erinnerung" geht, als vielmehr um den "Verkauf" wirksamer Schlagzeilen ("Mythos" Rommel, "Schlacht" um Stalingrad usw.). Meldungen mit Aufmacherbegriffen wie diesen in Anführungszeichen "verkaufen" sich leider immer noch gut.

Ich bin seit 19 Jahren mehr oder weniger häufig in Frankreich unterwegs. Im sechsten Jahr lebe ich hier. Am 8. Mai, der hier gesetzlicher Feiertag ist, kann es auch heute immer noch passieren, dass deutsche Autofahrer von entgegenkommenden französischen Lenkern an diesem Tag mit Lichthupe "begrüsst" werden.
Und nur am Rande sei erwähnt, dass der 11.11. in F ebenfalls ein Feiertag ist! Während in D dieser als Datum eher nicht mehr präsent ist, ist er den Franzosen (Kapitulation des Deutschen Kaiserreiches im 1. WK) immer noch einen Feiertag wert!

Ich lasse einmal offen, welchen Beitrag die ehemaligen Kriegsgegner leisten könnten, den Finger nicht immer wieder in die Wunde zu legen.

Aussenpolitisch ist mMn offensichtlich, wie gerade die deutsche Israelpolitik von der Schuld an der Judenvernichtung beeinflusst ist und sich mit Kritik äusserst schwer tut, wenn nicht sogar tabuisiert ist. Üben Nichtoffizielle Kritik, werden sie leicht in die rechte Ecke gestellt. Ganz nebenbei schüren wir den Nahostkonflikt mit den Waffenlieferungen an Israel auch noch.


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#19

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 14:26
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #18
(...) Am 8. Mai, der hier gesetzlicher Feiertag ist, kann es auch heute immer noch passieren, dass deutsche Autofahrer von entgegenkommenden französischen Lenkern an diesem Tag mit Lichthupe "begrüsst" werden.
Und nur am Rande sei erwähnt, dass der 11.11. in F ebenfalls ein Feiertag ist! Während in D dieser als Datum eher nicht mehr präsent ist, ist er den Franzosen (Kapitulation des Deutschen Kaiserreiches im 1. WK) immer noch einen Feiertag wert!
(...)

Ist logisch: Siege feiert man, Niederlagen nicht.
Theo


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#20

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 17:57
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #4
Ich denke nicht dass hier Schuld und Folgen nochmals diskutiert werden müssen!

Ähm, Ursachen wären ja vielleicht och ganz hilfreich? Die Vorortverträge, die Saarbesetzung, ...
Bin ja schon stille *mundzu*

P.S. Nur eins noch, zumindest nach dem zweiten Totalabsturz warens bissel schlauer, diese zu Allierten gemutierte Tripleentente.
Und auf einmal warn's zu viert, als Besatzer, nuja ... da gabs dann Marshall anstatt Morgenthau.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 03.02.2013 19:04 | nach oben springen



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