#21

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:11
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #19
Nun ja, die ganz unheimliche Geldvermehrung über Nacht mit Immobilienspekulation war es nun auch nicht.
Filetstücke wurden ganz gewiss nicht für eine Mark verklingelt und die anderen runtergewirtschafteten "Immobilien" haben erst mal richtig gekostet um die wieder auf den Markt zu bringen und in den 90ern wurde richtig in Sanierungen investiert.
Federn lassen mussten meißt Privatleute denen von windigen Verkäufern Eigentumswohnungen oder Büroflächen im Osten aufgeschwatzt wurden mit dem Versprechen traumhafter Renditen die sich dann, dank langfristigen Leerstands, in Luft auflösten.
Ich sag nur Immobilienfonds, da hat es gecrasht das die Bude wackelt.



Autsch.... jetzt hab ich doch glatt noch den Immobilienfachmann auf den Plan gerufen.
Hast schon Recht, Grenzwolf62...
Ein früherer Kollege aus Nürnberg hat mir Mitte der 90er (ich war damals in der Firma Leiharbeiter und pendelte jede Woche von Dresden) mal die Ohren vollgeklagt, wieviel er von seinem hart erarbeiteten Geld in solchen Immobilienfonds beim "Aufbau Ost" verspielt hat. Auf meinen Hinweis, dass die Grenze ja offen sei und er sich die Objekte ja hätte mal vorher ansehen können, wurde er dann still.
Die schwäbische Architektenwitwe hatte übrigens auch wieder nahezu alles verloren, was in den fetten Jahren Gewinn war.
Und heute ist das Geschäft im Osten zäh, ich weiss. Jede Menge Leerstand, auch in guten Lagen.
Zum meinem Glück hatte ich kein nennenswertes Kapital, um mich an diesem Monopoly zu beteiligen.

Gruss Hartmut


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#22

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:13
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #17
nun Liamax,

eigentlich hat das ja mit dem "Wunder Wende" nichts zu tun, ich hätte mir diese Anmerkung sparen sollen.
Dass es damals mit überzeugendem Auftreten als "Investor" vor der Treuhand ein Leichtes war, ein bis dato "volkseigenes" Grundstück für eine symbolische DM zu bekommen, weisst DU ja sicher noch.
Und wenn jener noch glaubhaft machen konnte, dass er im Falles eines Betriebes soundsoviel Arbeitsplätze garantiere, war er der Krösus.
Nur hatte der gewöhnliche DDR-Bürger nicht die Übung, so aufzutreten...

So ein Grundstück war allemal die eine DM wert, vor allem in der Folgezeit des grossen Baubooms mitte der 90ger.
Der nachfolgende Interessent hat sicher etwas mehr als eine DM dafür zahlen müssen.
Ist das kein "gutes Geschäft" ?

Ich hatte mal vor Jahren die Witwe eines schwäbischen Architekten kennengelernt, sie konnte mir so ein paar Geschichten aus jener Zeit erzählen.
Die beiden hatten in jener Goldgräberzeit ein Bauunternehmen in Dresden und etlich Villen in einer recht vornehmen Gegend, dem "Weissen Hirsch" erworben, teils saniert, weiterverkauft.....
Ich kannte die Objekte, deren Fotos sie mir zeigte - ich habe lange Jahre in Dresden gewohnt.
Als ich so ein paar Zahlen hörte, hab ich schon die Ohren angelegt, kannste glauben.

Gruss HArtmut

Hallo Hartmut
Also ich bin gebürtiger Dresdner ich kannte den Weißen Hirsch . 1967 als ich Dresden verlassen habe da waren diese Villen dank der Russen nur Bruchbuden . Das ist doch klar wenn einer sie saniert , daß er sie teuer verkauft .


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#23

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von linamax im Beitrag #16


Sag mir mal was für Filetstückchen sollen das gewesen sein .


U.a. der ehemalige Kombinatsbetrieb Verbundnetz Gas, der von der RWE -Tochter Ruhr Gas für einen Apfel und ein Ei übernommen wurde und heute noch unter Verbundnetz Gas firmiert. Siehe auch Sponsoring bei den Bobs u.a. Könnte noch weitere Beispiele anführen.

Vierkrug


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#24

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:38
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #22

Hallo Hartmut
Also ich bin gebürtiger Dresdner ich kannte den Weißen Hirsch . 1967 als ich Dresden verlassen habe da waren diese Villen dank der Russen nur Bruchbuden . Das ist doch klar wenn einer sie saniert , daß er sie teuer verkauft .



Hallo linamax,

ich glaub, da trügt Dich die Erinnerung ein wenig.
Die "Russen" haben nur in wenigen dieser Häuser gewohnt (ich von 1973-77 und von 1982 bis 1999 Dresdner).
"Bruchbuden" - nun, das ist relativ. Vieles abgewohnt, aber keine ausgesprochenen Ruinen:
Bei dem Mietniveau in der DDR und der Material- und Handwerker-Situation waren solche Sanierungen wie im grossen Bauboom Mitte der 90er kaum zu machen.

Gruss HArtmut


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#25

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 17:30
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #16
Zitat von Jobnomade im Beitrag #15
"das Wunder der Wende besteht für mich in der Beendigung des kalten Krieges" schreibt Ecki im ersten Beitrag.

Für mich auch.
Als ich im Frühjahr 1979 zum ersten mal den düsteren Grenzzaun sah, wusste ich: "hier stehst Du nun ganz vorn an der Trennlinie zweier Weltmächte, die sich gegenseitig misstrauen"

Mir war klar, dass es nur einen winzigen Anlass braucht, das Pulverfass Weltkrieg zu zünden - einmal war ich Augenzeuge, wie Kampffahrzeuge der US-Armee knapp vor dem Zaun stoppten.
Meine Grossväter mussten für den Kaiser (und natürlich auch "Gott und Vaterland") in den ersten Weltkrieg ziehen,
mein Vater war unfreiwillig Wehmachtssoldat an der Ostfront und einer der wenigen Überlebenden seines Jahrgangs 1922.
Wie mag das Ganze nun für mich ausgehen - fragte ich mich immer wieder, auch in den folgenden Jahren.

Im Oktober/November 1989 war ich dann noch mal Soldat, als Reservist der NVA. Und für eine Kurze Zeit hätte ich nicht ausgeschlossen, das das Ganze in einem Bürgerkrieg endet, der aufgrund der Nähe zur Trennlinie zwischen den beiden Weltmächten auch zu einem Weltkrieg führt.

Das Wunder für mich war, dass die Demos friedlich blieben und die Mächtigen der DDR offensichtlich keinen Plan zum Machterhalt hatten.

Dass nach einer kurzen Phase der Hoffnung auf einen besseren Sozialismus, der Begeisterung, die Glücksritter des Kapitals kamen und sich mit Hilfe der Treuhand die Filetstückchen sicherten, war für mich kein Wunder, sondern eigentlich gesetzmässig.
Ich hab's blos damals nicht so schnell begriffen.
Im Nachhinein hab ich mein "Kapital", meine gute Ausbildung, genutzt und ausgebaut und brauch mich deswegen nicht zu den Verlierern zählen.

Gruss Hartmut


Sag mir mal was für Filetstückchen sollen das gewesen sein .


Was meinst Du, warum sich der Konzern, zu dem wir jetzt gehören, zuerst nur den Bereich Absatz unter den Nagel riss ? Absatzmärkte, Kundenlisten, Abgreifen von Subventionen, gut ausgebildete Leute übernehmen (zählst Du Dich etwa nicht dazu ?), Top Lagen, 16 Millionen potentielle neue Kunden,
ein Maschinenpark, der in vielen Fällen nicht schlechter war als der in den altbundesdeutschen Betrieben, und da weiß ich, wovon ich rede, ich kenne genug Firmen im Westen (ich weiß ja nicht, in was für einer heruntergekommenen Klitsche Du gearbeitet hast). Konkret, wir haben unsere Klebstoffe in den gleichen Maschinentypen und der gleichen Technologie wie unser späterer Partner in PS hergestellt, lediglich die Abfüllung war moderner.
Dann hat sicher Deine eigene Arbeit vor der Wende auch nichts getaugt, oder wie muß ich das sehen ?



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#26

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 17:39
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #25
Zitat von linamax im Beitrag #16
Zitat von Jobnomade im Beitrag #15
"das Wunder der Wende besteht für mich in der Beendigung des kalten Krieges" schreibt Ecki im ersten Beitrag.

Für mich auch.
Als ich im Frühjahr 1979 zum ersten mal den düsteren Grenzzaun sah, wusste ich: "hier stehst Du nun ganz vorn an der Trennlinie zweier Weltmächte, die sich gegenseitig misstrauen"

Mir war klar, dass es nur einen winzigen Anlass braucht, das Pulverfass Weltkrieg zu zünden - einmal war ich Augenzeuge, wie Kampffahrzeuge der US-Armee knapp vor dem Zaun stoppten.
Meine Grossväter mussten für den Kaiser (und natürlich auch "Gott und Vaterland") in den ersten Weltkrieg ziehen,
mein Vater war unfreiwillig Wehmachtssoldat an der Ostfront und einer der wenigen Überlebenden seines Jahrgangs 1922.
Wie mag das Ganze nun für mich ausgehen - fragte ich mich immer wieder, auch in den folgenden Jahren.

Im Oktober/November 1989 war ich dann noch mal Soldat, als Reservist der NVA. Und für eine Kurze Zeit hätte ich nicht ausgeschlossen, das das Ganze in einem Bürgerkrieg endet, der aufgrund der Nähe zur Trennlinie zwischen den beiden Weltmächten auch zu einem Weltkrieg führt.

Das Wunder für mich war, dass die Demos friedlich blieben und die Mächtigen der DDR offensichtlich keinen Plan zum Machterhalt hatten.

Dass nach einer kurzen Phase der Hoffnung auf einen besseren Sozialismus, der Begeisterung, die Glücksritter des Kapitals kamen und sich mit Hilfe der Treuhand die Filetstückchen sicherten, war für mich kein Wunder, sondern eigentlich gesetzmässig.
Ich hab's blos damals nicht so schnell begriffen.
Im Nachhinein hab ich mein "Kapital", meine gute Ausbildung, genutzt und ausgebaut und brauch mich deswegen nicht zu den Verlierern zählen.

Gruss Hartmut


Sag mir mal was für Filetstückchen sollen das gewesen sein .


Was meinst Du, warum sich der Konzern, zu dem wir jetzt gehören, zuerst nur den Bereich Absatz unter den Nagel riss ? Absatzmärkte, Kundenlisten, Abgreifen von Subventionen, gut ausgebildete Leute übernehmen (zählst Du Dich etwa nicht dazu ?), Top Lagen, 16 Millionen potentielle neue Kunden,
ein Maschinenpark, der in vielen Fällen nicht schlechter war als der in den altbundesdeutschen Betrieben, und da weiß ich, wovon ich rede, ich kenne genug Firmen im Westen (ich weiß ja nicht, in was für einer heruntergekommenen Klitsche Du gearbeitet hast). Konkret, wir haben unsere Klebstoffe in den gleichen Maschinentypen und der gleichen Technologie wie unser späterer Partner in PS hergestellt, lediglich die Abfüllung war moderner.
Dann hat sicher Deine eigene Arbeit vor der Wende auch nichts getaugt, oder wie muß ich das sehen ?

Hallo
Du mußt nicht ausfallend werden .Ich habe in einen ehrenwerten Handwerksbetrieb gelernt . Ich habe eine sehr gute Ausbildung genossen . Die mir ab 1967 im freien Teil Deutschlands zu gute kam .


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#27

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 17:43
von Gelöschtes Mitglied
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Natürlich haben die Freunde blühende Landschaften hinterlassen , Bäume wurden bei 0,50 m abgeholzt , schnell waren sie wieder grün .
Wo sie hier im Raum Magdeburg die Villen besetzten .waren Kellerfenster und Türen zugemauert ,dann ein Loch in die Decke , fertig war die Latrine . Manche Keller waren voll mit Sc........ Kein Einheimischer hatte Interesse solche Häuser zu kaufen , sie wußten ja , was sie vorfanden , Heute sind es Schmuckstücke . Mfg ratata


linamax und Harra318 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 18:14
von ddr-bürger (gelöscht)
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@ratata
Wie viele Jahre lagen zwischen den Latrinenaktionen und dem Verkauf der Villen? Der direkte Zusammenhang ist wohl etwas weit her geholt.


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#29

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:31
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #26
Zitat von DoreHolm im Beitrag #25
Zitat von linamax im Beitrag #16
Zitat von Jobnomade im Beitrag #15
"das Wunder der Wende besteht für mich in der Beendigung des kalten Krieges" schreibt Ecki im ersten Beitrag.

Für mich auch.
Als ich im Frühjahr 1979 zum ersten mal den düsteren Grenzzaun sah, wusste ich: "hier stehst Du nun ganz vorn an der Trennlinie zweier Weltmächte, die sich gegenseitig misstrauen"

Mir war klar, dass es nur einen winzigen Anlass braucht, das Pulverfass Weltkrieg zu zünden - einmal war ich Augenzeuge, wie Kampffahrzeuge der US-Armee knapp vor dem Zaun stoppten.
Meine Grossväter mussten für den Kaiser (und natürlich auch "Gott und Vaterland") in den ersten Weltkrieg ziehen,
mein Vater war unfreiwillig Wehmachtssoldat an der Ostfront und einer der wenigen Überlebenden seines Jahrgangs 1922.
Wie mag das Ganze nun für mich ausgehen - fragte ich mich immer wieder, auch in den folgenden Jahren.

Im Oktober/November 1989 war ich dann noch mal Soldat, als Reservist der NVA. Und für eine Kurze Zeit hätte ich nicht ausgeschlossen, das das Ganze in einem Bürgerkrieg endet, der aufgrund der Nähe zur Trennlinie zwischen den beiden Weltmächten auch zu einem Weltkrieg führt.

Das Wunder für mich war, dass die Demos friedlich blieben und die Mächtigen der DDR offensichtlich keinen Plan zum Machterhalt hatten.

Dass nach einer kurzen Phase der Hoffnung auf einen besseren Sozialismus, der Begeisterung, die Glücksritter des Kapitals kamen und sich mit Hilfe der Treuhand die Filetstückchen sicherten, war für mich kein Wunder, sondern eigentlich gesetzmässig.
Ich hab's blos damals nicht so schnell begriffen.
Im Nachhinein hab ich mein "Kapital", meine gute Ausbildung, genutzt und ausgebaut und brauch mich deswegen nicht zu den Verlierern zählen.

Gruss Hartmut


Sag mir mal was für Filetstückchen sollen das gewesen sein .


Was meinst Du, warum sich der Konzern, zu dem wir jetzt gehören, zuerst nur den Bereich Absatz unter den Nagel riss ? Absatzmärkte, Kundenlisten, Abgreifen von Subventionen, gut ausgebildete Leute übernehmen (zählst Du Dich etwa nicht dazu ?), Top Lagen, 16 Millionen potentielle neue Kunden,
ein Maschinenpark, der in vielen Fällen nicht schlechter war als der in den altbundesdeutschen Betrieben, und da weiß ich, wovon ich rede, ich kenne genug Firmen im Westen (ich weiß ja nicht, in was für einer heruntergekommenen Klitsche Du gearbeitet hast). Konkret, wir haben unsere Klebstoffe in den gleichen Maschinentypen und der gleichen Technologie wie unser späterer Partner in PS hergestellt, lediglich die Abfüllung war moderner.
Dann hat sicher Deine eigene Arbeit vor der Wende auch nichts getaugt, oder wie muß ich das sehen ?

Hallo
Du mußt nicht ausfallend werden .Ich habe in einen ehrenwerten Handwerksbetrieb gelernt . Ich habe eine sehr gute Ausbildung genossen . Die mir ab 1967 im freien Teil Deutschlands zu gute kam .


grün: Na was willst Du dann ? Du warst doch da eines dieser Filetstückchen. Und die, die hierblieben, sind eine der Gründe dafür, daß sich hier Unternehmen ansiedeln.



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#30

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 21:01
von Ex-Huf (gelöscht)
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Die politischen Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 in Deutschland waren zweifelsohne von epochaler Bedeutung, egal ob man jene als Wende, oder Revolution oder sonstwas bezeichnet!
Damit ist jedoch keine Aussage über die Befindlichkeiten Einzelner getroffen, soll heißen, hier sollte sich niemand grollhaft und schuldzuweisend, wem gegenüber auch immer, verhalten.
Das Wunder der Wende war die Tapferkeit der "einfachen Leute" in der DDR, die Ignoranz der vergreisten Machtriege und der Liebesentzug der UdSSR.

Ein zu bedenkendes Wunder bleibt selbstredend die verwurzelte Gewaltfreiheit seitens der Bürgerrechtler, auch wenn gewisse Kreise heute behaupten, durch ihr "Stillhalten" seien die Geschehnisse gewaltfrei verlaufen.
Sich selbst belügen ist allerdings einfacher und heute allgegenwärtig verbreitet, besonders an diesem virtuellen Ort!

VG Ex-Huf


Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 21:16
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Ex-Huf im Beitrag #30
Die politischen Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 in Deutschland waren zweifelsohne von epochaler Bedeutung, egal ob man jene als Wende, oder Revolution oder sonstwas bezeichnet!
Damit ist jedoch keine Aussage über die Befindlichkeiten Einzelner getroffen, soll heißen, hier sollte sich niemand grollhaft und schuldzuweisend, wem gegenüber auch immer, verhalten.
Das Wunder der Wende war die Tapferkeit der "einfachen Leute" in der DDR, die Ignoranz der vergreisten Machtriege und der Liebesentzug der UdSSR.

Ein zu bedenkendes Wunder bleibt selbstredend die verwurzelte Gewaltfreiheit seitens der Bürgerrechtler, auch wenn gewisse Kreise heute behaupten, durch ihr "Stillhalten" seien die Geschehnisse gewaltfrei verlaufen.
Sich selbst belügen ist allerdings einfacher und heute allgegenwärtig verbreitet, besonders an diesem virtuellen Ort!

VG Ex-Huf


Dem kann( muss) ich vollends zustimmen !


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#32

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 21:20
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #30
Die politischen Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 in Deutschland waren zweifelsohne von epochaler Bedeutung, egal ob man jene als Wende, oder Revolution oder sonstwas bezeichnet!
Damit ist jedoch keine Aussage über die Befindlichkeiten Einzelner getroffen, soll heißen, hier sollte sich niemand grollhaft und schuldzuweisend, wem gegenüber auch immer, verhalten.
Das Wunder der Wende war die Tapferkeit der "einfachen Leute" in der DDR, die Ignoranz der vergreisten Machtriege und der Liebesentzug der UdSSR.

Ein zu bedenkendes Wunder bleibt selbstredend die verwurzelte Gewaltfreiheit seitens der Bürgerrechtler, auch wenn gewisse Kreise heute behaupten, durch ihr "Stillhalten" seien die Geschehnisse gewaltfrei verlaufen.
Sich selbst belügen ist allerdings einfacher und heute allgegenwärtig verbreitet, besonders an diesem virtuellen Ort!

VG Ex-Huf


rot: So reklamiert nun jede Seite die Tatsache, daß alles ohne einen Schuss abgelaufen ist und damit wohl unsägliches Leid vermieden wurde, für sich. Die Demonstranten wegen ihrer Friedfertigkeit und auch dem Vermögen, Krawallos in den eigenen Reihen, die es ganz sicher gegeben hat, unter Kontrolle zu halten und die bewafneten Organe wegen ihrer Besonnenheit und der auch für sie hohen moralischen Hürde bis zum Schusswaffeneinsatz und auch wiederum der Kontrolle der Scharfmacher in den eigenen Reihen.
Wollen wir hier peniebel auflisten, ob die eine Seite 51%, die andere Seite nur 49% Anteil am unblutigen Ablauf hatte ? Seien wir froh, daß es so war. Wenn die Akteure damals gewußt hätten, was für sie persönlich auf sie zukommt, wäre ein Putsch nicht auszuschließen gewesen. So, wie mit ehemaligen Offizieren umgegangen wurde, dafür hatten selbst Verantwortliche der entsprechenden Bundesorgane kein Verständnis.



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#33

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 21:34
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

@DoreHolm: Kurzfassung für Dich: Die Waffen hatten zu jener Zeit die bekannten Organe, die zutreffenden Argumente hatten die Demonstranten.
Die Hosen voll hatten die führungslosen Organe, mit zitternden Knien den Mut das Volk, weil es im Recht war!

Oder meinst Du etwa, das Volk muss sich noch heute bei einem Bewaffneten der "Arbeitermacht" für seinen Nichteinsatz der Waffe bedanken?

Huf


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#34

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 22:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo Ex-Huf, wenn an einem Abend im November vor 23 Jahren ein Oberst und nicht einer seiner Stellvertreter Dienst an einer gewissen GÜSt gehabt hätte, nun ... dann würdest Du diese Frage heute nicht oder anders stellen. Da aber 'nur' ein Oberstleutnant es war, lautet für mich die Antwort zumindest für diesen Abend JA!

Danke, Genosse OSL Harald Jäger


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 31.01.2013 22:54
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Ob die Wende ein Wunder war? Schwer zu sagen. Der damalige US President Ronald Reagan hat erheblich dazu beigetragen das sowas ueberhaupt moeglich wurde. Innenpolitisch kein besonders guter President, aber aussenpolitisch hat er durch seine Standfestigkeit einiges erreicht.


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#36

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 01.02.2013 01:28
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #35
Ob die Wende ein Wunder war? Schwer zu sagen. Der damalige US President Ronald Reagan hat erheblich dazu beigetragen das sowas ueberhaupt moeglich wurde. Innenpolitisch kein besonders guter President, aber aussenpolitisch hat er durch seine Standfestigkeit einiges erreicht.


erklärungsbedarf ???



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#37

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 01.02.2013 01:40
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #12
Ein paar Gedanken: Wer von den hier anwesenden Zeitzeugen hätte je damit gerechnet, das es eine Wende geben würde und dass die beiden deutschen Staaten jemals wiedervereint würden? Ich denke wohl Keiner! Insofern ist es für mich persönlich schon ein Wunder. Natürlich ist einiges anders verlaufen, als alle sich das vorgestellt haben. Aber solche Sachen entwickeln eine gewisse Eigendynamik. Mit dem Agieren der Treuhand bin ich auch nicht einverstanden und es stimmt, oftmals wurde mögliche Konkurenz bewußt ausgeschaltet. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass wohl nicht jeder Betrieb überlebensfähig war. Das der Westen der große Gewinner der Wende war, lasse ich mal dahingestellt. Schließlich hat die Wiedervereinigung ein wenig mehr gekostet, als die Portokasse hergegeben hat. Und dass aus dem Kalten Krieg kein Heißer geworden ist, grenzt auch an ein Wunder. Das es nicht geknallt hat, war eigentlich mehr eine Leistung weniger Einzelner, denen mehr als Dank gebührt. Ich glaube nicht, das man mit der Waffe in der Hand Frieden stiften kann, weder Gestern noch Heute!


ein ganzes land für'n 'appel und nen ei' und du sprichst hier von portokasse ???
also bin ich doch ein held ?? wie naiv bist du denn ???



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#38

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 01.02.2013 02:07
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #30
Die politischen Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 in Deutschland waren zweifelsohne von epochaler Bedeutung, egal ob man jene als Wende, oder Revolution oder sonstwas bezeichnet!
Damit ist jedoch keine Aussage über die Befindlichkeiten Einzelner getroffen, soll heißen, hier sollte sich niemand grollhaft und schuldzuweisend, wem gegenüber auch immer, verhalten.
Das Wunder der Wende war die Tapferkeit der "einfachen Leute" in der DDR, die Ignoranz der vergreisten Machtriege und der Liebesentzug der UdSSR.

Ein zu bedenkendes Wunder bleibt selbstredend die verwurzelte Gewaltfreiheit seitens der Bürgerrechtler, auch wenn gewisse Kreise heute behaupten, durch ihr "Stillhalten" seien die Geschehnisse gewaltfrei verlaufen.
Sich selbst belügen ist allerdings einfacher und heute allgegenwärtig verbreitet, besonders an diesem virtuellen Ort!
VG Ex-Huf


was ist denn bitte schön heute allgegenwärtig verbreitet ?? ich belüge mich ?? warum oder wieso ?? warst du an jenem tag zb. in berlin present ?? hast du diese erlebnisse wie ich sie , und andere auch, als zeitzeuge miterlebt ?? ich möchte dir ja deinen glauben , um gottes willen , nicht nehmen , aber ist es für dich bis an dein 'rest 'des lebens erstrebenswehrt , irgend 'was' zu hassen oder irgendwann frieden mit der vergangenheit zu schließen ???



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#39

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 01.02.2013 02:23
von Gelöschtes Mitglied
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Ich sehe die Wende nicht als Wunder ein Wunder war es „nur“, dass es nicht mit einen direkten Weltkrieg geendet hat. Es war so viel Glück dabei, zum Beispiel das die Grenzer an den Grenzübergängen die Nerven behalten haben. Hätten sich alle an das gehalten was sie gelernt haben, wäre alles anders und sicher sehr schlimm ausgegangen. Die DDR war aber wirtschaftlich kaputt. Selbst wenn es 89 nicht gegeben hätte, dann wäre es früher oder später auch zu Unruhen gekommen. Ich denke, selbst in der Regierung der DDR war einigen klar, dass die DDR wirtschaftlich nicht viel länger überleben kann, ohne soziale Einschnitte. Spätestens da wären die Leute auf den Straßen gegangen, was zu dem gleichen Ergebnis geführt hätte. Die Grenzöffnung selbst kam durch ungehorsam (zum Glück) einzelner Grenzsoldaten, dazu die Besonnenheit der Sowjetunion und das zum Glück für uns alle, das wir noch leben.


Grüße


zuletzt bearbeitet 01.02.2013 02:46 | nach oben springen

#40

RE: Das Wunder der Wende

in DDR Zeiten 01.02.2013 07:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wären es am 9.10.89 viel weniger mutige Menschen gewesen die in Leipzig auf die Straße gingen hätte es wohl das "Wunder" so nicht gegeben.


vogtlaenderjoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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