#21

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 14:09
von Passer | 74 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #20
Ja, Werner Teske war der letzte Hingerichtete in der DDR. Am 17. Juli 1987 gab Erich Honecker die Abschaffung der Todesstrafe in der DDR bekannt.

So sieht die "junge welt" den gestrigen Film "Mord in Eberswalde"
http://www.jungewelt.de/2013/01-30/031.php

Vierkrug


Der Artikel deckt sich doch weitestgehend mit unseren Beiträgen in diesem Thread...
Passer


1981-1984 MFS PKE
1985-1989 MFS Abt. VI/OLZ/Fahndung
1990 Fahndungsoffizier GBK (GT)
1990-1991 Kontrolloffizier f. Rückbau d. Grenzanlagen

François Mitterrand: "Ich war das Produkt meiner Erziehung und meines Milieus!"
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#22

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 14:49
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #14
Josy,

ganz so war es doch nicht.

Es gab schon einiges an Darstellungen zu schweren Straftaten in der DDR. Denk nur an Filme wie "Der Kreuworträtselfall" oder "Der Mann im Baum" u.ä.
Auch gab es "Der Staatsanwalt hat das Wort" und in der Wochenpost gab es entsprechende Berichte.

Aus meiner Sicht ist es wohl auch nicht ganz so einfach hier immer den richtigen Weg zu finden. Auf der einen Seite will man die Bevölkerung nicht beunruhigen, auf der anderen soll die Bevölkerung informiert werden.

Dann muss man dies auch alles in die Zeit einpassen. Heute kann man sicher einiges anders betrachten, aber zur aktuellen Zeit gab es gewiss Gründe für bestimmte Handlungsweisen.



Schon richtig, @Alfred.

Darum sind ja konkret zu diesen beiden Fällen (Hagedorn, Kreuzworträtselmord) die DDR- Verfilmungen bzw. Dokus wesentlich reallistischer und sehenswerter.

Und wie Du auch treffend feststellst, die Zeit spielt eine ganz erhebliche Rolle.

Ich habe einen Bekannten, altbundesdeutscher Kriminalbeamter im Ruhestand und mit nicht geringen Erfahrungen. Er erzählte mir, es war damals in den Altbundesländern und ist auch heute noch gängige Praxis (auch wenn es heute bei den sensationslüsternen Medien extrem schwer ist), bestimmte Gewaltverbrechen wie Mord u. ä. ersteinmal vor breiten Kreisen der Bevölkerung zu verheimlichen, sich bedeckt zu halten. Zwar spielen da auch ermittlungstaktische Dinge eine gewichtige Rolle, man möchte aber verständlicher Weise keine Art Panik unter der Bevölkerung auslösen.

Das man in der DDR aus politisch- ideologischer Taktik hat versucht, solche Delikte fast ausschließlich zu verheimlichen, ist aber auch kein Geheimnis. Und konnte man dann nicht mehr anders, der Fall X oder Y hatte ungewollt über Mundpropaganda die Runde gemacht, schob man die Ursache in den einschlägigen DDR- Medien auch zu gern dem Gegner, dem Klassenfeind BRD und seinen Medien zu. Sudel- Ede war für solche geziehlten propagandistischen Spitzen ja bestens bekannt.

Um noch einmal auf die damalige Zeit zurückzukommen. es war dann auch ab Anfang/ Mitte der 70-er wie ander Orten eine gewisse Öffnung der DDR- Medien auch für dieses heikle Thema Kriminalität im Sozialismus deutlich zu verspüren. Diese Zeit gilt ja als die Gründerzeit der Serien wie "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort".

Und ich schau mir eigentlich lieber diese alten Kamellen an als manchen heute produzierten Müll und Schrott, der noch meilenweiter von der Realität entfernt ist wie einst mancher SED- Funktionär....
Beste Beispiel das aktuelle Nachmittags- und Vorabendprogramm einiger privater Sender, zur besten Sendezeit. Wie einst bei Karl- Eduard: Gefahr erkennen und ganz schnell klick - den Sender wechseln!

josy95


Schreibfehler- Edit (15:33)


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 31.01.2013 15:37 | nach oben springen

#23

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:11
von StabsfeldKoenig | 2.646 Beiträge

Ich erinnere mich, daß um 1980 (+- ca. 2 Jahre) es ein Todesurteil gegen einen Altnazi (SS-Offizier/KZ-Arzt?) gab, der enttarnt wurde, nachdem er unter falschen Namen in der DDR lebte. Um wen ging es, wurde das Todesurteil vollstreckt?



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#24

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:13
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #23
Ich erinnere mich, daß um 1980 (+- ca. 2 Jahre) es ein Todesurteil gegen einen Altnazi (SS-Offizier/KZ-Arzt?) gab, der enttarnt wurde, nachdem er unter falschen Namen in der DDR lebte. Um wen ging es, wurde das Todesurteil vollstreckt?


Hallo, vermutlich er, passt zwar nicht mit deiner Zeitangabe, aber er war KZ-Arzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Fischer_%28Arzt%29

Der wurde später als Kriegsverbrecher verurteilt, bekam aber nicht die Todesstrafe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Barth


zuletzt bearbeitet 31.01.2013 16:20 | nach oben springen

#25

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Passer im Beitrag #21


Der Artikel deckt sich doch weitestgehend mit unseren Beiträgen in diesem Thread...
Passer


Deshalb auch noch einmal hier hineingestellt.

Vierkrug


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#26

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 16:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #24
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #23
Ich erinnere mich, daß um 1980 (+- ca. 2 Jahre) es ein Todesurteil gegen einen Altnazi (SS-Offizier/KZ-Arzt?) gab, der enttarnt wurde, nachdem er unter falschen Namen in der DDR lebte. Um wen ging es, wurde das Todesurteil vollstreckt?


Hallo, vermutlich er, passt zwar nicht mit deiner Zeitangabe, aber er war KZ-Arzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Fischer_%28Arzt%29



Es handelte sich hierbei um den ehemaligen Lagerarzt im KZ Auschwitz III Monowitz, Horst Fischer.

Vierkrug


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#27

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 19:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
In meiner ganz tiefen Provinz im Umkreis von 5 Kilometern, kannte ich persönlich zwei zu Tode gekommene Mädchen, die eine verschwand Ende der 70er mit 18 Jahren in Lugau und wurde 5 Jahre später in der Nachbarstadt Oelsnitz im Erzgebirge in einem Teppich eingewickelt in einem Keller unter einem abnehmenden Kohlehaufen gefunden.
Der Täter hatte nicht mehr für genügend Deckkohle gesorgt.
Die Verlobte eines Jugendfreundes wurde zwischen der Gemeinde Niederwürschnitz und der Stadt Lugau, wo sie abends mit dem Rad unterwegs war, Anfang der 80er einfach erschlagen, Täter konnte nicht ermittelt werden.
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.


zuletzt bearbeitet 31.01.2013 19:54 | nach oben springen

#28

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:19
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
In meiner ganz tiefen Provinz im Umkreis von 5 Kilometern, kannte ich persönlich zwei zu Tode gekommene Mädchen, die eine verschwand Ende der 70er mit 18 Jahren in Lugau und wurde 5 Jahre später in der Nachbarstadt Oelsnitz im Erzgebirge in einem Teppich eingewickelt in einem Keller unter einem abnehmenden Kohlehaufen gefunden.
Der Täter hatte nicht mehr für genügend Deckkohle gesorgt.
Die Verlobte eines Jugendfreundes wurde zwischen der Gemeinde Niederwürschnitz und der Stadt Lugau, wo sie abends mit dem Rad unterwegs war, Anfang der 80er einfach erschlagen, Täter konnte nicht ermittelt werden.
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.



in meiner Heimatstadt Neubrandenburg gab es mitte der 70ziger auch ein Mordfall an einer Schülerin,
den Täter hatte man gefasst ,das strafmass war eine langjährige Haftstrafe,jedenfalls wusste jeder Bescheid
über diesen Fall,wir wurden in der Schule von unserer Klassenlehrerin informiert wie wir uns verhalten sollen,
die Zeitung hatte auch darüber berichtet
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#29

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:23
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #22
Zitat von Alfred im Beitrag #14
Josy,

ganz so war es doch nicht.

Es gab schon einiges an Darstellungen zu schweren Straftaten in der DDR. Denk nur an Filme wie "Der Kreuworträtselfall" oder "Der Mann im Baum" u.ä.
Auch gab es "Der Staatsanwalt hat das Wort" und in der Wochenpost gab es entsprechende Berichte.

Aus meiner Sicht ist es wohl auch nicht ganz so einfach hier immer den richtigen Weg zu finden. Auf der einen Seite will man die Bevölkerung nicht beunruhigen, auf der anderen soll die Bevölkerung informiert werden.

Dann muss man dies auch alles in die Zeit einpassen. Heute kann man sicher einiges anders betrachten, aber zur aktuellen Zeit gab es gewiss Gründe für bestimmte Handlungsweisen.



Schon richtig, @Alfred.

Darum sind ja konkret zu diesen beiden Fällen (Hagedorn, Kreuzworträtselmord) die DDR- Verfilmungen bzw. Dokus wesentlich reallistischer und sehenswerter.

Und wie Du auch treffend feststellst, die Zeit spielt eine ganz erhebliche Rolle.

Ich habe einen Bekannten, altbundesdeutscher Kriminalbeamter im Ruhestand und mit nicht geringen Erfahrungen. Er erzählte mir, es war damals in den Altbundesländern und ist auch heute noch gängige Praxis (auch wenn es heute bei den sensationslüsternen Medien extrem schwer ist), bestimmte Gewaltverbrechen wie Mord u. ä. ersteinmal vor breiten Kreisen der Bevölkerung zu verheimlichen, sich bedeckt zu halten. Zwar spielen da auch ermittlungstaktische Dinge eine gewichtige Rolle, man möchte aber verständlicher Weise keine Art Panik unter der Bevölkerung auslösen.

Das man in der DDR aus politisch- ideologischer Taktik hat versucht, solche Delikte fast ausschließlich zu verheimlichen, ist aber auch kein Geheimnis. Und konnte man dann nicht mehr anders, der Fall X oder Y hatte ungewollt über Mundpropaganda die Runde gemacht, schob man die Ursache in den einschlägigen DDR- Medien auch zu gern dem Gegner, dem Klassenfeind BRD und seinen Medien zu. Sudel- Ede war für solche geziehlten propagandistischen Spitzen ja bestens bekannt.

Um noch einmal auf die damalige Zeit zurückzukommen. es war dann auch ab Anfang/ Mitte der 70-er wie ander Orten eine gewisse Öffnung der DDR- Medien auch für dieses heikle Thema Kriminalität im Sozialismus deutlich zu verspüren. Diese Zeit gilt ja als die Gründerzeit der Serien wie "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort".

Und ich schau mir eigentlich lieber diese alten Kamellen an als manchen heute produzierten Müll und Schrott, der noch meilenweiter von der Realität entfernt ist wie einst mancher SED- Funktionär....
Beste Beispiel das aktuelle Nachmittags- und Vorabendprogramm einiger privater Sender, zur besten Sendezeit. Wie einst bei Karl- Eduard: Gefahr erkennen und ganz schnell klick - den Sender wechseln!

josy95

Nicht nur in der DDR. Wir hatten im Rahmen einer Jugendtouristreise 1977 einen Russen kennengelernt,der auch in der DDR studiert hatte. Er sprach sehr gut deutsch, war aber aus meiner heutigen Sicht ein überhebliches A.....loch. Überheblich, weil er aus Novosibirsk stammte (viele dortige Einwohner fühlten sich etwas abgehoben wie bei uns früher die Berliner). Er behauptete mal in einer Diskussion, daß die russischen Menschen keine Kriminalität kennen und Kriminalität in Russland kein Thema ist. Ich erinnerte ihn daran, daß gerade Breshnew kurz vorher öffentlich die hohe Kriminalität in der SU beklagt hatte. Er hat da nur schief gegrient und nichts weiter gesagt.


Schreibfehler- Edit (15:33)



zuletzt bearbeitet 31.01.2013 20:24 | nach oben springen

#30

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:25
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #5
Ich sehe den Film gerade und würde gern wissen, ob die Zusammenarbeit zwischen der K und dem MfS (HA/Abt. IX?) hier realistisch dagestellt wird.

Wer hatte die Führung bei den Ermittlungen und wie war die Zusammenarbeit mit den einzelnen Personen beider Sicherheitsorgane.

Gab es diese Nachstellung mit den Kindern von MA'n der VP/MfS wirklich?

andy



Die Zusammenarbeit beider Organe lief nicht wie in diesem Film dargestellt ab. Es war eine kameradschaftliche und zielorientierte Zusammenarbeit Die Realität sah in etwa so aus:

Bei vorsätzlichen Tötungsdelikten konnte bei operativer Notwendigkeit auch
ein Zusammenwirken zwischen der Morduntersuchungskommission (MUK) und dem
Untersuchungsorgan des MfS erfolgen. Dabei gab es entsprechende
Abgrenzungen.
Der Erste Angriff mit der Tatortuntersuchung, Spurensuche und –sicherung
sowie operativer Spurenauswertung, kriminalistische Begutachtung von Spuren
und Begehungsweisen, Zeugenermittlungen im Tatortbereich, Ermittlungen und
Überprüfungen von Personen sowie die Ausschöpfung aller polizeilichen
Karteien und Register und die Einleitung von Fahndungsmaßnahmen sowie das
Stadium der weiteren Untersuchung einschließlich der Überprüfung
Erstverdächtiger wurden voll verantwortlich durch die MUK geführt.
Bei Vorliegen staatsfeindlicher Motivation erfolgte erst nach Weisung und
Abstimmung die Übernahme des Tatverdächtigen durch das Untersuchungsorgan
des MfS. Das vom Untersuchungsorgan des MdI eingeleitete
Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt blieb bis zum absoluten Nachweis der
Täterschaft beim Untersuchungsorgan des MdI (MUK).
Mit der Übernahme eines Tatverdächtigen durch das Untersuchungsorgan des MfS
war in die Auswertergruppe des MfS ein verantwortlicher Mitarbeiter der MUK
bzw. des Dezernates II einzuordnen. Alle im Zusammenhang mit dem
Tatverdächtigen erarbeiteten Dokumente (Vernehmungsprotokolle,
Ermittlungsberichte usw.) waren diesem Mitarbeiter zuzustellen und in den
Auswertungsprozess des Untersuchungsorgans des MdI einzuführen.
Bei Hinweisen auf staatsfeindliche Motivation eines Tötungsdeliktes an
Angehörige der VP erfolgte der Einsatz von Mitarbeitern aus der HA K des MdI
und der HA IX des MfS. Sie waren gegenüber den örtlich eingesetzten Kräften
federführend verantwortlich für die Festlegung und Durchsetzung aller zur
Aufklärung erforderlicher Maßnahmen und Handlungen.
Bei Nichtbestätigung der staatsfeindlichen Motivation oder des Tatverdachts
war der Verdächtige einschließlich der übernommenen Unterlagen in den
Verantwortungsbereich der MUK zurückzuführen.

Bei Tötungsdelikten, Suiziden und vorsätzlichen, schweren und
Körperverletzungen mit Todesfolge von und an Angehörigen der bewaffneten
Organe (Zoll, NVA, VP, MfS/auch IM), Ausländern und leitenden Funktionären
des Staatsapparates war das MfS involviert oder führte das Verfahren
selbstständig. Als Spezialistengruppen verfügte jede Abt. IX der BV über
eine Spezialkommission (SK), die in der Lage war, solche Straftaten
kriminalistisch zu untersuchen.
Bei schweren Straftaten der allgemeinen Kriminalität (ohne staatsfeindliche
Motivation), welche erhebliche Unruhe innerhalb der Bevölkerung auslösten,
ermittelten K und MfS gemeinsam, so auch im Fall Hagedorn.

Bei der Tatrekonstruktion, welche gefilmt worden ist, spielten Kinder von Kriminalisten die Opfer. Den Film kommentierte Prof. Dr. Ehrenfried Stelzer, Direktor der Sektion Kriminalistik.



josy95 und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:39
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
In meiner ganz tiefen Provinz im Umkreis von 5 Kilometern, kannte ich persönlich zwei zu Tode gekommene Mädchen, die eine verschwand Ende der 70er mit 18 Jahren in Lugau und wurde 5 Jahre später in der Nachbarstadt Oelsnitz im Erzgebirge in einem Teppich eingewickelt in einem Keller unter einem abnehmenden Kohlehaufen gefunden.
Der Täter hatte nicht mehr für genügend Deckkohle gesorgt.
Die Verlobte eines Jugendfreundes wurde zwischen der Gemeinde Niederwürschnitz und der Stadt Lugau, wo sie abends mit dem Rad unterwegs war, Anfang der 80er einfach erschlagen, Täter konnte nicht ermittelt werden.
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.





Kann mich auch an solch einen Fall erinnern. War im Nachbardorf (Drübeck). Da wurde auch eine 16- jährige im angrenzenden Wald des dortigen Schützenhauses nach der Disko ermordet. Muß so 1974/ 75 gewesen sein. Täter wurde sehr schnell gefasst. Und wie Du schon schreibst, in der hisiegen Presse (Volksstimme) nur ein verschwindend kleiner (logisch schnell zu überlesender) Hinweis.

In der Zwischenzeit gibt es hier im eigentlich beschaulichen provinzialen Ilsenburg seit Jahren einen ungeklärten Mord an einem Frührentner. Lief schon einige Male im TV, u. a. bei Aktenzeichen XY, Kripo- Life und "Ungeklärte Morde - dem Täter auf derv Spur".

Übrings, mein Bekannter (Kripopensionär) erzählte mir auch, das es eine Kategorie auch bei Morden gibt und auch schon immer gegeben hat, die sich da als "...von nicht besonderem öffentlichen Interesse" bezeichnet wird. Morde und Gewaltdelikte in bestimmten Milieu wie Drogen und Rotlicht. Zumal, wenn die Opfer meißtens auch nicht identifiziert werden können. Klar, wird dort auch ermittelt und zumimindest die Morddelikte verjähren nicht.
Die Akten werden aber relativ schnell bei Seite gelegt und es wird im wahrsten Sinne des Wortes eigentlich nur noch auf den Kommissar Zufall gewartet. Z. Bsp. bei Übereinstimmung von DNA- Spuren mit neueren und ähnlich gelagerten Delikten.

josy95


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#32

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 20:49
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
...

...
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.




Ich gehe auch davon aus das es mehr als genug Tötungsdelikte in der DDR gab.
Zum einen, wird es nicht in das von oben verordnete Bild einer sozialistischen Gemeinschaft gehört haben das es solche Delikte aus niederen Gründen gab. Zum anderen wird durch ein nicht bedienen der Sensationssucht die Zahl der Nachahmer eingedämmt.

In der jüngeren Geschichte gab es ja diverse Suizide auf der Göltzschtalbrücke. Das wurde hochgespielt bis zum Mysterium, insbesondere die Gruppensuizide. Es wurde in dieser Zeit eine beachtliche Zunahme solcher Vorfälle beobachtet. Bahn, Presse und Polizei haben daraufhin vereinbart, dass es sich bei solchen Fällen nur noch um "Bahn- Unfälle" handelt und ein Ausschlachten unterbleiben soll. Funktioniert wohl ziemlich gut. Mir sind allerdings keine Zahlen vor und danach bekannt. Ich gehe mal davon aus das es sich mit dem vor dem Zug werfen wieder in den "normalen" Größenordnungen bewegt.


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.01.2013 20:50 | nach oben springen

#33

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 31.01.2013 21:00
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #32
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
...

...
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.




Ich gehe auch davon aus das es mehr als genug Tötungsdelikte in der DDR gab.
Zum einen, wird es nicht in das von oben verordnete Bild einer sozialistischen Gemeinschaft gehört haben das es solche Delikte aus niederen Gründen gab. Zum anderen wird durch ein nicht bedienen der Sensationssucht die Zahl der Nachahmer eingedämmt.

In der jüngeren Geschichte gab es ja diverse Suizide auf der Göltzschtalbrücke. Das wurde hochgespielt bis zum Mysterium, insbesondere die Gruppensuizide. Es wurde in dieser Zeit eine beachtliche Zunahme solcher Vorfälle beobachtet. Bahn, Presse und Polizei haben daraufhin vereinbart, dass es sich bei solchen Fällen nur noch um "Bahn- Unfälle" handelt und ein Ausschlachten unterbleiben soll. Funktioniert wohl ziemlich gut. Mir sind allerdings keine Zahlen vor und danach bekannt. Ich gehe mal davon aus das es sich mit dem vor dem Zug werfen wieder in den "normalen" Größenordnungen bewegt.



...kann ich Dir bestätigen. Habe vor nicht all zu langer Zeit in der Fachpresse/ -Literatur konkret zu den Suiziden im Bereich der Göltzschtalbrücke einen entsprechenden Beitrag gelesen. Frag mich aber bitte nicht, welcher Titel.

Da ich beruflich Bereitschaft seit fast 20 Jahren machen muß, wünsche ich mir nur immer, niemals zu solchen schrecklichen Ereignissen gerufen zu werden. Aber egal ob Unfälle oder Suizide mit Todesfolge, ich glaub, das muß niemand haben! Im E- Fall kann man sich das natürlich nicht aussuchen!
Bis jetzt war der lieber Herr Gott da aber mit mir gnädig..., ich hoffe auch inständigst, das es so bleibt.


josy95


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#34

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 01.02.2013 07:33
von EK82I | 869 Beiträge

Der erwähnte Horst Fischer hatte sich ja auch in Spreenhagen niedergelassen. Es gab viele Patienten bei Ihm,die völlig überascht waren,über sein früheres Leben. Was ich hier gelesen habe,erstaunt mich aber. Gerüchteweise hiess es immer,die Freunde hätten den Arzt abgeholt und dann erschossen.
Frage mich dann,was stimmt denn nun?


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#35

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 01.02.2013 07:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59 im Beitrag #32
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also Tötungsdelikte wird es unter 17 Millionen Menschen sicherlich genug gegeben haben.
...

...
Bei solchen Vorgängen fand man meist in der Presse, wenn überhaupt, ganz an den Rand gequetscht einen kurzen Hinweis.




Ich gehe auch davon aus das es mehr als genug Tötungsdelikte in der DDR gab.
Zum einen, wird es nicht in das von oben verordnete Bild einer sozialistischen Gemeinschaft gehört haben das es solche Delikte aus niederen Gründen gab. Zum anderen wird durch ein nicht bedienen der Sensationssucht die Zahl der Nachahmer eingedämmt.




Ja, der entwickelte sozialistische Mensch in der sozialistischen Gesellschaft.
In den diversen Eck- u. Bahnhofsspelunken saß aber dann wohl der Rest der noch auf seine Sozialisierung wartete.
Bis in die Wartehalle des Karl-Marxstädter Busbahnhofes war damals die entwickelte soz. Gesellschaft auch nicht so recht vorangedrungen.
Solche Schlagworte waren doch nur Propagandagetöse, der Alkohol in Mengen konsumierende und zu Gewalt neigende Abschaum existierte in Größenordnungen.


zuletzt bearbeitet 01.02.2013 09:02 | nach oben springen

#36

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 19.11.2013 15:41
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

Habe das Thema wieder mal gefunden.
Den Film von dem Mörder habe ich jetzt gesehen. Wurde schon alles darüber berichtet.
Mir viel nur folgendes auf.
Der Mann der K trug in der Gerichtsverhandlung kein Parteiabzeichen! Warum nicht ? Ich kann mir nicht vorstellen das er parteilos war oder kurz vorher austrat.


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#37

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 19.11.2013 15:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Dann 22 h MDR - Sowjetarmee Geheim . Teil II vieles unbekanntes wird hier in der Doku berichtet .ratata


CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 18.06.2014 20:40
von josy95 | 4.915 Beiträge

Eilmeldung!

Eben erst in der Programmübersicht entdeckt, bestimmt hochinteressant:

Heute, 18.06.2014 20:15 Uhr auf NDR (N 3)

Meine Kindheit an der Ostsee,

1. Wiederholung morgen früh 06:35 Uhr auch auf N 3.

Mit bisher unveröffentlichen Aufnahmen zu Kindheit DDR und BRD an der Ostsee mit militärischen Sperrgebieten usw.!

josy95


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#39

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 18.06.2014 22:12
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #38
Eilmeldung!

Eben erst in der Programmübersicht entdeckt, bestimmt hochinteressant:

Heute, 18.06.2014 20:15 Uhr auf NDR (N 3)

Meine Kindheit an der Ostsee,

1. Wiederholung morgen früh 06:35 Uhr auch auf N 3.

Mit bisher unveröffentlichen Aufnahmen zu Kindheit DDR und BRD an der Ostsee mit militärischen Sperrgebieten usw.!

josy95


Danke für den Tip Josy--Die Sendung hat mal wieder die schönen Kindheitserinnerunge an der Ostsee wieder aufleben lassen.


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#40

RE: Heute Abend...

in DDR Zeiten 18.06.2014 22:33
von josy95 | 4.915 Beiträge

@Rostocker, alles klar! Haben ja doch einiges von Rostock und Werft, Deiner alten Heimat, gezeigt.

Hatte mir aber mehr von versprochen.

VG josy95


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