#61

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 27.01.2013 23:11
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #60
@ Frank #37, #57

auf Seite 19 der Schrift Der Antifaschismus als Staatsdoktrin der DDR, herausgegeben von der Konrad Adenauer Stiftung, Berlin 2009 (Quelle),
auf die @ Schuddelkind im Beitrag #34 schon hingewiesen hatte, wird deutlich, was mit "Sieger der Geschichte" gemeint ist!

PS: Interessant auch die Bewertung der Romane von Wolf, Seghers und Apitz auf Seite 20 der selben Abhandlung.


was man damit auch immer sagen will ? ich bild mir meine eigene betrachtungsweise ! und dazu gehört nun mal so wie ich es auch versucht habe darzustellen ,nämlich das kein deutscher vom 2. weltkrieg profitiert hat , im gegenteil wenn man die geschichte deutschlands im nachhinein betrachtet !! was auch immer über die ddr nach der wende veröffentlicht wurde von irgendwelchen stiftungen ect.,ehrlich gesagt muß man sich nicht jeden Sch...geben !!!



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#62

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 27.01.2013 23:17
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #61
Zitat von 80er im Beitrag #60
@ Frank #37, #57

auf Seite 19 der Schrift Der Antifaschismus als Staatsdoktrin der DDR, herausgegeben von der Konrad Adenauer Stiftung, Berlin 2009 (Quelle),
auf die @ Schuddelkind im Beitrag #34 schon hingewiesen hatte, wird deutlich, was mit "Sieger der Geschichte" gemeint ist!

PS: Interessant auch die Bewertung der Romane von Wolf, Seghers und Apitz auf Seite 20 der selben Abhandlung.


was man damit auch immer sagen will ? ich bild mir meine eigene betrachtungsweise ! und dazu gehört nun mal so wie ich es auch versucht habe darzustellen ,nämlich das kein deutscher vom 2. weltkrieg profitiert hat , im gegenteil wenn man die geschichte deutschlands im nachhinein betrachtet !! was auch immer über die ddr nach der wende veröffentlicht wurde von irgendwelchen stiftungen ect.,ehrlich gesagt muß man sich nicht jeden Sch...geben !!!


OK, können wir dann mal wieder aufs Thema kommen? Frank, wie wärs mal, wenn du uns von deinen Erfahrungen berichten würdest, wie du die antifaschistische Erziehung erlebt hast, ob du sie für sinnvoll erachtest, was dich geprägt hat? Weißt du, mir ging es bei der Erstellung des Threads um das persönliche Erleben!


Intellektuelle spielen Telecaster
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#63

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 27.01.2013 23:32
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #62
Zitat von frank im Beitrag #61
Zitat von 80er im Beitrag #60
@ Frank #37, #57

auf Seite 19 der Schrift Der Antifaschismus als Staatsdoktrin der DDR, herausgegeben von der Konrad Adenauer Stiftung, Berlin 2009 (Quelle),
auf die @ Schuddelkind im Beitrag #34 schon hingewiesen hatte, wird deutlich, was mit "Sieger der Geschichte" gemeint ist!

PS: Interessant auch die Bewertung der Romane von Wolf, Seghers und Apitz auf Seite 20 der selben Abhandlung.


was man damit auch immer sagen will ? ich bild mir meine eigene betrachtungsweise ! und dazu gehört nun mal so wie ich es auch versucht habe darzustellen ,nämlich das kein deutscher vom 2. weltkrieg profitiert hat , im gegenteil wenn man die geschichte deutschlands im nachhinein betrachtet !! was auch immer über die ddr nach der wende veröffentlicht wurde von irgendwelchen stiftungen ect.,ehrlich gesagt muß man sich nicht jeden Sch...geben !!!


OK, können wir dann mal wieder aufs Thema kommen? Frank, wie wärs mal, wenn du uns von deinen Erfahrungen berichten würdest, wie du die antifaschistische Erziehung erlebt hast, ob du sie für sinnvoll erachtest, was dich geprägt hat? Weißt du, mir ging es bei der Erstellung des Threads um das persönliche Erleben!


ja , finde ich !!! viele meiner antworten hatten und werden auch persönliches erlebtes zum inhalt haben !! gute nacht !!!



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#64

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 00:02
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #53
... Nicht die DDR, aber die Typen die dort in der Macht waren. Obwohl sie auch Deutsche waren lagen ihre Kriegssympatien klar bei den Sowjets. Kriegsgewinnler also, oder Deutsche die den Krieg gewonnen haben.


Ja, nachdem viele von ihnen selbst der Verfolgung und Ermordung durch ebensolche Deutsche entkommen mussten.
Wikiepedia ist eine schlechte Art zu antworten, aber ich lege Dir den Artikel zum Begriff Kriegsgewinnler mal ans Herz.
Ansonsten ist es halt sehr unterschiedlich, was Menschen antreibt oder sie ergreift. Der eine ist von Lassie so ergriffen, dass er bis zum Kartoffelphílosophen aufsteigt, der andere zeigt sich gerührt, wenn Menschen in unmenschlichen Lebensbedingungen sich die Menschlichkeit bewahren und unter Einsatz ihres Lebens ein Kind retten an einem Ort, wo zehntausende in den Tod gegangen sind.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.01.2013 00:03 | nach oben springen

#65

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 10:41
von 80er | 561 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #64

Ansonsten ist es halt sehr unterschiedlich, was Menschen antreibt oder sie ergreift. Der eine ist von Lassie so ergriffen, dass er bis zum Kartoffelphílosophen aufsteigt, der andere zeigt sich gerührt, wenn Menschen in unmenschlichen Lebensbedingungen sich die Menschlichkeit bewahren und unter Einsatz ihres Lebens ein Kind retten an einem Ort, wo zehntausende in den Tod gegangen sind.


Ja, Rainman. Warst Du eigentlich einmal Kind, oder bist Du schon in der Uniform geboren worden? Mich haben im Alter von 7 Jahren tasächlich andere Dinge interessiert; die Empathie für menschliche Schicksale in den KZ der Nazis kam später!


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#66

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 11:40
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #65
Zitat von Rainman2 im Beitrag #64

Ansonsten ist es halt sehr unterschiedlich, was Menschen antreibt oder sie ergreift. Der eine ist von Lassie so ergriffen, dass er bis zum Kartoffelphílosophen aufsteigt, der andere zeigt sich gerührt, wenn Menschen in unmenschlichen Lebensbedingungen sich die Menschlichkeit bewahren und unter Einsatz ihres Lebens ein Kind retten an einem Ort, wo zehntausende in den Tod gegangen sind.


Ja, Rainman. Warst Du eigentlich einmal Kind, oder bist Du schon in der Uniform geboren worden? Mich haben im Alter von 7 Jahren tasächlich andere Dinge interessiert; die Empathie für menschliche Schicksale in den KZ der Nazis kam später!


@80er, entschuldige aber bei dieser "Begründung" konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Du hast hier lang und breit erläutert warum und weshalb Dir die "massive" antifaschistische Erziehung von sowas auf den Senkel ging, die von @Rainman für den Unterricht in der Schule aufgezählten Bücher, die vielleicht 2 oder 3 Filme welche mehr oder minder Pflichtprogramm waren, haben Dich zu sehr seltsamen Kartoffelmetaphern verführt und jetzt kommst Du mit dem zarten Alter von 7 Jahren?
Die von Rainman erwähnten Bücher, Filme etc. waren, wenn, Schulstoff ab Klasse 7 und 8, der organisierte Besuch eines KZ's fand im Rahmen der Jugendstunden, also auch 8 Klasse statt ......
Es hat wohl keiner im Alter von 7 Jahren solche Bücher gelesen und nebenbei, im DFF lief zwar nicht 'Lassie', es liefen aber auch nicht permanent antifaschistische Erbauungsfilme für die lieben Kleinen ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 13:05
von 80er | 561 Beiträge

Na das freut mich doch, wenn Dich mein Beitrag erheitert hat.

Überhaupt erlaube ich mir, allen Nostalgiker n in Bezug auf die Untergegangene bzw. die Rolle, die sie darin spielten, die Empfehlung, die feindliche Übernahme nicht so verbissen zu sehen und einfach mal den kleinen privaten Aufstand wagen; eine grüne Weinflasche in den Container für weisse werfen oder eine Glühlampe im gelben Sack entsorgen sind doch gute Anfänge, dem Unrechtssystem die Stirn zu bieten. Es kostet nichts, kann ungemein entkrampfen, das Risiko ist überschaubar und eingesperrt wird man dafür auch nicht.


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#68

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 14:14
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #67
Na das freut mich doch, wenn Dich mein Beitrag erheitert hat.

Überhaupt erlaube ich mir, allen Nostalgiker n in Bezug auf die Untergegangene bzw. die Rolle, die sie darin spielten, die Empfehlung, die feindliche Übernahme nicht so verbissen zu sehen und einfach mal den kleinen privaten Aufstand wagen; eine grüne Weinflasche in den Container für weisse werfen oder eine Glühlampe im gelben Sack entsorgen sind doch gute Anfänge, dem Unrechtssystem die Stirn zu bieten. Es kostet nichts, kann ungemein entkrampfen, das Risiko ist überschaubar und eingesperrt wird man dafür auch nicht.


lila: habe mal gehört, daß die bunten Flaschen oft sowieso wieder alle zusammengekippt werden. Ich trenne trotzdem, weil ich ein ordentlicher und disziplinierter Mensch bin.



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#69

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 28.01.2013 21:56
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #65
... Ja, Rainman. Warst Du eigentlich einmal Kind, oder bist Du schon in der Uniform geboren worden? Mich haben im Alter von 7 Jahren tasächlich andere Dinge interessiert; die Empathie für menschliche Schicksale in den KZ der Nazis kam später!

Hallo 80er,

naja, auch ich war nicht immer alt. Wobei, wenn ich es genau nehme, war ich ein Kind bis ich 1988 zum Studium an die MPHS ging. Bei aller Selbstironie, so falsch ist das übrigens garnicht. Ich gebe aber zu, dass ich aus einem Haushalt kam, in dem es viele Bücher gab, gelesen wurde und es gab kein Westfernsehen. Überhaupt keins. Also hatten wir auch Zeit zum Lesen. Man tickt da auch ein wenig anders als der Durchschnitt. Meine Freunde zu Schulzeiten waren eher die ruhigen Typen. Na gut, dann begrabe ich mal das Kriegsbeil, immerhin hat Deine Fluchtgeschichte sehr viel Eindruck auf mich gemacht. Aber eines bin ich Dir noch schuldig, auch wenn ich jetzt vielleicht den Thread hier noch tief unter den OT-Bereich führe. Die Idee mit den Flaschen - naja, da gab es schon eine bessere Idee, will ich mal meinen.



ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#70

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 29.01.2013 11:31
von 80er | 561 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #68

habe mal gehört, daß die bunten Flaschen oft sowieso wieder alle zusammengekippt werden. Ich trenne trotzdem, weil ich ein ordentlicher und disziplinierter Mensch bin.

Zitat von Rainman2 im Beitrag #69
Aber eines bin ich Dir noch schuldig, auch wenn ich jetzt vielleicht den Thread hier noch tief unter den OT-Bereich führe. Die Idee mit den Flaschen - naja, da gab es schon eine bessere Idee, will ich mal meinen.



Noch ein letztes Mal OT zu meinem Beitrag in #67!

Da ich die Verwendung infantiler "Lächler" vermeide, andererseits aber nicht für jeden Leser deutlich wird, wann ein Beitrag von mir nicht ganz ernst
- sprich ironisch - gemeint ist, werde ich mich zukünftig bemühen, wenigsten die Ironie "An- und Ausschalter" zu benutzen.


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#71

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 24.09.2014 20:28
von Schakal | 271 Beiträge

Es war ja nie die Rede davon, dass unsere Großväter oder Urgroßväter in den Krieg zogen.
Nein, wer da Krieg führte, das waren die bösen deutschen Faschisten.
Bei der Behandlung des WK II im DDR-Geschichtsunterricht, gings auch größtenteils um die ruhmreiche Rote Armee und ihre Befreiungsaktionen.
Die anderen (westlichen) Alliierten wurden nach meiner Erinnerung kaum oder garnicht erwähnt. Das waren ja schließlich die neuen Imperialisten.
Stalin wurde auch möglichst nur ganz kurz erwähnt, wenn gerade keiner richtig hinhörte.
Ich schätze das Bildungssystem der DDR sehr, aber im Geschichts- und auch Stabüunterricht haben sie versucht uns für blöd zu verkaufen. Zum Glück gab`s ja das Westfernsehen mit seinem Bildungsauftrag!


--- Ex oriente lux.---
Hapedi und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 01:20
von StabsfeldKoenig | 2.637 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #71
Es war ja nie die Rede davon, dass unsere Großväter oder Urgroßväter in den Krieg zogen.
Nein, wer da Krieg führte, das waren die bösen deutschen Faschisten.
Bei der Behandlung des WK II im DDR-Geschichtsunterricht, gings auch größtenteils um die ruhmreiche Rote Armee und ihre Befreiungsaktionen.
Die anderen (westlichen) Alliierten wurden nach meiner Erinnerung kaum oder garnicht erwähnt. Das waren ja schließlich die neuen Imperialisten.
Stalin wurde auch möglichst nur ganz kurz erwähnt, wenn gerade keiner richtig hinhörte.
Ich schätze das Bildungssystem der DDR sehr, aber im Geschichts- und auch Stabüunterricht haben sie versucht uns für blöd zu verkaufen. Zum Glück gab`s ja das Westfernsehen mit seinem Bildungsauftrag!


Besorg Dir mal die Lehrbücher für den Geschichtsuntericht in der DDR. Die Rolle der Westalliierten wurde durchaus erwähnt. Selbst wenn die rolle der Sowjetunion möglicherweise überhöht dargestellt wurde, sie trug dennoch die Hauptlast im II. WK. Die Rolle der Deutschen wurde durchaus auch behandelt, der Roman "Werner Holt" von Dieter Noll war Pflichtliteratur in der 9. oder 10. Klasse. Auch der Roman "Die Stunde der toten Augen" von Harry Thürk beschreibt den II. WK aus deutscher Sicht. Man brauchte nicht zwingend das Westfernsehen, um zu wissen, was die Eltern oder Großeltern getan haben (könnten), obwohl Kriegserlebnisse durchaus auch Gesprächsthemen bei Familienfeiern waren.



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#73

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 10:45
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #71
Es war ja nie die Rede davon, dass unsere Großväter oder Urgroßväter in den Krieg zogen.
Nein, wer da Krieg führte, das waren die bösen deutschen Faschisten. ...

Hallo Schakal,

natürlich kann man durch Vergessen auch die Geschichte wieder so hinbiegen, dass sie einem selbst passt. Wir hatten in diesem Thread schon eine Reihe von Büchern genannt. Nehmen wir doch mal ein paar Beispiele:
- Hofé : "Merci Kamerad" - Landung der Alliierten in der Normandie, Kessel von Falaise
- Noll: "Werner Holt" Erster Band - Am Ende des Buches (nicht der Films) geht Holt in amerikanisch Kriegsgefangenschaft
- Strittmatter: "Der Wundertäter" Erster Band - Stanislaus Büdner u.a. in Paris
- Grümmer - "Irrfahrt" - U-Boot Geleitzugangriffe, Minenräumen in Nordfrankreich, Schnellbootfahrer im Mittelmeer

Das sind die, die mir auf die Schnelle einfallen, ich gehe da jetzt nicht tiefer.
Und in all diesen und noch mehr Büchern begegnen wir Menschen, die in Wehrmachtsuniformen gegen die westlichen Alliierten kämpfen. Menschen, mit deren Leben wir uns identifizieren konnten. Menschen, die unsere Väter / Großväter hätten sein können. Und an eines erinnere ich mich ganz sicher: Es hat mich nicht schockiert oder überrascht. Hätte es aber müssen, wenn ich durch die Schule ein absolut konträres Bild vermittelt bekommen hätte. Natürlich gab es unter den Lehrern auch die Vereinfacher, die Pauschalierer. Pech für deren Schüler. Aber in der Masse gab es dazu Information.
Zitat von Schakal im Beitrag #71
... Bei der Behandlung des WK II im DDR-Geschichtsunterricht, gings auch größtenteils um die ruhmreiche Rote Armee und ihre Befreiungsaktionen. ...

Dem stimme ich zu.
Zitat von Schakal im Beitrag #71
...Die anderen (westlichen) Alliierten wurden nach meiner Erinnerung kaum oder garnicht erwähnt. Das waren ja schließlich die neuen Imperialisten. ...

Dem stimme ich nicht zu. Das Bild, das von ihnen gezeichnet wurde entsprach sicher nicht der historischen Wahrheit und der Heroismus, den es auch hier gab, wurde sicher heruntergespielt. Ein genaues Abbild dieser Anschauungen zeichnet übrigens der sowjetische Fünfteiler "Befreiung". Während die sowjetische Führung stets weise und entschlossen handelt, wirken die Alliierten immer etwas vertrottelt und wenn es um Kriegsszenen der Westfront geht, wird eine schmissige, fröhliche Marschmusik unterlegt. Erwähnt wurden sie, die Landung in der Normandie wurde definitiv behandelt, die Ardennenoffensive wurde auch behandelt. Alles natürlich mit dem Hinweis, dass ohne die ruhmreiche Sowjetarmee nichts dergleichen geklappt hätte und dass die Sowjetsoldaten nun mal den Wettlauf um die Befreiung Berlin gewonnen hätten. Ja, da war viel Einseitiges, aber es stimmt schlicht und ergreifend nicht, dass es nicht behandelt wurde.
Zitat von Schakal im Beitrag #71
... Stalin wurde auch möglichst nur ganz kurz erwähnt, wenn gerade keiner richtig hinhörte. ...

Stalin ist ein anderes Problem. Dessen Bild wurde bis Glasnost und Perestroika vollkommen verfälscht. An ihm vorbei kam man ja nicht im Geschichtsbild. Exemplarisch ist für mich auch hier die Zeichnung Stalins in den Filmen "Befreiung", "Blockade" und "Schlacht um Moskau". Das entspricht auch dem mir vermittelten Bild dieser Person.
Zitat von Schakal im Beitrag #71
... Ich schätze das Bildungssystem der DDR sehr, aber im Geschichts- und auch Stabüunterricht haben sie versucht uns für blöd zu verkaufen. Zum Glück gab`s ja das Westfernsehen mit seinem Bildungsauftrag!

Nein. Man hat versucht, uns das Geschichtsbild der Zeit und des Landes zu vermitteln, in dem wir lebten. Und das haben die meisten mir bekannten Lehrer mit dem ehrlichen Bemühen getan, uns mit einem gute Rüstzeug ins Leben zu schicken. Im Bildungssystem ist einfach mal das Problem nicht anzusiedeln! Es ist eine Frage der Gesellschaft, in der die Oligarchie einer Parteinomenklatura die Deutungshoheit über Geschichte und Zeitgeschehen fest umkrampft im Griff behalten wollte. Deswegen die Leute einfach mal zu diskreditieren, die im Bildungssystem gearbeitet haben, halte ich, gelinde gesagt, für sehr ungenau.

Und es gab dann halt die, die sich damals schon neben dem Geschichtsunterricht in Geschichtsbüchern und/oder Belletristik über Zeit und Geschehen informierten und es gab die, die einfach nur die Glotze angeschaltet haben und warteten, dass Bildung über sie komme. Aber schön, dass wir drüber geredet haben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 10:58
von Gelöschtes Mitglied
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@Rainman2 , nicht zu vergessen das Buch von Erich Loest "Der Abhang".

Das Thema wurde umfassend behandelt, auch wenn es aus gesell. Gründen gefärbt wurde. Das ist wohl in jeder Gesellschaft so. Was laufen denn für Filme über den WK II im Fernsehen? Alle mit den amerikanischen Befreiern....

Vergessen lassen ist auch eine Form der "Geschichtsaufarbeitung".

Ergänzung: der zweite Teil war allgemein, ich denke da laufe ich bei Dir offene Türen ein.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.09.2014 11:00 | nach oben springen

#75

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 11:03
von Gelöschtes Mitglied
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Nach dem Krieg gab es den Spruch "Wer wieder eine Waffe anfasst dem solle der Arm abfallen oder faulen". Ich kann ihn leider nicht genau zitieren, aber der Sinn stimmt schon. Mein Vater war in amerikanischer Gefangenschaft auf den Rheinwiesen. Dort sagte ihm ein Offizier, dass die Deutschen irgendwann zusammen mit den Amerikanern nochmal gegen Russland in den Krieg ziehen. Mein Vater antwortete ihm, dass er in keinen Krieg mehr gehen würde. Wenn ich auch damals den Zusammenhang nicht so gesehen habe, denke ich doch heute, dass schon die Marshallplanhilfe an Deutschland den Zweck hatte Bündnispartner für amerikanische Kriegsziele zu rekrutieren.

Der Hesselfuchs


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#76

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 11:15
von Gelöschtes Mitglied
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Bei der antifaschistischen Erziehung (die ich natürlich befürworte) hatte ich immer den Eindruck, dass es darum ging vorgekaute Phrasen zu wiederholen. Diskussionen darüber wurden schon im Keimstadium abgewürgt. Das ist natürlich immer von den ausführenden abhängig gewesen. Da kann jemand anderes mit Sicherheit auch andere Erfahrungen gemacht haben. Mein kritisches Hinterfragen wurde immer politisch ausgelegt. Ich lasse mir auch heute ungern vorgefertigte Meinungen aufdrängen. Mit einer gewissen Lebenserfahrung und einer Portion gesunden Menschenverstand kann man die Spreu gut vom Weizen trennen.

Der Hesselfuchs


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 11:26
von Gelöschtes Mitglied
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Eines ist mir aus dieser Erziehung geblieben, das Grauen vor dieser Zeit. Und die zweite Frage, wo hätte ich gestanden? Der Mix aus Manipulation und Angst war umfassend. Eine solche Zeit ohne "Gefühle" zu betrachten ist unmöglich. Ich hätte vor Angst wahrscheinlich auch geschwiegen.....

Übrigens es gab auch einen sehr guten Film zu dem Thema. der Film handelte über die Entwicklung von M. von Brauchitsch "Ohne Kampf kein Sieg". Da wurde gezeigt wie eine Entwicklung erst mal pro NS verlaufen konnte.
Das waren für mich Momente ohne den "erhobenen Zeigefinger". Leider hat mancher versucht das "ZK noch links zu überholen" und hat Fragen abgewürgt oder mit Phrasen beantwortet. Die Grundtendenz der Erziehung in dem Gebiet fand ich richtig.


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#78

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 11:50
von damals wars | 12.130 Beiträge

Die anderen (westlichen) Alliierten hatten in unserer Familie bleibende Eindrücke hinterlassen, da brauchte die Schule nichts mehr machen.
Hannover- Braunschweig so als Hinweis.
Dann die Fahrt der alten Männer (des Volkssturm, der kapituliert hatte) auf der Kühlerhaube des rasenden Jeeps.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#79

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 20:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #75
Nach dem Krieg gab es den Spruch "Wer wieder eine Waffe anfasst dem solle der Arm abfallen oder faulen". Ich kann ihn leider nicht genau zitieren, ...

Stammt von FJS ...

"Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen".
Diese angebliche Äußerung aus dem Bundestagswahlkampf 1949 gehört zu jenen Zitaten, die immer wieder mit Franz Josef Strauß in Verbindung gebracht werden. Er selbst äußerte sich 1975 in einem Gespräch mit dem Publizisten Johannes Gross hierzu folgendermaßen:
"... Die Äußerung, die mir hier in den Mund gelegt wird, ist nur im Zusammenhang zu verstehen, so wie ich ihn oft dargelegt habe: Dass nämlich jeder Staatsmann, der zum Gewehr greift, um damit seine politischen Ziele durchzusetzen, und ich meinte damit Hitler mit dem Angriffsbefehl gegen Polen, die Hand abfallen soll".

Quelle: Rezension zum Buch "Menschen und Mächte" 1988 (Manuskriptfassung ACSP, NL Strauß Slg. Kray I 75/40)
gefunden bei www.fjs.de/fjs-in-wort-und-bild/zitate.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#80

RE: Antifaschismus/antifaschistische Erziehung in der DDR---ein Erfolgsmodell?

in DDR Staat und Regime 25.09.2014 21:11
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #72
Zitat von Schakal im Beitrag #71
Es war ja nie die Rede davon, dass unsere Großväter oder Urgroßväter in den Krieg zogen.
Nein, wer da Krieg führte, das waren die bösen deutschen Faschisten.
Bei der Behandlung des WK II im DDR-Geschichtsunterricht, gings auch größtenteils um die ruhmreiche Rote Armee und ihre Befreiungsaktionen.
Die anderen (westlichen) Alliierten wurden nach meiner Erinnerung kaum oder garnicht erwähnt. Das waren ja schließlich die neuen Imperialisten.
Stalin wurde auch möglichst nur ganz kurz erwähnt, wenn gerade keiner richtig hinhörte.
Ich schätze das Bildungssystem der DDR sehr, aber im Geschichts- und auch Stabüunterricht haben sie versucht uns für blöd zu verkaufen. Zum Glück gab`s ja das Westfernsehen mit seinem Bildungsauftrag!


Besorg Dir mal die Lehrbücher für den Geschichtsuntericht in der DDR. Die Rolle der Westalliierten wurde durchaus erwähnt. Selbst wenn die rolle der Sowjetunion möglicherweise überhöht dargestellt wurde, sie trug dennoch die Hauptlast im II. WK. Die Rolle der Deutschen wurde durchaus auch behandelt, der Roman "Werner Holt" von Dieter Noll war Pflichtliteratur in der 9. oder 10. Klasse. Auch der Roman "Die Stunde der toten Augen" von Harry Thürk beschreibt den II. WK aus deutscher Sicht. Man brauchte nicht zwingend das Westfernsehen, um zu wissen, was die Eltern oder Großeltern getan haben (könnten), obwohl Kriegserlebnisse durchaus auch Gesprächsthemen bei Familienfeiern waren.


@StabsfeldKoenig ,

dann werde bitte mal konkreter, was auch DEINE Eltern, besser vermutlich GROSSELTERN zur Zeit des 3. Reiches getan oder nicht getan haben.

Alles andere ist verallgemeinernde Polemiseierung, Herbeireden und offenen Bekundung einer Kollektivschuld einer Effizienzklasse A++++

Und: total fehl am Platze, da ohne Sachargumente!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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