#21

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 11:09
von Gelöschtes Mitglied
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Ich habe auch einen kleinen Hinweis bezüglich des Themas "Sie werden plaziert" - ankommen in der DDR.

http://books.google.de/books?id=imlDmZKK...enfelde&f=false

Vierkrug


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#22

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 13:45
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #21
Ich habe auch einen kleinen Hinweis bezüglich des Themas "Sie werden plaziert" - ankommen in der DDR.

http://books.google.de/books?id=imlDmZKK...enfelde&f=false

Vierkrug


Wen es dazu interessiert:

Das Aufnahmeverfahren in einem DDR- Übersiedlungslager dauerte damals im Schnitt 6 Wochen.
Diese Angabe bezieht sich auf das Frühjahr 1961.In dieser Zeit wurden die behördlichen Überprüfungen akribisch vorgenommen.
Da dieses Barackenlager,von dem ich hier schreibe,gerammelt voll war bzw. aus Nähten platzte,zog man die männlichen Übersiedler zu NAW-Arbeiten zur Erweiterung des Objektes heran.So hatten nach Beendigung der Einbürgerungsprozedur schon manche 50 und mehr NAW-Stunden abgerissen.
Es gab ausreichend medizinische Versorgung,normales und ausreichendes Kantinenessen und eine umfangreiche kulturelle Betreuung(kostenlos).
Hierbei gab es auch politische Veranstaltungen und Vorträge zum Leben in der DDR.Diese waren freiwillig .Auch eine Busfahrt durch Ostberlin wurde organisiert.
Die Barackenzimmer waren mit Doppelstockbetten,Spind und Tisch/Sitzmöglichkeiten versehen.(Design NVA)
Unter den Übersiedlern waren zahlreiche Familien mit Kindern,Einzelpersonen,BW-Angehörige,Fremdenlegionäre und auch politische Flüchtlinge aus Luxemburg z.b.
Einige Antragsteller wurden abgelehnt und mussten wieder zurück.
Befragungen wurden im Lager direkt durchgeführt,in Ausnahmefällen wurde man auch zu den Dienststellen ausserhalb vorgeladen.
Sehr viel Aufmerksamkeit wurde dem Lebensweg der Antragsteller den Jahren 1933/45 und danach gewidmet.
Das waren oft die Fragen, die das procedere der Einbürgerung verlängerten.
Diese Auskünfte beziehen sich auf das Übersiedlungslager Berlin-Blankenfelde.


seaman


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 13:58 | nach oben springen

#23

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 14:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zu Berlin-Blankenfelde gibt es auch im www einen Link.

http://www.ddr-rueckkehrer.de/cms/index....id=48&Itemid=41


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#24

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 14:37
von seaman | 3.487 Beiträge

Oh ja,
die Fotogalerie ist interessant für mich.

Gruss


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#25

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 15:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Diskus303 im Beitrag #20


Feliks, war es in etwa das, was Du wissen wolltest?




Ja vielen Dank. 1989 hat's ja fast schon nicht mehr Not getan, aber wer konnte das im August schon erahnen.

Wie sah es dort mit den Unterkünften aus, wie und in welcher Qualität wurde die Verpflegung realisiert, welche behördliche Hilfe gab es zwecks Wohnungssuche am [relativ frei] ausgesuchten Wohnort, welche Unterstützung gab es bei der Arbeitsplatzsuche, gab es eine finanzielle Starthilfe, wie war die Stimmung und der Umgang der "Insassen" des Lagers untereinander?

Die Fragen richten sich natürlich an alle die etwas dazu beitragen können.


P.S. Bitte beim zitieren darauf achten im eigenen Beitrag nicht die alte ausgelagerte Threadüberschrift zu verwenden.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 15:39 | nach oben springen

#26

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 16:04
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

200DM gab es als einmalige Hilfe. Dann konnte man Eingliederungshilfe beantragen, etwa in Höhe von Sozialhilfe. 145DM habe ich mit meiner Frau für ein 14m2-Zimmer im Übergangswohnheim bezahlt. Warmmiete all inklusive. Verpflegung auf eigene Rechnung. Im Zimmer befanden sich ein Doppelstockbett, alles neu und Made in GDR, ein DKK- Haushaltskühlschrank, Tisch und Stühle, Wasserkocher, Besteck und Geschirr.
Arbeitssuche und Wohnungssuche auf eigene Initiative, aber es gab Ansprechpartner bei Problemen. Alles in allem, sehr gute , fast perfekte Organisation.
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: Da keine gültige Zulassung betrachten wir dieses Fahrzeug als Müll und falls nicht innerhalb einer beseitigt, nach Abfallbeseitigungsgesetz Geldstrafe bis 50 000DM.
Giessen hat 5Tage in Anspruch genommen. Dort gab es Vollverpflegung gratis. Von Befragungen durch Geheimdienste war ich nicht betroffen. Das kam wohl auf die Vita an. Bundesland auswählen war schwierig , aber mit den richtigen Argumenten.(z.B. Mein Onkel wohnt in Hessen und besorgt mir einen Job) durchaus machbar.


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 16:07 | nach oben springen

#27

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 16:16
von seaman | 3.487 Beiträge

Bei mir gab es noch 150 DM einmalige Hilfe.Dann kurzfristig Sozialhilfe,die wieder zurückgezahlt werden sollte.

Ein Zimmer für 2 Personen im Bundesland nach Wunsch.Pension.
Hier musste man Badbenutzung und Bettwäsche zahlen.Selbstverpfleger.
Auf Eigeninitiative nach 6 wochen bezahlbare Sozialwohnung.Viele Behördengänge.Üppiges Arbeitslosengeld dann.
Dann sehr harte Arbeit und sehr gut bezahlter Job.

Gruss


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#28

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 16:26
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #26
(...)
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: (...)

Was konnte /durfte man eigentlich alles in die BRD mitnehmen?
Theo


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#29

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 16:29
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Eisenacher im Beitrag #26
(...)
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: (...)

Was konnte /durfte man eigentlich alles in die BRD mitnehmen?
Theo


Hatte nur meine Klamotten am Leib und paar Papiere.....


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#30

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 16:47
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Eisenacher im Beitrag #26
(...)
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: (...)

Was konnte /durfte man eigentlich alles in die BRD mitnehmen?
Theo


Rein theoretisch hätte man seinen ganzen Krempel als Umzugsgut bei einer offiziellen Ausreise mitnehmen können. war natürlich eine Frage der Kalkulation. Man hätte ja auch schon eine Wohnung haben müssen. Das war sicher nur in seltenen Fällen gegeben.


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#31

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 17:38
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #25
Zitat von Diskus303 im Beitrag #20


Feliks, war es in etwa das, was Du wissen wolltest?




Ja vielen Dank. 1989 hat's ja fast schon nicht mehr Not getan, aber wer konnte das im August schon erahnen.

Wie sah es dort mit den Unterkünften aus, wie und in welcher Qualität wurde die Verpflegung realisiert, welche behördliche Hilfe gab es zwecks Wohnungssuche am [relativ frei] ausgesuchten Wohnort, welche Unterstützung gab es bei der Arbeitsplatzsuche, gab es eine finanzielle Starthilfe, wie war die Stimmung und der Umgang der "Insassen" des Lagers untereinander?

Die Fragen richten sich natürlich an alle die etwas dazu beitragen können.


P.S. Bitte beim zitieren darauf achten im eigenen Beitrag nicht die alte ausgelagerte Threadüberschrift zu verwenden.



Um mal an die Ausführungen von @Eisenacher anzuknüpfen (Treath #26)

Es gab zu meiner Zeit pro Person DM 100,- Begrüßungsgeld, desweiteren gab es in Gießen eine Kleiderkammer, in der ausschließlich ladenneue Klamotten kostenfrei abgegen wurde erinnern kann ich mich hier an T-Shirts, Jeans, Pullover, Jacken...es gab da pro Mann und Maus eine Garnitur (Qualität war so im Bereich von C&A angesiedelt).
Die Unterünfte waren auch bei uns (sehr) voll: Wir als Ehepaar waren mit anderen (unbekannten) Zeitgenossen zusammen untergebracht, was nicht wirklich toll war. Essen war kostenlos und ok. Muß allerdings an dieser Stelle gestehen, das dies nicht wirklich wichtig für mich war, dafür gab es viel zu viel andere Sachen und Gedanken die einem im Kopf herumschwirrten...
Da wir ja während unseres Aufenthaltes in Gießen zu der Entscheidung gekommen sind in Wesseling anzulanden (und vorübergehend bei meinen Verwandten zu wohnen) ergab sich der weitere Werdegang auch aus dieser Entscheidung heraus.

In Wesseling angekommen, haben wir direkt die nächsten Tage die wichtigsten Formalitäten abgewickelt. Mit den Papieren von Gießen also angemeldet (Einwohnermeldeamt), Ausweis/ Reisepaß beantragt und (erstmal) arbeitslos gemeldet. Hier gab es dann das erste (kleinere) Problem. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich ja bekanntlich nach dem letzten ausgeübten Beruf. Leider (?) war aber meine (DDR-)Berufsbezeichnung nicht in dem dortigen Register vorhanden. Als mußte etwas improvisiert werden. Zusammen mit der guten Frau konnten wir dann über die hinterlegten Kriterien die einigermaßen passende neue Berufsbezeichnung herausfinden und zuordnen. Dies bedeutete aber auch gleichzeitig, daß ich meinen Facharbeiterbrief bei der IHK Köln "abgeben mußte. Dort wurde dann im Zuge eines sog. (?) Prüf-und Anerkennungsverfahrens mein "DDR-Facharbeiterabschluß" geprüft und im weiteren Verlauf auch nach bundesdeutschen Maßstäben anerkannt: ich bekam dann ein neue Zertifikat mit neuer Berufsbezeichnung.
Das war im übrigen nicht immer so: einem Freund von mir wurde sein Ingenieurabschluß nicht so ohne weiteres anerkannt. Er mußte eine (erneute) Prüfung vor der zuständigen IHK ablegen...
Leider war in meinem Beruf (Ich war zu DDR-Zeiten bei den Telefonern = graue Post) bei der Telekom kein Unterkommen. Stichwort SCHWARTZ-SCHILLING
Irgendwann sagte dann mein Onkel im tiefsten rheinländischen Dialekt zu mir: Jung wat willstee... Jeld verdiiieeene oder bei der Post anfaange??
Naja was soll ich sagen, mein Onkel war in einem größeren Chemieunternehmen angestellt und hat dort schon für mich vorsondiert: ich habe dann gegen Ende September als Quereinsteiger dort angefangen und im weiteren Verlauf meinen 2. Abschluß als Chemikant gemacht.

Edith: Rechtschreibkorrektur, Ortsangabe Gießen


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 19:58 | nach oben springen

#32

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 19:30
von Harzwanderer | 2.930 Beiträge

In Berlin gibt es ein sehenswertes Museum im Notaufnahmelager Marienfelde, wo auch viele Ost-Flüchtlinge aufgenommen wurden.

http://www.notaufnahmelager-berlin.de/de/


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#33

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:24
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #3
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #1
Zitat von Alfred im Beitrag RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung
Zitat von Ex-Huf im Beitrag RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung
Na Alfred, kannst Du wieder "gekonnt" ablenken und zubeißen?

VG Ex-Huf


Wieso ablenken.

Durchliefen die DDR - Bürger keine entsprechenden Befragungen u.a. auch durch Geheimdienste ?


Im Westen hatte man als Ostfluechtling das Recht eine Befragung durch Geheimdienste abzulehnen. Hatte man im Osten dieses Recht auch?


mag ja sein , dennoch denke ich liefen im 'hintergrund' einige 'prozesse' über diese personen ! was den osten betrifft ist jeder staat sein eigener 'Souverän' oder vereinfacht ausgedrückt : wenn du eine wohngemeischaft gründen möchtest , willst du doch auch wissen wer dein zukünftiger mitbewohner ist !! wer möchte denn schon ein 'Kuckucksei' !!!


Natuerlich wurde DDR Fluechtlingen und Uebersiedlern von westlichen Geheimdiensten hinterhergeschnueffelt und das is verwerflich. Aber Tatsache ist und bleibt das man eine persoenliche "Befragung" ablehnen konnte ohne dabei persoenlichen Schaden zu nehmen. Und das ging in der DDR nicht.


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#34

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:27
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo (Feliks),

vielleicht noch soviel zu Deinen Fragen:

Da wir nach Weggang von Gießen reichlich Hilfe privater Natur hatten "brauchte" wir keine wirkliche "Amtshilfen" bzw. Hilfen behördlicherseits.
Das heißt: ich kann nicht wirklich sagen wie und welche Hilfestellungen es ier in SachenWohnungssuche und/oder Arbeitsplatzsuche gab.
Was es allerdings gab: DDR-Aussiedler wurden zB. bei der Arbeitsplatzvergabe beim Arbeitgeber bevorzugt (entsprechende Qualifizierung bzw. berufliche und gesundheitliche Eignung vorrausgesetzt). Hier gab es staatlicherseits sowas wie "Fördergelder"
Wohnungsengpässe gab es damals auch kaum (der soziale Wohnungsbau wurde ja auch erst später so nach und nach eingestellt , so daß es nicht wirklich schwer war ein Wohnung zu finden.
Bis auf die genannten 2 x 100,- DM hatten wir erstmal keine finanziellen Hilfen bekommen. Ich kann nicht mal sagen, ob es da irgendwelche Kredite (zinslos/ zinsvergünstigt?) gegeben hat/hätte.
Was es allerdings gab: steuerliche Vergünstigungen: Über einen Zeitraum von 3 Jahren konnten wir eine Summe X (30000,- DM???) für "Wiederbeschaffung Hausrat" steuerlich in Abzug bringen.
Wir hatten einen relativ guten Start, was die Arbeitsplätze betrifft und somit relativ schnell vernünftiges Geld in der Tasche...
Von unseren Verwandten und deren Bekannten gab es reichlich Hilfe in Form von "Naturalien": ein Eierkocher hier, ein Schlafzimmerschrank da: für den absoluten Anfang war es ok. Der Rest kam mit der Zeit.


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 20:27 | nach oben springen

#35

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:36
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Diskus303 im Beitrag #34
Hallo (Feliks),

vielleicht noch soviel zu Deinen Fragen:

Da wir nach Weggang von Gießen reichlich Hilfe privater Natur hatten "brauchte" wir keine wirkliche "Amtshilfen" bzw. Hilfen behördlicherseits.
Das heißt: ich kann nicht wirklich sagen wie und welche Hilfestellungen es ier in SachenWohnungssuche und/oder Arbeitsplatzsuche gab.
Was es allerdings gab: DDR-Aussiedler wurden zB. bei der Arbeitsplatzvergabe beim Arbeitgeber bevorzugt (entsprechende Qualifizierung bzw. berufliche und gesundheitliche Eignung vorrausgesetzt). Hier gab es staatlicherseits sowas wie "Fördergelder"
Wohnungsengpässe gab es damals auch kaum (der soziale Wohnungsbau wurde ja auch erst später so nach und nach eingestellt , so daß es nicht wirklich schwer war ein Wohnung zu finden.
Bis auf die genannten 2 x 100,- DM hatten wir erstmal keine finanziellen Hilfen bekommen. Ich kann nicht mal sagen, ob es da irgendwelche Kredite (zinslos/ zinsvergünstigt?) gegeben hat/hätte.
Was es allerdings gab: steuerliche Vergünstigungen: Über einen Zeitraum von 3 Jahren konnten wir eine Summe X (30000,- DM???) für "Wiederbeschaffung Hausrat" steuerlich in Abzug bringen.
Wir hatten einen relativ guten Start, was die Arbeitsplätze betrifft und somit relativ schnell vernünftiges Geld in der Tasche...
Von unseren Verwandten und deren Bekannten gab es reichlich Hilfe in Form von "Naturalien": ein Eierkocher hier, ein Schlafzimmerschrank da: für den absoluten Anfang war es ok. Der Rest kam mit der Zeit.



Rot Mark: Es gab einen Kredit für Flüchtlinge. 3000 DM, Laufzeit über 8 Jahre und das ganze Zinslos.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#36

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:43
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Eisenacher im Beitrag #26
(...)
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: (...)

Was konnte /durfte man eigentlich alles in die BRD mitnehmen?
Theo

Bis auf diverse Ausnahmen eigentlich alles.
Ein Freund von mir hat seinen kompletten(?) Hausrat mitgenommen. Er ist ein paar Monate vor mir weg.
Er hatte sich einen kleine Container genommen und die vorher angemeldeten und genehmigten Sachen dort einglagert. War nicht wirklich günstig und hat sich auch nicht wirklich gelohnt. Aber da er mit Frau und Kind ausgereist war, war es ihm ziemlich wichtig.
Wenn ich mich recht entsinne hat er die Sachen erst nach seiner Übersiedlung von einem Freund an seinen neuen Wohnort schicken lassen.

Es gab zu DDR-Zeiten so eine "seltsame" Regelung, nach der nicht Alles ohne Weiteres ausgeführt werden durfte. Eine dieser Regelung hatte auch mich im Detail betroffen.
Hier ging es um sogenannte Antiquitäten.
Da ich die rechtliche Sitiuation nicht genau wiedergeben kann formuliere ich es mal so aus der Erinnerung heraus: Nach DDR-Recht, durfte nichts (ohne Prüfung/ in Augenscheinnahme) außer Landes gebracht werden, was vor 1950(?) produziert/ hergestellt wurde. Solche Sachen zählten automatisch als Antiquitäten und mußten begutachtet werden. Der entsprechende Gutachter entschied dann nach (?) ob das gute Stück im Rechtsraum DDR zu verbleiben hat oder ausgeführt/ mitgenommen oder per Paket verschickt werden durfte. Solche "Gutachten wurden dann auch schriftlich fixiert. Es war an dieser Stelle schlichtweg egal. ob es sich um Erbstücke oder auf andere Art Erworbenes (gekauftes) handelte...


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 20:50 | nach oben springen

#37

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Diskus303 im Beitrag #36
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Eisenacher im Beitrag #26
(...)
Ein Wermutstropfen war allerdings , als an meinem Wohnwagen Queck-Junior, der mir 11000M der DDR gekostet hatte, auf dem Parkplatz des Übergangwohnheimes eine rote Plakette angebracht war. Darauf stand sinngemäß: (...)

Was konnte /durfte man eigentlich alles in die BRD mitnehmen?
Theo

Bis auf diverse Ausnahmen eigentlich alles.
Ein Freund von mir hat seinen kompletten(?) Hausrat mitgenommen. Er ist ein paar Monate vor mir weg.
Er hatte sich einen kleine Container genommen und die vorher angemeldeten und genehmigten Sachen dort einglagert. War nicht wirklich günstig und hat sich auch nicht wirklich gelohnt. Aber da er mit Frau und Kind ausgereist war, war es ihm ziemlich wichtig.

Es gab zu DDR-Zeiten so eine "seltsame" Regelung, nach der nicht Alles ohne Weiteres ausgeführt werden durfte. Eine dieser Regelung hatte auch mich im Detail betroffen.
Hier ging es um sogenannte Antiquitäten.
Da ich die rechtliche Sitiuation nicht genau wiedergeben kann formuliere ich es mal so aus der Erinnerung heraus: Nach DDR-Recht, durfte nichts (ohne Prüfung/ in Augenscheinnahme) außer Landes gebracht werden, was vor 1950(?) produziert/ hergestellt wurde. Solche Sachen zählten automatisch als Antiquitäten und mußten begutachtet werden. Der entsprechende Gutachter entschied dann nach (?) ob das gute Stück im Rechtsraum DDR zu verbleiben hat oder ausgeführt/ mitgenommen oder per Paket verschickt werden durfte. Solche "Gutachten wurden dann auch schriftlich fixiert. Es war an dieser Stelle schlichtweg egal. ob es sich um Erbstücke oder auf andere Art Erworbenes (gekauftes) handelte...
Wer bekam diese Stücke dann?
Schalck-Golodkowski und seine KoKo?
Dann ging es doch noch,öfters verspätet in den Westen........


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#38

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 20:54
von Diskus303 | 485 Beiträge

Nein, wegenommen wurde bis dahin erst mal nichts
Man konnte sie verkaufen, verschenken und/ oder, oder aber sie anderweitig in der Familie belassen (zB. bei Erbstücken).

Naja, ein paar Sachen habe ich dann tasächlich "wiederbekommen", das ist aber schlichtweg der "Wendegeschichte" zu verdanken.
Wenn man versucht hat solche Sachen zu verschicken spielte immer eine Portion Glück eine Rolle.
Ich hatte einiges an Büchern was so leicht in den antiqurischen Bereich fiel mit der Post an Freunde; Bekannt und Verwandte verschickt.
Manchmal ging es im ersten Anlauf, manche Sachen mußten mehrmals verschickt werden. Hier kann ich nicht sagen, ob die Sachen dann nicht bemerkt wurden oder aber unterschiedliche Kontrolleure unterschiedliche Auffassungen vertraten, wenn Diese die Pakete kontrollierten.


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 25.01.2013 20:59 | nach oben springen

#39

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 21:02
von DoreHolm | 7.706 Beiträge

Schulden bei Behörden und Firmen durfte man auch nicht mitnehmen. Und von Immobilien mußte man sich trennen. Das weiß ich daher, weil der ehem. Eigentümer des Mietshauses, welches wir zur Lösung unseres Wohnungsproblems von ihm gekauft haben, erst dann seine Ausreisegenehmigung mit Familie bekam, wenn er das Haus verkauft und seine Schulden/Hypothek von ca. 25.000 Mark entweder bezahlt hat oder jemand (in diesem Fall wir als Käufer) gefunden hat, der den Kredit übernimmt. Der notarielle Kaufvertrag war dann im Frühjahr 89 durch und dann ist die Familie rüber. Anfang 90 kam er wieder und wollte sein Haus zurück.



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#40

RE: Persönliche Erfahrungen in Notaufnahmelagern nach Flucht oder Übersiedlung.

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.01.2013 21:07
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #39
(...) Der notarielle Kaufvertrag war dann im Frühjahr 89 durch und dann ist die Familie rüber. Anfang 90 kam er wieder und wollte sein Haus zurück.

Hatte der Kaufvertrag nach der Wende Bestand oder wurde "rückabgewickelt"?
Theo


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