#21

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 13:26
von erkoe | 301 Beiträge

Andy,

jede Woche Freitag 370 km hin und Sonntag 370 km zurück, davon im Sommer die ganze Strecke mangels PKW mit dem Motorrad. Da gehst du eigentlich schon nach einem viertel Jahr auf dem Zahnfleisch...

Aber du hast Recht, die Erfahrungen als Polizist möchte ich nicht missen, ebenso wie die in der Fliegerei. Falls meine Kinder mal Kinder anschleppen sollten, hätte der Opa wenigstens was zu erzählen...

VG
Erik


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


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#22

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 13:30
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von erkoe im Beitrag #19
Hallo Lutze,

wenn man sich vor Augen führt, was man als Polizist (Ost) für Kopfstände machen musste, um in den Polizeidienst (West) übernommen zu werden, ist meine Entscheidung heute nicht mehr nachvollziehbar. Wir haben die Gesetzeslage neu gelernt, uns von "Ausbildern" Demokratie beibringen lassen, sind argwöhnisch beäugt und aus manchem Kommissariat weggelobt worden... Trotzdem gab's den Ritterschlag und für mich und die Kripo-Marke + Dienstwaffe am Platz der Luftbrücke. Und aus dem gelben Behelfsausweis wurde sogar noch ein richtiger Dienstausweis der Berliner Polizei. Was war ich stolz auf meinen Job. Egal in welchem Kommissariat... Und ich hab so einige durch...

Was wäre allerdings aus der Beziehung geworden? Ich finde, dies ist ein 2-schneidiges Schwert. Meine Frau ist immer noch Lehrerin und kann "ihren" Traumberuf am Ort "ihrer" Wahl ausüben. Ich kann das nicht mehr, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, die mir so richtig auf die Füße gefallen ist. Und je mehr ich darüber nachdenke, trete ich mich gepflegt selbst in den A****.

Bitte nicht falsch verstehen: Die Frau war und ist es wert!!!!

VG
Erik

hallo Erik,
sei froh,dass du eine so tolle Frau hasst die wirklich hinter dir steht,
aber um auf das Ausgangsthema zurückzukommen,auch wir(26 Jahre verheiratet) überlegen
ernsthaft von S/H nach Meck/Pomm zurückzugehen(wegen Gesundheit derEltern)
aber das ist einfacher gesagt als getan,hier die Arbeit behalten und dort mit Ende 40,
wird schwierig
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#23

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 13:48
von erkoe | 301 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #22
Zitat von erkoe im Beitrag #19
Hallo Lutze,

wenn man sich vor Augen führt, was man als Polizist (Ost) für Kopfstände machen musste, um in den Polizeidienst (West) übernommen zu werden, ist meine Entscheidung heute nicht mehr nachvollziehbar. Wir haben die Gesetzeslage neu gelernt, uns von "Ausbildern" Demokratie beibringen lassen, sind argwöhnisch beäugt und aus manchem Kommissariat weggelobt worden... Trotzdem gab's den Ritterschlag und für mich und die Kripo-Marke + Dienstwaffe am Platz der Luftbrücke. Und aus dem gelben Behelfsausweis wurde sogar noch ein richtiger Dienstausweis der Berliner Polizei. Was war ich stolz auf meinen Job. Egal in welchem Kommissariat... Und ich hab so einige durch...

Was wäre allerdings aus der Beziehung geworden? Ich finde, dies ist ein 2-schneidiges Schwert. Meine Frau ist immer noch Lehrerin und kann "ihren" Traumberuf am Ort "ihrer" Wahl ausüben. Ich kann das nicht mehr, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, die mir so richtig auf die Füße gefallen ist. Und je mehr ich darüber nachdenke, trete ich mich gepflegt selbst in den A****.

Bitte nicht falsch verstehen: Die Frau war und ist es wert!!!!

VG
Erik

hallo Erik,
sei froh,dass du eine so tolle Frau hasst die wirklich hinter dir steht,
aber um auf das Ausgangsthema zurückzukommen,auch wir(26 Jahre verheiratet) überlegen
ernsthaft von S/H nach Meck/Pomm zurückzugehen(wegen Gesundheit derEltern)
aber das ist einfacher gesagt als getan,hier die Arbeit behalten und dort mit Ende 40,
wird schwierig
gruss Lutze



Hallo Lutze,

ich werd's ihr ausrichten. Mittlerweile ist ihre Mutter erkrankt und hört kaum noch was. Hier relativiert sich meine Entscheidung, denn stell dir vor, sie müsste jedesmal von Berlin nach Thüringen fahren, um die Mutter zu pflegen. Selbst wenn wir beide in unseren "Traum"-Job's arbeiten würden, wäre dies eine arge Belastung für die Beziehung und der Ausgang ungewiss. Trotzdem bleibe ich dabei: Damals war es die falsche Entscheidung. Ich habe zwar nie mit den Ämtern zu tun haben müssen, aber Spaß am Beruf stelle ich mir anders vor.

Und ich muss sicher nicht betonen, dass in der heutigen Zeit, mit 45 Lenzen auf dem Buckel, ein Neuanfang so gut wie ausgeschlossen ist.

VG
Erik


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#24

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 14:03
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von erkoe im Beitrag #23
Zitat von Lutze im Beitrag #22
Zitat von erkoe im Beitrag #19
Hallo Lutze,

wenn man sich vor Augen führt, was man als Polizist (Ost) für Kopfstände machen musste, um in den Polizeidienst (West) übernommen zu werden, ist meine Entscheidung heute nicht mehr nachvollziehbar. Wir haben die Gesetzeslage neu gelernt, uns von "Ausbildern" Demokratie beibringen lassen, sind argwöhnisch beäugt und aus manchem Kommissariat weggelobt worden... Trotzdem gab's den Ritterschlag und für mich und die Kripo-Marke + Dienstwaffe am Platz der Luftbrücke. Und aus dem gelben Behelfsausweis wurde sogar noch ein richtiger Dienstausweis der Berliner Polizei. Was war ich stolz auf meinen Job. Egal in welchem Kommissariat... Und ich hab so einige durch...

Was wäre allerdings aus der Beziehung geworden? Ich finde, dies ist ein 2-schneidiges Schwert. Meine Frau ist immer noch Lehrerin und kann "ihren" Traumberuf am Ort "ihrer" Wahl ausüben. Ich kann das nicht mehr, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, die mir so richtig auf die Füße gefallen ist. Und je mehr ich darüber nachdenke, trete ich mich gepflegt selbst in den A****.

Bitte nicht falsch verstehen: Die Frau war und ist es wert!!!!

VG
Erik

hallo Erik,
sei froh,dass du eine so tolle Frau hasst die wirklich hinter dir steht,
aber um auf das Ausgangsthema zurückzukommen,auch wir(26 Jahre verheiratet) überlegen
ernsthaft von S/H nach Meck/Pomm zurückzugehen(wegen Gesundheit derEltern)
aber das ist einfacher gesagt als getan,hier die Arbeit behalten und dort mit Ende 40,
wird schwierig
gruss Lutze



Hallo Lutze,

ich werd's ihr ausrichten. Mittlerweile ist ihre Mutter erkrankt und hört kaum noch was. Hier relativiert sich meine Entscheidung, denn stell dir vor, sie müsste jedesmal von Berlin nach Thüringen fahren, um die Mutter zu pflegen. Selbst wenn wir beide in unseren "Traum"-Job's arbeiten würden, wäre dies eine arge Belastung für die Beziehung und der Ausgang ungewiss. Trotzdem bleibe ich dabei: Damals war es die falsche Entscheidung. Ich habe zwar nie mit den Ämtern zu tun haben müssen, aber Spaß am Beruf stelle ich mir anders vor.

Und ich muss sicher nicht betonen, dass in der heutigen Zeit, mit 45 Lenzen auf dem Buckel, ein Neuanfang so gut wie ausgeschlossen ist.

VG
Erik



hallo Erik,
jedenfalls brauchst du dir diesbezüglich keinen Vorwurf machen,
und wer gibt schon gerne zu Fehler gemacht zu haben,
deine Beiträge sind ehrlich rübergekommen
gruss Lutze


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#25

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 14:55
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Erik, Lutze, Rainman und Andy,

danke für Eure sehr interessanten Beiträge, die viele Aspekte des persönlichen Lebens und Erlebens offenbaren. Es gibt sicherlich bei anderen Usern ähnliche Schnittstellen die Entscheidungen mit Tragweiten erfordern, die oftmals vorher nicht erkenn- und absehbar sind. Mein Respekt.
Sicherlich zögert man ab einem gewissem Alter auch mit mancher Entscheidung - aber manchmal sind sie auch umungänglich, um für sich selbst auch noch einmal den Sinn des Lebens zu bestimmen.
Ich habe u.a. 2006 im Alter von 57 Jahren mich noch einmal in das Abenteuer der Selbstständigkeit gestürzt und es bis heute nicht bereut. Ich hätte es bereits Jahre zuvor machen sollen, hatte aber auch gehadert. Verbunden mit dieser wirtschaftlichen Veränderung war die Rückkehr aus dem Bayernland nach Norddeutschland.
War von 1998 bis 2006 für zwei bayrische Unternehmen als Geschäftsführer tätig, es waren GmbH´s - auch anders übersetzt "Geh mit und du bist hin!". Also derjenige, der vor dem Gesetz seinen Kopf für andere hinhalten muß. Einige Mitstreiter und ich waren es leid, mit unserer guten, aber schlecht honorierten Tätigkeit, die Taschen der Geschäftsinhaber weiter zu füllen. Ein damaliger Großkunde half uns bei der Entscheidung und wir wagten eine Ausgründung. Andere ehemalige Kunden zogen nach. Die heutige Firma, nach dem Vorbild von MBO (Management-Buy-out), ist schuldenfrei und refinanziert sich aus den laufenden Kosten. Dieses "postsozialistische" Modell wird aber sehr argwöhnisch von einigen staatlichen Institutionen beobachtet, aber sie kommen auch nicht herum, uns eine sehr korrekte, teilweise vorbildliche Arbeitsweise zu bescheinigen. Alle gesetzlichen und sozialversicherungspflichtigen Bestimmungen werden eingehalten und eine übertarifliche Entlohnung schafft nicht nur ein gutes Betriebsklima, sondern fördert auch den Leistungswillen und die Leistungsbereitschaft aller Beteiligten. Man muß nicht immer 3 kg - Brote backen, es reichen oftmals auch Schrippen, um satt zu werden und zufrieden zu sein. Es sind alle sozial und finanziell ordentlich abgefedert und das in der DDR verletzte Leistungsprinzip wird auch weiterhin von uns gemeinsam umgesetzt - wie auch die kollektive Beratung und das Prinzip der straffen Einzelleitung (manchmal auch miltärischen...). Es hat sich seit März 2006 bewährt und bis dato alle Klippen erfolgreich umschifft. So langsam erfolgt die Übergabe des Staffelstabes an die Jüngeren, denn ich hege die Absicht, im kommendem Jahr meine Rente zu beanspruchen. Werde aber der Truppe weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Vierkrug.


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zuletzt bearbeitet 15.01.2013 14:56 | nach oben springen

#26

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 15:24
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo erkoe,
in Deiner Geschichte finde ich irgendwie unsere wieder. Bei uns ist es allerdings umgedreht. Meine Frau hat für mich ihren Traumjob aufgegeben. Wir ertappen uns jetzt immer öfter bei dieser "Was-wäre-wenn"-Geschichte. Zurückdrehen kann man das Rad der Geschichte allerdings nicht mehr. Wir haben es damals nicht besser gewusst und hatten uns 1994 entschieden, nach Rheinland-Pfalz umzusiedeln. Zu dieser Zeit gab es für mich als Konstrukteur im Maschinenbau keine Stellen. Nach 9 Monaten Arbeitslosigkeit liegen die Nerven schon etwas blank.
Das Unüberlegte an der Sache war, daß wir fast nur nach dem Verdienst geschaut hatten. Wie wichtig Freundschaften, Verwandschaft und die Heimatgefühle meiner Frau sind, haben wir erst später festgestellt. Ich habe in dieser Hinsicht keine Probleme. Wo mein Arbeitsplatz und mein Bett ist, dort ist auch meine Heimat. Meine Frau hat da schon große Probleme.
Und wenn man schon nach dem Gelde schaut, dann aber richtig (Renten, Preise für Immobilien, Fahrtstrecken ...).
Insgesamt ist der Wechsel nach Rheinland-Pfalz trotzdem positiv zu bewerten, denn an eine Rückkehr nach Sachsen-Anhalt denken wir nicht.

Ala tschüß.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#27

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 15:37
von Udo | 1.266 Beiträge

Wir sind 2003, nach dem Studium meiner damaligen Freundin (jetzt Ehefrau) von Wittenberge (hallo Ex-Huf) berufsbedingt nach Nauen gezogen. Meine Frau arbeitet in O-burg, ich in der Nähe von Werder/Havel. Nauen ist die goldene Mitte.
Anfangs war es sehr trist, denn Freunde und Familie blieben zurück und Nauen war nun nicht gerade der schönste Ort Brandenburgs. Am Wochenende sind wir meist doch „nach Hause“ gefahren.
Mittlerweile haben wir uns ein Häuschen gekauft und auch hier Freunde kennen gelernt. Die Stadt hat sich sehr entwickelt und wir erfreuen uns der Nähe zur Landes- und Bundeshauptstadt durch reichhaltiges Kulturangebot und sonstiger Begehrlichkeiten.
Zurück wollen wir nicht, denn mittlerweile sehen wir Wittenberge mit anderen Augen. Die Freundschaften in diese Stadt erhalten wir in jedem Fall aufrecht.


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#28

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 15.01.2013 20:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #22
Zitat von erkoe im Beitrag #19
Hallo Lutze,

wenn man sich vor Augen führt, was man als Polizist (Ost) für Kopfstände machen musste, um in den Polizeidienst (West) übernommen zu werden, ist meine Entscheidung heute nicht mehr nachvollziehbar. Wir haben die Gesetzeslage neu gelernt, uns von "Ausbildern" Demokratie beibringen lassen, sind argwöhnisch beäugt und aus manchem Kommissariat weggelobt worden... Trotzdem gab's den Ritterschlag und für mich und die Kripo-Marke + Dienstwaffe am Platz der Luftbrücke. Und aus dem gelben Behelfsausweis wurde sogar noch ein richtiger Dienstausweis der Berliner Polizei. Was war ich stolz auf meinen Job. Egal in welchem Kommissariat... Und ich hab so einige durch...

Was wäre allerdings aus der Beziehung geworden? Ich finde, dies ist ein 2-schneidiges Schwert. Meine Frau ist immer noch Lehrerin und kann "ihren" Traumberuf am Ort "ihrer" Wahl ausüben. Ich kann das nicht mehr, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, die mir so richtig auf die Füße gefallen ist. Und je mehr ich darüber nachdenke, trete ich mich gepflegt selbst in den A****.

Bitte nicht falsch verstehen: Die Frau war und ist es wert!!!!

VG
Erik

hallo Erik,
sei froh,dass du eine so tolle Frau hasst die wirklich hinter dir steht,
aber um auf das Ausgangsthema zurückzukommen,auch wir(26 Jahre verheiratet) überlegen
ernsthaft von S/H nach Meck/Pomm zurückzugehen(wegen Gesundheit derEltern)
aber das ist einfacher gesagt als getan,hier die Arbeit behalten und dort mit Ende 40,
wird schwierig
gruss Lutze
Insgesamt alles interessante Berichte.
Irgendwo hier im Forum gibt es schon einen ähnlichen Fred,dort schrieb ich auch schon.

Das der Erik eine tolle Frau hat die hinter ihm steht,wird bestimmt so sein!
Ich für meinen Teil lese aber auch aus @erkoes Texten heraus,dass unser EX-HUBSCHRAUBÄR seinen Beruf für seine Frau aufgegeben hat und zu ihr gezogen ist.
Er liebte seinen alten Beruf,mehr als seine jetzige Arbeit.
Das muß Liebe sein!
Nun sag ich mal,Eriks Frau kann ebenso froh und stolz sein,solch einen Mann zu haben,der vollends hinter ihr steht und all seine damaligen Pläne über den Haufen schmiss.
Solche Opferbereitschaft verlangt RESPEKT!
Das würde nicht jede(r) machen.....

Übrigens,ich feiere im Sommer meine Silberne........mit immer noch der 1. Puppe

Gruß ek40


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#29

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 20:04
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Ich bin gebürtiger Thüringer aus Gera ,-
nach meiner Ausbürgerung im April 1989 hab ich mich für die badischen Weinberge als neuen Wohnsitz entschieden.
Im Herzen bleibe ich immer ein Thüringer - obwohl ich nun - nach 25 Jahren in der wärmsten Ecke Deutschlands ,- nie wieder zurückgehen werde...


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#30

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 20:52
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Bei mir war das ganz einfach ,wo die Liebe hin fällt,das war vor 30 Jahren,dieses Jahr wird gesilbert.
Kurz und schmerzlos.
Gruss Rainer


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#31

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 21:20
von Greso | 2.377 Beiträge

In Wörlitz geboren,in Dessau und Wittenberg und wieder Dessau geschafft!.
Und zurück nach Wörlitz,wo ich alles verprasse.
Gruß Greso


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#32

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 21:23
von Gelöschtes Mitglied
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Geboren in Chemnitz und auch in der Heimat sterben, was anderes gibt es für mich nicht!
Grüsse Steffen52


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 21:34
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #32
Geboren in Chemnitz und auch in der Heimat sterben, was anderes gibt es für mich nicht!
Grüsse Steffen52

Steffen52,ich lege dir mal schnell ein Ei.
Gruss Greso


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#34

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 21:36
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Greso im Beitrag #33
Zitat von steffen52 im Beitrag #32
Geboren in Chemnitz und auch in der Heimat sterben, was anderes gibt es für mich nicht!
Grüsse Steffen52

Steffen52,ich lege dir mal schnell ein Ei.
Gruss Greso

@Greso, wo hast Du das her? Was hast Du mit Chemnitz am Hut?
Grüsse Steffen52


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#35

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 26.03.2014 22:45
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich bin im Jahr 1991 Reisebus gefahren.
Da auch viele Kaffefahrten dabei waren, wo im Winter dann meist wenig Arbeit war, fragte mein damaliger Chef wer denn arbeiten möchte, oder wer zu Hause bleiben möchte in der dürren Zeit.
Ich meldete mich zur Arbeit.
Die Arbeit bestand damals darin, mit einem Bulli, oder einem so genannten Hundefänger, Postwurfsendungen unserer Firma den Postämtern zu übergeben, welche sie dann austeilten.
Das hiess man bekam den Bulli voll mit Prospekten und man bekam je nach Tour ein ganzen Batzen Geld mit, da man die Ämter ja bezahlen musste.
Die Prospekte waren in ganz Deutschland zu verteilen, vorallem aber im Osten waren die meisten, es gab ja einen neuen Markt.
Es wurde dann so geregelt, dass man im Umkreis von rund 100 km seiner Heimatstadt -meine war damals Naumburg-, ALLE Postämter und Poststellen in Städten und Dörfern abzuklappern hatte bis der Bulli leer war.
Das war Arbeit für eine Woche -geplant-, Samstags hatte man sich dann wieder am Firmensitz bei Bielefeld einzufinden um Nachschub zu fassen.
Wer schnell war und sich auskannte, richtig plante und die Öffnungszeiten voll nutzte, hatte bereits am Mittwoch den Bulli leer, also anschliessend 2 Tage gammel voll bezahlt.


Das tat ich dann auch, ich klapperte alles ab.
Eine Tour führte mich nach Köthen aufs Postamt.
Ich fand es dann auch relativ gut, anschliessend hatte ich noch eine Kleinstadt, 3 Dörfer und Halle/Saale Hauptpost.

Damals war es in Köthen für Ortsfremde ziemlich undurchsichtig zu fahren, Einbahnstrassen, Sperrungen etc.pp. das volle Programm, fehlende Schilder dazu. Naja, ist heute nicht unbedingt besser geworden.
Ich fuhr da im Kreis wie ein doofer, es war dann schon nach 13 Uhr, mein Magen leer, keine Pause seit morgens 5 Uhr als ich in Naumburg abfuhr.
Ich kam an einem Eiskaffee vorbei, von aussen alles neu gemacht schon, sah einladend aus, ich dachte an Wiener oder Bockwurst mit Kartoffelsalat, dass musste es da doch geben.
Also Bulli draussen geparkt und rein da.
Komme rein, direkt an der Eistheke, stehn da 2 Köthner Mädels, drehten sich rum, lächelten mich an und kicherten.
Naja, jungsches Weibervolk dachte ich zuerst, allerdings stach mir die eine ins Auge, der kleine Prinz nickte auch zustimmend.
Setz mich hin da an die Bar, tatsächlich es gab das Essen was ich mir vorstellte.
Wie ich so sitze geht die eine zur Toilette, sie musste an mir vorbei.
Flog ein gefalteter Zettel auf den Tresen, darauf stand das sie sich mit mir heute abend 19 Uhr hier treffen wollten.
Erstmal keine grosse Beachtung geschenkt, ich hatte ihn zuerst garnicht gelesen.
Dann las ich ihn doch und als ich fertig mit essen war und ging, ging ich an den Tisch der beiden und sagte, ich versuche es, kann es aber nicht versprechen ob ich es bis 19 Uhr schaffe, ich hatte ja noch mein Programm und Heim wollte ich auch nochmal mich "hübsch" machen.

Also dann los und den Bulli geprügelt.
Heim zur Ex, die sollte ich auch noch auf Arbeit fahren.
Kumpel abgeholt, das waren 2 Mädels, ich brauchte ihn für die andere.
Na und dann los, 19.15 Uhr waren wir dort.

Naja und so lebe ich heute noch in Köthen, auch wenn die Beziehung nach 3 Jahren zuende war.
Wir sind aber gute Freunde geblieben, sowohl zu ihren Eltern und Familie, als auch zu ihrem Mann und ihren Kindern habe ich guten Kontakt.
Ich bin dann 1994 bis heute in die internationale Fernfahrerrei gegangen, bin eigentlich nur einmal im Monat in Köthen um den Briefkasten zu leeren und die Waschmaschine zu betreiben.
Weiteren Anschluss habe ich in Köthen nie gefunden, dafür bin ich zu selten dort.
Aber man muss ja einen Briefkasten haben, einen Wohnsitz, es lebt sich dort auch sehr ruhig, was mir gefällt wenn ich frei habe.
Bin aber schon länger am überlegen, ob ich in die Stadt ziehe wo mein Arbeitgeber ansässig ist, denn die Pendellei, auch wenn nur alle rund 4 Wochen, geht mir auf den Zünder wegen der immer mehr werdenden Staus und der immer längeren Fahrzeit, hab 360 km zur Arbeit.

Im Herzen bin ich Naumburger geblieben, wer den Burgenlandkreis kennt weis was er zu bieten hat.
Leider habe ich heute keinerlei Kontakte mehr dahin, schon Ende der Schulzeit zogen viele Weg oft auf die Dörfer, die Kontakte rissen ab.
Die Wende tat den Rest dazu, viele gingen in den Westen, erst per Pendel, dann fest.
Vom meiner Familie lebt keiner mehr in Naumburg, ich war auch schon Jahre nicht mehr dort obwohl es nur 100 km von Köthen weg ist.
Viele in Köthen fragten mich schon wie man aus so einer schönen Ecke in diese Einöde hier ziehn kann.
Tja, wo die Liebe hin fällt.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 27.03.2014 10:41
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Hab alles mitgenommen, was das Leben bot, Heirat, Kinder, Baum pflanzen, Hausbau, Scheidung, Selbständigkeit,
Zeitarbeit, Chance im BaWü, neue Liebe, neues Glück mit 57 und dadurch Rentnerleben in Kroatien (Dalmatien),
was will man mehr.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#37

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 27.03.2014 10:42
von turtle | 6.961 Beiträge

Nach meiner Flucht 1968 war ich praktisch Heimatlos. Wollte die Welt kennen lernen und heuerte in Hamburg bei der Handelsschifffahrt an.
Nach meiner Fahrenszeit blieb ich im wunderschönem Hamburg. Wohne aber inzwischen in Norderstedt mit viel grün rund rum, zur U-Bahn ,Einkaufscenter etc, nur 5 Minuten .Hamburg ist nur wenige Meter entfernt. Zur Stammkneipe in Hamburg sind es auch nur 5 Minuten zu Fuß.


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#38

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 27.03.2014 14:00
von Gert | 12.354 Beiträge

geboren in Wien Österreich ( Gau Ostmark), 1945 nach Thüringen in die Heimat meines Vaters. Dort nach dem Krieg aufgewachsen, aufgrund der beruflichen Stellung meines 2.Vaters(Stiefvater ) als Selbständiger von der Staatsmacht ausgrenzt, was die Basisausbildung und ein evtll. Studium betrifft. So wurde ich zum Kommunistenfresser, dem Franz Josef Strauss noch zu links war. Ich bin aber ein Sonntagskinds und so meinte es das Schicksal mit mir gnädig und ermöglichte mir die Flucht aus dem Bonzenparadies.
Nach meiner Flucht 1965 fragte man in Giessen, wohin ich möchte. Da ich meinen ersten Abend im Westen in Nürnberg verbracht hatte, ging ich dorthin. Arbeitete in meinem in der DDR erlernten aber nicht gewollten Beruf auf dem Bau. Mit einer Spezialfirma ging es auf Montage nach Weisweiler bei Aachen ( Kraftwerksneubau). Dort auf der Baustelle lernte ich einen Dresdner kennen, der kurz vor dem Bau der Mauer rübermachte. Er heuerte mich für einen 3 monatigen Job in Nordschweden an, wo wir etwa den 2,5 fachen Lohn wie in D bekamen. So lernte ich Schweden und die schönen Schwedinnen kennen und kam im Herbst 1965 mit den Taschen voller Geld von dort zurück. Da ich aber in Franken mit dem Menschenschlag nicht so zurecht kam, wollte ich dort weg. In Solingen hatte ich eine (Stief-) Tante. Sie sagte komm doch hier ins Rheinland, die Leute sind gut drauf und da fühlst du dich sicher wohl. Aber Solingen ist nichts für junge Leute , geh nach Düsseldorf sagte sie. So geschah es und ich fühlte mich vom ersten Tag an wie zu Hause. Ich lernte hier noch mal einen neuen Beruf, meinen späteren Wunschberuf. Immer Sommer 1969 lernte ich auch meine Frau kennen und 1970 heirateten wir. 1979 haben wir unser Haus gebaut in dem wir heute noch leben. Also alles auch durch Zufälle bestimmt so eine Leben, wie man sieht.



edit Ergänzt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
linamax, furry, Duck, Lutze und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.03.2014 14:06 | nach oben springen

#39

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 27.03.2014 14:13
von katerjohn | 559 Beiträge

Halloren ,Hallenser und Hallunken ..........ich bin bei der zweiten Rubrik zu finden Geboren in dieser schönen Stadt und sicher wird auch mein Ruheplätzchen in Halle an der Saale sein!


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#40

RE: Wie seid ihr da gelandet, wo ihr heute lebt?

in Leben in der DDR 27.03.2014 14:19
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #38

geboren in Wien Österreich ( Gau Ostmark), 1945 nach Thüringen in die Heimat meines Vaters. Dort nach dem Krieg aufgewachsen, aufgrund der beruflichen Stellung meines 2.Vaters(Stiefvater ) als Selbständiger von der Staatsmacht ausgrenzt, was die Basisausbildung und ein evtll. Studium betrifft. So wurde ich zum Kommunistenfresser, dem Franz Josef Strauss noch zu links war. Ich bin aber ein Sonntagskinds und so meinte es das Schicksal mit mir gnädig und ermöglichte mir die Flucht aus dem Bonzenparadies.
Nach meiner Flucht 1965 fragte man in Giessen, wohin ich möchte. Da ich meinen ersten Abend im Westen in Nürnberg verbracht hatte, ging ich dorthin. Arbeitete in meinem in der DDR erlernten aber nicht gewollten Beruf auf dem Bau. Mit einer Spezialfirma ging es auf Montage nach Weisweiler bei Aachen ( Kraftwerksneubau). Dort auf der Baustelle lernte ich einen Dresdner kennen, der kurz vor dem Bau der Mauer rübermachte. Er heuerte mich für einen 3 monatigen Job in Nordschweden an, wo wir etwa den 2,5 fachen Lohn wie in D bekamen. So lernte ich Schweden und die schönen Schwedinnen kennen und kam im Herbst 1965 mit den Taschen voller Geld von dort zurück. Da ich aber in Franken mit dem Menschenschlag nicht so zurecht kam, wollte ich dort weg. In Solingen hatte ich eine (Stief-) Tante. Sie sagte komm doch hier ins Rheinland, die Leute sind gut drauf und da fühlst du dich sicher wohl. Aber Solingen ist nichts für junge Leute , geh nach Düsseldorf sagte sie. So geschah es und ich fühlte mich vom ersten Tag an wie zu Hause. Ich lernte hier noch mal einen neuen Beruf, meinen späteren Wunschberuf. Immer Sommer 1969 lernte ich auch meine Frau kennen und 1970 heirateten wir. 1979 haben wir unser Haus gebaut in dem wir heute noch leben. Also alles auch durch Zufälle bestimmt so eine Leben, wie man sieht.



edit Ergänzt


Welcher war denn Dein Wunschberuf Gert?


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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