#61

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 16:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von josy95 im Beitrag #60
@Jobnomade und @Grenzwolf62, da sieht und ließt man es mal wieder life!

Bisher hatte ich es von einigen Usern, die einst Dienstgrade ab Ltn. aufwärts bekleideten, hier so gelesen und verstanden, auch geglaubt (weil es eben sehr glaubhaft erschien!!!), das speziell für den Gwd bei den GT doch sehr akriebisch gemustert und gefltert wurde. Wer auf bestimmte Fragen zu erkennen gab, das er sich dafür nicht geeignet fühlte kam eben nicht zu den GT, sondern zur NVA, Bepo usw. .

Bei mir lag ja nun der Fall umgekehrt, hatte dies in ánderen Thread`s schon geschildert, ich wollte 3 Jahre zu den Grenzpionieren und wurde nicht genommen. Da nutze auch kein Lockangebot, 18 Monate freiwillig länger zu dienen, es ging einfach nicht! Nur für 10 Jahre wollte man mich dort nehmen. Das wollte ich aber nicht...

Das nächste Kuriosum. Meine 4. und nun vermutlich auch letzte Nachfrage nach Bestehen einer Akte des MfS zu meiner Person ist wieder negativ verlaufen..., komisch!

Auch vor dem Hintergrund meines damals vielleicht eher auffälligen Wunsches freiwillig zu den GT zu wollen..., hätte doch einen Grund (Vorbereitung einer vRepublikflucht) haben können, das ich da unbedingt hinwollte...


@Jobnomade, was mich mal interessiert, Du bist mit 24 zu den GT ohne weiteren verbalen Eignungstest, Befragung einberufen wurden. Warst Du zu dem Zeitpunkt schon verheiratet?

josy95



Das machten im Hintergrund die Kreisdienststellen des MfS im Rahmen der Grenzkaderüberprüfung.
Und früher gab es ja eigentlich weniger Wünsch-Dir-Was, abgesehen von dem mit Irmgard Düren.
Die Sollstärke der GT musste ja abgesichert werden und wenn du junger Familienvater warst, dann war das doch schon die halbe Miete, da wirst du nicht abhauen wollen.


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zuletzt bearbeitet 09.01.2013 16:54 | nach oben springen

#62

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 16:43
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #54
Zitat von DoreHolm im Beitrag #51


So ähnlich ?





so ähnlich, DoreHolm......
Ist das Foto gestellt (Ausbildung ?) oder ein "echter Fall" ?

Naja, ich würde es vorziehen, zumindest als Sichernder noch 2 Schritte zurückzutreten.


Gruss HArtmut



Jetzt verstehe ich auch, warum hier so viele Forumsteilnehmer gegen privaten Waffenbesitz sind. Wenn selbst Soldaten sich beinahe selbst erschießen, wenn eine Festnahme nachgestellt wird. Die Waffe des Sichernden auf den Kollegen richten?? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Solchen Leuten würde ich auch keine Waffe anvertrauen.


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#63

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 16:49
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #60
@Jobnomade und @Grenzwolf62, da sieht und ließt man es mal wieder life!

Bisher hatte ich es von einigen Usern, die einst Dienstgrade ab Ltn. aufwärts bekleideten, hier so gelesen und verstanden, auch geglaubt (weil es eben sehr glaubhaft erschien!!!), das speziell für den Gwd bei den GT doch sehr akriebisch gemustert und gefltert wurde. Wer auf bestimmte Fragen zu erkennen gab, das er sich dafür nicht geeignet fühlte kam eben nicht zu den GT, sondern zur NVA, Bepo usw. .

Bei mir lag ja nun der Fall umgekehrt, hatte dies in ánderen Thread`s schon geschildert, ich wollte 3 Jahre zu den Grenzpionieren und wurde nicht genommen. Da nutze auch kein Lockangebot, 18 Monate freiwillig länger zu dienen, es ging einfach nicht! Nur für 10 Jahre wollte man mich dort nehmen. Das wollte ich aber nicht...

Das nächste Kuriosum. Meine 4. und nun vermutlich auch letzte Nachfrage nach Bestehen einer Akte des MfS zu meiner Person ist wieder negativ verlaufen..., komisch!

Auch vor dem Hintergrund meines damals vielleicht eher auffälligen Wunsches freiwillig zu den GT zu wollen..., hätte doch einen Grund (Vorbereitung einer vRepublikflucht) haben können, das ich da unbedingt hinwollte...


@Jobnomade, was mich mal interessiert, Du bist mit 24 zu den GT ohne weiteren verbalen Eignungstest, Befragung einberufen wurden. Warst Du zu dem Zeitpunkt schon verheiratet?

josy95



ja, josy95, war ich bereits: Mai 78 geheiratet und Herbst 78 einberufen.. Warum fragst Du ?
Die übrige Vorgeschichte: zum Zeitpunkt der esten Musterung, so mit 17,18 war ich noch Schüler der EOS, wurde nach dem Abi dann zurückgestellt und als ich mit dem Studium fertig war, war ich eben "dran".
Und Befragung.... nun ja, ich hatte es ja bereits beschrieben: die Offiziere auf dem WKK hätten sich sicher nicht vorstellen können, das ausgerechnet ich da irgendein moralisches Problem mit dem Thema Grenze haben könnte. Nun, aber genug, ich glaub, wir schweifen vom Thema sonst zu weit ab.

Grus HArtmut


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#64

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 16:51
von Mike59 | 7.977 Beiträge

So geht es auch, man sollte eben private Bilder nicht so wichtig nehmen.

Angefügte Bilder:
DGPOZ4.1 Kopie.jpg

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#65

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 16:56
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #62
Zitat von Jobnomade im Beitrag #54
Zitat von DoreHolm im Beitrag #51


So ähnlich ?





so ähnlich, DoreHolm......
Ist das Foto gestellt (Ausbildung ?) oder ein "echter Fall" ?

Naja, ich würde es vorziehen, zumindest als Sichernder noch 2 Schritte zurückzutreten.


Gruss HArtmut



Jetzt verstehe ich auch, warum hier so viele Forumsteilnehmer gegen privaten Waffenbesitz sind. Wenn selbst Soldaten sich beinahe selbst erschießen, wenn eine Festnahme nachgestellt wird. Die Waffe des Sichernden auf den Kollegen richten?? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Solchen Leuten würde ich auch keine Waffe anvertrauen.





mich eingeschlossen, darf ich mal anmerken.
Und ich war auch jedesmal froh, wenn ich das Ding wieder in der Waffenkammer abgeben durfte.
Man trägt doch eine enorme Verantwortung mit sich herum.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#66

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 17:07
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #61
Zitat von josy95 im Beitrag #60
@Jobnomade und @Grenzwolf62, da sieht und ließt man es mal wieder life!

Bisher hatte ich es von einigen Usern, die einst Dienstgrade ab Ltn. aufwärts bekleideten, hier so gelesen und verstanden, auch geglaubt (weil es eben sehr glaubhaft erschien!!!), das speziell für den Gwd bei den GT doch sehr akriebisch gemustert und gefltert wurde. Wer auf bestimmte Fragen zu erkennen gab, das er sich dafür nicht geeignet fühlte kam eben nicht zu den GT, sondern zur NVA, Bepo usw. .

Bei mir lag ja nun der Fall umgekehrt, hatte dies in ánderen Thread`s schon geschildert, ich wollte 3 Jahre zu den Grenzpionieren und wurde nicht genommen. Da nutze auch kein Lockangebot, 18 Monate freiwillig länger zu dienen, es ging einfach nicht! Nur für 10 Jahre wollte man mich dort nehmen. Das wollte ich aber nicht...

Das nächste Kuriosum. Meine 4. und nun vermutlich auch letzte Nachfrage nach Bestehen einer Akte des MfS zu meiner Person ist wieder negativ verlaufen..., komisch!

Auch vor dem Hintergrund meines damals vielleicht eher auffälligen Wunsches freiwillig zu den GT zu wollen..., hätte doch einen Grund (Vorbereitung einer vRepublikflucht) haben können, das ich da unbedingt hinwollte...


@Jobnomade, was mich mal interessiert, Du bist mit 24 zu den GT ohne weiteren verbalen Eignungstest, Befragung einberufen wurden. Warst Du zu dem Zeitpunkt schon verheiratet?

josy95



Das machten im Hintergrund die Kreisdienststellen des MfS im Rahmen der Grenzkaderüberprüfung.
Und früher gab es ja eigentlich weniger Wünsch-Dir-Was, abgesehen von dem mit Irmgard Düren.
Die Sollstärke der GT musste ja abgesichert werden und wenn du junger Familienvater warst, dann war das doch schon die halbe Miete, da wirst du nicht abhauen wollen.




ja, das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Wenn ich über so einige Postengebiete, in denen ich eingesetzt war, nachdenke....... kann es durchaus sein, dass ich AO13-bestätigt war.

Und nun bin ich doch im Westen...ohne das MfS vorher zu fragen.

Gruss Hartmut


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#67

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 17:53
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #53
Zitat von utkieker im Beitrag #43
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #41
Zitat von utkieker im Beitrag #27

Übrigens, wenn ein GV sich im Vorfeld bewaffnet (egal ob mit tauglichen oder untauglichen Waffen), kann man nicht mehr von Notwehr ausgehen. Es ist eine planvolle vorbereitende Handlung, möglicherweise um den Grenzposten zu liquidieren und wäre bei der Strafzumessung strafveschärfend ausgelegt worden.

Gruß Hartmut!


Oder eine Handlung des Selbsschutzes / Selbstverteidigung gegen einen moeglichen Angriff. Sich zu bewaffnen heisst nicht das man plant jemanden mit einer Waffe grundlos anzugreifen.

Tja da haste wohl Recht Wandersmann, trotzdem wurde es strafverschärfend geahndet!




@Utkieker, und weil das viele (GV) wußten, die die DDR auf dem illegalen Wege verlassen wollten, dies planten und auch umsetzten, haben die Wenigsten eine Waffe im Sinne der Definition einer Waffe bei sich geführt. Wohl wissentlich im Falle des Erwischtwerdens nicht noch zusätzlich dafür (bewaffneter Versuch Grenzdurchbruch) bestraft zu werden, was ja wiederum das schon nicht gerade geringe Strafmaß für dieses Delikt noch erheblich erhöht hätte, Und wie @turtle schon richtig festgestellt hat, wenn man will, kann man auch eine Kombi- oder Kneifzange als Waffe ansehen, die mit Sicherheit nur zu dem Zweck durch den GV mitgeführt wurde, Stacheldraht o. ä. Sperrelemente zu durchtrennen. Das dann solch ein Gegenstand im E- Fall einer Festnahme des GV durch diesen als Schlagwaffe eingesetzt werden konnte, naja, dann kann man auch umherliegende Steine oder Knüppel als Waffen ansehen, bezeichnen.
Ich glaube jedem Grenzer, das eine gewisse Angst um das eigene Leben, die eigene Gesundheit immer eine erhebliche Rolle mit gespielt hat. Jeder heil- froh war, wenn er ohne Vorkommnisse vom Grenzdienst zurückkam, die Angst aufs Neue vor dem nächsten Dienst wieder da war. Das wäre mir als AGT nicht anders ergangen! Es liegt aber in der Natur der Sache, bestimmte Risiken im Leben nicht vollständig ausschließen zu können. Und gerade was die Musterung zu den GT anbelangte, es wurde vielfach glaubhaft dargelegt, das bei dem Musterungsgespräch schon diese Lage, diese erhöhte Gefahrensituation und die Eignung des Einzelnen dafür erörtert wurde. Und wer sagte, er fählt sich damit überfordert, dazu nicht in der Lage wird m. Ea. kaum an die Grenze gekommen sein. Wenn überhaupt zu den GT dann allenfalls zu den RD...


josy95

Hallo josy,

Ich bin ja nun nicht mit permanenter Angst in den Grenzdienst gezogen, ich glaube Angst wäre ein schlechter Begleiter, dafür hatte ich ja auch meine Flinte dabei quasi als Peacemaker. Im Ernstfall hätte ich mir damit Respekt verschaffen können und dabei muß ich die Waffe noch nicht mal durchziehen es reicht, wenn ich ein wenig mit der Visiereinrichtung klapper. Gott sei Dank konnte ich am Ende meiner Dienstzeit sagen "Abschnitt ohne", will sagen, daß ich nie ein GV zu Gesicht bekam. Das Schlimmste was einen im Grenzdienst widerfahren kann, sind Posten, die all zu leicht die Beherrschung verlieren und dabei gibt es zwei Extreme. 1.) der Ängstliche, der schon hinter jeden Baum einen GV vermutet und 2.) der Durchgeknallte mit einem Hang zum Sadismus. Nach zig Schichten lässt man sich doch ein dickes Fell wachsen! Sanguiniker und Phlegmatiker sind da doch im Vorteil.
Ich habe den Artikel von turtle gelesen und ich habe großen Respekt vor seiner Lebensleistung! Die Psyche spielt natürlich auch beim GV eine Rolle, nicht jeder ist so besonnen wie Peter. Selbst dem Wandersmann muß ich in so fern recht geben Zitat: "Sich zu bewaffnen heisst nicht das man plant jemanden mit einer Waffe grundlos anzugreifen." Ich möchte mich jetzt nicht über juristische Spitzfindigkeiten äußern, aber den "Selbstschutz" für sich zu organisieren, weil er ein Angriff auf seine Person vermutet scheint mir doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Letztlich ist der "Angriff" eine mögliche Festnahme, die er sich zu entziehen gedenkt. Für den GV bin ich ein rotes Tuch und es kommt drauf an wie er sich selbst in dieser Stresssituation verhält, als Kaninchen oder als Stier. Und entgegen aller Behauptungen rechne ich dem Kaninchen die größeren Überlebenschancen ein.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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zuletzt bearbeitet 09.01.2013 17:54 | nach oben springen

#68

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 21:30
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #62
Zitat von Jobnomade im Beitrag #54
Zitat von DoreHolm im Beitrag #51


So ähnlich ?





so ähnlich, DoreHolm......
Ist das Foto gestellt (Ausbildung ?) oder ein "echter Fall" ?

Naja, ich würde es vorziehen, zumindest als Sichernder noch 2 Schritte zurückzutreten.


Gruss HArtmut



Jetzt verstehe ich auch, warum hier so viele Forumsteilnehmer gegen privaten Waffenbesitz sind. Wenn selbst Soldaten sich beinahe selbst erschießen, wenn eine Festnahme nachgestellt wird. Die Waffe des Sichernden auf den Kollegen richten?? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Solchen Leuten würde ich auch keine Waffe anvertrauen.





Die Perspektive täuscht. Die MPi war schon auf den gestellten Festgenommen gerichtet. Aber wie gesagt, es war ein privat gestelltes Foto und im Ernstfall wäre das auch anders abgelaufen, also so, wie es für uns Grenzer das geringste Risiko dargestellt hätte und wie wir es in der Ausbildung auch gelernt hatten. Es sollte halt viel auf das Foto passen.



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#69

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 21:33
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #64
So geht es auch, man sollte eben private Bilder nicht so wichtig nehmen.


Das muß aber schon lange her sein. MPi mit Trommelmagazin !



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#70

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 21:43
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #67
Zitat von josy95 im Beitrag #53
Zitat von utkieker im Beitrag #43
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #41
Zitat von utkieker im Beitrag #27

Übrigens, wenn ein GV sich im Vorfeld bewaffnet (egal ob mit tauglichen oder untauglichen Waffen), kann man nicht mehr von Notwehr ausgehen. Es ist eine planvolle vorbereitende Handlung, möglicherweise um den Grenzposten zu liquidieren und wäre bei der Strafzumessung strafveschärfend ausgelegt worden.

Gruß Hartmut!


Oder eine Handlung des Selbsschutzes / Selbstverteidigung gegen einen moeglichen Angriff. Sich zu bewaffnen heisst nicht das man plant jemanden mit einer Waffe grundlos anzugreifen.

Tja da haste wohl Recht Wandersmann, trotzdem wurde es strafverschärfend geahndet!




@Utkieker, und weil das viele (GV) wußten, die die DDR auf dem illegalen Wege verlassen wollten, dies planten und auch umsetzten, haben die Wenigsten eine Waffe im Sinne der Definition einer Waffe bei sich geführt. Wohl wissentlich im Falle des Erwischtwerdens nicht noch zusätzlich dafür (bewaffneter Versuch Grenzdurchbruch) bestraft zu werden, was ja wiederum das schon nicht gerade geringe Strafmaß für dieses Delikt noch erheblich erhöht hätte, Und wie @turtle schon richtig festgestellt hat, wenn man will, kann man auch eine Kombi- oder Kneifzange als Waffe ansehen, die mit Sicherheit nur zu dem Zweck durch den GV mitgeführt wurde, Stacheldraht o. ä. Sperrelemente zu durchtrennen. Das dann solch ein Gegenstand im E- Fall einer Festnahme des GV durch diesen als Schlagwaffe eingesetzt werden konnte, naja, dann kann man auch umherliegende Steine oder Knüppel als Waffen ansehen, bezeichnen.
Ich glaube jedem Grenzer, das eine gewisse Angst um das eigene Leben, die eigene Gesundheit immer eine erhebliche Rolle mit gespielt hat. Jeder heil- froh war, wenn er ohne Vorkommnisse vom Grenzdienst zurückkam, die Angst aufs Neue vor dem nächsten Dienst wieder da war. Das wäre mir als AGT nicht anders ergangen! Es liegt aber in der Natur der Sache, bestimmte Risiken im Leben nicht vollständig ausschließen zu können. Und gerade was die Musterung zu den GT anbelangte, es wurde vielfach glaubhaft dargelegt, das bei dem Musterungsgespräch schon diese Lage, diese erhöhte Gefahrensituation und die Eignung des Einzelnen dafür erörtert wurde. Und wer sagte, er fählt sich damit überfordert, dazu nicht in der Lage wird m. Ea. kaum an die Grenze gekommen sein. Wenn überhaupt zu den GT dann allenfalls zu den RD...


josy95

Hallo josy,

Ich bin ja nun nicht mit permanenter Angst in den Grenzdienst gezogen, ich glaube Angst wäre ein schlechter Begleiter, dafür hatte ich ja auch meine Flinte dabei quasi als Peacemaker. Im Ernstfall hätte ich mir damit Respekt verschaffen können und dabei muß ich die Waffe noch nicht mal durchziehen es reicht, wenn ich ein wenig mit der Visiereinrichtung klapper. Gott sei Dank konnte ich am Ende meiner Dienstzeit sagen "Abschnitt ohne", will sagen, daß ich nie ein GV zu Gesicht bekam. Das Schlimmste was einen im Grenzdienst widerfahren kann, sind Posten, die all zu leicht die Beherrschung verlieren und dabei gibt es zwei Extreme. 1.) der Ängstliche, der schon hinter jeden Baum einen GV vermutet und 2.) der Durchgeknallte mit einem Hang zum Sadismus. Nach zig Schichten lässt man sich doch ein dickes Fell wachsen! Sanguiniker und Phlegmatiker sind da doch im Vorteil.
Ich habe den Artikel von turtle gelesen und ich habe großen Respekt vor seiner Lebensleistung! Die Psyche spielt natürlich auch beim GV eine Rolle, nicht jeder ist so besonnen wie Peter. Selbst dem Wandersmann muß ich in so fern recht geben Zitat: "Sich zu bewaffnen heisst nicht das man plant jemanden mit einer Waffe grundlos anzugreifen." Ich möchte mich jetzt nicht über juristische Spitzfindigkeiten äußern, aber den "Selbstschutz" für sich zu organisieren, weil er ein Angriff auf seine Person vermutet scheint mir doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Letztlich ist der "Angriff" eine mögliche Festnahme, die er sich zu entziehen gedenkt. Für den GV bin ich ein rotes Tuch und es kommt drauf an wie er sich selbst in dieser Stresssituation verhält, als Kaninchen oder als Stier. Und entgegen aller Behauptungen rechne ich dem Kaninchen die größeren Überlebenschancen ein.

Gruß Hartmut!


Sehe ich auch so. Man hat sich nicht dauerhaft darüber Gedanken gemacht, was passieren könnte. Nachts im finst´ren Wald haben wir natürlich gelernt, Geräusche richtig zuzuordnen. Uns war aber auch klar, in welchen Situationen wir nahezu keine Chanche gehabt hätten. Zum Beispiel, wenn wir als Kradstreife am KS mitten in stockdunkler Nacht nur das sahen, was der Scheinwerferkegel und die Spurenlampe erhellten. Wenn da ein oder gar ein zweiter kräftiger Mensch hinter einem Baum vorgesprungen wäre, und vom Krad gestoßen und mit einem Messer "bearbeitet" hätte. Nicht auszudenken. Das wäre fast lautlos vor sich gegangen. Der nächste Posten war gute einen Kilometer entfernt und hätte das wahrscheinlich nicht mitbekommen. Erst dann, wenn die regelmäßig, ca. alle 15 - 20 Minuten aufkreuzende Kradstreife nicht eingetroffen wäre. Der oder die GV hätten dann in aller Ruhe mit 2 AK´s und 120 Schuss Muni die restlichen paar hundert Meter bis zum löchrigen Stacheldraht zurücklegen können.



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#71

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 09.01.2013 23:41
von josy95 | 4.915 Beiträge

Wieder an Euch, @Grenzwolf62 und @Jobnomade, war die Frage nach der Einberufung im Zusammenhang mit dem Familienstand (verheiratet).

Ganz klar war das ein Argument, die Fluchtbereitschaft eines Gwd-ler zu minimieren, zumal in der ehem. DDR größtenteils noch wesentlich günstigere Wertvorstellungen in Bezug auf Familie und Kinder als wie aus heutiger Sicht bestanden. Mit diesem Umstand quasi fast ausschließen konnte.

Leider vermisse ich jetzt hier die Statements der MfS- Fraktion und bin dahingehend auch etwas enttäuscht, das hier keine Reaktion erfolgt. Speziell auf Euere Darstellung, das hier die eigentliche Entscheidungsebene war, wer zu den GT einberufen wurde oder nicht. Denn gerade hier wurde in anderen vorhergehenden Thread`s immer wieder behauptet, das das Einzelgespräch mit dem Musterungsteilnehmer entscheidend war und hier schon sehr akriebisch gesiebt wurde. Angeblich soll schon eine negative Aussage des zu musternden Gwd- Kandidaten gereicht haben, ihn für den GT- Dienst als nicht geeignet zu mustern. Hier kommt mir wieder der ideologische Trugschlu0 der SED eklatant zum Vorschein, das man wirklich glaubte. die überwiegende Mehrheit von DDR- Bevölkerung und auch der Jugend stand hinter der SED- Politik! Grenzsoldaten dazu seien eine Art SED- getreue Eliete der Grundwehrdienstleistenden! Nach Eueren Aussagen, meinen Erfahrungen, die ich jedoch so recht nie konkret beweisen konnte, anscheinend sah es real doch ganz, ganz anders aus! Nämlich so, wie subjektiv von Vielen hier immer vermutet...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 09.01.2013 23:42 | nach oben springen

#72

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 00:43
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #71
Wieder an Euch, @Grenzwolf62 und @Jobnomade, war die Frage nach der Einberufung im Zusammenhang mit dem Familienstand (verheiratet).

Ganz klar war das ein Argument, die Fluchtbereitschaft eines Gwd-ler zu minimieren, zumal in der ehem. DDR größtenteils noch wesentlich günstigere Wertvorstellungen in Bezug auf Familie und Kinder als wie aus heutiger Sicht bestanden. Mit diesem Umstand quasi fast ausschließen konnte.

Leider vermisse ich jetzt hier die Statements der MfS- Fraktion und bin dahingehend auch etwas enttäuscht, das hier keine Reaktion erfolgt. Speziell auf Euere Darstellung, das hier die eigentliche Entscheidungsebene war, wer zu den GT einberufen wurde oder nicht. Denn gerade hier wurde in anderen vorhergehenden Thread`s immer wieder behauptet, das das Einzelgespräch mit dem Musterungsteilnehmer entscheidend war und hier schon sehr akriebisch gesiebt wurde. Angeblich soll schon eine negative Aussage des zu musternden Gwd- Kandidaten gereicht haben, ihn für den GT- Dienst als nicht geeignet zu mustern. Hier kommt mir wieder der ideologische Trugschlu0 der SED eklatant zum Vorschein, das man wirklich glaubte. die überwiegende Mehrheit von DDR- Bevölkerung und auch der Jugend stand hinter der SED- Politik! Grenzsoldaten dazu seien eine Art SED- getreue Eliete der Grundwehrdienstleistenden! Nach Eueren Aussagen, meinen Erfahrungen, die ich jedoch so recht nie konkret beweisen konnte, anscheinend sah es real doch ganz, ganz anders aus! Nämlich so, wie subjektiv von Vielen hier immer vermutet...

josy95


ich glaube , man konnte ja nicht in die köpfe der ,auserwählten 'jenigen' schauen , das die auswahlkriterien sich mehr auf's familiere beschränkten ! wer war aus der familie schon dabei , gab es krimminalität innerhalb dieser , wie war die 'meinung' zum staat , gab es im umfeld
staatsfeindliche aktivitäten unsw.!! kann auch nur aus meiner familie reden , wäre wahrscheinlich auch nie da gelandet wenn nicht der onkel schon dabei gewesen wäre !!! man sollte da auch nicht zu viel reininterpredieren , junge leute sind noch formbar !!!












josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 01:35
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von S51 im Beitrag #32
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #16
...Na ja, also wenn man sich als Zivilist erfolgreich verteidigt mit einem Fahrtenmesser oder zugespitztem Schraubenzieher gegen hochtrainierte mit Schusswaffen ausgestatteten Soldaten, dann kann man schon mit Recht von Notwehr sprechen.


Mit welchem Recht bitte?
Man kann zur Strafbarkeit einer Tat stehen wie man möchte, nimmt ein Täter zur Begehung dieser Tat eine Waffe mit, hat das nichts mehr mit Notwehr zu tun. Denn zur Durchsetzung einer rechtswidrigen Tat ist Notwehr nicht möglich.
Wer etwas plant, was rechtswidrig ist und zur Durchsetzung dieser Tat dann Gewalt anwendet oder anwenden will, der handelt immer rechtswidrig. Daran ändert auch das Beispiel mit dem Rocker nichts, weil dieser sich darauf berufen konnte, dass er nicht gewußt habe, es mit der Polizei zu tun zu haben. Man konnte ihm nicht beweisen, das er nicht aus Furcht vor einer in dieser Szene beleibe nicht unüblichen Gewalttat feindlicher Rocker in vermeintlicher Notwehr gehandelt habe.
Ein GV aber, der gegen einen Grenzsoldaten zu einer Waffe gegriffen hat, der hat gewußt gegen wen und warum. Es lag dann also kein Irrtum vor.
Und was "Fahrtenmesser oder Schraubenzieher versus Schußwaffen" betrifft. Damit magst du gegenüber Posten direkt an der Linie ein bischen recht haben solange nicht die Situation eintritt, dass der Festzunehmende unversehens bei der Kontrolle die Klinge zieht und sie "dir" freundlich in den Leib rammt. Bei einem GAK allein im Hinterland bei Personenkontrollen aber könnte man bei solchen, versteckten Waffen durchaus von einer gewissen Heimtücke sprechen.
"Mordinstrumente", "Mörder" - das sind große Worte. Beeindruckende Worte aber auch sachlich korrekt?
Zu einem Mordversuch gehört für mich die Planung, der Wille zu töten, den oder die zu töten aus niederen Motiven. Aus Sicht des DDR-Rechtes seinerzeit war der Mordvorwurf aus der Absicht, mit dem Waffeneinsatz die Flucht zu ermöglichen als niederes Motiv begründet. Aber ich mache da schon Unterschiede zwischen Leuten, die gezielt auf jemanden losgehen (Weinhold und auch andere Fahnenflüchtige aber nicht alle) und Leuten, die in ihrer Verzweiflung mehr oder weniger ungezielt dazu greifen (Totschläger, ggf. potentiell) und gar Leuten, die ihre Waffen herausgaben.
Natürlich bewege ich mich da auf dünnem Eis aber bis zu einem gewissen Grade habe ich seinerzeit jedem Gegner bis zum Moment der Festnahme Flucht oder Widerstand zugestanden. Das war für mich(!) ein bischen wie unter gegnerischen Soldaten. Erst ab dem Moment, ab dem ich ihm die Festnahme klargemacht hatte, hätte ich ihm derartiges übel genommen. Was aber nichts daran änderte, dass er damit das Risiko einging, das auch ich Gewalt angewendet hätte. Es war jedoch nie notwendig.

Jedoch Wanderer,
ich weiß nicht, ob es in deiner Heimat möglich ist. An manchen Orten dieser Welt gibt es auch für Zivilisten die Möglichkeit, mehr spielerisch zu erleben, wie es ist, zu "kämpfen". Dann soltest du gegen jemanden antreten, der dies kann und der sollte dir nach deinem "Sieg" mal zeigen, was er alles noch in Petto hatte, um dich hinterrücks "auszutricksen". Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl, zu merken, dass man gerade ungeheures "Schwein" hatte. Und dann stell dir vor, dies wäre ernst gewesen. Irgendwo im Busch (Wald), weitab jeder Kommunikation, jeder Hilfe die vielleicht erst nach Stunden gekommen wäre...


Ich will mal kurz antworten, vielleicht mit dem Recht auf Freiheit? Da ja aus heutigen Verständnis dieses Bauwerk selbst Unrecht war.


Grüße


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#74

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 08:43
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #71
Wieder an Euch, @Grenzwolf62 und @Jobnomade, war die Frage nach der Einberufung im Zusammenhang mit dem Familienstand (verheiratet).

Ganz klar war das ein Argument, die Fluchtbereitschaft eines Gwd-ler zu minimieren, zumal in der ehem. DDR größtenteils noch wesentlich günstigere Wertvorstellungen in Bezug auf Familie und Kinder als wie aus heutiger Sicht bestanden. Mit diesem Umstand quasi fast ausschließen konnte.

Leider vermisse ich jetzt hier die Statements der MfS- Fraktion und bin dahingehend auch etwas enttäuscht, das hier keine Reaktion erfolgt. Speziell auf Euere Darstellung, das hier die eigentliche Entscheidungsebene war, wer zu den GT einberufen wurde oder nicht. Denn gerade hier wurde in anderen vorhergehenden Thread`s immer wieder behauptet, das das Einzelgespräch mit dem Musterungsteilnehmer entscheidend war und hier schon sehr akriebisch gesiebt wurde. Angeblich soll schon eine negative Aussage des zu musternden Gwd- Kandidaten gereicht haben, ihn für den GT- Dienst als nicht geeignet zu mustern. Hier kommt mir wieder der ideologische Trugschlu0 der SED eklatant zum Vorschein, das man wirklich glaubte. die überwiegende Mehrheit von DDR- Bevölkerung und auch der Jugend stand hinter der SED- Politik! Grenzsoldaten dazu seien eine Art SED- getreue Eliete der Grundwehrdienstleistenden! Nach Eueren Aussagen, meinen Erfahrungen, die ich jedoch so recht nie konkret beweisen konnte, anscheinend sah es real doch ganz, ganz anders aus! Nämlich so, wie subjektiv von Vielen hier immer vermutet...

josy95














Hallo Josy95,

Deine Fragen haben mich schon ein wenig verwundert, laut Deiner Zuordnung zur "Gruppe GT" nahm ich an, dass Dir die Zusammenhänge aus persönlichen Erleben klar sein müssten.
Nun, frank hat stellvertretend für das MfS geantwortet und die genannten Auswahlkriterien für die GT scheinen mir auch logisch und schlüssig.
Und ich sage - auch heute noch: ich bedaure keineswegs, dass das MfS hier eine gewisse Vorauswahl auch unter den Wehrpflichtigen getroffen hat - es hat allen Betroffenen eine Menge Stress erspart.
Ich hätte nicht jede Schicht an der Grenze auch noch misstrauisch auf meinen Posten oder Postenführer aufpassen wollen, ob dieser nicht etwa Fluchtabsichten hat.
Mein Leben, meine Gesundheit, wären da in jedem Falle mitbetroffen.
Und so weit ich zurückdenken kann:
Wir wollten alle nur gesund wieder nach Hause und die Monate an der Grenze ohne Zwischenfälle hinter uns bringen !
Klar gab es auch ein paar durchgeknallte Rambos, die das als Abenteuer ansahen - aber das waren wirklich Einzelfälle.

Nach meiner Erinnerung war etwa die Hälfte der Wehrpflichtigen an der Grenze so 23++ und teilweise verheiratet, die andere Hälfte 18,19. Bei den Unteroffizieren waren die meisten erst 18,19.

Zu Deiner Anmerkung "Jugend stand hinter der SED- Politik":
Da kann ich nur für mich sprechen: damals, 1979/80 schon - in den späteren Jahren nicht mehr. Aber Kritik, auch aus den eigenen Reihen, wollten die alten Herren des Politbüros doch gar nicht hören.

So... das hatte nun mit dem Thema "Mordinstrumente" eigentlich nichts direkt zu tun. Lediglich der ideologische Hintergrund ist ein gemeinsamer.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#75

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 09:20
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #70

Sehe ich auch so. Man hat sich nicht dauerhaft darüber Gedanken gemacht, was passieren könnte. Nachts im finst´ren Wald haben wir natürlich gelernt, Geräusche richtig zuzuordnen. Uns war aber auch klar, in welchen Situationen wir nahezu keine Chanche gehabt hätten. Zum Beispiel, wenn wir als Kradstreife am KS mitten in stockdunkler Nacht nur das sahen, was der Scheinwerferkegel und die Spurenlampe erhellten. Wenn da ein oder gar ein zweiter kräftiger Mensch hinter einem Baum vorgesprungen wäre, und vom Krad gestoßen und mit einem Messer "bearbeitet" hätte. Nicht auszudenken. Das wäre fast lautlos vor sich gegangen. Der nächste Posten war gute einen Kilometer entfernt und hätte das wahrscheinlich nicht mitbekommen. Erst dann, wenn die regelmäßig, ca. alle 15 - 20 Minuten aufkreuzende Kradstreife nicht eingetroffen wäre. Der oder die GV hätten dann in aller Ruhe mit 2 AK´s und 120 Schuss Muni die restlichen paar hundert Meter bis zum löchrigen Stacheldraht zurücklegen können.

Hallo DoreHolm,

nun ja: andere Zeiten, andere Bedingungen:
Du warst 1966/68 bei den GT und schreibt von "löchrigem Stacheldraht". Und - ich vermute mal - noch kein Grenzsignalzaun.
Da hätte ich auch ständig ein mulmiges Gefühl gehabt...
Zu meiner Dienstzeit 1979/80 in der Rhön waren solide Zäune vorhanden: vorn 3m hohes Streckmetall, einige 100 m DDR-seits noch ein 2m hoher Grenzsignalzaun, dazwischen jede Menge Signalgeräte mit gespannter Auslöseschnur.
Bei dem vielen Wild im Abschnitt eine häufige Alarmursache.
Die Posten waren in der Regel zwischen den Zäunen - und da kam keiner unangemeldet hin, lauerte uns mit dem Messer hinter dem Busch auf.
Die paar mal, die ich auf Hinterlandsstreife war, war ich dann schon ein wenig aufmerksamer.

Und wenn es einer so wie "Benno" oder der Zaunkletterer völlig unaufällig, unbemerkt und unbewaffnet geschafft hätte, die DDR "entgegen den damals gültigen Meldevorschriften" zu verlassen - zu hätte ich ihm den Erfolg auch von Herzen gegönnt.
Vor den Leuten habe ich auch heute noch grösste Hochachtung, denn die wenigen haben eigentlich niemanden wirklich Schaden zugefügt - naja, dem Ego einiger alter Herren im Politbüro vielleicht....


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
utkieker und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.01.2013 09:21 | nach oben springen

#76

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 09:48
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #74
Zitat von josy95 im Beitrag #71
... Denn gerade hier wurde in anderen vorhergehenden Thread`s immer wieder behauptet, das das Einzelgespräch mit dem Musterungsteilnehmer entscheidend war und hier schon sehr akriebisch gesiebt wurde. Angeblich soll schon eine negative Aussage des zu musternden Gwd- Kandidaten gereicht haben, ihn für den GT- Dienst als nicht geeignet zu mustern. Hier kommt mir wieder der ideologische Trugschlu0 der SED eklatant zum Vorschein, das man wirklich glaubte. die überwiegende Mehrheit von DDR- Bevölkerung und auch der Jugend stand hinter der SED- Politik! Grenzsoldaten dazu seien eine Art SED- getreue Eliete der Grundwehrdienstleistenden! Nach Eueren Aussagen, meinen Erfahrungen, die ich jedoch so recht nie konkret beweisen konnte, anscheinend sah es real doch ganz, ganz anders aus! Nämlich so, wie subjektiv von Vielen hier immer vermutet...

...
Und ich sage - auch heute noch: ich bedaure keineswegs, dass das MfS hier eine gewisse Vorauswahl auch unter den Wehrpflichtigen getroffen hat - es hat allen Betroffenen eine Menge Stress erspart.
Ich hätte nicht jede Schicht an der Grenze auch noch misstrauisch auf meinen Posten oder Postenführer aufpassen wollen, ob dieser nicht etwa Fluchtabsichten hat.
Mein Leben, meine Gesundheit, wären da in jedem Falle mitbetroffen.
Und so weit ich zurückdenken kann:
Wir wollten alle nur gesund wieder nach Hause und die Monate an der Grenze ohne Zwischenfälle hinter uns bringen !
Klar gab es auch ein paar durchgeknallte Rambos, die das als Abenteuer ansahen - aber das waren wirklich Einzelfälle.
...

Hallo Josy,

wir sollten, denke ich in zwei Richtungen hier die Kirche im Dorf lassen.

Zum einen war die Auswahl der Wehrpflichtigen ein Massengeschäft. Da wurde nicht jeder auf das Gründlichste seziert und durchleuchtet. @frank hat hier ein paar Eckpunkte dargelegt. Wenn das grobe Bild stimmte und genügend "Häkchen" zusammengekommen waren, kam derjenige an die Grenze. Ich erinnere mich selbst an genügend Fälle, in denen die Einberufenen weder gesundheitlich noch "moralisch" )* geeignet waren für den Grenzdienst, die aber zunächst den grenzsichernden Einheiten in die Grenzdienststärke zuversetzt wurden.

Zum anderen gestehe zunächst ich ein, dass die wenigsten Grundwehrdienstleistenden bzw. UAZ begeistert vom Sozialismus und der SED waren. Aber der Sozialismus an sich und auch die Grenze hatten, und sei es nur aus Opportunismus heraus, eine breite Akzeptanz. Man hat geschimpft, gemeckert, sich aufgeregt über den Staat - und hat sein Leben drin eingerichtet. Ich bin immer wieder fasziniert, unter wie vielen Widerstandskämpfern ich gelebt haben soll. Meine Erfahrungen besagen etwas anderes, und ich denke, ich konnte auch damals schon unterscheiden, wann mir jemand Parolen verkaufen wollte und wann echte Meinungen kamen. Gerade in den 80er Jahren unter dem Eindruck der Kriegsgefahr standen Fragen der Friedenssicherung viel weiter im Vordergrund, als die Frage einer gesellschaftlichen Veränderung in der DDR. Dazu kam noch ein recht hohes Wertbild zu den Fragen Familie und Beruf. Das prägte und hat damals durchaus auch das Verhältnis der Jugendlichen zum Wehrdienst mit bestimmt und sei es nur aus Gründen der Dissonanzminderung. Das System hätte niemals funktioniert, wenn es anders gewesen wäre.

Insofern danke auch an @Jobnomade für die offenen Worte. Mir fällt da eine interessante Parallele zur heutigen Zeit ein. Spricht man mit jemandem beispielsweise über flächendeckende Videoüberwachung, dann stößt man auf eine breite Ablehnung. Fragt man dann aber einzelne Plätze ab, ob die videoüberwacht werden sollten, dann kommt zum jeweiligen Einzelfall Zustimmung, was dann in Summe interessanterweise wieder eine Zustimmung zur flächendeckenden Videoüberwachung ergibt. Das erinnert an die Form der Akzeptanz der Stasi zu DDR-Zeiten. Allgemein wurde es abgelehnt und beargwöhnt, aber im konkreten Fall, z.B. der militärischen Abwehr, konnte man sich schon damit arrangieren. Alles ändert sich, bloß nicht die Menschen, soll der alte Rauschbart mal gesagt haben ...

ciao Rainman


)* mit moralisch meine ich hier, dass die kindliche Entwicklungsphase soweit abgeschlossen ist, dass man ihm eine Waffe in die Hand geben kann.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#77

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 10.01.2013 21:00
von jecki09 | 422 Beiträge

Zur Auswahl der GWD-ler für die GT:

Im GAR-40 habe ich als ZF -bevor ich überhaupt einen neu Eingezogenen gesehen habe- genau gewusst wo er her kommt und hatte bereits Angaben zur Familie, Eltern, Frau, Freundin, Passbild, Auffälligkeiten in Schule, Lehre, etc. Dazu gab es Angaben zur möglichen Westverwandschaft auch wenn diese über die Frau oder Freundin oder Onkel/Tante begründet war. Woher diese gesammelten Unterkagen kamen weiß ich nicht mehr. (Hier kann bestimmt jeman auch dazu was sagen)

Mit diesen Kenntnissen ging es in das sog. "Erstgespräch" natürlich mit bereits vorbereiteten Schwerpunken. Also "Massengeschäft" würde ich teilweise verneinen.

Aber zurück zum Thema:
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass gesammelte "Waffen" von GV´s gezeigt wurden.

An der OHS hatten wir in der MKE (Militärischen Körperertüchtigung = Sport und Nahkampf) etwas gelernt wie Angriffen mit Messern und Stöcken etc.
begegnet werden könnte. Die "beste Ansage" wäre wohl sicherlich -Durchladen und Warnschuss- gewesen.
Während meiner Dienstzeit habe ich keinen einzigen GV
gesehen.

Die (drei) ich hätte sehen können waren 1986 od. 1987 ca. 20 min vor mir am K6 und übern Zaun und haben sich wohl in Willershausen gemeldet.


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#78

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 11.01.2013 12:44
von Schwarzfuß | 48 Beiträge

…bei der Abkürzung „GV“ musste ich schon damals lächeln…(hätte der Eine oder Andere während seiner Dienstzeit sicher gern täglich gehabt)^^

Davon ab: Bilder oder gar ausgestellte Utensilien wurden uns nicht gezeigt, nicht mal in der Knolle. Allerdings gab es blumig ausgemalte Grenzermärchen, die sogar vom Polit bereitwillig aufgegriffen und ausgeschmückt wurden. Ob nun aus purem ADS (gab es das damals schon?), Scharfmache oder „Vorbereitung“ auf den Grenzdienst wage ich nicht einzuordnen. Sicher aber kam das bei einem „jungen Genossen“ oben an und das Räderwerk begann sich zu drehen. Ich für meinen Teil beschloss dann irgendwann für mich den berühmten Luftschuss (ersatzweise den ins Bein), falls es gegen mein eigenes Leben gehen würde. Glücklicherweise sah ich den Kanten dann nur von der Kantine aus (der Nick ist wohl bezeichnend^^), sodass mir diese „Erfahrung“ glücklicherweise erspart blieb.

Im Nachhinein bekomme ich immer noch Beklemmungen, wenn ich mir den Fall eines Falles vorstelle – und heftiges Kopfschütteln obendrein: es hätten sich Menschen ein und desselben Landes gegenübergestanden und sich gegebenenfalls ernstlich verletzt….pervers (wo sich nun der Kreis wieder schließt: „GV“ kann pervers sein, muss aber nicht!^^)


„..ich wollte nicht, ich musste!“ – ok, spätestens seit Nürnberg hat diese Aussage viel an Glaubwürdigkeit verloren....
turtle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Mordinstrumente

in Grenztruppen der DDR 12.01.2013 16:54
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von jecki09 im Beitrag #77
Zur Auswahl der GWD-ler für die GT:

Im GAR-40 habe ich als ZF -bevor ich überhaupt einen neu Eingezogenen gesehen habe- genau gewusst wo er her kommt und hatte bereits Angaben zur Familie, Eltern, Frau, Freundin, Passbild, Auffälligkeiten in Schule, Lehre, etc. Dazu gab es Angaben zur möglichen Westverwandschaft auch wenn diese über die Frau oder Freundin oder Onkel/Tante begründet war. Woher diese gesammelten Unterkagen kamen weiß ich nicht mehr. (Hier kann bestimmt jeman auch dazu was sagen)

Mit diesen Kenntnissen ging es in das sog. "Erstgespräch" natürlich mit bereits vorbereiteten Schwerpunken. Also "Massengeschäft" würde ich teilweise verneinen. ...



Als ZF im GAR bekam man als Vorinformation zum Grundwehrdienstleistenden die Wehrstammkarte und eine Einschätzung durch den Betrieb / ABV.

Die dort enthaltenen Angaben wurden mehr oder weniger in das 'Persönlichkeitsbild' übernommen (Vordruck in A3-Größe, in der Mitte gefalten). In dieses Persönlichkeitsbild wurde die 'Materialsammlung' (Vordruck A4-Größe) eingelegt. In der Materialsammlung wurden mit Datum 'Beobachtungen' und auch bestimmte Ausbildungsergebnisse (wie zum Beispiel Schießergebnisse) mit daraus folgenden Zielvorgaben für die weitere 'Arbeit' mit dem Grundwehrdienstleistenden vermerkt.

Das Ganze erfolgte im Rahmen des sogenannten Befehls 44 (ohne jetzt das Jahr des Befehls zu nennen).

Diese Aufzeichnungen bildeten dann die Grundlage für die abschließende Einschätzung, ob der Grundwehrdienstleistende zum Dienst an die Staatsgrenze versetzt wurde oder er 'nl' (nicht linientreu) ist und damit maximal im III. GB / Küche Dienst tun würde oder bei der NVA seinen Grundwehrdienst weiter ableisten wird.

In der sogenannten 'Erstaussprache' wurden auf mehrseitigen Ormig-Abzügen vorgegebene Fragen zur Person und zur Westverwandtschaft abgeklärt (eventuelle Widersprüche zu den 'Vorinformationen' und den gemachten Angaben des Grundwehrdienstleistenden). Diese 'Erstaussprache' erfolgte während des laufenden Dienstgeschehens.


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

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