#1

8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 06.01.2013 23:53
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

8 Mai 1945 - Ein Tag der Befreiung oder errichteten die Sowjets eine neue brutale Diktatur auf den Truemmern der Alten? Massenvergewaltigungen, tausende von deutschen Maennern, Frauen und Kinder als Zwangsarbeiter in die Sowjetunion verschleppt oder zu Tode gequaelt und verhungern gelassen in Lagern und Gefaengnissen die die Sowjets von den Nazis uebernahmen. Verhalten sich so "Befreier"?


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#2

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 09:45
von Gert | 12.354 Beiträge

ich kann mich erinnern bis an das Ende der 40er Jahre. Für mich als Kind der Nachkriegszeit war der Krieg ein spannendes Thema und ich habe immer die Ohren gespitzt und auch selbst Fragen an die Erwachsenen gerichtet, wenn sie vom Krieg und Kriegsende erzählten. Nein, das Wort Befreiung wurde von ihnen nie in den Mund genommen. Es war die Rede von Niederlage, die am meisten verwendete Vokabel für das schreckliche Ende des WK II war bei den deutschen Erwachsenen in meiner Umgebung " Zusammenbruch ". Als Befreiung hat das offenbar keiner empfunden.
Das mag wohl für die Leute, die in den Lager einsassen, so gewesen sein aber die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung waren Besiegte und so war es auch in ihrer Wahrnehmung. Alles andere war Propaganda der Sieger oder Anbiederung, vor allem aus der kommunistischen Ecke, an die (sowjetischen )Besatzer. Wir hatten in der DDR sogar einen arbeitsfreien ( auch schulfreien) Feiertag, das war der 8.Mai, der Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.



edit Fähler


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 07.01.2013 09:46 | nach oben springen

#3

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 11:02
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #2
ich kann mich erinnern bis an das Ende der 40er Jahre. Für mich als Kind der Nachkriegszeit war der Krieg ein spannendes Thema und ich habe immer die Ohren gespitzt und auch selbst Fragen an die Erwachsenen gerichtet, wenn sie vom Krieg und Kriegsende erzählten. Nein, das Wort Befreiung wurde von ihnen nie in den Mund genommen. Es war die Rede von Niederlage, die am meisten verwendete Vokabel für das schreckliche Ende des WK II war bei den deutschen Erwachsenen in meiner Umgebung " Zusammenbruch ". Als Befreiung hat das offenbar keiner empfunden.
Das mag wohl für die Leute, die in den Lager einsassen, so gewesen sein aber die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung waren Besiegte und so war es auch in ihrer Wahrnehmung. Alles andere war Propaganda der Sieger oder Anbiederung, vor allem aus der kommunistischen Ecke, an die (sowjetischen )Besatzer. Wir hatten in der DDR sogar einen arbeitsfreien ( auch schulfreien) Feiertag, das war der 8.Mai, der Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.



edit Fähler


Wen wundert´s. Ebenso wie dem linken Spektrum unter uns vom mehr Mitte-Konservativen immer vorgeworfen wird, daß 40 Jahre SED-Propaganda eben ihre Spuren hinterlassen hätten, war es damals nicht anders. Goebbels hat da zumindest beim überwiegenden Teil der Deutschen ganze Arbeit geleistet. Aber auch bei größten Teil derer, die keine Freunde Hitlers und der "Partei" waren gab es die Identifizierung mit Deutschland. Da wurde der ursächliche Zusammenhang von Hunger, Vertreibung, Bombenangriffen und der Nazidiktatur schlichtweg verdrängt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wußte nichts von den Greuel, die ihre eigenen Landsleute anderswo anrichteten, allenfalls wurde unter vorgehaltener Hand mal etwas erzählt, wenn Fronturlauber berichteten oder in der Nähe von KZs Wohnende sich wegen dieser oder jener Beobachtungen sehr Unangenehmes zusammenreimten oder der Nachbar,z.T. sammt Familie, da Jude, plötzlich verschwunden war. Es war gefährlich, seine Erlebnisse oder Vermutungen laut zu sagen.



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#4

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 11:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Es hat immer einen faden Beigeschmack wenn Tote für irgendwelche Propagandazwecke mißbraucht werden, egal ob von rechts oder links.
Am Ende waren sie alle nur gestorben und ob heldenhaft, fehlgeleitet, mitlaufend schuldig oder unschuldig, wer möchte sich aufschwingen das zu werten.
Ich trau es mir nicht zu, bin erst 17 Jahre nach dem Kriegsende geboren.
Befreiung oder Kapitulation, es war auf jeden Fall das notwendige Ende von etwas was viel zu lange unendlichen Schaden anrichten konnte.


zuletzt bearbeitet 07.01.2013 11:25 | nach oben springen

#5

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 11:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun, es war die Chance zu einem Neubeginn, sagte doch der 'bömische Gefreite' bereits 1942:
Ich bin auch hier eiskalt - wenn das deutsche Volk nicht bereit ist, für seine Selbsterhaltung sich einzusetzen, gut: Dann soll es verschwinden!

Ansonsten wird der nächste Tag auch heute noch als День Победы und gesetzlicher Feiertag in folgenden Staaten begangen:
Russland, Weißrussland, Kasachstan, Georgien und der Ukraine. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_des_Sieges)


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#6

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 12:12
von schulzi | 1.759 Beiträge

na klar war es ein tag der befreiung und des neubeginns aus dem sich leider die deutsche teilung kristallisierte .aber wichtig ist das man daraus lernt und begreift das kein volk über das andere herschen soll. den nur ein friedliches miteinander bringt uns achtung und anerkennung


turtle, Freundschaft und dbeugue haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 13:11
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #6
na klar war es ein tag der befreiung und des neubeginns aus dem sich leider die deutsche teilung kristallisierte .aber wichtig ist das man daraus lernt und begreift das kein volk über das andere herschen soll. den nur ein friedliches miteinander bringt uns achtung und anerkennung

Ich glaube nicht das der Ostteil Deutschlands sich befreit gefühlt hatte, es wurde doch nur die braune Diktatur gegen die rote eingetauscht.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#8

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 14:07
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #7
... Ich glaube nicht das der Ostteil Deutschlands sich befreit gefühlt hatte, es wurde doch nur die braune Diktatur gegen die rote eingetauscht.


Hallo Duck,

was auch immer unter "der Ostteil Deutschlands" zu verstehen ist, in meiner Familie wurde vom Tag der Befreiung gesprochen. Meine Großmutter, Sozialdemokratin, fühlte sich vor allem vom Krieg und seinen Bombennächten befreit und meine Mutter, zum Kriegsende 7 Jahre alt, wuchs 2 Jahre an der Seite des kleinen Sohnes eines sowjetischen Offiziers, der in Leipzig stationiert war, auf. Solche Zufälle führen ganze Familien oft zu unterschiedlichen Ansichten über Generationen hinweg. Und das ist kein Ergebnis von Propaganda, sondern einfach erlebtes Leben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#9

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:00
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #8
Zitat von Duck im Beitrag #7
... Ich glaube nicht das der Ostteil Deutschlands sich befreit gefühlt hatte, es wurde doch nur die braune Diktatur gegen die rote eingetauscht.


Hallo Duck,

was auch immer unter "der Ostteil Deutschlands" zu verstehen ist, in meiner Familie wurde vom Tag der Befreiung gesprochen. Meine Großmutter, Sozialdemokratin, fühlte sich vor allem vom Krieg und seinen Bombennächten befreit und meine Mutter, zum Kriegsende 7 Jahre alt, wuchs 2 Jahre an der Seite des kleinen Sohnes eines sowjetischen Offiziers, der in Leipzig stationiert war, auf. Solche Zufälle führen ganze Familien oft zu unterschiedlichen Ansichten über Generationen hinweg. Und das ist kein Ergebnis von Propaganda, sondern einfach erlebtes Leben.

ciao Rainman


Hallo Rainman,

da magst Du sicherlich Recht haben, da wir beide diese konkrete Zeit nicht erlebt haben können wir nur darüber berichten was uns die Eltern bzw Bekannte erzählt haben.Mein Vater war aktiver Kriegsteilnehmer gewesen und durfte anschließend noch einige Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft verweilen, da kannst Du Dir ja vorstellen, dass er auf alles was russisch war nicht gut zu sprechen war. In den Siebzigern wurde mein Vater von seinen Betrieb mit einer Reise in die SU ausgezeichnet, die hat er dann dankend abgelehnt. Er hat mal zu mir gesagt er wird dieses Land nie wieder betreten, ich konnte Ihn verstehen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
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#10

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:02
von Gelöschtes Mitglied
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[quote=Wanderer zwischen 2 Welten|p224398]8 Mai 1945 - Ein Tag der Befreiung oder errichteten die Sowjets eine neue brutale Diktatur auf den Truemmern der Alten? Massenvergewaltigungen, tausende von deutschen Maennern, Frauen und Kinder als Zwangsarbeiter in die Sowjetunion verschleppt oder zu Tode gequaelt und verhungern gelassen in Lagern und Gefaengnissen die die Sowjets von den Nazis uebernahmen. Verhalten sich so "Befreier"?

Mehr hast Du nicht zu sagen dazu? Es reicht auch so. Du wagst es, so zu schreiben, dann auch wage ich es. Zuerst sage ich Dir, ich es bin leid, so etwas zu hoeren. Mir gebietet der Anstand und die Freundlichkeit gegenueber jedermann meinen Faustabdruck bei Dir nicht in Gedanken im Gesicht zu hinterlassen. Stattdessen geben ich Dir einige Worte mit auf den Weg und hoffe, dass heute Vaeterchen Frost Dir in den Arsch beisst, aber so, dass Du drei Wochen nicht sitzen kannst. Gerne Geschehen.
Kannst DU nicht sehen was Geschichte wirklich besagt, wirkliche Geschichte ist nicht nur auf der einen Seite.
Deine brutale Dikatur, Deine Massenvergewaltigungen, das ist alles was Ihr vernebelten einseitigen aufbringen koennt. Diese Soldaten der RA, die na Berlin marschierten sahen und erlebten hautnah in ihrem Land, auf dem Boden der Sowjetunion, was Hitlers Schergen hinterlassen haben. Liest Du mal von Barbarossa und von dem Leid was dem friedlichen Volk der Sowjetunion geschehen ist. Die Soldaten der RA waren wuetend und gepeinigt, sahen ihre toten Kinder und Frauen, Vaeter und Muetter, nachdem pluendernd und niederbrennend diese friedlichen Menschen wurden ueberfallen von den Deutschen, Kinder und Frauen schaendlich allein gelassen in der Kaelte des russischen Winters ohne Bleibe und ohne Lebensmittel. Versetz Dich wenn Du kannst fuer Sekunden in die Wahrheit, die Wahrheit der Soldaten der RA, die sahen die grausame Wahrheit und sie waren nicht zu halten. Im Kampfgeschehen und in den Ruinen der erbitterten Kaempfe in Berlin gegen deutsches Nazitums war die Hoelle los und darin der Mensch, der auf der einen und der anderen Seite nicht klar denken konnte. Und wer die Wahrheit kennt, weiss auch, dass diese Taten streng und brutal bestraft wurden in Berlin und Leipzig und anderen Staedten. Tausende der Zivilbevoelkerung starben durch deutsche Hand auf dem Weg der Wehrmacht na Stalingrad, hunderttausende Zivilbevoelkerung verhungerten dort elendig, durch deutsche Hand. Das verdammt nochmal ist ein wenig der Wahrheit. Und dazu gibt es noch viel mehr. Das Elend auf allen Seiten war hervorgerufen durch menschliches Versagen, durch aufgestaute Wut und Propaganda gegenseitig. Wie viele deutsche Gefangene starben auf deutschem Boden in US Gefangenschaft oder wurden ueber die Meere verschifft! Ich habe mit Maenner gesprochen, die Hunger hatten, so furchtbar, dass sie einander fuer ein Stueckchen Brot nur umbringen wollten, zusammengepfercht in unzumutbaren Lagern auf offenem Feld. Hast Du keine Ahnung davon. Der Krieg zu Ende, das japanische Volk bereits auf die Knie als das Massaker veruebt wurde in Hiroshima und Nagasaki und auf den Insel gewuetet wurde, wo sich tausende Japaner, Maenner, Frauen und Kinder das Leben nahmen als sie lieber ueber die Klippen ins Meer gingen als von den US Soldaten gefangen genommen. Ihre Mentalitaet und Wuerde liess es nicht zu. Veraengstigt und gezeichnet waren ALLE Menschen in dieser Zeit. Ganz zu schweigen von den Erkrankungen durch Radioaktivitaet noch nach fast 70 Jahren. Es wurde verschleppt und wurden diese Taten begangen in einem Krieg, der nicht elendiger haette sein koennen, aber nicht auf einer Seite und aus einem Elend heraus, dass es verursachte. Ist das so schwer zu verstehen? Meine russische Grossmutter starb elendig mit 44 Jahren, mein einziger Onkel mit 21 Jahren fiel vor den Toren Revals. Die Heimat ging verloren mit allem. Wer war der Angreifer, wer war dafuer zustaendig? Das deutsche Hakenkreuz und die, die sich verschrieben hatten dem. Nicht umgekehrt! Nichts kann wieder gut machen, aber mit Einaeugigkeit wird alles verschlimmert weiterhin. Eine sehr deutsche Tugend. Nicht alles was da geschrieben steht ist die Wahrheit. Aber rede weiter von Massenvergewaltigungen und binde der deutschen Swastica ein weisses Tuechlein damit um. Diese Verklaertheit ist absolut unglaubwurdig.
Da wollt Ihr von Befreiung ueberhaupt reden? Es war der SIEG ueber Nazideutschland und ueber Hitler und ohne die Rote Armee waere dieser Krieg weitergegangen, waehrend sich die Amis am Rhein die Fuesse badeten und schon Geschichten um Private Ryan suchten, woraus die Traeume von Heldentum und falscher Freiheit sich in unzaehligen einseitigen Filmchen widerspiegelt.
Befreit, wer wurde befreit? Weder im Osten noch im Westen: Deutschland war besetzt und hatte sich unterzuordnen, im Westen wie im Osten. Entnazifierung mit Vorteilen, vor allem fuer die USA, die alten Nazis liessen gruessen, die gebraucht wurden mit ihrem Wissen. Am 9. Mai wurde die Kapitulation offiziell. Und die Millionen an die gedacht wird, koennen sich nicht wehren und Euren gefluegelten Worten folgen, indem Ihr sie verschmaeht weiterhin. Europa in Schutt und Asche und das neue drohende Ungeheuer entfacht in Form von Nuclear Weapons, und einem Feind, der vormals Verbuendeter war und dem wir alle ausgesetzt waren in einem Kalten Krieg der falschen Propheten und Propaganda ueber viele Jahre.
Wovon also wurden wir befreit? Von etwaigen Dikaturen sogenannten? Die Dikaturen sehen heute anders aus. Diese Dikaturen bereiten ihre Kriege und ihre ‘Aktivitaeten’ im Namen des Friedens vor. Alles was nicht mitlaeuft wird zur Diktatur oder die Verantwortlichen zum Diktator erklaert und das hat nur eine Grund: Eigeninteresse. Und in diesem auferlegten Nebel sehen die Menschen nicht mehr wie ‘befreit’ sie wirklich sind. Und wenn diese dann noch zusatzlich weigern die Wirklichkeit der Geschichte zu erkennen, sind wir schon laengst vorprogrammiert auf weitaus schlimmeres wieder.

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 07.01.2013 15:17 | nach oben springen

#11

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:29
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich bin der Meinung zu diesem Thema können in erster Linie die Menschen etwas sagen,welche diese Zeit ab 45 miterlebt haben.Und sogar da werden die Antworten sehr unterschiedlich sein.Wie wir später geborenen diesen 8. Mai ansehen liegt zum großen Teil daran wo und wie großgeworden sind! Wer wie ich schon als Kind immer von den "Greueltaten" der Russen hörte,von der Angst der Flüchtlinge vor den anrückenden Russen .von Vertreibung ,Vergewaltigung,Verbannung ,Enteignung etc.bekam eine gewisse Voreingenommenheit doch schon auf den Weg mit.. Aufgewachsen in einer Antifaschistischen oder einfach nur in einer Familie welche in einem anderem Gesellschaftsmodell
eine neue Chance sah wird es anders aussehen.Im Nachhinein dürfen wir aber trotzdem nicht vergessen wer diese Krieg angefangen hatte,und wer die Hauptlast der unzähligen Opfer zu tragen hatte. Diesen Opfern sollten wir trotz allem Gedenken. Und wo Gewalt gesät wird kommt Gewalt zurück. Greueltaten beging die Wehrmacht in den besetzten Gebieten genauso.Eine Verrohung durch Krieg ist immer noch eine negative Begleiterscheinung. Wir Menschen haben Fehler. Doch nicht zu vergessen die meisten wussten was Humanität ist.Nicht alle waren Verbrecher.
Sind wir froh das wir in Deutschland seit 1945 keinen Krieg mehr hatten.So betrachtet war es eine Befreiung ,zumindest vom Krieg.


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#12

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:48
von glasi | 2.815 Beiträge

Wir sind es auch selber Schuld. Wer sowas anfängt muß mit sowas leider rechnen. Hat es uns Deutsche wirklich intresiert was sich in der UDSSR zwischen 1941- 1944 abspielt. Ich glaube nicht. Denn wir waren ja siegen. Und nicht nur das. Wir fingen an das Volk auszulöschen. Ich denke mal wir sind noch immer gut davongekommen. Vorallem in denn Westzonen.



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#13

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:53
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo turtle,

ich denke schon, dass die Nachwelt ein Recht und aus Sicht historischer Aufarbeitung auch die Pflicht hat, etwas dazu zu sagen und auch Wertungen zu treffen. Was mich fasziniert ist, dass es mit dem Begriff wahrscheinlich kaum Probleme gäbe, wenn die DDR nicht einen Feiertag so genannt hätte. Dann wäre das Ganze hier eine entspannte Diskussion. Man würde sich vielleicht nochmal in Ruhe die Rede Richard von Weizsäckers vom 08.05.1985 vornehmen und könnte feststellen, irgendwie hat er recht und er war ja als Wehrmachtsoffizier durchaus einer, der diese Zeit mehr als miterlebt hat. Aber nein, die Führung der DDR hat da was getan und schon kann es nicht richtig sein. Naja, hauen wir uns die Meinungen um den Kopf und möge jeder Hammer und keiner Amboss sein.

ciao Rainman


PS: An der Stelle nochmal Danke an @SCORN, dass er an die Rede von Weizsäckers im anderen Thread erinnert hat!


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 15:55
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #12
Wir sind es auch selber Schuld. Wer sowas anfängt muß mit sowas leider rechnen. Hat es uns Deutsche wirklich intresiert was sich in der UDSSR zwischen 1941- 1944 abspielt. Ich glaube nicht. Denn wir waren ja siegen. Und nicht nur das. Wir fingen an das Volk auszulöschen. Ich denke mal wir sind noch immer gut davongekommen. Vorallem in denn Westzonen.


Mal davon ausgehend das "Väterchen Stalin" bei der Jalta Konferenz gefordert hat pauschal 50.000 Deutsche zu erschießen als Wiedergutmachung, hast du wohl recht glasi.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#15

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 16:09
von Gert | 12.354 Beiträge

#10Larissa

Larissa, was du da dem WzW erwiderst ist alles richtig, aber es ist extrem einseitig.
Tatsache ist, dass die damalige Sowjetunion genauso ein verbrecherischer Staat war, wie Hitlerdeutschland. Das "Dumme" aus unserer Sicht in D ist, dass der Hitler etwas schneller gehandelt hat, als Stalin und wir dadurch in die Rolle des Agressors gekommen sind, es hätte genauso umgekehrt kommen können. Somit war Stalin für alle Ewigkeit der "moralisch Überlegene", tasächlich aber kein Deut besser als Hitler und sein D.
Begründung. Der geheime Hitler Stalin Pakt sah z.B. vor, das freie und unabhängige Polen zu überfallen und die Beute unter sich aufzuteilen, was dann auch so geschah. Bei der Gelegenheit ermordete die russische Soldateska mal eben 40.000 polnische Offiziere in Katyn.
Die Nazis machten das selbe, indem sie die polnischen Juden und die Intelligenz ermordeten. Wo ist da ein Unterschied? Nun glaubte der eine Gauner den anderen übers Ohr zu hauen und überfiel sein Land. Die dort verübten Taten sind unvorstellbar grausam, sie sind bekannt.
Anstatt nun aber bei der Besetzung Deutschlands sich moralisch von dieser Art Kriegsführung abzusetzen, ging es in der gleichen grausamen und brutalen Art, vor allem gegen die Zivilbevölkerung, zurück. Ich würde nichts gegen eine harte Kriegführung gegen die Wehrmachtssoldaten sagen, aber die Übergriffe gegen die Unschuldigen Frauen und Kinder, gegen unschuldige Jugendliche, die man als "Werwölfe" anklagte, sind absolut moralisch zu verurteilen, wie ich sie auch bei den Wehrmachtssoldaten verurteile. Da haben sich die russischen Soldaten durch nichts von der Wehrmacht unterschieden, im Gegensatz zu den Westalliierten, die zwischen Soldaten und Frauen und Kindern unterscheiden konnten.
Es war eine rachsüchtige, brutale und mordende Soldateska, die da nach Deutschland zurückflutete. Das sind nun mal die Fakten


.
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#16

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 16:13
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #14
Zitat von glasi im Beitrag #12
Wir sind es auch selber Schuld. Wer sowas anfängt muß mit sowas leider rechnen. Hat es uns Deutsche wirklich intresiert was sich in der UDSSR zwischen 1941- 1944 abspielt. Ich glaube nicht. Denn wir waren ja siegen. Und nicht nur das. Wir fingen an das Volk auszulöschen. Ich denke mal wir sind noch immer gut davongekommen. Vorallem in denn Westzonen.


Mal davon ausgehend das "Väterchen Stalin" bei der Jalta Konferenz gefordert hat pauschal 50.000 Deutsche zu erschießen als Wiedergutmachung, hast du wohl recht glasi.


Das ist nartürlich heftig. Gott sei Dank kam es dazu nicht. Es sind bestimmt noch 1000 schlimme Dinge nach dem Krieg pasiert. Wo auch viele Unschuldige leiden mußten. Das ist schlimm. Sehr schlimm.Sowas darf es nie wieder geben. Aber es ist der Preis der gezahlt werden mußte um denn Nazidreck wegzuspülen. Alleine hätten wir das nie geschafft.



Feliks D. und dbeugue haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 16:23
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Guntram von Schenck, April 2011


8. Mai 1945: Tag der Befreiung?

Anmerkungen zur Rede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 zum Kriegsende 1945
http://guntram-von-schenck.de/index_14.php


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#18

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 16:41
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Aus deinem Link...

Zitat
Jahrzehntelang galt 1945 für die überwältigende Mehrheit der Deutschen unbestritten als absoluter Tiefpunkt der deutschen Geschichte, als die Katastrophe schlechthin.

40 Jahre später deutete Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1984-1994) in einer Rede am 8. Mai 1985 das Katastrophendatum in einen "Tag der Befreiung" um. Der entscheidende Satz Weizsäckers lautete - nach einem "Blick zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit": "Und dennoch wurde von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft".



Die eigentliche, von dem deutschen Volk selbst verursachte, Katastrophe war doch wohl der 30.01.1933 und der 8. Mai 1945 setzte dieser lediglich ein Ende!

Wenn man deinen Link und die Argumente und Wortwahl dazu liest, dann weiß man schon in welcher [brauen] Ecke der Verfasser anzusiedeln ist. Der saubere Herr von ... entblödet sich ja nicht einmal selbst die Kriegsschuldfrage neu zu stellen!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 07.01.2013 16:47 | nach oben springen

#19

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 17:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Die Generationen meines Vaters und der Großväter hat seinerzeit so namchem Herren gedient. Sie waren danach nicht der einen und nicht der anderen Seite bedingungslose Freunde aber loyal.
Der Großvater kannte noch das "Wunder von Warschau" aus eigener Anschauung als Offizier der damaligen 1. Armee. Er wußte, warum die Russen 1939 sich seinerzeit das Land wiederholten und er wußte auch, warum die Rache von Katyn so furchtbar war. Denn er hat oft gesagt, dass von ihren Gefangenen damals so gut wie keiner auch nur drei Tage Gefangenschaft überlebt hätte. Die Polen oder gar die eigenen Deutschen hätten auch ihn ausgeliefert, nur die eigenen Leute haben ihn geschützt.
Aber er kannte die Verbrechen der AK selbst auch nur zu gut um viel Mitleid zu haben. Sie haben seine Tochter durch die Minen gejagd.
Ein Onkel hat in Rußland gedient und meinte oft, ich hätte es noch gut an der grünen Linie. Wäre der Krieg nicht so ausgegangen, ich hätte wohl irgendwo in der Steppe Wache bei Hungernden für Großdeutschland halten müssen.
Ein Onkel hat bei der Marine gedient und kannte nur zu gut die Zwangsarbeit in den britischen Kohlegruben. Gut genug, um sich mit einem Rest seiner Mannschaften bereit zu erklären, nach Kriegsende Minen zu räumen. Für die Briten, britische, französische und deutsche Minen oft ohne Unterlagen und zwei Mannschaften sind nicht nach Hause gekommen. Er sagte oft, sei froh, du hättest auch im Westen erheblich weiter fahren müssen, wäre dieser Krieg anders ausgegangen.
Mein Vater hat auf Kreta und in Afrika gedient. Er erzählte nie zu viel außer dass man überall von allen verheizt werden kann und dieses Kriegsende dafür gesorgt hat, dass es wenigstens nicht mehr weit weg passiert.
Da allerdings hatte er nicht ganz recht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 07.01.2013 17:03 | nach oben springen

#20

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 17:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Ist wohl eine Frage des (verfestigten) Standpunktes ... Wir wurden befreit – kapituliert haben die anderen!

Ansonsten taucht in Zusammenhang mit der (Krieg ist po russkij weiblich !) Великая Отечественная Война ja noch eine andere Befreiung auf, ich zitiere:
Zu seinen Lebzeiten galt die Befreiung und Rückholung der zehn Jahre nach Kriegsende noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen etwa zehntausend deutschen Kriegsgefangenen als eine seiner größten politischen, vor allem aber als seine menschlich bewegendste Leistung.
Quelle: kas.de


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