#81

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 17:29
von 94 | 10.792 Beiträge

'Erlösung' von Larrisa finde ich, obwohl dieser urchristliche Begriff von einer fanatischen Kommuistin kommt, sehr schön?
Ohh da fällt mir gerad ein M-Wunsch ein ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#82

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 17:42
von Grenzverletzerin (gelöscht)
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #1
8 Mai 1945 - Ein Tag der Befreiung oder errichteten die Sowjets eine neue brutale Diktatur auf den Truemmern der Alten? Massenvergewaltigungen, tausende von deutschen Maennern, Frauen und Kinder als Zwangsarbeiter in die Sowjetunion verschleppt oder zu Tode gequaelt und verhungern gelassen in Lagern und Gefaengnissen die die Sowjets von den Nazis uebernahmen. Verhalten sich so "Befreier"?




Moin, moin...8.Mai 45...hmmm...da waren wir alle noch Quark im Schaufenster und deshalb finde ich die Art der Fragestellung recht unpassend. Das können nur die Zeitzeugen beantworten.
Es war das Ende des II. Weltkrieges, es war das Ende der Nazidiktatur, es war das Ende von KZs...von Ausrottung ganzer Volksgruppen, Andersdenkender, Homosexueller...ausgehend von deutschem Boden...und dieses Ende war gut so...Fakt(!) und deshalb ist es für mich völlig Wurscht, welchen Titel dieser Tag trägt.
Ich bin weiß Gott kein Kommunist aber nur die Greueltaten der einen Seite darzustellen...geht gar nicht!!
Hier kochen die Gemüter ja ganz schön hoch...ich wünschte mir mehr Sachlichkeit.


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 19:24
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #66



Das stimmt Wanderer--der Krieg begann schon durch den Überfall und der Besetzung anderer europäschischer Staaten durch Hitlerdeutschland.Und so begannen dort auch die Greultaten von deutschen Truppen.Und es wurde keiner der Bevölkerung gefragt ob deutschlands Truppen willkommen sind oder nicht.Deutschland nahm sich das recht des Stärkeren raus und hat selber dafür zu recht zahlen müssen.Ja diese Völker haben in Friedenszeiten gelebt,bis Hitlerdeutschland den Krieg begann.



Was Polen betrifft hat sich der Stalin dem Hitler nicht gerade in den Weg gestellt, sondern hat kraeftig mitgemischt.


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#84

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 19:48
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #71

Generell würde ich sagen, ob sich wer befreit fühlte oder nicht, hing stark davon ab, was man im 3.Reich erlebt oder auf welcher Seite man gestanden hatte. Überlebene Juden, politische Gefangene, Gewerkschafter, Kommunisten oder sonstige Gegner des Systems fühlten sich definitiv befreit. Bei der großen Masse hab ich da meine Zweifel. Die Meisten waren doch einfach froh, das der Krieg für sie vorbei war. Wobei es wahrscheinlich eine Rolle spielte, von wem man "befreit" wurde. Gegen die Sowjets wurde ja mehr gekämpft als gegen die Amis oder Briten. In der Gegend wo ich lebe, wurde kaum gekämpft. In einem See im Elm, nicht weit weg von mir, wurde vor ein paar Jahren eine ganze LKW-Ladung Panzerfäuste gefunden, alle noch scharf, die hatte der Volkssturm dort einfach "entsorgt", weil sie keinen Bock zum Kämpfen hatten. Im Osten sah das stellenweise durch das Bild, das die Nazis von den Sowjets gezeichnet hatten, stellenweise anders aus.
Das Gefühl "befreit" worden zu sein, stellte sich im Westen auch nicht so recht ein. Liegt auch an dem Verhalten der Besatzungstruppen und als Besatzer wurden sie immer empfunden. In Wolfenbüttel waren die Engländer stationiert. Jedesmal wenn die Soldaten Ausgang hatten, gab es Massenschlägereien mit der Bevölkerung. Man hatte sich arrangiert, aber gern gesehen war die nicht.


Mein Vater hat mir das auch bestaetigt. Nur nicht den Russen in die Haende fallen war sein Ziel. In einem kleinen Boot hat er und einige Kameraden die Elbe ueberquert. Hinter ihnen die Russen und auf der anderen Seite die Amis. Die haben alle Waffen und andere Ausruestungsgegegenstaende in die Elbe geworfen und sich dann den Amis kampflos ergeben. Natuerlich war man damals nicht gerade begeistert davon vor den Amis zu kapitulieren, aber die waren immer noch das kleinere Uebel wenn verglichen mit dem Iwan.
Ich bin ja im Suedwesten aufgewachsen. In KL, ZW, PS und der ganze Westpfalz sah man nur Amis. Die waren die reinste Landplage. Mir hat das auch nicht gefallen und ich hab auch schon damals dagegen ausgesprochen. Aber ich war mir auch bewusst das es mir unter den Amis doch besser ging als den Verwandten in der DDR unterm Iwan.


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#85

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 19:59
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #84
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #71

Generell würde ich sagen, ob sich wer befreit fühlte oder nicht, hing stark davon ab, was man im 3.Reich erlebt oder auf welcher Seite man gestanden hatte. Überlebene Juden, politische Gefangene, Gewerkschafter, Kommunisten oder sonstige Gegner des Systems fühlten sich definitiv befreit. Bei der großen Masse hab ich da meine Zweifel. Die Meisten waren doch einfach froh, das der Krieg für sie vorbei war. Wobei es wahrscheinlich eine Rolle spielte, von wem man "befreit" wurde. Gegen die Sowjets wurde ja mehr gekämpft als gegen die Amis oder Briten. In der Gegend wo ich lebe, wurde kaum gekämpft. In einem See im Elm, nicht weit weg von mir, wurde vor ein paar Jahren eine ganze LKW-Ladung Panzerfäuste gefunden, alle noch scharf, die hatte der Volkssturm dort einfach "entsorgt", weil sie keinen Bock zum Kämpfen hatten. Im Osten sah das stellenweise durch das Bild, das die Nazis von den Sowjets gezeichnet hatten, stellenweise anders aus.
Das Gefühl "befreit" worden zu sein, stellte sich im Westen auch nicht so recht ein. Liegt auch an dem Verhalten der Besatzungstruppen und als Besatzer wurden sie immer empfunden. In Wolfenbüttel waren die Engländer stationiert. Jedesmal wenn die Soldaten Ausgang hatten, gab es Massenschlägereien mit der Bevölkerung. Man hatte sich arrangiert, aber gern gesehen war die nicht.


Mein Vater hat mir das auch bestaetigt. Nur nicht den Russen in die Haende fallen war sein Ziel. In einem kleinen Boot hat er und einige Kameraden die Elbe ueberquert. Hinter ihnen die Russen und auf der anderen Seite die Amis. Die haben alle Waffen und andere Ausruestungsgegegenstaende in die Elbe geworfen und sich dann den Amis kampflos ergeben. Natuerlich war man damals nicht gerade begeistert davon vor den Amis zu kapitulieren, aber die waren immer noch das kleinere Uebel wenn verglichen mit dem Iwan.
Ich bin ja im Suedwesten aufgewachsen. In KL, ZW, PS und der ganze Westpfalz sah man nur Amis. Die waren die reinste Landplage. Mir hat das auch nicht gefallen und ich hab auch schon damals dagegen ausgesprochen. Aber ich war mir auch bewusst das es mir unter den Amis doch besser ging als den Verwandten in der DDR unterm Iwan.



Aber die Einheimischen haben in dieser Zeit wohl ganz schön Geld gemacht. Ich kenne das aus den Erzählungen meiner Kollegen aus PS sowie meinem Tauschpartner in KL, der eine Einliegerwohnung an Amis vermietet hatte. Nach der Flaute nach der Wende geht es nun wieder aufwärts. Viele überlegen sich, zu bauen und zu vermieten. Die Miete ist reichlich, kommt pünklich, die Mieter benehmen sich und kommen für verursachte Schäden ohne murren auf. Ein idealer Zustand.



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#86

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 19:59
von damals wars | 12.175 Beiträge

Für die, die auf den Rheinwiesen umgekommen sind, war das sicher "das kleinere Übel."

Was wäre den "das Größere" gewesen?

Lebend aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückzukommen?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#87

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:06
von Gelöschtes Mitglied
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[/quote]

Mein Vater hat mir das auch bestaetigt. Nur nicht den Russen in die Haende fallen war sein Ziel. In einem kleinen Boot hat er und einige Kameraden die Elbe ueberquert. Hinter ihnen die Russen und auf der anderen Seite die Amis. Die haben alle Waffen und andere Ausruestungsgegegenstaende in die Elbe geworfen und sich dann den Amis kampflos ergeben. Natuerlich war man damals nicht gerade begeistert davon vor den Amis zu kapitulieren, aber die waren immer noch das kleinere Uebel wenn verglichen mit dem Iwan.
Ich bin ja im Suedwesten aufgewachsen. In KL, ZW, PS und der ganze Westpfalz sah man nur Amis. Die waren die reinste Landplage. Mir hat das auch nicht gefallen und ich hab auch schon damals dagegen ausgesprochen. Aber ich war mir auch bewusst das es mir unter den Amis doch besser ging als den Verwandten in der DDR unterm Iwan.
[/quote]



Nein, Bananen gab es nicht in Leipzig und anderenorts von den Russen, aber erstmalig seit langen Wochen Brot und heisse Suppe, womit auch die Schulen in der russisch besetzten Zone beliefert wurden. Mir erzaehlte damals die aus Westpreussen gefluechtete deutsche Familie, und auch die Einheimischen im Nord-Westen, dass ihnen sowohl Matrazen und auch das letzte Schwein unter Androhungen aus dem Haus getragen wurde von den gestiefelten US Freunden. Fuer eine Familie nach dem Krieg mit acht Kindern war das nicht gerade eine Freude.
Dafur blieben zuruck viele braune Babies, die als Aussetzige behandelt wurden, weil die GIs die Mamas nicht heiraten durften und die sich auch nicht kuemmerten. Ja Gert, die Russen durften auch keine deutschen Maedchen heiraten, babies machen aber auch. So gab es neues Blut mit den braune Kindlein im Westen, was fuer eine Schande das war, die Maedchen wurden Neger Lillies benannt, und die Limeys (Brits) waren auch ausserordentlich fleissig in gewisser Hinsicht. Und wir haben einige erwachsene Russenkinder in der Familie, deren Vaeter weggeordert worden sind nach dem Vergnuegen. Es gibt hierzu ganz traurige Geschichten.
Es war nach dem Krieg eine schlimme Zeit. Die Leute dachten nicht an Befreiung, die Deutschen Verwandten sicher nicht, sondern an das Ueberleben nach dem Krieg, sie suchten immer noch nach Familienmitglieder, wo immer sie auch waren, und sie litten unsagbar ueber ihre Verluste auf Lebenszeit.


zuletzt bearbeitet 08.01.2013 20:10 | nach oben springen

#88

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:11
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Der Gerechtigkeit wegen.....http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-39863532.html

"Den schlechtesten Ruf unter den Westalliierten erwarben sich die Franzosen. Bei der Einnahme von Stuttgart und Pforzheim etwa kam es zu Massenvergewaltigungen. Im württembergischen Freudenstadt missbrauchten französisch-marokkanische Besatzungssoldaten Bewohnerinnen des Ortes tagelang."


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zuletzt bearbeitet 08.01.2013 20:19 | nach oben springen

#89

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:15
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #73
[...]Am 18. Februar 1943 frug Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede das "deutsche Volk"; wollt ihr den totalen Krieg?" das "Volk" wollte und es bekam ihn dann auch in den Jahren 44/45 ohne wenn und aber.
Also Ball flach halten ............, immer schön den Wechsel zwischen Ursache und Ergebnis sehen. [...]

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie die es damals geschafft haben das ganze deutsche Volk im Sportpalast zu versammeln...

Erstaunlich auch, daß Goebbels' Rhetorik sogar heute noch einige Leute glauben läßt, daß das deutsche Volk damals für einen totalen Krieg votierte.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.01.2013 20:15 | nach oben springen

#90

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:15
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #86
Für die, die auf den Rheinwiesen umgekommen sind, war das sicher "das kleinere Übel."

Was wäre den "das Größere" gewesen?

Lebend aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückzukommen?


Da muss ich Dir Recht geben. Das war ein amerikanisches Nachkriegsverbrechen. Und diese Sauerei die die da angerichtet haben wurde leider viel zu schnell vergessen.


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#91

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:18
von jecki09 | 422 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #90
Zitat von damals wars im Beitrag #86
Für die, die auf den Rheinwiesen umgekommen sind, war das sicher "das kleinere Übel."

Was wäre den "das Größere" gewesen?

Lebend aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückzukommen?


Da muss ich Dir Recht geben. Das war ein amerikanisches Nachkriegsverbrechen. Und diese Sauerei die die da angerichtet haben wurde leider viel zu schnell vergessen.




Zu diesem Teil der (Nach)Kriegsgeschichte muss man auch Bad Kreuznach erwähnen.


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#92

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Naja, wer die Möglichkeit hatte suchte schon die Kriegsgefangenschaft an der Westfront. Erinnere noch wie mein Großvater mir mal seinen Entschluß begründete, sich im Juni 1943 nach Sizilen versetzen zu lassen (oder besser gesagt abgesetzt). Er sagte in Gottes eignem Land wäre nicht ein Dachziegel durch Kriegseinwirkungen runtergefallen. Und als der englischen Sprache mächtiger POW hatte er satt zu Essen, der gemeine GI rüherte ja keine Banane mit einem Flecken mehr an. Er vermißte vielleicht vieles in der DDR, aber von Bananen hatte er genug. Ich bekam immer seine Ration mit. Und als ich mal über eine schwarze Stelle maulte, erzählte er mir die Geschichte.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.01.2013 20:20 | nach oben springen

#93

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:20
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #73
[...]Am 18. Februar 1943 frug Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede das "deutsche Volk"; wollt ihr den totalen Krieg?" das "Volk" wollte und es bekam ihn dann auch in den Jahren 44/45 ohne wenn und aber.
Also Ball flach halten ............, immer schön den Wechsel zwischen Ursache und Ergebnis sehen. [...]

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie die es damals geschafft haben das ganze deutsche Volk im Sportpalast zu versammeln...

Erstaunlich auch, daß Goebbels' Rhetorik sogar heute noch einige Leute glauben läßt, daß das deutsche Volk damals für einen totalen Krieg votierte.

Ari


Vermutlich waren die Teilnehmer dieser Veranstaltung nicht der Durchschnitt der Bevölkerung. Überzeugte Nationalsozialisten, die sich freilich quer durch die demographischen, intellektuellen und sozialen Schichten zogen. Klar, daß da alle jubelten. Repräsentativ für die damalige Bevölkerung war das ganz sicher nicht, zumindest nicht mehr in dieser Zeit, als es schon etwas enger wurde und nicht mehr von Blitzkrieg die Rede war.



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#94

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:22
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #73
[...]Am 18. Februar 1943 frug Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede das "deutsche Volk"; wollt ihr den totalen Krieg?" das "Volk" wollte und es bekam ihn dann auch in den Jahren 44/45 ohne wenn und aber.
Also Ball flach halten ............, immer schön den Wechsel zwischen Ursache und Ergebnis sehen. [...]

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie die es damals geschafft haben das ganze deutsche Volk im Sportpalast zu versammeln...

Erstaunlich auch, daß Goebbels' Rhetorik sogar heute noch einige Leute glauben läßt, daß das deutsche Volk damals für einen totalen Krieg votierte.

Ari

Schau Dir nur mal Triumpf des Willens an. Die Deutschen haben doch damals gejubelt zu allem was diese Goldfasane damals von sich gaben. Man fuehlte sich halt sicher trotz erheblicher Unfreiheiten. Aber, "Wer Freiheit fuer Sicherheit eintauscht wird beide verlieren", sagte einmal Benjamin Franklin. Und in Bezug auf Deutschland war seine Prognose richtig.


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#95

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:22
von 94 | 10.792 Beiträge

Rhetorisch war die Rede trotz (oder gerade wegen ?) der Claqueure eine Meisterleistung, wenn auch eine sehr teuflische.
Die Bildsprache eine Frau R. ist da was ganz anders, aber auch genial!

Also stringent Argumentieren ist nicht gerade DEINE Kernkompetenz @Wandersmann, odär?

P.S. Dank Goebbelsschnauze war das ganze deutsche Volk im Sportpalast *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.01.2013 20:40 | nach oben springen

#96

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:38
von utkieker | 2.922 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #83
Zitat von Rostocker im Beitrag #66



Das stimmt Wanderer--der Krieg begann schon durch den Überfall und der Besetzung anderer europäschischer Staaten durch Hitlerdeutschland.Und so begannen dort auch die Greultaten von deutschen Truppen.Und es wurde keiner der Bevölkerung gefragt ob deutschlands Truppen willkommen sind oder nicht.Deutschland nahm sich das recht des Stärkeren raus und hat selber dafür zu recht zahlen müssen.Ja diese Völker haben in Friedenszeiten gelebt,bis Hitlerdeutschland den Krieg begann.



Was Polen betrifft hat sich der Stalin dem Hitler nicht gerade in den Weg gestellt, sondern hat kraeftig mitgemischt.


Nicht nur Stalin auch Chamberlain und Daladier, haben Polen in Stich gelassen aber dafür gab es ja "wichtige" Gründe in ihrem Kolonialimperium!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#97

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 20:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #86
Für die, die auf den Rheinwiesen umgekommen sind, war das sicher "das kleinere Übel."

Was wäre den "das Größere" gewesen?

Lebend aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückzukommen?


damals wars, das Thema muss man ein wenig erklären bzw. relativieren
die Rheinwiesenlager, betreut von einer Division der US Army waren über einen Zeitraum von 6 Monaten angelegt. danach wurden sie aufgelöst. Die erste Zeit, April,Mai 45 war noch von Kampfhandlungen dort ( Ruhrkessel und Nachhutgefechte der Ardennenoffensive ) begleitet. Da fielen so viele Gefangene an, dass die Amis einfach überfordert waren. Sie taten aber alles um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern und um die Ernährung der Soldaten sicher zu stellen. Hier kann man festhalten, das die großen Schwierigkeiten der Gefangenen in den Lagern von intensiven Bemühungen der Bewacher begleitet waren, die Lebensverhältnisse zu verbessern. Trotzdem starben einige Tausend und das waren einige Tausend zu viel. Von solchen kurzen Kriegsgefangenenzeiten und vor allem auch um die Bemühungen, die Verhältnisse zu bessern konnte man von den anderen Allierten nicht berichten. Es war im Normalfall wirklich wie eine Sechser im Lotto, von den Amis gefangen genommen zu werden
Beispiel mein Vater wurde in Bayern im Frühjahr 45 von den Amis festgesetzt, er kam aus Italien als Angehöriger und Pilot der Luftwaffe. Nach der Gefangennahme erkrankte er schwer und wurde in einem Lazarett der Amis in Bad Tölz gesund gepflegt. Als er gesund war, wurde er im Juli 45 entlassen. Zu Hause in Thüringen wohnte er zur Miete in einem Haus, deren Besitzerin einen Sohn hatte, der bei der SS war. Die Russen kamen am 1. Juli in die Besatzungszone in Thüringen und filzten Haus für Haus. Sie fanden die SS Uniform des Sohnes. Er war zu der Zeit der einzige Mann in dem Haus und so hätte ihm das beinahe das Leben gekostet. Die Russen wollten ihn auf der Stelle erschiessen. Die haben nicht lange gefragt, wem diese Uniform gehört. In letzter Sekunde konnte er anhand seines Wehrpasses nachweisen, dass er bei der Luftwaffe war und nicht der SS Mann den sie vermuteten.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#98

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 21:24
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

@ Gert

Bis zu 10 000 Kriegsgefangene starben in den Rheinwiesenlagern. Viele verhungerten. Die Amis weigerten sich sogar dort Zelte aus erbeuteten Wehrmachtsbestaenden fuer die Gefangenen zu errichten. Das war schon eine Sauerei was die dort machten und beschoenigen sollte man das nicht.


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#99

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 21:52
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #98
@ Gert

Bis zu 10 000 Kriegsgefangene starben in den Rheinwiesenlagern. Viele verhungerten. Die Amis weigerten sich sogar dort Zelte aus erbeuteten Wehrmachtsbestaenden fuer die Gefangenen zu errichten. Das war schon eine Sauerei was die dort machten und beschoenigen sollte man das nicht.


Ja,JA--Wanderer,eine Sauerei--Aber nun mal ne ganz naive Frage.Wie ging eigentlich das deutsche Kulturvolk mit den Mill.russischen Kriegsgefangenen um.? Man hört davon hier so selten was.Habe mal gehört,von denen haben hunderttausende nicht mehr ihre Heimat wieder gesehen.Wo sind die eigentlich geblieben.Waren doch in deutscher Kriegsgefangenschaft.


glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.01.2013 21:55 | nach oben springen

#100

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 21:58
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #98
@ Gert

Bis zu 10 000 Kriegsgefangene starben in den Rheinwiesenlagern. Viele verhungerten. Die Amis weigerten sich sogar dort Zelte aus erbeuteten Wehrmachtsbestaenden fuer die Gefangenen zu errichten. Das war schon eine Sauerei was die dort machten und beschoenigen sollte man das nicht.


Mal salopp gesagt, was ist das schon.......in Bergen-Belsen allein an toten POW:" Auf dem Lagerfriedhof waren inzwischen über 19 500 sowjetische Kriegsgefangene begraben."
http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/g...sgefangene.html


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