#61

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 21:03
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Zermatt im Beitrag #60
Natürlich war es ein Tag der Befreiung(Oder sollte man es Erlösung nennen ?) von einem brutalem System mit einer Schreckensherrschaft das hoffentlich nie wieder kommt.Nazideutschland war am Ende und die Stunde Null fing an.



Zermatt, das Wort Erloesung gefaellt mir besser. Erst musste ich an Endloesung im 3. Reich denken, das aber in keinem Zusammenhang steht mit die Erloesung von Gewalt von Krieg, Zerstoerung, Grausamkeiten und Unterdrueckung von einem Grossenwahnsinnigen und seiner Gefolgschaft. Es muss eine Erloesung gewesen sein: Frieden, die Waffen schweigen endlich.


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#62

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 21:07
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #45
Zitat von 94 im Beitrag #23
Und da schlägt der auf-die-Größe-kommts-nicht-an-Kampfhund dann gleich voll an ...

Hallo Larrisa, allein die Bemerkung, das die Soldaten der Roten Armee nicht zwischen Soldaten und Kindern unterschieden, zeigt doch wie oberflächlich der rübergemachte Reinländer und der Exilinsulaner in dieser Materie drinstecken. Allein die Geschichte, die hinter der Motivwahl für das Ehrenmal im Treptower Park von Вучетич steht (btw. dieser Künstler entwarf auch die Schwerter-zu-Pflugscharen-Skulptur in Neu York), spricht doch eine andere Sprache, hmm?

Achso, apropos Zuhause ... Brandy or/или Бренди


rot mark. so, hast du mal etwas von einer Werwolf Organisation gehört, die in den Köpfen der Besatzer herumspukte? Da sind etliche und wenn sie nur von missgünstigen Nachbarn bei den Besatzern angeschwärzt wurden, ums Leben gekommen. Und die Russen habe da auch nicht davor gescheut diese halben Kinder direkt umzulegen oder später in den sibirischen Lagern und der Ljubljanka in Moskau ins Jenseits zu befördern ohne zu prüfen, ob sie etwas gegen die rote Armee unternommen hatten.
Welche Paranoia diese Sowjetsoldaten hatten, habe ich gestern Abend erst wieder gesehen in einer TV-Doku über das Hotel Adlon. Die Russen betraten das Hotel und eine Angestellte sagte, da ist der Generaldirektor ( des Adlon). Die Soldaten hörten nur General, mitkommen auf den LKW geladen, die Frau des Direktors fand seine Leiche 5 Tage später Berlin. Der Mann hatte niemandem etwas böses getan, er war das Opfer der etwas stupiden Sprachkenntnisse dieser Soldaten und Offz..

Deine mir zugeschriebene Eigenschaft " oberflächlich" reiche ich dir gerne zurück. Die Farbquelle, aus der du deine Weisheiten bezogen hast, lässt du etwas zu offensichtlich heraushängen, eben eine intensive Farbgebung aber an der Oberfläche.


Ja Gert,und so war es bei den verbrecherischen Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.Die Deutschen haben nicht davor gescheut,Kommunisten,Komissare gleich direkt umzulegen und das zu tausenden.Und weiter machten die Deutschen mit Frauen Kindern bis hin zum Säugling bei Massenerschießungen.Aber welcher Vater oder Großvater erzählt schon gerne davon.Hat ja niemand was gewusst.Und nun stellt man sich hin und sucht das böse im Osten.Krieg ist was schreckliches damals wie heute---nur über Greultaten--da sucht man sich raus was man gerade für die eigene Propaganda braucht.


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#63

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 21:15
von Ex-Huf (gelöscht)
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Ich kann nicht erkennen, warum dieses Thema hier so aktuell ist.
Als 1959geborener, in der DDR aufgewachsener Mensch sage ich mal vom stets begleiteten Gefühl her, ja, Deutschland wurde befreit, undzwar von allen Seiten und von Adolf Hitler und dessen barbarischen System! Ereignisse danach waren verhängnisvolle Abmachungen zwischen den Alliierten! Leider!

Ich schreibe dies deshalb so, weil man bitte beachte, dass sich ein Teil des deutschen Volkes, nämlich die Menschen in der DDR 1989 selbst befreiten! Vor den Fernsehkameras der Welt, anderenorts mit Puschen auf der Feierabend-Couch mit Chips und Krombacher...

VG Ex-Huf


utkieker und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 21:21
von Gelöschtes Mitglied
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von Rostocker: [/quote]Ja Gert,und so war es bei den verbrecherischen Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.Die Deutschen haben nicht davor gescheut,Kommunisten,Komissare gleich direkt umzulegen und das zu tausenden.Und weiter machten die Deutschen mit Frauen Kindern bis hin zum Säugling bei Massenerschießungen.Aber welcher Vater oder Großvater erzählt schon gerne davon.Hat ja niemand was gewusst.Und nun stellt man sich hin und sucht das böse im Osten.Krieg ist was schreckliches damals wie heute---nur über Greultaten--da sucht man sich raus was man gerade für die eigene Propaganda braucht.
[/quote]


Und weil wir nicht voreingenommen sind hier, keiner ist das, nein, da sehen wir uns das an, was die anderen zu bieten haben. Es sind Deutsche, die recherchierten und sich viel Muehe gaben, die Wahrheit ueber die deutsche Wehrmacht herauszufinden, zumindest teilweise.
Das unten aufgefuehrte Buch ist ein schauerlicher Zeugnis als die Welt aus den Fugen geriet. Lesenswert, da wir doch alles wissen ueber die Schandtaten der Roten Armee.

http://www.n-tv.de/leute/buecher/Die-Pla...cle3624951.html


Danke und gute Nacht allen


zuletzt bearbeitet 07.01.2013 21:28 | nach oben springen

#65

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 21:35
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #62

Ja Gert,und so war es bei den verbrecherischen Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.Die Deutschen haben nicht davor gescheut,Kommunisten,Komissare gleich direkt umzulegen und das zu tausenden.Und weiter machten die Deutschen mit Frauen Kindern bis hin zum Säugling bei Massenerschießungen.Aber welcher Vater oder Großvater erzählt schon gerne davon.Hat ja niemand was gewusst.Und nun stellt man sich hin und sucht das böse im Osten.Krieg ist was schreckliches damals wie heute---nur über Greultaten--da sucht man sich raus was man gerade für die eigene Propaganda braucht.



Nur muessen wir jetzt unterscheiden zwischen Kriegs- und Nachkriegshandlungen. Der Krieg begann weder fuer Deutschland noch fuer die UdSSR nicht mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion, aber er ging zu Ende am 8. Mai zuende. Viele Sowjetverbrechen wurden nach dem 8. Mai veruebt, teilweise sogar bis Anfang der 50iger Jahre. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen den voellig unakzeptierbaren Uebergriffen der deutschen Seite gegen die Sowjetbevoelkerung und dem Verhalten der Roten Armee im bereits besiegten und voellig wehrlosen Deutschland.


zuletzt bearbeitet 07.01.2013 21:36 | nach oben springen

#66

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 22:44
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #62

Ja Gert,und so war es bei den verbrecherischen Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.Die Deutschen haben nicht davor gescheut,Kommunisten,Komissare gleich direkt umzulegen und das zu tausenden.Und weiter machten die Deutschen mit Frauen Kindern bis hin zum Säugling bei Massenerschießungen.Aber welcher Vater oder Großvater erzählt schon gerne davon.Hat ja niemand was gewusst.Und nun stellt man sich hin und sucht das böse im Osten.Krieg ist was schreckliches damals wie heute---nur über Greultaten--da sucht man sich raus was man gerade für die eigene Propaganda braucht.



Nur muessen wir jetzt unterscheiden zwischen Kriegs- und Nachkriegshandlungen. Der Krieg begann weder fuer Deutschland noch fuer die UdSSR nicht mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion, aber er ging zu Ende am 8. Mai zuende. Viele Sowjetverbrechen wurden nach dem 8. Mai veruebt, teilweise sogar bis Anfang der 50iger Jahre. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen den voellig unakzeptierbaren Uebergriffen der deutschen Seite gegen die Sowjetbevoelkerung und dem Verhalten der Roten Armee im bereits besiegten und voellig wehrlosen Deutschland.



Das stimmt Wanderer--der Krieg begann schon durch den Überfall und der Besetzung anderer europäschischer Staaten durch Hitlerdeutschland.Und so begannen dort auch die Greultaten von deutschen Truppen.Und es wurde keiner der Bevölkerung gefragt ob deutschlands Truppen willkommen sind oder nicht.Deutschland nahm sich das recht des Stärkeren raus und hat selber dafür zu recht zahlen müssen.Ja diese Völker haben in Friedenszeiten gelebt,bis Hitlerdeutschland den Krieg begann.


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#67

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 22:56
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Ach Gottchen, geht's hier wieder rund.

Zitat von turtle im Beitrag #51
... Das klinkt so als habe ich in meinem Beitrag der Nachwelt das Recht abgesprochen historische Aufarbeit zu betreiben. ...


@turtle! Lieber Peter, nein - ich habe Deine Aussage lediglich erweitert. Ich weiß ja, dass und wie Du Dich mit Geschichte auseinandersetzt und habe großen Respekt davor. Aber "anpieksen" ist in einer Diskussion erlaubt, wenn's die Debatte voranbringt. LG!

Ansonsten wollte ich mich eigentlich mit dem von @Eisenacher eingestellten Beitrag von Guntram von Schenck mal kurz auseinandersetzen.
Zitat von Eisenacher im Beitrag #17
Guntram von Schenck, April 2011


8. Mai 1945: Tag der Befreiung?

Anmerkungen zur Rede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 zum Kriegsende 1945
http://guntram-von-schenck.de/index_14.php


Nun ist aber schon wieder sehr viel Sabber das Tal der Diskussion heruntergeflossen, so dass ich mich fast zu spät wähne. Wobei, in der Gegenüberstellung von Weizsäcker und Schenck findet sich eine interessante Parallele zu dieser Diskussion. Schenck eröffnet seine Auseinandersetzung mit dem "vernichtenden Schlag": "Der große deutsche Historiker Leopold von Ranke hatte der Geschichtsschreibung die Aufgabe gestellt, die Geschichte so darzustellen: "wie es eigentlich war"." Netter Spruch, aber schon Thema verfehlt. RvW betreibt in seiner Rede keine Geschichtsschreibung sondern eine Geschichtsbewertung. Der Geschichtsschreibung als rein empirische Wissenschaft betrachtet, kann durchaus die Aufgabe laut Ranke zugewiesen werden. Die Historiker selber werden sich mit dieser Rolle zwar nicht begnügen, aber das steht auf einem anderen Blatt. Die Politik, und RvW hält die Rede nunmal als Politiker, hat, stark vereinfacht formuliert, die Aufgabe, die Beziehungen der Menschen innerhalb einer Gesellschaft und mit anderen Gesellschaften zu regulieren. Jede Generation steht, ob sie es will oder nicht, vor der Aufgabe, den Berg der empirisch aufgehäuften Daten der Geschichte neu zu bewerten. Von Generation zu Generation treten die Einzelschicksale der Menschen, die den jeweiligen Geschichtsabschnitt durchlebten, weiter zurück hinter die Zusammenhänge, die man zu erkennen glaubt. Ich komme gleich wieder darauf zurück.

Erstmal entziehe ich mich dem "Kleingewehrfeuer" der Argumente um das Kriegsende und mache ein richtig großes Fass auf: Wann endete der 30-jährige Krieg? Ich behaupte: Am 08. Mai 1945 *1. Neben der Lösung der terriorialen Fragen um Elsass-Lothringen und Polen ist es dabei auch interessant, einen gesellschaftspsychologischen Blick auf den aufstrebenden Affen zu werfen. Und gucke, der gemeine Europäer vollzog in schlappen ca. 330 Jahren Krieg tatsächlich die flächendeckende Entwicklung vom Menschen des Mittelalters zum Menschen der Aufklärung. Besonders davon die letzten sechs Jahre fielen augenscheinlich einigen besonders schwer und auch in den Nachwehen gab es reichlich Verwirrung. Aber grundsätzlich würde ich den Satz so gelten lassen. Wird er das verkraften, der gemeine Europäer? Naja, wenn er es zu akzeptieren bereit ist, schon. Und das ist die schlichte Weisheit hinter Weizsäckers Worten. Es geht nicht um die Verdrängung von Geschichte oder die Leugnung der Schicksale der Zeit. Es geht darum, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen, die ein friedliches Miteinander der Völker erlauben. Zunächst nur in Europa ... nun ja, aber lieber klein anfangen als gar nicht.

ciao Rainman


*1 - Das kann und will ich hier nicht ausdiskutieren. Wen es interessiert: Meine Grundlage für diese These ist die hervorragende Monografie von Cicely Veronice Wedgwood "Der 30jährige Krieg" von 1938 (!), erschienen bei List, München 2002, ISBN 3-471-79169-8.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#68

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 23:03
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #30
Zitat von utkieker im Beitrag #24
Ich meine sehr wohl, daß die Zerschlagung des Faschismus ein Akt der Befreiung war. Manche nennen es auch die Stunde Null, eine Chance für Europa, welche durch die spätere Blockpolitik und dem kalten Krieg vertan wurde.

Gruß Hartmut!


Aber das Problem ist das die roten Sozialisten genau dort weitermachten wo ihre braunen Gegenspieler gezwungen wurden aufzuhoeren. Kann man sowas wirklich als efreiung empfinden? Doch wohl eher als vom Regen in die Traufe zu kommen.

Der Vater meines Vaters (Opa Karl) kam durch die Hände der Nazis um's Leben! Aber damit nicht genug der Schikane durch das braune Gesindel. Beim näherrücken der Roten Armee mußte die hinterbliebene Familie das Haus räumen, damit der Roten Armee "nichts in die Hände fällt", anschließend wurde das Bahnwärterhaus wo Opa Karl und letztlich Oma Jenny sich als Schrankenwärter verdingten, von den Nazis in die Luft gejagt. Oma Jenny stand nun auf Straße mit ihren acht Kindern. Jenny fand zwar eine neue Anstellung als Schrankenwärterin, aber wohin mit ihren Kindern?
Karl (jun.) und Willy kamen bei der Großmutter unter. Die Älteste, Lotti arbeitete in der Landwirtschaft und Gerhard nahm eine Lehre als Bautischler auf. Rudi fand fürsorgliche Adoptiveltern, sein Zwillingsbruder Jochen, Hannelore und Marianne kamen im Kinderheim unter. Jenny selbst starb am Ende ihrer Kräfte und den harten Entbehrungen der Nachkriegszeit 1946 an TBC!
Tja Wandersmann, ich kann dir höchstens partiell recht geben, denn in den Internierungslagern gab es Insassen die da nicht reingehörten. Aber wohin mit den Nazi- und Kriegsverbrechern? Warum sollen die besser leben als die ausgebombten Zivilisten aus Dresden oder Hamburg, die Flüchtlinge aus Ostpreußen oder Schlesien!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#69

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 07.01.2013 23:46
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich behaupte einfach mal keiner aus diesem Forum war Zeitzeuge was den 8.Mai 45 betrifft, wir können nur das wiedergeben was man uns erzählt hat, sei es von den Eltern oder aus der Schule. Ich vermisse zu dieser Disskusion die nötige Toleranz. Ich halte weder Wanderer für einen Nazi noch halte ich Larissa für einen kommunistischen Betonkopf, jeder hat seinen Standpunkt und das sollte man einfach akzeptieren.
Ich selber bin bis zum Ende der DDR gerade zu diesen Thema auch stets mit zwei Standpunkten groß geworden. Das eine war die staatliche verordnete Meinung...ich sag nur heldenhafte und ruhmreiche Rote Armee etc. und dann war da die Meinung von Eltern und Bekannten die den Krieg erlebt hatten, sei es als Soldat oder als Zivilist. Ich will damit nur ausdrücken, gerade zu diesem Thema wird es immer zwei Seiten bzw. Meinungen geben.
Es wurde zu diesem Thema viel über russische Greultaten gesprochen auch das ist mehr wie einseitig. Deutschland hat den Krieg angefangen, trägt die Hauptschuld das steht außer Frage aber Schuld an der Ermordung von Unschuldigen haben viele Länder auf sich geladen nicht nur Deutsche und Russen, auch Amerikaner und Engländer ( Bombardierung Dresden, Hiroshima u.a.), Japan ( Pearl Harbor, Nanking) u.a.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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zuletzt bearbeitet 08.01.2013 00:44 | nach oben springen

#70

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 00:08
von damals wars | 12.186 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #58
Zitat von damals wars im Beitrag #56
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #42


Alfred, Fakten: Verschleppung, Ermordung und Internierung in ehemaligen Nazilagern von tausenden von Zivilisten.




Wenn wundert es, das nach 45 die von Goebbels so großspurig angekündigte "Wehrwölfe" weggesperrt worden.

Und die waren kein Phantom:
Aachen: Oppenhoff wurde von der amerikanischen Militärregierung eingesetzt, am 25. März 1945 vor seinem Haus von SS-Leuten auf Befehl Himmlers ermordet. Ihm standen bis zu neun ernannte/eingesetzte Bürger zur Seite, die sich allesamt Bürgermeister nennen durften.


Es gab einige Werwolffaelle. Aber das waren eher Einzelaktionen von nur ganz wenigen Leuten. Jedenfalls rechtfertigt das nicht die brutale Vorgehensweise der Sowjets gegen die deutsche Zivilbevoelkerung.


Das sahen die damals aber anders, sie hatten ja auf ihrem Marsch nach Berlin gesehen, zu welchen Verbrechen das deutsche Kulturvolk fähig war, wer konnte den Ahnen, das ausgerechnet der Wehrwolf nicht funktionieren würde?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#71

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 07:28
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #70
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #58
Zitat von damals wars im Beitrag #56
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #42


Alfred, Fakten: Verschleppung, Ermordung und Internierung in ehemaligen Nazilagern von tausenden von Zivilisten.




Wenn wundert es, das nach 45 die von Goebbels so großspurig angekündigte "Wehrwölfe" weggesperrt worden.

Und die waren kein Phantom:
Aachen: Oppenhoff wurde von der amerikanischen Militärregierung eingesetzt, am 25. März 1945 vor seinem Haus von SS-Leuten auf Befehl Himmlers ermordet. Ihm standen bis zu neun ernannte/eingesetzte Bürger zur Seite, die sich allesamt Bürgermeister nennen durften.


Es gab einige Werwolffaelle. Aber das waren eher Einzelaktionen von nur ganz wenigen Leuten. Jedenfalls rechtfertigt das nicht die brutale Vorgehensweise der Sowjets gegen die deutsche Zivilbevoelkerung.


Das sahen die damals aber anders, sie hatten ja auf ihrem Marsch nach Berlin gesehen, zu welchen Verbrechen das deutsche Kulturvolk fähig war, wer konnte den Ahnen, das ausgerechnet der Wehrwolf nicht funktionieren würde?



Ich denke, es war eher die Paranoia vor dem Werwolf, analog z.B. vor ähnlichen Sachen wie " Alpenfestung". Zur Werwolfparanoia eine kleine Geschichte, die mein Vater erlebt hat. 1945 lebte er in einem kleinen Dorf bei Bad Gandersheim. Dann kamen die Amerikaner und besetzten das Dorf. Aus irgendwelchen Gründen ging ein Trupp Amis in das Haus des Jungscharführers( hieß das so?), kurz darauf exlodierte eine Panzerfaust, es gab Tote bei den Amis. Die hielten das für eine Werwolfaktion. Sofort wurde das Dorf von Panzer umstellt und es hätte nicht viel gefehlt, sie hätten das ganze Dorf zusammengeschossen. Es stellte sich dann aber herraus, dass ein GI im Haus seine Panzerfaust abgestellt hatte, das Ding umgefallen und losgegangen war.
Generell würde ich sagen, ob sich wer befreit fühlte oder nicht, hing stark davon ab, was man im 3.Reich erlebt oder auf welcher Seite man gestanden hatte. Überlebene Juden, politische Gefangene, Gewerkschafter, Kommunisten oder sonstige Gegner des Systems fühlten sich definitiv befreit. Bei der großen Masse hab ich da meine Zweifel. Die Meisten waren doch einfach froh, das der Krieg für sie vorbei war. Wobei es wahrscheinlich eine Rolle spielte, von wem man "befreit" wurde. Gegen die Sowjets wurde ja mehr gekämpft als gegen die Amis oder Briten. In der Gegend wo ich lebe, wurde kaum gekämpft. In einem See im Elm, nicht weit weg von mir, wurde vor ein paar Jahren eine ganze LKW-Ladung Panzerfäuste gefunden, alle noch scharf, die hatte der Volkssturm dort einfach "entsorgt", weil sie keinen Bock zum Kämpfen hatten. Im Osten sah das stellenweise durch das Bild, das die Nazis von den Sowjets gezeichnet hatten, stellenweise anders aus.
Das Gefühl "befreit" worden zu sein, stellte sich im Westen auch nicht so recht ein. Liegt auch an dem Verhalten der Besatzungstruppen und als Besatzer wurden sie immer empfunden. In Wolfenbüttel waren die Engländer stationiert. Jedesmal wenn die Soldaten Ausgang hatten, gab es Massenschlägereien mit der Bevölkerung. Man hatte sich arrangiert, aber gern gesehen war die nicht.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#72

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 09:35
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #23
Und da schlägt der auf-die-Größe-kommts-nicht-an-Kampfhund dann gleich voll an ...

Hallo Larrisa, allein die Bemerkung, das die Soldaten der Roten Armee nicht zwischen Soldaten und Kindern unterschieden, zeigt doch wie oberflächlich der rübergemachte Reinländer und der Exilinsulaner in dieser Materie drinstecken. Allein die Geschichte, die hinter der Motivwahl für das Ehrenmal im Treptower Park von Вучетич steht (btw. dieser Künstler entwarf auch die Schwerter-zu-Pflugscharen-Skulptur in Neu York), spricht doch eine andere Sprache, hmm?

Achso, apropos Zuhause ... Brandy or/или Бренди


Hallo 94,
ganz Unrecht hat Gert nicht, dazu eine ganz kurze Geschichte mein Nachbar inzwischen 85 Jahre, hat als 17 jähriger den Einmarsch der Roten Armee erlebt. Zu dieser Zeit war er gerade verpflichtet worden wie andere Jugendliche auch Panzersperren zu errichten ( die meisten von denen hatten dabei auch eine Art Uniform an, vielleicht auch HJ-Kleidung, dass weiß ich nicht mehr genau) jedenfalls als er gerade wiedermal von seinen "Dienst" heimkehrte, klopfte es ziemlich laute an der Tür der Fam. L. und mein Nachbar öffnete in seiner Uniform die Tür, vor Ihm stand eine sogenannte "Vorhut" der Roten Armee, als Sie meinen Nachbar in seiner Uniform gesehen haben, wurde erstmal durchgeladen. Mein Nachbar hatte großes Glück gehabt, dass der entsprechende Offizier (der auch glücklicherweise deutsch konnte) erkannte, dass er kein Nazi war sondern nur ein Jugendlicher war der verpflichtet wurde, er schimpfte mit Ihn und gab Ihn noch den Tipp die Uniform sofort auzuziehen und am besten zu verschwinden. Denn in zwei Tagen kommen der große Tross und die werden kein Verständnis für diese Situation haben, die nehmen dich einfach mit oder machen kurzen Prozess. Seine Mutter hat Ihn dann (sie wohnten am See) mit einen Boot und etwas Verpflegung für zwei Tage auf den See geschickt, solange bis der große Tross durch war, was sich in der in der Zeit bei Fam.L. zu Hause abgespielt hat möchte ich lieber nicht erzählen. Ich möchte damit sagen es gab Gute wie Böse in jeder Armee, mein Nachbar hatte Glück er hat einen "Guten" getroffen, es hätte halt für Ihn auch anders ausgehen können. Ich kenne übrings die Geschichte auch zu diesem Denkmal, sie wurde uns oft in der Schule erzählt, auch ein "Einzelschicksal" eines Guten aber man kann diese "menschliche Tat" leider nicht verallgemeinern. Es gab auch andere Schicksale wo "Flüchlingtrecks" von hinten mit Panzern überrollt wurden,z.B.einfach weil sie nicht schnell genug die Straße geräumt hatten. Kommentar eines "russischen Panzerfahrers": " zu diesem Zeitpunkt waren uns die Menschen egal, wir wollten einfach nur vorwärts"


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#73

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 10:44
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Bei dieser hier kontrovers geführten Diskussion sollte mal darüber nachgedacht werden warum die "Deutschen" so verbissen bis zum Schluss kämpften.

Als Lektüre zum Thema empfehle ich das Buch Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45 zu lesen.

Wenn ich hier einige Beiträge lese kann ich für mich nur konsternieren das die Goebbelche Propaganda über die entmenschten slawischen Horden aus dem Osten durchaus noch weiterlebt und es andererseits sehr verwerflich ist das die Angehörigen der RA nicht vor dem "Betreten des Reichsgebietes" Deutschkurse an der Abendschule gebucht haben ........
Es gehört sich schließlich so zumindest einen Grundwortschatz des zu besuchenden Landes in Petto zu haben .....
- Sarkasmus aus -

Noch eins für die die hier so den moralisch Entrüsteten spielen über die grausamen Russen.
Am 18. Februar 1943 frug Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede das "deutsche Volk"; wollt ihr den totalen Krieg?" das "Volk" wollte und es bekam ihn dann auch in den Jahren 44/45 ohne wenn und aber.
Also Ball flach halten ............, immer schön den Wechsel zwischen Ursache und Ergebnis sehen.

Definitiv war das Kriegsende für den übergroßen Teil der Bevölkerung Deutschlands nicht der "Tag der Befreiung" zur damaligen Zeit. Die meisten waren froh das "es" vorbei war und sie mit dem Leben davongekommen sind.

Alles was nach dem 8. Mai 1945, besonders im sowjetisch besetzten Teil geschah, ist ein anderes Thema und die heutige verstärkte Hinwendung der öffentlichen Geschichtsklittung und der Darstellung das die RA als marodierende Truppe durch deutsche Lande zog entspricht mehr dem Wunschbild bestimmter Politiker und der sich dieser Politik andienender "Historiker" und nicht den gesamten Komplex Nachkriegszeit in Deutschland und Europa.

Wird nicht mit der einseitigen Fokussierung auf die hier genannten Schwerpunkte mal wieder die Angst vor den Russen geschürt?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Damals87, Diskus303 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.01.2013 10:56 | nach oben springen

#74

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 11:17
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #73
Bei dieser hier kontrovers geführten Diskussion sollte mal darüber nachgedacht werden warum die "Deutschen" so verbissen bis zum Schluss kämpften.

Als Lektüre zum Thema empfehle ich das Buch Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45 zu lesen.

Wenn ich hier einige Beiträge lese kann ich für mich nur konsternieren das die Goebbelche Propaganda über die entmenschten slawischen Horden aus dem Osten durchaus noch weiterlebt und es andererseits sehr verwerflich ist das die Angehörigen der RA nicht vor dem "Betreten des Reichsgebietes" Deutschkurse an der Abendschule gebucht haben ........
Es gehört sich schließlich so zumindest einen Grundwortschatz des zu besuchenden Landes in Petto zu haben .....
- Sarkasmus aus -

Noch eins für die die hier so den moralisch Entrüsteten spielen über die grausamen Russen.
Am 18. Februar 1943 frug Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede das "deutsche Volk"; wollt ihr den totalen Krieg?" das "Volk" wollte und es bekam ihn dann auch in den Jahren 44/45 ohne wenn und aber.
Also Ball flach halten ............, immer schön den Wechsel zwischen Ursache und Ergebnis sehen.

Definitiv war das Kriegsende für den übergroßen Teil der Bevölkerung Deutschlands nicht der "Tag der Befreiung" zur damaligen Zeit. Die meisten waren froh das "es" vorbei war und sie mit dem Leben davongekommen sind.

Alles was nach dem 8. Mai 1945, besonders im sowjetisch besetzten Teil geschah, ist ein anderes Thema und die heutige verstärkte Hinwendung der öffentlichen Geschichtsklittung und der Darstellung das die RA als marodierende Truppe durch deutsche Lande zog entspricht mehr dem Wunschbild bestimmter Politiker und der sich dieser Politik andienender "Historiker" und nicht den gesamten Komplex Nachkriegszeit in Deutschland und Europa.

Wird nicht mit der einseitigen Fokussierung auf die hier genannten Schwerpunkte mal wieder die Angst vor den Russen geschürt?

Gruß
Nostalgiker


Hallo Nosti,

ich hatte gerade versucht in meinen Beitrag die Fokussierung nicht einseitig rüberkommen zulassen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#75

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 11:39
von Gelöschtes Mitglied
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Es ist nichts mehr zu machen an der deutlich deutschen Einstellung und Einseitigkeit, schon gar nicht mit dem Schreiben der anderen Wahrheit, die jahrelang unterdrueckt und geschmaeht wurde, die alle betrifft, betreffen sollte! das tut sie ganz offensichtlich hier nicht, vor allem im westlichen Lager. Die, wie ich, stets von beiden Seiten berichten, werden ganz einfach als 'einseitig' abgeschmettert. Es ist eine vorgefertigte Meinung vorhanden, und gleichgueltig was andere schreiben, es scheint, als wenn keine Notiz davon genommen wird. Nichts darf man sagen, was die 'gute Seite' und die 'guten Helden' ins 'rechte' Licht ruecken wuerde. Ins richtige Licht meine ich. Alles unwichtig.
Die objektiven Darstellungen einiger Schreiber sind ein winziger Lichtblick. Es ist beschaemend. Da kommen diese Einzelgeschichten wie aus der Pistole geschossen, und die, die unsagbar gelitten haben, koennen nicht zu Wort kommen, was glaubt Ihr wohl, was die Menschen in Russland fuer Geschichten schreiben koennten? Sie werden es auch heute nicht Euch nicht um die Ohren schlagen, weil sie hoeflich und besonnen sind und jeden Gast mit offenen Armen empfangen, und trotzdem lieben diese Menschen die Deutschen, tragen keinerlei Rachegefuehle in sich und verunglimpfen auch nicht die Soldaten der Wehrmacht, die armen Schweine die Unheil, Tod und Qual in ihr grosses Land brachten, und selbst so unsagbar gelitten haben, im Gegenteil.

Auf der anderen Seite moechte ich bei dieser Schmierkampagne hier gegenueber dem russischen Volk und seiner Armee, das wie kein anderes Volk Verluste erlitten hat unter deutschem Faschismus, auch die Juden und andere auslaendischen Buerger und auch die unbescholtenen Deutschen, dessen Land und Menschen, von den Bomben der Allierten Helden Tag und Nacht in Stuecke gerissen und verbrannten, noch kurz erwaehnen. Dann schweigen meine Waffen, es schmerzt zu lesen hier. Meine Waffen sind klein und winzig gegen die Gemueter des deutschen Michels, der auf einem Augen immer blind geblieben ist, anerzogen blind nach dem 9. Mai, verzeihung dem 8. Mai, trotzdem was auch ihm angetan wurde.
Die Voelker lieben das Know How der Deutschen, warum lieben sie nicht den disziplinierten, fleissigen und stets Besserwissenden deutschen Michel? weil er sich kaum mit seiner eigenen Geschichte und schon gar nicht mit der Geschichte der anderen weder konfrontiert wurde,( da bedankt Euch bei den Erziehungsberechtigten im US Lager) noch sich auseinander gesetzt hat mit der Geschichte der anderen oder sich fuer diese Geschichte interessierten. Zollen wir auch diesen armen Wichten Tribut, weil, durfte sich dieser nicht entwickeln durfte wie er wollte, und es von selbst aus nicht tat, als er in eine neue Campagne der neuen Seite abgerichtet wurde, und seither alles sah nur was im engsten Kreis geschah und seine heldenhaften Befreier, die ihn in die Richtung dirigierten, wo sie ihn haben wollte. Und bis heute nicht merken sie, dass sie als Mohr ihre Schuldigkeit getan haben. Allein auf sich gelassen, kaempft Deutschland in der heutigen wirtschaftlichen Misere um das Leben, bevormundet von allen anderen, die die Hand aufhalten, dafuer ist dann der grosse Bruder nicht ansprechbar, er wird zusehen, wie Europa zugrunde geht. Das so nebenbei.

Die horrenden Zahlen sprechen fuer sich, die langsam im Laufe der Jahre nicht mehr zu unterdruecken waren. Andere Voelker haben gelitten, sagenhaft gelitten, und wie. Diese Zahlen waren schon seit dem 8./9. Mai uninteressant. Heute, im Jahre 2013 sehen wir das ganz deutlich hier. Das deutsche Volk wurde nie befreit in einer neuen Art der Unterjochung, fuer den auch wieder Politiker zustaendig sind, von denen wir wissen, dass diese zur Zeit grosse Magenschmerzen haben und nicht mehr weiter wissen. Und wenn die deutsche Bkanzlerin als Nazi tituliert wird, muessen wir uns nicht lange fragen, woher das kommt. Es reichte nicht, dass unsere Politiker auf die Knie fielen, es reichten nicht die zweizuengigen Reden von Anstand und Gutmachung, weil eben der deutsche Michel nicht wahr haben wollte, was wirklich geschah und sich nicht auseinandersetzen konnte mit dem wirklichen Geschehen und deshalb auch nicht damit ehrlich umgehen konnte. Nicht mehr wissen wollen war die grosse Devise damals, dass habe ich deutlich und richtig verstanden, auch wenn nicht der deutschen Sprache ganz maechtig.
Eine Seite der Geschichte hoefieren und die andere ausser acht lassen, das ist das Vergehen, dessen sich alle schuldig gemacht haben. Wie gesagt, meine Waffen schweigen hier in diesem Thread. Die Zwiespaltigkeit und der Hass macht mich krank.
Larissa
kLakorri.


zuletzt bearbeitet 08.01.2013 11:43 | nach oben springen

#76

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 11:42
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo zusammen,

letzter Versuch. Ist es irgendwie nicht vielleicht doch noch möglich, eine Unterscheidung zwischen der Wahrnehmung der Zeit durch die betroffenen Generationen und die Bewertung der Geschichte durch die folgenden Generationen hinzubekommen? Ich erinnere mich hier an viele Diskussionen, in denen einer irgendwas an der DDR guthieß und sofort auf ihn eingedroschen wurde, er solle doch froh sein, diese Diktatur losgeworden zu sein. Und hier passiert's genau umgekehrt. Anstatt die Zerschlagung einer menschenvernichtenden Diktatur als Befreiung bewerten zu können, wird seziert, wie und warum sich die Leute damals nicht befreit fühlten.

Ich mach das mal ganz provokativ: Wenn ich heute sage, dass ich diesen Tag nicht als einen Fortschritt in der deutschen Geschichte betrachte, dann sage ich, dass alles hätte bleiben sollen wie es ist, weil sich nur so die Menschen besser gefühlt hätten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 13:10
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #76
Hallo zusammen,

letzter Versuch. Ist es irgendwie nicht vielleicht doch noch möglich, eine Unterscheidung zwischen der Wahrnehmung der Zeit durch die betroffenen Generationen und die Bewertung der Geschichte durch die folgenden Generationen hinzubekommen? Ich erinnere mich hier an viele Diskussionen, in denen einer irgendwas an der DDR guthieß und sofort auf ihn eingedroschen wurde, er solle doch froh sein, diese Diktatur losgeworden zu sein. Und hier passiert's genau umgekehrt. Anstatt die Zerschlagung einer menschenvernichtenden Diktatur als Befreiung bewerten zu können, wird seziert, wie und warum sich die Leute damals nicht befreit fühlten.

Ich mach das mal ganz provokativ: Wenn ich heute sage, dass ich diesen Tag nicht als einen Fortschritt in der deutschen Geschichte betrachte, dann sage ich, dass alles hätte bleiben sollen wie es ist, weil sich nur so die Menschen besser gefühlt hätten.

ciao Rainman


Ich denke Rainman zu diesen Thema wird es zu keiner Einigung mehr kommen, weil hier beide *Lager* Null Toleranz zu dem Standpunkt des jeweiligen anderen *Lagers* haben. Man sollte den Thread einfach beenden.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#78

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 15:55
von Gelöschtes Mitglied
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Duck, ich bin schon familiaer in beiden Lagern aufgewachsen, und ich weiss genau wozu Menschen faehig sind, die nicht auf den anderen eingehen wollen und auf ihr Recht behaupten, ob es ‘die Luege zur Behandlung der Juden war’ oder ob es der bedingungslose Hass gegenueber den Russen war oder schreckliche Hass gegenueber den Deutschen von meiner englischen Familie aus. Die Siegermentalitaet meiner Englaender ist mir hinlaenglich bekannt, auch dass meiner US Freunde, die nicht erkennen wollen, dass es neben ihrem Heldentum sie auch Genocide verursachten. So aufgewachsen ist es mir auch gerade deshalb moeglich, weiterhin zwischen den Welten zu agieren, im spaeteren Leben habe ich immer hinterfragt – auf beiden Seiten – . Das tue ich heute noch, natuerlich mit meiner angeworbenen Lebenseinstellung, die sich nie aendern wird. Trotzdem habe ich Verstaendnis fuer den anderen und habe auch immer versucht, Verstaendnis und Toleranz fuer den anderen zu haben, der auf der einen oder anderen Seite Schlimmes erlebt hat. Manches Mal geht einem eben der Hut hoch. Ich selbst habe bis heute auch fuer mein spaeteres Leben nie Toleranz erfahren, es wurde nur von der einen oder der anderen Seite beurteilt, vornehmlich aber nur in Germania.

Warum aufgeben, auch wenn Mann/Frau zeitweilig betroffen ist. Beiden Lagern, auch dem Bi-Lager, die Toleranz ganz abzusprechen, ist nicht ganz richtig. Einige nur haben eine verfestigte einseitige Meinung, die nichts von der anderen Seite hoeren moechten, das sind Meinungen, die weh tun. Wie sehr das Thema interessiert und auch beruehrt ist hier offensichtlich, sonst wuerden wir uns nicht zoffen. Das Buch ist laengst nicht geschlossen ueber den schlimmsten Krieg der Menschheit. Eine solche Diskussion als gescheitert zu betrachten, weist auf weitere Nichtverarbeitung der Situation und damit der Geschichte hin. Hier sind doch einige vernuenftige Gedanken angebracht worden von der einen und der anderen Seite, und aufgrund des schriftlichen Erbes und der immer noch lebenden Zeitzeugen in aller Welt, die ueber die Schandtaten aller Beteiligten berichten koennen, waere es traurig, einen Schlusstrich zu ziehen und aufzugeben.
Nur meine Meinung. Aber, um die Gemueter anzuheizen mit einem Quentschen britische Humor - bis zum 9. (!) Mai vom Krasnaja Ploschtschad direkt. Wie Ihr wisst, nur die boesen Maedchen kommen ueberhall hin…
Larissa


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#79

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 16:19
von turtle | 6.961 Beiträge

.In Anbetracht dieser vielen Opfer ,dem Unrecht, der Zerstörung,dem Elend was dieser 2.Weltkrieg und auch noch danach hervorbrachte wäre es sinnvoller nicht nur an die Verfehlungen von Soldaten zu erinnern. Vor allem sollten wir den Millionen Gefallenen gedenken . Der Preis des Friedens welchen wir seit 1945 haben verdanken wir besonders den Soldaten der roten Armee,sie zahlten den größten Blutzoll.Der Hitlerfaschismus endete am 8.Mai 1945 offiziell ,was ist daran so schwer aus dieser Sicht als Tag der Befreiung zu sehen? Die Zeit danach zu durchleuchten ist ein anderes Thema .Besatzungsmächte ? Ja natürlich kann man das so sehen,aber dann bitte nicht nur von der Sowjetunion.
Auch wenn ich lese die Westalliierten waren das kleinere Übel,es ändert nichts an der Tatsache das sie Besatzungsmacht waren. Klar die neue Situation nach 1945 mit den unterschiedlichen nun verfeindeten Militärblöcken ,der kalten Krieg trug ein übriges mit dazu bei. Ich bin bestimmt kein Kommunist aber zu DDR Zeiten habe ich in Ostberlin an der ewigen Flamme des unbekannten Soldaten Blumen niedergelegt. Engstirnigkeit bringt uns nicht weiter,vernünftig sachlich reden schon. Mir fällt es nicht schwer den Anderen zu verstehen und seine Meinung zu akzeptieren. Übernehmen muss ich sie doch nicht ,aber dem friedlichen Nebeneinander ist das förderlich!


Duck, DoreHolm, exgakl, Damals87, Diskus303, seaman und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 08.01.2013 17:11
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Ich werde das Thema mal zum Anlaß nehem, meinen Vater und meine Mutter fragen, ob sie der Meinung sind, befreit worden zu sein. Gut, sie waren 1945 erst 11 Jahre alt, ich weiß nicht, ob man da über solch eine Frage nachdenkt. Da bin ich mal selber gespannt..........


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