#301

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 18.01.2013 22:41
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Larissa im Beitrag #299
...... Gut, dass wir ALLE hier sind, damit dieses Feuer gleichmaessig abbrennen kann.

Siehe #300,Windrichtung hat sich gedreht und das Feuer kommt nun aus einer anderen Richtung......


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#302

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 18.01.2013 22:45
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #301
Zitat von Larissa im Beitrag #299
...... Gut, dass wir ALLE hier sind, damit dieses Feuer gleichmaessig abbrennen kann.

Siehe #300,Windrichtung hat sich gedreht und das Feuer kommt nun aus einer anderen Richtung......



Ist hier keiner bei der Feuerwehr? Die kennen sich mit sowas aus......


Intellektuelle spielen Telecaster
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#303

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 18.01.2013 22:55
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #302
Zitat von ek40 im Beitrag #301
Zitat von Larissa im Beitrag #299
...... Gut, dass wir ALLE hier sind, damit dieses Feuer gleichmaessig abbrennen kann.

Siehe #300,Windrichtung hat sich gedreht und das Feuer kommt nun aus einer anderen Richtung......



Ist hier keiner bei der Feuerwehr? Die kennen sich mit sowas aus......


Danke, habe heute um 17.30 Uhr heute einundzwanzig (21) Feuerwehrmaenner im hause gehabt............ aber ja, ein Feuer sollte moeglichst gleichmaessig abbrennen und nicht vom Wind in einen Feuersturm verwandelt werden, um nicht die Feuerwehr rufen zu muessen........


Eine Lanze fuer den 50ger Jahrgang; bin leider noch aelter..... ueber die alten Aegypter und ihre Kriege wissen wir auch einiges, um nicht zu sagen viel, es bleibt uns daher nichts anderes uebrig, die Vergangenheit/Geschichte selbst aufzuarbeiten, auch wenn wir 'nur' in den Schlamassal und dem Aftermath hineingeboren worden sind.


zuletzt bearbeitet 18.01.2013 22:58 | nach oben springen

#304

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 18.01.2013 23:43
von dbeugue | 29 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #303
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #302
Zitat von ek40 im Beitrag #301
Zitat von Larissa im Beitrag #299
...... Gut, dass wir ALLE hier sind, damit dieses Feuer gleichmaessig abbrennen kann.

Siehe #300,Windrichtung hat sich gedreht und das Feuer kommt nun aus einer anderen Richtung......



Ist hier keiner bei der Feuerwehr? Die kennen sich mit sowas aus......


Danke, habe heute um 17.30 Uhr heute einundzwanzig (21) Feuerwehrmaenner im hause gehabt............ aber ja, ein Feuer sollte moeglichst gleichmaessig abbrennen und nicht vom Wind in einen Feuersturm verwandelt werden, um nicht die Feuerwehr rufen zu muessen........




Ok, richtig,, Feuer abbrennen... Genau, richtig, weil ich es nochmal durchgelesen habe, und ich bin ziemlich , wie solle ich es sagen, irritiert? genervt?

Ich bin zwar langsam zu verstehen was ich lese, aber schnell genervt ... Aber Glücklicherweiser waren die Feuerwehr schön da..

Aber ok, ich muss mir daran gewöhnen 2 Züge zu spät zu haben .. Ich hoffe ich werde nicht die Feuerwehr verpassen :)


Aber trotzdem, man muss Hannah Arendt gelesen haben " Die Banalität der Böse", wie können die Menschen Ihre Werte und Normen verändern , und damit Kriegsverbrecher machen.. Und dadurch überzeugt zu sein, das richtige zu tun.. Ich persönlich finde ich total merkwürdig, und ich werde immer davon verblufft sein..

Man kann, was Hannah Arendt schreibt, für alle Kriege anwenden, egal die Rechfertigung oder besser gesagt , Egal der Grund des Krieges.. Einige Mächte brauchen kämpfer, die sich keine Frage stellen. Das kann Soldaten, oder Spionen, oder die Nachbaren.. Oder Egal.. Das wichtigste ist zu schaffen, das sie nicht in der LAge sind, die Situation als richtig zu schätzen, sonst würden es kein Verbrechen machen!!

Der Unterschied bei der Nazis war , dass sie als ein total systematik System gemacht haben..Sie haben es geschaft zu machen, dass die Soldaten und ein Teil der Bevölkerung ohne Problem daran teilgenommen haben, Menschen zu Seife zu tun..

HAnnah Arendt hat das URteil von Eichmann analisiert und interpretiert.. Ya das war klar , er war selbstsicher, das richtige getan zu haben, weil er seine WErte verändert hatte.. Er braucht sich keine selbstrechfertigung zu geben.. Er war genau richtig, die waren die Böse, er hat bis Ende nicht verstanden, worum es überhaupt ging. ER hat seine Arbeit gemacht, und er schätztet, er hatte es gut gemacht... In seinem System war es richtig.

Das ist was im Menschen schrecklich ist, dass der MEnsch so ist, dass er nach einige intellektuelle " Übungen" denkt, dass das Güte ist , Menschen zu töten, da sie die Bösen sind... Und davon so überzeugt ist, dass er ein Mensch ruhig als Seife machen kann, oder vor seine Augen verhüngern kann, oder sein Verwandte denonzieren kann...

Ich finde dieser Fakt total schrecklich... Es gibt kein national Gene dafür... Nur ein besondere und gezielte Wechseln in der Bevölkerung WErte...
Ya klar so sind die Menschen.. Leider ...

Wo sind die Feuerwehr .. Es brennt ....


zuletzt bearbeitet 18.01.2013 23:50 | nach oben springen

#305

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 00:04
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Danke Dbeugue für den Verweis auf Hannah Arendt! Die kannte ich noch nicht, eine Beschäftigung mit ihr scheint aber interessant und lohnenswert.


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 19.01.2013 00:05 | nach oben springen

#306

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 00:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #305
Danke Dbeugue für den Verweis auf Hannah Arendt! Die kannte ich noch nicht, eine Beschäftigung mit ihr scheint aber interessant und lohnenswert.


Ja debeuge, die boesen alle weg.... und die Gutheit in Persona bleibt. Ich fuerchte nur, das wird nicht gut gelingen...........Die Gegner sind einfach zu anstandig.

„Die Gefährlichkeit des Bösen wächst mit der Anständigkeit seiner Gegner.“ (Sigmund Graff, 1898-1979)

"Danke fur die Gespraeche und gute Nacht; es war ein langer Tag! Und ich habe Gutes gesehen, auch wenn ich Boeses vernommen habe"


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zuletzt bearbeitet 19.01.2013 00:19 | nach oben springen

#307

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 12:43
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von dbeugue im Beitrag #304


Der Unterschied bei der Nazis war , dass sie als ein total systematik System gemacht haben..Sie haben es geschaft zu machen, dass die Soldaten und ein Teil der Bevölkerung ohne Problem daran teilgenommen haben, Menschen zu Seife zu tun..



.


Aber das kann man, ja muss es sogar, ueber den Kommunismus sagen. Es grenzt an Heuchelei wenn Leute das damalige Deutschland verurteilen, gleichzeitig aber die gleichen Verbrechen der Stalinfaschisten entschuldigen, minimalisieren oder ganz ableugnen.


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#308

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 19:02
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #307
Zitat von dbeugue im Beitrag #304


Der Unterschied bei der Nazis war , dass sie als ein total systematik System gemacht haben..Sie haben es geschaft zu machen, dass die Soldaten und ein Teil der Bevölkerung ohne Problem daran teilgenommen haben, Menschen zu Seife zu tun..



.


Aber das kann man, ja muss es sogar, ueber den Kommunismus sagen. Es grenzt an Heuchelei wenn Leute das damalige Deutschland verurteilen, gleichzeitig aber die gleichen Verbrechen der Stalinfaschisten entschuldigen, minimalisieren oder ganz ableugnen.



Wieder mal ohne Kompass losgewandert ?


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#309

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 19:16
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #288
Den Siegern bleibt es ueberlassen und diese schlachten die Geschichte der deutschen Ungeheuerlichkeiten heute noch bis ins feinste Detail aus.
Die einseitige Aufarbeitung ergaenzte das Ganze auf beiden Seiten.
Wir haben darueber diskutiert, dass die Deutschen weiterhin als 'Nazis' beschimpft werden in einer Zeit, da die wirtschaftlichen Probleme erheblich sind und Deutschland das einzige Land ist, welches in der Lage ist, die EU aufrechterhalten.
Die Sieger, Russland, USA, Frankreich und England, feierten nicht damals und nicht heute den 8./9. Mai als Tag der Befreiung Deutschlands, in keinster Weise.
Diese feiern ihre Veteranen, und damit ihre Helden, und sie Gedenken ihrer Toten dieses Krieges. Aber in der Hauptsache, feiern diese ihren Sieg ueber 'die Deutschen' ob die Deutschen dies glauben wollen oder nicht. Sowohl die Amerikaner, als auch der Franzosen und Englaender sind schnell bei dem Wort Nazi, wenn es um Deutsche geht. Mehr denn je. Das starke Deutschland von heute jagt ihnen Angst ein.
Wie SK sagte, unwichtig wie es dazu kommen konnte, die Geschichte ist verfaelscht, es gibt keine Nachsicht, obwohl jeder andere Niedergang der grossen Imperien geschichtlich genau zu Buche steht und es dafuer weitreichende und ehrliche Erklaerungen gibt.
Millionen haben an Hitler geglaubt. Millionen wurden betrogen und haben die Schmach auf sich nehmen muessen, und die Folgen waren fuer die Menschen im Mai 1945 noch nicht mal fassbar in einer Hoelle auf Erden. An diesem Tag lag Deutschland am Boden. Soehne und Ehemanner noch in der Fremde. Es gab keine strahlenden Gesichter, kein Aufatmen oder ein Gefuehl der Befreiung. An diesem Tag der Unterzeichnung war nichts gewiss. Die Menschen waren verzweifelt, Kinder vor allem starben an Unterernaehrung. Die Sonne schien, aber nicht im Mai 1945 auf die Deutschen, die im physischen und seelischen Bereich litten.

In Deutschland war es fuer 90% der Bevoelkerung auf lange Sicht hinaus keine Befreiung an diesem Tag, als Kriegsgewinnler sofort uebergingen sie auszunehmen. Diese Menschen hatten kaum noch Kraft zu denken, geschweige denn an das Wort Befreiung.

Vielleicht den Ton wegmachen, der passt nicht sehr gut zur Situation finde ich. Dieser Videoclip spricht Baende.Versucht man, sich einmal nur in die Lage dieser Menschen zu versetzen, eruebrigt sich diese Frage.


Larissa, vielen Dank für diesen bemerkenswerten Beitrag, welcher bisher kaum Resonanz fand. Er beschreibt, meiner Meinung nach, die damalige Situation sehr treffend.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 19.01.2013 19:17 | nach oben springen

#310

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 19:24
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von dbeugue im Beitrag #304

..........Wo sind die Feuerwehr .. Es brennt ....
Kurz OT,
hallo dbeugue,manchmal muß oder kann man ein Feuer auch kontrolliert abbrennen lassen.
Frag mal welche aus dem Löschzug........

Aber nicht aus diesem hier.....
Quelle Foto:http://www.shirt66.de/fun-shirts/bier-al...t-rot/a-130057/


dbeugue hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#311

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 19:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ari@D187 im Beitrag #309
Zitat von Larissa im Beitrag #288
Den Siegern bleibt es ueberlassen und diese schlachten die Geschichte der deutschen Ungeheuerlichkeiten heute noch bis ins feinste Detail aus.
Die einseitige Aufarbeitung ergaenzte das Ganze auf beiden Seiten.
Wir haben darueber diskutiert, dass die Deutschen weiterhin als 'Nazis' beschimpft werden in einer Zeit, da die wirtschaftlichen Probleme erheblich sind und Deutschland das einzige Land ist, welches in der Lage ist, die EU aufrechterhalten.
Die Sieger, Russland, USA, Frankreich und England, feierten nicht damals und nicht heute den 8./9. Mai als Tag der Befreiung Deutschlands, in keinster Weise.
Diese feiern ihre Veteranen, und damit ihre Helden, und sie Gedenken ihrer Toten dieses Krieges. Aber in der Hauptsache, feiern diese ihren Sieg ueber 'die Deutschen' ob die Deutschen dies glauben wollen oder nicht. Sowohl die Amerikaner, als auch der Franzosen und Englaender sind schnell bei dem Wort Nazi, wenn es um Deutsche geht. Mehr denn je. Das starke Deutschland von heute jagt ihnen Angst ein.
Wie SK sagte, unwichtig wie es dazu kommen konnte, die Geschichte ist verfaelscht, es gibt keine Nachsicht, obwohl jeder andere Niedergang der grossen Imperien geschichtlich genau zu Buche steht und es dafuer weitreichende und ehrliche Erklaerungen gibt.
Millionen haben an Hitler geglaubt. Millionen wurden betrogen und haben die Schmach auf sich nehmen muessen, und die Folgen waren fuer die Menschen im Mai 1945 noch nicht mal fassbar in einer Hoelle auf Erden. An diesem Tag lag Deutschland am Boden. Soehne und Ehemanner noch in der Fremde. Es gab keine strahlenden Gesichter, kein Aufatmen oder ein Gefuehl der Befreiung. An diesem Tag der Unterzeichnung war nichts gewiss. Die Menschen waren verzweifelt, Kinder vor allem starben an Unterernaehrung. Die Sonne schien, aber nicht im Mai 1945 auf die Deutschen, die im physischen und seelischen Bereich litten.

In Deutschland war es fuer 90% der Bevoelkerung auf lange Sicht hinaus keine Befreiung an diesem Tag, als Kriegsgewinnler sofort uebergingen sie auszunehmen. Diese Menschen hatten kaum noch Kraft zu denken, geschweige denn an das Wort Befreiung.

Vielleicht den Ton wegmachen, der passt nicht sehr gut zur Situation finde ich. Dieser Videoclip spricht Baende.Versucht man, sich einmal nur in die Lage dieser Menschen zu versetzen, eruebrigt sich diese Frage.


Larissa, vielen Dank für diesen bemerkenswerten Beitrag, welcher bisher kaum Resonanz fand. Er beschreibt, meiner Meinung nach, die damalige Situation sehr treffend.

Ari
Kurz und Bündig,sehe ich genauso.

ek40


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#312

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 19.01.2013 23:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #303
... habe heute um 17.30 Uhr heute einundzwanzig (21) Feuerwehrmaenner im hause gehabt...
... vom Wind in einen Feuersturm verwandelt werden, ...

Und Einer der Firemen hörte auf den Namen Guy Montag? Für einen Feuersturm ist Wind eher hinderlich, müssteste als Engländerin aber wissen. Da ist ja der Bomber-Harris eher ein Held wie einen WC. Ähm wie war das Thema?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#313

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 05:22
von seaman | 3.487 Beiträge

Um mal wieder zum Thema zurückzukehren:

Heute vor 71 Jahren,am 20.Januar 1942, fand die Wannseekonferenz ,auf der die bereits vorher beschlossene sogenannte Endlösung der Judenfrage koordiniert wurde,statt.
Ein deutscher Staatsbürger,Protokollführer dieser Konferenz und Redenschreiber für Heydrich,Kriegsverbrecher Adolf Eichmann,wurde nach jahrelangem Untertauchen später in Argentinien 1960 durch ein israelisches Spezialkommando gekidnappt und seiner gerechten Strafe zugeführt.
Die von dem israelischen Generalstaatsanwalt Gideon Hausner ausgearbeitete Anklageschrift umfasste fünfzehn Punkte, u. a. „Verbrechen gegen das jüdische Volk“, „Verbrechen gegen die Menschheit“, „Kriegsverbrechen“ und die „Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation“.

Wer in Israel mal die Möglichkeit hat,sich die Gedenkstätte Yad Vashem anzuschauen,dem wird sich die Bedeutung des 8.Mai 1945 voll erschliessen.

Yad Vashem ist offiziell:
„Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“ und ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und sie wissenschaftlich dokumentiert.
Wer einmal z.b. in der Halle der Namen war,dem wird eine Gänsehaut den Rücken runterlaufen und wird es nicht erfassen können,zu was Deutsche fähig waren.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

P.S: Ein user aus diesem Forum war dort ebenfalls vor Ort und wird das bestätigen können.
Wie sensibel sich Kontakte in Israel später(Mitte 70er) für mich und andere deutsche Besucher noch gestalteten,waren zum Beispiel Hinweise, manche deutsche Begriffe im Hotel nicht zu benutzen: "Waggon","Dusche",Seife" etc.
Auch bei anderen Situationen und Anlässen vermied man es deutsch zu sprechen.Heute ist das Schnee von gestern....bis auf diese Gedenkstätten,
wo man von selbst sprachlos wird.

seaman


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#314

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 10:49
von Gelöschtes Mitglied
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Ich war im Mai 2009 in Israel und im Westjordanland. Habe auch die Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem besucht. Schon die Fahrt mit dem Stadtverkehrsbus hinaus zur Gedenkstätte bereitete mir etwas Unbehagen. Obwohl ich es vermied mich auf Deutsch zu verständigen, erkannten sehr viele Israelis im Bus meine Nationalität. Ich spürte aber keinerlei Haß und Verachtung, nachdem ich ihnen erklärte, warum ich nach Yad Vashem wollte. Ich begab mich auf Spurensuche auch in der Vergangeheit meiner Familie. Meine Großmutter (Lydia) mütterlicherseits war eine gebürtige Odessaerin - mein Großvater (Samuel) mütterlicherseits stammte aus Tschitomir. Beide, wie auch andere Familienmitglieder überlebten durch Formfehler in den Personalunterlagen in der Abgeschiedenheit Ostpreussens die Shoah. Andere nicht !!!
Ich hatte im meinem bisherigem Leben schon zahlreiche ehemalige KZ und die darauf errichteten Gedenkstätten gesehen und besucht. Sehr stark emotional berührt haben mich das "Alte Lager" in Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Aber als ich die Gedenkstätte in Yad Vashem betrat, war alles bisher dagewesene dahin. Mir steckte ein regelrechter Kloß im Hals und ich konnte meine Emotionen und Tränen in der "Halle der Erinnerung" nicht mehr zurückhalten, nachdem ich die Gedenk- und Erinnerungsstücke und -tafeln von Odessa und Tschitomir vor meinen Augen sah.
Als ich dann die "Halle der Erinnerung" verließ, versuchte ich mich erst einmal wieder zu sammeln - ich war emotional zu sehr aufgewühlt und meine Knie waren weich wie Butter. Aber ich konnte mich nicht sammeln, da es draußen einen Eklat gab. Es war eine deutsche Reisegruppe mit älteren Damen und Herren recht fragwürdiger Gesinnung, die sich über die Shoah amüsierten. Mir brannte im dem Moment die Sicherung durch, nachdem ein älterer Herr dieser Gruppe die Bemerkung fallen ließ:"Der Adolf hätte sich was die Judenvernichtung anbetrifft, ein Beispiel an Napoleon nehmen sollen.." Ich stellte dann diesen Anisemititen zur Rede und forderte ihn auf die Gedenkstätte zu verlassen - zwischenzeitlich hatten schon die israelischen Sicherheitskräfte diese Auseinandersetzung mitbekommen und geleiteten diese kleine Gruppe in Richtung Busparkplatz. Seitens der anderen Besucher und der Israelis gab es ein zustimmendes Nicken mit dem Kopf, ein freundliches Lächeln und auch Umarmung für meine Handlungsweise. Solche Leute haben in Yad Vashem nichts verloren - sie verhöhnen mit ihrer Anwesenheit die unermesslichen Opfer des Holocaust.
Für mich ist die Menora meiner Großeltern nicht nur Andenken, sondern auch Symbol dafür, dass sich so etwas nie wieder in der Menschheitsgeschichte wiederholen darf.

Shalom
Vierkrug

PS: Ich habe ein paar Fotos von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem dem Beitrag angefügt. Verständlicherweise werde ich einige Fotos nicht anhängen, da sie mich zu sehr persönlich berühren.

Angefügte Bilder:
Rainman2, frank, dbeugue, schulzi, furry, jecki09, passport und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.01.2013 11:06 | nach oben springen

#315

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 11:52
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich war das erste Mal 1970 in Israel da fiel ich gleich als Goi (nichtjude auf). Ich hatte eigentlich mehr Ablehnung erwartet da es nicht all zu schwer fiel mich als Deutscher zu erkennen. Zufällig hörte ich zwei Frauen deutsch miteinander reden. Ich fragte sie nach dem Weg. Natürlich mit wunderschönem sächsisch. Es stellte sich herraus das eine der Frauen aus meiner alten Heimatstadt Leipzig stammte.Sie war so erfreut das sie mich spontan nach Hause einlud ,ihr Mann würde sich bestimmt auch riesig freuen etwas über Leipzig zu erfahren und außerdem würde ihm meine sächsische Aussprache bestimmt Freude bereiten. Ich nahm die Einladung gern an. Wir unterhielten und über die Nazizeit und Deutschland danach.Besonders allerdings über Leipzig.und deren jüdische Gemeinde heute. Da musste ich passen,jüdische Gemeinde in Leipzig? Nein damit konnte ich nicht dienen. Überhaupt war es so das auch sie kaum Informationen von der DDR hatten. Damit komme ich zum Punkt. Das Verhältnis der DDR zu Israel war immer belastet . Selbst das Judentum dürfte in der DDR einen schwereren Stand als in der BRD gehabt haben. Besonders mit den Entschädigungen als Wiedergutmachungen wurde zum Staat Israel und auch im Privaten Bereich anders gesehen.Wenn vom KZ erzählt wurde waren es in erster Linie Kommunisten und Widerstandskämpfer aus deren Reihen.die die Nazis da hinbrachten. Nein von den Juden wurde es nicht verschwiegen ,aber mir kam es nicht primär vor..Ja das Verhältnis DDR -Israel http://192.68.214.70/blz/eup/03_08/3.asp
dazu ist dieser Link interessant. Meine heutige Einstellung zu Israel ist zwiespältig . Ich verurteile die Siedlungpolitik ,und finde ihre Politik der Härte oft übertrieben.Ja und ich habe Angst vor Israels Atomwaffen. Wird da nicht im nahen Osten mit zweierlei Maß gemessen? Es bleibt ein Pulverfass der nahe Osten und all zu schnell können wir uns mitten im Konflikt befinden. Ich bin kein Antisemit aber Kritik muss erlaubt sein.
Damit es mit dem Thema was zu tun hat ,ja der 8. Mai war für Millionen Juden auch ein Tag der Befreiung.


seaman und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#316

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 12:24
von schulzi | 1.756 Beiträge

Hallo vierkrug und turtle ich möchte mich bei euch für die artikel bedanken,den sie haben den sinn des 8. mai vollmitgetroffen vor allen wo denächst der holocaust gedenktag ist .DANKE


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#317

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 12:30
von dbeugue | 29 Beiträge

Zufällig habe ich Heute eine Sendung auf einem französischen Radio gehört : "Mein Vater hiess Werner" .

Es handelt sich um französe, deren Vater ein deutscher Soldat war. Sie sind fast immer als "Kinder der Schande" betrachtet worden.
Viele haben es zufälig entdeckt, als sie zB ein Geburtsurkunde gebraucht haben. Unbekannter Vater.

http://www.franceinter.fr/emission-inter...appelait-werner

Die Frau, die man auf der Teil 2 von "enfant de boche" sehen kann, erzählt, wie sie den Vater von seiner Tochter kennengelernt hat. Nach allen diesen Jahren und diese Schmerzen lächelt sie immer, als vom Treffen mit diesem deutschen Soldaten erzählt. Und dass trotz ihre Schicksal während " der Befreiung" .
Sie erzählt. Er hat ihr gesagt : " ich werde bestimmt kriegsgefangener werden, und was wird mit euch passieren?" . Sie ist eine von dieser rasierten Frauen geworden.

Da das Thema " Befreiung " ist, gebe ich dem Link weiter , wo man die Suchanzeigen ( auf deutsch) von diesen französen lesen kann :
http://www.coeurssansfrontieres.com/inde...emid=40&lang=de



Laurence


furry und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#318

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 16:03
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von dbeugue im Beitrag #317
Zufällig habe ich Heute eine Sendung auf einem französischen Radio gehört : "Mein Vater hiess Werner" .

Es handelt sich um französe, deren Vater ein deutscher Soldat war. Sie sind fast immer als "Kinder der Schande" betrachtet worden.
Viele haben es zufälig entdeckt, als sie zB ein Geburtsurkunde gebraucht haben. Unbekannter Vater.

http://www.franceinter.fr/emission-inter...appelait-werner

Die Frau, die man auf der Teil 2 von "enfant de boche" sehen kann, erzählt, wie sie den Vater von seiner Tochter kennengelernt hat. Nach allen diesen Jahren und diese Schmerzen lächelt sie immer, als vom Treffen mit diesem deutschen Soldaten erzählt. Und dass trotz ihre Schicksal während " der Befreiung" .
Sie erzählt. Er hat ihr gesagt : " ich werde bestimmt kriegsgefangener werden, und was wird mit euch passieren?" . Sie ist eine von dieser rasierten Frauen geworden.

Da das Thema " Befreiung " ist, gebe ich dem Link weiter , wo man die Suchanzeigen ( auf deutsch) von diesen französen lesen kann :
http://www.coeurssansfrontieres.com/inde...emid=40&lang=de



Laurence


Nicht nur in Frankreich hatten es Frauen die mit deutschen Soldaten liiert waren nicht einfach. Besonders in Holland war das auch so. Übergriffe gab es da fast noch mehr. Die Kinder aus solchen Verbindungen als Sogenannte Kinder der Schande wurde oft wie ihre Mutter beschimpft.
Nach dem Krieg sind diese Frauen mit kahlrasierten Köpfen durch die Straßen getrieben und als "Moffengriet" beschimpft worden.
Wenn man aber bedenkt wieviel Unheil die Deutschen mit ihrem Krieg in diese Länder brachten ,ist so eine Reaktion zwar nicht gut zu nennen ,jedoch teilweise zu verstehen. Und in wie vielen Ländern wurde wir Nachkriegsdeutsche immer noch Faschist genannt?
Der 8. Mai als Tag der Befreiung hat dennoch in diesen Ländern einen hohen Stellenwert. Sie wurden mehr wie wir befreit.. Sie hatten wir überfallen..Das Ende der Naziherrschaft brachte uns allen Frieden und eine neue Chance .Und ja wir haben sie genutzt ,seit 1945 leben wir in Frieden. Und besonders ist unser Verhältnis zu Frankreich mehr als gut.


dbeugue hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#319

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 17:56
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Feiern oder nicht feiern, daß war nur im Westen die Frage.
http://www.youtube.com/watch?v=WmUeRXEx_u4
Unabhängig von Schnitzlers Kommentaren wirft das Herumgeeiere der westdeutschen Kommunistenhasser (siehe Radikalenerlaß, Dreggers offenes Bekenntnis zu seinem Naziorden) ein sehr fragwürdiges Licht auf die Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs in der BRD.
Wenigstens die Gewerkschaften, Kirchenverbände, Einzelpersonen wie H.-J. Vogel sowie jüdische Organisationen machten klar, wo sie stehen, 40 Jahre nach der Befreiung, für die gab es keine Fragen, die dachten nicht daran alles unter den Teppich zu kehren oder gar Kriegsverbrechern nachzutrauern.
Den 8. Mai als Katastrophe zu betrachten ist wie dem verfaulten Zahn nachzutrauern, den der Zahnarzt eben herausoperiert hat, so gesehen, war der 8. Mai fürs erste eine Befreiung und nur das zählte damals.



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#320

RE: 8. Mai 45 - War es wirklich ein Tag der Befreiung?

in Leben in der DDR 20.01.2013 20:43
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #314
Ich war im Mai 2009 in Israel und im Westjordanland. Habe auch die Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem besucht. Schon die Fahrt mit dem Stadtverkehrsbus hinaus zur Gedenkstätte bereitete mir etwas Unbehagen. Obwohl ich es vermied mich auf Deutsch zu verständigen, erkannten sehr viele Israelis im Bus meine Nationalität. Ich spürte aber keinerlei Haß und Verachtung, nachdem ich ihnen erklärte, warum ich nach Yad Vashem wollte. Ich begab mich auf Spurensuche auch in der Vergangeheit meiner Familie. Meine Großmutter (Lydia) mütterlicherseits war eine gebürtige Odessaerin - mein Großvater (Samuel) mütterlicherseits stammte aus Tschitomir. Beide, wie auch andere Familienmitglieder überlebten durch Formfehler in den Personalunterlagen in der Abgeschiedenheit Ostpreussens die Shoah. Andere nicht !!!
Ich hatte im meinem bisherigem Leben schon zahlreiche ehemalige KZ und die darauf errichteten Gedenkstätten gesehen und besucht. Sehr stark emotional berührt haben mich das "Alte Lager" in Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Aber als ich die Gedenkstätte in Yad Vashem betrat, war alles bisher dagewesene dahin. Mir steckte ein regelrechter Kloß im Hals und ich konnte meine Emotionen und Tränen in der "Halle der Erinnerung" nicht mehr zurückhalten, nachdem ich die Gedenk- und Erinnerungsstücke und -tafeln von Odessa und Tschitomir vor meinen Augen sah.
Als ich dann die "Halle der Erinnerung" verließ, versuchte ich mich erst einmal wieder zu sammeln - ich war emotional zu sehr aufgewühlt und meine Knie waren weich wie Butter. Aber ich konnte mich nicht sammeln, da es draußen einen Eklat gab. Es war eine deutsche Reisegruppe mit älteren Damen und Herren recht fragwürdiger Gesinnung, die sich über die Shoah amüsierten. Mir brannte im dem Moment die Sicherung durch, nachdem ein älterer Herr dieser Gruppe die Bemerkung fallen ließ:"Der Adolf hätte sich was die Judenvernichtung anbetrifft, ein Beispiel an Napoleon nehmen sollen.." Ich stellte dann diesen Anisemititen zur Rede und forderte ihn auf die Gedenkstätte zu verlassen - zwischenzeitlich hatten schon die israelischen Sicherheitskräfte diese Auseinandersetzung mitbekommen und geleiteten diese kleine Gruppe in Richtung Busparkplatz. Seitens der anderen Besucher und der Israelis gab es ein zustimmendes Nicken mit dem Kopf, ein freundliches Lächeln und auch Umarmung für meine Handlungsweise. Solche Leute haben in Yad Vashem nichts verloren - sie verhöhnen mit ihrer Anwesenheit die unermesslichen Opfer des Holocaust.
Für mich ist die Menora meiner Großeltern nicht nur Andenken, sondern auch Symbol dafür, dass sich so etwas nie wieder in der Menschheitsgeschichte wiederholen darf.

Shalom
Vierkrug

PS: Ich habe ein paar Fotos von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem dem Beitrag angefügt. Verständlicherweise werde ich einige Fotos nicht anhängen, da sie mich zu sehr persönlich berühren.


Warum fahren die überhaupt dorthin ? Wollen die provozieren oder ist es nur Ignoranz und Dummheit ?



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