#1

Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 11:34
von ddr-bürger (gelöscht)
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Hallo,

aus dem Gedanken heraus eine Situation von der anderen Seite zu beleuchten, was findet Ihr nach dem Ende der DDR in der BRD besser und lebenswerter.

Für mich ist es der Punkt, besser Zugang zu Literatur und Filmen. In der DDR wurde leider zu oft gesiebt ob Bücher oder Filme dem soz. Weltbild entsprechen. Ich habe auch gerne "Krimis" gelesen und da war der "Markt" etwas Flau. Gut es gab gute Bücher aus der "DIE" (Delikte, Indizien, Ermittlungen) aber sonst recht wenig.
War damals ein Raimund Chandler Leser und die bücher wurden zu wenig verlegt.

Eine bessere Versorgung mit Konsumgütern, fällt mir fast schwer das zu schreiben, da ich den Preis dafür kenne.


zuletzt bearbeitet 29.12.2012 11:39 | nach oben springen

#2

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 12:11
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Freiheit.


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#3

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 12:39
von Annakin | 526 Beiträge

Sicher hat sich das Angebot in aller Bereichen vervielfältigt, nicht nur in der Literatur und Unterhaltung,obwohl da auch viel Klamauk bei ist,wenn ich mir manche Fernsehsendungen so anschaue, man, man, na ja muß jeder selber für sich entscheiden. Auf jeden Fall hat sich der Wohnkomfort verbessert,na gut bei den Mieten kann man das auch erwarten.

Gruß Annakin


_____________________________________________________________________________________________________________
Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zum Verbündeten.
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#4

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 14:00
von Gelöschtes Mitglied
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Ich konnte mein eigenes Wissen und Können, meine Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den Prüfstein stellen, ohne wieder "Koffer- und Wasserträger" für andere zu sein. Prüfung zwar mit Erfolg bestanden, aber wie es ddr-Bürger schon schrieb, für welchen Preis.

Vierkrug


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#5

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 14:59
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Freiheit.


Tschuldige. Wieder so ein Gummibegriff.



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#6

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 15:04
von Gert | 12.368 Beiträge

@DoreHolm, du hast nichts verstanden, wenn du so ein hohes Gut wie Freiheit als Gummibegriff bezeichnest. Dann wirst du das auch niemals schätzen lernen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#7

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 15:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Freiheit.


Tschuldige. Wieder so ein Gummibegriff.


Für mich persönlich nicht, ich definiere Freiheit als das was es ist, Freiheit halt, der Gegenpart zur Unfreiheit.
Wer mit dem Gefühl persönlicher Freiheit nichts anzufangen weiß, bitte schön, ich kann durchaus.


zuletzt bearbeitet 29.12.2012 15:11 | nach oben springen

#8

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 15:19
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #6
@DoreHolm, du hast nichts verstanden, wenn du so ein hohes Gut wie Freiheit als Gummibegriff bezeichnest. Dann wirst du das auch niemals schätzen lernen.





Na klar weiß jeder zu schätzen, wenn er sich "frei" fühlt. Ich mit eingeschlossen. Da habe ich auch meine Definition dazu. Nur leider ist es so, daß die Freiheit des Einen nicht automatisch auch die Freiheit des Anderen ist. Das geht schon im ganz Kleinen los. Vergleich mal, was sich z.B. ein Vermieter und ein Mieter unter Freiheit vorstellen, Autofahrer haben da unterschiedliche Vorstellungen. Sieh mal in das Thema über privaten Waffenbesitz. Der Freiheitsbegriff der Führungsriege von Großunternehmen, ob Industrie, Banken, Versicherungen, Maklern ist ganz sicher ein deutlich anderer als der von abhängig Beschäftigten. So lange dieser Begriff dermaßen vielseitig ausgelegt und definiert werden kann, kann ich ihn leider nur als Gummibegriff bezeichnen. Da kann ich mich am ehesten mit der Definition Hegels anfreunden, daß Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit ist.



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#9

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 15:50
von ddr-bürger (gelöscht)
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Freiheit

Leider wird der Begriff Freiheit von jedem anders definiert. Ich persönlich fühle mich nicht frei.

Es sind die Kriterien für den Begriff Freiheit wichtig (was ist mir persönlich wichtig), den gesellschaftlichen Begriff der Freiheit möchte ich ganz außen vorlassen.
Eigentlich geht es mir um eine "einfache Bestandsaufnahme", ich möchte jetzt nicht meine Sicht darlegen.

@Grenzwolf, schön das Du für Dich Deine Freiheit gefunden hast (nicht zynisch gemeint)


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#10

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 17:11
von utkieker | 2.929 Beiträge

Für mich war die BRD Ausland. Und selbst nach dem Anschluß der DDR ist mir das "System Deutschland" fremd geblieben. Man hatte sich gefälligst dem Grundgesetz zu unterwerfen. Die Hurra- Deutschland- Euphorie Anfang der 90er war für mich unheimlich.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#11

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 17:30
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #8
Zitat von Gert im Beitrag #6
@DoreHolm, du hast nichts verstanden, wenn du so ein hohes Gut wie Freiheit als Gummibegriff bezeichnest. Dann wirst du das auch niemals schätzen lernen.





Na klar weiß jeder zu schätzen, wenn er sich "frei" fühlt. Ich mit eingeschlossen. Da habe ich auch meine Definition dazu. Nur leider ist es so, daß die Freiheit des Einen nicht automatisch auch die Freiheit des Anderen ist. Das geht schon im ganz Kleinen los. Vergleich mal, was sich z.B. ein Vermieter und ein Mieter unter Freiheit vorstellen, Autofahrer haben da unterschiedliche Vorstellungen. Sieh mal in das Thema über privaten Waffenbesitz. Der Freiheitsbegriff der Führungsriege von Großunternehmen, ob Industrie, Banken, Versicherungen, Maklern ist ganz sicher ein deutlich anderer als der von abhängig Beschäftigten. So lange dieser Begriff dermaßen vielseitig ausgelegt und definiert werden kann, kann ich ihn leider nur als Gummibegriff bezeichnen. Da kann ich mich am ehesten mit der Definition Hegels anfreunden, daß Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit ist.


Wie das der Hausbesitzer, Mieter, Sportschütze oder Herr Meier ganz persönlich sieht, sicherlich wird das Empfinden sehr unterschiedlich sein.
Für mich zählen eher die die ganz simplen Bürgerrechte zur Freiheit, auch wenn Verschwörungstheoretiker aller Coleur und Alt- wie Neusozialisten natürlich diese Bundesrepublik als den Hort des Bösen betrachten und diese ausgehebelt sehen und eher der DDR zusprechen.
Ich möchte jedenfalls nicht mehr missen wollen z.B. mich da niederzulassen wo ich möchte und zu sagen was ich denke.
Ist meine persönliche Meinung.
Und sicherlich, von Freiheit kann man sich nichts kaufen und manche Verbitterung ist durchaus verständlich.


zuletzt bearbeitet 29.12.2012 17:39 | nach oben springen

#12

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 18:36
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #4
Ich konnte mein eigenes Wissen und Können, meine Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den Prüfstein stellen, ohne wieder "Koffer- und Wasserträger" für andere zu sein.


Ähnlich erging es mir. An anderer Stelle hatte ich zu diesem Thema ausführlicher berichtet.
Für eine ausgeschriebene Stelle im öffentlichen Dienst (Bereich Landwirtschaft) bekam ich als Thüringer, trotz geballter niedersächsischer Konkurenz, den Zuschlag und musste in relativ kurzer Zeit zeigen, was ich kann. Dadurch entwickelte sich ein schon fast sehr persönliches Verhältnis zu meinem Abteilungsleiter. Ich lernte Wissenschaftler kennen, deren Veröffentlichungen ich zuvor mit größter Ehrfurcht gelesen habe und die mir bestätigten, dass wir in der DDR in Sachen Tierzucht nicht hinter dem Mond gelebt haben. In meiner Arbeit hatte ich vermehrt Entscheidungsfreiheit bekommen, habe aber, wie auch schon in der Vergangenheit, zu Funktionären reichlich Abstand gewahrt. Kurzum, die Zeit von August 1990 bis September 2011 war für mich und meine Familie persönlich wie auch beruflich eine erfolgreiche und sehr schöne Zeit.
Aber,...wir hatten auch verdammt viel Glück.

Zu der strapazierten Freiheit ein Zitat von Ambrose Bierce:
Freiheit: Eines der der kostbarsten Besitztümer der Phantasie. Befreiung von den Ansprüchen der Autorität bei einem armseeligen halben Dutzend aus der unendlichen Vielzahl der Methoden der der Nötigung. Ein politischer Zustand, auf den jede Nation stolz das Monopol zu besitzen meint.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#13

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 18:39
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #7
Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Freiheit.


Tschuldige. Wieder so ein Gummibegriff.


Für mich persönlich nicht, ich definiere Freiheit als das was es ist, Freiheit halt, der Gegenpart zur Unfreiheit.
Wer mit dem Gefühl persönlicher Freiheit nichts anzufangen weiß, bitte schön, ich kann durchaus.



So inflationär wie das Wort "Freiheit" heutzutage gebraucht wird ist es noch nicht mal 'Gummi', es ist einfach ausgelutscht, mißbraucht und seiner ursprünglichen Bedeutung beraubt.
Unser allerliebster Bundespräsident gurgelt bereits mit dem Wort "Freiheit" wie letztens ein Kolumnist konstatierte, ich selber staunte beim lesen eines Interview mit dem Bundespräsidenten das er sich vor "Freiheit" überhaupt nicht mehr einbekommen hat und das auch nur weil er die "Freiheit" hatte am Hoteleigenen Frühstücksbüfett zwischen Rühr-, Spiegel- und gekochtem Ei zu wählen.
Entschuldigung aber peinlicher kann der Freiheitsbegriff nicht mehr verhunzt werden.

Was ist der Gegenpol "Unfreiheit"?
Wie definiere ich ihn wenn kaum einer in der Lage ist eine verbindliche, allgemeine und vor allem einleuchtende Erläuterung zum Freiheitsbegriff abzugeben.
Solange ungezählte schwammige und nebulöse, alles und gleichzeitig nichts deutende Erklärungsversuche zu "was ist unter Freiheit zu verstehen" durch den Raum geistern werden wir weiterhin unseren höchst privaten und individuellen Freiheitsbegriff hegen und pflegen und nur ihn für die allein seeligmachende, absolute Wahrheit halten und alle anderen Deutungsversuche in das Reich des Irrtums und Nichtverstehens verweisen.

Diese Freiheit nehm' ich mir.......
Groß, Pathos, Hohl, es sagt nichts......., doch! Das ich eine Kreditkarte haben muß, denn sonst bin ich kein vollwertiges, freies Mitglied dieser Gesellschaft

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

DoreHolm, Damals87 und harzstreuner haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:25
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #13
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #7
Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Freiheit.


Tschuldige. Wieder so ein Gummibegriff.


Für mich persönlich nicht, ich definiere Freiheit als das was es ist, Freiheit halt, der Gegenpart zur Unfreiheit.
Wer mit dem Gefühl persönlicher Freiheit nichts anzufangen weiß, bitte schön, ich kann durchaus.



So inflationär wie das Wort "Freiheit" heutzutage gebraucht wird ist es noch nicht mal 'Gummi', es ist einfach ausgelutscht, mißbraucht und seiner ursprünglichen Bedeutung beraubt.
Unser allerliebster Bundespräsident gurgelt bereits mit dem Wort "Freiheit" wie letztens ein Kolumnist konstatierte, ich selber staunte beim lesen eines Interview mit dem Bundespräsidenten das er sich vor "Freiheit" überhaupt nicht mehr einbekommen hat und das auch nur weil er die "Freiheit" hatte am Hoteleigenen Frühstücksbüfett zwischen Rühr-, Spiegel- und gekochtem Ei zu wählen.
Entschuldigung aber peinlicher kann der Freiheitsbegriff nicht mehr verhunzt werden.

Was ist der Gegenpol "Unfreiheit"?
Wie definiere ich ihn wenn kaum einer in der Lage ist eine verbindliche, allgemeine und vor allem einleuchtende Erläuterung zum Freiheitsbegriff abzugeben.
Solange ungezählte schwammige und nebulöse, alles und gleichzeitig nichts deutende Erklärungsversuche zu "was ist unter Freiheit zu verstehen" durch den Raum geistern werden wir weiterhin unseren höchst privaten und individuellen Freiheitsbegriff hegen und pflegen und nur ihn für die allein seeligmachende, absolute Wahrheit halten und alle anderen Deutungsversuche in das Reich des Irrtums und Nichtverstehens verweisen.

Diese Freiheit nehm' ich mir.......
Groß, Pathos, Hohl, es sagt nichts......., doch! Das ich eine Kreditkarte haben muß, denn sonst bin ich kein vollwertiges, freies Mitglied dieser Gesellschaft

Gruß
Nostalgiker


Hallo@Nostalgiker, wie definierst Du diesen Begriff " Freiheit", heute? Und vor allem welche Frage mich, mir noch aufdrängt, konntest du zu DDR Zeit überhaupt etwas mit diesem Begriff "Freiheit" anfangen, oder war es sogar ein Fremdwort,(für dich).
Vorher stammt nur der Spruch:" Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden",oder der anders denkenden ?
Harra 318


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#15

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:45
von Fritze (gelöscht)
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Also dieser Spruch heisst doch wohl : Demokratie ist die Freiheit der Andersdenkenden !


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#16

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Harra318

eine Antwort auf Deine Frage an mich findest Du in diesem Beitrag von mir: Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden

Ansonsten, hättest Du gerne eine philosophische, geschichtsphilosophische, psychologische, soziale, kulturelle, politische oder rechtliche Definition? Im heteronomischen oder deterministischen Kontex?
Gar eine die mehr in die Vulgärpopulistik abdriftet oder die welche durch den Mainstream bedient wird.
Du darfst es Dir wünschen, ob ich es dann erfülle...... da kommt dann meine Freiheit zur Entscheidung ins Spiel......

Zu DDR Zeiten habe ich mich ziemlich ausführlich mit dem Begriff "Freiheit" beschäftigt, streckenweise auch beruflich bedingt..........
In Nachwendezeiten habe ich die Publikationen zum Thema gelesen welche in der DDR nur unter schwierigen Bedingungen zu bekommen waren.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#17

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:51
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #8
Zitat von Gert im Beitrag #6
@DoreHolm, du hast nichts verstanden, wenn du so ein hohes Gut wie Freiheit als Gummibegriff bezeichnest. Dann wirst du das auch niemals schätzen lernen.





Na klar weiß jeder zu schätzen, wenn er sich "frei" fühlt. Ich mit eingeschlossen. Da habe ich auch meine Definition dazu. Nur leider ist es so, daß die Freiheit des Einen nicht automatisch auch die Freiheit des Anderen ist. Das geht schon im ganz Kleinen los. Vergleich mal, was sich z.B. ein Vermieter und ein Mieter unter Freiheit vorstellen, Autofahrer haben da unterschiedliche Vorstellungen. Sieh mal in das Thema über privaten Waffenbesitz. Der Freiheitsbegriff der Führungsriege von Großunternehmen, ob Industrie, Banken, Versicherungen, Maklern ist ganz sicher ein deutlich anderer als der von abhängig Beschäftigten. So lange dieser Begriff dermaßen vielseitig ausgelegt und definiert werden kann, kann ich ihn leider nur als Gummibegriff bezeichnen. Da kann ich mich am ehesten mit der Definition Hegels anfreunden, daß Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit ist.



DoreHolm der Begriff Freiheit ist nicht mit Gesetzlosigkeit oder Anarchie gleich zusetzen. Wir stehen alle täglich in Abhängigkeit von irgendwas und irgendwem. Für mich ist das aber keine Unfreiheit, sondern eine notwendige Relation in einer Gesellschaft, die jeder hat und das nicht nur natürliche Personen sondern auch Firmen, Institutionen usw. Wenn es aber darauf ankommt, habe ich die Freiheit:
1) das eigene Land zu verlassen,
2) ein Arbeitsverhältnis aufzulösen,
3) zu Studieren was ich möchte, ( natürlich außer numerus clausus )
4) Berufe zu ergreifen, die mich interessieren,
5) eine Wohnung zu wechseln nach Belieben und Gefallen,
6) mich politisch zu engagieren auch gegen die offizielle Regierungspolitik,
7) neue Parteien zu gründen,
8) Vereine zu gründen
9) zu Demonstrieren gegen die Politik des Staates oder gegen andere Dinge die da passieren
10) den Staat verklagen, wenn ich glaube dass mir Unrecht widerfährt, wenn es sein muss bis zum BGH

Man könnte noch mehr aufzählen. Klopfe diese Punkte mal ab im Hinblick auf "Leben in der DDR". Da kommen ne Menge Antworten "negativ"
Siehst du und das ist für mich das Gegenteil von Freiheit.
Daher ist und war das Leben für mich vom ersten Tag an in der Bundesrepublik von Freiheit begleitet. Dieses Gefühl hatte ich in der DDR absolut nicht.



edit rot mark = Inhaltlicher Fehler, Dank an Utkieker für Hinweis !


.
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Schuddelkind und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2012 22:04 | nach oben springen

#18

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:58
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #16
@Harra318

eine Antwort auf Deine Frage an mich findest Du in diesem Beitrag von mir: Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden

Ansonsten, hättest Du gerne eine philosophische, geschichtsphilosophische, psychologische, soziale, kulturelle, politische oder rechtliche Definition? Im heteronomischen oder deterministischen Kontex?
Gar eine die mehr in die Vulgärpopulistik abdriftet oder die welche durch den Mainstream bedient wird.
Du darfst es Dir wünschen, ob ich es dann erfülle...... da kommt dann meine Freiheit zur Entscheidung ins Spiel......

Zu DDR Zeiten habe ich mich ziemlich ausführlich mit dem Begriff "Freiheit" beschäftigt, streckenweise auch beruflich bedingt..........
In Nachwendezeiten habe ich die Publikationen zum Thema gelesen welche in der DDR nur unter schwierigen Bedingungen zu bekommen waren.


Gruß
Nostalgiker





danke@Nostalgiker für deine Einschätzung, ich mache mir mein eigenes Bild darüber. Übrigens in deinem Link, sie heißt Rosa Luxemburg, und nicht
(Luxenburg).Ist aber das was ich meinte.
Harra 318


zuletzt bearbeitet 29.12.2012 20:00 | nach oben springen

#19

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 19:59
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #10
Für mich war die BRD Ausland. Und selbst nach dem Anschluß der DDR ist mir das "System Deutschland" fremd geblieben. Man hatte sich gefälligst dem Grundgesetz zu unterwerfen. Die Hurra- Deutschland- Euphorie Anfang der 90er war für mich unheimlich.

Gruß Hartmut!


Zunächst mal heisst der technische Vorgang der Wiedervereinigung "Beitritt zum ....... "Unter dem Begriff Anschluss lief die Nazigeschichte des Anschlusses Österreichs unter Gewaltanwendung 1938. Ich denke, dass du das weißt und differenzieren kannst, also den Begriff bewusst gewählt hast.
Wenn du dich so vom Grundgesetz vergewaltigt fühlst, warum lebst du dann in diesem Land? Du hast im Gegensatz zur DDR die Freiheit, das zu ändern.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#20

RE: Leben in der BRD nach der DDR

in Leben in der DDR 29.12.2012 20:01
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #18



danke@Nostalgiker für deine Einschätzung, ich mache mir mein eigenes Bild darüber. Übrigens in deinem Link, sie heißt Rosa Luxemburg, und nicht
(Luxenburg).Ist aber das was ich meine.
Harra 318


Ja, jemand hatte damals m und n auf meiner Tastatur vertauscht......


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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