#21

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 04.05.2013 09:41
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #19
Zitat von Mike59 im Beitrag #18




Ist eben sehr unterschiedlich. Dem Jungen hier http://baupionier.zottmann.org gings auch schlecht.



Ziviles Passbild im WDA, gab es das früher öfters?


Ich glaube zu wissen,das bis zu Einberufung im WDA ein ziviles Passbild drin war.Was gleich bei der Einberufung entfernt wurde.Musste mal im WDA nachschauen.Die Seite 7 oder 8 müssten entfernt sein.


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#22

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 04.05.2013 09:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Krepp im Beitrag #20
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #19


Ziviles Passbild im WDA, gab es das früher öfters?


Hallo,
den WDA gab es schon weit vor der Einberufung, ich glaub gleich nach
der ersten Musterung. Es ist dann auch noch keine Gültigkeit eingetragen.
Später dann wurde die gesamte Seite ( gestrichelte Linie rechts) gegen eine mit
"Uniformbild" ausgetauscht.


Ja, nochmal nachgeschaut, eine Seite ist raus, danke


zuletzt bearbeitet 04.05.2013 09:51 | nach oben springen

#23

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 04.05.2013 20:02
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #14
Zitat von Lutze im Beitrag #13
Zitat von a1 otti im Beitrag #12
...Ein ähnliches Erlebnis hatte ich in der Grundausbildung in Perleberg:
Auf dem STÜP hatten wir Wache, unser Ausbilder, ein OFW, war Führender. Irgendwann war ne kleine Katze im Wachhäuschen. Der FW hat noch mit der rumgeschmust, dann kramte er ein olles Ofenrohr vor, steckte die Miez dort rein, kloppte die Enden zu und schwartete dann auf dem Ofenrohr rum, bis die Katze keinen Mucks mehr machte. Ich glaube, alle Uffz-Schüler waren innerlich schockiert, aber keine traute sich, dem Ausbilder die Meinung zu sagen, mich inbegriffen..... Dieser Typ war definitiv sadistisch veranlagt. ...

warum traute sich keiner,hattet ihr kein Mumm in den Knochen?
Lutze

Hallo Lutze,

ich denke mal, dass hat mit Mumm weniger zu tun, als man im ersten Moment glaubt. Unteroffiziersschüler wurden, mehr noch als andere, in der Ausbildung darauf getrimmt, vor jeder Litze stramm zu stehen. Einer meiner Studienkollegen von der Offiziershochschule war im ersten Lehrjahr mal zu einem Wettkampf in Perleberg. Er kam völlig fassungslos zurück. Sämtliche Unteroffiziersschüler auf dem Gelände hatten ihn gegrüßt. Aber das nur am Rande. Dennoch zeigt es, wie eine bestimmte Form automatischer Disziplin da eingedrillt wurde. Und das funktionierte dann auch im Dienstalltag. Auf der Wache gab es zwei direkte Vorgesetzte für den Wachposten: Den Wachhabenden und seinen Stellvertreter, den Aufführenden. Ohne einen dieser beiden durfte nicht mal der Offizier vom Dienst in den Abschnitt des Waschpostens. Ein Wachposten, der gegen seine Vorgesetzten aufmuckte, hatte nichts zu lachen. Eine Herauslösung aus dem unmittelbaren Wachdienst zog Kreise und bedeutete fast automatisch Arrest. Das hatte auch etwas mit dieser Formel zu tun: "Wachdienst ist Gefechtsdienst in Friedenszeiten". Nein, ein zum gnadenlosen Funktionieren ausgebildeter Mensch wird sich in so einer Situation nicht gegen einen Vorgesetzten stellen. Und wenn er es tut, verliert er. Das konnten sich dann die Missbraucher von Macht leicht zunutze machen. Leider.

ciao Rainman

Hallo Rainman,
Danke für deine Antwort,ich finde es sehr schlimm, wenn jemand so veranlagt ist,
wenn jemand Tiere quält,und keiner traut sich dazu mal das Maul aufzureißen,schon traurig,
und wenn der in den Arrest gegangen wäre,na und,man hatte aber ein reines
Gewissen,das zählt für mich,und als Politoffizier so wie du,kann mich leider mit sowas
nicht abpfinden,meine Meinung
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#24

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 10.09.2013 21:27
von Havelente | 15 Beiträge

Zitat von a1 otti im Beitrag #12
Zitat von DoreHolm im Beitrag #8

Das sollte man nicht in Abrede stellen. Es ist bekannt, daß es Sadisten gibt und es ist bekannt, daß es Menschen gibt, die "schon immer mal einen sterben sehen wollten". Das kann einer von 10.000 sein, aber dieser Eine wird seine Chance nutzen. Diese hat er als Grenzer, als Polizist (egal ob in Zivil oder Uniform) oder Jäger. Gäbe es sonst diese Dramen weltweit, die bekannt werden. In Bürgerkriegen lassen solche Leute dann die Sau raus.
Was ich aber nicht glaube, daß von den durch Schusswaffen getöteten GV mehr als Einer ein Opfer eines solchen Unmenschen geworden ist.
Solche Leute geben sich nicht für Jedermann offensichtlich als pervers zu erkennen. Vielleicht sollte man darauf schon in der Kindheit achten. Wer Freude daran hat, Katzen, Hunde und Mäuse körperlich zu quälen und Fliegen und Spinnen die Flügel und Beine auszureißen, hat zumindfest eine Veranlagung dazu. Mir hat sich auch ein Erlebnis während der NVA-Zeit, noch in der Grundausbildung, eingeprägt. Ein Feuerchen in der Pause. Einer hatte eine Maus gefangen. Wenn er sie schon in´s Jenseits befördern wollte, hätte er sie auf den Boden klatschen können. Aber nein, er warf sie in die Glut. Ich sehe noch heute, wie die Maus in der Glut ein paar Sätze machte, dann liegenblieb und sich zusammenkrümmte. Ich empfand nur noch Verachtung für diesen "Kameraden".


Ein ähnliches Erlebnis hatte ich in der Grundausbildung in Perleberg:
Auf dem STÜP hatten wir Wache, unser Ausbilder, ein OFW, war Führender. Irgendwann war ne kleine Katze im Wachhäuschen. Der FW hat noch mit der rumgeschmust, dann kramte er ein olles Ofenrohr vor, steckte die Miez dort rein, kloppte die Enden zu und schwartete dann auf dem Ofenrohr rum, bis die Katze keinen Mucks mehr machte. Ich glaube, alle Uffz-Schüler waren innerlich schockiert, aber keine traute sich, dem Ausbilder die Meinung zu sagen, mich inbegriffen..... Dieser Typ war definitiv sadistisch veranlagt. Gut möglich, dass so einer auch "geil drauf ist, einen Menschen abzuknallen". Trotzdem kann ich mich nur meinen Vorschreibern anschließen, im Grenzdienst war keiner (den ich kenne/kannte) scharf drauf, einem Grenzverletzer zu begegnen und die entscheidenden Momente zu erleben....



Ralf



Hallo Ralf,

war dieser Oberfeldwebel vielleicht so ein etwas zu kurz geratener Gnom und hieß Kuw......?????
Wenn ja, dieser "Ausbilder" hatte so einige sehr sonderbare Macken. Er ließ uns liebend gern im "Entenmarsch", in den Händen über dem Kopf die Holzkrawalnikow, um den Platz marschieren und wenn du den Arsch nicht weit genug unten hattest oder langsamer wurdest, kam so ein Gebrüll wie: " ich schleife eure Eier so blank wie Ju.......eier". Auch andere "Spezialitäten" hatte dieser Sadist noch reichlich auf Lager, um einen zur Sau zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Havelente


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#25

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 11.08.2014 19:32
von manudave | 390 Beiträge

http://pointalpha.com/veranstaltungen/ic...n-schiessbefehl

Lesung und Autorengespräch

Gab es den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze oder gab es ihn nicht? Diese Frage beschäftigt Menschen in Ost und West seit Jahren. Für den ehemaligen Grenzer Paul Küch liegt die Antwort klar auf der Hand. Schließlich war er während seiner Dienstzeit im Eichsfeld unterwegs, „um Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen, Grenzverletzer festzunehmen oder zu vernichten“. Dieser Befehl schockiert, wenn man ihn das erste Mal bei der Vergatterung hört. Der Gefreite der Grenztruppen der DDR nimmt kein Blatt vor den Mund, beschreibt den Alltag in einer Grenzkompanie, schildert den Umgang mit dem angeblich nicht existierenden Schießbefehl und offenbart dabei schonungslos seine eigenen menschlichen Schwächen. Das offene, ehrliche und aufrichtige Buch stellt jedoch keine wissenschaftliche Abhandlung über den Schießbefehl dar. Vielmehr ist es der Versuch einer Beichte und eine rührende Liebeserklärung zugleich. Der Leser erfährt, wie Paul Küch nach einer behüteten, unbeschwerten Kindheit im Elternhaus bereits in Kindergarten und Schule den vorgezeichneten Weg zur sozialistischen Persönlichkeit einschlägt. Bevor er studieren darf, muss er seinen Grundwehrdienst ableisten. Zwei Wochen vor der Einberufung lernt Paul Küch die Frau seines Lebens kennen. Während der monatelangen Trennung voneinander wird diese Beziehung auf eine harte Bewährungsprobe gestellt und droht zu zerbrechen. Ob die Liebe die Zeit bei den Grenztruppen der DDR übersteht, verrät der Autor am Ende seines Buches.

„[…] wenn ich mir (auf dem ersten Blick) Ihren Buchtitel, das Inhaltsverzeichnis und die Bemerkungen im Vor- oder Nachwort ansehe, so wird hier schnell deutlich, dass Sie sich mit
dieser Darstellung den Fragen nach individueller Verarbeitung besonderer gesellschaftlicher bzw. historischer Entwicklungsaspekte der DDR-Vergangenheit zuwenden. Sie geben uns mit einem großen Reflexionsspektrum und mit Ihrem subjektiven Erleben aus Ihrer Dienstzeit bei den Grenztruppen der DDR Anfang der 80er-Jahre einen ungeschminkten (häufig
nachträglich kritisch bewerteten) milieucharakteristischen Einblick in einen Teil des Soldaten-Alltags, der in den vergangenen 20 Jahren immer wieder (vor allem in Verbindung mit dem so genannten Schießbefehl) in das öffentliche Rampenlicht gerückt wurde. Anhand Ihrer Darstellung lässt sich die Verflechtung von persönlicher Lebensgeschichte mit den äußeren
politischen Zwängen, in die man schicksalshaft hinein gerät, sowie deren Zeit- und Standortgebundenheit gut erkennen. […]
Jeder Beitrag zur Aufrechterhaltung einer Erinnerungskultur über die unsägliche deutschdeutsche Vergangenheit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist unverzichtbar. Dazu zähle ich auch Ihre mit Akribie zusammen getragenen Erinnerungen als ehemaliger Grenzsoldat der DDR. Das unheilvolle Geschehen an der innerdeutschen Grenze scheint zunehmend aus dem Gedächtnis vieler Menschen zu verschwinden. Einen Beweis dafür lieferten uns die Ereignisse der letzten Tage an der East Side Gallery in Berlin, wo kapitalistische Verwertungsinteressen mittels (Geld-)Macht und Stärke durchgesetzt sowie geschichtliche Zeugnisse brutal und ignorant platt gemacht werden.“
Dr. Günter Kolende, Potsdam

TERMIN
Donnerstag, 14. August 2014 19:00 Uhr
ORT
Haus auf der Grenze
Platz der deutschen Einheit 1
36419 Geisa

Bin schon ein wenig gespannt, erfahrungsgemäß kommen da ein paar "bekannte Gesichter" der Region.


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#26

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 11.08.2014 19:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zu der Frage Alkoholgenuss auf der GK will ich nur soviel sagen. Das Problem war eher die Beschaffung, dass Saufen konnten die meisten ganz gut. Ich habe das zigfache der Menge heinein gebracht als ich selber getrunken habe. Erstens war ich nie ein starker Trinker und zweitens konnte ich mir das als Kraftfahrer nicht leisten. Bei Verdacht auf Alkohol wurde auch schnell mal eine Kontrolltüte gereicht.

Zu der Frage EK -Bewegung habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige Idioten den Spielraum voll ausgereitzt haben. Ich selber habe mich erfolgreich wehren können. In dem Halbjahr vor mir muss es jedenfalls sehr extrem gewesen sein. Die Vorgesetzten haben ja Augen und Ohren zugemacht, Hauptsache die innere Ordnung war ok.


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#27

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 11.08.2014 19:55
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

"Ich hatte einen Schießbefehl"....so ist es besser, kann sonst zu Fehlinterpretationen kommen!


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#28

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 14.08.2014 21:36
von manudave | 390 Beiträge

Eindrucksvoller Abend auf Point-Alpha vor einer stattlichen Kulisse. Viele ehemalige Grenzer im Saal, Paul Küch war auch ein wenig die Anspannung anzumerken. Aber es war wohl einer der eindrucksvollsten Vorträge, die ich dort bisher gehört habe. Er erzählte einfach genau die Sachen aus dem Leben eines Grenzers, welche hier seit Jahren zu lesen sind. Was für viele Menschen aus diesem Forum normaler Alltag war, hat die Zuhörer gefesselt. Die Wenigsten haben sich dazu vorher mal irgendwo informiert und welcher Normalo weiß, was eine Schweigeschicht ist...

Angefügte Bilder:
anhang1.jpg

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#29

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 14.08.2014 21:39
von manudave | 390 Beiträge

Er wollte übrigens nicht fotografiert werden, deshalb der schwarze Punkt. Anfeindungen gibt es wohl aus allen Himmelsrichtungen, wie z.B. Nestbeschmutzer etc.


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#30

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 14.08.2014 22:00
von Gelöschtes Mitglied
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Wer das Buch liest wird schnell erkennen, das es dem Autor um die Schilderung seiner Erlebnisse auf der GK und im Abschnitt geht. Es ist in keinster Weise eine Selbstverherrlichung. Es gehört schon eine ganze Menge Mut dazu, die Leser so tief in die Privatsphäre einblicken zu lassen. Alle Achtung vor Paul besonders vor dem Hintergrund, dass es immer Besserwisser gibt oder sogar Zeitgenossen die einem die Worte im Mund umdrehen wollen. Ich kenne ja die GK und den Abschnitt aus eigenem Erleben, wenn auch einige Jahre vorher und in einer anderen Ausbaustufe der Sicherungsanlagen.

Der Hesselfuchs


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zuletzt bearbeitet 14.08.2014 22:16 | nach oben springen

#31

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 09:51
von manudave | 390 Beiträge

Jetzt mit Tastatur etwas ausführlicher:

Paul Küch (übrigens ein Pseudonym) wirkte nervös, seine Stimme war Anfangs etwas zittrig. Sicherlich erkannte er auch das etwas höhere Durchschnittsalter des Publikums, es waren auch viele vereinzelte Männer des mittleren Alters anwesend - was wiederum für ehem. Grenzer sprach (dem war letzendlich auch so). Auch vom BGS waren Gäste anwesend.

In seinem Vortrag sprach er mit der Zeit völlig frei und las recht wenig aus dem Buch vor. Er skizzierte kurz seinen Lebensweg rund um den Bereich der Musterung und seine Laufbahn von 82-84 bei den Grenztruppen, wo er auch den Hundeführerlehrgang absolvierte. Er wurde nicht gefragt, ob er dahin möchte - nur die Frage, ob er mit der Waffe in der Hand sein Leben verteidigen würde, bekam er gestellt - diese wurde bejaht (aus Naivität, wie er sich heute eingesteht).

Er erinnerte sich, wie er bei seinem ersten Dienst im Bereich Lauchröden nur in den Westen auf die hell erleuchteten Ortschaften schaute, bis sein Postenführer ihm sagte, dass die Aufmerksamkeit der anderen Seite gilt. Er beschrieb die EK-Bewegung - sprich die harmlose Form bei den GT - und erwähnte auch, dass es bei der regulären NVA wohl härter war - ganz zu schweigen von den "Freunden". Im Suff außerhalb der Kompanie gab es wohl eine Art Gelübde, dass einer auf den anderen aufpasst. Ihm ist wohl mal ein jüngerer Kollege beim Schiffen abhanden gekommen, er ging davon aus, dass dieser wieder in der Kompanie ist. War er aber nicht und wurde am nächsten Morgen schlafend auf einer Hollywoodschaukel von einem GAK o.ä. aufgefunden. Danach musste Küch wohl eine Schweigeschicht auf dem Turm neben dem Friedhof ertragen, was für ihn persönlich scheinbar deutliche Spuren hinterlassen hat.

Weiterhin erwähnte er das teilweise lockere Leben in manchen Grenzkompanien, die bedauernswerten Hunde und dass die Vergatterung irgendwann nur noch irgendwo rein und wieder raus ging. Er beschrieb den Grenzdienst als langweilig, dass viele Abschnitte nur 10 Hanseln auf 13 Km hatten und die Flüchtlinge mit dem heutigen Wissen mit dem Bus hätten kommen können - überspitzt gesagt.

Viele Zuschauer nickten bei dem Erzählten, andere stellten fest, dass sich die wohl knapp 1.000 Opfer allerdings auch nicht selbst das Leben genommen haben. Er konnte nur antworten, dass er sowas zum Glück nicht erlebt hat und hob auch die Eigenverantwortung der Schützen hervor. Es wurde eine miterlebte Situation an Weihnachten geschildert, als eine alte Frau mit einem Wagen voll Holz auf einmal zwischen GZ 1 und GSZ auftauchte und zielstrebig die Soldaten anlief. Zweifellos eine merkwürdige Zeit um Holz zu holen, aber zwei der Soldaten unterzogen die Frau einer gründlichen "Inspektion" und zwangen sie sich in den Schnee auf den Bauch zu legen. Nach längerer Zeit wurde der ABV des Ortes unter dem Weihnachtsbaum weggeholt und kam dazu. Wutentbrannt beschimpfte er die Grenzer und nahm die einheimische Frau mit. Diese wurden später mit 150.- Mark und 3 Tagen Sonderurlaub belohnt...

 


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#32

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 12:02
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von manudave im Beitrag #31
Jetzt mit Tastatur etwas ausführlicher:

Paul Küch (übrigens ein Pseudonym) wirkte nervös, seine Stimme war Anfangs etwas zittrig. Sicherlich erkannte er auch das etwas höhere Durchschnittsalter des Publikums, es waren auch viele vereinzelte Männer des mittleren Alters anwesend - was wiederum für ehem. Grenzer sprach (dem war letzendlich auch so). Auch vom BGS waren Gäste anwesend.

In seinem Vortrag sprach er mit der Zeit völlig frei und las recht wenig aus dem Buch vor. Er skizzierte kurz seinen Lebensweg rund um den Bereich der Musterung und seine Laufbahn von 82-84 bei den Grenztruppen, wo er auch den Hundeführerlehrgang absolvierte. Er wurde nicht gefragt, ob er dahin möchte - nur die Frage, ob er mit der Waffe in der Hand sein Leben verteidigen würde, bekam er gestellt - diese wurde bejaht (aus Naivität, wie er sich heute eingesteht).

Er erinnerte sich, wie er bei seinem ersten Dienst im Bereich Lauchröden nur in den Westen auf die hell erleuchteten Ortschaften schaute, bis sein Postenführer ihm sagte, dass die Aufmerksamkeit der anderen Seite gilt. Er beschrieb die EK-Bewegung - sprich die harmlose Form bei den GT - und erwähnte auch, dass es bei der regulären NVA wohl härter war - ganz zu schweigen von den "Freunden". Im Suff außerhalb der Kompanie gab es wohl eine Art Gelübde, dass einer auf den anderen aufpasst. Ihm ist wohl mal ein jüngerer Kollege beim Schiffen abhanden gekommen, er ging davon aus, dass dieser wieder in der Kompanie ist. War er aber nicht und wurde am nächsten Morgen schlafend auf einer Hollywoodschaukel von einem GAK o.ä. aufgefunden. Danach musste Küch wohl eine Schweigeschicht auf dem Turm neben dem Friedhof ertragen, was für ihn persönlich scheinbar deutliche Spuren hinterlassen hat.

Weiterhin erwähnte er das teilweise lockere Leben in manchen Grenzkompanien, die bedauernswerten Hunde und dass die Vergatterung irgendwann nur noch irgendwo rein und wieder raus ging. Er beschrieb den Grenzdienst als langweilig, dass viele Abschnitte nur 10 Hanseln auf 13 Km hatten und die Flüchtlinge mit dem heutigen Wissen mit dem Bus hätten kommen können - überspitzt gesagt.

Viele Zuschauer nickten bei dem Erzählten, andere stellten fest, dass sich die wohl knapp 1.000 Opfer allerdings auch nicht selbst das Leben genommen haben. Er konnte nur antworten, dass er sowas zum Glück nicht erlebt hat und hob auch die Eigenverantwortung der Schützen hervor. Es wurde eine miterlebte Situation an Weihnachten geschildert, als eine alte Frau mit einem Wagen voll Holz auf einmal zwischen GZ 1 und GSZ auftauchte und zielstrebig die Soldaten anlief. Zweifellos eine merkwürdige Zeit um Holz zu holen, aber zwei der Soldaten unterzogen die Frau einer gründlichen "Inspektion" und zwangen sie sich in den Schnee auf den Bauch zu legen. Nach längerer Zeit wurde der ABV des Ortes unter dem Weihnachtsbaum weggeholt und kam dazu. Wutentbrannt beschimpfte er die Grenzer und nahm die einheimische Frau mit. Diese wurden später mit 150.- Mark und 3 Tagen Sonderurlaub belohnt...

 




Schein mir ein ziemlicher realistischer Bericht zu sein,- ich erkenne mein eigene Zeit bei den GT streckenweise wieder...


....................................
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#33

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 12:12
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Havelente im Beitrag #24
Zitat von a1 otti im Beitrag #12
[quote=DoreHolm|p249437]


Ralf



Hallo Ralf,

war dieser Oberfeldwebel vielleicht so ein etwas zu kurz geratener Gnom und hieß Kuw......?????
Wenn ja, dieser "Ausbilder" hatte so einige sehr sonderbare Macken. Er ließ uns liebend gern im "Entenmarsch", in den Händen über dem Kopf die Holzkrawalnikow, um den Platz marschieren und wenn du den Arsch nicht weit genug unten hattest oder langsamer wurdest, kam so ein Gebrüll wie: " ich schleife eure Eier so blank wie Ju.......eier". Auch andere "Spezialitäten" hatte dieser Sadist noch reichlich auf Lager, um einen zur Sau zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Havelente


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#34

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 12:19
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #33
Zitat von Havelente im Beitrag #24
Zitat von a1 otti im Beitrag #12
[quote=DoreHolm|p249437]


Ralf



Hallo Ralf,

war dieser Oberfeldwebel vielleicht so ein etwas zu kurz geratener Gnom und hieß Kuw......?????
Wenn ja, dieser "Ausbilder" hatte so einige sehr sonderbare Macken. Er ließ uns liebend gern im "Entenmarsch", in den Händen über dem Kopf die Holzkrawalnikow, um den Platz marschieren und wenn du den Arsch nicht weit genug unten hattest oder langsamer wurdest, kam so ein Gebrüll wie: " ich schleife eure Eier so blank wie Ju.......eier". Auch andere "Spezialitäten" hatte dieser Sadist noch reichlich auf Lager, um einen zur Sau zu machen.
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Jürgen , wann warst du denn in Dittrichshütte ?

Peter



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#35

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 13:05
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #34
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #33
Zitat von Havelente im Beitrag #24
Zitat von a1 otti im Beitrag #12
[quote=DoreHolm|p249437]


Ralf



Hallo Ralf,

war dieser Oberfeldwebel vielleicht so ein etwas zu kurz geratener Gnom und hieß Kuw......?????
Wenn ja, dieser "Ausbilder" hatte so einige sehr sonderbare Macken. Er ließ uns liebend gern im "Entenmarsch", in den Händen über dem Kopf die Holzkrawalnikow, um den Platz marschieren und wenn du den Arsch nicht weit genug unten hattest oder langsamer wurdest, kam so ein Gebrüll wie: " ich schleife eure Eier so blank wie Ju.......eier". Auch andere "Spezialitäten" hatte dieser Sadist noch reichlich auf Lager, um einen zur Sau zu machen.
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@Hapedi

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#36

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 13:33
von Hapedi | 1.875 Beiträge

@ostlandritter mich würde interessieren ob jemand Stabsfeld oder so "Hubert Krämer " kennt . Soll auch so ein Schleifer gewesn sein , auch so um deine Zeit dort

gruß Peter



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#37

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 18:17
von manudave | 390 Beiträge

Kleine Korrektur meines Beitrags: Für die heldenreiche Festnahme der Oma gab es nur drei Tage Urlaub ohne die 150 Taler.


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#38

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 19:55
von damals wars | 12.130 Beiträge

Das es eine Schußwaffengebrauchsbestimmung gab, kann keinen Grenzer geschockt haben, da sie Bestandteil der Ausbildung war.
Und das Grenzgesetz wurde sogar im ND veröffentlicht, war also für jeden zugänglich.
Für entsprechendes Geld würde ich auch verkünden, das ich geschockt war, das an der Grenze geschossen wurde,
aber besonders ehrlich wäre das nicht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#39

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 19:57
von manudave | 390 Beiträge

Verkündigungen stehen jedem frei, denn heute ist man seines Glückes Schmied. ?


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#40

RE: Ich hatte einen Schießbefehl von Paul Küch Soldat an der innerdeutschen Grenze

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 15.08.2014 20:01
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #38
Das es eine Schußwaffengebrauchsbestimmung gab, kann keinen Grenzer geschockt haben, da sie Bestandteil der Ausbildung war.
Und das Grenzgesetz wurde sogar im ND veröffentlicht, war also für jeden zugänglich.
Für entsprechendes Geld würde ich auch verkünden, das ich geschockt war, das an der Grenze geschossen wurde,
aber besonders ehrlich wäre das nicht.

Da gebe ich Dir recht! Auch vor der Armeezeit ist uns bekannt gewesen, das an der Grenze nicht mit Bällen geschossen wird und die Minen keine Silvesterknaller sind! Da muss man schon auf der Wurstbrühe geschwommen sein, wen man dann da geschockt war!
Grüsse steffen52


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