#121

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 27.12.2012 23:50
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #114
Zitat von josy95 im Beitrag #110



@SCORN, das ("...knallharter Stalinist..." vermag ich so nicht exakt zu beurteilen. Aber Du hast recht und es treffend auf den Punkt gebracht in Bezug auf die Bezeichnung Symphatieträger. Ich denke auch mal, viele sind damals dem als Kommunismus getarnten Stalinismus naiv gefolgt. Naiv nicht unbedingt im negativen Sinne, sondern in Betrachtung aus der heutigen Zeit auf die damalige Zeit..

josy95


@Josy, wenn man die sächsische Quäkstimme des Leipziger Luden neben dem Erscheinungsbild und der Rethorik des Hamburger Hafenarbeiters stellt wird auch klar warum das so war. Den Nazis war das durchaus klar, daher liesen sie "Teddy" auch hinterrücks und feige in Buchennwald ermorden! Hier ist der Begriff Mordbuben schon eher angebracht!

Naiv würde ich die Menschen nicht bezeichnen welche damals der "anderen" Idee, -der des Kommunismus- folgten. Sie hatte schlieslich eben mal eine Weltkrieg überstanden welcher in seinen monströsen Ausmaßen und Verbrechen jegliches bis dahin bekannte Maß sprengte! Viel sahen darin eine echte Alternative es besser zu machen!

SCORN




@SCORN, Du hast mich da vermutlich mißverstanden, mit "...naiv nicht unbedingt im negativen Sinne..." meinte ich die Sicht auf die Dinge nach unseren heutigen Maßstäben und Selbstverständlichkeiten einer vielfältigen Information und Medienlandschaft, Kommunikation und auch Kontakt- und Reisemöglichkeiten. Ich denke mal, genauso wie simple Kinderbücher von Generartion zu Generation weitergegeben wurden, so wurde z. Bsp. auch ein "Kommunistisches Manifest" und andere Literatur von Hand zu Hand (heimlich) weitergegeben. Die Menschen glaubten einfach noch das, was da geschrieben stand, weil es auf ihre Bedürfnisse, ihre Sorgen und Nöte einging. Und die sowjet- stalinistische Propaganda wird schon ausreichend dafür gesorgt haben, das entsprechendes Material unter die Leute kam.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#122

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 27.12.2012 23:55
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

ich gebe josy recht. Irgendwie laufen die Beiträge aus dem Ruder - inhaltlich und der Form nach. Man kann seine Meinung auch ohne Beleidigungen kundtun.
Im wahren Leben wäre es shon zu handfesten Schlägereien gekommen.
Zum Thema zurück.DD
Was vermisse ich, nachdem die DDR sich in Luft aufgelöst hat? Eigentlich nicht viel. Vielleicht am meisten die Jugend. Die DDR habe ich als unbekümmerter Jugendlicher erlebt, studiert, eine Familie gegründet und mich durchgeschlängelt ohne mich allzusehr zu verbiegen.
Jetzt lebe ich in Rheinland-Pfalz und lebe fast genau so wie in der DDR. Ich habe nette Arbeitskollegen, einen Chef, der etwas kann, etwas mehr Geld in der Tasche, Freunde (wahrscheinlich auch ein paar falsche sind drunter) und muß mich wie damals mit dem täglichen Leben abplagen.
Also, was soll ich vermissen? Meinen ehemaligen DDR-Arbeitskollegen, der zu Wende schamlos einem anderen Kollegen den sicheren Job auf dem Arbeitsamt wegschnappte?



Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#123

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 00:10
von ddr-bürger (gelöscht)
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Eigentlich wollte ich noch etwas zu dem verbalen Ausfall des Herrn Ex-Huf sagen....

Aber was solls, eigentlich nur peinlich und es würde die Stimmung nur sinnlos anheizen. Einige geben hier ihre Meinung sachlich wieder- von beiden Seiten und das finde ich gut.


silberfuchs60 und Krepp haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#124

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 00:33
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #84
Ein Glück das man heute nicht mehr betrogen wird.

Ich vermisse meinen Arbeitsplatz, an dem ich auch was bewegen konnte. Und durfte.
An dem ich mir nach Feierabend noch eine Kopf gemacht habe, was morgen zu erledigen ist.
Heute Tür zu, und Arbeit ist vergessen.

Heute ist nur noch ducken angesagt. Jawohl Chef, jawohl, jawohl.
Mitdenken verboten.

Du tust mir echt leid @damals wars.
Verwechselst du Land und Zeit von der du schreibst ?

Als was und wo musst du widerspruchslos und duckmäuserisch deine Arbeitskraft im Kapitalismus anbieten,wenn man fragen darf?
Du scheinst sehr frustriert und unglücklich mit deiner Arbeit zu sein und projezierst diesen Frust meiner Meinung nach auf die gesamte Arbeitswelt in der Bundesrepublik.
Bestimmt gibt es auch solche engstirnigen Chefs,wie du schreibst,aber die schaden sich und ihrer Firma doch nur selbst,wenn sie das geistige Potential ihrer Mitarbeiter nicht voll ausschöpfen,oder?

Deswegen möchte ich deine Aussage so nicht stehen lassen,weil sie pauschalisiert und alle Chefs Bundesdeutscher Firmen somit diskreditiert.
Dem muß und will ich widersprechen.da ich es anders kenne.
In unserer Firma freut sich der Chef,wenn seine Angestellten mitdenken,es ist sogar ausdrücklich erwünscht.
Stell dir vor,wenn das Mitdenken Früchte trägt,kann man sogar durch Prämien belohnt werden.
(Das kennen wir doch noch vom Neuererwesen der Ex-DDR.)
Außerdem werden von der Firma etliche Seminare und Schulungen zur Weiterbildung angeboten und das sicherlich nicht ganz uneigennützig.
Also bei uns muß sich niemand ducken und Widerspruch ist erlaubt,auch wenn der Chef nun mal das letzte Wort hat.
Aber jeder soll seine Ideen in die Arbeiten einfließen lassen.
Es gibt eben auch genug pfiffige Chefs,damals wie heute.

Zum Schluß mal noch ein Chef-Spruch:

"Können Sie lesen?
Auf meinem Namensschild steht 'Meyer'. Nicht 'Copperfield'."
Der Chef kann auch nicht zaubern.


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#125

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 01:00
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #75
Zitat von frank im Beitrag #74
oder überhaubt soziale gerechtigkeit !!!


Du hast die doch beschützt und wirst wohl dafür relativ gut entlohnt worden sein.
So um die 1000 Mark?
Gab es nebenher noch ein paar kleine Vergünstigungen?
Die am Grund entlangschnüffelten waren nicht so ganz euphorisch für den Sozialismus, die wollten den sogar weghaben



ja natürlich ! nach einer vollendeten schicht gab es aufgewärmte und verunzelte 'karlsbader' in der 'satte' , aber nur wenn man glück hatte !!
und so viel geld als manschaftsdienstgrad ich glaube eher nicht !!!



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#126

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 06:06
von student | 89 Beiträge

Wenn ich etwas vermisse, dann ist es das, was letztendlich auch zum Untergang der DDR beigetragen hat: Daß man so weit von der Sorge um das Lebensnotwendigste befreit war, daß man sich Zeit nehmen konnte für Gedanken, die weiter gingen als bis zu der Frage, ob und wie man den nächsten Tag überstehen kann. Es gehörte wohl zum Kalkül der sozialen Marktwirtschaft, Zufriedenheit mit den Zuständen dadurch zu erreichen, daß man eine im Vergleich zum Sozialismus attraktivere Gelegenheit zur materiellen Konsumtion geboten hat. Jetzt, wo die (wenn auch nur vermeintliche) Alternative weggefallen ist, kann man das praktizieren, was den Kapitalismus mit ausmacht: Die Möglichkeiten zur Teilnahme am Wohlstand so weit zu beschränken, daß die einen vollauf damit beschäftigt sind, ihren etwas höheren Anteil auszubauen oder wenigstens zu sichern, und die anderen damit, sich zu überlegen, was morgen sein wird und wie sie über die Runden kommen wollen. Es ist eine der vielen paradoxen Erscheinungen an der DDR, daß sie einerseits den Menschen ermöglichte, sich bessere Gedanken zu machen, und andererseits sofort wieder alles unternahm, um diese Gedanken unter eine möglichst umfassende Kontrolle zu bringen. Heute geht man den kürzeren Weg und sorgt dafür, daß die Möglichkeiten zu besseren Gedanken nicht überhandnehmen. Ich glaube es war Schiller, der sinngemäß gesagt hat, daß noch nicht viel getan ist, wenn der Mensch satt zu essen und ein Dach über dem Kopf hat, daß er aber zu essen und eine warme Stube haben muß, wenn er sich edleren Gedanken widmen soll, zu denen vielleicht sogar die Frage gehört, ob die bestehenden Zustände die einzig richtigen sind. Man muß, um die DDR gerecht zu beurteilen, auch berücksichtigen, daß in ihr vieles Wünschenswerte nicht getan wurde, weil es einfach nicht möglich war, während heute vieles nicht getan wird, obwohl es möglich wäre.


Diskus303, Arnstädter, josy95, DoreHolm, turtle, Damals87 und Schmiernippel haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#127

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 11:20
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #116
Zitat von DoreHolm im Beitrag #106
Zitat von ek40 im Beitrag #103
Zitat von Boy im Beitrag #79

Man wurde 1989 von den Medien nur einseitig zum Nutzen der BRD informiert ( wer nur oberflächlich sich informierte ) und merkte gar nicht in welchen Verhältnissen die oberen Schichten lebten! Mit solchen Bedingungen wie unsere Staatsführung in der DDR lebten hätten sich die Bänker Manager Medienhaie und Politiker nie abgegeben. Heute verdient man 800 € als Tankwart und da bleibt nicht viel übrig!! Oh wie ist man beschissen worden
@Boy,mal ne Frage.
Wie wurde man denn in der Ex-DDR vor 1989 von den gleichgeschalteten Ost-Medien informiert?



Wer nicht unbedingt im Tal der Ahnungslosen wohnte und die Westprogramme in ausreichender Qualität empfangen konnte und nicht nur Blauer Bock und Shilow Ranch geguckt hat, der wußte auf jeden Fall besser über die Verhältnisse in der BRD Bescheid als noch heute viele über das Gebiet der ehemaligen DDR vor- und nach der Wende (Vorwendetouri vielleicht ausgenommen). Man mußte sich nur dafür interessieren, sich mit Leuten verschiedenster Erfahrungsbereiche, sofern die Gelegenheit dazu bestand, unterhalten und sich grundsätzlich nicht auf offizielle Massenmedien verlassen und seinen gesunden Menschenverstand einschalten. Kann nur sagen, daß für mich der Kapitalismus in den wesentlichen Dingen keine so große Überraschung war. Zu den Kollegen aus meiner Firma, die mich zur Wende übel beschimpften, habe ich heute ein wirklich gutes und freundschaftliches Verhältnis. Warum wohl ? War wohl doch nicht alles erstunken und erlogen, was über das kapitalistische System gesagt wurde.
@DoreHolm,ich wohn(t)e auch nicht im "Tal der Ahnungslosen".
War also ziemlich gut informiert,auch seitens unserer Westverwandtschaft.
Ich denke,dass meine Fragestellung schon so verstanden wird,wie sie gemeint ist.
Sie sie mal im Kontext zu dem von mir rot markierten Abschnitt in @Boys Schreiben.
Wie wir von den "Ostmedien" einseitig berieselt wurden,wissen wir doch noch,oder?



Klar weiß ich das. Deshalb habe ich auch versucht, an weiterführende und Hintergrundinfos zu kommen, wo ich sie auch immer bekommen konnte.



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#128

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 13:59
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

um beim Thema zu bleiben, was ich als Westdeutscher mit Ostkontakten am meisten an der DDR vermisse ist, daß sie durch ihre bloße Existenz als alternativer Gesellschaftsentwurf ihren westlichen Nachbarn dazu zwang, sich zu verbiegen.
Ohne eine DDR hätte es das Konzept einer "sozialen Marktwirtschaft" niemals gegeben.
Erst diese zwang die westlichen Machthaber, die Produzenten am Wohlstand teilhaben zu lassen, ihnen nicht nur das Existenzminimum, sondern Stücke des Kuchens zuzugestehen. Die Vollbeschäftigung der 60er Jahre war nicht zufällig dem Wirtschaftsaufschwung und dem damit verbundenen Arbeitskräftebedarf zu verdanken, wie immer behauptet wird, sondern sie war politischer Wille, um hohe Löhne und bis dato beispiellose soziale Standards zu ermöglichen.
Die Existenz der DDR zwang Kapitalseigner, eine teilweise Umverteilung zuzulassen. Mit Speck fängt man Mäuse.
Böswillig könnte man sagen, die "soziale Marktwirtschaft" war ein Potjomkinsches Dorf und Schaufenster für den Osten.

Die Zerstörung der DDR ermöglichte es, das Rad zunächst langsam, aber zunehmend schneller zurückzudrehen. Die Selbstdemontage staatlicher Strukturen und der Rückbau der sozialen Standards, die wir heute erleben, dürften erst die noch zögerlichen Anfänge sein.

Der Staat, in dem ich heute lebe, hat außer seinem Namen kaum noch etwas mit dem Staat gemein, in dem ich aufgewachsen bin und meinen Wehrdienst geleistet habe.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#129

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 14:35
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Nun, die soziale Marktwirtschaft in den Westzonen entstand bereits vor der Gründung der DDR. Das die Existenz der DDR jemanden in der oder gar "die Bundesrepublik" zum sich Verbiegen gezwungen hat erscheint schon deshalb fraglich, da der westdeutsche Teil der Nation dem östlichen, gerade in den Anfangsjahren, immer einen Schritt voraus war (Währung, Staatsgründung, etc.).

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#130

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 14:58
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #128
Die Zerstörung der DDR ermöglichte es, das Rad zunächst langsam, aber zunehmend schneller zurückzudrehen.
Mein lieber Damals 87,

nein, die Zerstörung der DDR war das Ende eines, sicher ursprünglich nicht einmal schlecht gemeinten, Experiments, an dem so 17 Mio. Bürger mitgewirkt haben. Dieses Experiment ist überhaupt nicht gelungen. Darüber zu streiten "warum" erachte ich als müßig. Als "gelernter DDR-Bürger" (ich bitte um Entschuldigung für diesen Ausdruck, weiß aber momentan keinen besseren) habe ich an diesem Experiment mitgewirkt und möchte die Zeit des Experimentierens überhaupt nicht vermissen, das war interessant und bereichernd. Aber nun nicht dem Schiefgelaufenen nachheulen sondern am jetzigen Experiment tatkräftig mitwirken! .

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#131

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 15:26
von student | 89 Beiträge

"Discite, moniti !" Lernt, ihr seid gewarnt ! Stammt aus der Aenaeis von Vergil. Nicht erinnern heißt nicht lernen können. Und was das tatkräftige Mit- Herumexperimentieren angeht, könnte man schulterzuckend Fontane zitieren: "O gewiß - wenn ich darf ..." Ein bißchen erinnert mich der Aufruf an den Grundsatz der SED, da wurde nach einem schiefgelaufenen Experiment auch immer die Forderung erhoben, man solle doch gefälligst "nach vorne diskutieren" und nicht in eine Fehlerdiskussion verfallen.


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#132

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 15:34
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #131
"Discite, moniti !" Lernt, ihr seid gewarnt ! Stammt aus der Aenaeis von Vergil. Nicht erinnern heißt nicht lernen können. Und was das tatkräftige Mit- Herumexperimentieren angeht, könnte man schulterzuckend Fontane zitieren: "O gewiß - wenn ich darf ..." Ein bißchen erinnert mich der Aufruf an den Grundsatz der SED, da wurde nach einem schiefgelaufenen Experiment auch immer die Forderung erhoben, man solle doch gefälligst "nach vorne diskutieren" und nicht in eine Fehlerdiskussion verfallen.
Mein lieber Student,

dem kann ich nur mit Brecht entgegnen: Vorwärts und nicht vergessen!

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#133

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 17:09
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Ich habe ja schon einiges hier geschrieben was ich vermisse. ganz ketzerisch könnte ich jetzt schreiben- ich vermisse die Vernunft der Leitung von Einsatzkräften der bewaffneten Organe....
Ich befürworte nicht die Gewalt und Übergriffe, mit der recht gewagten und ketzerischen Bemerkung möchte ich nur ein Denkanstoß geben. Bisher wurde immer wieder die Gewalt und Unterdrückung des eigenen Volkes betont, aber wo ist die Relation bei solchen Polizeieinsätzen?

Um so schlechter es dem Durchschnitt der Bevölkerung geht, je größer die Unzufriedenheit wird um so stärker wird der Drang nach Veränderung. Diese Erkenntnis führt zum Verleugnen der Alternative Soz. und man versucht die Vergangenheit zu deformieren. So auch wenn die alten Filmaufnahmen vom Herbst 1989 ausgegraben werden, um zu zeigen wie brutal die "Schergen" zugeschlagen haben. Diese Dokumente zeigen den Charakter des Staates besser als man glaubt. Da ging es um die Stürzung eines Systems, man vergleiche die Filme mit den Castortransporten, mit Stuttgart 21 wo es um wirtschaftliche Interessen geht und kein System in Gefahr war.
Wie konnte in einem Polizeistaat und Diktatur eine friedliche "Wende" mit Sturz des systems duchgeführt werden? Wenn das system und seine Diener so Menschen verachtend gewesen wäre hätte es die "Wende" nie gegeben.
Ist das nicht auch ein Maßstab der angelegt werden sollte, wenn eine Diktatur und polizeistaat sich freidlich zerschlagen ließ, wie bezeichnet man dann den jetzigen Staat?

Hier wird doch immer wieder erwähnt, wie gut die Polizei, das MfS und NVA ausgebildet und idiologisch auf den Staat eingeschworen war. Warum hat man auf weiteren einsatz von gewalt verzichtet? Entspricht das einer totalitären Diktatur?


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#134

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 18:23
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #133
[...]Wie konnte in einem Polizeistaat und Diktatur eine friedliche "Wende" mit Sturz des systems duchgeführt werden? Wenn das system und seine Diener so Menschen verachtend gewesen wäre hätte es die "Wende" nie gegeben.

Hi DDR-Bürger,

die Tatsache der friedlichen Wende sehe ich darin begründet daß die Hauptführungsriege zu dem Zeitpunkt bereits unter starker Demenz litt und letztlich ein Egon Krenz kühlen Kopf behielt.

Die genauen Abläufe kurz vor und während des 9. November sind leider bis heute nicht eindeutig überliefert.

Ari


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#135

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 18:28
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #134
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #133
[...]Wie konnte in einem Polizeistaat und Diktatur eine friedliche "Wende" mit Sturz des systems duchgeführt werden? Wenn das system und seine Diener so Menschen verachtend gewesen wäre hätte es die "Wende" nie gegeben.

Hi DDR-Bürger,


Die genauen Abläufe kurz vor und während des 9. November sind leider bis heute nicht eindeutig überliefert.

Ari



Sicher ? Dazu haben sich doch einige Zeitzeugen geäußert.


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#136

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 18:34
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Fressen, saufen, faulenzen und trotzdem den Plan erfüllen

Anfangs der 8oer Jahre ging der Wienerwald pleite. Doch in der DDR gab es die Broiler massenweise und ich habe mir jeweils den Bauch vollgeschlagen...
Theo


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#137

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 18:34
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #135


Sicher ? Dazu haben sich doch einige Zeitzeugen geäußert.

Alfred, das stimmt. Diverse Zeitzeugen haben sich dazu geäußert, jedoch widersprechen sie sich in einigen Punkten, gerade in Bezug auf den 9. November. Im NVA-Forum wurde das sehr akribisch diskutiert und von einigen Nutzern, in meinen Augen, sehr professionell recherchiert.

Ari


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#138

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 18:44
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #137
Zitat von Alfred im Beitrag #135


Sicher ? Dazu haben sich doch einige Zeitzeugen geäußert.

Alfred, das stimmt. Diverse Zeitzeugen haben sich dazu geäußert, jedoch widersprechen sie sich in einigen Punkten, gerade in Bezug auf den 9. November. Im NVA-Forum wurde das sehr akribisch diskutiert und von einigen Nutzern, in meinen Augen, sehr professionell recherchiert.

Ari


Ari,

insgesamt halten sich ja die Widersprüche in Grenzen.


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#139

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 19:08
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #128
Hallo,

um beim Thema zu bleiben, was ich als Westdeutscher mit Ostkontakten am meisten an der DDR vermisse ist, daß sie durch ihre bloße Existenz als alternativer Gesellschaftsentwurf ihren westlichen Nachbarn dazu zwang, sich zu verbiegen.
Ohne eine DDR hätte es das Konzept einer "sozialen Marktwirtschaft" niemals gegeben.
Erst diese zwang die westlichen Machthaber, die Produzenten am Wohlstand teilhaben zu lassen, ihnen nicht nur das Existenzminimum, sondern Stücke des Kuchens zuzugestehen. Die Vollbeschäftigung der 60er Jahre war nicht zufällig dem Wirtschaftsaufschwung und dem damit verbundenen Arbeitskräftebedarf zu verdanken, wie immer behauptet wird, sondern sie war politischer Wille, um hohe Löhne und bis dato beispiellose soziale Standards zu ermöglichen.
Die Existenz der DDR zwang Kapitalseigner, eine teilweise Umverteilung zuzulassen. Mit Speck fängt man Mäuse.
Böswillig könnte man sagen, die "soziale Marktwirtschaft" war ein Potjomkinsches Dorf und Schaufenster für den Osten.


Die Zerstörung der DDR ermöglichte es, das Rad zunächst langsam, aber zunehmend schneller zurückzudrehen. Die Selbstdemontage staatlicher Strukturen und der Rückbau der sozialen Standards, die wir heute erleben, dürften erst die noch zögerlichen Anfänge sein.

Der Staat, in dem ich heute lebe, hat außer seinem Namen kaum noch etwas mit dem Staat gemein, in dem ich aufgewachsen bin und meinen Wehrdienst geleistet habe.

Grüße aus Hessen


rot mark.
Also, Kollege, das ist ja wohl die abenteuerlichste Analyse für die einmalige Entwicklungsgeschichte einer Volkswirtschaft, wie sie nach dem 2.Weltkrieg in den 3 Westzonen, später Bundesrepublik Deutschland, passierte , hier gepostet wurde. Respekt, dafür hast du mindestens den Weg zum Nobelpreis stark verkürzt.
Aber ich freue mich, dass ich an diesem ungewöhnlichen Experiment teilnehmen( quasi nichtsahnend) konnte. Es hat viel Spass gemacht und er hält bis heute an.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#140

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 28.12.2012 19:14
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von StabPL im Beitrag #1
Gibt es etwas, was man mit dem Untergang der DDR vermisst?
z.B. niedrige Mieten, niedrige Steuern, das Schulsystem, der bessere Umgang miteinander.....
StabPL



Du hast es eigentlich schon erwähnt, die niedrigen Mieten und das freundliche miteinander fehlt mir am meisten, heute wissen viele nicht mal den Namen Ihrer Nachbarn, auch ein einfaches Guten Tag geht den meist jüngeren Mitbürgern schwer über die Lippen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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