#241

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 30.12.2012 16:23
von damals wars | 12.206 Beiträge

"Kohls korrupte Kreml-Kumpel"

http://einestages.spiegel.de/page/Home.html


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#242

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 30.12.2012 19:29
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #40
Zitat von simsonS51 im Beitrag #37
Ich vermisse diese schei.. DDR nicht eine einzige Minute.Ich war 20 als diese unterging und ich habe sie nur von der negativen Seite kennen gelernt.Kriminalität gab und gibt es überall zu Genüge, nur die DDR wusste es zu vertuschen durch ständige Kontrolle der Medien und Maulkorb für die Bürger gelang eben nichts an die breite Öffentlichkeit.Aber was sich im eigenen Wohnort ereignete machte die Runde Suizid, Vergewaltigung, Vandalismus auch Mord usw. war auch überall in der DDR an der Tagesordnung.Nur die Stasi wusste davon und verliert bis heute kein Wort darüber, anscheinend waren die wenigen hier Angemeldeten nur Hausmeister und Küchenhilfen.



Hallo,

Du solltest dich vielleicht mal informieren, bevor Du was schreibst.
"Mord usw. war auch überall in der DDR an der Tagesordnung" ?

Wie kommst Du denn auf diese Idee ? Jeder Mord ist einer zu viel. Aber an der Tagesordnung war dies noch lange nicht. Von 1978 bis 1987 gab es in der DDR insgesamt 1.363 Tötungen durch "fremde Hand". Sprich in 10 Jahren. Die meisten im Jahr 1981, da waren es 175 Fälle.
Und was soll der Schwenk zum MfS ? Denkst Du den Mitarbeitern des MfS wurde da jeden Tag eine Statistik vorgelegt ? Da liegst Du aber falsch.

Wenn Du dich SACHLICH zu der Problematik informieren möchtest, kann ich das Buch " Die Kriminalpolizei im Ostteil Berlins (1945 - 1990 )" empfehlen. Erschienen im Verlag Dr. Köster Berlin ISBN : 978-3-89574-765-6



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#243

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 01.01.2013 18:38
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #238

Zitat
Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

Ich vermisse das Abenteuer der Grenzkontrollen, wenn ich heutzutage die innerdeutsche Grenze zwischen z.B. Hessen und Thüringen passiere.

Und dann natrlich die fehlende Wendemöglichkeit auf den Autobahnen.

Ari


Da hast du recht Ari. Das war wirklich ein Abenteuer. Es gibt wirklich ein paar Sachen die ich nach dem Untergang der DDR vermisse. Trotzdem bin ich froh das das alles Geschichte ist und wir wieder ein Land sind. Lg Glasi



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#244

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 08:32
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zum ThemaKriminalität, es gab in der DDR auch Mord. das war aber im verhältnis zu der Bevölkerungszahl sehr, sehr gering. Bekannt und auch im Film verarbeitet war der Fall "Kreuzworträtselmord" (verfilmt als "Polizeiruf 110").
Die "Kleinkriminalität", wie Diebstahl (in den Betrieben), Körperverletzungen (Schlägereien in der Kneipe) gab es auch.
Für die "schwere" Kriminalität gab es wenig günstige Bedingungen, allein die Grenzen mit verminderter Fluchtmöglichkeit, das Meldesystem und das ganze im Verhältnis zum möglichen "Gewinn".
Ich glaube die persönliche Sicherheit war besser gewährleistet.


zuletzt bearbeitet 02.01.2013 08:34 | nach oben springen

#245

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 10:24
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #244
Zum ThemaKriminalität, es gab in der DDR auch Mord. das war aber im verhältnis zu der Bevölkerungszahl sehr, sehr gering. Bekannt und auch im Film verarbeitet war der Fall "Kreuzworträtselmord" (verfilmt als "Polizeiruf 110").
Die "Kleinkriminalität", wie Diebstahl (in den Betrieben), Körperverletzungen (Schlägereien in der Kneipe) gab es auch.
Für die "schwere" Kriminalität gab es wenig günstige Bedingungen, allein die Grenzen mit verminderter Fluchtmöglichkeit, das Meldesystem und das ganze im Verhältnis zum möglichen "Gewinn".
Ich glaube die persönliche Sicherheit war besser gewährleistet.


Für Kapitalverbrechen fehlte eben das notwendige "Kapital" und für Drogenkriminalität die Drogenbeschaffbarkeit. Welcher Drogenlieferant wollte denn gern unsere Aluchips in Zahlung nehmen ? Prostitution ? Gab es, aber die Damen waren wohl weniger wegen sozialer Nöte dahin abgerutscht. Organisierter Menschenhandel ? Ja, aber dann nicht rein in´s Ländle, sondern raus. Islamistisch geprägter Terrorismus ? War damals auch in der BRD in diesen Maßen noch kein "Thema", die DDR hatte sich hier wegen ihrer Unterstützung arabischer Staaten und Bewegungen (Palästina) einige Sicherheiten geschaffen. Gesellschaftlich gab es ganz klar weniger Anlass für einen Bürger, in die Kriminalität abzudriften als heute und auch die Hehlerei war schwieriger. Wem hätte man denn z.B. geklaute Autos wie "Wolga", "Lada" oder Westimporte (VW, Mazda) verkaufen können ?
Mein Vater (er war damals BL in einer Möbelbude) hat mir mal gesagt, wenn ich schon ein Verbrechen begehe, dann dar das nicht wegen einem Sack Klopapier sein. Das lohnt sich nicht und der mögliche Nutzen steht in keinem Verhältnis zum Risiko. Da muß es schon mindestens um 100.000,-Mark gehen. Ich habe es nicht beherzigt und habe nur mal eine angerissene Rolle Klopapier mitgenommen und in meinem Trabi für unterwegs deponiert.. Mich hat aber auch niemand dabei gesehen. Unseren Pförtner hat man mal erwischt. Bei der Durchsuchung seines Kabuffs fand man einige Karton Fit und einen Sack besagten Klopapiers.



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#246

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 10:48
von vk1 | 91 Beiträge

KFZ-Diebstähle gab es natürlich auch. Wobei weniger ganze Autos, als denn die Einzelteile verhökert wurden.


PiB 5 Pasewalk - 1985-1986
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#247

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 11:45
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Jackson im Beitrag #61
.

.....
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, inzwischen werden einige, der so erbärmlichen Gepflogenheiten des "real existierenden Sozialismus" von irgendwelchen Politikern wieder ausgegraben und als eigene Ideen verkauf. Und Verdammt, die kommen durch damit. Muss doch für euch, die nur schlechtes kannten und erlebt haben, ein Schlag ins Gesicht sein.
So, ich habe fertig.


Die Raubgräber der sozialistischen Ideen in der Jetztzeit wissen oft nicht, was sie ausgebuddelt haben.
Als man in Nebra die legendäre Himmelsscheibe ausgegraben hatte, war man in aller Welt fasziniert davon, was die Barabaren der Bronzezeit am Himmelszelt schon vor 3500 Jahren dokumentiert haben.
Diese Scheibe lag zwei Wochen zusammen mit ein paar verrosteten Schwertern, Messern u.a. Fundstücken auf einem jedermann zugänglichen Hof in meinem Heimatort und ist heute mit 100 Mio. Euro versichert.
http://mysteria-semper.forumprofi.de/ver...nebra-t116.html
Es ist legitim, daß unsere ideen- und mutlosen Politiker sich von den Schätzen der DDR- Historie inspirieren lassen.
Garten-, Koch- und Baselbücher nach dem Motto "Was der Großvater noch wußte..." sind Bestseller und kaum jemand weiß, daß es selbst in der DDR z.B. unter der Tarnbezeichnung "Kartell" Forschungseinrichtungen mit Weltklassepersonal gab.
Warum man eine solche Geheimniskrämerei mit "Mielkes Zauberwerkstatt" betrieben hat, kann ich einfach nicht begreifen, damit hätte man offensiver umgehen müssen.
Jene Zauberwerkstätten an geheimen Orten, wie z.B. dem VEB Numerik Karl- Marx- Stadt, VEB Rationalisierung Klingenthal (Injektionsapparate für Diabetiker) u.v.a. Projekte hatten eine Wertschöpfung im Milliardenbereich hervorgebracht und sind mit dem Ende der DDR sang- und klanglos untergegangen dies sogar unbemerkt von den Bürgerrechtlern.
(Quelle: Horch und Guck 4/ 12, Seite 28 ff)
Ich vermisse, wie viele andere hier das Eingeständnis, daß die DDR überlebensfähig war.



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#248

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 11:54
von Gelöschtes Mitglied
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Es gab noch eine "Zauberwerkstatt", die "Schwarze Katze" in Dresden (ehemals Robotron).


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#249

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 12:29
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #247
Zitat von Jackson im Beitrag #61
.

.....
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, inzwischen werden einige, der so erbärmlichen Gepflogenheiten des "real existierenden Sozialismus" von irgendwelchen Politikern wieder ausgegraben und als eigene Ideen verkauf. Und Verdammt, die kommen durch damit. Muss doch für euch, die nur schlechtes kannten und erlebt haben, ein Schlag ins Gesicht sein.
So, ich habe fertig.


Die Raubgräber der sozialistischen Ideen in der Jetztzeit wissen oft nicht, was sie ausgebuddelt haben.
Als man in Nebra die legendäre Himmelsscheibe ausgegraben hatte, war man in aller Welt fasziniert davon, was die Barabaren der Bronzezeit am Himmelszelt schon vor 3500 Jahren dokumentiert haben.
Diese Scheibe lag zwei Wochen zusammen mit ein paar verrosteten Schwertern, Messern u.a. Fundstücken auf einem jedermann zugänglichen Hof in meinem Heimatort und ist heute mit 100 Mio. Euro versichert.
http://mysteria-semper.forumprofi.de/ver...nebra-t116.html
Es ist legitim, daß unsere ideen- und mutlosen Politiker sich von den Schätzen der DDR- Historie inspirieren lassen.
Garten-, Koch- und Baselbücher nach dem Motto "Was der Großvater noch wußte..." sind Bestseller und kaum jemand weiß, daß es selbst in der DDR z.B. unter der Tarnbezeichnung "Kartell" Forschungseinrichtungen mit Weltklassepersonal gab.
Warum man eine solche Geheimniskrämerei mit "Mielkes Zauberwerkstatt" betrieben hat, kann ich einfach nicht begreifen, damit hätte man offensiver umgehen müssen.
Jene Zauberwerkstätten an geheimen Orten, wie z.B. dem VEB Numerik Karl- Marx- Stadt, VEB Rationalisierung Klingenthal (Injektionsapparate für Diabetiker) u.v.a. Projekte hatten eine Wertschöpfung im Milliardenbereich hervorgebracht und sind mit dem Ende der DDR sang- und klanglos untergegangen dies sogar unbemerkt von den Bürgerrechtlern.
(Quelle: Horch und Guck 4/ 12, Seite 28 ff)
Ich vermisse, wie viele andere hier das Eingeständnis, daß die DDR überlebensfähig war.[/quote][quote]


nein, war sie nicht. Weil sie wie an anderer Stelle schon gepostet, auf zu viel Unrecht aufgebaut war, weil dieser Staat nicht für das Wohl von Bürgern geschaffen war, sondern für das Wohl einiger grauer alter Männer und ihrer Parteigänger. Weil sie, zumindest teilweise, auf Wahlbetrug aufgebaut war. Das sind nur einige Beispiele.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#250

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 13:24
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #249
Zitat von Hackel39 im Beitrag #247
Zitat von Jackson im Beitrag #61
.

.....
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, inzwischen werden einige, der so erbärmlichen Gepflogenheiten des "real existierenden Sozialismus" von irgendwelchen Politikern wieder ausgegraben und als eigene Ideen verkauf. Und Verdammt, die kommen durch damit. Muss doch für euch, die nur schlechtes kannten und erlebt haben, ein Schlag ins Gesicht sein.
So, ich habe fertig.


Die Raubgräber der sozialistischen Ideen in der Jetztzeit wissen oft nicht, was sie ausgebuddelt haben.
Als man in Nebra die legendäre Himmelsscheibe ausgegraben hatte, war man in aller Welt fasziniert davon, was die Barabaren der Bronzezeit am Himmelszelt schon vor 3500 Jahren dokumentiert haben.
Diese Scheibe lag zwei Wochen zusammen mit ein paar verrosteten Schwertern, Messern u.a. Fundstücken auf einem jedermann zugänglichen Hof in meinem Heimatort und ist heute mit 100 Mio. Euro versichert.
http://mysteria-semper.forumprofi.de/ver...nebra-t116.html
Es ist legitim, daß unsere ideen- und mutlosen Politiker sich von den Schätzen der DDR- Historie inspirieren lassen.
Garten-, Koch- und Baselbücher nach dem Motto "Was der Großvater noch wußte..." sind Bestseller und kaum jemand weiß, daß es selbst in der DDR z.B. unter der Tarnbezeichnung "Kartell" Forschungseinrichtungen mit Weltklassepersonal gab.
Warum man eine solche Geheimniskrämerei mit "Mielkes Zauberwerkstatt" betrieben hat, kann ich einfach nicht begreifen, damit hätte man offensiver umgehen müssen.
Jene Zauberwerkstätten an geheimen Orten, wie z.B. dem VEB Numerik Karl- Marx- Stadt, VEB Rationalisierung Klingenthal (Injektionsapparate für Diabetiker) u.v.a. Projekte hatten eine Wertschöpfung im Milliardenbereich hervorgebracht und sind mit dem Ende der DDR sang- und klanglos untergegangen dies sogar unbemerkt von den Bürgerrechtlern.
(Quelle: Horch und Guck 4/ 12, Seite 28 ff)
Ich vermisse, wie viele andere hier das Eingeständnis, daß die DDR überlebensfähig war.[/quote][quote]


nein, war sie nicht. Weil sie wie an anderer Stelle schon gepostet, auf zu viel Unrecht aufgebaut war, weil dieser Staat nicht für das Wohl von Bürgern geschaffen war, sondern für das Wohl einiger grauer alter Männer und ihrer Parteigänger. Weil sie, zumindest teilweise, auf Wahlbetrug aufgebaut war. Das sind nur einige Beispiele.





Grün: War sie doch, aber bei richtigem Wirtschaften und kluger Politik bis in die 60er Jahre. Dann wurden die Chanchen zunehmend geringer. Eine Möglichkeit zur Konsolidierung nach 1961 wurde wegen übermäßiger Betonung der Sozialpolitik und negierung des Leistungsprinzipes vertan.

Rot: Unrecht ? Wohl einiger grauer alter Männer ? Wahlbetrug ?. Du glaubst doch nicht im Ernst, daß das die tatsächlichen Gründe für den Niedergang der DDR waren ? Der einzige primäre Grund war die besch....ene Ökonomie. Alles Ander, auch das was Du als Gründe aufführst, waren mehr oder weniger lediglich die Auswirkungen einer schlechten Ökonomie. Was meinst Du, was es ökonomisch für die DDR ausgemacht hätte, wenn die "grauen alten Männer" auf einem Lebensniveau von z.B. eines durchschnittlichen Ingenieurs gelebt hätten ? Null komma Nichts ! Ich kann mich an ein Interview erinnern, in dem der Verkehrsminister bezügliuch des Gehaltes der Piloten der Interflug gefragt. Er antwortete darauf nur, daß ihr Gehalt höher als des ihres obersten Vorgesetzten liegt. Denk ma an die jüngste Forderung von Steinbrück bezüglich des Bundeskanzlergehaltes ! Gert, Du führst hier m.E. Peanuts an, die angeblich die Nichtlebensfähigkeit der DDR begründen sollen. Du kannst sicher sein, daß in der DDR bei einer vergleichsweise ökonomischen Gleichwertigkeit mit der BRD viele von den kritikwürdigen Geschehnisse nicht oder nicht so krass stattgefunden hätten und auch Du möglicherweise keinen triftigen Grund zur Flucht gesehen hättest. Kaum vorstellbar für Dich ?



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#251

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 13:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ach hätte, könnte und eventuell doch.
Man hat nicht und dann war sie weg die DDR.
Wie die unbedarften Kinder hat man sich selber verarscht, der große Generalsekretär bekam einen Microchip überreicht, der zu dem Zeitpunkt vermutlich schon der letzte Schrott war und die Zeitung ging vor Qualm von der Selbstbeweihräucherung gar nicht mehr zu.
Die Leute haben doch nur noch mit dem Kopf geschüttelt, überall rieselte der Putz und Honecker fährt fast zerplatzend vor unerklärbarem Stolz in Japan mit dem Mega-Express.
Alles weltfremdes Kaspertheater und du hast am Tag darauf in einer maroden VEB-Klitsche wo es in jeder Ecke vor Gammel fast zum Supergau kam, versucht den Plan zu retten.
Der kleine Mann durfte nur, zum dummen August gemacht, alles beklatschen und mit bunten Winkelementen wedeln.
"Arbeite mit, regiere mit!" und an solch einen Schwachsinn sollte man allen Ernstes auch noch glauben.
Ach, was diskutieren wir nach Jahrzehnten um die eventuelle Überlebensfähigkeit dieser Armetei, sie ist weg und hatte das sich auch redlich verdient.
Achso und anstatt den kleinen Leuten hinterherzuschnüffeln hätten wohl besser mal paar Apparatschiks die richtig Mist bauten ins Loch wandern sollen, aber das waren ja alles verdienstvolle und mit Orden so groß wie Untertassen behängte Genossen.
Erfolge über Erfolge wohin man sah, jedenfalls in der Zeitung.
Wenn man richtig darüber nachdenkt kommt einem heute der Kaffee noch hoch.


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2013 14:32 | nach oben springen

#252

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 13:53
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Nu, ich vermisse z.B. auch das Prenzlauer Berg Flair, wie ich es 1988 kennenlernen durfte. Die Häuslebauer haben da wohl mehr als nur die Fassaden saniert (-> hier lang).

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#253

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 13:56
von Rüganer (gelöscht)
avatar

DoreHolm,

mal ganz simpel gefragt?

...... in der DDR bei einer vergleichsweise ökonomischen Gleichwertigkeit mit der BRD.....
Zitat von Dir

glaubst Du ernsthaft, dass dieses jemals so gekommen wäre, eine ökonomische Gleichwertigkeit?
Allein die führende Rolle der Arbeiter - u. Bauernklasse steht diesem doch schon im Wege, du als Wissender solltest doch noch in Erinnerung haben, dass der Meister weniger verdiente, als der Facharbeiter mit der Lohngruppe VIII, geschweige denn der Ingenieur.
Die Ökonomie wurde doch durch diesen Anspruch völlig auf den Kopf gestellt, da ging es doch schon los.
Du selbst kennst doch auch noch dieses geflügelte Wort:"aus unseren Betrieben ist noch viel mehr herauszuholen". Wie auch immer man dies deuten will, es kennzeichnet doch den Fakt, dass sich keiner um die Effektivität kümmerte, dies wurde doch auf dem Papier hingerechnet und gut war es..
in der DDR betrieb man doch eine Art Selbsttäuschung, indem man sich Vorgaben stellte und sie schon bei der Nennung nicht erfüllen konnte, auf dem Papier aber erledigte man dies zu 100 Prozent, siehe nur Einhaltung der Treibstoffkontingente. Wimre hat selbst @feliks irgendwann darüber egschrieben, dass sie da bei den zuständigen Organen privat tankten, um fahren zu können. Schöner Beschiss bei der Einhaltung der Kontingente...
Schau dir die Landwirtschaft in deiner Gegend an, wie viele arbeiten da heute auf der Fläche, und nun vergleiche dies mal mit den DDR - Zeiten. Meinst du nicht, dass dies damals auch schon möglich gewesen wäre, wenn - ja wenn man investiert hätte, wenn man rationalisiert hätte und wenn man sich unter Umständen auch mal auf der anderen Seite was abgekupfert hätte, nicht nur von der Sowjetunion gelernt hätte? Aber dann wäre es ja in die Richtung Ausbeutung gegangen und die war ja abgeschafft worden. Dann hätte der Betriebsleiter ja Anreize schaffen müssen, hätte auch wie ein heutiger Manager verdienen wollen und schon wäre es an die politisch / ideologischen Grenzen gestoßen. Dieses System der DDR hätte niemals mit dem der Bundesrepublik gleichziehen können, da hatte man sich selber schon einen ideologischen Knüppeldamm gebaut.

der Rüganer


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#254

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 15:00
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Was ich noch vermisse ist die Selbstverständlichkeit mit der man das kulturelle Angebot in der Fläche, also jetzt mal nicht Stones Konzerte und millionenteure Wettshows als Livespektakel von Minderheiten im Hier und Heute, in der DDR aufrecht erhalten hat.
Heute wo überall Gejammer und Gewimmer zu vernehmen ist um geschlossene Kinos, Theater, Bahnhöfe, Schulen und Kindergärten aus demografischen Gründen, aus Problemen der Alterspyramide, die es in der DDR einfach nicht gegeben hat, kann ich nicht so recht verstehen, wie man diese Bundesrepublik überhaupt noch als reicher bezeichnen kann.
Der selektiven Wahrnehmung grauer und maroder Kombinate kann man auch den futuristischen Führerstand der 1982 neu indienstgestellten 143er Elok und der Kegelbahn mit automatischer Kegelaufstellung im Sportlerheim des Bahnbetriebswerks entgegensetzen.
Das alles mies zu machen hat Methode, was jedoch mehr zählt ist die viel breitere Einbeziehung der Bevölkerung in das öffentliche Leben und daß niemand beispielsweise an Hand der Teilnahme oder Abwesenheit am Eislebener Wiesenmarkt ins Töpfchen oder Kröpfchen der Gesellschaftsordnung einsortiert wird.
Es konnte einfach jeder dorthin mit seinen Kindern, eine derart babarische Selektion wie sie auf 1000 anderen Sektoren schon Kinder erfahren ist kein Indiz für eine moderne Gesellschaftsordnung.
Die kurzen Wege zur Arbeit, die unbeschwerte Freizeit ohne Steuererklärungen und notwendige Nebenjobs zur Aufrechterhaltung einer unabhängigen Lebensweise ohne Amtshilfe zum Lebensunterhalt, die Umabhängigkeit der Gesamtwirtschaft vor ausländischen Spekulanten, eine Volksarmee ohne Auslandseinsätze, eine Polizei mit wirksamen Rechtsmitteln gegen alles mögliche parasitäre Gesindel, eine einheitliche Schulbildung, die Lehrlingen DDR-weit die gleichen Startbedingungen bietet u.v.a.m. sind Dinge, die längst vergessen sind und heute schmerzvoller den je vermißt werden.
Ende 2012 habe ich genauso viele Jahre im Einheitsdeutschland gelebt wie in der DDR und was soll ich sagen, die DDR war mit diesem Stichtag meine bessere Hälfte.
Was soll man sich da noch für die Zukunft wünschen ?
Vielleicht hilft es ja, weniger Lokalzeitungen zu lesen, nicht mehr in die Kreisstadt zu fahren und statt dessen wie Emil Pelle nur noch im Garten zu bleiben und sich über das selbst angebaute Gemüse zu freuen, keine Nachrichten mehr ansehen und sich ansonsten nur noch mit Siegern abzugeben ?



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#255

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 15:03
von damals wars | 12.206 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #253

Schau dir die Landwirtschaft in deiner Gegend an, wie viele arbeiten da heute auf der Fläche, und nun vergleiche dies mal mit den DDR - Zeiten. Meinst du nicht, dass dies damals auch schon möglich gewesen wäre, wenn - ja wenn man investiert hätte, wenn man rationalisiert hätte und wenn man sich unter Umständen auch mal auf der anderen Seite was abgekupfert hätte, nicht nur von der Sowjetunion gelernt hätte? Aber dann wäre es ja in die Richtung Ausbeutung gegangen und die war ja abgeschafft worden. Dann hätte der Betriebsleiter ja Anreize schaffen müssen, hätte auch wie ein heutiger Manager verdienen wollen und schon wäre es an die politisch / ideologischen Grenzen gestoßen. Dieses System der DDR hätte niemals mit dem der Bundesrepublik gleichziehen können, da hatte man sich selber schon einen ideologischen Knüppeldamm gebaut.

der Rüganer


Wenn die DDR in der BRD abgekupfert hätte, wäre so ne Art polnische Kleinfelderwirtschaft bei rausgekommen.
Gerade deshalb wurden und werden die LPG -Nachfolger doch so bekämpft und den sogenannten "Wiedereinrichtern die Millionen in den A---- geblasen.
Die Industrie produziert global und die Landwirtschaft soll wie im Mittelalter produzieren, da geht was nicht zusammen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#256

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 15:09
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #250
Zitat von Gert im Beitrag #249
Zitat von Hackel39 im Beitrag #247
Zitat von Jackson im Beitrag #61
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.....
Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, inzwischen werden einige, der so erbärmlichen Gepflogenheiten des "real existierenden Sozialismus" von irgendwelchen Politikern wieder ausgegraben und als eigene Ideen verkauf. Und Verdammt, die kommen durch damit. Muss doch für euch, die nur schlechtes kannten und erlebt haben, ein Schlag ins Gesicht sein.
So, ich habe fertig.


Die Raubgräber der sozialistischen Ideen in der Jetztzeit wissen oft nicht, was sie ausgebuddelt haben.
Als man in Nebra die legendäre Himmelsscheibe ausgegraben hatte, war man in aller Welt fasziniert davon, was die Barabaren der Bronzezeit am Himmelszelt schon vor 3500 Jahren dokumentiert haben.
Diese Scheibe lag zwei Wochen zusammen mit ein paar verrosteten Schwertern, Messern u.a. Fundstücken auf einem jedermann zugänglichen Hof in meinem Heimatort und ist heute mit 100 Mio. Euro versichert.
http://mysteria-semper.forumprofi.de/ver...nebra-t116.html
Es ist legitim, daß unsere ideen- und mutlosen Politiker sich von den Schätzen der DDR- Historie inspirieren lassen.
Garten-, Koch- und Baselbücher nach dem Motto "Was der Großvater noch wußte..." sind Bestseller und kaum jemand weiß, daß es selbst in der DDR z.B. unter der Tarnbezeichnung "Kartell" Forschungseinrichtungen mit Weltklassepersonal gab.
Warum man eine solche Geheimniskrämerei mit "Mielkes Zauberwerkstatt" betrieben hat, kann ich einfach nicht begreifen, damit hätte man offensiver umgehen müssen.
Jene Zauberwerkstätten an geheimen Orten, wie z.B. dem VEB Numerik Karl- Marx- Stadt, VEB Rationalisierung Klingenthal (Injektionsapparate für Diabetiker) u.v.a. Projekte hatten eine Wertschöpfung im Milliardenbereich hervorgebracht und sind mit dem Ende der DDR sang- und klanglos untergegangen dies sogar unbemerkt von den Bürgerrechtlern.
(Quelle: Horch und Guck 4/ 12, Seite 28 ff)
Ich vermisse, wie viele andere hier das Eingeständnis, daß die DDR überlebensfähig war.[/quote][quote]


nein, war sie nicht. Weil sie wie an anderer Stelle schon gepostet, auf zu viel Unrecht aufgebaut war, weil dieser Staat nicht für das Wohl von Bürgern geschaffen war, sondern für das Wohl einiger grauer alter Männer und ihrer Parteigänger. Weil sie, zumindest teilweise, auf Wahlbetrug aufgebaut war. Das sind nur einige Beispiele.





Grün: War sie doch, aber bei richtigem Wirtschaften und kluger Politik bis in die 60er Jahre. Dann wurden die Chanchen zunehmend geringer. Eine Möglichkeit zur Konsolidierung nach 1961 wurde wegen übermäßiger Betonung der Sozialpolitik und negierung des Leistungsprinzipes vertan.

Rot: Unrecht ? Wohl einiger grauer alter Männer ? Wahlbetrug ?. Du glaubst doch nicht im Ernst, daß das die tatsächlichen Gründe für den Niedergang der DDR waren ? Der einzige primäre Grund war die besch....ene Ökonomie. Alles Ander, auch das was Du als Gründe aufführst, waren mehr oder weniger lediglich die Auswirkungen einer schlechten Ökonomie. Was meinst Du, was es ökonomisch für die DDR ausgemacht hätte, wenn die "grauen alten Männer" auf einem Lebensniveau von z.B. eines durchschnittlichen Ingenieurs gelebt hätten ? Null komma Nichts ! Ich kann mich an ein Interview erinnern, in dem der Verkehrsminister bezügliuch des Gehaltes der Piloten der Interflug gefragt. Er antwortete darauf nur, daß ihr Gehalt höher als des ihres obersten Vorgesetzten liegt. Denk ma an die jüngste Forderung von Steinbrück bezüglich des Bundeskanzlergehaltes ! Gert, Du führst hier m.E. Peanuts an, die angeblich die Nichtlebensfähigkeit der DDR begründen sollen. Du kannst sicher sein, daß in der DDR bei einer vergleichsweise ökonomischen Gleichwertigkeit mit der BRD viele von den kritikwürdigen Geschehnisse nicht oder nicht so krass stattgefunden hätten und auch Du möglicherweise keinen triftigen Grund zur Flucht gesehen hättest. Kaum vorstellbar für Dich ?



DoreHolm, wie sagte mein großes Vorbild, Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt, auf hypothetische Frage gebe ich keine Antwort. Im Volksmund sagt man, hätt der Hund nicht gesch..., hätt er den Hasen gekriegt.
So wie ich die DDR kennengelernt habe, ausgeschlossen dass ich dort geblieben wäre.Daher kann ich deine letzte Frage nur bejahen, nicht vorstellbar.
Nun, ich räume ein, das die genannten Gründe als Ganzes sicher nicht zum Zusammenbruch der DDR geführt haben und dass der Hauptgrund für das Ende die total daneben und darnieder liegende Volkswirtschaft war. Aber die gen. Gründe gehören ins Gesamtbild.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#257

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 15:15
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #254
Was ich noch vermisse ist die Selbstverständlichkeit mit der man das kulturelle Angebot in der Fläche, also jetzt mal nicht Stones Konzerte und millionenteure Wettshows als Livespektakel von Minderheiten im Hier und Heute, in der DDR aufrecht erhalten hat.
Heute wo überall Gejammer und Gewimmer zu vernehmen ist um geschlossene Kinos, Theater, Bahnhöfe, Schulen und Kindergärten aus demografischen Gründen, aus Problemen der Alterspyramide, die es in der DDR einfach nicht gegeben hat, kann ich nicht so recht verstehen, wie man diese Bundesrepublik überhaupt noch als reicher bezeichnen kann.
Der selektiven Wahrnehmung grauer und maroder Kombinate kann man auch den futuristischen Führerstand der 1982 neu indienstgestellten 143er Elok und der Kegelbahn mit automatischer Kegelaufstellung im Sportlerheim des Bahnbetriebswerks entgegensetzen.
Das alles mies zu machen hat Methode, was jedoch mehr zählt ist die viel breitere Einbeziehung der Bevölkerung in das öffentliche Leben und daß niemand beispielsweise an Hand der Teilnahme oder Abwesenheit am Eislebener Wiesenmarkt ins Töpfchen oder Kröpfchen der Gesellschaftsordnung einsortiert wird.
Es konnte einfach jeder dorthin mit seinen Kindern, eine derart babarische Selektion wie sie auf 1000 anderen Sektoren schon Kinder erfahren ist kein Indiz für eine moderne Gesellschaftsordnung.
Die kurzen Wege zur Arbeit, die unbeschwerte Freizeit ohne Steuererklärungen und notwendige Nebenjobs zur Aufrechterhaltung einer unabhängigen Lebensweise ohne Amtshilfe zum Lebensunterhalt, die Umabhängigkeit der Gesamtwirtschaft vor ausländischen Spekulanten, eine Volksarmee ohne Auslandseinsätze, eine Polizei mit wirksamen Rechtsmitteln gegen alles mögliche parasitäre Gesindel, eine einheitliche Schulbildung, die Lehrlingen DDR-weit die gleichen Startbedingungen bietet u.v.a.m. sind Dinge, die längst vergessen sind und heute schmerzvoller den je vermißt werden.
Ende 2012 habe ich genauso viele Jahre im Einheitsdeutschland gelebt wie in der DDR und was soll ich sagen, die DDR war mit diesem Stichtag meine bessere Hälfte.
Was soll man sich da noch für die Zukunft wünschen ? Nordkorea, ist meine singuläre Empfehlung. Aber dort könnte es auch langsam den Bach runtergehen mit der Steinzeitgesellschaftsform
Vielleicht hilft es ja, weniger Lokalzeitungen zu lesen, nicht mehr in die Kreisstadt zu fahren und statt dessen wie Emil Pelle nur noch im Garten zu bleiben und sich über das selbst angebaute Gemüse zu freuen, keine Nachrichten mehr ansehen und sich ansonsten nur noch mit Siegern abzugeben ?




.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#258

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 16:21
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich vermisse das noch niemand geschrieben hat,er vermisst die Alternative zum Kapitalismus in Deutschland !


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#259

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 16:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ich vermisse auch was - meine damalige Jugend.
Meine aber nicht die "Freie" Deutsche


zuletzt bearbeitet 02.01.2013 16:35 | nach oben springen

#260

RE: Was vermisst man mit dem Untergang der DDR?

in Leben in der DDR 02.01.2013 16:29
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #253
DoreHolm,

mal ganz simpel gefragt?

...... in der DDR bei einer vergleichsweise ökonomischen Gleichwertigkeit mit der BRD.....
Zitat von Dir

glaubst Du ernsthaft, dass dieses jemals so gekommen wäre, eine ökonomische Gleichwertigkeit?
Allein die führende Rolle der Arbeiter - u. Bauernklasse steht diesem doch schon im Wege, du als Wissender solltest doch noch in Erinnerung haben, dass der Meister weniger verdiente, als der Facharbeiter mit der Lohngruppe VIII, geschweige denn der Ingenieur.
Die Ökonomie wurde doch durch diesen Anspruch völlig auf den Kopf gestellt, da ging es doch schon los.
Du selbst kennst doch auch noch dieses geflügelte Wort:"aus unseren Betrieben ist noch viel mehr herauszuholen". Wie auch immer man dies deuten will, es kennzeichnet doch den Fakt, dass sich keiner um die Effektivität kümmerte, dies wurde doch auf dem Papier hingerechnet und gut war es..
in der DDR betrieb man doch eine Art Selbsttäuschung, indem man sich Vorgaben stellte und sie schon bei der Nennung nicht erfüllen konnte, auf dem Papier aber erledigte man dies zu 100 Prozent, siehe nur Einhaltung der Treibstoffkontingente. Wimre hat selbst @feliks irgendwann darüber egschrieben, dass sie da bei den zuständigen Organen privat tankten, um fahren zu können. Schöner Beschiss bei der Einhaltung der Kontingente...
Schau dir die Landwirtschaft in deiner Gegend an, wie viele arbeiten da heute auf der Fläche, und nun vergleiche dies mal mit den DDR - Zeiten. Meinst du nicht, dass dies damals auch schon möglich gewesen wäre, wenn - ja wenn man investiert hätte, wenn man rationalisiert hätte und wenn man sich unter Umständen auch mal auf der anderen Seite was abgekupfert hätte, nicht nur von der Sowjetunion gelernt hätte? Aber dann wäre es ja in die Richtung Ausbeutung gegangen und die war ja abgeschafft worden. Dann hätte der Betriebsleiter ja Anreize schaffen müssen, hätte auch wie ein heutiger Manager verdienen wollen und schon wäre es an die politisch / ideologischen Grenzen gestoßen. Dieses System der DDR hätte niemals mit dem der Bundesrepublik gleichziehen können, da hatte man sich selber schon einen ideologischen Knüppeldamm gebaut.

der Rüganer


Die Chanche war m.E. am Anfang da. Mit der ökonomischen Gleichwertigkeit wollte ich auch nur Gert seinen genannten Gründen widersprechen. Seine Gründe waren ein Teil der Wirkung, nicht der Ursache. Die führende Rolle der AK wurde weit übertrieben. Gedacht war sie politisch, nämlich die bisherige Ungleichheit der Bildungschanchen auszugleichen. Ist heute nicht viel anders (siehe PISA, ungleiche Bildungschanchen abhängig vom Geldbeutel der Eltern, Frauenquote u.v.m.). Ein Unding war, daß später die Söhne u. Töchtern von Arbeitern u. Bauern, die studiert hatten, plötzlich nicht mehr zur AK zählten und somit im Zweifelsfalle deren Kindern in gewisser Weise benachteiligt wurden, wenn eine Stelle auf zwei nahezu gleichwertige Bewerber kam und einer davon eben jenes Akademikerkind mit AK-Großeltern, das Andere aber ein (noch) Arbeiterkind war. Warum fällt mir jetzt gerade Sarrazin mit seinen Ausführungen von Vererbbarkeit ein ?
Das mit der Bezahlung hatte ich doch angesprochen, die Negierung des Leistungsprinzipes. Ich hatte es durch nach dem Fernstudium, meine Frau ebenso, nachdem sie ihren Meister hatte.
Nun, daß sich keiner um die Effektivität kümmerte, das wird abhängig von der Einstellung zu seinem Job jedes Einzelnen sein. Mir war die Effektivität absolut nicht gleichgültig, allerdings waren einem durch vielfache Richtlinien die Hände gebunden, auch durch die Gewerkschaften. Ein Arbeiter mußte schon einiges verzapft haben, bevor er in Regress ging. Das grenzte schon manchmal an Narrenfreiheit. Meine Frau erzählte von einem Kollegen, bei dem nach seinen "glaubhaften" Schilderungen immer frühs ein Löwe vor der Tür gestanden hatte und er dadurch nicht zur Arbeit konnte. Eine Kollegin ging mit ihrer Tochter immer zum Arzt, wenn sie keine Lust hatte. Ein Grund für Krankschreibung fand sich immer. So mancher hat seine 6 Wochen bezahlte Krankschreibung immer ausgenutzt. Im Frühling und im Herbst, wenn die meisten Arbeiten auf der Datsche zu erledigen waren. Wir bekamen mal einen einer nationalen Minderheit zugehörigen jüngeren Kollegen zugewiesen. Seine Normerfüllung betrug max. ca. 50%. (der Durchschnitt der Kollegen lag bei 120% bei einer AZ-Auslastung von ca.2/3 der täglichen AZ). Damit er auf seinen Mindestlohn kam, wurde ihm die fehlende Zeit als Durchschnitt geschrieben. Solche und ähnliche Verhaltensweisen war mit ein Grund für den Niedergang einer Idee. Du rennst bei mir weitgehend offene Türen ein mit Deinen Argumenten. Du kannst ruhig davon ausgehen, daß die Ökonomen und Techniker in den Industriebetrieben die Probleme genau kannten und die ökonomischen Gesetze und ihre Wirkung, insbes. bei Nichtbeachtung derer, ihnen völlig klar war. Ich habe damals schon die Meinung vertreten, daß 2 - 3 % offizielle Arbeitslose uns nicht schaden würden. Das wären einmal die, die sowieso nicht arbeiten gehen und aus der Statistik heruasgerechnet wurden. Die saßen auch damals schon mit der Pulle am Vormittag auf der Parkbank oder hielten sich an einem Schein-Arbeitsplatz fest. Die Firmen müßten dann nicht mehr jeden Schrutz nehmen oder der Kaderleiter zum Kollegen nach Hause fahren, um ihn höflich zu fragen, ob er denn nicht auf Arbeit kommen würde, da er dringend gebraucht würde. Als Arbeitsnormer war mir klar, daß wir von unseren ca. 200 Beschäftigten sofort ca. 10% entöassen könnten, ohne daß etwas zusammenbricht. Das betraf nicht nur die Produktions- u. Produktionshilfsbereiche, sondern auch die Verwaltung.



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