#1

Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 20.12.2012 16:57
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

es ist euch sicher mittlerweile aufgefallen, dass ich mir ganz exclusiv hier Zitationen aus meinem großen Romanwerk erlaube, in der Hoffnung, die Leser zu erfreuen. Nun, es ist so, dass ich unter größten Bemühungen in aller Tapferkeit bei der Nationalen Volksarmee den Rang eines Gefreiten erreichen konnte.

Es erfolgt nachstehend eine weihnachtliche Impression aus meiner Soldatenzeit, wobei anzumerken ist, dass sich diese im Stadium der Grundausbildung begab:

Den Heiligabend verbrachten wir im Speisesaal. Zu Essen gab es Gans mit Rotkohl und Klößen. Es wurden zwei Flaschen Bier pro Soldat zugeteilt.
Besondere Vorkommnisse traten nicht auf, sicher auch dem Umstand geschuldet, dass Oberleutnant Jahn, der als „scharf“ bekannt war, die Veranstaltung beaufsichtigte. 22 Uhr war Schluss und wir gingen wieder auf unsere Stuben. Irgendwie war es, trotz unserer Isolation, fast jedem gelungen, eine Flasche Schnaps zu organisieren. Meine Wodkaflasche kam mit dem Weihnachtspaket meiner Eltern. Wie die Flasche durch die obligatorische Postkontrolle kam weiß ich nicht mehr. Der Nachtruhebefehl wurde an diesem Tag nicht gegeben. Wir griffen kräftig zu den Flaschen und wurden zunehmend benebelter. Der OvD ließ sich nicht blicken, umso mehr der UvD, Unterfeldwebel Kiehl, der in jeder Stube einen kräftigen Schluck mittrank. Gegen Mitternacht stellte er sich auf unseren Stubentisch und stammelte, unter Andeutung entsprechender Armbewegungen: „Hurra, ich kann fliegen“. Ich stieg auf den Tisch und entfernte seine Schulterstücke mit der Bemerkung: „Jetzt geht’s noch schneller“. Kiehl hat mir diese Eskapade später nie vorgehalten. Unser Alkoholvorrat reichte auch noch für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag. In der Nacht vom 26. zum 27. Dezember flogen die leeren Schnapsflaschen auf die Betonfläche vor unserer Unterkunft und zerschellten. Am 27. Dezember wurden uns die notwendigen Beräumungsarbeiten befohlen. Der Versuch, konkrete Schuldige zu ermitteln, verlief ergebnislos und bald war alles vergessen.


Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#2

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 20.12.2012 18:19
von utkieker | 2.920 Beiträge

Hallo Ecki,

Ich kann mir das durchaus bildlich vorstellen und kann nur sagen Glück gehabt. Natürlich haben wir auch Alkohol geschmuggelt und dennoch gab es Besonderheiten zwischen GT und NVA. Wir hatten unser Schichtsystem und das nahm keine Rücksicht auf Sonn- und Feiertage. Sicherlich hatten wir über die Feiertage auch anständig gefuttert aber große Orgien waren nicht drinne. Als UvD war ich auch für die Objektwache verantwortlich und die waren mit scharfer Munition und MPi ausgerüstet. In vielen Mot.- Schützen- Einheiten mußte lediglich ein ständiger Bestand, kasernierter Einheiten verbleiben, die eigentlich am Wochenende Langeweile vor sich herschoben. Langeweile kam bei uns in sofern nicht auf, weil wir neben der Gefechtsbereitschaft auch noch den Grenzdienst organisieren mußten.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
jecki09, schulzi und glasi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 21.12.2012 10:30
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Das eine Weihnachten an der Grenze saß ich heilig Abend auf dem Turm, war recht besinnlich (mein Posten schnarchte sogar leiser als sonst )
Musste ihn wecken als die "Beschehrung" anstand.
Der Polit kam schnaufend die Leiter hoch (2 Zentner auch ohne Weihnachtsmankostüm) und brachte Apfelsinen und Nüsse vorbei.
Noch eine angebotene f6 mit ihm durchgezogen (der war gefühlt gerne auf dem Turm, kam wohl nicht so oft dazu) und als er weiter ist, wieder der Besinnlichkeit zugewandt.


Rainman2, Svenni1980 und glasi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.12.2012 10:45 | nach oben springen

#4

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 21.12.2012 11:10
von terraformer1 | 193 Beiträge

Während meiner beiden Weihnachtsfeste am Kanten, 1986 und 1987, wurde die Kompanie urlaubstechnisch in 4 Teile geteilt. Die erste Gruppe durfte vor dem Weihnachtsfest in den Urlaub, die zweite zu Weihnachten, dir dritte zu Silvester und die vierte Anfang Januar. Als junger Uffz. habe ich 1986 nur die erste Urlaubsgruppe abgefasst und habe einige Tage vor Weihnachten zuhause mit meinen Eltern gefeiert. Ich kann leider nicht mehr sagen, wo ich an den Feiertagen 1986 Dienst geschoben haben aber es war wohl einmal auch ein BT dabei. Sonst war ich als Uffz. ja mehr mobil im Abschnitt. Die Verpflegung während der Feiertage war sehr gut. Eigentlich war sie in der Kompanie immer gut. Die DDR wusste genau, dass man die GT gut versorgen musste. ;-)
1987 war ich dann zu Weihnachten zuhause, wie gewünscht. Silvester am Kanten fand ich immer interessant und wollte ich wieder erleben. Am 31.12.87 hatte ich Nachtschicht im Abschnitt 4 des GR 42. Ich war als Stellvertreter mit dem Trabi unterwegs. Um Mitternacht standen wir am Pop 57 (Ausweichstelle) und haben das Feuerwerk überm Teltowkanal bewundert. Ich glaube mein KC war in der Schicht KGSi.


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#5

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 21.12.2012 12:19
von Commander | 1.056 Beiträge

Hallo Jungs,
Ich habe ein Weihnachten bei der Truppe verbracht.Und keine guten Erinnerungen an den 24.12.77.Nachtschicht in Ifta PP "Willershäuser Weg".Kälte, Nieselregen und keinen Unterstand.Und fast die ganze Nacht Weihnachtslieder vom nahen Ami-Posten.Und unser Diner war gebratene Knacker am Spieß.Es war eine der Schichten,die man nicht vergißt.Ob es dann am 1.Feiertag Gänsebraten u. Klöße gab,weiß ich allerdings nicht mehr.
Ein schönes Weihnachten,Gruß C.



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#6

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 21.12.2012 23:10
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Nunja, ich hatte viele Weihnachtsfeste bei den GT und als Polit war das immer eine arbeitsreiche Zeit. Aber darum geht es hier nicht. Ein Weihnachtsfest vergleichbar mit dem einfachen Soldaten hatte ich an der Offiziershochschule. Die Küche hatte sich an diesem Tag viel mehr Mühe als sonst gegeben, etwas bessere Zutaten schlecht zuzubereiten. Am Nachmittag war dann Einrücken im Klubraum befohlen. Unser Zugführer, Major B., hatte die Idee oder die Anweisung, ich glaube eher letzteres, mit uns "etwas besonderes" zu machen. Und so hatte er sich für fast alle aus unserem Zug einen persönlichen Gruß der Familie auf Kassette gesprochen schicken lassen nebst einem Geschenk und zur Überreichung dieses Geschenks wurde der Gruß dann abgespielt. Himmel hilf, war das schlimm! Diese Erfahrung hat dafür gesorgt, dass ich als Polit, trotz klarer Weisungen seitens der Politabteilung, solchen Quatsch nicht durchgeführt habe.

Meine Mutter hatte einen Gruß aufgesprochen, wahrscheinlich ohne zu ahnen, dass dieser öffentlich abgespielt wurde. Und so befand sich darin eine Botschaft, die mir seltsame Blicke einbrachte. Sie lautete: "Und wenn Du zu Silvester zuhause bist, dann machen wir auch wieder Kleine-Kleine". Ach Du Sch***, welche interpretationsspielräume ließ das denn zu? Nicht, dass ich mich meiner Mutter geschämt hätte, aber das war die Schmerzgrenze. Der Spruch "machen wir Kleine-Kleine" stammte von einem sowjetischen Ballettspezialisten an Mütterchens Schule, der nicht allzuviel Deutsch konnte, aber hin und wieder die Kolleginnen und Kollegen zu einem Wodka einlud. Und das tat er dann mit diesen Worten.

Nach der "ergreifenden" Weihnachtsfeier, die auch andere mit rotem Kopf verlassen hatten, ging ich auf unsere Bude, an meinen Spind und kramte eine gut versteckte Flasche hervor. Ich öffnete sie, nahm einen kräftigen Zug und musste feststellen, dass nun Weihnachten richtig versaut war. Jemand hatte mir kurz vor Weihnachten eine Flasche "Falkner" Whisky geschenkt, die ich in die EInheit geschmuggelt hatte, und dieser Flasche bzw. noch mehr ihrem Inhalt hatte es nicht gut getan, dass mein Spind nahe an der Heizung stand.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#7

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 21.12.2012 23:46
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #6
Nunja, ich hatte viele Weihnachtsfeste bei den GT und als Polit war das immer eine arbeitsreiche Zeit. Aber darum geht es hier nicht. Ein Weihnachtsfest vergleichbar mit dem einfachen Soldaten hatte ich an der Offiziershochschule. Die Küche hatte sich an diesem Tag viel mehr Mühe als sonst gegeben, etwas bessere Zutaten schlecht zuzubereiten. Am Nachmittag war dann Einrücken im Klubraum befohlen. Unser Zugführer, Major B., hatte die Idee oder die Anweisung, ich glaube eher letzteres, mit uns "etwas besonderes" zu machen. Und so hatte er sich für fast alle aus unserem Zug einen persönlichen Gruß der Familie auf Kassette gesprochen schicken lassen nebst einem Geschenk und zur Überreichung dieses Geschenks wurde der Gruß dann abgespielt. Himmel hilf, war das schlimm! Diese Erfahrung hat dafür gesorgt, dass ich als Polit, trotz klarer Weisungen seitens der Politabteilung, solchen Quatsch nicht durchgeführt habe.

Meine Mutter hatte einen Gruß aufgesprochen, wahrscheinlich ohne zu ahnen, dass dieser öffentlich abgespielt wurde. Und so befand sich darin eine Botschaft, die mir seltsame Blicke einbrachte. Sie lautete: "Und wenn Du zu Silvester zuhause bist, dann machen wir auch wieder Kleine-Kleine". Ach Du Sch***, welche interpretationsspielräume ließ das denn zu? Nicht, dass ich mich meiner Mutter geschämt hätte, aber das war die Schmerzgrenze. Der Spruch "machen wir Kleine-Kleine" stammte von einem sowjetischen Ballettspezialisten an Mütterchens Schule, der nicht allzuviel Deutsch konnte, aber hin und wieder die Kolleginnen und Kollegen zu einem Wodka einlud. Und das tat er dann mit diesen Worten.

Nach der "ergreifenden" Weihnachtsfeier, die auch andere mit rotem Kopf verlassen hatten, ging ich auf unsere Bude, an meinen Spind und kramte eine gut versteckte Flasche hervor. Ich öffnete sie, nahm einen kräftigen Zug und musste feststellen, dass nun Weihnachten richtig versaut war. Jemand hatte mir kurz vor Weihnachten eine Flasche "Falkner" Whisky geschenkt, die ich in die EInheit geschmuggelt hatte, und dieser Flasche bzw. noch mehr ihrem Inhalt hatte es nicht gut getan, dass mein Spind nahe an der Heizung stand.

ciao Rainman



Tja Rainman...

mit "Falkner"haette man auch ganze Landstriche ausrotten koennen..wenn man gewollt haette.
Besser "Diesen"als Nix war wohl eher die Devise.
Schoener Fred...was macht ein "Soldat"zu Weihnachten oder Sylvester......

Wie schoen das die im warmen Regiment Sitzenden,alle 2 Stunden angerufen wurden,damit Sie wussten die Jungs sind noch da...und die Jungs riefen puenktlich alle zwei Stunden an um zu vermeiden das irgend eine A Gruppe auch noch das "Fest"versaut wird.
Fuer die Feiertage gabs eine extra Parole,weit entfernt vom alltaeglichen Ort und Nummer!
Manchmal gabs auch en OvD der eigentlich nicht so richtig wusste oder wissen wollte, warum ruft dieser "Deppe"mitten inne Nacht hier an,watt will der ueberhaupt...echt...manchmal dachten wir ,man haette Jemanden geweckt und das "Anliegen"Hallo wir sind alle noch da..kam nicht so richtig rueber.

Weniger schoen die totale Einsmkeit,die Wenigen der Truppe mir Familie und Kind wollten Weihnachten daheim sein,jojo machen wir schon und watt macht man denn die janze Nacht hindurch....?
Zum einen musst damit rechnen,das ein Vollhirn von Offz.zur Kontrolle erscheint...na wenn schon,spaetestens wenn Der in den Lauf einer AK guckt und wie ein Loeschblatt flach auf dem Beton liegt,wird Ihm einfallen ...wie bloede seine Idee den Berg zu kontrolilieren eigentlich war.
Nicht zu letzt musste man auch noch das Haus verlassen um den GK Gliederkessel am Laufen(sprich Kohleheizung) zu halen,
Also AK unterladen...freundlichst die Duere offnen und bereit sein einem kontrollierenden Vollhirn mal richtig Beeescheid zu geben.

Nach einigen Schaufeln.... mal mehr oder weniger nasser Braunkohlenbriketts die Heizungsbude wieder verlassen und gucken das der oder die zwei restlichen Kameraden sicher schlafen.
Morgen wuerden Der oder Die es fuer Dich tun...Deinen Schlaf bewachen..und dett Allett nur...weil dieses Politiker Gesindel nicht in der Lage war...vielleicht mal im Fernsehen oeffentlich zu sagen Weihnachten und Sylvester machen wir Keen Kriech......

Naja ziehmlich abgefuckt diese Zeit!

Wer heute Fehler findet kann die gern behalten.

Gruessli BO


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#8

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 22.12.2012 10:29
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Mein Weihnachten in der GAK 66/67 war ziemlich unspektakulär. Es gab Glühwein ( 1 Eimer Wasser, 1 Flasche Glühwein, 1 kg Nelken, etwa in der Art).
Die zweite Weihnacht dann an der Grenze kann ich gar nicht mal sagen, was da war. Wir waren draußen, aber es war nicht anders als sonst und es gab nichts, was sich in´s Langzeitgedächtnis abgespeichert hat. Dann schon eher eine Woche später Silvester. Da hatte ich Nachtschicht in einem Nachbarabschnitt.



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#9

RE: Weihnachten als einfacher Soldat bei der NVA

in Leben in der DDR 22.12.2012 16:17
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Unbestritten war es für den Soldaten schwer die Feiertage nicht im Kreis seiner Lieben zu verbringen. Noch schwerer war es für die zur Grenzsicherung eingesetzten Kräfte, wenn aus dem grenznahem Raum Glockengeläut erschallte oder man sich bewußt war, dass zu Neujahr sich die Familie,die Freunde und Bekannten sich gegenseitig Neujahrswünsche austauschten......................In diesen Momenten kam echt Heimweh auf, welches sogar ich als Berufssoldat nachvollziehen konnte.
Leider wurde durch die einzelnen Kommandeure wärend meiner Dienstzeit die "Sache" Weihnachten und Silvester unterschiedlich gehändelt. Mein erster KC Oblt. S. und sein Politstellvertreter Oblt. V. haben sich noch wirkliche Mühe gegeben auch für die Soldaten Weihnachten und Jahresendfeier angenehm zu gestalten. Der Speiseplan wurde trotz finanzieller Begrenzungen der Verpflegungsnormen aufgestockt. Auf den Unterkünften durften unter Einhaltung der "Gefechtsbereitschaft" Weihnachtsbäume aufgestellt und geschmückt werden. Kurz vor 18:00 Uhr erschienen KC und StKCPA in der Kompanie und überreichten persönlich jedem anwesenden Soldaten und Unteroffizier (auch den Berufssoldaten) ein kleines Weihnachtspäckchen. Anschließend fuhren der KC (i.d.R.) und der Techniker in den Abschnitt und übergaben auch dort kleine Weihnachtsgrüße. Selbst die im Hinterland agierenden Kräfte (GAKl) wurden zu einem bestimmten PP befohlen und erhielten gleichfalls ihr "Weihnachtsgeschenk". In der Kompanie selber, wurde durch das Sendekollektiv eine anspruchsvolle Sendung gestaltet. Das liebevoll gestaltete Abendessen wurde gemeinsam durch die anwesenden Soldaten eingenommen. Im IMEX Kocher wurde ein Glühweinersatz (Alkoholfrei) zu bereitet und verbreitete den Duft nach Weihnachten. Der Clubraum war entsprechend den Feierlichkeiten durch die Soldaten (ohne Befehl) ausgestaltet. Papiertischdecken mit Weihnachtsmotiven, Teller mit Naschwerk, Weihnachtsbaum ............ alles war vorhanden.
Leider ist dieser KC zur MAK und aus unserem Polit wieder ein Ltn. (nein nicht wegen der Weihnachtsfeiern - sondern wegen einem VS Verstoß). Der dann folgende KC Hptm. M. (das schaubende Pferd) versuchte die Traditionen seines Vorgängers fortzusetzen. Dies galang jedoch mangels fehlender Ideen und Einsatzfreudigkeit des besagten Hauptmann. Da fällt mit so eine Episode ein: ich war Dh der Kompanie am Heiligabend. Nach dem gemeinsamen Abendbrot in der der GK, verabschiedete sich Hptm. M. von mir. Meine Bemerkung was die Grenzposten welche draussen sind den erhielten.........war die Antwort: Genosse Unterfeldwebel, Sie glauben doch nicht dass ich jetzt raus fahre. Wenn die Männer rein kommen, kümmern sie sich um alles.
Die Arbeit mit dem Menschen - sprich mit dem Soldaten / dem Grenzsoldaten hatte eine neue negative Qualität erreicht. Nicht mehr durchgeführt wurde das "Singen" der Patenklasse der POS Pretzier am Vormittag des vierundzwanzigsten und die kleinen Geschenke der Patenbrigade LPG (P) Binde. Dies war eine Freude für uns Soldaten - wenn auch eine kleine, aber schöne Freude.
Eine ganz neue Qualität der Führung erreichte dann KC Hptm. G.. Klein vom Wuchs, rothaarig und von Minderwertigkeitskomplexen geplagt war für diesen Weihnachten und Silvester eine dekadente Veranstaltung, welche das Klassenbewußtsein des Grenzsoldaten nur negativ beeinflussen und in der revolutionären Wachsamkeit beeinträchtigen sollten. Unterstützt wurde er in dieser Auffassung durch den StKCPA Ltn. S.. Dieser frisch von der OHS (vier Jahre)........ versuchte die ihm beigebrachte Theorie der OHS in die Praxis einer GK umzusetzen. Um es kurz zu machen......Weihnachten war in der GK Kaulitz futsch. Gemütlichkeit wurde durch Maßnahmen ersetzt, Feierlichkeiten durch Politschulung.

Fazit: die Arbeit des Menschen mit dem Menschen ist von den Kommandeurseigenschaften des militärischen Einzelleiters und dessen persönlichen Eigenschaften abhängig. Es war seine Aufgabe ein gesundes Dienstklima zu schaffen, in welchem nicht nur die Kompanieführung sondern alle Soldaten einbezogen sind.

Übrigens ........... hatte unsere Kompanie auch einen StKC. Dat war ein richtiger Mensch und Kumpel, leider wenig beachtet - da fehlende Kommandeurseigenschaften.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
Rainman2, Pitti53 und Zucki haben sich für diesen Beitrag bedankt
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