#1

Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 00:06
von Gelöschtes Mitglied
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Hier ein halbstündiger Film zu diesem Gefängnis.

http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen...mentId=12766862

"Eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte versteckt sich auf dem beschaulichen Chemnitzer Kaßberg. In unmittelbarer Nachbarschaft des beliebten Wohngebiets befindet sich das leer stehende Kaßberg-Gefängnis. Ein imposanter Bau und zugleich ein Ort nahezu unbekannter Geschichte - die Geschichte vom Menschenhandel in der SED-Diktatur."



Quelle: Text&Foto http://www.mdr.de/tv/programm/sendung200462.html

Gruß ek40


Schuddelkind und Kimble haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 07:06
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Ich habe den Bericht gesehen.33 000 Menschen wurden Verkauft.Wenn man so etwas schon schreibt kann einem schlecht werden. Menschenhandel um sich überhaupt über Wasser zu halten. Aber vieleicht haben auch hier die Zeitzeugen nicht die Wahrheit gesagt.


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#3

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 07:20
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Sklaven haben immer schon Geld gekostet. Oder man muss sie selbst fangen. Dafür gab es die Rentner gratis , gewissermaßen als Bonus.
Gab es da Preislisten nach Restwert, Gesundheitszustand,Bildung usw.? Die Preisfindungsmethode würde mich schon interessieren. Vielleicht gab es ja ein Restwertgutachten, denn man konnte ja die Ware vorher nicht anschauen.


zuletzt bearbeitet 15.12.2012 07:29 | nach oben springen

#4

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 09:23
von Gert | 12.354 Beiträge

Die Preislisten für den Menschenhandel gab es tatsächlich. Für einen Akademiker musste die Bundesrepublik mehr bezahlen als für einen Arbeiter.
Ist eigentlich aus der Sicht des Marxismus wiederum unlogisch. Der Verlust eines Arbeiters aus dem selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaates hätte eigentlich den höchsten Preis erfordert. Aber in der Praxis hielt sich die selbsternannte Arbeiter-und Bauernregierung dann doch lieber an die Gesetze der Marktwirtschaft.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#5

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 09:38
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

In dem Bericht sprachen Sie davon das der Billigste 1000.- DM kostete


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#6

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 09:47
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
sowohl die Regierung der DDR als auch die der BRD waren sich einig über die Frage "brain-drain" und volkswirtschaftlichen Wert von produktiven Menschen.

Die Schande gilt aber beiden Staaten daß sie nicht den Mut hatten Leuten die ausreisen wollten einfach zu sagen ( je nach Beruf ) wenn die BRD oder eine privater Gönner die Ausbildungskosten an das/die DDR-Volk(swirtschaft) bezahlt darfst du sofort reisen. Der Westen verlangte erst durch staatsfeindliche Hetze oder konkrete Republikfluchtvorbereitung sich in der DDR strafverurteilen zu lassen und DANACH zu kaufen.



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#7

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 10:00
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Für polnische Akademiker gab es meines Wissens nach solch eine Regelung. Wer offiziell in den Westen ausreisen wollte, musste seine Studiengebühren bezahlen und konnte dann ausreisen.


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#8

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 10:12
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #4
Die Preislisten für den Menschenhandel gab es tatsächlich. Für einen Akademiker musste die Bundesrepublik mehr bezahlen als für einen Arbeiter.
Ist eigentlich aus der Sicht des Marxismus wiederum unlogisch. Der Verlust eines Arbeiters aus dem selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaates hätte eigentlich den höchsten Preis erfordert. Aber in der Praxis hielt sich die selbsternannte Arbeiter-und Bauernregierung dann doch lieber an die Gesetze der Marktwirtschaft.




Es ist nicht unlogisch!
Ein gut ausgebildeter Sklave kostete auch früher mehr wie ein einfacher "Arbeiter".
In die Ausbildung eines Arztes zum Beispiel "investierte" der "Besitzer" wohl 250.000 bis 300.000 Mark, in einen normalen Industriearbeiter vielleicht 30.000 Mark.
Ist doch klar das der "Besitzer" bei einfacher Kosten/Nutzen Rechnung mindestens seine Aufwendungen wieder haben wollte.
Unterm Strich sind doch beide Seiten zufrieden aus dem Geschäft gegangen.......
Und das gehandelte Objekt durfte sich anschließend an der heiß ersehnten Freiheit erfreuen .......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#9

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 11:41
von Kimble | 397 Beiträge

So wie du es siehst hat es für mich ein Geschmäckle von Viehhandel. So denken Pferdehändler.

Das Geld wurde doch nur genommen, weil dafür jemand bereit war zu bezahlen. Aus Steuermitteln !

Ohne jetzt danach zu goockeln, ich wette, dass die DDR für Übersiedler in die andere Richtung (von West nach Ost) gar nichts bezahlt hat.
In der Beziehung waren sie pure Kapitalisten, alles mitnehmen was geht. Ohne Moral und Menschlichkeit.

Das ist so wie mit den Handelsbeziehungen mit dem Westen. Die Betriebe die da mitmischen durften waren wichtig.
Und wann immer dort irgendwo der Begriff "Handel mit dem NSW" auftauchte,
hebte sich gleich die Stimme um mehrere Oktaven und die Betreffenden bekamen leicht glänzende Augen.
Da ging es nur um's Geschäft. Kein Unterschied zu den Häftlingsverkäufen.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 18:31
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #9

Ohne jetzt danach zu goockeln, ich wette, dass die DDR für Übersiedler in die andere Richtung (von West nach Ost) gar nichts bezahlt hat.




Richtig, und der Grund? In die andere Richtung wechselten Leute nur aus Überzeugung ohne Aussicht auf materiellen Gewinn. Von daher waren es so wenige daß die BRD keine Notwendigkeit sah die wenigen nicht ziehen zu lassen, also keine Reise- oder Übersiedlungsbeschränkungen.



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#11

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 20:30
von passport | 2.627 Beiträge

Absender: SET800

Richtig, und der Grund? In die andere Richtung wechselten Leute nur aus Überzeugung ohne Aussicht auf materiellen Gewinn. Von daher waren es so wenige daß die BRD keine Notwendigkeit sah die wenigen nicht ziehen zu lassen, also keine Reise- oder Übersiedlungsbeschränkungen.



Auswanderung in die DDR
Rudolf Stumberger 11.11.2009
Kaum erforscht: Die Übersiedelung vom Westen und aus der Schweiz in die DDR
Unter Systemwechsel können sich heute viele nur die Wahl zwischen Mac und PC vorstellen. Vor 20 Jahren und zuvor war dies auch möglich, wenn man in Berlin die U-Bahn Richtung Friedrichstraße nahm. Wenn dieser Tage die Erinnerungsfeiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls abgehalten werden, geht es um Abwanderung und um Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Ein vergessenes Kapitel der Geschichte ist dabei, dass es auch eine Gegenbewegung gab: Menschen, die Westdeutschland den Rücken kehrten und in die DDR übersiedelten. "Es ist bis heute kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen, dass die deutsch-deutsche Migration zwischen der Bundesrepublik und der DDR ein Massenphänomen war, das beide Richtungen betraf", schreibt dazu die Historikerin Andrea Schmelz[1]. Mehr als eine halbe Million Menschen siedelten innerhalb von 40 Jahren vom Westen um in den Osten des geteilten Landes. Und auch eine Gruppe Schweizer emigrierte in die DDR.

Es waren ein bisschen mehr als gedacht !


passport


zuletzt bearbeitet 15.12.2012 20:31 | nach oben springen

#12

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 20:34
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #8
Zitat von Gert im Beitrag #4
Die Preislisten für den Menschenhandel gab es tatsächlich. Für einen Akademiker musste die Bundesrepublik mehr bezahlen als für einen Arbeiter.
Ist eigentlich aus der Sicht des Marxismus wiederum unlogisch. Der Verlust eines Arbeiters aus dem selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaates hätte eigentlich den höchsten Preis erfordert. Aber in der Praxis hielt sich die selbsternannte Arbeiter-und Bauernregierung dann doch lieber an die Gesetze der Marktwirtschaft.




Es ist nicht unlogisch!
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In die Ausbildung eines Arztes zum Beispiel "investierte" der "Besitzer" wohl 250.000 bis 300.000 Mark, in einen normalen Industriearbeiter vielleicht 30.000 Mark.
Ist doch klar das der "Besitzer" bei einfacher Kosten/Nutzen Rechnung mindestens seine Aufwendungen wieder haben wollte.
Unterm Strich sind doch beide Seiten zufrieden aus dem Geschäft gegangen.......
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Gruß
Nostalgiker


Du hast meine Ironie bei dem Logikansatz des Arbeiter - und Bauern Staates nicht verstanden.


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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#13

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 20:47
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #10
Zitat von Kimble im Beitrag #9

Ohne jetzt danach zu goockeln, ich wette, dass die DDR für Übersiedler in die andere Richtung (von West nach Ost) gar nichts bezahlt hat.




Richtig, und der Grund? In die andere Richtung wechselten Leute nur aus Überzeugung ohne Aussicht auf materiellen Gewinn. Von daher waren es so wenige daß die BRD keine Notwendigkeit sah die wenigen nicht ziehen zu lassen, also keine Reise- oder Übersiedlungsbeschränkungen.


wer freiwillig ins Gefängnis geht, den muss man auf seinen Geisteszustand untersuchen. Ich habe, als ich noch dort lebte, 2 Menschen aus dem anderen Teil D's kennengelernt. Einer war aus Bayern ein Arbeitskollege. Die Frage warum er in die DDR gekommen ist, wurde nur mit ausweichenden Antworten bedacht. Man kann sich alles denken. Ein anderer, Hausbewohner an meiner letzten DDR Anschrift kam aus dem Rheinland. Im Rheinland hatte er als Fussbodenleger gearbeitet. Es ging das Gerücht um, er wurde im Westen gesucht entweder wegen Straftaten oder vom Gerichtsvollzieher.
Letztlich hatte ich 1964 kurz vor meiner Entlassung aus der GBK Küste in der Lübecker Bucht während einer Grenzstreife meine erste und einzige Festnahme am Drahtzaun. Als ich den Mann, der sich widerstandslos festnehmen liess, durchsuchte, hatte er einen westdeutschen Führerschein bei sich. Auf meine Frage, wie er an diesen kam, sagte er, dass er aus Hannover kurz vor dem Mauerbau nach Leipzig ging der Liebe wegen. Das war 1964 offenbar zu Ende und er wollte zurück nach Hannover.



edit Fehler


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zuletzt bearbeitet 15.12.2012 20:53 | nach oben springen

#14

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 20:54
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #11
Absender: SET800

Richtig, und der Grund? In die andere Richtung wechselten Leute nur aus Überzeugung ohne Aussicht auf materiellen Gewinn. Von daher waren es so wenige daß die BRD keine Notwendigkeit sah die wenigen nicht ziehen zu lassen, also keine Reise- oder Übersiedlungsbeschränkungen.



Auswanderung in die DDR
Rudolf Stumberger 11.11.2009
Kaum erforscht: Die Übersiedelung vom Westen und aus der Schweiz in die DDR
Unter Systemwechsel können sich heute viele nur die Wahl zwischen Mac und PC vorstellen. Vor 20 Jahren und zuvor war dies auch möglich, wenn man in Berlin die U-Bahn Richtung Friedrichstraße nahm. Wenn dieser Tage die Erinnerungsfeiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls abgehalten werden, geht es um Abwanderung und um Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Ein vergessenes Kapitel der Geschichte ist dabei, dass es auch eine Gegenbewegung gab: Menschen, die Westdeutschland den Rücken kehrten und in die DDR übersiedelten. "Es ist bis heute kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen, dass die deutsch-deutsche Migration zwischen der Bundesrepublik und der DDR ein Massenphänomen war, das beide Richtungen betraf", schreibt dazu die Historikerin Andrea Schmelz[1]. Mehr als eine halbe Million Menschen siedelten innerhalb von 40 Jahren vom Westen um in den Osten des geteilten Landes. Und auch eine Gruppe Schweizer emigrierte in die DDR.

Es waren ein bisschen mehr als gedacht !


passport


Das war aber zum größten Teil vor dem Mauerbau. 2/3 waren DDR-Rückkehrer, die im Westen nicht zurecht kamen. Die 30Schweizer waren Mitglieder der Schweizer Kommunistischen Partei. Einen Schub junger Leute aus dem Westen gab es, als die Wehrpflicht in der BRD eingeführt wurde und da einige keinen Bock aufs Militär hatten.
Mein Vater hat Ende der 50er in Eisenach im Aufnahmeheim gearbeitet. Da gab es Typen die sind nur hin-und her gependelt. Die wollte weder der Osten noch der Westen haben. Die wurden dann wieder unter Zwang in den Zug gesetzt und Richtung Westen ausgewiesen.


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#15

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 22:30
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #13
Zitat von SET800 im Beitrag #10
Zitat von Kimble im Beitrag #9

Ohne jetzt danach zu goockeln, ich wette, dass die DDR für Übersiedler in die andere Richtung (von West nach Ost) gar nichts bezahlt hat.




Richtig, und der Grund? In die andere Richtung wechselten Leute nur aus Überzeugung ohne Aussicht auf materiellen Gewinn. Von daher waren es so wenige daß die BRD keine Notwendigkeit sah die wenigen nicht ziehen zu lassen, also keine Reise- oder Übersiedlungsbeschränkungen.


wer freiwillig ins Gefängnis geht, den muss man auf seinen Geisteszustand untersuchen. Ich habe, als ich noch dort lebte, 2 Menschen aus dem anderen Teil D's kennengelernt. Einer war aus Bayern ein Arbeitskollege. Die Frage warum er in die DDR gekommen ist, wurde nur mit ausweichenden Antworten bedacht. Man kann sich alles denken. Ein anderer, Hausbewohner an meiner letzten DDR Anschrift kam aus dem Rheinland. Im Rheinland hatte er als Fussbodenleger gearbeitet. Es ging das Gerücht um, er wurde im Westen gesucht entweder wegen Straftaten oder vom Gerichtsvollzieher.
Letztlich hatte ich 1964 kurz vor meiner Entlassung aus der GBK Küste in der Lübecker Bucht während einer Grenzstreife meine erste und einzige Festnahme am Drahtzaun. Als ich den Mann, der sich widerstandslos festnehmen liess, durchsuchte, hatte er einen westdeutschen Führerschein bei sich. Auf meine Frage, wie er an diesen kam, sagte er, dass er aus Hannover kurz vor dem Mauerbau nach Leipzig ging der Liebe wegen. Das war 1964 offenbar zu Ende und er wollte zurück nach Hannover.



edit Fehler


geisteszustand ! ich habe mal gelesen das es menschen geben soll die im angesicht ihrer ausweglosigkeit keinen anderen weg finden , als straftaten zu begehen um in's gefängniss zu kommen !! ( sicheres dach und immer genug zu essen im 'heute' ) !!!
aber hier ist natürlich , auch von dir nicht's anderes zu erwarten, das gefängniss ddr gemeint !
ich habe den größten teil meines daseins in der ddr gelebt und erlebt ! hatte eine wohlbehütete kindheit und jugend, viele positive errinnerungen!
( ferienlager , kuren ect. ) politik hin oder her ich hatte eine glückliche vergangenheit und das ohne krieg und repressallien !! dafür bin ich auch dankbar !!! wie sieht das heute aus ? muß ich meinen kindern das 'kämpfen' beibringen um sich durchzusetzen in einer gesellschaft wo nur das geld wichtig ist ?? viele schimpfen über die ddr und ihre beführworter aber wie sieht es denn heute aus ? schimpfen da nicht viel mehr über die 'jetzige' !!!???



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#16

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 23:46
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #2
Ich habe den Bericht gesehen.33 000 Menschen wurden Verkauft.Wenn man so etwas schon schreibt kann einem schlecht werden.


Wenn man nur daran denkt das es jemanden gegeben hat der Menschen kauft, ja Pit da kann einem schlecht werden!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#17

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 23:49
von Kimble | 397 Beiträge

Um mal wieder etwas zum Thema zurück zu kommen, danke nochmal an ek40 für den Link !
Jahrelange Haftstrafen für Wandschmierereien, ich fasse es nicht !
Habe mir den Film von Anfang bis Ende angesehen. Es waren ja auch einige Bilder vom Notaufnahmelager Gießen dabei.

Man, da kommen schon Erinnerungen wieder hoch. Ich war 1985 dort, allerdings nach gelungener Flucht.
Dort habe ich auch die Busse mit den Freigekauften auf dem Hof gesehen.
Also besonder aufgepäppelt fand ich die nicht. Man konnte durchaus sehen, dass die nicht frisch aus dem Urlaub gekommen waren.
An Frauen unter den Freigekauften kann ich mich gar nicht erinnern.
So wie ich es in Erinnerung habe, wurden die Freigekauften separat als Gruppe im Notaufnahmelager betreut.
Die waren am Abend auch viel lieber in der Lagerkneipe da gleich links vom Speisesaal.
Ist ja auch verständlich, die hatten ja auch Nachholbedarf.

Überfüllt war das Lager aber durch die ankommenden Busse nicht, es war zu etwa 80 Prozent belegt so schätze ich.
2 Stunden Anstehen bis zum Mittagessen habe ich dort auch nie selbst erlebt.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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#18

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 15.12.2012 23:56
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #16
Zitat von Pit 59 im Beitrag #2
Ich habe den Bericht gesehen.33 000 Menschen wurden Verkauft.Wenn man so etwas schon schreibt kann einem schlecht werden.


Wenn man nur daran denkt das es jemanden gegeben hat der Menschen kauft, ja Pit da kann einem schlecht werden!

man kann selbstverständlich Wörter vertauschen, damit ein anderer Sinn entsteht.


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#19

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 16.12.2012 00:55
von Grenzverletzerin (gelöscht)
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Und was für ein netter Nebeneffekt für die DDR...saß doch in fast jeder "Busladung" ein echter Krimineller.


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#20

RE: Vom Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis in den Westen

in DDR Staat und Regime 16.12.2012 09:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich vermute die DDR hatte keine Mittel um neue Gefängnisse in Größenordnungen zu bauen weil die im Wohnungsbauprogramm gebunden waren und um den "Durchlauf" sicherzustellen wurde der "Überschuss" an den Klasssenfeind abgegeben.
Und weil E.H. in Helsinki dummerweise nun unbedingt mal neben dem Ford Gerald sitzen wollte fielen die preiswerteren Unterbringungsalternativen auch noch aus.


zuletzt bearbeitet 16.12.2012 10:02 | nach oben springen



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