#21

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:10
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #20
Zitat von Stabsfähnrich im Beitrag #12
Zitat von Mike59 im Beitrag #6
Ab Pkt. 7 sind wir wohl einer Meinung @ WM das davor entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich verachte das Offizierskorps der NVA (spez. das der GT) Ja, ist differenziert zu sehen - keine Frage! Und ich rede hier auch nicht von einem ZF oder KC. Ich sehe es noch genau vor mir wie sich die Chargen beider Seiten in den Armen lagen und wie Brüder feierten. 24h vorher wäre mir von den gleichen Leuten der Allerwerteste aufgerissen worden.

Nein Danke - passiert mir nicht noch ein mal.

Mike59


Jawohl, jeder Angehörige der bewaffneten Organe der DDR hat ab November 1989 die Sprachlosigkeit der bis dahin hochgelobten Führungsstäbe erlebt. Auf Fragen der Unterstellten konnten die vorgesetzten Stäbe keine Antwort geben. Diese Sprachlosigkeit und fehlendes Handeln zog sich dann bis zum Oktober 1990 hin.
Es ist traurig zu erfahren, dass gerade die Personen aus den ehemaligen Führungsstäben der NVA Legenden gebildet haben, welche damals ihre Truppe im Stich gelassen haben. Zahlreiche Bücher dieses Personenkreises beweist dies. Und was noch schlimmer ist, dass jeder welcher gegen diese Legenden aufmüpfig wird, sofort als Verräter gebrandmarkt wird. Es wird teilweise der Anspruch durch eine alt Männerriege aus dem kreis Strausberg erhoben, dass durch diese die Geschehnisse versuchten zu beeinflussen, jedoch an besagtem "Eppelmann" scheiterten.
Wenn sich heute besagter Personenkreis zu Versammlungen trifft, Verbände und Vereinigungen gründet - so dies nicht um die Geschichte objektiv auf zu arbeiten sondern um sich im eigenen Licht zu spiegeln. Angebliche Vertretungen der Interessen aller ehemaligen Soldaten aus dem Kreis der ehemaligen Führungsstäbe gibt es nicht und wird es auch nicht geben.
Es wirdf wirklich Zeit, dass mal mit diesen Legenden von Krenz, Strelitz und Co aufgeräumt wird. Und der @Weichmolch hat ein Zeichen gesetzt.



Nur mal als Hinweis.
Krenz,Keßler, Streletz,Baumgarten ,Stechbarth und Reinhold waren schon längst nicht mehr im Amt, als Eppelmann im Amt war.

Und es gibt doch verschiedene Verbände wo viele organisiert sind, vom Zivilisten, über den Soldaten bis zum General. Siehe z.B. den -man kann nun drüber denken wie man möchte - der Traditionsverband der NVA.

An welche Bücher denkst Du denn ?



Aus gutem Grund bin ich in keinem dieser Vereine


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#22

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:18
von utkieker | 2.926 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #1

[......]Legende 9: Gorbatschow und die Präsenz der Westmedien verhinderten im Oktober/November 1989 den Einsatz der NVA und einen Bürgerkrieg.

Falsch: Dass die NVA nicht mit Waffen eingriff und auch die Sicherheitskräfte nicht von der Schusswaffe Gebrauch machten, liegt nicht an Gorbatschow oder an der Präsenz des Westfernsehens. Die Befehlslage und die Äußerungen auf russischer Seite waren völlig widersprüchlich. Es waren Honecker, Streletz, Krenz und Herger, die den Schusswaffengebrauch ausdrücklich untersagten bzw. das auch durchsetzten. Und die Journalisten der Westmedien hätte man bei Ausrufung des Ausnahmezustandes in ihrer Bewegungsfreiheit so eingeschränkt, dass eine einflussnehmende Berichterstattung nicht mehr möglich gewesen wäre. Wenn man schon entschlossen gewesen wäre, eine gewaltsame Lösung zu favorisieren, hätte man sich auch nicht von der Präsenz der Westmedien beeindrucken lassen[......]


Total Falsch:
Daß die NVA nicht mit Waffen eingriff, liegt an der mangelnden Bereitschaft der kaserniert untergebrachten Truppen gegen das Volk vorzugehen. Gleiches gilt auch für die kasernierten Sicherheitskräfte der Bereitschaftspolizei und des Wachregiments des MfS. Krenz hatte noch im Frühjahr der Pekinger Führung Applaus gezollt für die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in China.
Eine Meuterei in den Truppen, wäre für die Partei- und Staatsführung ein wesentlich größeres Risiko als friedliche Demonstranten in Berlin oder Leipzig. Auch ein Militärputsch gegen die senile Obrigkeit wäre denkbar, hätte aber die Präsenz der Sowjetarmee zur Folge gehabt. In einem gebe ich dir Recht, bei der Durchsetzung einer gewaltsamen Lösung hätte man sich von der Präsenz von Westmedien wenig beeindrucken lassen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#23

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:23
von Weichmolch (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #20

Und es gibt doch verschiedene Verbände wo viele organisiert sind, vom Zivilisten, über den Soldaten bis zum General. Siehe z.B. den -man kann nun drüber denken wie man möchte - der Traditionsverband der NVA.



Den hätte man gern. Es ist der Traditionsverband NVA e.V. (ohne der)

Weichmolch


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#24

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:28
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #16
Ich habe ehemalige Berufssoldaten der ehem. NVA bzw. GT sowieso kennengelernt, die aus charakterlichen Gründen, die ihnen grundgesetzlich zustanden, die Idee einer evtl. Übernahme zur BW abgelehnt haben.
Ich meine, auch eine ehrenhafte Haltung.
Ohne mich mit den Biografien dieser Leute identifizieren zu wollen, warum wurden und z.T. noch werden sie versorgungstechnisch benachteiligt gegenüber damalig ehemaligen A. der Wehrmacht damals in der BRD und ggf. noch heute??
Soll keine Gleichstellung der Systeme sein!
Sprich Anerkennung von Dienstjahren, Dienstgrad und Dienststellung?

Für meine Kritiker: Das ist kein Schmusekurs in diesem Forum, sondern ehrlich gefragt?

VG Ex-Huf


Das deutsche Reich war ein Staat, also hatte die Bundesrepublik alle Nachfolgeverpflichtungen für die Wehrmachtssoldaten zu übernehmen. Für die Betroffenen sicher ein Glücksfall, dass wenigstens einer der Nachfolgestaaten das übernahm, denn die DDR lehnte ja jede Verantwortung für das deutsche Reich ab.
Der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetz ist völlig anders gelagert. Ich kenne die Details nicht, aber das ist sicher im Beitrittsvertrag geregelt. Die Berufssoldaten der NVA bekommen ja auch ihre Rentenansprüche angerechnet gemäß ihrer Vita, wie jeder andere DDR Bürger. Das hat nichts mit Wehrmachtsangehörigen zu tun ode ris tnicht vergleichbar, so meine ich. Aber ich bin kein Rentenexperte.
Eine Ausnahme gibt es wohl, wenn ich richtig informiert bin, für Angehörige des MfS. Die bekommen ihre DDR Zusatzversorgung nicht in vollem Umfang angerechnet, sondern in gekürzter Form. Das ist eine politische Entscheidung, die von den Verhandlungsführern der letzten DDR Regierung gefordert wurde. Nun kann man darüber streiten, ob das gut ist. Die Opfer dieses Vereins werden das bejahen, die Angehörigen natürlich nicht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 09.12.2012 19:28 | nach oben springen

#25

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:47
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #17
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #16
Ich habe ehemalige Berufssoldaten der ehem. NVA bzw. GT sowieso kennengelernt, die aus charakterlichen Gründen, die ihnen grundgesetzlich zustanden, die Idee einer evtl. Übernahme zur BW abgelehnt haben.
Ich meine, auch eine ehrenhafte Haltung.
Ohne mich mit den Biografien dieser Leute identifizieren zu wollen, warum wurden und z.T. noch werden sie versorgungstechnisch benachteiligt gegenüber damalig ehemaligen A. der Wehrmacht damals in der BRD und ggf. noch heute??
Soll keine Gleichstellung der Systeme sein!
Sprich Anerkennung von Dienstjahren, Dienstgrad und Dienststellung?

Für meine Kritiker: Das ist kein Schmusekurs in diesem Forum, sondern ehrlich gefragt?

VG Ex-Huf


Ganz einfache Antwort Huf:

Es ist politisch so gewollt!!!



Und das und zahlreiche andere Erniedrigungen, nicht nur beim Militär, sind für mich ein Zeichen dafür, daß es keine Wiedervereinigung auf Augenhöhe war, sondern eine Art Vereinnahmung und der ostdeutsche Michel hat euphorisch gejubelt, bis er selbst merkte, wie seine eigene bisherige Leistung, sein fachliches Können und seine Biographie kleingeredet wurden.



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#26

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:49
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #24
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #16
Ich habe ehemalige Berufssoldaten der ehem. NVA bzw. GT sowieso kennengelernt, die aus charakterlichen Gründen, die ihnen grundgesetzlich zustanden, die Idee einer evtl. Übernahme zur BW abgelehnt haben.
Ich meine, auch eine ehrenhafte Haltung.
Ohne mich mit den Biografien dieser Leute identifizieren zu wollen, warum wurden und z.T. noch werden sie versorgungstechnisch benachteiligt gegenüber damalig ehemaligen A. der Wehrmacht damals in der BRD und ggf. noch heute??
Soll keine Gleichstellung der Systeme sein!
Sprich Anerkennung von Dienstjahren, Dienstgrad und Dienststellung?

Für meine Kritiker: Das ist kein Schmusekurs in diesem Forum, sondern ehrlich gefragt?

VG Ex-Huf


Das deutsche Reich war ein Staat, also hatte die Bundesrepublik alle Nachfolgeverpflichtungen für die Wehrmachtssoldaten zu übernehmen. Für die Betroffenen sicher ein Glücksfall, dass wenigstens einer der Nachfolgestaaten das übernahm, denn die DDR lehnte ja jede Verantwortung für das deutsche Reich ab.
Der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetz ist völlig anders gelagert. Ich kenne die Details nicht, aber das ist sicher im Beitrittsvertrag geregelt. Die Berufssoldaten der NVA bekommen ja auch ihre Rentenansprüche angerechnet gemäß ihrer Vita, wie jeder andere DDR Bürger. Das hat nichts mit Wehrmachtsangehörigen zu tun ode ris tnicht vergleichbar, so meine ich. Aber ich bin kein Rentenexperte.
Eine Ausnahme gibt es wohl, wenn ich richtig informiert bin, für Angehörige des MfS. Die bekommen ihre DDR Zusatzversorgung nicht in vollem Umfang angerechnet, sondern in gekürzter Form. Das ist eine politische Entscheidung, die von den Verhandlungsführern der letzten DDR Regierung gefordert wurde. Nun kann man darüber streiten, ob das gut ist. Die Opfer dieses Vereins werden das bejahen, die Angehörigen natürlich nicht.




Gert, Du kennst mich als uneingeschränkten Befürworter der Deutschen Einheit.
Mit dem Beitritt der Länder der ehem. DDR zum Geltungsbereich des GG der Bundesrepublik wurde die vereinigte BRD auch der Rechtsnachfolger des Staates DDR. Das ist sicher.
Der Umgang mit ehemals DDR-systemnahen Einrichtungen war aber schon im Einigungsvertrag geregelt worden, soll heißen, die letzten Mächtigen der DDR konnten über deren Wohl und Wehe in der Zukunft bestimmen, so ehrlich müssen wir sein!
Und darin liegt wohl auch die Kritik der Betroffenen.
Wir müssen hier nicht unbedingt diskutieren, ob das gut oder schlecht ist, aber wegen der Gerechtigkeit muss auch diese Wahrheit von allen getragen werden.
Selbst betroffen heißt dies für mich, dass bei meiner Kontenklärung seitens der Rentenversicherung nur eineinhalb Jahre Beitragszahlung von meinen drei Jahren bei den GT anerkannt werden, mir tut es nicht weh, aber damals langgedienten Leuten schon. Nur darum geht es.
Und wir alle wissen, es war nicht nur Zufall oder freie Selbstbestimmung, auf welcher Seite wir damals gelebt haben.

VG Ex-Huf


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#27

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.12.2012 19:51
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #23
Zitat von Alfred im Beitrag #20

Und es gibt doch verschiedene Verbände wo viele organisiert sind, vom Zivilisten, über den Soldaten bis zum General. Siehe z.B. den -man kann nun drüber denken wie man möchte - der Traditionsverband der NVA.



Den hätte man gern. Es ist der Traditionsverband NVA e.V. (ohne der)

Weichmolch



Alle Ehre dem Verein - Die Zukunft wird zeigen was aus Ihm wird. Die NVA war eine Truppe der allerhöchstem Respekt zukommt. Negatives immer nur an einzelnen Entgleisungen fest zu machen sollte man überdenken.

Mike59


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#28

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 07:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wenn das Offizierscorps der NVA was hätte für die Erhaltung der DDR tun wollen, dann hätte es mal lieber das Politbüro nebst E.H., also die wahren Totengräber des DDR-Sozialismus, ab 1986 zum Teufel jagen sollen und die Bevölkerung der DDR wäre sicherlich dahintergestanden.
89/90 gab es nichts mehr an Status Quo zu verteidigen, da war der Ofen einfach aus.


zuletzt bearbeitet 10.12.2012 07:47 | nach oben springen

#29

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 08:18
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat
Legende 8: Die NVA kann in die Deutsche Einheit den Gewaltverzicht und die Tatsache einbringen, dass sie als erste deutsche Armee nicht in einem Krieg gekämpft hat. Die NVA war eine Art pazifistische Pfadfindertruppe, die von Abrüstungsoffizieren geführt wurde.

Falsch: Die NVA war die kampfstärkste Truppe im WP nach der Sowjetarmee. Es war in der Tat eine politische, eine Parteiarmee. Wer das leugnet, hat keine Ahnung oder lügt. Die Armee wäre in den Krieg gezogen und hätte auch im Innern geschossen, wenn es befohlen worden wäre. Das Verdienst liegt im politisch befohlenen Verzicht auf den Schusswaffeneinsatz im Innern vor dem 7. Oktober.


Legende 9: Gorbatschow und die Präsenz der Westmedien verhinderten im Oktober/November 1989 den Einsatz der NVA und einen Bürgerkrieg.

Falsch: Dass die NVA nicht mit Waffen eingriff und auch die Sicherheitskräfte nicht von der Schusswaffe Gebrauch machten, liegt nicht an Gorbatschow oder an der Präsenz des Westfernsehens. Die Befehlslage und die Äußerungen auf russischer Seite waren völlig widersprüchlich. Es waren Honecker, Streletz, Krenz und Herger, die den Schusswaffengebrauch ausdrücklich untersagten bzw. das auch durchsetzten. Und die Journalisten der Westmedien hätte man bei Ausrufung des Ausnahmezustandes in ihrer Bewegungsfreiheit so eingeschränkt, dass eine einflussnehmende Berichterstattung nicht mehr möglich gewesen wäre. Wenn man schon entschlossen gewesen wäre, eine gewaltsame Lösung zu favorisieren, hätte man sich auch nicht von der Präsenz der Westmedien beeindrucken lassen.




Wenn eine Politische Führung im Land keinen "PLAN" und keine echte Alternative (auch monetär u. wirtschaftlich) mehr hat, keine Unterstützung des wichtigsten Verbündeten und somit der Lage stets nur hinterher hechelt bzw. von ihr getrieben wird, dann kann man von einer politisch geführten Armee kaum mehr erwarten. Die Entscheidungen waren längst an anderen Tischen bei Wodka und Whiskey gefallen, wogegen sich E.H. bis zuletzt sträubte und hoffte seinen eigenen Deal zu machen (der Zug war allerdings längst abgefahren). Der grosse Bruder hatte nämlich etwas andere Vorstellungen um seine eigene Haut zu retten.


zuletzt bearbeitet 10.12.2012 09:41 | nach oben springen

#30

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:07
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo miteinander,

ich mag mich nicht zu allen Thesen äussern und ich war auch nie Berufssoldat.
Den bitteren Beigeschmack, wie viele NVA-Berufssoldaten hatten, als sie "gnädigerweise" in die Bundeswehr übernommen wurden, kann ich gut nachvollziehen.
Auch ich hatte mit einem zivilen Berufabschluss einen zähen Kampf gegen die Arroganz einiger westlicher Vorgesetzter zu führen, die meinten, sämtliche Ausbildung in der DDR sei nichts wert gewesen.
Inzwischen ist das schon lange Geschichte.
Die Frage, wie die NVA(-Führung) in jenem stürmischen Herbst 1989 reagiert hat, ist jedoch ein Teil meiner Lebensgeschichte:

Nachdem ich 1980 als Gefreiter der Grenztruppen wieder ins Zivilleben zurückkehren durfte, dachte ich: So, gut nun, Pflicht getan und Ruhe.
Irgendwann erhielt ich mal vom Wehrkreiskommando den M-Befehl, na gut, der "Erstfall" war für mich weit weg und meine Heimat, meine Familie gegen einen Aggressor von aussen zu verteidigen - das hätte ich ohnehin jederzeit getan.

Das Jahr 89 kam, die Zahl der Kritiker an Honeckers verkrusteter Politik wuchs (auch innerhalb der SED), es wurden in meinem Umfeld immer mehr Bekannte, die von Ausreise redeten.
Im Herbst 89 war ich für 4 Wochen NVA-Angehöriger, als Reservist.
Und hätte ich den Befehl erhalten, auf's eigene Volk zu schiessen, so hätte ich diesen verweigert.
Das war durch keinen Fahneneid gedeckt.
Und die meisten meiner Kameraden dort dachten zu dieser Zeit ebenso.
Auch kann ich mir gut vorstellen, dass es in diesem Falle ein paar Pannen gegeben hätte:
Waffenkammerschlüssel unauffindbar, Fahrzeuge springen nicht an etc.
Alles klar ?

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 10.12.2012 10:56 | nach oben springen

#31

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:18
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Das " kapitulantenhafte Verhalten" der NVA Führung nach der Wende hatte natürlich auch mit den Irrungen und Wirrungen der damaligen Zeit zu tun und evtl. mit der Hoffnung, irgendwie als Berufssoldat noch mit dem A.sch an die Wand zu kommen.

Allerdings waren NVA-Berufssoldaten keineswegs die Einzigen in der DDR denen es von November 89 bis Oktober 90 so ging.


zuletzt bearbeitet 10.12.2012 11:26 | nach oben springen

#32

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:31
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #24

Eine Ausnahme gibt es wohl, wenn ich richtig informiert bin, für Angehörige des MfS. Die bekommen ihre DDR Zusatzversorgung nicht in vollem Umfang angerechnet, sondern in gekürzter Form. Das ist eine politische Entscheidung, die von den Verhandlungsführern der letzten DDR Regierung gefordert wurde.


...auch falsch, passt aber zu vielen deiner gequirlten äusserungen hier im forum.


Zitat
Aber ich bin kein Rentenexperte.


man merkt es...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#33

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:36
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #32
Zitat von Gert im Beitrag #24

Eine Ausnahme gibt es wohl, wenn ich richtig informiert bin, für Angehörige des MfS. Die bekommen ihre DDR Zusatzversorgung nicht in vollem Umfang angerechnet, sondern in gekürzter Form. Das ist eine politische Entscheidung, die von den Verhandlungsführern der letzten DDR Regierung gefordert wurde.


...auch falsch, passt aber zu vielen deiner gequirlten äusserungen hier im forum.


Zitat
Aber ich bin kein Rentenexperte.

man merkt es...



ja, du mich auch


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#34

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:39
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wenn das Offizierscorps der NVA was hätte für die Erhaltung der DDR tun wollen, dann hätte es mal lieber das Politbüro nebst E.H., also die wahren Totengräber des DDR-Sozialismus, ab 1986 zum Teufel jagen sollen und die Bevölkerung der DDR wäre sicherlich dahintergestanden.
89/90 gab es nichts mehr an Status Quo zu verteidigen, da war der Ofen einfach aus.



Grenzwolf, ich fürchte, Du hast da zeimlich recht. Die Wahrscheinlichkeit wäre zu groß, daß das in einen Bürgerkrieg a Rumänien geendet hätte. Polizei gegen Polizei, KG gegen KG, eine NVA-Einheit gegen die andere und in jeder auch wieder Solche und Solche. Es hätte standrechtliche Erschießungen gegeben wegen Befehlsverweigerungen auf beiden Seiten und mittenmang noch die Rote Armee und, mehr oder weniger verdeckt, westliche Geheimdienste und Militärangehörige. Es war einfach zu spät dafür, mit hinreichender Sicherheit etwas Neues und Besseres aufzubauen, was sich auf Militär und Gewalt stützen muß. Etwas Anderes wäre es gewesen, rechtzeitig dafür zu sorgen, daß tiefgreifende Reformen durchgesetzt würden, aber auch das wäre ohne Reisefreiheit nur ein halbes Ding gewesen. Reformen wäre mit tiefen Einschnitten in das materielle Lebensniveau der Bevölkerung verbunden gewesen und durch die dann erfolgte Reisefreiheit wäre ein Großteil der besten Leute weggeblieben. Diese Chance hätte die DDR-Regierung noch nach 1961 gehabt und hat sie schmählich und in unverantwortlicher Weise vertan.



schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:48
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #34
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wenn das Offizierscorps der NVA was hätte für die Erhaltung der DDR tun wollen, dann hätte es mal lieber das Politbüro nebst E.H., also die wahren Totengräber des DDR-Sozialismus, ab 1986 zum Teufel jagen sollen und die Bevölkerung der DDR wäre sicherlich dahintergestanden.
89/90 gab es nichts mehr an Status Quo zu verteidigen, da war der Ofen einfach aus.



Grenzwolf, ich fürchte, Du hast da zeimlich recht. Die Wahrscheinlichkeit wäre zu groß, daß das in einen Bürgerkrieg a Rumänien geendet hätte. Polizei gegen Polizei, KG gegen KG, eine NVA-Einheit gegen die andere und in jeder auch wieder Solche und Solche. Es hätte standrechtliche Erschießungen gegeben wegen Befehlsverweigerungen auf beiden Seiten und mittenmang noch die Rote Armee und, mehr oder weniger verdeckt, westliche Geheimdienste und Militärangehörige. Es war einfach zu spät dafür, mit hinreichender Sicherheit etwas Neues und Besseres aufzubauen, was sich auf Militär und Gewalt stützen muß. Etwas Anderes wäre es gewesen, rechtzeitig dafür zu sorgen, daß tiefgreifende Reformen durchgesetzt würden, aber auch das wäre ohne Reisefreiheit nur ein halbes Ding gewesen. Reformen wäre mit tiefen Einschnitten in das materielle Lebensniveau der Bevölkerung verbunden gewesen und durch die dann erfolgte Reisefreiheit wäre ein Großteil der besten Leute weggeblieben. Diese Chance hätte die DDR-Regierung noch nach 1961 gehabt und hat sie schmählich und in unverantwortlicher Weise vertan.



DoreHolm sie, die DDR Regierung hat nichts vertan, sie konnten es einfach nicht!


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#36

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 10:54
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #35
Zitat von DoreHolm im Beitrag #34
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wenn das Offizierscorps der NVA was hätte für die Erhaltung der DDR tun wollen, dann hätte es mal lieber das Politbüro nebst E.H., also die wahren Totengräber des DDR-Sozialismus, ab 1986 zum Teufel jagen sollen und die Bevölkerung der DDR wäre sicherlich dahintergestanden.
89/90 gab es nichts mehr an Status Quo zu verteidigen, da war der Ofen einfach aus.



... Diese Chance hätte die DDR-Regierung noch nach 1961 gehabt und hat sie schmählich und in unverantwortlicher Weise vertan.



DoreHolm sie, die DDR Regierung hat nichts vertan, sie konnten es einfach nicht!




Wieso, Weshalb, Warum? Das wäre ein eigenes Thema, obwohl hier bestimmt schon mehrfach ausführlich diskutiert.


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#37

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 11:06
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #25
Zitat von Pitti53 im Beitrag #17
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #16
Ich habe ehemalige Berufssoldaten der ehem. NVA bzw. GT sowieso kennengelernt, die aus charakterlichen Gründen, die ihnen grundgesetzlich zustanden, die Idee einer evtl. Übernahme zur BW abgelehnt haben.
Ich meine, auch eine ehrenhafte Haltung.
Ohne mich mit den Biografien dieser Leute identifizieren zu wollen, warum wurden und z.T. noch werden sie versorgungstechnisch benachteiligt gegenüber damalig ehemaligen A. der Wehrmacht damals in der BRD und ggf. noch heute??
Soll keine Gleichstellung der Systeme sein!
Sprich Anerkennung von Dienstjahren, Dienstgrad und Dienststellung?

Für meine Kritiker: Das ist kein Schmusekurs in diesem Forum, sondern ehrlich gefragt?

VG Ex-Huf


Ganz einfache Antwort Huf:

Es ist politisch so gewollt!!!



Und das und zahlreiche andere Erniedrigungen, nicht nur beim Militär, sind für mich ein Zeichen dafür, daß es keine Wiedervereinigung auf Augenhöhe war, sondern eine Art Vereinnahmung und der ostdeutsche Michel hat euphorisch gejubelt, bis er selbst merkte, wie seine eigene bisherige Leistung, sein fachliches Können und seine Biographie kleingeredet wurden.



DoreHolm, mMn ist Vereinnahmung das falsche Wort. Kein Mensch und kein Land drängt sich danach, eine bankrotte Firma zu übernehmen. Das was die DDR 1989/90 machte, war eine Andienung oder Flucht aus (scheinbar ) nicht lösbaren Problemen zum großen Bruder. Der Ruf war: Bruder hilf. Das war der einfachste Weg. Und Bruder hat seine familiären Banden überprüft und hat sich zur Hilfe entschieden. Dafür bekommt er nun laufend(verbal) auf die Fre......


.
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#38

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 11:11
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, mit dem "großen Bruder" scheinst was zu verwechseln. Der "große Bruder" der DDR war ein Anderer als der den Du wähntest......

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#39

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 11:19
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #36
Zitat von Gert im Beitrag #35
Zitat von DoreHolm im Beitrag #34
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wenn das Offizierscorps der NVA was hätte für die Erhaltung der DDR tun wollen, dann hätte es mal lieber das Politbüro nebst E.H., also die wahren Totengräber des DDR-Sozialismus, ab 1986 zum Teufel jagen sollen und die Bevölkerung der DDR wäre sicherlich dahintergestanden.
89/90 gab es nichts mehr an Status Quo zu verteidigen, da war der Ofen einfach aus.



... Diese Chance hätte die DDR-Regierung noch nach 1961 gehabt und hat sie schmählich und in unverantwortlicher Weise vertan.



DoreHolm sie, die DDR Regierung hat nichts vertan, sie konnten es einfach nicht!




Wieso, Weshalb, Warum? Das wäre ein eigenes Thema, obwohl hier bestimmt schon mehrfach ausführlich diskutiert.



Als in der Zeit Aussenstehender kann ich dazu nur begrenzt etwas sagen:MMn , ein Kurswechsel hätte bereits 1983 einsetzen müssen, als FJS seinen Milliardenkredit an die DDR vermittelte. Zu der Zeit hätten die alten grauen Herren des Politbüros in Rente gehen müssen und frische junge, gut ausgebildete Führungskräfte das Geschick in der DDR übernehmen müssen. Es wären radikale Wirtschaftsreformen , Privatisierung kleiner und mittlerer Betriebe zu Verbesserung des Warenangebotes, Rücknahme der staatlichen Eingriffe in diese Betriebe z.B. bei Preisgestaltung usw., radikaler Schnitt bei den politisch motivierten Subventionen wie Wohnungen und und und. Weiterhin radikaler Rückbau des Sicherheitsapparates wie z.B. das MfS und Gerenztruppen.
Ob das aber die Russen toleriert hätten damals noch unter Breshnew bezweifele ich ( Beispiel: die gewaltsamen Besetzung CSSR wg. Reformen in 1968 ). Die Russen interessierte die DDR nur als Aufmarschgebiet für ihre agressiven Gelüste auf Mittel- und Westeuropa aber nicht der Lebensstandard der DDR )


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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 10.12.2012 11:20 | nach oben springen

#40

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.12.2012 11:21
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #38
@Gert, mit dem "großen Bruder" scheinst was zu verwechseln. Der "große Bruder" der DDR war ein Anderer als der den Du wähntest......

Nostalgiker



aus unser Sicht ist das schon richtig, liebe Brüder und Schwestern


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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