#1

Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 05.12.2012 21:47
von Jackson | 102 Beiträge

Wie habt ihr den Anschnitt des Maßbandes erlebt. Ich wurde kurz nach Ankunft in der Kompanie mit mehreren anderen Knollen dazu auserkoren, das Maßband je eines E (Alten) anzuschneiden. Alleine die Anzugsordnung. Ich hab mich damals mit meinen 23 Lenzen (und hatte schon zwei Kinder) noch nie vorher so gedemütigt gefühlt. Ich fand das Theater um die letzten Tage zu dieser Zeit so bescheuert und hab das auch oft geäußert Ich war dann aber trotzdem einer der ersten, noch als Zwischenkotzkübelumdieeckespringschwein, der ein Anschnittsbesteck und eine EK Kugel von einem Moosalten kurz vor dessen Entlassung vererbt bekommen hat.
Zu meinem eigenen Anschnitt des Maßbandes wurde dieses Prozedere nicht durchgeführt. Wir waren zu dieser Zeit nicht in unserer Kompanie, sondern an der Grenze zur CSSR. Mir war das aber eigentlich egal, Maßband war mir nicht so wichtig. Die Knicke in den Schulterstücken und im Gefreitenbalken waren mir als Dienstzeit Grad wichtiger.

Angefügte Bilder:
anschnitt.jpg


zuletzt bearbeitet 06.12.2012 07:35 | nach oben springen

#2

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 06.12.2012 06:57
von schulzi | 1.759 Beiträge

war ganz einfach und simpel es wurde in einer EK beratung ein termin ausgemacht meist ein zwei tage früher den Kc ,Polit und Hauptfeld waren ganz spitz .zum termin erschalte ein ruf im flur flur ruck zuck standen die EK`s auf ihren hockern und die jungen genossen(patenkinder) schnitten das anfangsstück des bandmasses mit angebundenen stahlhelm der reihe nach ab es schepperte ganz erbährmlich und ehe der DhO raus kamm war alles vorbei


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#3

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 06.12.2012 10:55
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Anschnitt gabs bei mir nicht, ich war der einzige der ganzen Kompanie der im August Heim ging.
Da ich das ganze EK-Gedöns von A-Z noch selber ausgibig erleben durfte, lehnte ich es ab die jüngeren Diensthalbjahre so zu behandeln wie ich als Glatter noch behandelt wurde.
Als ich an den Kanten kam, waren die Buden in den Kompanien noch voll, da war viel Langeweile angesagt und dem entsprechend wurde die EK-Kultur auch noch betrieben.
Wir in der Hundetruppe waren glaub 8 Mann+2 Uffz.+Zugführer also 2 volle LO-Besatzungen.
Als ich dann Vize war, warens nur noch 6, reichte noch.
Nach meiner Versetzung ins andere Bat. -dort fehlte ein Fahrer für die Hundetruppe-, waren wir dort für rund 4 Monate nur noch 3 Mann+ 1 Uffz+ Zugführer, die dann täglich mit ausrücken mussten und ein Fahrer der Kfz.-Truppe musste den 2. LO besetzen.
Im Mai, 3 Monate vor meinem Heimgang, bekamen wir dann nochmal 2 neue dazu die frisch aus der Keimschmiede kamen.

Da waren mir "meine Jungs" -ich war für 8 Monate Dienstältester- viel zu wertvoll, als sie mit erniedrigenden Spielen zu überziehn.
Wir hatten in Unterbesetzung täglich eine harte Schlacht zu schlagen, besonders im ziemlich eisigen Winter 84/85, dann auch noch mit beginnenden Minenabbau und dem zusätzlich einher gehenden Sicherungstrassenbau.
Alle zogen ausnahmslos, bis zur Erschöpfung, an einem Strang, um die gestellten Aufgaben erfüllen zu können, nichts auf der Welt hätte mich dazu gebracht jemanden mit bunten EK-Spielen zu überziehn.
Natürlich machten wir auch unsere Spässe, in anderen Buden der Kompanie gings ja ganz nach alter Tradition zu.
Mehr wie Sprüche, oder Andeutungen war bei meiner Truppe aber nicht und sollte nur der Belustigung und Auflockerung dienen.
Seidenn der eine Soldat putschte mal bischen, dass machte er aber aus Spass um mir EK Sprüche und Spiele zu entlocken.
Wenn wir mal viel langweile hatten, was äusserst selten war, dann haben wir zur Belustigung aller mal sowas gemacht, Bestrafung wie ich sie noch kannte gab es nie.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
olausitzer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 06.12.2012 19:07
von PF75 | 3.292 Beiträge

ich war zum anschnitt im grenzdienst und da wurde nur über GMN vollzug gemeldet,wenn es auf der füst auch nicht so richtig gut ankam.
In der GK wurde hinterher nur noch ein Anschnittsschnaps getrunken und das wars dann auch .


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#5

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 06.12.2012 19:10
von dergrenzer | 11 Beiträge

Bei uns wurde eine Kaffeetafel gestellt und da nicht genug Dachse im Bau waren hat bei mir der Spieß (bester wo gab) angeschnitten. Tolle Erinnerung.


In Freude nicht jubeln, im Leid nicht klagen - das Unvermeidliche mit Würde tragen.
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#6

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 06.12.2012 19:42
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Bei uns ging es etwas unspektakulär zu. Da im Kfz-Zug alle zusammen relativ gleichwertig waren (nur EK´s und Vizes), mußten nicht andere Kameraden hier den Clown machen. Stelle da mal zwei Fotos rein. Der in der Mitte unten bin ich (logisch, wenn der anderen ihr Gesicht unkenntlich gemacht wurde).



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#7

RE: Anschnitt

in Grenztruppen der DDR 07.12.2012 13:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ich habe das als nicht so schlimm empfunden in Unterwäsche und einem Licht auf dem Helm den ersten Schnipsel abzuschneiden, im Grunde genommen war das doch eigentlich nur Spaß und paar Monate später standest halt du selber auf dem Stuhl und der Tag polterte zum Boden


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