#21

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 18:28
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #19
Ärzte in D erhalten z.B. Medikamente kostenlos von Pharmaziekonzernen, um sie in der Praxis zu testen, beliebt sind dafür unsere ausländischen Mitbürger mit geringen Deutschkenntnissen und schwacher sozialer Stellung. Da droht dann kein Ungemach infolge von Schadensersatzforderungen, wenn das Medikament nach hinten losgeht. Die Kunden greifen dann auch zu , da diese Medikamente kostenlos abgeben werden.


Bist Du Dir da sicher? Meinst Du zugelassene Medikamente oder solche die sich noch in der Testphase befinden?
Wenn letzteres zuträfe, die Verfahrensweise heißt klinische Studie und nicht 'Allgemeinpraktischer Arzt verteilt obskure Medikamente'.....
Das was der Pharmavertreter beim Arzt lässt sind bereits zugelassen Medikamente und keine welche sich in der Erprobung befinden.

Vielleicht kommst als nächstes mit der "glaubhaften" Geschichte das irgendwelche Hostessen im Eingangsbereich eines Einkaufscenters den Kunden irgendwelche Tabletten aufdrängen welche erst noch getestet werden müssen....

Gerüchte, Halbwahrheiten machen einfach viel mehr Spass, Fakten, sachliche Argumente sind oft sehr dröge und langweilig, lässt sich doch über sie so schlecht mutmaßen......

Gruß
Nostalgiker

PS.: Nix für Ungut @Eisenacher nur fiel mir beim lesen anderer "Geschichten" von Dir eine ziemlich alte und wahrscheinlich unbekannte Redewendung ein; der branst aber rum ........


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#22

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 18:32
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #19
Ärzte in D erhalten z.B. Medikamente kostenlos von Pharmaziekonzernen, um sie in der Praxis zu testen, beliebt sind dafür unsere ausländischen Mitbürger mit geringen Deutschkenntnissen und schwacher sozialer Stellung. Da droht dann kein Ungemach infolge von Schadensersatzforderungen, wenn das Medikament nach hinten losgeht. Die Kunden greifen dann auch zu , da diese Medikamente kostenlos abgeben werden.



Hast du noch nie Zeitungsanzeigen gelesen, in denen Testpersonen für solche Tests gesucht werden? Sie werden 1. aufgeklärt über die Risiken, 2. bekommen sie ordentliches Geld dafür und 3. machen sie das freiwillig. Dass das auch in die Hose gehen kann, habe ich kürzlich in einer Zeitschrift ( Titel vergessen ) gelesen, da ist ein deutscher Student in England bei solchen Feldversuchen gestorben. Also das ist nicht ohne Risiken.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#23

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 19:59
von LO-Wahnsinn | 3.495 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #19
Ärzte in D erhalten z.B. Medikamente kostenlos von Pharmaziekonzernen, um sie in der Praxis zu testen, beliebt sind dafür unsere ausländischen Mitbürger mit geringen Deutschkenntnissen und schwacher sozialer Stellung. Da droht dann kein Ungemach infolge von Schadensersatzforderungen, wenn das Medikament nach hinten losgeht. Die Kunden greifen dann auch zu , da diese Medikamente kostenlos abgeben werden.


Ich war auf diese Art auch schon Testbulle.

Aufklärung hab ich keine bekommen, kein Hinweis nichts.
Gut, es handelte sich nur um ein Präperat mit Magnesium, ein Hinweis wäre aber besser gewesen.
Ich wusste aber, als die Ärztin mir das aus einem in der Ecke stehendem Beutel mit Pharmawerbung drauf gab, um was es da geht, und auch weil ich selber Pharma transportiere und die Vertriebswege mir daher bekannt sind, und natürlich auch weils kostenlos war.
Ist aber nicht immer alles nur zum testen was die Pharmavertreter da abliefern, vieles soll auch dazu dienen damit der Arzt diese Medikamente verschreibt.
Nun solange man davon in Kenntnis gesetzt wird und davon keiner erhebliche Nebenwirkungen hat ist das ja ok.

Noch anfüg:
Ich denke was Eisenacher meint, sind Medikamente die alle Testphasen durchlaufen haben und zugelassen sind, aber wo die Massentauglichkeit oder die breite Erfahrung fehlt.
Möglichweise war auch das was ich bekam sowas.
Es kann aber auch sein -wie oben beschrieben-, das es Werbematerial war was die Ärztin selber an dem Mann bringen konnte und testen wie es wirkt.
Ich denke, jeder Arzt macht da seine eignen Tests, indem er verschiedene Mittel auf gleiche Indikatoren verschreibt, um zu sehn wie er was verschreiben kann.
Jeder Handwerker sucht eben Erfahrungen.

Ich weis auch welche Wege zu testende Medizin heute oft geht, da ich sie selber auch transportiere und auch direkt anliefere, zu testende Medizin ist von normaler Handelsware unterscheidbar.
Was dann dort damit weiter passiert weis ich nicht, man kann sichs aber an allen 10 Fingern abzählen wenn man in Westeuropa in ganz speziellen Fabriken geladen hat und dann in armen Ländern anzuliefern ist.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 20:20 | nach oben springen

#24

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 20:16
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #13
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #5
@Nostalgiker
Fakt ist, es gab die Studien. Fakt ist, es wurde Geld damit gemacht. Fakt ist, es gab Todesfälle.
http://www.spiegel.de/media/0,4906,30202,00.pdf

Und der Spiegel hat schon 1991 darüber berichtet: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487494.html


Fakt scheint aber auch, laut dem .pdf Dokument des Spiegels, siehe unten im Dokument, dass dort keine Patienten unwissend waren, sie also offenbar die Wahl hatten.
Bei schwer kranken oder todkranken Menschen, mit wenig Aussicht auf ein langes Leben, sind materielle Aspekte sicherlich ganz als letztes angesiedelt, selbst wenn sie das Geld bekommen hätten, vielleicht haben sie ja etwas bekommen, ist nicht zu erkennen.
Für mich ist das nicht verwerflich solange die Patienten davon wussten und dies freiwillig getan haben, wie es scheinbar der Fall war.
Sie kannten also vermutlich das Risiko, lesen konnte in der DDR ja fast jeder.
Wenn man unheilbar krank ist, die Uhr tickt und tickt, dann nimmt man jeden Strohhalm wahr.
Die Frage ist auch, was nicht nachzulesen war, ob die Verstorbenen nicht eh gestorben wären oder nur allein auf Grund der Testmedikamente starben.

Und nun die DDR zu verteufeln, wegen diesen Einnahmen, wo doch sonst die komplette Medizinische Versorgung für 16 Millionen Menschen gratis war, und die Testpatienten nicht unwissend über die Risiken, naja denk mir mein Teil.
Vielleicht kannten sie nicht alle Risiken, aber da in der DDR die meisten einen 10 Klassen POS Abschluss hatten und der ausreichte abschätzen zu können, dass Pharmatests nicht ohne Risiko sein können, so darf man davon ausgehn das jeder Patient im Bilde war
Es geht im Leben nicht immer NUR ums Geld "in die Welt ruf" und dabei nach Westdeutschland guck.
Sicher hat der Staat dort kassiert, aber glaubt einer das hat den todkranken einen Pfifferling gejuckt? der wollte Leben einfach nur Leben!
Klar Geld stinkt nicht und es ist eine gute Beruhigungspille (womit der Kreis sich schliesst :-D) aber wenn man regelrecht schon auf dem Sterbebett liegt, dann ist das jedem Latte.
Gut damals in der DDR wars Latte, man musste ja im Krankenhaus nichts zuzahlen und brauchte keine Angst haben nach dem Krankenhausaufenthalt mittellos dazustehn.

Ich nehme mal an im heutigen Deutschland, kann man auch Testperson werden, und man kann auch an den Nebenwirkungen sterben.
Ob man dafür Geld bekommt, dass weis ich nicht, Krankenkassenbeiträge hat man aber zuvor auf jedenfall gezahlt, also fürs verrecken auch noch selber geblecht.
Die Beerdigung muss dann auch noch die Sippe tragen.



Nun ja, heute testet man in der 3. Welt, in Afrika, dort kann natürlich jeder lesen was man ihm vorlegt.

Medizin ist immer so eine Sache, ohne testen an Lebewesen gehts offenbar noch nicht.
Mir ist es jedenfalls lieber, man testet an "Halbtoten" die darüber Kenntnis haben und sich Hoffnung versprechen, als an Analphabeten oder Tieren oder was sonst noch wehrlos ist.

Das Bild was die Medien vermitteln möchten, DDR (ganz böse), Pharmatests (ganz ganz böse), Geld dafür nehmen (ganz ganz ganz böse), ist nichts gegen die Hoffnungen die diese schwer kranken Menschen hatten und das Leben, das heute viele Dafür verlängern können.
Angesichts dessen wie und wo man heute testet ein scheinheiliges Bild.
Die Zeiten in denen Quacksalber Selbstversuche machten, sind schon lange vorbei.

Lasst euch nicht immer von billiger Polemik irgendwelcher Schmierfinken zu sehr beeinflussen, hinterfragt alles 3 mal, beleuchtet alles 3 mal und wägt das Für und das Wieder ab, viele Dinge sind weit weniger problematisch als sie auf den ersten Blick aussehn.




Hallo Rainer, ich antworte dir mal stellvertretend für all die anderen medizinischen "Größen".
Vorwegschicken möchte ich, dass ich dir zugutehalte, dass du keine medizinische Ausbildung bzw. Fachwissen besitzt.
Hast du schonmal den Umgang on Ärzten mit Patienten in einem KH beobachten können? Da wird Fachchinesisch gequatsch, dass die Swarte kracht. Die Visite, bestehend aus einem riesigen Ärzteschwanz rauscht ins Zimmer, es wird mit dem Patienten geredet, was als nächstes geschehen soll und wie der derzeitige Zustand ist und hinterher fragt der Patient die zuständige Pflegekraft, was die eigentlich gesagt haben........
Oder die Leute kommen in den OP, wurden vorher vom Arzt aufgeklärt und haben das auch noch unterschrieben, wissen aber allerhöchstens an was sie operriert werden sollen, von der eigentlichen Vorgehensweise haben sie aber keine Ahnung, obwohl ihnen das erklärt wurde. Warum? Weil es ihnen so erklärt wurde, das sie nix verstanden haben! Dazu kommt immer noch die Vorstellung, dass Ärzte wahre Götter sind und schon wissen, was sie tun. Soviel zum Thema "Aufklärung".......Vorausgesetzt, die Patienten in der DDR wurden aufgeklärt. Und ich wette, in den Akten befindet sich nix schriftliches.
Richtig ist, das ein schwerkranker Patient sich an jeden Strohhalm klammert. Das so jemand auch noch nicht zugelassende Medikamente schluckt, ist nachzuvollziehen. Die Krux an der Sache sind aber nicht die Patienten, die das Testmedikament bekamen, sondern die, welche in der Vergleichgruppe gelandet sind. Also die, die das Placebomedikament bekamen. Bedeutet was? Die bisherigen Medikamente werden abgesetzt, weil man sonst ja nicht die Wirkung des zu testenden Medikaments beurteilen kann. In einer Doppelblindstudie weiß aber kein Mensch, wer den eigentlichen Wirkstoff bekommt und wer nicht. Heißt im Klartext, einigen Patienten werden die Medikamente vorenthalten, auf die sie bisher eingestellt waren was wiederum eine Verschlechterung des Gesundheitszustand zur Folge hat( was bis zum Tode führen kann.......). Und genau so ein Fall wurde in dem Bericht angesprochen. Wenn das noch ohne Wissen des Patienten geschehen ist, naja........
Da du dir die PDF angeschaut hast, hast du sicher auch gelesen, das die Firma Hoest 4 Geräte zur Thermodilution (inkl. Katheter) liefern wollte. Du weißt was das heißt? Ich nehme mal an Nein. Mittels der Thermodilution kann man das Herzeitminutenvolumen bestimmen. Die genaue Beschreibung der Methode klemm ich mir mal. Fakt ist, dass das Legen eines Thermodilutionskatheters eine invasive Maßnahme darstellt ( invasiv =gewebsverletzende medizinische Diagnostik oder Therapeutik). So ein Katheter bekommt normalerweiser ein schwerkranker, vital bedrohter Patient auf der Intensivstation oder im OP zur Narkose. Das Legen des Katheters ist nämlich nicht ohne und mit einigen Risiken behaftet, als da wären:Pneumothorax, Luftembolie, Katheterembolie, Okklusion des Sinus coronarius, Perforation der Pulmonaraterie, Herzrythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern, Lungeninfarkt und der üblichen Infektionsrate. Und glaub mir, nichts davon möchtest du haben. Und solch eine Methode wende ich dann bei Patienten an, die sie gar nicht bräuchten, nur weil die Pharmafirma das gerne für ihre Studie hätte. Und damit Valuta fließen.....

Heutzutage sind Messungen des Herzzeitminutenvolumen nicht- invasiv möglich, zu der Zeit stellte das aber ein erhebliches Risiko dar. In dem Beitrag wurden ja auch andere, für die Patienten anstregende diagnostische Maßnahmen angesprochen, das alles ziehlt in die gleiche Ecke. Übrigens ( ist jetzt mal kurz OT) versucht heute jeder Kardiologe dem Patienten einen Linksherzkatheter aufzuschwatzen. Nach dem Motto:" Ach, da gucken wir mal kurz nach......" Warum? Weil man mit der Untersuchung viel Kohle machen kann. Wenn man aber weiß, wie gefährlich so eine Untersuchung ist und wie viele Leute dabei versterben, sieht die Sache ganz anders aus! Das ist mindestens genauso zu verurteilen wie die genannten Testreihen. Aber der Zustand unseres Gesundheitssystems ist ein ganz anderes Thema und würde einen eigenen Thread füllen.......

Und ja, die medizinische Versorgung in der DDR war kostenlos. Schön für die Bürger, Scheiße für den Staat. Denn dieser musste das System kräftig subventionieren. Und da die Kohle knapp war, langte es hinten und vorne nicht. Notwendige Sanierungs-und Investitionsmaßnahmen wurden nicht durchgeführt, Einmalmaterial war so gut wie gar nicht vorhanden, die Ausstattung an medizinischen Geräten zur Therapie und Diagnostik dünn gesäht. Zu Deutsch, der Mangel wurde verwaltet. Wobei das Personal hervorragen ausgebildet war. Du glaubst doch nicht, das die KH irgendwas von der Kohle gesehen haben........

Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf". Und wenn man sich ganz, ganz viel Mühe gibt, findet sich sicher auch eine Begründung, warum die medizinischen "Tests" der Nazisärzte ala Mengele in den KZ's nicht auch ihr "Gutes" hatten..........
Sorry, das geht nicht gegen dich, aber manchmal fass ich mir an den Kopf voll soviel Boniertheit.


Intellektuelle spielen Telecaster
Gert und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 20:43
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

@Nostalgiker
Ich beneide dich wegen deiner Naivität und deinem Gottvertrauen. Weil es Vorschriften gibt, gab es keine Doppel-und Dreifachschichten in der DDR und weil es Vorschriften gibt werden Menschen in der BRD nicht von der Pharmaindustrie als Versuchskaninchen mißbraucht.
Träume weiter.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 20:46
von DoreHolm | 7.709 Beiträge

Schuddelkind, in einem Fall möchte ich Dir widersprechen (ich habe nicht auf "zitieren gedrückt, weil ich nicht den ganzen Text noch mal holen will), nämlich wo es um das Absetzen von bisherigen Medikamenten bei Probanden geht. War selbst so ein Proband, es ging um eine neues pulsregulierendes Mittel, welches vorher schon an einer größeren Bevölkerunggruppe getestet wurde. Die Änderung meiner Werte wurde in der Phase des Absetzen des bisherigen Mittels genau kontrolliert, was dazu führte, daß der Test bei mir vorzeitig abgebrochen wurde, also das Risiko wurde kontrolliert. Ich bin heute froh, mich für diesen Test gemeldet zu haben. Ich bin durchgepfüft wurden nach allen Regeln der Kunst und das Resultat war, daß ich in Bad Berka erfolgreich operiert wurde (Ablation). Das Verfahren war damals noch nicht so alt und wurde durch einen Prof. der Charitee vorgeschlagen, dem die Testfirma meine Daten geschickt hatte. Wie mir mein operierender Prof. später sagte, haben etwas ältere Kardiologen mitunter ein Problem, neue Verfahren beim Patienten einzuleiten und probieren lange Zeit, das Problem medikamentös in den griff zu bekommen. Mein Prof. sagte mir, daß mit Medikamenten hier nichts richtig zu machen gewesen wäre. Fazit: Hätte ich mich nicht zum Test gemeldet, würde ich jetzt im günstigsten Fall mit Herzpumpleistung von 25% rumlaufen und im ungünstigen Fall mit Schlaganfall im Bett auf das Ende warten. Übrigens, bei Teilnahme am gesamten Test war dieser mit 2.100,-€ dotiert, aber das wäre mir in diesem Fall auch ziemlich unwichtig gewesen.
Inzwischen kann ich wieder alles machen, also auch Bergwanderungen. Ich soll nur nicht übermäßig schwere Lasten vor der Brust tragen.



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#27

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 20:59
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #26
Schuddelkind, in einem Fall möchte ich Dir widersprechen (ich habe nicht auf "zitieren gedrückt, weil ich nicht den ganzen Text noch mal holen will), nämlich wo es um das Absetzen von bisherigen Medikamenten bei Probanden geht. War selbst so ein Proband, es ging um eine neues pulsregulierendes Mittel, welches vorher schon an einer größeren Bevölkerunggruppe getestet wurde. Die Änderung meiner Werte wurde in der Phase des Absetzen des bisherigen Mittels genau kontrolliert, was dazu führte, daß der Test bei mir vorzeitig abgebrochen wurde, also das Risiko wurde kontrolliert. Ich bin heute froh, mich für diesen Test gemeldet zu haben. Ich bin durchgepfüft wurden nach allen Regeln der Kunst und das Resultat war, daß ich in Bad Berka erfolgreich operiert wurde (Ablation). Das Verfahren war damals noch nicht so alt und wurde durch einen Prof. der Charitee vorgeschlagen, dem die Testfirma meine Daten geschickt hatte. Wie mir mein operierender Prof. später sagte, haben etwas ältere Kardiologen mitunter ein Problem, neue Verfahren beim Patienten einzuleiten und probieren lange Zeit, das Problem medikamentös in den griff zu bekommen. Mein Prof. sagte mir, daß mit Medikamenten hier nichts richtig zu machen gewesen wäre. Fazit: Hätte ich mich nicht zum Test gemeldet, würde ich jetzt im günstigsten Fall mit Herzpumpleistung von 25% rumlaufen und im ungünstigen Fall mit Schlaganfall im Bett auf das Ende warten. Übrigens, bei Teilnahme am gesamten Test war dieser mit 2.100,-€ dotiert, aber das wäre mir in diesem Fall auch ziemlich unwichtig gewesen.
Inzwischen kann ich wieder alles machen, also auch Bergwanderungen. Ich soll nur nicht übermäßig schwere Lasten vor der Brust tragen.


Hallo Dore, heutzutage wird das so gemacht wie du beschrieben hast. Ob es damals auch so gemacht wurde, wird sich spätestens dann herrausstellen, wenn sich jemand die Mühe macht, die ganzen Patientenakten durchzuackern.
Neue Verfahren in der Medizin brauchen leider immer lange, um sich flächendeckend durchzusetzen. Aber schön, das es in deinem Fall zu einem guten Ergebnis geführt hat, Ich drück die Daumen, dass das auch so bleibt....!


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 21:08 | nach oben springen

#28

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:02
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #25
@Nostalgiker
Ich beneide dich wegen deiner Naivität und deinem Gottvertrauen. Weil es Vorschriften gibt, gab es keine Doppel-und Dreifachschichten in der DDR und weil es Vorschriften gibt werden Menschen in der BRD nicht von der Pharmaindustrie als Versuchskaninchen mißbraucht.
Träume weiter.


@Eisenacher, warum so pikiert?

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#29

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:07
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Mache dir nichts daraus, jeder hat seine eigenen Lebenserfahrungen und sein eigenes Wissen. Ich bestehe hier in diesem Forum nicht darauf, das mir alle glauben. Skepsis hat auch sein Gutes. Da wird hinterfragt , recherchiert und nachgedacht. Das ist doch auch schon was.


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#30

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:14
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #24
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #13
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #5
@Nostalgiker
Fakt ist, es gab die Studien. Fakt ist, es wurde Geld damit gemacht. Fakt ist, es gab Todesfälle.
http://www.spiegel.de/media/0,4906,30202,00.pdf

Und der Spiegel hat schon 1991 darüber berichtet: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487494.html


Fakt scheint aber auch, laut dem .pdf Dokument des Spiegels, siehe unten im Dokument, dass dort keine Patienten unwissend waren, sie also offenbar die Wahl hatten.
Bei schwer kranken oder todkranken Menschen, mit wenig Aussicht auf ein langes Leben, sind materielle Aspekte sicherlich ganz als letztes angesiedelt, selbst wenn sie das Geld bekommen hätten, vielleicht haben sie ja etwas bekommen, ist nicht zu erkennen.
Für mich ist das nicht verwerflich solange die Patienten davon wussten und dies freiwillig getan haben, wie es scheinbar der Fall war.
Sie kannten also vermutlich das Risiko, lesen konnte in der DDR ja fast jeder.
Wenn man unheilbar krank ist, die Uhr tickt und tickt, dann nimmt man jeden Strohhalm wahr.
Die Frage ist auch, was nicht nachzulesen war, ob die Verstorbenen nicht eh gestorben wären oder nur allein auf Grund der Testmedikamente starben.

Und nun die DDR zu verteufeln, wegen diesen Einnahmen, wo doch sonst die komplette Medizinische Versorgung für 16 Millionen Menschen gratis war, und die Testpatienten nicht unwissend über die Risiken, naja denk mir mein Teil.
Vielleicht kannten sie nicht alle Risiken, aber da in der DDR die meisten einen 10 Klassen POS Abschluss hatten und der ausreichte abschätzen zu können, dass Pharmatests nicht ohne Risiko sein können, so darf man davon ausgehn das jeder Patient im Bilde war
Es geht im Leben nicht immer NUR ums Geld "in die Welt ruf" und dabei nach Westdeutschland guck.
Sicher hat der Staat dort kassiert, aber glaubt einer das hat den todkranken einen Pfifferling gejuckt? der wollte Leben einfach nur Leben!
Klar Geld stinkt nicht und es ist eine gute Beruhigungspille (womit der Kreis sich schliesst :-D) aber wenn man regelrecht schon auf dem Sterbebett liegt, dann ist das jedem Latte.
Gut damals in der DDR wars Latte, man musste ja im Krankenhaus nichts zuzahlen und brauchte keine Angst haben nach dem Krankenhausaufenthalt mittellos dazustehn.

Ich nehme mal an im heutigen Deutschland, kann man auch Testperson werden, und man kann auch an den Nebenwirkungen sterben.
Ob man dafür Geld bekommt, dass weis ich nicht, Krankenkassenbeiträge hat man aber zuvor auf jedenfall gezahlt, also fürs verrecken auch noch selber geblecht.
Die Beerdigung muss dann auch noch die Sippe tragen.



Nun ja, heute testet man in der 3. Welt, in Afrika, dort kann natürlich jeder lesen was man ihm vorlegt.

Medizin ist immer so eine Sache, ohne testen an Lebewesen gehts offenbar noch nicht.
Mir ist es jedenfalls lieber, man testet an "Halbtoten" die darüber Kenntnis haben und sich Hoffnung versprechen, als an Analphabeten oder Tieren oder was sonst noch wehrlos ist.

Das Bild was die Medien vermitteln möchten, DDR (ganz böse), Pharmatests (ganz ganz böse), Geld dafür nehmen (ganz ganz ganz böse), ist nichts gegen die Hoffnungen die diese schwer kranken Menschen hatten und das Leben, das heute viele Dafür verlängern können.
Angesichts dessen wie und wo man heute testet ein scheinheiliges Bild.
Die Zeiten in denen Quacksalber Selbstversuche machten, sind schon lange vorbei.

Lasst euch nicht immer von billiger Polemik irgendwelcher Schmierfinken zu sehr beeinflussen, hinterfragt alles 3 mal, beleuchtet alles 3 mal und wägt das Für und das Wieder ab, viele Dinge sind weit weniger problematisch als sie auf den ersten Blick aussehn.




Hallo Rainer, ich antworte dir mal stellvertretend für all die anderen medizinischen "Größen".
Vorwegschicken möchte ich, dass ich dir zugutehalte, dass du keine medizinische Ausbildung bzw. Fachwissen besitzt.
Hast du schonmal den Umgang on Ärzten mit Patienten in einem KH beobachten können? Da wird Fachchinesisch gequatsch, dass die Swarte kracht. Die Visite, bestehend aus einem riesigen Ärzteschwanz rauscht ins Zimmer, es wird mit dem Patienten geredet, was als nächstes geschehen soll und wie der derzeitige Zustand ist und hinterher fragt der Patient die zuständige Pflegekraft, was die eigentlich gesagt haben........
Oder die Leute kommen in den OP, wurden vorher vom Arzt aufgeklärt und haben das auch noch unterschrieben, wissen aber allerhöchstens an was sie operriert werden sollen, von der eigentlichen Vorgehensweise haben sie aber keine Ahnung, obwohl ihnen das erklärt wurde. Warum? Weil es ihnen so erklärt wurde, das sie nix verstanden haben! Dazu kommt immer noch die Vorstellung, dass Ärzte wahre Götter sind und schon wissen, was sie tun. Soviel zum Thema "Aufklärung".......Vorausgesetzt, die Patienten in der DDR wurden aufgeklärt. Und ich wette, in den Akten befindet sich nix schriftliches.
Richtig ist, das ein schwerkranker Patient sich an jeden Strohhalm klammert. Das so jemand auch noch nicht zugelassende Medikamente schluckt, ist nachzuvollziehen. Die Krux an der Sache sind aber nicht die Patienten, die das Testmedikament bekamen, sondern die, welche in der Vergleichgruppe gelandet sind. Also die, die das Placebomedikament bekamen. Bedeutet was? Die bisherigen Medikamente werden abgesetzt, weil man sonst ja nicht die Wirkung des zu testenden Medikaments beurteilen kann. In einer Doppelblindstudie weiß aber kein Mensch, wer den eigentlichen Wirkstoff bekommt und wer nicht. Heißt im Klartext, einigen Patienten werden die Medikamente vorenthalten, auf die sie bisher eingestellt waren was wiederum eine Verschlechterung des Gesundheitszustand zur Folge hat( was bis zum Tode führen kann.......). Und genau so ein Fall wurde in dem Bericht angesprochen. Wenn das noch ohne Wissen des Patienten geschehen ist, naja........
Da du dir die PDF angeschaut hast, hast du sicher auch gelesen, das die Firma Hoest 4 Geräte zur Thermodilution (inkl. Katheter) liefern wollte. Du weißt was das heißt? Ich nehme mal an Nein. Mittels der Thermodilution kann man das Herzeitminutenvolumen bestimmen. Die genaue Beschreibung der Methode klemm ich mir mal. Fakt ist, dass das Legen eines Thermodilutionskatheters eine invasive Maßnahme darstellt ( invasiv =gewebsverletzende medizinische Diagnostik oder Therapeutik). So ein Katheter bekommt normalerweiser ein schwerkranker, vital bedrohter Patient auf der Intensivstation oder im OP zur Narkose. Das Legen des Katheters ist nämlich nicht ohne und mit einigen Risiken behaftet, als da wären:Pneumothorax, Luftembolie, Katheterembolie, Okklusion des Sinus coronarius, Perforation der Pulmonaraterie, Herzrythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern, Lungeninfarkt und der üblichen Infektionsrate. Und glaub mir, nichts davon möchtest du haben. Und solch eine Methode wende ich dann bei Patienten an, die sie gar nicht bräuchten, nur weil die Pharmafirma das gerne für ihre Studie hätte. Und damit Valuta fließen.....

Heutzutage sind Messungen des Herzzeitminutenvolumen nicht- invasiv möglich, zu der Zeit stellte das aber ein erhebliches Risiko dar. In dem Beitrag wurden ja auch andere, für die Patienten anstregende diagnostische Maßnahmen angesprochen, das alles ziehlt in die gleiche Ecke. Übrigens ( ist jetzt mal kurz OT) versucht heute jeder Kardiologe dem Patienten einen Linksherzkatheter aufzuschwatzen. Nach dem Motto:" Ach, da gucken wir mal kurz nach......" Warum? Weil man mit der Untersuchung viel Kohle machen kann. Wenn man aber weiß, wie gefährlich so eine Untersuchung ist und wie viele Leute dabei versterben, sieht die Sache ganz anders aus! Das ist mindestens genauso zu verurteilen wie die genannten Testreihen. Aber der Zustand unseres Gesundheitssystems ist ein ganz anderes Thema und würde einen eigenen Thread füllen.......

Und ja, die medizinische Versorgung in der DDR war kostenlos. Schön für die Bürger, Scheiße für den Staat. Denn dieser musste das System kräftig subventionieren. Und da die Kohle knapp war, langte es hinten und vorne nicht. Notwendige Sanierungs-und Investitionsmaßnahmen wurden nicht durchgeführt, Einmalmaterial war so gut wie gar nicht vorhanden, die Ausstattung an medizinischen Geräten zur Therapie und Diagnostik dünn gesäht. Zu Deutsch, der Mangel wurde verwaltet. Wobei das Personal hervorragen ausgebildet war. Du glaubst doch nicht, das die KH irgendwas von der Kohle gesehen haben........

Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf". Und wenn man sich ganz, ganz viel Mühe gibt, findet sich sicher auch eine Begründung, warum die medizinischen "Tests" der Nazisärzte ala Mengele in den KZ's nicht auch ihr "Gutes" hatten..........
Sorry, das geht nicht gegen dich, aber manchmal fass ich mir an den Kopf voll soviel Boniertheit.






Ich erlaube mir, an dieser Stelle alles zu zitieren.
Zunächst bin ich vom medizinischen Sachverstand aller bisherigen Diskutanten beeindruckt, besonders aber von Dr Schuddelkind, der in gewohnter, und in Mediziner-Kreisen die durchaus übliche mehrfache Sorgfalt, bezugnehmend auf seinen Nicknamen fragwürdig erscheinen läßt.
Es ist anzunehmen, dass er hier "Schmuddelkind" heißen wollte?
Wenn sich Halbärzte, zumal selbsterklärt, in so einem Forum auslassen, sollten sie um sich schauen, ob niemand fachkundiger schaut!
Insbesondere bezugnehmend auf die Tätigkeit als Chirurg in der DDR weise ich Deine haltlosen Auslassungen über eine fehlende Op.-Aufklärung zurück!
Du hast wohl überhaupt keine Ahnung, wovon Du schreibst?
Damit eines zwischen uns hier klar bleibt: Die Medizin in der DDR mag Stasi-durchsetzt gewesen sein, aber es standen alle Wege offen, um sich literaturmäßig up to date zu halten.
Und wer davon keine Ahnung hat, oder hier medizinisches Scheinwissen vortäuscht, gehört angesagt!

VG Huf


Gert, furry und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 21:18 | nach oben springen

#31

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:20
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Und im gleichen Atemzug hier Nazi-Ärzte anzuführen, das ist ja wohl die absolute ausverschämte Höhe!

Ich kann mich über die Admins hier diesbezüglich nur wundern!


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#32

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:32
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #30
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #24
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #13
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #5
@Nostalgiker
Fakt ist, es gab die Studien. Fakt ist, es wurde Geld damit gemacht. Fakt ist, es gab Todesfälle.
http://www.spiegel.de/media/0,4906,30202,00.pdf

Und der Spiegel hat schon 1991 darüber berichtet: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487494.html


Fakt scheint aber auch, laut dem .pdf Dokument des Spiegels, siehe unten im Dokument, dass dort keine Patienten unwissend waren, sie also offenbar die Wahl hatten.
Bei schwer kranken oder todkranken Menschen, mit wenig Aussicht auf ein langes Leben, sind materielle Aspekte sicherlich ganz als letztes angesiedelt, selbst wenn sie das Geld bekommen hätten, vielleicht haben sie ja etwas bekommen, ist nicht zu erkennen.
Für mich ist das nicht verwerflich solange die Patienten davon wussten und dies freiwillig getan haben, wie es scheinbar der Fall war.
Sie kannten also vermutlich das Risiko, lesen konnte in der DDR ja fast jeder.
Wenn man unheilbar krank ist, die Uhr tickt und tickt, dann nimmt man jeden Strohhalm wahr.
Die Frage ist auch, was nicht nachzulesen war, ob die Verstorbenen nicht eh gestorben wären oder nur allein auf Grund der Testmedikamente starben.

Und nun die DDR zu verteufeln, wegen diesen Einnahmen, wo doch sonst die komplette Medizinische Versorgung für 16 Millionen Menschen gratis war, und die Testpatienten nicht unwissend über die Risiken, naja denk mir mein Teil.
Vielleicht kannten sie nicht alle Risiken, aber da in der DDR die meisten einen 10 Klassen POS Abschluss hatten und der ausreichte abschätzen zu können, dass Pharmatests nicht ohne Risiko sein können, so darf man davon ausgehn das jeder Patient im Bilde war
Es geht im Leben nicht immer NUR ums Geld "in die Welt ruf" und dabei nach Westdeutschland guck.
Sicher hat der Staat dort kassiert, aber glaubt einer das hat den todkranken einen Pfifferling gejuckt? der wollte Leben einfach nur Leben!
Klar Geld stinkt nicht und es ist eine gute Beruhigungspille (womit der Kreis sich schliesst :-D) aber wenn man regelrecht schon auf dem Sterbebett liegt, dann ist das jedem Latte.
Gut damals in der DDR wars Latte, man musste ja im Krankenhaus nichts zuzahlen und brauchte keine Angst haben nach dem Krankenhausaufenthalt mittellos dazustehn.

Ich nehme mal an im heutigen Deutschland, kann man auch Testperson werden, und man kann auch an den Nebenwirkungen sterben.
Ob man dafür Geld bekommt, dass weis ich nicht, Krankenkassenbeiträge hat man aber zuvor auf jedenfall gezahlt, also fürs verrecken auch noch selber geblecht.
Die Beerdigung muss dann auch noch die Sippe tragen.



Nun ja, heute testet man in der 3. Welt, in Afrika, dort kann natürlich jeder lesen was man ihm vorlegt.

Medizin ist immer so eine Sache, ohne testen an Lebewesen gehts offenbar noch nicht.
Mir ist es jedenfalls lieber, man testet an "Halbtoten" die darüber Kenntnis haben und sich Hoffnung versprechen, als an Analphabeten oder Tieren oder was sonst noch wehrlos ist.

Das Bild was die Medien vermitteln möchten, DDR (ganz böse), Pharmatests (ganz ganz böse), Geld dafür nehmen (ganz ganz ganz böse), ist nichts gegen die Hoffnungen die diese schwer kranken Menschen hatten und das Leben, das heute viele Dafür verlängern können.
Angesichts dessen wie und wo man heute testet ein scheinheiliges Bild.
Die Zeiten in denen Quacksalber Selbstversuche machten, sind schon lange vorbei.

Lasst euch nicht immer von billiger Polemik irgendwelcher Schmierfinken zu sehr beeinflussen, hinterfragt alles 3 mal, beleuchtet alles 3 mal und wägt das Für und das Wieder ab, viele Dinge sind weit weniger problematisch als sie auf den ersten Blick aussehn.




Hallo Rainer, ich antworte dir mal stellvertretend für all die anderen medizinischen "Größen".
Vorwegschicken möchte ich, dass ich dir zugutehalte, dass du keine medizinische Ausbildung bzw. Fachwissen besitzt.
Hast du schonmal den Umgang on Ärzten mit Patienten in einem KH beobachten können? Da wird Fachchinesisch gequatsch, dass die Swarte kracht. Die Visite, bestehend aus einem riesigen Ärzteschwanz rauscht ins Zimmer, es wird mit dem Patienten geredet, was als nächstes geschehen soll und wie der derzeitige Zustand ist und hinterher fragt der Patient die zuständige Pflegekraft, was die eigentlich gesagt haben........
Oder die Leute kommen in den OP, wurden vorher vom Arzt aufgeklärt und haben das auch noch unterschrieben, wissen aber allerhöchstens an was sie operriert werden sollen, von der eigentlichen Vorgehensweise haben sie aber keine Ahnung, obwohl ihnen das erklärt wurde. Warum? Weil es ihnen so erklärt wurde, das sie nix verstanden haben! Dazu kommt immer noch die Vorstellung, dass Ärzte wahre Götter sind und schon wissen, was sie tun. Soviel zum Thema "Aufklärung".......Vorausgesetzt, die Patienten in der DDR wurden aufgeklärt. Und ich wette, in den Akten befindet sich nix schriftliches.
Richtig ist, das ein schwerkranker Patient sich an jeden Strohhalm klammert. Das so jemand auch noch nicht zugelassende Medikamente schluckt, ist nachzuvollziehen. Die Krux an der Sache sind aber nicht die Patienten, die das Testmedikament bekamen, sondern die, welche in der Vergleichgruppe gelandet sind. Also die, die das Placebomedikament bekamen. Bedeutet was? Die bisherigen Medikamente werden abgesetzt, weil man sonst ja nicht die Wirkung des zu testenden Medikaments beurteilen kann. In einer Doppelblindstudie weiß aber kein Mensch, wer den eigentlichen Wirkstoff bekommt und wer nicht. Heißt im Klartext, einigen Patienten werden die Medikamente vorenthalten, auf die sie bisher eingestellt waren was wiederum eine Verschlechterung des Gesundheitszustand zur Folge hat( was bis zum Tode führen kann.......). Und genau so ein Fall wurde in dem Bericht angesprochen. Wenn das noch ohne Wissen des Patienten geschehen ist, naja........
Da du dir die PDF angeschaut hast, hast du sicher auch gelesen, das die Firma Hoest 4 Geräte zur Thermodilution (inkl. Katheter) liefern wollte. Du weißt was das heißt? Ich nehme mal an Nein. Mittels der Thermodilution kann man das Herzeitminutenvolumen bestimmen. Die genaue Beschreibung der Methode klemm ich mir mal. Fakt ist, dass das Legen eines Thermodilutionskatheters eine invasive Maßnahme darstellt ( invasiv =gewebsverletzende medizinische Diagnostik oder Therapeutik). So ein Katheter bekommt normalerweiser ein schwerkranker, vital bedrohter Patient auf der Intensivstation oder im OP zur Narkose. Das Legen des Katheters ist nämlich nicht ohne und mit einigen Risiken behaftet, als da wären:Pneumothorax, Luftembolie, Katheterembolie, Okklusion des Sinus coronarius, Perforation der Pulmonaraterie, Herzrythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern, Lungeninfarkt und der üblichen Infektionsrate. Und glaub mir, nichts davon möchtest du haben. Und solch eine Methode wende ich dann bei Patienten an, die sie gar nicht bräuchten, nur weil die Pharmafirma das gerne für ihre Studie hätte. Und damit Valuta fließen.....

Heutzutage sind Messungen des Herzzeitminutenvolumen nicht- invasiv möglich, zu der Zeit stellte das aber ein erhebliches Risiko dar. In dem Beitrag wurden ja auch andere, für die Patienten anstregende diagnostische Maßnahmen angesprochen, das alles ziehlt in die gleiche Ecke. Übrigens ( ist jetzt mal kurz OT) versucht heute jeder Kardiologe dem Patienten einen Linksherzkatheter aufzuschwatzen. Nach dem Motto:" Ach, da gucken wir mal kurz nach......" Warum? Weil man mit der Untersuchung viel Kohle machen kann. Wenn man aber weiß, wie gefährlich so eine Untersuchung ist und wie viele Leute dabei versterben, sieht die Sache ganz anders aus! Das ist mindestens genauso zu verurteilen wie die genannten Testreihen. Aber der Zustand unseres Gesundheitssystems ist ein ganz anderes Thema und würde einen eigenen Thread füllen.......

Und ja, die medizinische Versorgung in der DDR war kostenlos. Schön für die Bürger, Scheiße für den Staat. Denn dieser musste das System kräftig subventionieren. Und da die Kohle knapp war, langte es hinten und vorne nicht. Notwendige Sanierungs-und Investitionsmaßnahmen wurden nicht durchgeführt, Einmalmaterial war so gut wie gar nicht vorhanden, die Ausstattung an medizinischen Geräten zur Therapie und Diagnostik dünn gesäht. Zu Deutsch, der Mangel wurde verwaltet. Wobei das Personal hervorragen ausgebildet war. Du glaubst doch nicht, das die KH irgendwas von der Kohle gesehen haben........

Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf". Und wenn man sich ganz, ganz viel Mühe gibt, findet sich sicher auch eine Begründung, warum die medizinischen "Tests" der Nazisärzte ala Mengele in den KZ's nicht auch ihr "Gutes" hatten..........
Sorry, das geht nicht gegen dich, aber manchmal fass ich mir an den Kopf voll soviel Boniertheit.






Ich erlaube mir, an dieser Stelle alles zu zitieren.
Zunächst bin ich vom medizinischen Sachverstand aller bisherigen Diskutanten beeindruckt, besonders aber von Dr Schuddelkind, der in gewohnter, und in Mediziner-Kreisen die durchaus übliche mehrfache Sorgfalt, bezugnehmend auf seinen Nicknamen fragwürdig erscheinen läßt.
Es ist anzunehmen, dass er hier "Schmuddelkind" heißen wollte?
Wenn sich Halbärzte, zumal selbsterklärt, in so einem Forum auslassen, sollten sie um sich schauen, ob niemand fachkundiger schaut!
Insbesondere bezugnehmend auf die Tätigkeit als Chirurg in der DDR weise ich Deine haltlosen Auslassungen über eine fehlende Op.-Aufklärung zurück!Du hast wohl überhaupt keine Ahnung, wovon Du schreibst?
Damit eines zwischen uns hier klar bleibt: Die Medizin in der DDR mag Stasi-durchsetzt gewesen sein, aber es standen alle Wege offen, um sich literaturmäßig up to date zu halten.
Und wer davon keine Ahnung hat, oder hier medizinisches Scheinwissen vortäuscht, gehört angesagt!

VG Huf




Lieber Huf, zeig mir bitte die Stelle, wo ich das Rotmarkierte gesagt habe, bitte..........
Und zum Scheinwissen......ich arbeite selbst im Krankenhaus und dort nicht in der Verwaltung.....
Mit bestem Gruß
Schuddel


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 21:33 | nach oben springen

#33

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:35
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #31
Und im gleichen Atemzug hier Nazi-Ärzte anzuführen, das ist ja wohl die absolute ausverschämte Höhe!

Ich kann mich über die Admins hier diesbezüglich nur wundern!


Das war nur ein Beispiel, das man alles, wenn man will, irgendwie begründen kann. Und wenn es noch so hirnrissig ist, weil ich eine These aufstellen will. Bitte da genau zu lesen. Ich hab hier niemanden verglichen! War vielleicht ein wenig extrem, aber Extremes lese ich hier öfters und schrei auch nicht nach den Admins......


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 21:36 | nach oben springen

#34

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 21:42
von LO-Wahnsinn | 3.495 Beiträge

Zitat
Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf".


Darum ging es mir nicht @Schuddellkind.
Was mir immer wieder aufstösst, und auch im Artikel wieder deutlich zu lesen war, dass sind Journalisten und/oder Historiker, und wie sie alle heissen wollen, die nichts im Sinn haben als Hetze zu betreiben.
Da sind Formulierungen im Artikel, die klar aussagen wohin die Reise gehn soll.
Auch wenn es rechtlich nicht als Volksverhetzung gilt was manche da abziehn, moralisch ist sie es aber ganz sicher.
Und das kotzt mich einfach an, aber richtig.
Und viele die mit dem überein stimmen merken garnicht -und/oder wollen es nicht merken-, dass sie im Glashaus sitzen und mit Steinen, ja regelrecht mit Felsbrocken umsich werfen.
Die meisten Medikamente können, wie ich mal gelesen habe, heute im Labor getestet werden, ohne dabei Tiere oder Menschen zu benutzen.
Doch das ist unheimlich teuer und würde die Gewinne der Pharmakonzerne soweit schmälern, dass sie sich wohl nicht mehr in jeder Grossstadt in der Welt vielgeschossige Glaspaläste bauen können und ihren augedunsteten Wasserkopf finanzieren.
DAS sind die wahren bösen Buben.
Das sind mafiöse Strukturen, die bis in die Büros von Politikern und in die Praxen von Ärzten reichen.
Ja ich weis Verschwörungstheorie.
Hätte es Contergan nicht gegeben, wären die Gesetze vielleicht heute noch zu lasch.
Was nutzen aber die Gesetze hier, wenn sie auf arme Länder ausweichen -die DDR war in dem Sinne ein armes Land- und dort die Menschen für die Gewinnmaximierung benutzen.
Das arme Länder die Hände aufhalten ist logisch, man muss hier garnicht die Rolle der DDR speziell herausarbeiten, doch nur darum gehst den Schmierfinken in manchen Medien.
Das die DDR viele fatale Fehler gemacht hat, wissen sicher alle die darin gelebt haben, wenns nicht so wär, wer weis, vielleicht wär Westdeutschland heute das Armenhaus.
Dieses polemische Gelaber, diese Scharfmacherrei die da betrieben wird, hat nichts mehr mit Aufklärung zutun sondern nur mit Abwertung.
Damit wertet man ein ganzes Volk ab, dass ist -zumindest moralisch- Volksverhetzung was da manche in den Medien veröffentlichen und fällt auch nicht mehr unter Meinungsfreiheit.


Mehr später vielleicht, hab Dein Posting aus Zeitmangel nur kurz überflogen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
josy95 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 22:09
von Fritze (gelöscht)
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Ich hab mich in einem DDR Krankenhaus,ja sogar im Lazrett in Dassow wohler gefühlt als in Einem pieksauberen ,supermodernen Klinikum ,hier im Rheinland.Und das hat nicht an der deftigen Küche der DDR gelegen .Eine Ärztin mit Migrationshintergrund wollte mich als Versuchskaninchen benutzen.Sie war richtig sauer,daß es mir von allein besser ging und so konnte ich nur mit Intervention von einem sehr fähigen Oberarzt ihren Fängen entrinnen.
Warum fällt mir gerade ein Leninzitat ein ?


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#36

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 05.12.2012 22:11
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #34

Zitat
Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf".

Darum ging es mir nicht @Schuddellkind.
Was mir immer wieder aufstösst, und auch im Artikel wieder deutlich zu lesen war, dass sind Journalisten und/oder Historiker, und wie sie alle heissen wollen, die nichts im Sinn haben als Hetze zu betreiben.
Da sind Formulierungen im Artikel, die klar aussagen wohin die Reise gehn soll.
Auch wenn es rechtlich nicht als Volksverhetzung gilt was manche da abziehn, moralisch ist sie es aber ganz sicher.
Und das kotzt mich einfach an, aber richtig.
Und viele die mit dem überein stimmen merken garnicht -und/oder wollen es nicht merken-, dass sie im Glashaus sitzen und mit Steinen, ja regelrecht mit Felsbrocken umsich werfen.
Die meisten Medikamente können, wie ich mal gelesen habe, heute im Labor getestet werden, ohne dabei Tiere oder Menschen zu benutzen.
Doch das ist unheimlich teuer und würde die Gewinne der Pharmakonzerne soweit schmälern, dass sie sich wohl nicht mehr in jeder Grossstadt in der Welt vielgeschossige Glaspaläste bauen können und ihren augedunsteten Wasserkopf finanzieren.
DAS sind die wahren bösen Buben.
Das sind mafiöse Strukturen, die bis in die Büros von Politikern und in die Praxen von Ärzten reichen.
Ja ich weis Verschwörungstheorie.
Hätte es Contergan nicht gegeben, wären die Gesetze vielleicht heute noch zu lasch.
Was nutzen aber die Gesetze hier, wenn sie auf arme Länder ausweichen -die DDR war in dem Sinne ein armes Land- und dort die Menschen für die Gewinnmaximierung benutzen.
Das arme Länder die Hände aufhalten ist logisch, man muss hier garnicht die Rolle der DDR speziell herausarbeiten, doch nur darum gehst den Schmierfinken in manchen Medien.
Das die DDR viele fatale Fehler gemacht hat, wissen sicher alle die darin gelebt haben, wenns nicht so wär, wer weis, vielleicht wär Westdeutschland heute das Armenhaus.
Dieses polemische Gelaber, diese Scharfmacherrei die da betrieben wird, hat nichts mehr mit Aufklärung zutun sondern nur mit Abwertung.
Damit wertet man ein ganzes Volk ab, dass ist -zumindest moralisch- Volksverhetzung was da manche in den Medien veröffentlichen und fällt auch nicht mehr unter Meinungsfreiheit.


Mehr später vielleicht, hab Dein Posting aus Zeitmangel nur kurz überflogen.



Lieber Rainer,
soweit liegen unsere Meinungen gar nicht auseinander. Die wahren "Schuldigen" sind sicherlich die Pharmaindustrie, keine Frage. Es ist auch keine Verschwörungstheorie, dass da mafiöse Strukturen bis in den Bundestag und die Arztpraxen reichen ( Krankenhäuser nicht vergessen....), sondern ein offenes Geheimnis. Da geht es um Geld, viel Geld. Da werden auch schonmal Studien bei Ärzten in Auftrag gegeben, wo das "Ergebnis" im vornerein feststeht........
In versteh nur nicht, warum solche Berichte immer als Generalangriff auf die "DDR-Bevölkerung" angesehen werden. Die hatten doch damit gar nichts zu tun. Angegriffen wird doch das DDR-Regime, also die SED-Diktatur. Was daran Volksverhetzung sein soll, erschließt sich mir nicht.
Die Sache ist doch die: Wären die westlichen Pharmakonzerne an die DDR herangetreten und hätten ihnen Geld für Tests angeboten und die Führung hätte das angenommen, wär das ja vielleicht noch in Ordnung gegangen und die eigentlichen "Bösen" wär die Pharmaindustrie gewesen. In diesem Fall hat sich aber die Staatsführung der DDR zuerst, aufgrund immer klammen Devisenmitteln, Gedanken gemacht, wie sie vielleicht an Kohle kommen könnten. Und dann sind sie an die westdeutschen Pharmariesen herangetreten und haben ihnen das Angebot gemacht. Das ist das Perfide an der Sache.
Auf was für Ideen wären die noch gekommen? *Vorsicht Ironie* Man hätte ja vielleicht eine gewisse, natürlich streng geprüfte, Menge der weiblichen Bevölkerung in der BRD auf den Strich schicken können.......hätte auch Kohle gebracht.
Ich hoffe, ich konnte dir klarmachen, worum es mir geht.


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 05.12.2012 22:58 | nach oben springen

#37

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 06.12.2012 12:35
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #34

Zitat
Man kann, wenn man will, sich alles schön reden, frei nach dem Motto" Es kann nicht sein, was nicht sein darf".

Darum ging es mir nicht @Schuddellkind.
Was mir immer wieder aufstösst, und auch im Artikel wieder deutlich zu lesen war, dass sind Journalisten und/oder Historiker, und wie sie alle heissen wollen, die nichts im Sinn haben als Hetze zu betreiben.
Da sind Formulierungen im Artikel, die klar aussagen wohin die Reise gehn soll.
Auch wenn es rechtlich nicht als Volksverhetzung gilt was manche da abziehn, moralisch ist sie es aber ganz sicher.
Und das kotzt mich einfach an, aber richtig.
Und viele die mit dem überein stimmen merken garnicht -und/oder wollen es nicht merken-, dass sie im Glashaus sitzen und mit Steinen, ja regelrecht mit Felsbrocken umsich werfen.
Die meisten Medikamente können, wie ich mal gelesen habe, heute im Labor getestet werden, ohne dabei Tiere oder Menschen zu benutzen.
Doch das ist unheimlich teuer und würde die Gewinne der Pharmakonzerne soweit schmälern, dass sie sich wohl nicht mehr in jeder Grossstadt in der Welt vielgeschossige Glaspaläste bauen können und ihren augedunsteten Wasserkopf finanzieren.
DAS sind die wahren bösen Buben.
Das sind mafiöse Strukturen, die bis in die Büros von Politikern und in die Praxen von Ärzten reichen.
Ja ich weis Verschwörungstheorie.
Hätte es Contergan nicht gegeben, wären die Gesetze vielleicht heute noch zu lasch.
Was nutzen aber die Gesetze hier, wenn sie auf arme Länder ausweichen -die DDR war in dem Sinne ein armes Land- und dort die Menschen für die Gewinnmaximierung benutzen.
Das arme Länder die Hände aufhalten ist logisch, man muss hier garnicht die Rolle der DDR speziell herausarbeiten, doch nur darum gehst den Schmierfinken in manchen Medien.
Das die DDR viele fatale Fehler gemacht hat, wissen sicher alle die darin gelebt haben, wenns nicht so wär, wer weis, vielleicht wär Westdeutschland heute das Armenhaus.
Dieses polemische Gelaber, diese Scharfmacherrei die da betrieben wird, hat nichts mehr mit Aufklärung zutun sondern nur mit Abwertung.
Damit wertet man ein ganzes Volk ab, dass ist -zumindest moralisch- Volksverhetzung was da manche in den Medien veröffentlichen und fällt auch nicht mehr unter Meinungsfreiheit.


Mehr später vielleicht, hab Dein Posting aus Zeitmangel nur kurz überflogen.






@lLO- Wahnsinn, ich kann Dir wieder nur beipflichten, besonders was Deine letzten beiden Sätze anbelangt.

Es ist wirklich verwerflich und juristisch als auch moralisch höchst bedenklich, wenn für Medikamententests in arme, vielleicht noch massiv vom Analphabetentum durchsetzte Länder zurückgegriffen wird. Hier sind wieder die schwarzen Schaafe, die eine ganze Branche in Verruf bringen. Die noch schwärzeren Schaafe sitzen m. Ea. aber in der Politik, die es nicht fertigbringt, hier gegen massiv und mit drakonischen Strafen bis hin zum Lizenzentzug vorzugehen. Eben wie Du schon so treffend feststellst, mafiose Strukturen.

Das man Ärzte als Halbgötter in Weiß bezeichnet, ist auch nichts Unbekanntes. Aber auch hier wieder, einige wenige schwarze Schaafe beschädigen nachhaltig das Image einer ganzen Branche und arrangierter Mediziner. Angefangen vom "kleinen" Land- oder Hausarzt (@Ex- Huf, bitte nicht böse sein wegen dem "kleinen"...)bis zum großen Professor an einer Uniklinik oder wo auch immer. Zumindest in Mitteleuropa liegt es aber auch am einigermaßen gebildeten Patienten selbst mit, nicht jeder Dame, jedem Herren in Weiß blind zu vertrauen. Hab selbst auch schon meine Negativerfahrungen gemacht. Zu DDR- Zeiten genau wie jetzt. Zu vergessen auch nicht, Ärzte waren und sind auch keine Wundermenschen. Es gab und gibt schon einige Korifeen, die medizinisch revulutionäre Verfahren entwickelt haben, was tausenden von Menschen das Leben gerettet oder erheblich verlängert hat, sie von Pein und Schmerz befreit hat Leicht zu messen an der immer weiter steigenden Lebenserwartung. Aber auch hier tun sich moralische Grenzen auf.

Medizin und vor allem ihre Erfolge brauchen immer ein gewisses Glück mit zum Erfolg. Ein Restrisiko wird sich nie und nimmer ausschließen lassen. Sonst mßten wir ja irgendwie zum hochtechnisierten Computermenschen, einer Art Roboter oder Allien mutieren, an dem man nur noch ein Ersatzteil tauschen braucht. Die wirren Denkschemata einiger scheinen auch schon dahinzugehen...!

Selbst bin ich z. Bsp. ein Verfechter der aktiven Sterbehilfe in medizinisch begründeten Extremfällen. Z. Bsp. möchte ich nie an irgendwelchen Maschinen angeschlossen mein Leben verlängert wissen, ohne jemals eine Chance auf Genesung zu haben. Dafür trage ich auch für den Fall eines plötzlichen Unfalls immer eine kurze und knappe Patientenverfügung in meinem Organspendeausweis dabei. Nach dem Tod sollte uns, mir alles einigermaßen egal sein. Was nicht unter das "einigermaßen" fällt, ist u. a. die Tatsache, das ich meinen Körper nicht dafür zur Verfügung stelle, mit maschinentechnischer Medizin mein Leben real- sinnlos zu verlängern und damit noch Profit auf Kosten der Allgemeinheit, sprich der beitragszahlenden Versicherten zu machen. Dieses Geld ist woanders, nämlich bei kranken Menschen besser eingesetzt.

Nur leider verkommt auch hier die Moral immer mehr, Krankenkasssen jammern, schwimmen aber teilweise im Geld. Zu sehen an ihren mächtigen Palästen und gut situierten Wasserkopf- Vorstandsetagen. Durch eben auch diese schlechte Vorbildwirkung, die mangelnde Abstrafung schwarzer Schaafe wird auch leider die Zahl der Quacksalber immer mehr. Der Patient, der hier dringend geheilt werden müßte, ist die Politik.

Nichts desto trotz, egal wo und wann auf dieser Welt, Pharmaversuche an unwissenden Menschen durchzuführen, ist vorsätzliche Körperverletzung, im Extremfall Mord. Und das es in diese Richtung einen Beigeschmack in Richtung ehem. DDR gibt, ist bei aller Realität in Blickrichtung auf Sensationsjournalismus leider nicht ganz zu leugenen.

Schwarze Schaafe gab es eben schon immer und überall. Auch in der DDR...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.12.2012 12:36 | nach oben springen

#38

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 07.12.2012 17:54
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #36

In versteh nur nicht, warum solche Berichte immer als Generalangriff auf die "DDR-Bevölkerung" angesehen werden. Die hatten doch damit gar nichts zu tun. Angegriffen wird doch das DDR-Regime, also die SED-Diktatur. Was daran Volksverhetzung sein soll, erschließt sich mir nicht.


Dazu will ich mich mal aus meiner Sicht als Westdeutscher mit Ost-Kontakten äußern.
Wer bei uns in der Schule gut aufgepaßt hat, hat das so gelernt: Da gibt es einerseits "das Regime", gewissenlos und böse, bestehend aus ein paar Greisen und ihren Schergen, Bütteln und Knechten.
Andererseits "das Volk", leidend unter Unrecht und Mangel, ein Teil im Widerstand gegen "das Regime", der größere Teil "hat sich arrangiert" oder "lebt in innerer Emigration". (Ein simples Schwarz-Weiß-Schema. Dasjenige in Gänsefüßchen sind feststehende Redewendungen im West-Polit-Deutsch, eine gute Propaganda kommt mit einem relativ kleinen Wortschatz aus, Stereotypen sind halt eingängiger.)

Ist es aber so einfach? Imho nicht, denn wo will man die Trennungslinie ziehen? Die DDR war nicht nur schwarz und weiß, sondern überwiegend grau (das deckt sich sogar mit unserem Schulwissen), oft auch überraschend bunt.
"Das Volk" zeigte sich keineswegs so homogen Anti wie in unserem SK-Unterricht.
Es gab Menschen, die von ihrem kleinen Staat trotz seiner Fehler und Schwächen überzeugt waren und bereit, für ihn etwas zu leisten.
Manche haben diese Überzeugung geändert, andere nicht. So waren viele Menschen in Beruf oder Freizeit mehr oder minder kleine Teile "des Regimes". Jeder, der durch seinen Beitrag den Staat in Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsorganen am Laufen hielt. Jeder halbwegs loyale Mitarbeiter. So ist "das Regime" untrennbarer Teil der Biographie fast aller DDR-Bürger geworden, die keine aktiven Widerständler waren.

Die "Wende" und die sich in ihrem Zug weiter verschärfende Propaganda nun setzte jeden ex-DDR-Bürger unter einen Rechtfertigungs-und Anpassungsdruck. Verschieden, wie Menschen nun mal sind, reagierten sie auch darauf.
Die einen, vor allem viele, die in der neuen Zeit noch etwas reißen wollten oder mußten, paßten sich so gut sie konnten an diese Erwartungshaltung an und wurden nachträglich zu Widerständlern, erzählen, wie Scheiße alles war, wie sie den Unrechtsstaat nach Kräften beklauten oder anderweitig schädigten und daß sich ihre Leistung jetzt endlich lohne. Ich kann sie verstehen, jeder will leben.
Jedoch kann ich auch sehr gut diejenigen verstehen, die sich durch die diffamierende Propaganda, die das Lebenswerk von Millionen von Menschen in den Dreck tritt, angegriffen fühlen, denn, wer "das Regime" pauschal angreift, greift auch den Heizer im Heizkraftwerk an, er sorgte auch im Staaasie-Objekt für warme Heizkörper und ließ auch die Glühbirne in der "Folterzelle" leuchten. Vielleicht war er sogar IM, nicht, um Leute in die Pfanne zu hauen, sondern einfach, um Schaden von seinem Heimatland abzuwenden. Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten.
Aber Propaganda hat es nicht nötig, Unterschiede zu machen.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


DoreHolm, josy95 und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 07.12.2012 18:17
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #38
Hallo,

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #36

In versteh nur nicht, warum solche Berichte immer als Generalangriff auf die "DDR-Bevölkerung" angesehen werden. Die hatten doch damit gar nichts zu tun. Angegriffen wird doch das DDR-Regime, also die SED-Diktatur. Was daran Volksverhetzung sein soll, erschließt sich mir nicht.


Dazu will ich mich mal aus meiner Sicht als Westdeutscher mit Ost-Kontakten äußern.
Wer bei uns in der Schule gut aufgepaßt hat, hat das so gelernt: Da gibt es einerseits "das Regime", gewissenlos und böse, bestehend aus ein paar Greisen und ihren Schergen, Bütteln und Knechten.
Andererseits "das Volk", leidend unter Unrecht und Mangel, ein Teil im Widerstand gegen "das Regime", der größere Teil "hat sich arrangiert" oder "lebt in innerer Emigration". (Ein simples Schwarz-Weiß-Schema. Dasjenige in Gänsefüßchen sind feststehende Redewendungen im West-Polit-Deutsch, eine gute Propaganda kommt mit einem relativ kleinen Wortschatz aus, Stereotypen sind halt eingängiger.)

Ist es aber so einfach? Imho nicht, denn wo will man die Trennungslinie ziehen? Die DDR war nicht nur schwarz und weiß, sondern überwiegend grau (das deckt sich sogar mit unserem Schulwissen), oft auch überraschend bunt.
"Das Volk" zeigte sich keineswegs so homogen Anti wie in unserem SK-Unterricht.
Es gab Menschen, die von ihrem kleinen Staat trotz seiner Fehler und Schwächen überzeugt waren und bereit, für ihn etwas zu leisten.
Manche haben diese Überzeugung geändert, andere nicht. So waren viele Menschen in Beruf oder Freizeit mehr oder minder kleine Teile "des Regimes". Jeder, der durch seinen Beitrag den Staat in Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsorganen am Laufen hielt. Jeder halbwegs loyale Mitarbeiter. So ist "das Regime" untrennbarer Teil der Biographie fast aller DDR-Bürger geworden, die keine aktiven Widerständler waren.

Die "Wende" und die sich in ihrem Zug weiter verschärfende Propaganda nun setzte jeden ex-DDR-Bürger unter einen Rechtfertigungs-und Anpassungsdruck. Verschieden, wie Menschen nun mal sind, reagierten sie auch darauf.
Die einen, vor allem viele, die in der neuen Zeit noch etwas reißen wollten oder mußten, paßten sich so gut sie konnten an diese Erwartungshaltung an und wurden nachträglich zu Widerständlern, erzählen, wie Scheiße alles war, wie sie den Unrechtsstaat nach Kräften beklauten oder anderweitig schädigten und daß sich ihre Leistung jetzt endlich lohne. Ich kann sie verstehen, jeder will leben.
Jedoch kann ich auch sehr gut diejenigen verstehen, die sich durch die diffamierende Propaganda, die das Lebenswerk von Millionen von Menschen in den Dreck tritt, angegriffen fühlen, denn, wer "das Regime" pauschal angreift, greift auch den Heizer im Heizkraftwerk an, er sorgte auch im Staaasie-Objekt für warme Heizkörper und ließ auch die Glühbirne in der "Folterzelle" leuchten. Vielleicht war er sogar IM, nicht, um Leute in die Pfanne zu hauen, sondern einfach, um Schaden von seinem Heimatland abzuwenden. Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten.
Aber Propaganda hat es nicht nötig, Unterschiede zu machen.

Grüße aus Hessen




Endlich mal wieder ein Beitrag dem ich voll zustimmen kann,danke für diese sachliche Einschätzung


94 und OlsenWeilrode haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Tests und Tote - Pharmaversuche an DDR-Bürgern

in Leben in der DDR 07.12.2012 19:28
von DoreHolm | 7.709 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #38
Hallo,

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #36

In versteh nur nicht, warum solche Berichte immer als Generalangriff auf die "DDR-Bevölkerung" angesehen werden. Die hatten doch damit gar nichts zu tun. Angegriffen wird doch das DDR-Regime, also die SED-Diktatur. Was daran Volksverhetzung sein soll, erschließt sich mir nicht.


Dazu will ich mich mal aus meiner Sicht als Westdeutscher mit Ost-Kontakten äußern.
Wer bei uns in der Schule gut aufgepaßt hat, hat das so gelernt: Da gibt es einerseits "das Regime", gewissenlos und böse, bestehend aus ein paar Greisen und ihren Schergen, Bütteln und Knechten.
Andererseits "das Volk", leidend unter Unrecht und Mangel, ein Teil im Widerstand gegen "das Regime", der größere Teil "hat sich arrangiert" oder "lebt in innerer Emigration". (Ein simples Schwarz-Weiß-Schema. Dasjenige in Gänsefüßchen sind feststehende Redewendungen im West-Polit-Deutsch, eine gute Propaganda kommt mit einem relativ kleinen Wortschatz aus, Stereotypen sind halt eingängiger.)

Ist es aber so einfach? Imho nicht, denn wo will man die Trennungslinie ziehen? Die DDR war nicht nur schwarz und weiß, sondern überwiegend grau (das deckt sich sogar mit unserem Schulwissen), oft auch überraschend bunt.
"Das Volk" zeigte sich keineswegs so homogen Anti wie in unserem SK-Unterricht.
Es gab Menschen, die von ihrem kleinen Staat trotz seiner Fehler und Schwächen überzeugt waren und bereit, für ihn etwas zu leisten.
Manche haben diese Überzeugung geändert, andere nicht. So waren viele Menschen in Beruf oder Freizeit mehr oder minder kleine Teile "des Regimes". Jeder, der durch seinen Beitrag den Staat in Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsorganen am Laufen hielt. Jeder halbwegs loyale Mitarbeiter. So ist "das Regime" untrennbarer Teil der Biographie fast aller DDR-Bürger geworden, die keine aktiven Widerständler waren.

Die "Wende" und die sich in ihrem Zug weiter verschärfende Propaganda nun setzte jeden ex-DDR-Bürger unter einen Rechtfertigungs-und Anpassungsdruck. Verschieden, wie Menschen nun mal sind, reagierten sie auch darauf.
Die einen, vor allem viele, die in der neuen Zeit noch etwas reißen wollten oder mußten, paßten sich so gut sie konnten an diese Erwartungshaltung an und wurden nachträglich zu Widerständlern, erzählen, wie Scheiße alles war, wie sie den Unrechtsstaat nach Kräften beklauten oder anderweitig schädigten und daß sich ihre Leistung jetzt endlich lohne. Ich kann sie verstehen, jeder will leben.
Jedoch kann ich auch sehr gut diejenigen verstehen, die sich durch die diffamierende Propaganda, die das Lebenswerk von Millionen von Menschen in den Dreck tritt, angegriffen fühlen, denn, wer "das Regime" pauschal angreift, greift auch den Heizer im Heizkraftwerk an, er sorgte auch im Staaasie-Objekt für warme Heizkörper und ließ auch die Glühbirne in der "Folterzelle" leuchten. Vielleicht war er sogar IM, nicht, um Leute in die Pfanne zu hauen, sondern einfach, um Schaden von seinem Heimatland abzuwenden. Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten.
Aber Propaganda hat es nicht nötig, Unterschiede zu machen.

Grüße aus Hessen



Leider ist dieses Wissen um die DDR nicht Allgemeingut der westdeutschen Bevölkerung. Meist wird sich doch wohler gefühlt in der durch Medien und Politikern des mittleren und mehr konservativen Lagers noch kolportierten Meinung, daß es im Westen in jeder Hinsicht doch besser war und (fast) alles richtig gemacht wurde. Mit dieser vorherrschenden Meinung werde wir wohl leben müssen und ich hatte es schon mal woanders gesagt, es ist die verdammte Pflicht eines Jeden, der es besser weiß, dies auch so zu sagen und der jüngeren Generation auf den Weg zu geben, nicht alles für bare Münze zu nehmen, was ihnen im Unterricht, von Politiukern und den Medien diesbezüglich und auch zu anderen Themen erzählt wird.



OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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