#101

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 30.11.2012 18:55
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #93

Wenige wurden bekannt, Gabriele Gast, Rainer Rupp, stehen in der Öffentlichkeit, teils bedingt durch ihre exponente Stellung in der Aufklärung, teils durch ihren persönlichen Leidensweg.
Die grosse Mehrzahl von ihnen ist öffentlich aber unbekannt, namenslos. Viele akzeptieren das, obwohl sie aufgrund von Drangsalierungen vielleicht Grund hätten sich öffentlich zu melden. Ihnen gebührt meine Hochachtung. Andere suchen weiter nach Anerkennung und schreiben Bücher oder beschreiben ihre Heldentaten in Foren ... Diese verstehe ich weniger.


Vielleicht interpretierst Du das einfach nur als Heldentaten.
Es geht nicht um Anerkennung und Verklaerung.
Es geht darum,Unwahrheiten entgegen zu treten.Wer sollte besser aus diesem Metier berichten als ehemals Handelnde.
Manche schrieben ihre Buecher nach Jahren von Haft.Inwieweit bereits vor dieser Zeit Unsinn und Vorurteile erzeugt wurden kann man auch hier ersehen.
Wuerdest Du Dir von Unbeteiligten Deinen Job,Deinen Lebenslauf und persoenliche Emotionen vorfabulieren lassen...
Am Besten kennt man sich wohl selbst.

..und das Agenten Buecher ueber die Zeit des Kalten Krieges schreiben,ist kein Monopol ehemaliger DDR-Spione.


zuletzt bearbeitet 30.11.2012 19:36 | nach oben springen

#102

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 30.11.2012 19:23
von utkieker | 2.913 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #99
[quote]S51
Falls Du mich meintest: Ist bestimmt kein Neid. Ich "stürze" mich auch nicht drauf. VIelmehr habe ich als Normalbürger, der nichts mit Geheimdiensten zu tun hat und hatte, einfach mal meine Meinung gesagt und als Beleg mehrere Erfahrungen gebracht, die einfach aus meinem Leben stammten. Ich habe eben einfach keine Sympathien für Geheimdienste. Nachdem das hier der zweite aktuelle Thread in die Richtung ist, mit der Ergänzung um das Thema Psychologie, passte es vielleicht sogar ganz gut.

Hallo Harzwanderer,

Ich kann deine Apathie gegenüber den Geheimdiensten durchaus nachvollziehen. Aber egal ob Sympathie oder Apathie, die Geheimdienste existierten bzw. existieren wahrhaftig. Nachvollziehbar auch, daß keine aktiven Geheimdienstler sich hier zu Wort melden. Aber das Intresse wie funktioniert Geheimdienst, scheint zu mindestens in diesem Forum recht groß zu sein, fernab von Johnny English, James Bond und bestimmten Print- Medien!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß noch vorhandene Geheimdienste grundlegend anders funktionieren.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#103

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 30.11.2012 19:39
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Nur mal so am Rande, eine starke Frau (Larissa) gibt sich die Ehre uns in ihr Leben einblicken zu lassen.
Die meisten von uns haben kein reales Bild im Avatar und geben nicht einmal ihr Geburtsdatum preis.
Als Mann sollte man einer solch mutigen Frau einfach die Ehre erweisen, im normalen Leben mit einer Verbeugung, im I-Net einfach mit Respekt.


seaman, utkieker, mannomann14, damals wars, furry, exgakl und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2012 09:44 | nach oben springen

#104

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 30.11.2012 19:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #95
Zitat von Larissa im Beitrag #74
Aber die Information aus dem Herzstück eines Agentenlebens hinzustellen als Schmuss, ist ziemlich überheblich.





Hallo Larissa!
Eigentlich hatte ich versprochen,nichts mehr zu dem Thema zu schreiben.Aber einmal muß ich noch.Kann das so nicht stehen lassen.
Wir haben natürlich beide eine Problem,die Sprache, und das 100%verstehen der Selbigen.
Wenn Du hier ich englisch schreiben würdest,wäre ich völlig erledigt.Bei mir reicht es da gerade mal für den Urlaub.
Wenn ich etwas zu Schmuß gesagt habe,meine ich natürlich nicht die Arbeit, die Du, und viele Andere getan haben.Es könnte sein,daß das was ich dabei meine, für Dich sprachtechnisch etwas schwierig zu verstehen ist und damit zu Mißverständnissen führt.Andere,sicher auch Seamann,wissen aber ganz genau was ich meine und wenn sie das empört zurückweisen, ohne mir meine Auffassung konkret zu wiederlegen,halte ich das für nicht sonderlich glaubwürdig.Ich muß es noch drastischer sagen,solches gefällt mir ganz und garnicht.Es zwingt sich mir nämlich das Gefühl auf,der"Schmuß"soll weiter zementiert werden.
Aber wie schon geschrieben,eigentlich verstehe ich von dem konkreten Sachverhalt viel zuwenig,und an einer ernsthaften Widerlegung meiner Zweifel scheint keiner ein ernsthaftes Interesse zu haben.Oder es gibt hier niemanden,der das konkret widerlegen kann,diese Möglichkeit besteht ja auch.Ich klinke mich also erstmal(will mal vorsichtig sein)aus,lese aber weiter interessiert mit.


Das von mir markierte Wort Schmus wird hier fortwährend orthografisch falsch geschrieben. Larissa schrieb in irgendeinem Post, dass sie das Wort nicht versteht. In dieser falschen Schreibweise findet sie es auch in keinem Dictionary. Also Larissa unter Schmus gucken, da findest du die Übersetzung. Soll nur eine Hilfe sein, keine Besserwessierei


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#105

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 10:46
von Gelöschtes Mitglied
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Lesens- und empfehlenswert !!!



Bernd Fischer
Der Große Bruder
Wie die Geheimdienste der DDR und der UdSSR zusammenarbeiteten Band 7 der Geschichte der HV A
Rote Reihe / Verlag Edition Ost

ISBN 978-3-360-01839-7

224 Seiten
12,5 x 21,0 cm
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Die Auslandsnachrichtendienste der DDR und der Sowjetunion kooperierten auf internationaler Bühne. Insbesondere mit ihrer Industriespionage stützte die HV A auch die Wirtschaft der UdSSR, indem sie Spitzentechnologien aus dem Westen besorgte, die auf der CoCom-Liste standen. Der Autor, Oberst a.D. Bernd Fischer, wickelte 1990 nicht nur die Auslandsaufklärung der DDR ab, sondern gewann zuvor auch tiefe Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Bruderorgan. Erstmals berichtet ein Insider über die Kooperation von HV A und KGB.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 01.12.2012 10:46 | nach oben springen

#106

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 13:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #104
Zitat von KARNAK im Beitrag #95
Zitat von Larissa im Beitrag #74
Aber die Information aus dem Herzstück eines Agentenlebens hinzustellen als Schmuss, ist ziemlich überheblich.



Hallo Larissa!
Eigentlich hatte ich versprochen,nichts mehr zu dem Thema zu schreiben.Aber einmal muß ich noch.Kann das so nicht stehen lassen.
Wir haben natürlich beide eine Problem,die Sprache, und das 100%verstehen der Selbigen.
Wenn Du hier ich englisch schreiben würdest,wäre ich völlig erledigt.Bei mir reicht es da gerade mal für den Urlaub.
Wenn ich etwas zu Schmuß gesagt habe,meine ich natürlich nicht die Arbeit, die Du, und viele Andere getan haben.Es könnte sein,daß das was ich dabei meine, für Dich sprachtechnisch etwas schwierig zu verstehen ist und damit zu Mißverständnissen führt.Andere,sicher auch Seamann,wissen aber ganz genau was ich meine und wenn sie das empört zurückweisen, ohne mir meine Auffassung konkret zu wiederlegen,halte ich das für nicht sonderlich glaubwürdig.Ich muß es noch drastischer sagen,solches gefällt mir ganz und garnicht.Es zwingt sich mir nämlich das Gefühl auf,der"Schmuß"soll weiter zementiert werden.
Aber wie schon geschrieben,eigentlich verstehe ich von dem konkreten Sachverhalt viel zuwenig,und an einer ernsthaften Widerlegung meiner Zweifel scheint keiner ein ernsthaftes Interesse zu haben.Oder es gibt hier niemanden,der das konkret widerlegen kann,diese Möglichkeit besteht ja auch.Ich klinke mich also erstmal(will mal vorsichtig sein)aus,lese aber weiter interessiert mit.


Das von mir markierte Wort Schmus wird hier fortwährend orthografisch falsch geschrieben. Larissa schrieb in irgendeinem Post, dass sie das Wort nicht versteht. In dieser falschen Schreibweise findet sie es auch in keinem Dictionary. Also Larissa unter Schmus gucken, da findest du die Übersetzung. Soll nur eine Hilfe sein, keine Besserwessierei



Vielen Dank Gert, das ist ganz lieb von Dir, habe ich nachgesehen. schmeichelnde Worte Nimm seine Worte nicht ernst – das ist doch alles nur Schmus! Stellt schon den Menschen als Lügner hin, so sehe ich. ich kann sehr ungehalten werden, wenn Aussagen von Seaman so sehr auseinandergezerrt und verunglimpfet werden.Auch das wir werden überleben und weitermachen. Wenn einer ernsthaft zweifeln würde, dass ich in meinem Alter aus Flugzeugen springe, dann könnte ich es verstehn. Ich weiss wer ich bin und was ich getan habe, auch wenn andere dies selbst nach Einstellung von Dokumenten hier das nicht wahr haben wollen.
Andere wissen es sicher. In diesem Zusammenhang: Sage niemals nie. Wen ich gestern Abend traf aus einer deutschen Institution, und was für ein mehrstündiges gutes Gespräch ich hatte mit diesem Menschen auf dem get-together. Er lebt hier, ist nicht aus dem Forum, wie einige schon vermuten. Was sicher unter u.U. nie ausgeschlossen werden könnte.
Während wir beide uns stundenlang über Politik und über diverses andere uns unterhielten zu diesem Thema, waren die anderen mit Feiern beschaftigt. Ein vorsichtiges Gespräch war es, von meiner Seite ganz sicher wie immer, aber auch von seiner Seite aus. Wir filzten uns beide unterschwellig bis zum Ende des Abends, bis er meinen richtigen Namen nannte, und ich dann sagte ihm auf den Kopf zu, aus welchem Haus er kommt. Ich habe nie geglaubt, hier im Verborgenen weiterhin blühen zu können in der abgelegenen Abgeschiedenheit, aber, c'est la vie. Kein Schmus.


zuletzt bearbeitet 01.12.2012 14:37 | nach oben springen

#107

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 14:44
von Gelöschtes Mitglied
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Kleiner Einwurf hier. Ich habe gestern einen Bericht des 1977 verunglueckten Francis Gary Powers gesehen, der 1960 auf einem sogenannten reconnaissance Flug über die Sowjetunion abgeschossen und vor Gericht gestellt wurden. Diese Geschichte kennt fast jeder, der Captain der US Luftwaffe wurde ausgetauscht.
Ein sehenswerter Bericht. Ich war beeindruckt von den Aussagen des Sohnes gleichen Namens, der sehr eindeutig und in allen Einzelheiten zur Zeitgeschichte aussagte und die USA Politik zur damaligen Zeit kommentierte. Er sagte klipp und klar, dass die US Regierung zu der damaligen Zeit völlig falsche Angaben zum Hergang und zum Geschehen gemacht hat, als behauptet wurde von US Seite, dass sein Vater nicht über der Sowjetunion abgeschossen wurde. Er gab an, dass insgesamt 62 solcher Aufklärungs-Flüge in dieser Zeit über das Territorium der Sowjetunion geflogen wurden und von ca. 1946 bis 1991 über 100 Mitarbeiter der sogenannten - Peacetime Airborne Reconaissance - Aufklaerungsflügen des US Militärs in Friedenszeiten, festgenommen worden sind.

Was in diesen Jahren des Kalten Kriegs an Aufklärung beidseitig erfolgte war Spionage, ganz klar. Nur darf hierbei das Wort Arbeit für den
Frieden nicht erwähnt werden, vornehmlich nicht für die von westlicher Seite abstrus genannten Kundschafter, die bezeichnet wurden oftmals als Friedensengel.
Heute werden schönere Namen für Kriege erfunden. Die Kriege selbst, wie Iraqi Peace Operation, erhalten fein definierte Namen. Früher nannte man Krieg Krieg, heute sind es Peace Operations oder Friedens-Missionen, oder Peace keeping Operations, Einsätze zum Erhalt des Friedens (wo längst schon es knallt an allen Enden und Ecken).
Nicht nur die Rede von Militärspionage, aber bleiben wir dabei. Fliegt ein Agent auf, dann ist er heute noch ein Spion. Einen schöneren Namen hat man dafür noch nicht gefunden. Der Gegener ist und bleibt ein Spion, und bei dem, anders als auf den Kriegsspielplätzen der Welt, darf die Aussage, Arbeit für den Frieden immer schon ins Lächerliche gezogen werden. Wenn Agenten sich nicht nur in ‚Friedensgebiete‘ aufhalten, sondern auf Kriegsschauplätze zu finden sind, dann heute wie damals darf diese Arbeit nicht als Friedensmission genannt werden. Im Vergleich zu den anderen schoenen Namen......bitte, ist das nicht Paradox?
see y'all later alligators,
Larissa


zuletzt bearbeitet 01.12.2012 14:46 | nach oben springen

#108

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 14:48
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank


Intellektuelle spielen Telecaster
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#109

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 15:36
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank


Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....


zuletzt bearbeitet 01.12.2012 15:45 | nach oben springen

#110

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 15:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #109
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank




Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....



Mein Vater hat das Grauen des Krieges als junger Mann erlebt.
Ostfeldzug; Stalingrad, fast 10 Jahre Gefangenschaft in Sibirien, als ich geboren wurde war er schon relativ alt mit 40 Jahren, aber er hat aus seinem Erlebten nie etwas euphorisches gemacht oder sich selbst bedauert, es war einfach ein Teil des Lebens dieser Generation.
Für mich spürte ich eine Verpflichtung einen Mann der so etwas durchleben musste mehr Achtung entgegenzubringen als einem Vater XY.
Ansagen von seiner Seite waren für mich Gesetz, da gab es kein Gegenreagieren.
Das waren starke Menschen, leidensfähig und doch, oder eventuell deshalb so unabgehoben und voller Güte.
Wir haben die Tendenz uns selbst zu beweinen, die DDR wurde uns genommen, wir stehen im Lebenskampf.
Mein Vater war froh nicht ganz einfach verhungern zu müssen und hat im Kessel seine Stiefel gegessen.
Was sind unsere "Sorgen" gegen diese?


seaman und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2012 15:59 | nach oben springen

#111

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 16:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #110
Zitat von seaman im Beitrag #109
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank




Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....



Mein Vater hat das Grauen des Krieges als junger Mann erlebt.
Ostfeldzug; Stalingrad, fast 10 Jahre Gefangenschaft in Sibirien, als ich geboren wurde war er schon relativ alt mit 40 Jahren, aber er hat aus seinem Erlebten nie etwas euphorisches gemacht oder sich selbst bedauert, es war einfach ein Teil des Lebens dieser Generation.
Für mich spürte ich eine Verpflichtung einen Mann der so etwas durchleben musste mehr Achtung entgegenzubringen als einem Vater XY.
Ansagen von seiner Seite waren für mich Gesetz, da gab es kein Gegenreagieren.
Das waren starke Menschen, leidensfähig und doch, oder eventuell deshalb so unabgehoben und voller Güte.


Oh Man(n),@Grenzwolf,wie Recht du hast,besser kann man es nicht ausdrücken.
Nur bei mir war es nicht meinVater,sondern beide Großväter und der Opa meiner Frau.
2 waren in russischer Gefangenschaft und einer wurde in Frankreich "geschnappt" und nach Ottawa in Canada gebracht.
Was die sagten war Gesetz,wir hatten immer Respekt vor ihnen und sie waren so voller Würde und Güte,ohne jemals zu klagen.

Gruß ek40


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#112

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 16:06
von seaman | 3.487 Beiträge

Aus dieser Erfahrung heraus,haben sich mal Menschen eingesetzt,um das unwiederholbar zu machen.
Kriege verhindern!!


passport, LO-driver und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2012 16:06 | nach oben springen

#113

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 16:12
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ek40 im Beitrag #111
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #110
Zitat von seaman im Beitrag #109
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank




Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....



Mein Vater hat das Grauen des Krieges als junger Mann erlebt.
Ostfeldzug; Stalingrad, fast 10 Jahre Gefangenschaft in Sibirien, als ich geboren wurde war er schon relativ alt mit 40 Jahren, aber er hat aus seinem Erlebten nie etwas euphorisches gemacht oder sich selbst bedauert, es war einfach ein Teil des Lebens dieser Generation.
Für mich spürte ich eine Verpflichtung einen Mann der so etwas durchleben musste mehr Achtung entgegenzubringen als einem Vater XY.
Ansagen von seiner Seite waren für mich Gesetz, da gab es kein Gegenreagieren.
Das waren starke Menschen, leidensfähig und doch, oder eventuell deshalb so unabgehoben und voller Güte.


Oh Man(n),@Grenzwolf,wie Recht du hast,besser kann man es nicht ausdrücken.
Nur bei mir war es nicht meinVater,sondern beide Großväter und der Opa meiner Frau.
2 waren in russischer Gefangenschaft und einer wurde in Frankreich "geschnappt" und nach Ottawa in Canada gebracht.
Was die sagten war Gesetz,wir hatten immer Respekt vor ihnen und sie waren so voller Würde und Güte,ohne jemals zu klagen.

Gruß ek40


Gar nicht zu reden von meinen Großeltern, da blieben von 4 Söhnen 3 auf dem Feld der Ehre.
Wie wird das wohl sein das Fühlen da?


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#114

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 17:08
von utkieker | 2.913 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #102
[quote=Harzwanderer|p219467][quote]S51
RICHTIGSTELLUNG
Hallo Harzwanderer,

Ich kann deine Apathie gegenüber den Geheimdiensten durchaus nachvollziehen. Aber egal ob Sympathie oder Apathie, die Geheimdienste existierten bzw. existieren wahrhaftig. Nachvollziehbar auch, daß keine aktiven Geheimdienstler sich hier zu Wort melden. Aber das Intresse wie funktioniert Geheimdienst, scheint zu mindestens in diesem Forum recht groß zu sein, fernab von Johnny English, James Bond und bestimmten Print- Medien!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß noch vorhandene Geheimdienste grundlegend anders funktionieren.

Gruß Hartmut!


Die rot markierten Wörter bitte ich durch Antipathie zu ersetzen im Original #102 werde ich sie belassen, soll ruhig jeder sehen, was für ein Esel ich bin!
Ich bedanke mich bei Gert, der auf mein Fehler aufmerksam machte!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 01.12.2012 17:11 | nach oben springen

#115

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 01.12.2012 18:19
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von seaman im Beitrag #109
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank


Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....



Du musst Dich überhaupt nicht entschuldigen. ist richtig was du sagst.
Ich möchte noch hierauf eingehen, aber ich muss mit dem Enkelkind in der Verschwiegenheit der dunklen Nachtaufbrechen.....
vielleicht später oder Morgen.


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#116

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 02.12.2012 13:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Larissa im Beitrag #115
Zitat von seaman im Beitrag #109
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Liebe Larissa, mir kommt zu dem Thema hier gerade eine Frage in den Sinn. Die psychische Belastung eines Agenten scheint mir in der Gesamtheit doch sehr hoch zu sein. Noch mehr, wenn man Doppelagent ist. Auf Jahre betrachtet, schreit das geradezu nach einem Burn-Out. Typische Kompensationsmechanismen zur Vermeidung eines Burn-Outs scheinen mir bei einem Agenten nur schwer umsetztbar zu sein. Gab es solche Fälle eines Agenten mit Burn-Out? Wenn ja, wie wurde darauf von seitens des FO reagiert? Du schriebst ja mal, die Russen könnten alles reparieren......in meinem (laienhaften) Verständniss ist aber "Abschaltung" des Agenten die einzige Möglichkeit, da ein Agent mit Burn-Out ein Sicherheitsrisiko darstellt. Mir ist schon klar, das auf die psychische Belastbarkeit eines Agenten im Vorfeld geachtet wurde, aber wie heißt es so schön.......die Länge trägt die Last!
LG Frank


Entschuldige,wenn ich mich dazu aeussere.
Es ist richtig,dass auf die psychische Belastbarkeit des Agenten im Vorfeld geachtet wurde.....
Sicher gab es auch psychische Probleme bei aktiven Agenten in Ausnahmesituationen.
Den Begriff burn-out gab es in diesem Zusammenhang nicht.Kannte keiner.
Heute erkennt man auch bei BW-Soldaten das PTBS.
So gesehen,muesste die gesamte Generation unserer Vaeter und Muetter,die das Grauen eines Weltkrieges erlebten,davon betroffen gewesen sein....



Du musst Dich überhaupt nicht entschuldigen. ist richtig was du sagst.
Ich möchte noch hierauf eingehen, aber ich muss mit dem Enkelkind in der Verschwiegenheit der dunklen Nachtaufbrechen.....
vielleicht später oder Morgen.


ich schreibe gerade etwas zur Belastbarkeit der Menschen damals und heute, wie es war in schwersten Zeiten und wie die Menschen durchgehalten haben...
DAZU :

Grad im Moment, ZDF.Info, Aerzte, ein Graf, 2 Unternehmer, Kunsthandwerkerin, die sich als "sehr starke Menschen" betrachten, leben auf den Strassen Berlins als Obdachlose, bereits nach einem Tag schwere Einbrueche......


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#117

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 02.12.2012 23:28
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #10
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Mag schon sein, dass es Spionage und Verrat immer schon gegeben hat und vielleicht manchmal sogar auch geben muss, aber die persönliche Faszination an der Sache erschließt sich mir nicht so richtig. Das ist doch eigentlich traurig: Leute werden systematisch belogen, mit Psycho-Tricks ausgenutzt, unter Druck gesetzt, erpresst und so weiter. Im Prinzip alles asoziale Tricks, die dem normalen menschlichen Zusammenleben widersprechen. Auch wenn der Einzelne es vielleicht eher als Abenteuer zu betrachten versucht, dreht sich nicht alles ums Lügen? Das Benutzen und Ausnutzen der Spitzel durch ihre Mutterdienste kommt noch dazu. Im Prinzip ist das doch alles ein menschenverachtendes System, das viele Opfer und gebrochene Seelen hinterlässt.

Ich wollte hier aber sicher niemanden persönlich angreifen und wollte auch diesen Thread nicht irgendwie kaputt machen. Aber nachdem es jetzt schon Nummer 2 ist, wollte ich mal kurz diese Meinung loswerden.


Vielen Dank. No Problem, ruhig nahe treten. Als personlichen Angreifen sehe ich Deine Zeilen nicht an. Wir könnten hier stundenlang diskutieren, und nichts würde uns weiterbringen, weil die Meinungen eben zu weit auseinandergehen. Das Problem der Deutschen im Gegensatz zu Engländern, Amerikanern und Russen wurde bereits dargelegt.
Von Spitzeln ist hier nicht die Rede; die Unterschiede zu Agenten, Verrätern, zu Spitzeln und Denunzianten wurde ziemlich eindeutig geklärt. Als asoziale Tricks würde ich das auch nicht bezeichnen, sondern als übliches Gebahren. Und als erfahrener Mensch im sonstigen Leben kenne ich asoziale Tricks reichlich in vielen Lebensbereichen. Ich kenne viele gebrochene Seelen, die nichts mit Geheimdiensten zu tun hatten. Hier ging es um die Einsetzung psychologischer Mittel.



Nun Larissa, aber an die Agententätigkeit ist doch immer auch eine Erwartungshaltung gebunden.
Man wird auf eine Spur gesetzt und muß liefern, wenn man also delegiert wird, so meint der Vorgesetzte auch, daß dort im Feindesland etwas auszukundschaften ist und wenn der Agent immer wieder ohne das erwartete Ergebnis zurück kommt, weil es eben ein Fehlalarm war, kann das schon frustrierend sein.
So frustriert wie der top- geschulte Feuerwehrmann sein muß, der immer nur Katzen von den Bäumen holt und Bindemittel auf die Ölspur von verunglückten Autos zu streuen hat und nie so richtig zu spektakulären Einsätzen kommt und deshalb vielleicht sogar eines Tages selber das eine oder andere Feuer legt, um seine Existenzberechtigung zu dokumentieren.
Ich weiß, daß ich auf dünnem Eis bin, aber solche Erwartungshaltungen sind auch in anderen Jobs Tag für Tag allgegenwärtig und so wie die Hofberichterstatter parteinaher Zeitungen immer nur das Gelungene hervorheben, ja sogar vollkommen frei erfundene Geschichten als Reportage verkaufen, so wie Politiker dem Volk nach dem Munde reden, um beliebt zu sein, so kann doch auch der Agent sich möglicherweise so selbstvergessen in den Führungsoffizier hineindenken und ihm alles liefern, was er hören will, das halte ich im Einzelfall gar nicht mal für so abwegig.
Der große Unterschied für so aufgelegte Agenten zu irgendwelchen Boulevard- Schreiberlingen ist nun aber, daß deren Ergebnisse und mögliche Fehlinterpretationen der Beobachtungen zu Kriegen führen können, wie im letzten Irak-Konflikt, wo es gar keine Waffenlager gab, aber die Falken im Weißen Haus haben die Agenten schließlich los geschickt und als zahlende Auftraggeber schließlich auch ihr "Gefälligkeitsgutachten" bekommen.
Eine andere Störgröße dieses ganzen Komplexes ist auch die Verwertung der Kundschaftertätigkeit durch die politischen und militärischen Führer der jeweiligen Staaten.
Ist denn ein Agent immer so loyal, seine eigene Interpretation des Vorganges bei der Übermittlung an die Auftraggeber so in den Hintergrund zu stellen, daß in der Folge ausschließlich objektive und wertfreie Daten für die politischen Konsequenzen zur Verfügung stehen ?
Wird er beispielsweise eine observierte Person, der bei der Überführung einer möglicherweise staatsfeindlichen Tat die Todesstrafe drohen würde datenmäßig genauso weiter übermitteln und ans Messer liefern, wie jemanden, der aus einem anderen Staat mit weniger drastischen Strafmaßnahmen stammt ?
Ich muß gestehen, daß ich noch nie einen James- Bond- Film angesehen habe, weil der Stoff wohl tatsächlich eher quoten- als realitätsträchtig sein muß und man will ja vom Fernsehen eigentlich nicht dümmer werden, deshalb sind mir Deine Einlassungen viel wichtiger und plausibler sowieso.



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#118

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 03.12.2012 13:24
von Gelöschtes Mitglied
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Danke Hackel. Deine Fragen beantworte ich chronologisch.
Erwartungshaltung: Wie es hieß am Anfang bereits: ‚mein Feld war breit‘ und wurde erst später ‚eingezäunt‘. Es gab eine Menge zu überbringen, von meinem normalen Arbeitsplatz, über gewisse Informationen zu Menschen, BW, Polizeidienststellen, etc, etc. Und nicht zuletzt dann Informationen zu US Institutionen. Und mein Kamerad mag mich berichtigen, aber ja, diese Erwartungshaltung war nicht nur eine Floskel, sondern wurde von Seiten der Führung ganz deutlich klargemacht.

So frustriert.........Bei mir gab es solche von Dir genannten Frustrationen nicht. Frustriert war ich lediglich, dass der Tag nicht mehr als 24 Stunden hatte. Wir waren rund um die Uhr im Einsatz, wie bereits beschrieben. Das Wort Langeweile kannte ich nicht, weil die NDT eben auch mit dem normalen Beruf und mit meinem sportlichen Verlauf verbunden war. Ganz anders werden die Abläufe bei anderen in weniger großen oder mit größeren Aufgaben oder in Sonderaufgaben eingesetzten Agenten nicht gewesen sein. Frustriert nein und ja, doch, zeitweise war ich frustriert, weil ich ‚nach Hause‘ wollte aus privaten Gruenden.

So kann doch auch der Agent sich möglicherweise so selbstvergessen in den Führungsoffizier hineindenken und ihm alles liefern, was er hören will, das halte ich im Einzelfall gar nicht mal für so abwegig.
Das ist richtig, das ist überhaupt nicht abwegig. Ich muss leider wieder von mir reden. Ich bin eine Person, die schon seit der Kindheit versucht, mehr als 100%ig alles zu machen. Es genügte mir nicht gut nur zu arbeiten, es musste sehr gut sein.

Gefälligkeitsgutachten: Nix Neues. Wir dürfern hierbei nicht vergessen, dass es hat sich gezeigt, dass diese Vorgehensweisen gleichsam und noch weitaus mehr auch Kriege verhindert haben. Es war für mich kein Gefälligkeitsgutachten, sondern abgekartetes Spiel um den Irak. Die Geheimdienste haben (wieder einmal) den Buhmann bekommen. Und die haben einen breiten Rücken, Es ging den Amerikanern nicht um Weapons of mass destruction im Irak, sondern um die Plazierung an Ort und Stelle. Das vereinte Deutschland ging verloren fuer die USA. Diese Standortplazierung der USA ist mittlerweile gut gelungen und ist gute Basis für das weitere Geschehen in der Welt, wobei mit den Zehenspitzen im Iran stehen auch wichtig ist. Die USA war weitab den Geschehnissen, wirtschaftlich und militärisch nicht nur im nahen Osten. Im Falle einer noch nicht erfolgten Annäherung der Chinesen an die Russische Förderation ist Standortsicherung überlebenswichtig für die USA. Also mussten die Geheimdienste wieder einmal her. Gleichgültig was die für Ergebnisse brachten, in den irak zu marschieren war vorprogrammiert. Hierauf könnte später eingegangen werden. Ist ein anderes Thema, aber dennoch, wiederum ging ohne Geheimdienste nichts.
Ist ein Agent immer so loyal, seine eigene Interpretation des Vorganges bei der Übermittlung an die Auftraggeber so in den Hintergrund zu stellen, daß in der Folge ausschließlich objektive und wertfreie Daten für die politischen Konsequenzen zur Verfügung stehen ?
Wird er beispielsweise eine observierte Person, der bei der Überführung einer möglicherweise staatsfeindlichen Tat die Todesstrafe drohen würde datenmäßig genauso weiter übermitteln und ans Messer liefern, wie jemanden, der aus einem anderen Staat mit weniger drastischen Strafmaßnahmen stammt ?

Für mich ganz klar, er/sie würde übermitteln. Im anderen Fall wird er selbst unloyal und ist der eigenen Liquidation ausgesetzt. Ob offen die Todesstrafe bekannt war im Ostblock und den USA damals, es spielten auch andere Geheimdienste diese Gewalt genau so aus. Nur wurden nicht offen Hinrichtungen bekannt, sondern gingen als physische Liquidationen ohne grosses Aufsehen hinter der Bühne vonstatten.

Ich muß gestehen, daß ich noch nie einen James- Bond- Film angesehen habe, weil der Stoff wohl tatsächlich eher quoten- als realitätsträchtig sein muß und man will ja vom Fernsehen eigentlich nicht dümmer werden, deshalb sind mir Deine Einlassungen viel wichtiger und plausibler sowieso.
Hackel, vielen Dank für Dein Interesse. Ich habe auch habe keinen James Bond Film gesehen bis heute. Den alten Befehl habe ich noch im Kopf ‚Du schaust Dir diesen Mist nicht an‘...... Den Trailer des neuen Bond habe ich gesehen gestern im Fernsehen, und ich werde darauf verzichten den Film mir anzusehen, auch wenn ich den Daniel Craig als Mann sehr mag, bin nun mal eine Frau.....

kl.La.korr.


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.12.2012 13:26 | nach oben springen

#119

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 03.12.2012 13:58
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #118
Danke Hackel. Deine Fragen beantworte ich chronologisch.
Erwartungshaltung: Wie es hieß am Anfang bereits: ‚mein Feld war breit‘ und wurde erst später ‚eingezäunt‘. Es gab eine Menge zu überbringen, von meinem normalen Arbeitsplatz, über gewisse Informationen zu Menschen, BW, Polizeidienststellen, etc, etc. Und nicht zuletzt dann Informationen zu US Institutionen. Und mein Kamerad mag mich berichtigen, aber ja, diese Erwartungshaltung war nicht nur eine Floskel, sondern wurde von Seiten der Führung ganz deutlich klargemacht.

So frustriert.........Bei mir gab es solche von Dir genannten Frustrationen nicht. Frustriert war ich lediglich, dass der Tag nicht mehr als 24 Stunden hatte. Wir waren rund um die Uhr im Einsatz, wie bereits beschrieben. Das Wort Langeweile kannte ich nicht, weil die NDT eben auch mit dem normalen Beruf und mit meinem sportlichen Verlauf verbunden war. Ganz anders werden die Abläufe bei anderen in weniger großen oder mit größeren Aufgaben oder in Sonderaufgaben eingesetzten Agenten nicht gewesen sein. Frustriert nein und ja, doch, zeitweise war ich frustriert, weil ich ‚nach Hause‘ wollte aus privaten Gruenden.

So kann doch auch der Agent sich möglicherweise so selbstvergessen in den Führungsoffizier hineindenken und ihm alles liefern, was er hören will, das halte ich im Einzelfall gar nicht mal für so abwegig.
Das ist richtig, das ist überhaupt nicht abwegig. Ich muss leider wieder von mir reden. Ich bin eine Person, die schon seit der Kindheit versucht, mehr als 100%ig alles zu machen. Es genügte mir nicht gut nur zu arbeiten, es musste sehr gut sein.

Gefälligkeitsgutachten: Nix Neues. Wir dürfern hierbei nicht vergessen, dass es hat sich gezeigt, dass diese Vorgehensweisen gleichsam und noch weitaus mehr auch Kriege verhindert haben. Es war für mich kein Gefälligkeitsgutachten, sondern abgekartetes Spiel um den Irak. Die Geheimdienste haben (wieder einmal) den Buhmann bekommen. Und die haben einen breiten Rücken, Es ging den Amerikanern nicht um Weapons of mass destruction im Irak, sondern um die Plazierung an Ort und Stelle. Das vereinte Deutschland ging verloren fuer die USA. Diese Standortplazierung der USA ist mittlerweile gut gelungen und ist gute Basis für das weitere Geschehen in der Welt, wobei mit den Zehenspitzen im Iran stehen auch wichtig ist. Die USA war weitab den Geschehnissen, wirtschaftlich und militärisch nicht nur im nahen Osten. Im Falle einer noch nicht erfolgten Annäherung der Chinesen an die Russische Förderation ist Standortsicherung überlebenswichtig für die USA. Also mussten die Geheimdienste wieder einmal her. Gleichgültig was die für Ergebnisse brachten, in den irak zu marschieren war vorprogrammiert. Hierauf könnte später eingegangen werden. Ist ein anderes Thema, aber dennoch, wiederum ging ohne Geheimdienste nichts.
Ist ein Agent immer so loyal, seine eigene Interpretation des Vorganges bei der Übermittlung an die Auftraggeber so in den Hintergrund zu stellen, daß in der Folge ausschließlich objektive und wertfreie Daten für die politischen Konsequenzen zur Verfügung stehen ?
Wird er beispielsweise eine observierte Person, der bei der Überführung einer möglicherweise staatsfeindlichen Tat die Todesstrafe drohen würde datenmäßig genauso weiter übermitteln und ans Messer liefern, wie jemanden, der aus einem anderen Staat mit weniger drastischen Strafmaßnahmen stammt ?

Für mich ganz klar, er/sie würde übermitteln. Im anderen Fall wird er selbst unloyal und ist der eigenen Liquidation ausgesetzt. Ob offen die Todesstrafe bekannt war im Ostblock und den USA damals, es spielten auch andere Geheimdienste diese Gewalt genau so aus. Nur wurden nicht offen Hinrichtungen bekannt, sondern gingen als physische Liquidationen ohne grosses Aufsehen hinter der Bühne vonstatten.

Ich muß gestehen, daß ich noch nie einen James- Bond- Film angesehen habe, weil der Stoff wohl tatsächlich eher quoten- als realitätsträchtig sein muß und man will ja vom Fernsehen eigentlich nicht dümmer werden, deshalb sind mir Deine Einlassungen viel wichtiger und plausibler sowieso.
Hackel, vielen Dank für Dein Interesse. Ich habe auch habe keinen James Bond Film gesehen bis heute. Den alten Befehl habe ich noch im Kopf ‚Du schaust Dir diesen Mist nicht an‘...... Den Trailer des neuen Bond habe ich gesehen gestern im Fernsehen, und ich werde darauf verzichten den Film mir anzusehen, auch wenn ich den Daniel Craig als Mann sehr mag, bin nun mal eine Frau.....

kl.La.korr.




Erst mal vielen Dank Larissa für Deine ausführlichen Erklärungen, meine Datenbasis für das DDR- Agententum ist leider nur sehr klein, sofern man IM's überhaupt in dieser Kategorie unterbringen kann.
Meine Bekanntschaft mit einem möglicherweise echten Spion im Zusammenhang mit meiner Hamburg- Reise Anfang 1989 ist eine ziemlich einseitige Angelegenheit gewesen.
Jener Egon, der sich immer in der Nähe unserer Reisegruppe aufhielt und wie sich nachträglich heraus stellte eben nicht Mitglied des CVJM (unseren Gastgebern in St. Georg) sondern vom Verfassungsschutz war, hörte immer nur interessiert zu und antwortete kaum detailliert auf mich interessierende Fragen, z.B. zum Streikrecht in der BRD, zur Organisation der Bundesbahn...eben alles was mich im fremden Land interessierte.
Vielmehr machte er es tatsächlich möglich, daß ich auf dem Führerstand einer S- Bahn mitfahren durfte- als Tourist.... so etwas war damals nicht mal einem Gastfahrer der Bundesbahn erlaubt, aber der Egon hat sich damals so aus meiner Wahrnehmung zurück gezogen und ich hörte auf mit der Fragerei.
Das zeichnet wohl einen Agenten aus, nichts aber auch gar nichts privates preiszugeben, selbst wenn dadurch interne Vorschriften der Staatsbahn verletzt werden, denen standen wohl alle Türen offen- mithin ein feines Arbeiten.
Wie es in den oberen Etagen zuging, kann man wohl nur vermuten, aber Deine Erfahrungsberichte bringen den Außenstehenden schon ein ganzes Stück weiter, vielen Dank nochmal.
Ich weiß nun, daß ich denkbar ungeeignet für einen solchen Job wäre.
Hätte ich beispielsweise jemanden ausspionieren sollen, der verdächtigt wird, seinem Betrieb zu schaden, so hätte ich nicht vorbehaltlos aktuelle Daten zu Aufenthaltsorten und Gesprächen mit möglichen Komplizen weitergegeben, ohne den Anfang der Kausalkette der Motive des potentiellen Täters zu suchen, genau das steht dem Spion nach meinem Verständnis aber nicht zu, er handelt wohl eher nur ausnahmsweise nach ethischen Grundsätzen.



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#120

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 03.12.2012 14:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #119


..... meine Datenbasis für das DDR- Agententum ist leider nur sehr klein, sofern man IM's überhaupt in dieser Kategorie unterbringen kann


Doch,man muss IM`s unbedingt mit dabei beruecksichtigen.
Es gab verschiedene Kategorien von IM.Viele der im OG taetigen DDR-Agenten waren z.b. Hauptamtliche Inoffizielle Mitarbeiter(HIM/041).

Gruss


zuletzt bearbeitet 03.12.2012 15:01 | nach oben springen



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