#21

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.11.2012 21:45
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von jecki09 im Beitrag #19
heute geht es wohl nicht mehr los, oder?

Mensch, die jungen Leute schlafen heutzutage vor den Filmpremieren in Schlafsäcken vor den Kino's, bleib ruhig......


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zuletzt bearbeitet 20.11.2012 21:45 | nach oben springen

#22

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.11.2012 21:51
von Vogtländer (gelöscht)
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diese jungen leute heute-nee nee ne!keine geduld hamse!alles sofort,am besten schon gestern!
80er schrieb doch,das es erst morgen was wird.


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#23

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 10:49
von 80er | 570 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #16
Nun ja...also 1982 war es.


Stimmt! Aber wann bzw. wo beginnt eigentlich eine Flucht? Am Tag der Tat? Im Kopf schon Jahre vorher?

Ich fange mal hier an:

Unser Protagonist, nennen wir ihn Benno, sass an einem schönen Frühlingsnachmittag des Jahres 1973 an einem Tisch im Unterrichtsraum der Berufsschule, in dem normalerweise Russisch und Englisch unterrichtet wurde. Ihm gegenüber der Stabü Lehrer in seiner Funktion als stellvertretender Schulleiter, der Klassenlehrer von Benno, ein Uniformierter vom örtlichen Wehrkreiskommando und ein weiterer Zivilist, der den Uniformierten gut zu kennen schien.

In der DDR ging ja Alles seinen sozialistischen Gang und so hatten 99 % der Mitschüler von Benno schon ihre Studienplatzzusagen, obwohl sie noch voll in den Abiturprüfungen steckten.

Nur Benno nicht. Unentschlossen, wie es beruflich nach dem Fachabitur weitergehen sollte, bewarb er sich in Leipzig an der KMU für Archäologie, weil er mal ein Reclambuch über die Höhle von Lascaux mit den Höhlenzeichnungen gelesen hatte und dies recht interessant fand. „Wenn das nichts wird – so zitierten ihn seine Klassenkameraden anlässlich des ersten Abitreffens 1998, werde ich eben Pfarrer“. Das soll er gesagt haben.
Sein Klassenlehrer runzelte schon bei der Abgabe der Bewerbung die Stirn, was soviel heissen konnte wie, ich gönne es Dir ja, aber ohne Vitamine? Soviel Archäologen braucht die DDR nicht. So kam es dann auch, bzw. sie, die Ablehnung.

Weil aber die Planerfüllung immer mindestens 100 % sein musste, gab es für Ausweichler wie Benno, die nach Schulende noch keinen Studienplatz vorweisen konnten, die Einrichtung des „Umlenkungsgespräches“.

Nach Bewerbungsende waren immer Studienplätze frei, die nicht so begehrt, aber dringend zu belegen waren. Auf diese zielten dieses Umlenkungsgespräche ab.
Auch der Abgeordnete des Wehrkreiskommandos hatte seinen Plan zu erfüllen und hoffte, den Nachzügler für eine Offizierslaufbahn gewinnen zu können oder zumindest als Soldat auf Zeit.

Der Uniformierte eröffnete den Monolog, so dass sich Benno schon bald in die Enge getrieben sah. Es war auch schwierig, als 19 jähriger den auswendig gelernten Argumenten zu parieren, ohne den Boden der sozialistischen Gesprächskultur zu verlassen. Was soll man dagegen auch schon erwidern, dass es zum Schutz des Sozialismus mehr Offiziere als Archäologen bedurfte.

So kam es also, dass Benno deshalb den Brocken willig aufnahm, den ihm sein Klassenlehrer zuwarf: „Mensch Benno, sie sind doch gut in Mathe und Physik. Studieren Sie doch Mathe- und Physiklehrer an der Martin Luther Uni in Halle“. Pädagogische Studienfächer waren oft Ladenhüter und eine Zusage wäre Benno daher sicher gewesen.

Er überlegte kurz, wie denn Schmidtchen - so wurde sein Klassen-, Mathe- und Physiklehrer liebevoll genannt - auf die Idee kam, er sei gut in Mathe und Physik? Er muss es sich eingebildet haben. Und dann noch Lehrer! Nie und nimmer. Vielleicht wollte er Benno auch nur vor Schlimmerem bewahren? Als liberale „Blockflöte“ (LDPD – die Liberal Demokratische Partei Deutschlands war eine Alibipartei, der häufig Lehrer angehörten, um nicht in DER Partei Mitglied werden zu müssen) hätte er es ihm zugetraut.

Benno sagte JA und dachte: Kommt Zeit, kommt Rat. Denn, wer sich für eine „Umlenkung“ entschieden hatte, für den war das Ziel des Gespräches erreicht. Folglich musste er von nun an in Ruhe gelassen werden und die Argumente des Uniformierten vom WKK für eine Offizierslaufbahn, liefen damit auch in´s Leere.

Wie erwartet, erhielt Benno eine Zusage für ein Studium an der MLU in Halle für das Studienjahr 1975/76, denn – alles ging ja in der DDR seinen sozialistischen Gang – im Anschluss an das Abitur kam immer zuerst der „Ehrendienst“ in der Nationalen Volksarmee, obwohl es nicht für alle Wehrpflichtigen eine Ehre war. Die Musterung erfolgte im ersten Jahr seiner Lehre, Waffengattung „Pioniere“.

Edit: Rechtschreibfehler


zuletzt bearbeitet 22.11.2012 09:41 | nach oben springen

#24

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 11:57
von furry | 3.576 Beiträge

Um mal kurz vom Thema abzuschwenken, ein ähnliches Umlenkungsgespräch musste ich auch erleben. Wollte eigentlich Tierarzt werden, aber wegen notorischer Faulheit entsprach mein Abi nicht den Anforderungen, so dass ich mich dann für Tierproduktion an der KMU beworben habe.
Auch für diese Richtung wollte man mich nicht, aber ich hätte Offizier oder Lehrer für Staatsbürgerkunde und Geschichte werden können.
Auf der einen Seite war ich denen zu dämlich mich in Viecher reindenken zu können, aber junge Menschen auf den Pfad der Tugend zu führen, dafür wäre ich der Mann gewesen.
Habe am Ende dankend abgelehnt, mich für Ingenieurschule entschieden und die letzten Weihen per Fernstudium erkämpft.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#25

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 12:18
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Auch für diese Richtung wollte man mich nicht, aber ich hätte Offizier oder Lehrer für Staatsbürgerkunde und Geschichte werden können. @furry

Ach, dafür brauchte man wohl keine guten Noten ?


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#26

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 12:22
von furry | 3.576 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #25
Auch für diese Richtung wollte man mich nicht, aber ich hätte Offizier oder Lehrer für Staatsbürgerkunde und Geschichte werden können. @furry

Ach, dafür brauchte man wohl keine guten Noten ?


Scheinbar nicht!


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#27

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 15:14
von Kimble | 397 Beiträge

Das mit den Noten wäre kein Problem, das ham'se in der DDR bei den überzeugten Kandidaten schon passend zurechtgebogen.
In meiner Schule war es jedenfalls so. Nicht in der der Art dass ein Strohdoofer auf 1 gehoben wurde aber so auf 2 bestimmt.

Und die haben auch sonst weder Kosten noch Mühe gescheut wenn es um Werbung für die NVA ging.
Kann mich noch erinnern Mitte der 70er. Da wurden ganze Busladungen von Schulklassen (POS, keine Abiturienten) in das damalige
Rostocker "Haus der Armee" (ein wunderschöner Backsteinbau, heute ist dort wohl irgendein Gericht ansässig) gekarrt.
Es gab Cola und Brause. Und es wurden Werbefilme für die Ausbildung zu NVA- Piloten gezeigt.
Ich erinnere das deßhalb so genau, weil die Musik in dem Werbefilm Rod Stewarts "Sailing" war.

Ich komm nicht mehr drauf wie man diese Beauftragten für Nachwuchgewinnung und Längerverpflichtungen damas nannte ?

Egal, ich warte auch schon gespannt auf die Fortsetzung vom 80er. Der Anfang liest sich schon mal super.
Und nur nicht so bescheiden 80er. Jede Flucht zu der Zeit war alles andere als ein Spaziergang.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 21.11.2012 15:18 | nach oben springen

#28

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 20:24
von Vogtländer (gelöscht)
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liest sich interressant.und nach dem typischen alltagproblemen eines jungen mannes in der ddr,dem es so erging wie vielen jungen männern im abituralter!von daher liest es sich schon realistich.
mach bitte weiter @ 80er!


zuletzt bearbeitet 21.11.2012 20:25 | nach oben springen

#29

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 20:41
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

@ 80er Für mich als doofer Wessi ist das so'ne Art anderer Geschichtsunterricht. Bin schon gespannt, wie's weitergeht!


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80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 21:02
von Granate | 132 Beiträge

so nun sind wir alle gespant???



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#31

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 21:10
von Granate | 132 Beiträge

es gibt im forum gibt es geheime akten. sonnst hätte mir jemand auf meine fragen längst eine antwort gegeben. schade.



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#32

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 21:14
von LO-Paul | 25 Beiträge

sehe alles bildlich vor mir, wie all diese typen da gesessen haben.



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#33

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.11.2012 21:23
von Granate | 132 Beiträge

was siehst du vor dir ???? klare antwort bitte.



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#34

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2012 09:37
von 80er | 570 Beiträge

Schön, dass diese Beiträge auch für alt Bundesbürger interessant sind!
Ost und West bringen etwas ein und zusammen ergibt sich ein -so hoffen wir - annähernd realistisches Bild.


Im Herbst 1973 erfuhr Benno dann bei der Nachmusterung, dass er zu den Grenztruppen eingezogen werden würde. Die Verwunderung
darüber war einerseits sehr gross, hatte er doch Onkel, Grosseltern und eine Handvoll Cousins und Cousinen in der Bundesrepublik.
Andererseits konnte er aber die Freude über diese Entscheidung kaum ausdrücken.
Die DDR Führung trug durch ihre Abschottungspolitik entscheidend mit dazu bei, dass „der Westen“ immer etwas Verlockendes für viele Menschen behalten hat und Benno erwischte sich dabei, zu denken: „Lasst´ IHR damit nicht den Fuchs in den Hühnerstall?“
Dabei ging es ihm nie um Konsum. Es war vielmehr die Zeit, an dem keine Woche verging, ohne dass sich eine neue Band am Pophimmel formierte, die gleich einen neuen Hit landete, der 3 Wochen die Charts auf den vorderen Plätzen belegte. Pop Musik war sein Leben. Phudys waren verpönt. Nur Die Renft Combo war beliebt, weil sie auf den Life Konzerten auch die aktuellen Hits von „Ten yaers after“, „Let zepplin“, „Cream“ usw. adaptierten.

Benno erinnerte sich an den Sommer 1968, als einer seiner Jugendfreunde mit den Eltern vom Urlaub aus Prag zurückkehrte und einen schlecht fotografierten, schwarz weissen Zeitungsausschnitt von 5 x 8 cm Grösse, mit dem Abbild der „Beatles“ mitbrachte. Dieter war der Grösste, die Freunde waren begeistert.

Weil er unbedingt an die Grenze wollte, beantwortete Benno die obligatorische Frage nach dem Schusswaffengebrauch wahrheitsgemäss: „ Bei Bedrohung des eigenen Lebens“.
Wenn er auch nicht wusste, was ihn erwartete, so fand er die Zuordnung zu dieser „Waffengattung“ doch als äusserst erfreulich.
Er hatte schon öfter von Brüdern seiner Freunde über die rüden Gebräuche z.B. bei den Mot-Schützen gehört. Da sollen EKen schon mal einen Soldaten des 1. DHJ in den Spind eingesperrt und ihn erst wieder herausgelassen haben, wenn er nach Einwurf einer Münze ein Lied der Wahl des Geldgebers anstimmte. „Musikbox“ nannte sich das Bestrafungsritual – von weniger harmlosen Exzessen einmal abgesehen. Nein, zu solchen „Primitiven“ wollte er nun wirklich nicht.
Über das Grenzerleben hatte Benno keine Erfahrungsberichte. In seinem Gesichtskreis gab es keine ehemaligen Grenzer. Wie auch, die waren doch dünn gesät und ausserdem nur Hundertfünfzigprozentige, wie damals viele glaubten und die hatte er in seinem Freundeskreis nicht.

November 1973

Einberufung in das GAR11 in Eisenach. Hier sollten u. a. für die Kraftfahrerkompanie neue Fahrer für die Grenze und für den Eigenbedarf des Regiments ausgebildet werden.
Alle Soldaten mit LKW-Führerschein, den man(n) für 64 Ostmark! bei der GST anstelle des viel teureren PKW Führerscheins erwerben konnte,
wurden einer Fahrprüfung unterzogen, um ihre Eignung für die interne Ausbildung zu ermitteln.

Viele LKW Führerscheininhaber hatten nach ihrer Prüfung oft sehr lange kein Kraftfahrzeug, geschweige denn einen LKW, mehr gesehen. Wenn sie nicht gerade Berufskraftfahrer geworden sind, sparten die meisten für ein eigenes Auto, denn man hatte ja mindestens 10 Jahre Zeit dafür. Fahrpraxis also gleich Null.
Nur 3 fielen durch, Benno war dabei. Also, aus der Traum vom lockeren Kraftfahrerleben!
Benno fühlte sich wie bei der Spielerwahl zum Fussballspielen mit der Dorfjugend, wo er regelmässig als letzter immer der Mannschaft zugeschlagen wurde, die vermeintlich nicht gerade die stärksten Spieler abbekommen hatte.

3 Tage später muss irgendeiner der höheren Dienstgrade irgendwo im Regiment auf den Tisch gehauen und gesagt haben: „Wir können auf keinen verzichten. Es werden alle ausgebildet!“

Während Benno seinen Führerschein noch auf einem S4000 absolvierte, fand die interne Ausbildung auf LO und W50 statt. Klasse, kein Zwischengas mehr beim runter Schalten! Die Ausbildung war dennoch nicht ohne. Geländeausbildung auf dem nahen Wartenberg, Kommunikation nur über Funk. Bis zu 50 cm tiefe Fahrspuren, gefüllt mit Schmodder. Bombentrichter rein, Bombentrichter raus. Beim raus fahren gab´s keinen Horizont mehr zu sehen, nur Himmel und der Mitfahrer „schob“ im Geiste mit, damit der LO auch ja wieder aus dem Loch herauskam. Der Ausbilder war ein Schreihals, der alle Fahrzeuge nur so durch „seinen“ Parkour peitschte. Er musste wohl den niederen Uffz. Dienstgrad durch Schreien wett machen.
Strassenfahrten mit dem W50 durch die z.T. engen Gassen der Wartburgstadt, Überlandfahrten, Autobahn. Hier bei der Armee hatte er richtig Autofahren gelernt.
Allemal besser, als die Gewaltmärsche, die die Kameraden Grenzsoldaten in ihrer Ausbildung zum GD abzuleisten hatten.

Das erste halbe Jahr ging für Benno recht schnell vorüber. Eine Grenze hatte er allerdings nicht zu sehen bekommen.

Die Enttäuschung war dann umso grösser, als nach dem 1. DHJ eine Handvoll Soldaten im Regiment verblieben, um die Kraftfahrerbestände aufzufüllen, die Heimgänger hinterlassen hatten. Zu diesen AA gehörte auch Benno.

Edit: Rechtschreibfehler


CAT und Harzwald haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.11.2012 13:54 | nach oben springen

#35

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2012 20:52
von Vogtländer (gelöscht)
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danke @ 80er und bitte weiter so!lass qualmen die tasten!
es kann nur lehrreich sein!egal ob für "neufünfländer" oder "gebrauchtländer"!


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#36

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2012 21:21
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #35
danke @ 80er und bitte weiter so!lass qualmen die tasten!
es kann nur lehrreich sein!egal ob für "neufünfländer" oder "gebrauchtländer"!


Da geh ich mit!


Intellektuelle spielen Telecaster
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#37

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2012 10:30
von 80er | 570 Beiträge

Auch gut! Die nächsten 12 Monate also Neue zum Schiessplatz auf den Böller fahren, vom Gewaltmarsch abholen, Lebensmittel Grosspackungen für die Küche transportieren, Alarmübungen, Rotlicht und hin und wieder mal GUvD auf der Kompanie.
Letzteres war nicht besonders beliebt, denn der KC, ein geschniegelter eitler Major, ein Giftzwerg, legte Wert auf Etikette und schaute schon mal an Soldaten hoch und runter, wenn er schlecht gelaunt morgens zum Dienst kam, bis er irgendetwas an Uniform, Rasur oder Zustand der Stiefel rumzumeckern hatte.

Benno hatte sich gerade an die ruhige Dienstzeit gewöhnt, als im Juni des Jahres 1974 die späte Versetzung an die Linie befohlen wurde.
Ein halbes Dutzend Kraftfahrer des 2. DHJ wurden mit einem W50 in diverse Abschnitte des GR Mühlhausen gekarrt und in verschiedenen GKen abgesetzt.

Als Ersatz LO Fahrer sollte er in der 6. GK des 2. GB als Springer eingesetzt werden, wenn die Stammfahrer Urlaub hatten.

Soldat um Soldat wurde in der für ihn bestimmten GK abgeladen und die verbliebenen AA hatten keine Ahnung, wer als nächster seinen Bestimmungsort erreichen würde.

Benno wurde in einem Gebäude des 2. GB abgeladen, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich auch die 5. GK befand.
In einem Raum hatte er zu warten. Ihm wurde mitgeteilt, dass er demnächst abgeholt werden würde. Beim Blick aus dem Fenster im 1. Stock sah er den markanten Felsvorsprung des Heldrasteins, der vor der Grenzziehung ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen war.
Heute lag er im Schutzstreifen, unerreichbar für Normalsterbliche.

Nach einer gefühlten, ewig lange andauernden Stunde kam der Fahrer des KC der 6. GK mit dem P3. Das Warten hatte ein Ende. Endlich Grenze!


Svenni1980, CAT und Harzwald haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.11.2012 20:04
von Vogtländer (gelöscht)
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@80er:
Biste pribat verhindert oder ist Deine elektronische mit Betriebssystem und einigen anderen Dingen bestückte Schreibmaschiene defekt?Oder hast sogar Dauerrevierreinigung,so das Du nicht eine Vortsetzung in Schriftform vorlegen kannst?


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#39

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.11.2012 20:28
von 80er | 570 Beiträge

@Vogtländer

Danke für die Rückmeldung.

Nichts von alledem! Ich musste ausprobieren, ob den Schreibstopp überhaupt jemand bemerkt.

Die steigenden Leserzahlen sagen ja noch nicht unbedingt etwas über das Interesse am Beitrag aus.

Gruss,

80er


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#40

RE: Vom Paulus zum Saulus

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.11.2012 20:44
von Vogtländer (gelöscht)
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also ich hab schon interresse,gestehe dir aber auch ein privatleben und schreibfreie wochenenden zu.
nur ist dein letzter bericht über 48 stunden her gewesen und kein anderer beitrag kam dazu.das hat mich schon verwundert.
vielleicht liegt es wirklich nur am wochenende.


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