#61

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 19:55
von jecki09 | 422 Beiträge

... Hallo Pitti, kannste mal sehen, wie Du vor Generalmajor Bär beschützt worden bist, hat sicher seine Gründe gehabt, keine Ironie! ....

Ja, ja der kleine Gen. Generalmajor: Er war zu meiner Zeit Kommandeur der OHS Plauen/Suhl. (82-85).


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#62

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 20:27
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #60
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #59
Es gibt so die Meinung, dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben, schon gar keine Disziplinarprobleme. Diesen Gedanken im Hinterkopf wird wohl der eine oder andere Vorgesetzte versuchen, den einen oder anderen Vorfall nach Möglichkeit klein zu halten, um seine Personalakte nicht mit "Führungsschwäche" zu belasten und die eigene Karriere nicht zu gefährden. Wenn ich die Beiträge hier lesen, dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle.
Theo



Bingo!



Und gerade die Gegenfraktion von (Zitat @eisenringtheo: "...dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben..." und "...dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle....") macht doch teils heute noch das größte Geschrei...

Selbst habe ich während meines GwD einige sehr fähige Vorgesetzte erlebt. Dementsprechend war ihre Loyalität bis in die untersten Manschaftsdienstgrade.
Aber auch das krasse Gegenteil, schnell zu bemerken an besonders übereifrieger Linientreue und eingeschränktem eingenem Horizont in Kombination mit ebenso eingeschränkter Wortfindung....! Deren Wortfindungen bestanden meißt aus abgedroschenen Parolen des SED- Parteilehrjahres...und konnte nur im Brüllton rausgebracht werden. Dabei überschlug sich schon gern masl die Stimme und/ oder der Deliquent wurde ungewollt und ekelerregend mit "geduscht"... Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!

Nur gut, das diese "Vorgesetzten" in der Minderzahl waren!

josy95


Vermutlich wurden diese auch von ihren eigenen dienstgradähnlichen Genossen innerlich verachtet. Bei Beförderungen werden diese, nicht immer, aber doch zumeist, den Kürzeren gezogen haben, wenn ein fähiger Vorgesetzter darüber zu entscheiden hatte. Irgendwann haben sie ihre Mindestdienstzeit hinter sich gehabt und wurden in irgendeiner zivilen Einrichtung untergebracht.
Was den Brüllton betrifft, hätte man sich zu der Bemerkung erdreisten solle, daß wer anfängt zu schreien, aufhört zu denken.



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#63

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 21:01
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #59
Es gibt so die Meinung, dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben, schon gar keine Disziplinarprobleme. Diesen Gedanken im Hinterkopf wird wohl der eine oder andere Vorgesetzte versuchen, den einen oder anderen Vorfall nach Möglichkeit klein zu halten, um seine Personalakte nicht mit "Führungsschwäche" zu belasten und die eigene Karriere nicht zu gefährden. Wenn ich die Beiträge hier lesen, dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle.
Theo

Naja, der Thread ist schon so hoffnungslos im OT-Bereich, dass mein Senf dazu nun auch nicht viel schaden kann.

Für die Grenztruppen, vor allem auf Kompanieebene, sehe ich das ein wenig anders. Da waren zum einen die 4 parallelen und voneinander unabhängigen Meldewege: Militärisch (Kommandeur), Politisch (Politoffizier), Parteilich (Parteisekretär) und Staatssicherheit (IM und andere). Dazu kamen die unterschiedlichen Dokumentationen, die auch nicht einfach getilgt werden konnten und sich in ihrer Gründlichkeit sehr von der NVA unterschiede. Beispiel Befehl 44, die Personalanalyse. Wenn dort einmal eine Sache als Beobachtung notiert war, bekam man das für eine Vertuschung nicht so einfach aus der Welt. Oder das Grenzdienstbuch, ein VS-Dokument, in dem alle Handlungen und Vorkommnisse während einer Grenzdienstschicht durch den Kommandeur Grenzsicherung dokumentiert wurden. Nun gut, auch da wurde während der Schicht noch gefiltert. Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten). Aber stand etwas im Grenzdienstbuch, war dies aktenkundig. Es konnte weder gelöscht, noch herausgetrennt werden.

Wollte hier jemand etwas vertuschen, musste er sich fast immer der Mithilfe vieler Leute sicher sein. Versuchte ein Kompaniechef das mit Druck, dann konnte er sich schon mal Feinde machen, die eigene Meldewege nutzten. Ich stand selbst mal in so einem "Krieg" zwischen dem Kompaniechef und dem Parteisekretär. Da konnte nichts mehr vertuscht werden.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#64

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 21:14
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #34
Weil der Film,so gut zum Nachdenken anregt.Möchte ich mal meine Version hier weiter spinnen. Wie erwähnt wurde in den Film,hatten alle drei das gleiche Tattoo auf den Arm.Mich hätte mal interessiert wo und wann sie sich das gestochen haben.Und warum hatten die beiden die geflüchtet sind,das Tattoo auf den gleichen Arm und der dritte nicht.Nun könnte ich,annehmen.Das die anderen zwei den dritten gelinkt haben.Deswegen haben sie sich wahrscheinlich aus falscher Freundschaft auch nach der Wende nie bei ihren damaligen Freund von sich aus gemeldet.Naja das Treffen-kam ja erst durch diesen Johnny zu stande.Und einer ist erst garnicht aufgelaufen.Aber wie im ersten Satz schon erwähnt---der Film regt zum Nachdenken an.


Waren halt nur 30 Minuten Film. Sicherlich viel zu kurz um alle Zusammenhaenge genau zu beleuchten.


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#65

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 21:35
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #62
Zitat von josy95 im Beitrag #60
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #59
Es gibt so die Meinung, dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben, schon gar keine Disziplinarprobleme. Diesen Gedanken im Hinterkopf wird wohl der eine oder andere Vorgesetzte versuchen, den einen oder anderen Vorfall nach Möglichkeit klein zu halten, um seine Personalakte nicht mit "Führungsschwäche" zu belasten und die eigene Karriere nicht zu gefährden. Wenn ich die Beiträge hier lesen, dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle.
Theo



Bingo!



Und gerade die Gegenfraktion von (Zitat @eisenringtheo: "...dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben..." und "...dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle....") macht doch teils heute noch das größte Geschrei...

Selbst habe ich während meines GwD einige sehr fähige Vorgesetzte erlebt. Dementsprechend war ihre Loyalität bis in die untersten Manschaftsdienstgrade.
Aber auch das krasse Gegenteil, schnell zu bemerken an besonders übereifrieger Linientreue und eingeschränktem eingenem Horizont in Kombination mit ebenso eingeschränkter Wortfindung....! Deren Wortfindungen bestanden meißt aus abgedroschenen Parolen des SED- Parteilehrjahres...und konnte nur im Brüllton rausgebracht werden. Dabei überschlug sich schon gern masl die Stimme und/ oder der Deliquent wurde ungewollt und ekelerregend mit "geduscht"... Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!

Nur gut, das diese "Vorgesetzten" in der Minderzahl waren!

josy95


Vermutlich wurden diese auch von ihren eigenen dienstgradähnlichen Genossen innerlich verachtet. Bei Beförderungen werden diese, nicht immer, aber doch zumeist, den Kürzeren gezogen haben, wenn ein fähiger Vorgesetzter darüber zu entscheiden hatte. Irgendwann haben sie ihre Mindestdienstzeit hinter sich gehabt und wurden in irgendeiner zivilen Einrichtung untergebracht.
Was den Brüllton betrifft, hätte man sich zu der Bemerkung erdreisten solle, daß wer anfängt zu schreien, aufhört zu denken.



@DoreHolm, für diese geistreich- treffende Ergänzung bekommst Du keinen Orden, sondern ein zweites:

Bingo!



josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#66

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 21:44
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #63
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #59
Es gibt so die Meinung, dass fähige und gute Vorgesetzte wenig Führungsprobleme haben, schon gar keine Disziplinarprobleme. Diesen Gedanken im Hinterkopf wird wohl der eine oder andere Vorgesetzte versuchen, den einen oder anderen Vorfall nach Möglichkeit klein zu halten, um seine Personalakte nicht mit "Führungsschwäche" zu belasten und die eigene Karriere nicht zu gefährden. Wenn ich die Beiträge hier lesen, dürfte das auch bei der NVA und den Grenztruppen so ähnlich gewesen sein. Daraus ergab sich auch die ganz unterschiedliche Bestrafung ähnlich gelagerter Fälle.
Theo

Naja, der Thread ist schon so hoffnungslos im OT-Bereich, dass mein Senf dazu nun auch nicht viel schaden kann.

Für die Grenztruppen, vor allem auf Kompanieebene, sehe ich das ein wenig anders. Da waren zum einen die 4 parallelen und voneinander unabhängigen Meldewege: Militärisch (Kommandeur), Politisch (Politoffizier), Parteilich (Parteisekretär) und Staatssicherheit (IM und andere). Dazu kamen die unterschiedlichen Dokumentationen, die auch nicht einfach getilgt werden konnten und sich in ihrer Gründlichkeit sehr von der NVA unterschiede. Beispiel Befehl 44, die Personalanalyse. Wenn dort einmal eine Sache als Beobachtung notiert war, bekam man das für eine Vertuschung nicht so einfach aus der Welt. Oder das Grenzdienstbuch, ein VS-Dokument, in dem alle Handlungen und Vorkommnisse während einer Grenzdienstschicht durch den Kommandeur Grenzsicherung dokumentiert wurden. Nun gut, auch da wurde während der Schicht noch gefiltert. Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten). Aber stand etwas im Grenzdienstbuch, war dies aktenkundig. Es konnte weder gelöscht, noch herausgetrennt werden.

Wollte hier jemand etwas vertuschen, musste er sich fast immer der Mithilfe vieler Leute sicher sein. Versuchte ein Kompaniechef das mit Druck, dann konnte er sich schon mal Feinde machen, die eigene Meldewege nutzten. Ich stand selbst mal in so einem "Krieg" zwischen dem Kompaniechef und dem Parteisekretär. Da konnte nichts mehr vertuscht werden.

ciao Rainman


@Rainman2, Dein Erinnerungsvermögen, Dein Fachwissen und Deine sachlich- fundierte aber doch unpopulistische Darstellungsweise zollen immer wieder meinen Respekt!

Übrings, ich war nicht bei den GT und schon gar nicht ein Vorgesetzter (oder war ein Gefreiter der NVA ein Vorgesetzter...? Im gewissen Sinne doch...!)

Aber diese, oder schreiben wir mal besser, eine ähnliche Strategie wie die mit Bleistift und Radiergummi habe ich mir bis heute erhalten. Dazu eine fingerfertige Reißwolftechnik..., Wind und Himmelsrichtungen...!

Vorsicht (und Wachsamkeit) ist die Mutter der Porzellankiste...!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 02.01.2013 21:45 | nach oben springen

#67

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.01.2013 23:18
von utkieker | 2.918 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #56
was war eigentlich das Thema hier ?

Schon gut PF,

Manchmal ist es ärgerlich, wenn der rote Faden verloren geht. Aber in diesem Fall freut es mich, daß der Thread eine solche Wendung nimmt! Als Threadöffner möchte ich euch ermuntern sachlich und fair weiterzudiskutieren.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 00:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #63
Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten).

Wie unelegant, Nuth ging da viel besser *grins*

Zwecks oT, hier wäre ein noch unverhunzter Thread ... Flucht über die Elbe


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#69

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 10:36
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #68
Zitat von Rainman2 im Beitrag #63
Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten).

Wie unelegant, [url=http://www.mm42.net/ebay/lfd/3515.jpg]Nuth[/url] ging da viel besser *grins*

Zwecks oT, hier wäre ein noch unverhunzter Thread ... Flucht über die Elbe


Ach ja, das gute Nuth. Gehört aber eigentlich in den Thread über DDR-Produkte. War mal das beste Reinigungsmittel, was es gab. Jetzt nicht mehr, desterwegen der "Giftigkeit" gewaltig abgespeck wie Vieles (z.B. Gummilösung für Reifenrep, Lacke, Klebstoffe u.s.w.). Original war es ein CKW (Chlorkohlenwasserstoff), wahrsch. Trichorethylen oder Tetrachlormethan. Habe mir vor meiner Berentung zur Sicherheit noch einige Liter Tri sichergestellt, für die ganz hartnäckigen Fälle (z.B. für ausgehärtetes Epoxyharz). Es gibt es noch als Produkt, darf aber nicht jeder Händler führen und schon gar kein Privatmensch kaufen. Großer Quatsch ist das.



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#70

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 19:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #68
Zitat von Rainman2 im Beitrag #63
Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten).

Wie unelegant, Nuth ging da viel besser *grins*

Zwecks oT, hier wäre ein noch unverhunzter Thread ... Flucht über die Elbe

Das Zeugs hat doch gestunken wie "Otter",wurden euch durch den Kram auf der FÜST nicht die Sinne vernebelt? grins


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#71

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 19:37
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Nuth gibt es übrigens noch. Ob es noch das Originalrezept ist, kann ich nicht sagen.

http://www.ostprodukte-versand.de/cnr-24...rner-100ml.html


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#72

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 19:59
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Hab nie Nuth im GD auf der Füst gehabt, Radiergummi und Bleistift schon. Die kamen aber nur bei grösserem Wuhling im Abschnitt zum Einsatz, zum festhalten der Zeit inkl. Abkürzungen. Wenn etwas Ruhe war, hat man's dann ins GD-Buch in "Schönschrift" übertragen. Ein Problem hatte man nur, wenn sich dann kurzfristig ein ZBVer vom Stab auf der Füst einfand zur "Hilfe und Unterstützung"


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.01.2013 20:13 | nach oben springen

#73

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 20:23
von Fritze (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #68
Zitat von Rainman2 im Beitrag #63
Die meisten KGSi schrieben zunächst alles mit Bleistift auf die Tischplatte (Sprelacart) und übertrugen dann den "sauberen Extrakt" ins Grenzdienstbuch. Danach wurde die Tischplatte mit einem Radiergummi gereinigt (was meinst Du, was wir für Radiergummies dabei hatten).

Wie unelegant, Nuth ging da viel besser *grins*

Zwecks oT, hier wäre ein noch unverhunzter Thread ... Flucht über die Elbe


So so Nuth also ! Hatte schon geahnt ,daß es da irgendwas gegeben hat.


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#74

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 21:18
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #72
Hab nie Nuth im GD auf der Füst gehabt, Radiergummi und Bleistift schon. Die kamen aber nur bei grösserem Wuhling im Abschnitt zum Einsatz, zum festhalten der Zeit inkl. Abkürzungen. Wenn etwas Ruhe war, hat man's dann ins GD-Buch in "Schönschrift" übertragen. Ein Problem hatte man nur, wenn sich dann kurzfristig ein ZBVer vom Stab auf der Füst einfand zur "Hilfe und Unterstützung"

Hallo GZB1,

gab's da bei Euch Probleme? Eigentlich gab es bei ZBVern nur solche, die ein bisschen Ahnung hatten, die also wussten, wie das oben läuft, und solchen, die gar keine Ahnung hatten, ja auch der Offizier für B/A musste mal in den Grenzdienst, warum auch immer. Wenn von letzteren mal jemand dazu eine Bemerkung hatte, dann galt Grundsatz Nummer 1: "Für'n Anschiss braucht man nicht mal 'ne Regenplane!" Ich kann mich nicht an Ärger deswegen erinnern, auch und gerade wenn Kommandeure oder Stabschefs (GB, GR) auf die FüSt kamen. Wie willst Du gleichzeitig eine dicke Lage führen und dazu schön und verständlich für die Nachwelt schreiben?

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 05.01.2013 21:19 | nach oben springen

#75

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.01.2013 22:25
von 94 | 10.792 Beiträge

Ach Du liebe Sch..., heute würde die Originalrezeptur aus Wutha bestimmt unters BTMG Anlage 1 fallen. Also ich kannte es wirklich nur als Universalreinigungsmittel, besonders für die Postentabellen die der Ladehugo mehrmals täglich putze. Deswegen war dieser Typ immer so gut drauf? Habe heute noch den Geruch in der Nase, wenn ich eine PT sehe. Na wenn das jetzt mal keine Steilvorlage für eine Verschwörungstheorie ist so in der Art 'Grenzsoldaten systematisch gedopt - Aufklärung nach 23 Jahren'. Da wäre schonemal ein Ansatz ... http://youtu.be/vL_qC_6rug4?t=2323s

Verdammt oft, diese verschwörungstherotisch suspekte 23! Na da ist es sicher nicht mehr lange nur eine Theorie *grins*

Doch jetzt mal Ernst beiseite, diese Konzeptschreiben von Lagen, da war ich bissel hin-und hergerissen. Diese Unsitte war bis in die Kompanieführung verbreitet (ob nun mit Nuth oder SYSpur elast V). Sie entsprang mMn dem mangelnden Vertrauen in die Grenzposten. Dem 'Buckel' war ja schon klar, das er den Abschnitt zwar schon länger, aber bei weitem nicht so intensiv wie der Soldatengefreite kannte. Und dieser wiederum spürte das Misstrauen und tarnte entsprechend seine Delikte. Das nun rächte sich bitter, falls aus dem diensthabenden Reh ein (oder mehrere, wenn auch nur angenommene) Zweibeiner wurden und spätestens jetzt der Zeitpunkt verpaßt war, in Ruhe die Reinschrift zu tätigen.
Besser waren da die UaZ mit Führungsberechtigungen dran, standen sie doch dem täglichen Grenzdienst näher und hatten dadurch eher eine Chance, ein Vetrauensverhältniss zwischen Posten und FÜSt aufzubauen. Da war, so zumindest meine Beobachtungen Ende der 80er im II./GR-1 diese Eigenart (Unsitte möchte ich nicht schon wieder sagen) weniger verbreitet.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 06.01.2013 12:52
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #74
Zitat von GZB1 im Beitrag #72
Hab nie Nuth im GD auf der Füst gehabt, Radiergummi und Bleistift schon. Die kamen aber nur bei grösserem Wuhling im Abschnitt zum Einsatz, zum festhalten der Zeit inkl. Abkürzungen. Wenn etwas Ruhe war, hat man's dann ins GD-Buch in "Schönschrift" übertragen. Ein Problem hatte man nur, wenn sich dann kurzfristig ein ZBVer vom Stab auf der Füst einfand zur "Hilfe und Unterstützung"

Hallo GZB1,

gab's da bei Euch Probleme? Eigentlich gab es bei ZBVern nur solche, die ein bisschen Ahnung hatten, die also wussten, wie das oben läuft, und solchen, die gar keine Ahnung hatten, ja auch der Offizier für B/A musste mal in den Grenzdienst, warum auch immer. Wenn von letzteren mal jemand dazu eine Bemerkung hatte, dann galt Grundsatz Nummer 1: "Für'n Anschiss braucht man nicht mal 'ne Regenplane!" Ich kann mich nicht an Ärger deswegen erinnern, auch und gerade wenn Kommandeure oder Stabschefs (GB, GR) auf die FüSt kamen. Wie willst Du gleichzeitig eine dicke Lage führen und dazu schön und verständlich für die Nachwelt schreiben?

ciao Rainman


Probleme gabs eigentlich nur mit Neunmalschlauen, die selten ZBVer waren aber ihre angeblichen Kenntnisse vom Ablauf im Abschnitt zum Besten geben mussten, meist von der Politabteilung, vom GKM (während Sicherungsperioden) oder einmal auch ein Major von der OHS der seine Praktikanten begleitet hatte (Kenntnisse grüne Grenze), das war nervig. Unproblematisch waren die OPD's welche neben ihrem Dienst auch mal ZBVer waren (meist ehemalige KC) oder der Oberoffizier Grenzaufklärung. Die wussten ja wie der Hase läuft und mussten sich nichts mehr beweisen. In Berlin gabs ja kein Bataillon, so kamen sie alle gleich vom Regimentsstab. Kdr. GR oder SC war unproblematisch da rechtzeitig vorgemeldet.


zuletzt bearbeitet 06.01.2013 13:01 | nach oben springen

#77

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 06.01.2013 16:16
von 94 | 10.792 Beiträge

Nochmal eine kurze Anmerkung. Wir sind zwar so was von oT, macht aber nix. Der Ersatzthread steht ja zu Verfügung. Nur irgendwas störte mich schon bei den ersten Beiträgen ehemaliger KGSi/KSiA. Jetzt fällt mir endlich auch wieder ein, was.
Auf der Hütte hatte man das Tätigkeitsbuch, das Grenzdienstbuch lag (meistens) beim Alten im Panzerschrank. Aber das sollten wir dann vielleicht wirklich hier weiter auseinanderklamüsern?
... Das Wachbuch der DDR Grenztruppen

Ansonsten @GZB, der OHS-Major (Zugführer oder höchtens Kompaniechef) war dann doch wohl die Lachnummer, aber lästig war's bestimmt.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#78

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 06.01.2013 16:34
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #77
... Auf der Hütte hatte man das Tätigkeitsbuch, das Grenzdienstbuch lag (meistens) beim Alten im Panzerschrank. ...

Warum noch auseinanderklamüsern. Hast ja recht. Ich hatte die Begriffe durcheinandergebracht. Ich bin der Schuldigste. Aber ich war ja auch nur Polit. Ich hoffe, das entschuldigt noch immer bei militärischen Fragen.

Ansonsten: Der OHS-Major wird eher jemand von einem Lehrstuhl gewesen sein, z.B. Grenztaktik. Bei den Zugführern war man doch eher froh, dass man sie von der Grenze weg hatte.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 06.01.2013 16:56
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Ja @94 Tätigkeitsbuch, hast recht.

Was der Mjr. dort an der OHS getan hat, hat er nicht gesagt, ich wollte das Gespräch auch nicht unbedingt vertiefen. Er kam sich jedenfalls wichtig vor und hat erstmal die Hüttenpaula wegen ZW und Beobachtungssektoren abgefragt, das ZW Kärtchen (ja, sowas gabs bei uns) von dieser in den Händen.

Raini, gab Polits und Polits. Hatte in der GK auch einen von der guten Sorte. Mehr Mensch als Politiker.


94 und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.01.2013 17:09 | nach oben springen

#80

RE: Fahnenflucht über die vereiste Elbe

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 06.01.2013 20:45
von jecki09 | 422 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #77
Auf der Hütte hatte man das Tätigkeitsbuch, das Grenzdienstbuch lag (meistens) beim Alten im Panzerschrank. Aber das sollten wir dann vielleicht wirklich hier weiter auseinanderklamüsern?




Genau: Grenzdienstbuch: etwa DIN-A 3 groß und ca. 4 cm dick. Jedes halbe Jahr neu und dann den GD-Befehl vom Kdr. GB schön lesbar und vorallem in Schönschrift übertragen (sofern nicht neues kam). Ich durfte das einmal machen. Hat gereicht für die ganze weitere Zeit.


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