#61

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 20:24
von Fritze (gelöscht)
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Edgar wurde von einem monotonem Knacken geweckt,es dauerte eine Weile ,bis er auf den Plattenspieler kam. Er versuchte den Kopf zu drehen und schon kitzelte ihm eine Locke Nadjas in der Nase.Vorsichtig erhob er sich und bettete seine Liebste auf die Kissen. Nachdem er den Plattenspieler ausgemacht hatte nahm er einen Schluck Wasser.Auf dem Sofa rekelte sich die Nadja :"Och nun bist du doch wachgeworden ."liess er entäuscht vernehmen."Macht nix !" entgegnete sie ,"Im Bett ,schläft sichs sowieso besser ."
Nachdem sie nun ins Bett gezogen waren ,lagen sie noch einige Zeit wach.Durch das Fenster war der fast volle Sommermond zu sehen.
Am Nächsten Morge sassen sie schon verhältnismässig früh am Tisch und Frühstückten.Edgar war schell an die Ecke zum Bäcker gelaufen und hatte Brötchen geholt.Diese Zeit hatte Nadja im Bad genutzt und sah strahlend schön aus.Sie verabredeten heute mit der Bahn ans Haff zu fahren.
Nadja hatte günstige Verbindungen heraus gesucht ,sodaß sie heut abend wieder vor 22.00Uhr zu Hause sein würden.Und sie wären ja die ganze Zeit beisammen.
Der Ausflug ans Haff war zwar anstrengend aber auch sehr schön gewesen.Sie hatten sowohl auf der Hinfahrt als auch der Rückfahrt schöne Abteilplätze bekommen.Das Wetter hatte sich von der besten Seite gezeigt und die Züge waren fast pünktlich gewesen. Auf einem Umsteigebahnhof hatten sie einige schöne Korbwaren erstanden,welche Nadja dekorieren und dann verschenken wollte.
In einer Bahnhofsgaststätte hatte Edgar der Nadja die Reste einer Goulaschschlacht an der Decke gezeigt ,welche sich dort seit seiner Klassenfahrt
vor mehr als 5 Jahren befanden.
Zu Hause bei Nadja hatten sie einen Briefumschlag an der Tür gefunden. Edgars Bruder teilte mit ,daß er sie am Sonntag um 11.30 zum Essen abholen würde.In seiner ungelenken Schnellschrift hatte er noch gekritzelt,"Macht Euch schick ,Vater gibt Einen aus ! " Edgar lachte als er dies las."Hoffentlich gehts nicht in den Stadtkeller,wo wir doch schon am Freitag waren."
Am Sonntagmorgen wurde Edgar von einem Sonnenstrahl geweckt. Er schlich sich ins Bad und nachdem er sich rasiert hatte,kümmerte er sich um die leckende Mischbatterie am Badeofen.Nachdem er die O-Ringe von Kalk befreit hatte ,schraubte er die Ventile wieder ein ,und siehe da sie waren dicht.
Nadja stand plötlich in der Tür und fragte verschlafen "Was machst Du ? " Er zwinkerte :"nur das Tropfen abstellen. " "Sie warf ein : " Du hast doch Urlaub und musst hier nicht Klempner spielen ! " "Ach ist doch nur ein Klaks ."entgegnete er.
Nach dem Frühstück schlenderte sie durch eine Gartenanlage und freuten sich über die vielen Blumen.Sie hatten sich anregend mit einem Schrebergärtner unterhalten,welcher am Gartenzaun an seinen Rosen schnippelte.
Pünktlich 11.30 Uhr standen sie vor dem Haus und warteten auf Marko,der sie holen würde.Da kam er auch schon. Edgar hielt Nadja die Beifahrertür auf , nachdem er den Sitz umgeklappt hatte.Als sie im Trabbi sassen,schickte sich Edgar an seinen Bruder zu fragen: "Na sind wir genug herausgeputzt ?" Der Bruder pfiff anerkennend durch die Zähne und liess ein ,"Exquisit geplündert ?"hören . Nadja hatte ein leinenes cremefarbenes Sommerkleid mit offenen Ärmeln an und Edgar trug zu seiner neuen Popelinehose ein ein hellblaues kurzärmeliges Hemd und helle Anilinlederschuhe.
"Wo solls denn eigentlich hingehen ? fragte er Marko. "Oh ,du wirst staunen! " liess sein Bruder ertönen." Vater haut heut richtig auf die Pauke.Es geht nach Bad S. ins Kurheim.Dort kocht ein Vetter von ihm."
Über fast leere Landstrassen fuhren sie ca 50 min. bis sein Bruder vor einem weissen Prachtbau einbog . Der Wartburg seines Vaters stand schon auf dem Parkplatz und so beeilten sich ins Restaurant zu kommen .
Vater und Mutter sassen schon an einem Fenstertisch und waren tief ins Gespräch vertieft . Mit einem "Dürfen wir ? "traten sie zu den Eltern.
"Oh was für ein schönes Kleid ! "enfuhr es ihrer Mutter .Nadja errötete leicht und sie deutete einen Knicks an.
"Na dann mal alle ran an die Tafel ! " schmetterte Edgars Vater......
ff


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#62

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 09.04.2013 13:15
von Fritze (gelöscht)
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Als nur noch ein dezentes Klappern der Bestecke zu hören war ,blickte Edgar von seinem Teller auf und musterte ihre Tischrunde.Gegenüber am andere Tischende saß Vater mit Hemd und Schlips .Die Present 20 Jacke hatte er ausgezogen und über die Stuhllehne gehängt.Links neben ihm sass die Mutter ,heut in einem blaugeblümten Kleid . Rechts saß sein Bruder Marko ,der abwechselnd Braten , Salat und Kartoffeln in sich stopfte ,als obs morgen schon nichts mehr gäbe.Neben ihm sass die Nadja mit Pfirsichwangen.Sie hatten beide Steak mit Kräuterbutter und Pommes Frites bestellt. Seine Eltern und sein Bruder hatten sich für Braten entschieden.
Nach dem Kompott kam endlich etwas Konversation in Gange.Sein Bruder Marko stritt sich mit seinem Vater über die alte Familienwaschmaschine,welche noch ein weiteres Mal repariert werden sollte,obwohl sie doch gut 20 Jahre auf dem Buckel hatte.
Seine Mutter unterhielt sich mit der Nadja über Gardinen und Stores und er selbst lauscht mal dort und dann wieder hier.Er träumte ein bisschen und sah sich am nächste Sonntag wieder im Speisesaal der Kompanie sitzen ,bei Sauerbraten oder Rouladen und über Gefreiten Wohlgetans neueste Klopse am lästern.
Auf der Rückfahrt blieben sie zusammen und statteten den Grosseltern in einem kleinem Dorf an der Oder einen Besuch ab.Für die Oma war das natürlich eine Freude ,ihren Enkel Edgar nach fast 2Jahren wieder zu sehen und dann noch gleich mit Freundin.Weil jeder in Edgars Familie wusste ,daß es immer Sonntags bei den Großeltern eine Kaffetafel gab ,hatten sie sich auch nicht angemeldet.
Nach dem Kaffee wuselten die drei Frauen in der Küche rum . Der Vater und Marko standen im Hof und beobachten die jungen Störche,welche weite Kreise zogen.Der Grossvater winkte Edgar in einem unbeobachtetem Moment und ging mit ihm hinter die Scheune.Dort standen seine Bienenkörbe.
" Und Grenzer , bald wieder zu Hause " fragte der Grossvater mit einem verschmitztem Lächeln."Ich war ja damals in genau der anderen Richtung."Damit deutete er über den Oderdeich in Richtung Osten.Edgar nickte und fügte ein: " Wird Zeit ! "
"Feines Mädel haste da ! Sieh zu ,das du sie behälst ! " dabei legte ihm der alte Mann die Hand auf die Schulter. " Was willste eigenlikch weitermachen
danach ? " Edgar rückte näher an den Grossvater und gab ein leises "Na jedenfalls nicht bei Vater in der Werkstatt ! "von sich.
Der Grossvater schmunzelte:" Du warst auch nie der Stadtmensch ! "
Edgar dachte an die unzähligen Ferieaufenthalte bei den Grosseltern,die abendlichen Lagerfeuer mit den Dorfjungs, das spätwinterliche Hechte-dröhnen auf dem Eis der überschwemmten Oderwiesen und an das Gequake der Frösche wenn sie als Jungens ,dann nach einem Streich auf dem Oderdamm in der Sonne lagen.
"Hier im VEGut suchen sie auch n Schlosser und für dein Mädel findet sich auch was." Der so angesprochene Edgar fuhr aus seinen Gedanken . So schlecht hörten sich Grossvaters Vorschläge nicht an.Er hatte wirklich Lust ein Leben auf dem Lande zu führen und die Nadja ,die war zumindest nach Haustieren verrückt. "Ich bered die Sache und sag Dir im nächsten Urlaub Bescheid !,gab er dem Grossvater zu verstehen.
" Ach hier seid ihr ! "dröhnte der Bass Vaters." Habt ihr Geheimnisse ? "
"Na klar ! entgegnete der Grossvater :"Wir verscherbeln gerade die frische Oderluft. "Dabei sah er Edgar verschmitzt an.

Am späten Abend in Nadjas Wohnung streckte Edgar seine Beine lang und öffnete den Hosengürtel .Soviel hatte er schon lange nicht mehr gegessen.Selbstverständlich mussten sie noch zum Abendbrot bleiben und Grossvaters hausschlachtenden Schinken und die Salami kosten.
Nadja kam nur mit einem dünnen Hemdchen bekleidet und setzte sich rittlings auf seinen Schoß.Ergriff in ihr Haar und küsste sie lange.dann ließen sie sich auf das Sofa sinken........

ff


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#63

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:11
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Mach bloß an der Stelle weiter


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#64

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:32
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Mensch Pitti, er schreibt doch keinen Porno Roman.


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#65

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:44
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Zaunkönig im Beitrag #64
Mensch Pitti, er schreibt doch keinen Porno Roman.


ein bissel Erotik hat noch nie geschadet

Er muß ja nicht gleich in die vollen gehen


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#66

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:44
von Fritze (gelöscht)
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@Pitti Hab heute von ca 2000-2200 eine Fortsetzung geschrieben,als ich sie dann speichern wollte ,flog ich ausm Netz.Danach war alles weg,auch der Autosave hat nichts genützt .Nun muss ich erstmal alles neu schreiben,weil ich es nicht gespeichert hatte.Aber es geht demnächst weiter .Auch weil ich das schreiben dazu benutze meinen zur Zeit beruflichen Stress auzugleichen.
MfG Fritze


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#67

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 11.04.2013 17:14
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ Fritze

Mach dir bloß keinen Streß,immer ruhig angehen lassen,umso erfreuter ist man bei der nächsten Lektüre.


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#68

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 11.04.2013 21:19
von Fritze (gelöscht)
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Joo,so sehe ich das auch . Und heute werd ich erstmal meine persönliche Festplatte neu formatieren.

Und Freunde , Geduld macht Warten schöööön !


zuletzt bearbeitet 11.04.2013 21:20 | nach oben springen

#69

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 13.04.2013 21:53
von Fritze (gelöscht)
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nachdem der Wochenausklang sehr günstig war,werde ich mal ein bisschen weiterschreiben ,aber bitte kein "Erotisches zur Nacht " erwarten.

Edgar und Nadja sahen sich glücklich an und küssten sich .Edgar strich mit der linken Hand Nadja die Haare aus dem Gesicht, mit der Rechten hielt er ihren Nacken. Schweisstropfen standen ihne beiden auf der Stirn und den Schultern.
Am nächsten Morgen wachte Edgar auf und fand den Platz neben sich leer.Nanu ,wunderte er sich . Nadja hat doch noch heute und morgen frei und muss doch erst am Mittwoch wieder zur Schicht ins Halbleiterwerk.
Er erhob sich und ging in Richtung Bad. Aus der Küche war leichtes hantieren zu hören.Nadja stellte dort gerade eine Kaffekanne auf ein Tablett.
"Was machst Du so früh ? " fragte er sie. "Oohh nun bist du doch wachgeworden und ich hab doch so leise gemacht! Das sollte doch eine Überraschung werden ! " Er umarmte sie und hielt sie ganz fest. "Ich geh nur kurz für kleine Jungs und dann können wir Frühstück im Bett machen ! "
Als sie dann wieder im Bett mit dem Tablett auf den Knieen sassen und sie bat : "Köpfst du mir mal bitte ein Ei ! " ,konnte er nicht mehr an sich halten und lachte prustend los , worauf sie einfiel.
"Aber morgen mach ich das Frühstück ! "sagte Edgar. " Das kannst du noch oft genug ,wenn du wieder von der Grenze zurück bist !" liess Nadja hören.
Ende September hatte Edgar den nächsten Urlaub und dann würden sie sich in der kleinen Pension n bisschen verwöhnen lassen. Der Alltag würde sie noch früh genug einholen ,wenn Edgar nach Hause kommen würde. Am Mittwoch müsste er sich dringend mal wegen dem Job kümmern ,doch halt ,da war doch Grossvaters Angebot .Da müsste er heute mal das Thema zur Sprache kommen lassen.Wie würde die Nadja reagieren?
Aber erstmal nahm er n grossen Schluck Kaffee und spülte damit einen Bissen vom Brot runter. Nadja löffelte in ihrem Quarkbecher und als ob sie Gedanken lesen könne , fragte sie : " Was iss eigentlich mit deiner Arbeit danach ? "
"Das ist nicht so einfach zu beantworten ."gab er kleinlaut von sich. "Wieso ?"wollte sie wissen .
"Na du weisst doch ,zu meinem Vater in die Werkstatt will ich nicht zurück . Der soll mal seinen Lehrling alleine zur Schnecke machen ! "
Mit Grausen dachte er an sein erstes Lehrjahr , wo er abwechselnd in der zentralen Lehrwerkstatt und in der Werkstatt seines Vaters war.
"Eigentlich hatte ich durch Vermittlung eines Kumpels eine Stelle beim Kraftverkehr ins Auge gefasst,aber ich weiss nicht. "
"Und was bleiben noch für Alternativen ? "wollte Naja wissen.
" Tja ,das ist nicht mit zwei Worten zu sagen ! " Sie kam näher und piekte ihm mit dem Finger in die Seite. " Du willst doch nicht etwa auf Montage fahren ? " dabei funkelten ihren Augen zornig. "Oh nein ,ich hab die Nase voll von der Fahrerei ! Aber könntest du dir vorstellen auf dem Lande zu wohnen und arbeiten ? "
Nadja starrte ihn aus aufgerissenen Augen an ."Wenn ich damit dieser Tretmühle entkomme ! "
Jetzt war es an Edgar zu staunen.....

ff


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#70

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 15.04.2013 13:21
von Fritze (gelöscht)
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Edgar und Nadja sassen am Mittwoch im Trabbi seines Bruders und hatten beide zufriedene Gesichter . Sie waren auf dem Rückweg von dem Dorf der Grosseltern. Nachdem sie am Montagmorgen über eine Veränderung gesprochen hatten ,waren sie kurzerhand am Montagabend losgefahren.Der Bruder hatte ihnen selbstverständlich den Trabbi geliehen,nachdem sie ihn in ihre Pläne eingeweiht hatten.
Der Grossvater hatte noch am Abend ihrer Ankunft reihum seine Bekannten besucht und so Termine für den drauffolgenden Tag gemacht.Die Schlosserstelle war ja vakant und so war der Abschluss eines Vorvertrages für Edgar schon fast ein Heimspiel . Nadja hatte vor ihrer Tätigkeit im Halbleiterwerk eine Ausbildung als Krankenschester absolviert und das passte auch .Die Gemeindekrankenschwester würde in wenigen Monaten das Rentenalter erreicht haben. Und auf so eine schnelle Lösung des Problems freuten sich nicht nur die Landärztin ,sondern auch der Bürgermeister und der Rat der Gemeinde.
Wohnen würden sie natürlich im Haus der Grosseltern ,die sich schon sehr auf junges Leben in dem riesigen Haus freuten. Edgar war gleich am Dienstagnachmittag dem Grossvater zur Hand gegangen. Gemeinsam hatten sie in Haus und Hof aufgeräumt ,währenddessen die Frauen kochten und Brot und Kuchen backten. Die Grosseltern sahen um Jahre jünger aus ,weil auf ihre alten Tage wieder so viel Leben in ihr altes Haus kam.

Nun strahlten beide auf der Rückfahrt ob der schnellen Klärung ihrer weiteren Lebensplanung . Nachdem sie Edgars Bruder sein Fahrzeug ,natürlich vollgetankt ,wiedergebracht hatten ,gingen sie durch die Gartenanlagen zu Fuss zu Nadjas Wohnung . Angekommen , liessen sie sich von den mitgebrachten Landspezialitäten schmecken. Nach einem Bade kuschelten sie auf dem Sofa und waren etwas bedrückt ,weil Edgar ja diesen Abend wieder los musste.Natürlich würde ihn Nadja zum Bahnhof begleiten .
Gegen 21.00 Uhr zog sich Edgar seine Ausgehuniform an und packte noch ein paar Sachen in seine Tasche . Dann verliessen sie beide die Wohnung und machten sich Hand in Hand auf den Weg zur Strassenbahn. Auf dem Bahnsteig nahm Edgar sien Nadja ganz fest in die Arme .Dann war es soweit, sein Zug wurde angesagt. Er küsste Nadja noch einmal und nahm dann seine Tasche und stieg ein. Bei der Ausfahrt winkte sie sich lange,dann war die Siluette Nadjas verschwunden.
Edgar blieb am offenen Fenster stehen und liess sich vom Fahrtwind die Stirn kühlen. Der Zug hatte längst die Reisegeschwindigkeit erreicht und durch das offene Fenster war das Rattern der Räder überlaut zu hören. Eine Abteiltür klappte und ein Uniformierter mit weissumrandeten Uffz.Schulterstücken stellte sich auf den Gang , grüsste und bot Edgar eine Zigarette an .Dieser lehnte dankend ab unf fragte den fremden Uffz. :"Na auch wieder zurück in die Einheit ? " Dieser nickte und bimmelte mit einem Glöckchen. Edgar lachte und erwiderte das Bimmeln.
Dann sahen sie minutenlang aus dem Fenster und schweigend hing jeder von ihnen an seinen Gedanken .
Als der Muckeruffz seine zweite Zigarettenkippe aus dem Fenster geschnipst hatte ,sagte er einladend zu Edgar : " Im Abteil is noch reichlich frei. Edgar nahm seine Tasche und folgte ihm.
Die Rücklichter des Taxis ,welches Edgar vom Schweriner Bahnhof zur Kompanie gebracht hatte, verschwanden in der Ferne. Edgar wurde vom Torposten mit einem : " Da ist ja endlich unser Langzeiturlauber ! " begrüsst . Edgar winkte tonlos ab und ging ins Kompaniegebäude.
Nachdem er seinen Urlaubsschein in der Wachbutze abgegeben hatte , fand er sein Zimmer leer vor. Da würde sein Stubengenosse wohl noch länger auf Kommandierung bleiben.Na ihm wars recht,da musste er wenigstens auf niemanden Rüchsicht nehmen.
Er hing die Uniform in den Schrank und legte sich in Unterwäsche in Bett. Gut zwei Stunden war noch Nachtruhe und die wollte er nutzen.

in der nächsten Folge hat Edgar wieder der Kompaniealltag wieder in Beschlag ...

ff


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#71

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 19.04.2013 00:59
von Fritze (gelöscht)
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Edgar lief ganz gemächlich die Treppe runter und bestellte sich an der Klappe zur Küche ein Kännchen Kaffee. An seinem Tisch sassen schon zwei Uffze der Hundestaffel und der Glasmann ,welcher die UvD Binde trug. Mit Grausen dachte Edgar ,daß er heute um 1700 den Dienst von ihm übernehmen müsste. "Na ,schön erholt ?" fragte der Glasmann auch gleich ,als Edgar sich mit seinem Kaffee niederließ.
" Hmmh " liess Edgar nur vernehmen. Er hatte noch keine Lust zur Auflockerung der Frühstücksrunde beizutragen.
Hundeuffz Waldi welcher sich wohl wieder beim rasieren geschnitten hatte, was man an seinem Pflaster am Kinn sah , nahm schnell sein Geschirr und verschwand . Der Glasmann fragte den verbleibenden Hundeuffz : " Was ist denn mit dem los? Schmeckt es ihm nicht ? Oder haut der sich nachher wieder n Stück Freibank rein ? " Darauf folgte schallendes Gelächter vom Nebentisch.
Edgar war mit seinen Gedanken noch zu Hause und konnte den derben Witzen nichts abgewinnen . "Gabs auch was interessantes ?" fragte er nun den Glasmann .Dieser schmierte an senem Brot rum und verkündete grossspurig : " Na klar eure Gängerkasse ist rapide im Steigen ! Pass auf ,daß se dich nich ausnaschen ! " Edgar winkte ab : " Schon vorm Urlaub abgeschnitten . "
Nach dem Frühstück begab sich Edgar zur Wachbutze und sah wer heute abend mit ihm den Dienst übernehmen würde.Wenigstens hatte er nicht solche Pfeiffe wie den Wohlgetan als GUvD.
Im Laufe des Vormittags wurde im Zimmer des Polits,welcher ja den schon ewig kranken Kompaniechef mit vertrat, über das nächste Schießen ,welche s in der kommenden Woche stattfinden sollte, gesprochen . Dazu sollte noch eine gesonderte Belehrung zum Transport stattfinden , um die Panne vom letzten Schiessen zu vermeiden. Damals war auf dem Rückmarsch ein Fahrzeug liegengeblieben und dessen Insassen hatten sich die Wartezeit vor einem Dorfladen verkürzt. Nachdem auch die kommenden Aufgaben fürs Wochenende besprochen waren ,drängelte der ewig feixende Zirn :"Nu Edgar ,wie wars im Urlaub ? Wer so lange darf ,muss auch ne Anekdote erzählen ! "
Der so Angesprochene rieb sich mit den Fingern zwischen Hals und Kragen . "Hab mein Job klargemacht . Und das Wetter war auch schön ."
Der Polit zog an seiner Zigarette ,pustete den Rauch aus und sagte in den Raum : " Bei solch einer dürftigen Schilderung ,müssen wir uns überlegen,ob wir unsern Waffenuffz noch mal so lange in Urlaub schicken ! " Edgar senkte den Blick und dachte ,daß die ihn mal könnten !
Dann war er froh ,daß er sich in die Kiste verkrümeln konnte. Kaum hatte er n paar Spinnweben an der Decke ins Visier genommen ,kam der Zirn schon an die Luke ,fläzte sich auf die Klappe und liess ein lästerisches : " Na Eddy ,drücken ? " vernehmen. Edgar hätte ihm am liebsten den Besen vor die Füsse geworfen . Aber er lächelte nur und antwortete : "Das musst du doch am besten wissen,wieviel Abgänge du schon geshen hast ! " Aber so leicht wurde er den Zirn nicht los. Dieser hatte noch was in petto . "Eddy kommste am Sonntag mit zum Dorffest ? Frei haste ja ."
Edgar merkte auf : " Wie Dorffest ? Sowas gabs hier doch noch nie ! " " Doch vor Jahren schon , " wusste der Zirn zu berichten.
"Und was geht da so ?" wollte Edgar wissen. " Na bestimmt kein Eierlaufen und Stangenklettern ! Denk mal Bier und Erbsensuppe ! " warf der Zirn hin.
Hoffentlich bin ich in Stimmung dachte Edgar.Paar Leute vom Dorf kannte er ja aus dem Dorfkrug von den Ausgängen.
Nachdem Edgar nun doch den neugierigen Stabsfeldwebel losgeworden war verzog er sich auf sein Zimmer und nahm sich seinen Schrank vor . Er sortierte die Bücher aus ,welche er hier verschenken wollte und welche nach Hause schicken würde. Zerstreut blickte er zum Fenster raus . Auf dem Hof war ein Kommen und Gehen ,daß der Waffenuffz sich staunend aufs Fensterbrett abstützte und dem Treiben zusah.

ff


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#72

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 00:40
von Fritze (gelöscht)
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Edgar hatte seinen UvD pünktlich um 17.00 Uhr angetreten. Gleich nach Dienstübernahme kam es zu einem kleinem Vorfall. Der Spiess wollte gerade die Kompanie verlassen ,als aus Richtung der KFZ Werkstatt ein lauter Knall zu hören war. Alle liefen natürlich zur Quelle dieses Geräuschs.
Vor der Werkstatt kam ihnen der Schlossergehilfe entgegen ,der aussah wie ein Schornsteinfeger.Wie sich herausstellte hatte er versucht , den defekten Tank einer TS 250 zu schweissen ohne ihn vorher zu reinigen . Obendrein hatte er noch den Tankdeckel auf dem Tank belassen. Nachdem sich alle vergewissert hatten,daß ausser dem nun endgültig zerstörten Motorradtank keine Schäden entstanden waren,sagte der Spiess nur lapidar : "Schlosser ,Schadensmeldung und Bericht schreiben ! Morgen früh in meinem Büro ! " Dann wandte er sich an den GUvD : "Mal meine Tasche sichern , gehe selbst ins Batallion den Vorfall melden."
Nachdem auf der Kompanie wieder Ruhe eingekehrt war, ging Edgar zum Abendbrot. Im Speiseraum gab es natürlich nur ein Thema . Der arg verspottete Schlosser würde wohl den Rest seiner Dienstzeit , den Spitznamen "Sprengmeister " tragen. Von einigen Soldaten wurde ihm Papier und Stifte angeboten.
In der Wachbutze lästerte ein Soldat über das Mißgeschick des Schlossers. Edgar ,der vom Essen kam ,fuhr ihm gleich übers Maul :"Du heisses Gerät hättest den Tank doch auch ohne Schweissgerät entzündet ! " Mit hochrotem Kopf verschwand der Soldat in Richtung Toilette .
Nachdem in der Kompanie Nachtruhe eingekehrt war , sassen Edgar und sein GUvD am Tisch in der Wachbutze und schlürften ihren Kaffee .
Als die Stunde der toten Augen kam ,schickte Edgar den Gefreiten ins Bett ,nachdem dieser noch den Torposten zur Wachablösung gebracht hatte.
Draussen hatte es aufgefrischt und ein teilweise böiger Wind trieb die ersten Regenschauer heran. Der abgelöste Torposten stellte sein Waffe in den Ständer und sagte : " Ich geh gleich mal ne Regenpelle nach vorn bringen. " "Ja mach mal ! " antwortete Edgar.
Als zum Morgen wieder Leben in die Kompanie kam , Edgar war schon einige Male in der Waffenkammer gewesen und hatte verschiedenen Kräften ihre Bewaffnung rausgegeben. Nun standen zwei Feldwebel vom Stab vor der Kiste und empfingen Waffen und DF . Sie hatten auch schon von dem Knall in der Schlosserwerkstatt gehört und liessen im gehen noch einen Komentar hören. Edgar blickte den Zweien hinterher und wiegte den Kopf. Er dachte nur ,wenn ihr wüsstet ,was ich von Euch weiss, würdet ihr nicht so eitel daher stelzen. Der Eine von ihnen war in den Stab versetzt worden ,weil er als stellv. Zugführer in einer Grenzkompanie im GR 8 einen Stoffhund zu Klump gefahren hatte.Und der Andere war n ziemlicher Feigling welcher sich mal während einer Gakl -Nachtschicht vor Schreck in die Hosen gemacht hatte .
Edgar war zwar ein "Gefangener" in seiner Kompanie ,aber die Neuigkeiten fanden auch den Weg in eine Sicherstellungskompanie .Früher oder später kamen sie ja alle zu ihm an die Kiste.

ff


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#73

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 17:40
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Endlich lässt du mal wieder was von Edgar dem Waffenkeim hören, Fritze. Danke dafür !



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#74

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 18:35
von Fritze (gelöscht)
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na so im 3-4 tage Rythmus kann ich schon schreiben. Aber n bisschen Arbeit hab ich auch noch . Ist zur Zeit n bissel defiziel . Was son Kapitalist alles an Verantwortung tragen muss ? !


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#75

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 18:57
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Ich weiß Fritze, ich bin auch einer !



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#76

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 19:56
von PF75 | 3.294 Beiträge

Freue mich schon auf die Fortsetzung,vieleicht wird noch aufgekohlt dann wird die Geschichte länger.


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#77

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 20:20
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von PF75 im Beitrag #76
Freue mich schon auf die Fortsetzung,vieleicht wird noch aufgekohlt dann wird die Geschichte länger.


Kann mir nicht vorstellen , daß die Nadja da mitspielt !


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#78

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 20:26
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #77
Zitat von PF75 im Beitrag #76
Freue mich schon auf die Fortsetzung,vieleicht wird noch aufgekohlt dann wird die Geschichte länger.


Kann mir nicht vorstellen , daß die Nadja da mitspielt !



..typisch Fritze...


xxx
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#79

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 22:29
von Fritze (gelöscht)
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What else ?!


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#80

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 23:16
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #77
Zitat von PF75 im Beitrag #76
Freue mich schon auf die Fortsetzung,vieleicht wird noch aufgekohlt dann wird die Geschichte länger.


Kann mir nicht vorstellen , daß die Nadja da mitspielt !



Die Geschichte nach dem Heimgang kann ja auch interessant sein

Wie ist sein Leben danach?


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