#341

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 10:34
von Uleu | 528 Beiträge

Aber gut, dass wir mal drüber geredet haben


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#342

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 12:07
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Ps: eine Frage, was ist ein Schuddelkind?

Ein Schuddelkind ist ein Schmuddelkind, das das 'm' vergessen hat.........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#343

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 12:15
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #342
Ps: eine Frage, was ist ein Schuddelkind?

Ein Schuddelkind ist ein Schmuddelkind, das das 'm' vergessen hat.........


Soll ich es Ändern? mit "m"


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#344

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 12:20
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #343
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #342
Ps: eine Frage, was ist ein Schuddelkind?

Ein Schuddelkind ist ein Schmuddelkind, das das 'm' vergessen hat.........


Soll ich es Ändern? mit "m"


Ach nö, ich hab mich jetzt dran gewöhnt....... Trotzdem vielen Dank!


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 18.11.2012 12:20 | nach oben springen

#345

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 12:25
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #337
Ähmmm.........wer außer mir ist noch der Meinung, das dieser Thread völlig aus dem Ruder läuft? Man,man.........

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #337
Ähmmm.........wer außer mir ist noch der Meinung, das dieser Thread völlig aus dem Ruder läuft? Man,man.........
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #337
Ähmmm.........wer außer mir ist noch der Meinung, das dieser Thread völlig aus dem Ruder läuft? Man,man.........
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #337
Ähmmm.........wer außer mir ist noch der Meinung, das dieser Thread völlig aus dem Ruder läuft? Man,man.........

Ich!


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#346

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 12:57
von Gelöschtes Mitglied
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Ich bekomme noch Schlaege heute, weil ich nicht am Computer sitzen soll, ich darf aber kurz, die Tochter und Ehemann kochen.
Um auf dem Weg wieder das Ruder herumzureissen hier im Thread: Alles hat seine Bewandeniss.
Schmuddelkinder waren die armen Kinder, die, welche in den Armenvierteln lebten. Wir wurden von der Oma abgeschrubbt! Es ging nicht um Schmutz, aber wir waren arm wie die Kirchmause. So mein Anfang im Hause meiner Grossmutter, die neun der eigenen und zwei Enkelkinder gross zog, mit kargen Lebensmittelrationen bis nach Mitte der fuenfziger Jahre, in einer Arbeitersiedlung ausserhalb Londons 1948. Kein Maerchen, sondern harte Wirklichkeit. Wer in dieser Siedlung in den alten Reihenhaeusern wohnte, war ein ‘dirty kid’ einfach weil wir nichts hatten. Selbst in Schuluniform (vorgeschrieben) wussten wir wer die Kinder der ‘Money Bags’ (Geldsaecke) waren und wer die Dirty Kids (Schmuddelkinder) waren. Unweit der Siedlung gab es die grossen viktorianischen Haeuser der besser Betuchteren. Ich hatte, ganz ungewohnlich, eine Freundin aus dieser betuchten Welt, nur weil ihre Eltern wunderbare Leute waren und es zuliessen, dass ich mit Jane verkehren konnte. Diese blieb meine einzige Freundin im Leben, ich habe sie vor drei Jahren wieder ausfindig gemacht in Suedengland.

Von arm und reich konnte ich mir frueh ein Bild machen. Deshalb auch die Relevanz zum Thema hier: Bei aller Schulung spaeter zu Kommunismus und Kapitalismus, ist mit Sicherheit viel aus diese Leben hangengeblieben und wurde spaeter nicht nur politisch angeeignet wahrend der Schulung im dunklen Haus der Spionage.


zuletzt bearbeitet 18.11.2012 12:58 | nach oben springen

#347

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 18.11.2012 20:40
von Grenzverletzerin (gelöscht)
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Hallo Larissa,

dieser Thread befremdet mich ein wenig. Nun gut, das ist mir alles fremd aber interessant finde ich es allemal. Auch wenn sich mir einiges nicht erschließt. Hinterlistig per PM oder Mail in übelster Manier beschimpft zu werden, ist ein feiges Verhalten und lässt nicht auf Größe schließen.
Have a nice evening...Andrea!!


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#348

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 19.11.2012 09:26
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #347
Hallo Larissa,

dieser Thread befremdet mich ein wenig. Nun gut, das ist mir alles fremd aber interessant finde ich es allemal. Auch wenn sich mir einiges nicht erschließt. Hinterlistig per PM oder Mail in übelster Manier beschimpft zu werden, ist ein feiges Verhalten und lässt nicht auf Größe schließen.
Have a nice evening...Andrea!!


Hallo Andrea, danke fuer Deine Zeilen. Ich wohne auch in Niedersachsen, aber weit oben direkt an der Nordseekueste, Holland ist um die Ecke…… Erfrischend von einem weiblichen Mitglied hier endlich was zu hoeren. Meine harten Worte und meine Offenheit nicht auf die Goldwaage legen bitte. Der maennliche Anteil hier muss das abkoennen, mir ist oft nicht nach Damenhaftigkeit zumute. Eine Tugend die ich auch habe, wenn ich sie unbedingt anwenden muss...... Deinem Profil habe ich einiges entnommen. Das was Du ueber PN oder Email schreibst ist richtig.
Was nicht alles befremdet im deutschen Alltag! Fuer mich war das Fremde immer interessant. Die Deutschen haben nach wie vor ein gewisses ‘Fremdeln’ vor dem Unbekannten.
Hier im Forum machen die Kleinen sich an, zwischen den Grossen in der Politik herrscht Klarheit, wenn auch nicht Ehrlichkeit, dass laut Gesetzen und viel zu spaetem Urteil zur Sache, die Spionage/geheimdienstliche Taetigkeit zwischen den beiden deutschen Staaten in hochster Instanz rechtlich anerkannt wurde.
Um von fauligen Romanen und Klischees a la Bond aufzuraeumen, sollte das hier gehen. Es gibt allerdings ein Problem, ich bin Kommunistin, so werden die Waffen pausenlos nachgeladen und die Angriffe auf das linke Spektrum, MfS und KGB werden ohne ceasefire weitergefuehrt. Mein Gudster in #329 beschreibt die Lage der Nation wieder einmal sehr eindeutig. Es gibt sicher auch andere Gruende, die hier beschrieben worden sind. Diese Sachverhalte zu Erlebnissen, ueber die erzaehlt werden koennte, sind alle mit der langjaehrigen Trennung der BRD und der DDR verbunden.
Es wird jedoch mit dem was hier geschrieben steht, jeden Morgen der Fussboden im deutschen Alltag aufgewischt, mit immer demselben schmutzigen Wasser, das seit 23 Jahren aus dem Eimer stinkt. Die Bruehe wird noch von politischer Seite aufgefuellt mit stinkendem Morast.
Das hatten wir bereits nach 1945, in etwas anderer Form, wenn einer wagte etwas zu sagen, dann war er ein ‘Nestbeschmutzer’ und es konnte einfach nicht stimmen! daran kann ich mich als zwoelfjaehrige erinnern als ich Ende der fuenfziger nach Deutschland kam. Eine richtige Verarbeitung wurde somit verhindert.
So wird im gleichen Schritt und Tritt weiter marschiert mit der juengsten deutschen Geschichte, mit einer Vereinigung, die haette besser durchdacht und besser haette ausgefuehrt werden koennen. Da gebe ich Dir Recht, es war nicht alles schlecht in der DDR. Aber, es war jedoch einiges schlecht in beiden Republiken und die grosse Chance wurde vertan, etwas weitaus besseres zu gestalten fuer die Menschen.Die Chance wurde vollends vertan, eine Vereinigung fand nicht statt, eher eine Uebernahme und Vernichtung mit doppelter Moral.
Es ist nicht alles Gold was glaenzt. In der Spionagewelt glaenzt nichts, es ist ein verdammt dunkles Haus, im uebertragenen Sinne jedoch hat dieses Metier eine gleissende Aura und beschuetzt sich selbst. Da spielen Moral und Gesetze ueberhaupt keine Rolle, weder in einem totalitaeren, noch in einem Rechtsstaat. Das habe auch ich zu spueren bekommen. Nun, was der deutsche Michel nicht erlebt hat, das kann nicht sein, es gibt schliesslich Normen und Schreibtische! Da den Deutschen, verzeih mir, ausserhalb dieser Norm sofort alles ‘befremdlich’ ist, ist mein Schreiben ueberfluessig. Was mich wundert an allem ist, dass die Deutschen weltweit bekannt sind fuer ihr Koennen, ihren Fleiss und ihr Know-How. In diesem Land, das mit den hoechsten Lebensstandard fuer sich beanspruchen kann auf diesem Planten, bleibt die politische Landschaft zum Kotzen, und nicht nur das, es gibt Tatsachen, die beaengstigend sind, umso mehr seit der sogenannten Vereinigung.
Schoenen Tag wuensche ich Euch allen, ich moechte jetzt einigen kleinen Maedchen in meiner Patenschule in Suedrussland erklaeren, wer Tinkerbell ist! (Klassiker Peter Pan). Auf die kleinen Gesichter freue ich mich (skype) Es wird mir eine Freude sein. Und die braucht jeder Mensch, diese Freude ab und an, wo er keine Gedanken haben muss, dass er im naechsten Moment ueberfallen wird. Es ist kalt in Deutschland.
Gruss, Larissa

text korrig. kl.La


EK82I, jecki09 und utkieker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.11.2012 09:30 | nach oben springen

#349

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 19.11.2012 17:21
von jecki09 | 422 Beiträge

das war wieder eine deutliche Antwort an uns Deutsche.

Ich halte es da, seit einigen Jahren ist es auch mein Hobby - wie auf meinem Bild zu erkennen - wie der Alte Fritz

"Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und mus der fiscal nuhr das auge darauf haben das keine der andern abruch Tuhe,
den hier mus ein jeder nach Seiner Façon Selich werden". (Friedrich der Große)


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#350

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 01:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von jecki09 im Beitrag #349
das war wieder eine deutliche Antwort an uns Deutsche.
Ich halte es da, seit einigen Jahren ist es auch mein Hobby - wie auf meinem Bild zu erkennen - wie der Alte Fritz
"Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und mus der fiscal nuhr das auge darauf haben das keine der andern abruch Tuhe,
den hier mus ein jeder nach Seiner Façon Selich werden". (Friedrich der Große)


War die so deutlich?
Na, wenigstens ein Mutiger dabei, der sich zu Wort meldet. Ein schoenes Hobby Jecky09. Potsdam ist die Stadt fuer mich, schon langemeine Lieblingsstadt, deutsche Geschichte pur, sans souci u.v.a.m. dahinter verbirgt sich deutsche Kultur en masse, und ein Soldatenkoenig ohne kriegerische Haltung.
Es lag mir fern nur angreifen zu wollen, eher zu erklaeren wie ich das Land und die Menschen sehe und wie ich mich fuehle hier. Ich habe hinnehmen muessen hier im Forum, und wer austeilen kann, muss auch einstecken koennen.

Heute habe ich erstmalig in meinem Leben etwas von den drei Neo Nazis gehoert, die zehn Menschen kaltbluetig ermordet haben. Die ganze Geschichte, die Verwicklungen und Unterlassungen mit Zutun des MAD, Verfassungsschutzes, BKA und anderen Polizeiorganen, haben wir heute auf Phoenix gebannt verfolgt. Die ganze Angelegenheit ist erschreckend. Aber auch wieder nicht. Denn die Fehler und Nachlaessigkeiten (waren es Nachlaessigkeiten?) der Landes Geheimdienste und anderer Organe wurden konkret bewiesen, dennoch geben sich alle Beteiligten, nach wie vor, ganz deutlich im Sinne des dunklen Hauses. Ist wohl auch besser so.
Was solls, andere Laender haben auch ihre Probleme. CIA Chef General Petraeus ist ueber eine heimische Honigbiene gestolpert, schade, dass nicht eine Medovaya lavushka in der Naehe war. Das waere der Hammer gewesen. Die Tovarishi muessen sich dermassen die Haare raufen.......... Grosse Aufklaerung waere nicht notwendig gewesen, die haetten sich nur die Ehefrau des Herrn im 2. Fruehling anschauen muessen.

Korr.Kl.La.


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#351

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 05:37
von KID | 234 Beiträge

So, da verschwindet man ein Paar Tage, da ist man gleich 'ausgeflogen'.... Beim Einlesen merke ich sofort, dass sich hier nichts aendert.

Was dumme, drohende oder andere PNs betrifft: Ich kenne sie auch - von beiden Seiten - und finde sie meistens der Erwaehnung nicht wert. Wer Leute hier droht oder hinter der Sicherheit einer PN beleidigt, etc.ist ein Feigling. Das ist aber kein neues Phaenomen in diesem Forum.

Der Schwarze Hund von Jalta


zuletzt bearbeitet 20.11.2012 05:38 | nach oben springen

#352

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 06:51
von Weichmolch (gelöscht)
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Ich habe aus der Versenkung ein Interview "ausgegraben", welches an dieser Stelle m.M.n. passt.

»Geschichte schreiben, nicht Geschichten erzählen«

Gespräch mit Werner Großmann.

Über den Umgang mit der DDR-Auslandsaufklärung, die anhaltende
Kalte-Kriegs-Hetze und das Ausblenden von Zeitzeugen.
Und darüber, wie die sich wehren

Interview: Peter Wolter

Werner Großmann kam nach einer Maurerlehre und einigen Semestern Studium an der TH Dresden 1952 zur Schule des Außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN) der DDR, dem Vorläufer der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Er studierte 1966/67 an der Parteihochschule in Moskau und schloß ein Fernstudium an der Juristischen Hochschule Potsdam 1972 als Diplom-Jurist ab. 1986 wurde er Nachfolger des langjährigen HVA-Chefs Markus Wolf und stellvertretender Minister des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sein letzter Dienstgrad war Generaloberst.

In letzter Zeit häufen sich Fernsehfilme wie etwa »Die Frau vom Checkpoint Charly« oder der SOKO-Leipzig-Krimi »Unerwarteter Nahschuß«. Es geht immer wieder um ein Thema, nämlich die böse DDR-Staatssicherheit. Sie haben jahrzehntelang an hervorgehobener Stelle in diesem Ministerium gearbeitet. Was haben derartige Filme aus Ihrer Sicht mit der Realität zu tun?

Überhaupt nichts. Das sind Machwerke, die den Nachweis führen sollen, daß die DDR ein Unrechtsstaat und dessen Sicherheitsorgan, das Ministerium für Staatsssicherheit (MfS), eine verbrecherische Institution war. Die Realität ist eine ganz andere – wie viele andere habe auch ich sie miterlebt und mitgestaltet, ich weiß also sehr genau, wovon ich rede.

Was müßten diese Filme denn zeigen, wenn sie die Realität wiederspiegeln sollten?

Etwas davon ist z.B. in dem Film »12 heißt: ich liebe Dich« zu sehen. Realistische Wiedergabe von tatsächlichen Begebenheiten. Daß dies so war zeigt die widerliche öffentliche Reaktion von Hubertus Knabe, dem Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, und seinesgleichen.
Die Filmemacher müßten zunächst einmal auch mit den Personen sprechen, die sie als verbrecherisch darstellen – im Rechtswesen gibt es immerhin den schon den alten Römern geläufigen Grundsatz »audiatur et altera pars«, auf deutsch: auch die andere Seite muß gehört werden. Ich will gar nicht in Abrede stellen, daß es Menschen gibt, die in der DDR Unangenehmes erlebt haben, sie sollen ihr Schicksal auch schildern können. Aber lediglich aus den subjektiven Erzählungen Betroffener auf die Realität schließen zu wollen, ist intellektuell unsauber und führt mit Sicherheit zu Falschdarstellungen.

Es gibt sicherlich vieles, was man an der DDR schon damals kritisieren konnte. Aber warum fokussieren sich die Redaktionen von Fernsehen und von Zeitungen so auf das MfS?

Ich würde das nicht nur auf die Medien beschränken. Diese Fokussierung ist ja politisch gewollt, sie wird bewußt nicht nur staatlichen Institutionen aufgezwungen, sondern auch gesellschaftlichen Einrichtungen. Natürlich in erster Linie auch den Medien, weil diese eine große Rolle bei der Formierung der öffentlichen Meinung spielen.

Wenn man diesen Berichten Glauben schenkt, war das MfS ungefähr so etwas wie der Vorhof der Hölle. Seit Ende 1990 gilt auf dem Gebiet der Ex-DDR allerdings das bundesdeutsche Recht. Müßte man die angeblichen Untaten des MfS nicht auch in Gerichtsurteilen gegen dessen Mitarbeiter wiederfinden?

Auch hier ist die Realität eine ganz andere. Zur Allgemeinbildung eines durchschnittlichen deutschen Zeitungslesers gehört doch heutzutage, daß das MfS gefoltert hat, daß Dissidenten in die Psychiatrie kamen, daß Kinder ihren Eltern weggenommen wurden. Schauen wir uns die Zahlen an, wie sie z.B.der Jurist Friedrich Wolff in seinem Buch: »Einigkeit und Recht« wiedergegeben hat. Die BRD-Justiz hat demnach etwa 100000 Ermittlungsverfahren gegen Grenzsoldaten, Juristen, MfS-Angehörige und DDR-Politiker eingeleitet. Wolff zitiert den früheren Generalstaatsanwalt Christoph Schaefgen, der das 2000 in der Zeitschrift Neue Justiz bilanziert hat: Bis Anfang 1999 gab es nach seinen Erkenntnissen nur etwa 300 rechtskräftige Verurteilungen. Die Rechtsprofessoren Klaus Marxen und Gerhard Werle von der Humboldt-Universität Berlin sind laut Wolff etwas präziser, sie zählten 289 Verurteilungen – davon waren 86 Geldstrafen, 184 Freiheitsstrafen mit und 19 ohne Bewährung. Es gab demnach keine einzige Anklage wegen Folter, Zwangsadoptionen oder Einweisungen in die Psychiatrie.

Laut Schaefgen waren nur 25 Verurteilte Angehörige des MfS. Davon wurde einer zu einer Freiheitsstrafe, 22 zu Freiheitsstrafen auf Bewährung, einer zu einer Geldstrafe verurteilt, einer wurde verwarnt. Die Frage wird in der Öffentlichkeit natürlich nicht gestellt, inwiefern diese Verurteilungen politisch motiviert waren. Ich gebe allerdings gerne zu, daß das eine oder andere Verfahren durchaus berechtigt war. Sicherlich hat es auch bei uns, wie eben auch in BRD-Behörden, Gesetzesverletzungen gegeben. Und wenn sie beweiskräftig erwiesen und nicht politisch motiviert sind, sind sie auch zu ahnden.
Zum Komplex der Auslandsaufklärung: Ich selbst wurde direkt am Tag der sogenannten Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, vom Bundeskriminalamt auf Grund eines schon im September 1990 erlassenem Haftbefehls verhaftet. Dann gab es gegen mich eine Anklage wegen Landesverrats. Das Verfahren wurde 1995 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgeschlossen. Darin heißt es: »Die Angehörigen der Geheimdienste der DDR hatten – wie die Geheimdienste aller Staaten der Welt – eine nach dem Recht ihres Staates erlaubte und von ihm sogar verlangte Tätigkeit ausgeübt«. Das heißt für uns, die DDR-Mitarbeiter der Auslandsaufklärung, daß unsere nachrichtendienstliche Tätigkeit nicht unter Strafe gestellt wurde. Anders sah es für unsere Kundschafter aus, die in westlichen Ländern, insbesondere in der BRD und in Westberlin, gearbeitet haben.

Es wird in Medien immer wieder behauptet, die HVA habe zur Nachrichtengewinnung Erpressung, Bestechung etc. eingesetzt.

Sowohl unser Dienst als auch die Gegenseite haben mit dem Ziel, Personen zur Mitarbeit zu gewinnen, im wesentlichen zu ähnlichen Methoden gegriffen. Wir haben aber viel stärker auf die ideologisch-politische Überzeugung gesetzt, uns ging es schließlich darum, einen Krieg zu verhindern. Auf diese Weise konnten wir Kundschafter gewinnen, die sehr lange Zeit sehr verläßlich und erfolgreich mit uns zusammengearbeitet haben. Die Gegenseite hingegen setzte vorwiegend auf Geld und Druck – was, wenn überhaupt, bestenfalls kurzfristige Erfolge brachte. Uns ist es gelungen, eine Vielzahl dieser Agenten dazu zu bringen, nur zum Schein für den Westen, in Wirklichkeit aber für uns zu arbeiten.

Im Zentrum der Kampagne gegen das MfS steht immer wieder das frühere Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen. Durch diese heutige »Stasi-Gedenkstätte« werden jedes Jahr Tausende Berlin-Besucher geschleust, darunter viele Schulklassen. Ihnen allen wird dort vermittelt, wie grausam es in der DDR zuging. Als Journalist habe ich schon den einen oder anderen BRD-Knast besucht – einen wesentlichen Unterschied habe ich nicht erkennen können. Was ist eigentlich das Besondere an Hohenschönhausen?

Ich hatte in meiner dienstlichen Tätigkeit nichts mit der Führung von Haftanstalten in der DDR zu tun, weiß aber, daß die Unterbringung der Gefangenen und die Verhörmethoden sich in keiner Weise von dem Vorgehen westlicher Länder unterschieden Es war aber allemal humaner, in der DDR einzusitzen, als etwa in Frankreich oder Spanien. Kundschafter von uns können das aus eigenem Erleben bezeugen. Ich selbst war z.B. 1993 für sechs Wochen in der Westberliner Haftanstalt Lehrter Straße in Beugehaft und zeitweise zu Zeugenaussagen geladen in Moabit – ich weiß also aus eigenem Erleben, wie man dort mit Gefangenen umgeht. Beugehaft ist nun zugegebenermaßen nicht die strengste Verwahrung, reicht aber durchaus, um psychischen Druck zu erleben. Von psychischem Druck braucht mir also niemand etwas zu erzählen.

In allen Knästen gibt es sogenannte Beruhigungszellen – auch Gummizellen genannt. In Hohenschönhausen wird dies als besonderes Martyrium dargestellt, aber niemals erwähnt, daß es in Westberliner Knast Moabit viel mehr solcher Einrichtungen gibt. So manches von dem, was in Hohenschönhausen gezeigt wird, wurde erst nachträglich eingebaut, wie die sogenannte Wasserzelle. Den Besuchern werden dort also Dinge vorgeführt, die es nie gegeben hat. Auch das an Zellenwänden klebende Blut hat es nie gegeben.

Am 22. April erschien in der Linkspartei-Zeitung Neues Deutschland ein Bericht über eine Fotoausstellung in Hohenschönhausen, Titel »Im Namen der guten Sache?«. Daraufhin hagelte es empörte Leserbriefe, von denen jedoch keiner abgedruckt wurde. Wie ist Ihr Kommentar dazu?

Ich lese das Neue Deutschland schon seit langem nicht mehr. Freunde haben mir diesen Artikel aber kopiert, ich bin entrüstet darüber. Das war so mit das Schlimmste, was ich an Hetze gegen die DDR seit langem gelesen habe. Der Autor hat nur Häme ausgegossen und die verfälschten Darstellungen über die Haftanstalt Hohenschönhausen bedient. Er hat nicht einmal versucht, einen eigenen Gedanken beizusteuern oder sich nach Hintergründen zu erkundigen. Von Folter z. B. ist darin die Rede, von Schreien aus der Nachbarzelle – wo bitte hat es Folter gegeben? Welchen Beweis gibt es dafür, wer ist deswegen verurteilt worden? Wenn es das gegeben hätte, wäre die BRD-Justiz mit Sicherheit tätig geworden. Ein anderes Beispiel: In dem Beitrag heißt es, man solle nicht über die Folter auf dem US-Stützpunkt Guantánamo sprechen, sondern über Hohenschönhausen. Das ist doch ein Skandal sondergleichen! Der Beitrag wimmelt von Lügen. Und daß so etwas mittlerweile im ND erscheinen kann, wundert mich seit längerem nicht mehr.

Nicht nur das MfS als Ganzes, auch die HVA wird von den Medien, von Opferverbänden oder von Politikern der CDU, der SPD oder den Grünen angegriffen. Ist der Eindruck richtig, daß diese Kritik auch dazu dient, die unbestreitbaren Leistungen der HVA klein zu reden? BND und CIA haben nicht annähernd so erfolgreich gearbeitet.

Das ist sicher auch ein Motiv für die immer wiederkehrenden Angriffe. Man versucht nicht nur, unsere erfolgreiche Arbeit zu verschweigen, sondern auch zu suggerieren, wir hätten daran gearbeitet, die BRD oder andere Staaten zu unterwandern, zu destabilisieren und schließlich zu liquidieren. Das ist alles Quatsch, das hat es gar nicht gegeben. Unsere Aufgabe war, für die Erhaltung und Sicherung des Friedens zu arbeiten. Dem diente z.B. auch unser Beitrag zum Scheitern des Mißtrauensvotums gegen den früheren Bundeskanzler WillyBrandt. Unsere Aufgabe war, zur äußeren Sicherheit der DDR und der anderen Staaten des Warschauer Paktes beizutragen.
Es ist richtig, daß wir sowohl in der politischen als auch in der militärischen, wirtschaftswissenschaftlichen und technischen Aufklärung große Erfolge hatten. Auch in der Aufklärung der gegnerischen Geheimdienste. Von bundesdeutscher Seite wird das gerne abgestritten – von Wissenschaftlern oder auch ehemaligen Geheimdienstlern anderer Staaten durchaus bestätigt. Diese Erfahrung haben wir bei bislang drei internationalen Konferenzen über die Geschichte der HVA immer wieder gemacht.

Die letzte Konferenz dieser Art fand am 17./18. November 2007 im dänischen Odense statt – sie wird dokumentiert in dem jetzt erschienenen 1. Band der Geschichte der HVA unter dem Titel »Hauptverwaltung A – Geschichte, Aufgaben Einsichten«. Wie kam es zu dieser Publikation?

Die erste Konferenz zum Thema HVA gab es 1994 in Berlin, unter dem Titel »Duell im Dunkeln«. Daran nahm auch ehemalige Geheimdienst-Prominz aus der BRD teil – etwa Heribert Hellenbroich, der sowohl Präsident des Bundesverfassungsschutzes als auch des BND war. Oder Flottillenadmiral a. D. Elmar Schmähling, der den Militärischen Abschirmdienst geleitet hatte. 2004 gab es – ebenfalls in Berlin – eine Konferenz unter der Fragestellung »Spionage für den Frieden?«. Einer der Teilnehmer war der langjährige Osteuropa-Verantwortliche der CIA, Milton Bearden. Er würdigte in seinem Redebeitrag ausdrücklich den Beitrag, den die Auslandsaufklärung der DDR für die Erhaltung des Friedens geleistet hat. Ähnlich äußerte sich Witali W. Korotkow, früher hoher Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Über diese Konferenzen haben die deutschen Medien so gut wie gar nicht berichtet.
Im vergangenen Jahr nun wollte das Zentrum für die Erforschung des Kalten Krieges der süddänischen Universität Odense ebenfalls hier in Berlin eine Konferenz zur Geschichte der HVA abhalten. Die Birthler-Behörde wollte anfangs mit Historikern daran teilnehmen, zog sich dann aber zurück, weil die Dänen auch ehemalige HVA-Offiziere als Zeitzeugen hören wollte. Und schließlich wurde sogar durchgesetzt, daß das für diese Konferenz fest gebuchte Harnack-Haus nach Interventionen der Birthler-Behörde, von Opferverbänden etc. gekündigt wurde. Die Tagung fand dann aber doch statt: In Odense und ohne Birthler-Behörde. Fast ohne: Der Historiker Helmut Müller-Enbergs ließ durch einen Kollegen seinen Beitrag verlesen, was ihm hausintern enorme Schwierigkeiten einbrachte. Auf der Konferenz hielten elf ehemals leitende HVA-Mitarbeiter und 13 Wissenschaftler aus mehreren Ländern Referate. Die internationale Resonanz war sehr beachtlich.

Die nationale aber auch.

Das trifft zu, in deutschen Zeitungen wurde die Konferenz aber lediglich als Demonstration ewiggestriger und unbelehrbarer MfS-Hardliner dargestellt. Daß ausländische Wissenschaftler teilgenommen hatten, wurde – wenn überhaupt – nur am Rande erwähnt. Und auf Inhalte ging – bis auf die junge Welt – kein einziger der Korrespondenten ein. Die Berichterstattung stand voll in der Tradition der schlimmsten Zeiten des Kalten Krieges.

Der Konferenz-Band sollte eigentlich, so war wohl die Absprache, von der Universität Odense herausgegeben werden. Jetzt erscheint er aber in Berlin – warum?

Es war mit der Universität Odense vereinbart, daß unsere Beiträge jeweils 20 Minuten dauern sollten. Mitunter war das Vortragsmanuskript aber viel umfangreicher, deswegen sollten die Texte anschließend in voller Länge in einem Buch abgedruckt werden, das die Universität zur Dokumentation herausgeben wollte. Wir haben umgehend alle unsere Unterlagen bei der Universität abgegeben – damit war unser Teil der Zusagen erfüllt. Zusätzlich sollten in dem Band natürlich die Referate erscheinen, die Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden gehalten haben.
Dann gab es jedoch das negative Medienecho in Deutschland, daraufhin wurde offenbar von deutscher Seite Druck auf die Dänen ausgeübt. Im Detail weiß ich natürlich nicht, was da gelaufen ist und wer wem was angedroht hat – jedenfalls nahmen die Verantwortlichen der Universität Odense plötzlich Abstand von dem Vorhaben, einen kompletten Konferenz-Reader herauszubringen. Uns wurde mitgeteilt, daß wahrscheinlich nur die Beiträge der westlichen Wissenschaftler publiziert würden, aber nicht die aus den Reihen der HVA. Daraufhin haben wir nicht lange gefackelt und selbst das jetzt vorliegende Buch herausgegeben. Die Beiträge der ausländischen Wissenschaftler sind darin auch wiedergegeben, wenn auch nicht im Wortlaut, sondern nur in referierender Form.
Wir planen schon seit längerem, die Geschichte der HVA festzuhalten. Dazu gibt es schon umfangreiche Vorarbeiten. Dieses Buch ist der erste Band einer geplanten Reihe.

Welche Themen stehen als nächste an?

Geplant sind viele Themen. Im Herbst wird nach unserer bisherigen Planung der zweite Band erscheinen, darin geht es um den Sektor Wissenschaft und Technik der HVA. Weitere Themen sind noch nicht im Detail festgelegt, aber es gibt schon eine Menge Material. Wir werden natürlich auch Fragen berücksichtigen, die von den ausländischen Referenten bei der Konferenz in Odense aufgeworfen wurden. Unser Vorhaben steht unter dem Motto, Geschichte zu schreiben und keine Geschichten zu erzählen.

Rechnen Sie damit, daß versucht wird, diese Publikationen zu behindern oder gar zu verhindern?

Man muß immer damit rechnen, daß das versucht wird. Ich selbst habe es zu spüren bekommen, als ich 2001 mein Buch »Bonn im Blick« vorstellen wollte. Da gab es von einer im Buch genannten Person den Antrag auf einstweilige Verfügung, mit der sie die Veröffentlichung verhindern wollte. Erst eine halbe Stunde vor der öffentlichen Präsentation des Buches erhielt ich den Bescheid eines Hamburger Gerichts, daß diese einstweilige Verfügung zurückgewiesen wurde. Ich sehe aber juristisch keine Möglichkeiten, gegen das jetzt vorliegende Buch vorzugehen.

[Junge Welt vom 03. Mai 2008]

Viele der genannten Aspekte finden in diesem Thread ihren Niederschlag.
Die Qualität dieses Threads lässt sich bestimmt nicht mit PN's oder zweifelhaften Mail's erhöhen. Solches Verhalten lehne ich grundsätzlich ab.

Weichmolch


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#353

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 14:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Weichmolch im Beitrag #352


u.a. Rechnen Sie damit, daß versucht wird, diese Publikationen zu behindern oder gar zu verhindern?

Man muß immer damit rechnen, daß das versucht wird. Ich selbst habe es zu spüren bekommen, als ich 2001 mein Buch »Bonn im Blick« vorstellen wollte. Da gab es von einer im Buch genannten Person den Antrag auf einstweilige Verfügung, mit der sie die Veröffentlichung verhindern wollte. Erst eine halbe Stunde vor der öffentlichen Präsentation des Buches erhielt ich den Bescheid eines Hamburger Gerichts, daß diese einstweilige Verfügung zurückgewiesen wurde. Ich sehe aber juristisch keine Möglichkeiten, gegen das jetzt vorliegende Buch vorzugehen.

[Junge Welt vom 03. Mai 2008]

Viele der genannten Aspekte finden in diesem Thread ihren Niederschlag.
Die Qualität dieses Threads lässt sich bestimmt nicht mit PN's oder zweifelhaften Mail's erhöhen. Solches Verhalten lehne ich grundsätzlich ab.
Weichmolch


Danke Weichmolch, ein wertvoller Bericht nicht nur fuer das Forum.
Diese Zeitzeugen werden, aus welchem Grund auch immer, von den Gegnern uebertoent, die‘Besseres’ aus deutscher Geschichte machen wollen und dabei nicht merken, dass sie nicht nur in Deutschland, sondern laut Ansichten in der Welt, die Totengraeber auf dem Schlachtfeld einer vereinten Nation geworden sind.
Eine alternative Politik gibt es fuer die Regierenden nicht, und gegen die Macht solcher Politik, ist kein Ankommen. Ganz sicher ist die eigene Unzulaenglichkeit vollkommen bewusst, und eine solche Politik der Verleumdung dient zweifelsfrei dazu, diese Unzulaenglichkeiten abzudecken und andererseits aber ganz deutlich diesen Persoenlichkeiten keine Chance einer Mitarbeit an einem gerechten Aufbau des vereinten Landes zuzulassen. Es wurden ueberwiegend die Arschkriecher der DDR nur erlaubt sich zu beteiligen, die im eigenen Interesse arbeiten.
Ganz besonders wird bei dieser Hetzkampagne der BRD darauf hingearbeitet, dass sich solche Kraefte nicht sammeln, die an der heutigen Politik nicht nur kratzen koennten. Ein Kind straeubt sich auch mit Haenden und Fuessen zum Zahnarzt zu gehen, der Weg ist aber unumgaenglich.

Ich moechte zitieren aus eigenem Bereich. Fast am Ende als meinem VSchutzbeamter klar wurde, aus welchem Nest ich kam, hatte ich ein interessantes Gespraech mit ihm. Er war der Klassenfeind fuer mich, wir hatten ein kumpelhaftes Verhaeltnis ueber eine gewisse Zeit. (verstaendlich, am Ende nicht mehr). Er versuchte mich nicht nur zu ueberreden ins westliche Boot zu steigen; als er merkte, dass es keinen Sinn hatte mich bekehren zu wollen, war sein letzter Satz: “nimm den Sektkelch, nur dann hast Du die Moeglichkeit, Deinen politischen Standpunkt zu vertreten und etwas zu bewegen.” Er hatte den festen Glauben daran, dieser Glaube war falsch, wie sich zeigt. Und wenn wir schon bei Gefaengnissen und Hohenschoenhausen sind, ich wuerde bei einigen die Gesichter sehen wollen, bei einem kurzen Blick in einem der Verliese der JVA Hamburg von 1988.
Das sind Aussagen aus dem Jahr 2006.
quote Leiter der JVA „Sie werden sehen, dass wir in der ganzen Welt bekannt sind!" Der Ruf, der dieser berühmtesten unter den 170 deutschen Haftanstalten vorauseilt, fußt auf Meutereien, Gefangenenbefreiungen und Zuständen wie im schlechten Film. Rund 700 Gefangene gab es früher, heute sind es knapp 260. quote Ende
Einige Aussagen von Inhaftierten: quote: uralt, im Winter eiskalt, zweimal in der Woche Duschen ansonsten in der Zelle ein kalter Wasserhahn,
“quote: Uralt,dreckig, 23 Stunden am Tag nur eingeschlossen. Und ca. 70 % der Zellen haben keinen Stromanschluss !!!
DAS ALLERLETZTE!!!! Wer hier " Einfliegt" erlebt die Hölle! Menschenrechte? Warmes Wasser? Hilfe bei Fragen? Ich lach mich schlapp! Gewalt, Hass,Dreck,und unfreundliche Beamte die am liebsten schikanieren wo es nur geht.
11 Monate im UG (bis April 2005)! Es ist tatsächlich einfach nur widerlich. Die Zellen Dreckig,und der Putz Fällt von der Decke. Die ersten drei Monate ohne Strom waren echt hart! Das Essen war ein Skandal so etwas würde nicht einmal mein Hund fressen. Knast soll auch kein Urlaub sein! Aber die Arroganz der Schliesser den Gefangenen gegenüber ist Menschenunwürdig. Quote Ende”
Ich hatte den Vorteil Strom zu haben, das in Form einer nackten Gluehbirne von der hohen Decke hing und nie ausgemacht wurde.
Einen schoenen Tag noch. Larissa

PS: Bei einer erneuten Wohnungsdurchsuchung 1991 vom BKA nach dem Prozess wurde ich eindringlich darauf hingewiesen, 'nichts schriftlich niederzulegen' und 'es unterlassen solle, ein Buch zu schreiben'. Sie nahmen die Manuskripte mit. Ich habe mich bis auf Peanuts daran gehalten bis heute. Lassen wir das Haus im Dunkeln, Strom ist ohnehin viel zu teuer, es reicht oftmals eine Taschenlampe um sich zu erschrecken und sicherlich ist es 'gesuender'.


korr.Kl.La.


zuletzt bearbeitet 20.11.2012 14:38 | nach oben springen

#354

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 15:11
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Larissa, was will man Dir heute, nach über 20 Jahren, noch rechtlich anhaben wollen, wenn Du ein Buch schreibst ?



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#355

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 16:31
von mannomann14 | 625 Beiträge

Hallo Larissa,
ich erweitere mal die Frage von DoreHolm, könntest du auch noch mal wegen bisher nicht bekannten Informationen über deine Tätigkeit erneut vor Gericht gezerrt werden?
gruß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#356

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 17:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #354
Larissa, was will man Dir heute, nach über 20 Jahren, noch rechtlich anhaben wollen, wenn Du ein Buch schreibst ?


Rechtlich nix. Es gibt ganz andere Mittel, da wird man sich zu 80% hueten, auch heute noch. Mein Buch wurde 2011 verlegt und ich bin PRdUSA, habe ausser einem deutschen Reisepass noch zwei andere Paesse. Das wuerde ein schwieriges Unterfangen werden. Ganz abgesehen davon, habe ich vorgesorgt und auf den Rat meines damaligen Verteidigers gehoert, das Buch nicht als Biographie, sondern als biographischen Roman zu schreiben und unter anderem Namen. Vom 7. Kapitel an habe ich bewusst Namen veraendert, Zeiten und Orte. Aufgrund der Involvierung des VSchutzes nicht nur am Ende der geheimdienstlichen Taetigkeit und meiner Mitarbeit bei 14.K vorher, wurde alles sehr vertraulich behandelt im Prozess. z.B. auch meine Flucht an die Grenze und mein Auffinden dort. Ich wurde wie ein rohes Ei behandelt, auch wenn nicht aus der Verantwortung entlassen. Aussage vom BKA: "Wir werden sie vor diesen Bruedern vom VSchutz schuetzen muessen". Diese Dokumente sind in sicherer Verwahrung, ausserhalb von Deutschland und im Buch kratze ich allemal die Oberflaeche an zu diesen Vorkommen. Ich werde auch die Ablichtungen aus dem Forum nehmen, die ich vor einigen Tagen angehaengt habe.
Bis heute ist es fuer mich sehr wichtig, dass ich unerkannt bleiben kann im taeglichen Leben; Meine Tochter hat bereits wieder Angst, dass ich jemandem 'auffalle' hier im stillen Dorfe. Mein Bruder ist Hauptkommissar, der auf der anderen Weserseite lebt. Es war ein langer Prozess ehe wir vor kurzem erst wieder zusammenkamen. Das kann sich kein Mensch vorstellen. Diesen uebriggebliebenen Rumpf eines Privatlebens aufs Spiel zu setzen habe ich zu verhindern gewusst, durch einfachste Veraenderungen, die nichts meinem tatsaechlichen Werdegang anhaben koennen.

Mannomann ! Kurzzeitigen negativen Adrenalinhoch bekam ich bei Deiner Frage. Mein Mann steht hinter mir und sagt, pass auf was du schreibst. Sagen wir so, es gibt Dinge, die nicht verjaehren, kann einer sich auf eine Verjaehrung berufen, gibt es andere Mittel ihn hereinzulegen und vor Gericht zu zerren. Ein 'Limelight', ein Rampenlicht, wird es fuer mich auch in Zukunft nicht geben. Und durch Vermutungen kann nichts bewiesen werden.


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#357

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 17:05
von Gelöschtes Mitglied
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In Antwort auf mannomanns Frage:

Im Prinzip ja, wenn ein neuer und begründeter Straftatbestand lt. StGB vorliegt. D.h. Strafanzeige und ein darauffolgendes Ermittlungsverfahren zum Straftatvorwurf. Im Ergebnis des Ermittlungsverfahrens und der dabei gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse, entscheidet dann die Staatsanwaltschaft, ob es zu einer Klageerhebung kommt oder das Ermittlungsverfahren eingestellt wird.
Sorry, dass ich mich eingemischt habe, aber das wäre dann die rechtliche Verfahrensweise.
Wegen eines Buches in Romanform sicherlich nicht, denn dann müßten zahlreiche Autoren sich vor Gerichten verantworten.
Aber wie hieß es so schön in der Werbung einer bekannten Automarke : "Nichts ist unmöglich.." - Und wenn sie einem nur ans Bein pinkeln, um deutlich zu machen, sie sind noch gegenwärtig.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 20.11.2012 17:11 | nach oben springen

#358

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 17:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #357
In Antwort auf mannomanns Frage:

Im Prinzip ja, wenn ein neuer und begründeter Straftatbestand lt. StGB vorliegt. D.h. Strafanzeige und ein darauffolgendes Ermittlungsverfahren zum Straftatvorwurf. Im Ergebnis des Ermittlungsverfahrens und der dabei gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse, entscheidet dann die Staatsanwaltschaft, ob es zu einer Klageerhebung kommt oder das Ermittlungsverfahren eingestellt wird.
Sorry, dass ich mich eingemischt habe, aber das wäre dann die rechtliche Verfahrensweise. und wie hieß es so schön in der Werbung einer bekannten Automarke : "Nichts ist unmöglich.."
Vierkrug


Du mischt Dich nicht ein Vierkrug und musst Dich auch nicht entschuldigen, Du hast Recht, 'nichs ist unmoeglich'.
Gesetz und Ordnung ist eine Sache, die Ausfuehrung eine andere.
Die wuerden auf ein erneutes Vergehen in diesem Bereich warten, dann den Teppich von hinten wieder aufrollen. However, gerade in diesem Bereich gibt es Verwicklungen und neue Wege satt, denen man heute kaum noch beikommen kann, und in dem ehemalige Geheimdienstler und auch andere markante Aussteiger voellig neue Wege gehen im Sinne weniger des Friedens, sondern aus Gruenden ihrer heute tuechtigen Auftraggeber. Mein Mann sagt ich soll jetzt endlich die Schnauze halten und mir ein Stueck Kuchen reinschieben.


zuletzt bearbeitet 20.11.2012 17:22 | nach oben springen

#359

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 17:27
von passport | 2.640 Beiträge

Hallo Weichmolch,

schön das Du den Beitrag von Werner Grossmann nochmals eingestellt hast.
Im Thread "Deckname Luna" hatte ich Diesen bereits einkopiert. Dazu noch die Beschreibung der Zustände der Hamburger JVA durch Larissa.
Bin gespannt, wie einige "kalte Krieger" darauf reagieren.

passport


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#360

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2012 18:34
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #358
Mein Mann sagt ich soll jetzt endlich die Schnauze halten und mir ein Stueck Kuchen reinschieben.


Auch zuviel Kuchen ist ungesund Larissa.


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