#41

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:22
von Gelöschtes Mitglied
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Ich möchte mich abschließend nochmal zu Wort melden.
Eigentlich wollte ich nur einen Programmhinweis geben.
Das sich dieser Thread wieder in eine bestimmte Richtung entwickelt, war so nicht gewollt.
Das Wort Stasi nahm ich in Bezug zum Film auch nicht in den Mund, oder besser gesagt, schrieb es nicht nieder.
Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich so einen Film ansieht oder nicht.

Wer hier nun gleich wieder unsachlich wurde, kann man unschwer nachvollziehen, wenn man denn will und vom Anfang an liest.
Nun gibt natürlich ein Wort das andere und es wird "Lustig"…….wie meistens….

Getroffenen Hunde bellen sagt man, hier bestätigt es sich mal wieder, ein ganz normaler Hinweis zu einem Film wird aus einer bestimmten Ecke torpediert, lächerlich gemacht.
Welche Person(en) getroffen werden soll ist klar.

Als ich damals diesem Forum beitrat, hatte ich sehr große Vorbehalte dem MfS gegenüber, hegte gar Groll (keinen Hass) gegen diese Feldpostnummer.
Doch in hiesigem Forum kam ich mit der Zeit auch zu der Erkenntnis, dass man mit einigen dieser Gruppe vernünftig reden/streiten kann, auch wenn man total andere Ansichten vertritt, es muss nicht immer die Keule ausgepackt werden.
Andererseits gibt es natürlich genug Hardliner und Betonköpfe die nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt haben.
Einiges aus der Arbeit des MfS kann ich nun auch nachvollziehen, z.B. die Auslands-Spionageabwehr, ob militärisch oder zivil, die Sabotageabwehr in Firmen könnte man auch erwähnen.
Bis dahin kann ich die Stasi als „Normalen“ Geheimdienst ansehen, doch diese immense Bürgerbespitzelung , miese Gängelung, Einschüchterung, dieses “Schild und Schwert der Partei“ für die SED sein, ein pures Machterhaltungswerkzeug der Genossen , nein, das ging zu weit.
Ihr habt euch doch selbst belogen,kam da mal kein Unrechtsbewusstsein auf?
Sie haben gegen die eigene Bevölkerung gearbeitet, wer politisch nicht auf der Linie war kam in ihr Visier, dafür hab ich kein Verständnis.
Warum hat denn das MfS in der Bevölkerung so einen schlechten Ruf?
Bestimmt nicht, weil es die lieben, guten Onkels waren…..
Immer waren andere Schuld, die „gesteuerte Konterrevolution“, die Imperialisten, etc.
Darüber wurde aber schon genug geschrieben und ich will das nicht ausweiten.
Sind niemals Zweifel aufgekommen?

Zurück zum Ausgangsthema,ich bringe nur mal zwei "Geistreiche" Zitate zum Fernsehhinweis Deckname Luna und eins aus dem "KiD-Thread" von PF77....wie geil ist das denn?......

Zitat passport:

"Jaja, es ist wieder Märchenstunde im ZDF angesagt…….."

Zitat marc:

"Geschichten von der Frau im Mond,
ach nee, Frau Luna war doch ne Operette…."


Und so geht das immerfort und weiter, Märchenbücher der Gebrüder Grimm werden mir in verschiedenen Farben angeboten, Frau Luna war ne Operette etc.
Ja @marc, bei der Namensgebung waren die Organe doch immer sehr innovativ.

Aus dem „KID-Thread“ #114 zum Schluss noch ein Zitat, welches nicht nur hier ganz gut her passt.
Wo bleibt hier der Aufschrei der Gutmenschen im Forum gegen dieses dämliche Gefasel und Gebazel?

Zitat PF77:

"wem das nicht gefällt was geschrieben wird,der muß ja nicht weiterlesen bzw. er muß ja nicht mit diskutieren,ich lese bei vielen themen die ersten beiträge und wenn es wieder in richtung märchenstunde oder ewiger stasihetze geht ist das thema für mich abgeschlossen.
vorallen die völlig sinnfreien beiträge einiger user gehen einem mnchmal schon ganz schöch auf den docht."


Upps, schon wieder Märchenstunde…..Sinnlos fängt es hier ab #2 auch an!

Ach ja,zum Film,ich fand den 1.Teil auch nicht übel.

Gruß ek40


Schmiernippel, furry und andy55 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von marc im Beitrag #4
Geschichten von der Frau im Mond,

ach nee, Frau Luna war doch ne Operette


Ne Schtasi-Opperette ? Die hatten schon immer einen Hang zum Schauspiel.
Und immer diese fetzigen Tarn-Namen......,dafür hatten die auch ein Faible.


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#43

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:34
von Weichmolch (gelöscht)
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ek40,

Dein Beitrag berührt ein grundlegendes Thema hier im Forum, ich bedanke mich ausdrücklich für Deine ausgewogene Formulierung.

Weichmolch


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.11.2012 23:57 | nach oben springen

#44

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:40
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #8
Na, wenn Dir die Farbe nicht gefällt





schwarz/weiss steht Dir besser

passport

Definitiv besser,ich liebe schwarz&weiß,die rote Socke,ähm Schwarte, kannst du mit deinen "Bedankern" behalten ,jo du bist halt 'n alter Checker,kennst die Geschmäcker der ,Deiner? "Gegner".....

ek40


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#45

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:45
von Backe | 480 Beiträge

Bedanker.............

http://de.wikipedia.org/wiki/Claqueur

ich bin einer, wurde festgestellt


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 06.11.2012 23:55
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #39
Zitat von zweedi04 im Beitrag #35
Was mich etwas verwunderte, dass „Luna“ nach ihrer Flucht aus der DDR in keinem Auffang- bzw. Übergangslager war und nicht vom Westdeutschen oder amerikanischen Geheimdienst vernommen wurde. War das 1961 so?? Ich kenne das anders von Leuten die es rüber geschafft haben. Oder vielleicht wollten die sich ja auch nur wichtig machen mit den Geschichten von Verhören ach nee Befragungen (verhört hat ja nur die Stasi). Na wie das auch sei, dann wundert mich auch nicht, dass die Stasi so viele und so gute Spione in der BRD hatten.

Gruß zweedi



Flüchtlingserfahrung 1965
Hallo zweedi, an den Befragungen der Alliierten teilzunehmen, war freiwillig. Sie haben ganz höflich gefragt, ob du das machst. Und im Lager Giessen musstest du auch nicht sein, es war nur praktischer dort hin zu gehen, weil du in einer Woche alle Papiere einschl Führerschein umgeschrieben bekamst, obendrein bekamst du noch ein Handgeld von der Bundesregierung, ich glaube es waren 150 DM, ausgezahlt sodass du nicht ganz ohne Geld warst. Der Ton war von allen Seiten sehr entspannt und freundlich, das war ich nicht gewohnt von den Autoritäten der DDR.
war sehr angenehm.




Es gab auch einige wenige Fluechtlinge die erst viel spaeter nach der Ankunft im Westen bei den Behoerden vorsprachen (wegen Umschreibung von Reisepass und Fuehrerschein, usw). Dasscheint auch in diesem Film der Fall zu sein, da die junge Frau von Zivilisten aufgefunden wurde und auf dem Weg nach Augsburg keine behoerdliche Hilfe hatte. Sie wollte ja auch eine Fahrkarte in Muenchen mit DDR Mark kaufen, als sie hatte das Begruessungsgeld noch nicht erhalten.
Auffenthalt in einem Lager war auch freiwillig. Leute die Verwandte im Westen hatten, so wie in diesem Film, konnten natuerlich bei den Verwandten bleiben. Also dieser Teil des Filmes ist schon glaubhaft dargestellt.


zweedi04 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#47

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 00:09
von WernerHolt (gelöscht)
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das einzigste was du lieber wanderer hast , ist nen ganz gewaltiges ding an der murmel . . glaubt es mir ...

lass ,die pillen weg , bzw gib sie mir , das ich deine ergüsse ertragen kann ...

du hast dir das falsche land ausgesucht ...irland = irre

alter falter , über die sex sklaven von obama ,bin ich net hin weg ....................alter falter , ist es telltin , oder noch schlimmer?


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#48

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 00:12
von Weichmolch (gelöscht)
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Gut jetzt.
Zum Thema.

Weichmolch


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#49

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 00:20
von WernerHolt (gelöscht)
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werde brav sein .....


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#50

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 06:52
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von EK 82/2 im Beitrag #27
Zitat von marc im Beitrag #26
Frau Luna stürzt ab,

"Bauer sucht Frau" scheint in Deutschland doch interessanter zu sein

Kein Wunder, bei dem "hochwertigen" dt. Bildungsfernsehen.

"...Nur 3,92 Millionen Menschen (Marktanteil: 12,2 Prozent) schalteten ab 20.15 Uhr den ersten Teil des Spionagemelodrams "Deckname Luna" ein - fast doppelt so viele aber das Landfrust-Format "Bauer sucht Frau", das ab 21.15 Uhr parallel auf RTL lief (7,02 Millionen Zuschauer, 22,3 Marktanteil).

Zwar entspricht die Resonanz auf "Deckname Luna" ungefähr dem Durchschnittswert für den Montagabend im ZDF - angesichts des Staraufgebots und der Produktionskosten des Zweiteilers muss das Ergebnis trotzdem enttäuschend sein..."

http://www.spiegel.de/kultur/tv/deckname-luna-a-865541.html



@marc wunderst du dich etwa? ein alter königsspruch lautet:halte dein volk dumm und du wirst ewig regieren.


Andy ich hoffe mal nicht dass Du damit ausdrücken wolltest Luna gucken würde bilden?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#51

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 08:26
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #50

Andy ich hoffe mal nicht dass Du damit ausdrücken wolltest Luna gucken würde bilden?

Bildungsfernsehen, das war früher mal

http://www.fernsehen-der-ddr.es/
Theo


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#52

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 09:29
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #40
wo schrieb ich !!!, das ich die 60 ziger ausklammere? na?


das du nicht weiter drauf eingehst war klar , bestätigt mir das was ich eh schon wusste ..........weitermachen





EDIT


du benutzt sehr gerne das wort AUGENZEUGE, ich kenne da auch einen der sich so nennt . aber!!! , auch er zweifelt alle ihm entgegen gebrachten argumente an ..........hmm du stehst doch nicht etwa......


rot mark.
den kenne ich auch, obwohl ich nur in diesem Forum schreibe. Was er schreibt hat aber mehr Substanz als das, was ich von dir hier lese.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#53

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 09:59
von 80er | 572 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17
[quote=94|p215584]
... Ich habe nicht davon gehört, dass Gefangene des KGB "befreit" wurden.


... genauso wenig, wie ein Stasimajor während seiner aktiven Zeit Gewissenskonflickte bekommen und die Seiten gewechselt hat,
wie in "Das Leben des anderen".

@ passport
Jaja, es ist wieder Märchenstunde im ZDF angesagt.

dann schreib doch einfach, wie es "richtig" gewesen ist!


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#54

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 10:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Der Major war in natura 'nur' Oberleutnant ... 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#55

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 12:30
von 80er | 572 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #54
Der Major war in natura 'nur' Oberleutnant ...

Ja, mag sein.

Zitat
http://www.forum-ddr-grenze.de/t4609f114-lief-Stasi-Oberleutnant-Werner-Stiller-ueber-Jetzt-packt-er-aus.html


Ist mir bekannt. Das war aber so selten, dass es mMn nicht gerechtfertigt war, einen abendfüllenden Film darüber zu drehen.


zuletzt bearbeitet 07.11.2012 12:34 | nach oben springen

#56

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 13:18
von Fritze (gelöscht)
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Heutzutage ist doch alles Wert ,einen Film zu drehen.Sei es ein gewonnenes Fussballspiel oder ein Unglück.Am liebsten natürlich etwas , womit man Geschichte klittern kann.Und wenn man dann noch dem ehemaligen polit.Gegner nachträglich eine reinwürgt ,umso besser.


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#57

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 19:35
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ EK 40

es heißt richtig PF 75

77 war ich schon wieder Zivilist


zuletzt bearbeitet 07.11.2012 19:37 | nach oben springen

#58

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 07.11.2012 22:36
von passport | 2.640 Beiträge

Nachdem ich, verspätet, den 1. Teil von "Luna" eingeschaltet hatte ging die Märchenstunde schon los. Die Filmszene zeigte gerade, wie der U-Führer die sitzende "Luna" in das Gesicht schlug. Das MfS war nicht nur Schutz und Sicherheitsorgan sondern auch lt. Statut ein Rechtspflegeorgan.

[Statut des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik]
I. Stellung und Hauptaufgaben des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR
§ 1
(1)
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ist ein Organ des Ministerrates. Es gewährleistet als Sicherheits- und Rechtspflegeorgan die staatliche Sicherheit und den Schutz der Deutschen Demokratischen Republik


Handlungen von MA des MfS gegen Gesetze, Verordnungen und dienstliche Befehle bzw. Anweisungen wurden entsprechend der Verfehlungen geandet und bestraft. In seinen Buch "Besuchszeit" beschreibt der Autor Peter Pfütze ein eigenes Erlebnis gegenüber einen U-Häftling. Als Strafe durfte er dann 2 Wochen in der UHA verbringen.

Die Storie selber kommt verworren und klischeehaft daher. Der Bruder wird verhaftet damit "Luna" zu einen IM erpresst werden konnte. Klasse, da haben wir es wieder, die "böse, hinterhältige und verbrecherische Stasi". Dieser 1. Teil reiht sich unrühmlich an solchen Filme an, wie "Romeo und Julia", "Schlafende Hunde" oder "Die Frau vom Checkpoint Charly". Eine Ausnahme ist der Film von ARD/MDR "12 heißt, ich liebe dich". Wütende Atacken von H. Knabe und von den sogenannten "Opferverbänden" bewiesen das. Natürlich versuchen Regisseure Spannung und Action in die Filme einzubringen. Wenn das aber mit Lügen, Verdrehungen und historischen Verfälschungen einhergeht, wehre ich mich dagegen. Das hat nichts mit "getroffene Hunde bellen" oder "Unbelehrbaren" zu tun. Wir Ehemaligen betrachten bestimmte Dinge, die im MfS liefen, genauso kritisch. Durch unsere Beiträge versuchen wir hier einige Dinge klarzustellen. Jeder auf seinen Fachgebiet, wo man gedient hat.
Ich stelle hier einige Auszüge aus einem Beitrag von Werner Großmann ein. Der Kommentar ist von 2008. Er ist (leider) immer noch aktuell :

»Geschichte schreiben, nicht Geschichten erzählen«

Gespräch mit Werner Großmann. Über den Umgang mit der DDR-Auslandsaufklärung, die anhaltende Kalte-Kriegs-Hetze und das Ausblenden von Zeitzeugen. Und darüber, wie die sich wehren

Peter Wolter

Werner Großmann kam nach einer Maurerlehre und einigen Semestern Studium an der TH Dresden 1952 zur Schule des Außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN) der DDR, dem Vorläufer der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Er studierte 1966/67 an der Parteihochschule in Moskau und schloß ein Fernstudium an der Juristischen Hochschule Potsdam 1972 als Diplom-Jurist ab. 1986 wurde er Nachfolger des langjährigen HVA-Chefs Markus Wolf und stellvertretender Minister des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sein letzter Dienstgrad war Generaloberst.

In letzter Zeit häufen sich Fernsehfilme wie etwa »Die Frau vom Checkpoint Charly« oder der SOKO-Leipzig-Krimi »Unerwarteter Nahschuß«. Es geht immer wieder um ein Thema, nämlich die böse DDR-Staatssicherheit. Sie haben jahrzehntelang an hervorgehobener Stelle in diesem Ministerium gearbeitet. Was haben derartige Filme aus Ihrer Sicht mit der Realität zu tun?

Überhaupt nichts. Das sind Machwerke, die den Nachweis führen sollen, daß die DDR ein Unrechtsstaat und dessen Sicherheitsorgan, das Ministerium für Staatsssicherheit (MfS), eine verbrecherische Institution war. Die Realität ist eine ganz andere - wie viele andere habe auch ich sie miterlebt und mitgestaltet, ich weiß also sehr genau, wovon ich rede.




Was müßten diese Filme denn zeigen, wenn sie die Realität wiederspiegeln sollten?

Etwas davon ist z.B. in dem Film »12 heißt: ich liebe Dich« zu sehen. Realistische Wiedergabe von tatsächlichen Begebenheiten. Daß dies so war zeigt die widerliche öffentliche Reaktion von Hubertus Knabe, dem Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, und seinesgleichen.

Die Filmemacher müßten zunächst einmal auch mit den Personen sprechen, die sie als verbrecherisch darstellen - im Rechtswesen gibt es immerhin den schon den alten Römern geläufigen Grundsatz »audiatur et altera pars«, auf deutsch: auch die andere Seite muß gehört werden. Ich will gar nicht in Abrede stellen, daß es Menschen gibt, die in der DDR Unangenehmes erlebt haben, sie sollen ihr Schicksal auch schildern können. Aber lediglich aus den subjektiven Erzählungen Betroffener auf die Realität schließen zu wollen, ist intellektuell unsauber und führt mit Sicherheit zu Falschdarstellungen.



Es gibt sicherlich vieles, was man an der DDR schon damals kritisieren konnte. Aber warum fokussieren sich die Redaktionen von Fernsehen und von Zeitungen so auf das MfS?

Ich würde das nicht nur auf die Medien beschränken. Diese Fokussierung ist ja politisch gewollt, sie wird bewußt nicht nur staatlichen Institutionen aufgezwungen, sondern auch gesellschaftlichen Einrichtungen. Natürlich in erster Linie auch den Medien, weil diese eine große Rolle bei der Formierung der öffentlichen Meinung spielen.

Wenn man diesen Berichten Glauben schenkt, war das MfS ungefähr so etwas wie der Vorhof der Hölle. Seit Ende 1990 gilt auf dem Gebiet der Ex-DDR allerdings das bundesdeutsche Recht. Müßte man die angeblichen Untaten des MfS nicht auch in Gerichtsurteilen gegen dessen Mitarbeiter wiederfinden?

Auch hier ist die Realität eine ganz andere. Zur Allgemeinbildung eines durchschnittlichen deutschen Zeitungslesers gehört doch heutzutage, daß das MfS gefoltert hat, daß Dissidenten in die Psychiatrie kamen, daß Kinder ihren Eltern weggenommen wurden. Schauen wir uns die Zahlen an, wie sie z.B.der Jurist Friedrich Wolff in seinem Buch: »Einigkeit und Recht« wiedergegeben hat. Die BRD-Justiz hat demnach etwa 100000 Ermittlungsverfahren gegen Grenzsoldaten, Juristen, MfS-Angehörige und DDR-Politiker eingeleitet. Wolff zitiert den früheren Generalstaatsanwalt Christoph Schaefgen, der das 2000 in der Zeitschrift Neue Justiz bilanziert hat: Bis Anfang 1999 gab es nach seinen Erkenntnissen nur etwa 300 rechtskräftige Verurteilungen. Die Rechtsprofessoren Klaus Marxen und Gerhard Werle von der Humboldt-Universität Berlin sind laut Wolff etwas präziser, sie zählten 289 Verurteilungen - davon waren 86 Geldstrafen, 184 Freiheitsstrafen mit und 19 ohne Bewährung. Es gab demnach keine einzige Anklage wegen Folter, Zwangsadoptionen oder Einweisungen in die Psychiatrie.

Laut Schaefgen waren nur 25 Verurteilte Angehörige des MfS. Davon wurde einer zu einer Freiheitsstrafe, 22 zu Freiheitsstrafen auf Bewährung, einer zu einer Geldstrafe verurteilt, einer wurde verwarnt. Die Frage wird in der Öffentlichkeit natürlich nicht gestellt, inwiefern diese Verurteilungen politisch motiviert waren. Ich gebe allerdings gerne zu, daß das eine oder andere Verfahren durchaus berechtigt war. Sicherlich hat es auch bei uns, wie eben auch in BRD-Behörden, Gesetzesverletzungen gegeben. Und wenn sie beweiskräftig erwiesen und nicht politisch motiviert sind, sind sie auch zu ahnden.

Zum Komplex der Auslandsaufklärung: Ich selbst wurde direkt am Tag der sogenannten Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, vom Bundeskriminalamt auf Grund eines schon im September 1990 erlassenem Haftbefehls verhaftet. Dann gab es gegen mich eine Anklage wegen Landesverrats. Das Verfahren wurde 1995 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgeschlossen. Darin heißt es: »Die Angehörigen der Geheimdienste der DDR hatten - wie die Geheimdienste aller Staaten der Welt - eine nach dem Recht ihres Staates erlaubte und von ihm sogar verlangte Tätigkeit ausgeübt«. Das heißt für uns, die DDR-Mitarbeiter der Auslandsaufklärung, daß unsere nachrichtendienstliche Tätigkeit nicht unter Strafe gestellt wurde. Anders sah es für unsere Kundschafter aus, die in westlichen Ländern, insbesondere in der BRD und in Westberlin, gearbeitet haben.

Es wird in Medien immer wieder behauptet, die HVA habe zur Nachrichtengewinnung Erpressung, Bestechung etc. eingesetzt.

Sowohl unser Dienst als auch die Gegenseite haben mit dem Ziel, Personen zur Mitarbeit zu gewinnen, im wesentlichen zu ähnlichen Methoden gegriffen. Wir haben aber viel stärker auf die ideologisch-politische Überzeugung gesetzt, uns ging es schließlich darum, einen Krieg zu verhindern. Auf diese Weise konnten wir Kundschafter gewinnen, die sehr lange Zeit sehr verläßlich und erfolgreich mit uns zusammengearbeitet haben. Die Gegenseite hingegen setzte vorwiegend auf Geld und Druck - was, wenn überhaupt, bestenfalls kurzfristige Erfolge brachte. Uns ist es gelungen, eine Vielzahl dieser Agenten dazu zu bringen, nur zum Schein für den Westen, in Wirklichkeit aber für uns zu arbeiten.



Im Zentrum der Kampagne gegen das MfS steht immer wieder das frühere Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen. Durch diese heutige »Stasi-Gedenkstätte« werden jedes Jahr Tausende Berlin-Besucher geschleust, darunter viele Schulklassen. Ihnen allen wird dort vermittelt, wie grausam es in der DDR zuging. Als Journalist habe ich schon den einen oder anderen BRD-Knast besucht - einen wesentlichen Unterschied habe ich nicht erkennen können. Was ist eigentlich das Besondere an Hohenschönhausen?

Ich hatte in meiner dienstlichen Tätigkeit nichts mit der Führung von Haftanstalten in der DDR zu tun, weiß aber, daß die Unterbringung der Gefangenen und die Verhörmethoden sich in keiner Weise von dem Vorgehen westlicher Länder unterschieden Es war aber allemal humaner, in der DDR einzusitzen, als etwa in Frankreich oder Spanien. Kundschafter von uns können das aus eigenem Erleben bezeugen. Ich selbst war z.B. 1993 für sechs Wochen in der Westberliner Haftanstalt Lehrter Straße in Beugehaft und zeitweise zu Zeugenaussagen geladen in Moabit - ich weiß also aus eigenem Erleben, wie man dort mit Gefangenen umgeht. Beugehaft ist nun zugegebenermaßen nicht die strengste Verwahrung, reicht aber durchaus, um psychischen Druck zu erleben. Von psychischem Druck braucht mir also niemand etwas zu erzählen.In allen Knasten gibt es sogenannte Beruhigungszellen - auch Gummizellen genannt. In Hohenschönhausen wird dies als besonderes Martyrium dargestellt, aber niemals erwähnt, daß es in Westberliner Knast Moabit viel mehr solcher Einrichtungen gibt. So manches von dem, was in Hohenschönhausen gezeigt wird, wurde erst nachträglich eingebaut, wie die sogenannte Wasserzelle. Den Besuchern werden dort also Dinge vorgeführt, die es nie gegeben hat. Auch das an Zellenwänden klebende Blut hat es nie gegeben.



Am 22. April erschien in der Linkspartei-Zeitung Neues Deutschland ein Bericht über eine Fotoausstetluns in Hohenschönhausen, Titel »Im Namen der guten Sache?«. Daraufhin hagelte es empörte Leserbriefe, von denen jedoch keiner abgedruckt wurde. Wie ist Ihr Kommentar dazu?

Ich lese das Neue Deutschland schon seit langem nicht mehr. Freunde haben mir diesen Artikel aber kopiert, ich bin entrüstet darüber. Das war so mit das Schlimmste, was ich an Hetze gegen die DDR seit langem gelesen habe. Der Autor hat nur Häme ausgegossen und die verfälschten Darstellungen über die Haftanstalt Hohenschönhausen bedient. Er hat nicht einmal versucht, einen eigenen Gedanken beizusteuern oder sich nach Hintergründen zu erkundigen. Von Folter z. B. ist darin die Rede, von Schreien aus der Nachbarzelle - wo bitte hat es Folter gegeben? Welchen Beweis gibt es dafür, wer ist deswegen verurteilt worden? Wenn es das gegeben hätte, wäre die BRD-Justiz mit Sicherheit tätig geworden. Ein anderes Beispiel: In dem Beitrag heißt es, man solle nicht über die Folter auf dem US-Stützpunkt Guantänamo sprechen, sondern über Hohenschönhausen. Das ist doch ein Skandal sondergleichen! Der Beitrag wimmelt von Lügen. Und daß so etwas mittlerweile im ND erscheinen kann, wundert mich seit längerem nicht mehr.



Nicht nur das MfS als Ganzes, auch die HVA wird von den Medien, von Opferverbänden oder von Politikern der CDU, der SPD oder den Grünen angegriffen. Ist der Eindruck richtig, daß diese Kritik auch dazu dient, die unbestreitbaren Leistungen der HVA klein zu reden? BND und CIA haben nicht annähernd so erfolgreich gearbeitet.

Das ist sicher auch ein Motiv für die immer wiederkehrenden Angriffe. Man versucht nicht nur, unsere erfolgreiche Arbeit zu verschweigen, sondern auch zu suggerieren, wir hätten daran gearbeitet, die BRD oder andere Staaten zu unterwandern, zu destabilisieren und schließlich zu liquidieren. Das ist alles Quatsch, das hat es gar nicht gegeben. Unsere Aufgabe war, für die Erhaltung und Sicherung des Friedens zu arbeiten. Dem diente z.B. auch unser Beitrag zum Scheitern des Mißtrauensvotums gegen den früheren Bundeskanzler WillyBrandt. Unsere Aufgabe war, zur äußeren Sicherheit der DDR und der anderen Staaten des Warschauer Paktes beizutragen.



Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren !

In diesem Sinne

Gruß

passport


Pitti53 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#59

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 08.11.2012 10:12
von amigaguru | 96 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #2
Jaja, es ist wieder Märchenstunde im ZDF angesagt.

passport

Hallo User,
Den Film fand ich gar nicht so schlecht.
Ich weiß natürlich nicht.ob man sich bei der GST mit Kamerad ansprach.Auch das Lotte nicht in einem Notaufnahmelager war und auch nicht von
westlichen Geheimdiensten "verhört" wurde.
Mich interessierten besonders die Verhörmethoden des MfS und der Umgang im Knast.Ich selbst kenne seit über 30 Jahren zwei ehemalige
Mitarbeiter des MfS,welche wegen "versuchter Republikflucht" 1966 in den Knast kamen und 1972 von der Bundesrepublik freigekauft wurden.Sie hatten auch diesn Film gesehen und sagten,es war dort noch schimmer,als im Fim dargestellt.Sie erzählten einige Beispiele und ich konnte es für den
Moment nicht glauben.Drei Jahre nach der"Wende"erfuhren sie drei Namen von den damaligen Gefängniswärtern über irgendwelche Kanäle.Diese haben sie sich dann "Zur Brust genommen".
Ich selbst habe am 1.Mai 1963 erste negative Erfahrungen mit dem MfS bekommen,weil sich ein damaliger Arbeitskollege negativ über die Versorgung
äußerte.Da mich der"Vernehmer" immer mit du ansprach,habe ich zu ihn auch du gesagt.Prompt bekam ich rechts und links zwei Schläge ins Gesicht und dabei fing er schlimmer als ein Spieß zu schreien an.
Ich erzählte meine Vater davon und er sagte,ist ja bald wie früher bei der Gestapo.Nimm dich in acht vor den Leuten mit den langen,dunklen Ledermänteln und vor Leuten,welche ein"Bonbon" tragen.(mit Bonbon war das Parteiabzeichen gemeint)
Gruß
amigaguru


Gert, Pit 59 und Backe haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Deckname Luna

in Themen vom Tage 08.11.2012 10:33
von jacky (gelöscht)
avatar

Zitat von WernerHolt im Beitrag #10

Zitat
Wenn die Stasifraktion von "Märchen" spricht, kann man genau das Gegenteil annehmen. Dies ist dann Teil ihrer Desinformations- und Vernebelungsstrategie. Gelernt ist eben gelernt. Gottseidank ist es so was von durchsichtig, dass man es auf "3 Meilen riecht".



auch deine pharsen ändern nix , als ob du weißt ,was "vernebelungsaktion vom MfS "sind ..........
du weißt nix , nicht den hauch einer spur hast du , während du mit deinem arsch zuhause in d-dorf gesessen hast , aber die fiesen schergen ,deinen arsch gerettet haben .während du glücksrad ,für bemerkenswert fandest , haben sie ihr leben riskiert .....ich weiß du bist alt .....................


Er hat wenigstens seinen schritt in die freiheit gemacht. super gert bin stolz auf dich


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