#1

Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:16
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Bei meiner damaligen Schulfahrt in die Deutsche Demokratische Republik im Spätsommer 1988 ist mir aufgefallen, dass in der DDR damals der Müll schon sehr fortschrittlich getrennt wurde. Vor Einzelhandelsgeschäften gab es so netzartige "Sammel-Container" für Glas, Altpapier etc., in Ostdeutschland, Altstoffe genannt. Zudem standen neben den üblichen 110 Ltr.-Stahlblech-Ringtonnen für Hausmüll auch noch Mülltonnen mit der Aufschrift "Futter", ich denke mal, das waren Speiseabfälle oder Biomüll, der für Verfütterung für Tiere genutzt wurde, oder?
Bei uns in der BRD gab es solch eine Mülltrennung in den Achtzigern noch nicht, da wurde alles in eine Hausmülltonne entsorgt. Dafür hatten wir in den 80er Jahren schon (fast) flächendeckend die alten Stahlblech-Tonnen gegen leichtere Kunststoff-Mülltonnen ausgetauscht.
Man sieht aber, dass in der DDR damals Recycling schon "groß geschrieben wurde", ich war jedenfalls erstaunt über die fortschrittliche Mülltrennung dort.
Nur, warum wurde im Automobilbau Duroplast (also Kunststoff) verwendet (für den Trabant) und die Mülltonnen waren noch in den Achtzigern in der DDR aus schwerem Stahlblech? Ich dachte immer, Stahlblech sei in der Wirtschaft der DDR zu teuer gewesen...???


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#2

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:47
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Das war m.E. alles eine Frage der Rohstoffbeschaffung. Wie heute allgemein anerkannt, sind Altstoffe die blanken Rohstoffe und da die DDR-Wirtschaft immer etwas klamm bei Kasse war, wenn es um Rohstoffimporte, zumal noch aus dem NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet), wurde deren Erfassung eine hohe bedeutung beigemessen. Es war auch für die Bürger lukrativ, zu sammeln. In meiner Erinnerung wurden folgende Erstattungen gezahlt:
- Wellpappe 0,50 Mark./kg
- Zeitungen 0,20 Mark/kg
- Standardgläser und Schnapsflaschen 0,20 Mark/St.
- Knüllpapier 0,05 Mark/kg u.s.w. auch Lumpen, Schrott natürlich auch.
Die Kinder kamen manchmal klingeln und fragten" Ham´se Papier und Flaschen" und verdienten sich dadurch ein schönes Taschengeld. In den Schulen gab es Wettbewerbe, welche Klasse die meisten Altstoffe sammelt.
In meiner Abteilung, einem Labor mit noch drei Damen außer mir hielten wir es ebenso. Wenn die Kasse ausreichend gefüllt war, wurde die im besten Interhotel in Erfurt (Hotel Kosmos) in der Bar auf den Kopf gehauen, mit Westlikör(Contreau, Bols u.a.), Schnecken und allem, was sonst nicht alltäglich war.
Auch was die materialökonomie betrifft, wurde in den Betrieben m.E. nach mehr auf Sparsamkeit geachtet als heute. Wir sind noch unter die Rührwerke gekrochen, wenn uns ein Kunstharzbrocken von einem halben Kilo runtergefallen war. Heute werden schnell mal ein paar Tonnen Fertigware entsorgt. Wollte ein Kunde mal ein Muster (Klebstoff) für einen Test, für den er nur 50 g brauchte, wird ihm gleich ein 10,-kg-Eimer geschickt mit der Begründung, das ist für die Firma immer noch billiger als ein Muster abzufüllen, einzupacken und hinzuschicken und das Restgebinde steht dann trotzdem rum und kann nicht mehr verkauft werden. Ist rein ökonomisch nachvollziehbar, aber hat nichts mehr mit sparsamen Umgang mit Rohstoffen zu tun.



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#3

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 18:02
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #1
Bei meiner damaligen Schulfahrt in die Deutsche Demokratische Republik im Spätsommer 1988 ist mir aufgefallen, dass in der DDR damals der Müll schon sehr fortschrittlich getrennt wurde. Vor Einzelhandelsgeschäften gab es so netzartige "Sammel-Container" für Glas, Altpapier etc., in Ostdeutschland, Altstoffe genannt. Zudem standen neben den üblichen 110 Ltr.-Stahlblech-Ringtonnen für Hausmüll auch noch Mülltonnen mit der Aufschrift "Futter", ich denke mal, das waren Speiseabfälle oder Biomüll, der für Verfütterung für Tiere genutzt wurde, oder?
Bei uns in der BRD gab es solch eine Mülltrennung in den Achtzigern noch nicht, da wurde alles in eine Hausmülltonne entsorgt. Dafür hatten wir in den 80er Jahren schon (fast) flächendeckend die alten Stahlblech-Tonnen gegen leichtere Kunststoff-Mülltonnen ausgetauscht.
Man sieht aber, dass in der DDR damals Recycling schon "groß geschrieben wurde", ich war jedenfalls erstaunt über die fortschrittliche Mülltrennung dort.
Nur, warum wurde im Automobilbau Duroplast (also Kunststoff) verwendet (für den Trabant) und die Mülltonnen waren noch in den Achtzigern in der DDR aus schwerem Stahlblech? Ich dachte immer, Stahlblech sei in der Wirtschaft der DDR zu teuer gewesen...???

Die Tonne mit den Küchenabfällen nannte sich"Speckitonne".Es gab aber fast nichts ekligeres,besonders im Sommer.Und besonders "erfreulich "war das dann für die,die das Zeug an die Schweine verfüttern mussten.Das gammelige Zeug wurde nämlich aus Sicherheitsgründen in großen Kesseln gekocht-Balsam für die Nase.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#4

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 18:58
von Gelöschtes Mitglied
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Lumpen ,Knochen , Eisen und Papier , ausgeschlagene Zähne sammeln wir , sangen wir immer wenn es von der Schule angeordnet wurde , Sammeln zu gehen .
Wie herrlich war es doch wenn wir in den Aschekuhlen nach Flaschen , Papier und Gläsern suchten , Alles was dort nicht hingehörte , wie tote Tiere wurden von den vielen Ratten schon beseitigt. In den Hausmüll kam alles rein . Bauschutt , Kohlendreck , Elektrosachen , alles was im Haushalt ,Garten und nach der Eigenreparatur von Fahrzeugen anfiel , wurde über die Mülltonne entsorgt.
Wie schön war es doch , wenn alles von alten Häusern in den Kuhlen verkippt wurde. Wenn VEB Gülleabfuhr seine Ladungen an den Waldkannten entsorgte.
Fahlberglist Magdeburg transportierte seine Abfälle mit ihren Kippern meistens nur nachts durch die Börde zu den Mülllagerstätten
Die Raupen die dann den Giftmüll wegschoben wurden,wenn sie sich mal nicht mehr bewegten , einfach dort im Müll stehengelassen und zugekippt.
.Der gestank von dem Gift war nicht angenehm.

MG ratata


zuletzt bearbeitet 27.10.2012 20:02 | nach oben springen

#5

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 19:14
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

KARNAK #3, mit den "Biotonnen" ist es heute nicht anders. Im Sommer werden sie deshalb wöchentlich geleert, im Winter vierzehntägig. Im Sommer krabbeln die Maden auch bis zum Rand hoch.



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#6

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 19:30
von frank | 1.753 Beiträge

wie vieles andere hätte man auch das sero -system der ddr übernehmen können , stelle ich mal so in den 'raum'
aber dann hätten einige sparten heute keine daseinsberechtigung mehr ! soviel wie ich weiß, wird hier in berlin von vielen verschiedenen firmen der 'getrennte müll' abgeholt , dann wieder auf einen großen haufen gekippt und seiner bestimmung : 'wiedervereinigung im ofen' durch den schornstein gejagt !! warum soll ich dann trennen ? totales irrenhaus ! oder kapital - ismus !!!



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#7

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 21:17
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Danke euch für die Antworten, DoreHolm, KARNAK, ratata und Frank!
Also war Altstoff-Sammlung eher der angespannten Wirtschaftslage der DDR geschuldet, als fortschrittlichem Umweltbewusstsein? Immerhin hat die DDR das damals gemacht! In der BRD gab es noch bis Mitte der 80er "wilde Müllkippen", sprich illegale Müllentsorgung irgendwo in der Landschaft. War die Mülltonne zu klein, wurde der Müll illegal an Autobahn-Parkplätzen, oder im Wald entsorgt. Traurig!


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zuletzt bearbeitet 27.10.2012 21:24 | nach oben springen

#8

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 21:29
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Frank, ich sage das, als ehemaliger BRD-ler, man hätte wirklich das DDR-Altstoffsammel-System der DDR für das gesamte Deutschland der Nachwendezeit übernehmen sollen. Ich bin der Meinung, dass nicht alles per se schlecht ist, was aus der DDR kam! Warum auch? Cleverness und Tüftelei wurde in der DDR bestimmt "groß geschrieben", oder?


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#9

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 21:36
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

@Jörg
Stahlblechtonnen vermutlich deshalb, weil viele, vermutlich die meisten, mit Kohle heizten.
Die Asche war oft noch heiss oder gar glühend.
Ich denke das war der hauptsächliche Grund.

Die Trennung als solches, war nicht der Umwelt "geschuldet", sondern der Einsparung durch Wiederverwertung.
Spielt allerdings unterm Strich keine Rolle, das Ergebnis ist unter beiden Gesichtspunkten ökologisch wertvoll.
Für mich als Ostdeutscher war es ein Krampf mit anzusehn, wie lange man nach der Wende brauchte, das Pfandsystem der DDR einzuführen.
Heute ist es, als gäbe es das schon immer.
Für uns Kinder, speziell für Kinder aus ärmeren Verhältnissen zu denen ich mich nach der Scheidung meiner eltern auch zählen darf, war das sammeln der Altstoffe ein Taschengeldsegen.
Ich war pro Woche, mindestens 1-2 mal mit dem Handwagen unterwegs, um bei älteren Leuten Flaschen, Gläser und Papier zu sammeln.
Begehrt war Wellpappe von Kartons, da gabs für ein etwas grösseres Bündel runde 5 Mark.
Ich kam so pro Woche auf etwa 10 Mark durch das sammeln, manchmal waren auch bis zu 15 Mark möglich.
Taschengeld bekam ich nicht, von dem Geld konnte ich mir auch mal Eis oder Schokolade kaufen oder was anderes süsses, auch musste ich mir manches Schulzeug im Verlauf des Schuljahres selber kaufen, als meine Eltern dann geschieden waren und meine Mutter zu wenig verdiente.
Ich war aber auch gern an der Luft, ich verstand das nicht als notwendiges Übel ich machte das gerne.
Zumal meine Lieblingseisdiele nur 50 Meter von der Annahmestelle weg war.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#10

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 21:40
von Schmiernippel | 244 Beiträge

Wenn man früher in der DDR als Heranwachsender Geld brauchte, sammelte man für SERO. Das gab gutes Geld. Auch viele alte Leute besserten damit ihre Rente auf.
Zur illegalen Müllentsorgung: Leider nehmen die wilden Müllberge an den Feldrändern und Seeufern wieder zu. Der Grund sind die sich immer wieder sich erhöhenden Müllgebühren vor allem für die privaten Haushalte. Vor ein paar Jahren gab es bei uns die Gemeinde- und Kreisreform. Die Territorien hatten vor der Zusammenlegung unterschiedliche Gebührensatzungen, die jetzt vereinheitlicht werden und zu Gunsten der Entsorger kräftig angehoben werden. Mülltrennung wird scharf kontrolliert und so mancher Kübel wird nicht mitgenommen, da angeblich nicht exakt getrennt worden ist. Anschließend wird alles auf einer Halde entsorgt oder neuerding in sehr teuren Verbrennungsanlagen vernichtet, die nebenbei Gebrauchswärme abgeben, die praktisch sehr billig ist, aber nicht den Wohngebieten zugute kommt
Gruß Schmiernippel



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#11

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 21:46
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #3
Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #1
Bei meiner damaligen Schulfahrt in die Deutsche Demokratische Republik im Spätsommer 1988 ist mir aufgefallen, dass in der DDR damals der Müll schon sehr fortschrittlich getrennt wurde. Vor Einzelhandelsgeschäften gab es so netzartige "Sammel-Container" für Glas, Altpapier etc., in Ostdeutschland, Altstoffe genannt. Zudem standen neben den üblichen 110 Ltr.-Stahlblech-Ringtonnen für Hausmüll auch noch Mülltonnen mit der Aufschrift "Futter", ich denke mal, das waren Speiseabfälle oder Biomüll, der für Verfütterung für Tiere genutzt wurde, oder?
Bei uns in der BRD gab es solch eine Mülltrennung in den Achtzigern noch nicht, da wurde alles in eine Hausmülltonne entsorgt. Dafür hatten wir in den 80er Jahren schon (fast) flächendeckend die alten Stahlblech-Tonnen gegen leichtere Kunststoff-Mülltonnen ausgetauscht.
Man sieht aber, dass in der DDR damals Recycling schon "groß geschrieben wurde", ich war jedenfalls erstaunt über die fortschrittliche Mülltrennung dort.
Nur, warum wurde im Automobilbau Duroplast (also Kunststoff) verwendet (für den Trabant) und die Mülltonnen waren noch in den Achtzigern in der DDR aus schwerem Stahlblech? Ich dachte immer, Stahlblech sei in der Wirtschaft der DDR zu teuer gewesen...???

Die Tonne mit den Küchenabfällen nannte sich"Speckitonne".Es gab aber fast nichts ekligeres,besonders im Sommer.Und besonders "erfreulich "war das dann für die,die das Zeug an die Schweine verfüttern mussten.Das gammelige Zeug wurde nämlich aus Sicherheitsgründen in großen Kesseln gekocht-Balsam für die Nase.


Die war überigens -zumindest bei uns in der Stadt- aus Holz.
Ja da lief die Suppe im Sommer schön.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#12

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:11
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Ja, die Abfalltonnen waren wie heute die aus Plaste mit dem großen gewölbten Schiebedeckel aus Stahlblech. War beiden vielen Kohleheizungen gar nicht anders möglich. Im Winter qualmten viele vor sich hin, weil außer Hausmüll auch mal glühende Asche reinkam. In so einer habe ich mal bei einer Aufräumaktion in meinem Labor (Hobbychemiker) ein Produkt entsorgt, von dem ich nicht sicher war, daß die Synthese geklappt hat. Nachdem es am nächsten Morgen auf der Straße einen riesen Rums gab, wußte ich, daß das Experiment geklappt hatte und wie leicht Glykoldinitrat herstellbar ist.
Die Mülltonne hatte die etwa 50 g nicht ausgehalten und war hin. Wurde ein paar Tage später durch die Stadtwirtschaft ausgetauscht. Das hätte für mich mächtig in´s Auge gehen können, wenn da weitergeforscht worden wäre und nicht die Variante von der vollen Sprayflasche angenommen wurde.
Aber das mal nur so am Rande, außerhalb des Themas.



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#13

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:21
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #8
Frank, ich sage das, als ehemaliger BRD-ler, man hätte wirklich das DDR-Altstoffsammel-System der DDR für das gesamte Deutschland der Nachwendezeit übernehmen sollen. Ich bin der Meinung, dass nicht alles per se schlecht ist, was aus der DDR kam! Warum auch? Cleverness und Tüftelei wurde in der DDR bestimmt "groß geschrieben", oder?


ich mir mit hundertprozentiger sicherheit auch ! solche sachen wie 'polikliniken' und 'sero' sind einfach nur effizient und spaarsam ! damit kann oder besser gesagt will im kapital keiner umgehen müssen oder mögen , oder wie auch immer, weil man ja kosten eispaart und keiner so richtig profitiert von 'denen' da oben !!!



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#14

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:25
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Witzig, DoreHolm! Dein chemisches Experiment mit dem Stahlblech-Mülleimer! Im Ruhrgebiet (viele Kohleheizungen und auch noch bis in die 80er hinein) gab es übrigens den Stahlblech-Mülleimer in der BRD am längsten, woanders war der dann auch schon vorher gegen ne Plastik-Tonne abgeschafft...


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#15

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:36
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #12
Ja, die Abfalltonnen waren wie heute die aus Plaste mit dem großen gewölbten Schiebedeckel aus Stahlblech. War beiden vielen Kohleheizungen gar nicht anders möglich. Im Winter qualmten viele vor sich hin, weil außer Hausmüll auch mal glühende Asche reinkam. In so einer habe ich mal bei einer Aufräumaktion in meinem Labor (Hobbychemiker) ein Produkt entsorgt, von dem ich nicht sicher war, daß die Synthese geklappt hat. Nachdem es am nächsten Morgen auf der Straße einen riesen Rums gab, wußte ich, daß das Experiment geklappt hatte und wie leicht Glykoldinitrat herstellbar ist.
Die Mülltonne hatte die etwa 50 g nicht ausgehalten und war hin. Wurde ein paar Tage später durch die Stadtwirtschaft ausgetauscht. Das hätte für mich mächtig in´s Auge gehen können, wenn da weitergeforscht worden wäre und nicht die Variante von der vollen Sprayflasche angenommen wurde.
Aber das mal nur so am Rande, außerhalb des Themas.




Silvester eigneten sich die Tonnen auch als "Röhrenverstärker".


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
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#16

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:40
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Wahrscheinlich als Abschuss-Basis für die Sylvester-Rakete???


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#17

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:43
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Schmiernippel im Beitrag #10
Wenn man früher in der DDR als Heranwachsender Geld brauchte, sammelte man für SERO. Das gab gutes Geld. Auch viele alte Leute besserten damit ihre Rente auf.
Zur illegalen Müllentsorgung: Leider nehmen die wilden Müllberge an den Feldrändern und Seeufern wieder zu. Der Grund sind die sich immer wieder sich erhöhenden Müllgebühren vor allem für die privaten Haushalte. Vor ein paar Jahren gab es bei uns die Gemeinde- und Kreisreform. Die Territorien hatten vor der Zusammenlegung unterschiedliche Gebührensatzungen, die jetzt vereinheitlicht werden und zu Gunsten der Entsorger kräftig angehoben werden. Mülltrennung wird scharf kontrolliert und so mancher Kübel wird nicht mitgenommen, da angeblich nicht exakt getrennt worden ist. Anschließend wird alles auf einer Halde entsorgt oder neuerding in sehr teuren Verbrennungsanlagen vernichtet, die nebenbei Gebrauchswärme abgeben, die praktisch sehr billig ist, aber nicht den Wohngebieten zugute kommt
Gruß Schmiernippel


1 Kg Altpapier = 0,15 Pf
1 Glas = 0,05 Pf
= gutes Geld ?
Harra 318


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#18

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 23:02
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #17
Zitat von Schmiernippel im Beitrag #10
Wenn man früher in der DDR als Heranwachsender Geld brauchte, sammelte man für SERO. Das gab gutes Geld. Auch viele alte Leute besserten damit ihre Rente auf.
Zur illegalen Müllentsorgung: Leider nehmen die wilden Müllberge an den Feldrändern und Seeufern wieder zu. Der Grund sind die sich immer wieder sich erhöhenden Müllgebühren vor allem für die privaten Haushalte. Vor ein paar Jahren gab es bei uns die Gemeinde- und Kreisreform. Die Territorien hatten vor der Zusammenlegung unterschiedliche Gebührensatzungen, die jetzt vereinheitlicht werden und zu Gunsten der Entsorger kräftig angehoben werden. Mülltrennung wird scharf kontrolliert und so mancher Kübel wird nicht mitgenommen, da angeblich nicht exakt getrennt worden ist. Anschließend wird alles auf einer Halde entsorgt oder neuerding in sehr teuren Verbrennungsanlagen vernichtet, die nebenbei Gebrauchswärme abgeben, die praktisch sehr billig ist, aber nicht den Wohngebieten zugute kommt
Gruß Schmiernippel


1 Kg Altpapier = 0,15 Pf
1 Glas = 0,05 Pf
= gutes Geld
?
Harra 318



ja , wenn man fleißig war und mit beiden beinen auf unserer 'erde' stand , war das gutes und vor allem ehrlich verdientes geld !!!



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#19

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 23:10
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #18
Zitat von Harra318 im Beitrag #17
Zitat von Schmiernippel im Beitrag #10
Wenn man früher in der DDR als Heranwachsender Geld brauchte, sammelte man für SERO. Das gab gutes Geld. Auch viele alte Leute besserten damit ihre Rente auf.
Zur illegalen Müllentsorgung: Leider nehmen die wilden Müllberge an den Feldrändern und Seeufern wieder zu. Der Grund sind die sich immer wieder sich erhöhenden Müllgebühren vor allem für die privaten Haushalte. Vor ein paar Jahren gab es bei uns die Gemeinde- und Kreisreform. Die Territorien hatten vor der Zusammenlegung unterschiedliche Gebührensatzungen, die jetzt vereinheitlicht werden und zu Gunsten der Entsorger kräftig angehoben werden. Mülltrennung wird scharf kontrolliert und so mancher Kübel wird nicht mitgenommen, da angeblich nicht exakt getrennt worden ist. Anschließend wird alles auf einer Halde entsorgt oder neuerding in sehr teuren Verbrennungsanlagen vernichtet, die nebenbei Gebrauchswärme abgeben, die praktisch sehr billig ist, aber nicht den Wohngebieten zugute kommt
Gruß Schmiernippel


1 Kg Altpapier = 0,15 Pf
1 Glas = 0,05 Pf
= gutes Geld
?
Harra 318



ja , wenn man fleißig war und mit beiden beinen auf unserer 'erde' stand , war das gutes und vor allem ehrlich verdientes geld !!!



mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
Harra 318


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#20

RE: Hatte die DDR schon früh ein fortschrittliches Mülltrenn-System?

in Leben in der DDR 27.10.2012 23:20
von frank | 1.753 Beiträge

schau einfach nach' Heute' : lieber ehrliche und mühsame kleinarbeit , als illegale [systembedingte] 'geldbeschaffung' der jetzigen generation !!!



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