#221

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 14:11
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #212
Szenario:

Mit heutigen Vernetzungs- und Kommunikationsmöglichkeiten wäre es denkbar gewesen, dass sich Anfang der 80er Jahre, als die Ausreiseanträge sprunghaft anstiegen, sich -sagen wir 30 bis 40- Ausreisewillige Familien und Einzelpersonen koordinieren.
Diese Gleichgesinnten hätten an einem Tag x zu einer exakten Stunde y, aus verschiedenen Richtungen kommend, an einem weniger frequentierten Grenzübergang in Berlin, als Gruppe in der PKW Spur, forschen Schrittes und geschlossen, durch den Kontrollpunkt laufen können.

Mit Ehepartnern, Kindern und Kinderwägen mit Inhalt wären da so etwa 100 Personen aufmarschiert, die die PKE und SIK Kräfte mMn total überfordert hätten, von Anwendung der Schusswaffe ganz zu schweigen. Psychologische Überrumpelung, sozusagen!

PS: Diese Idee konnte ich 1982 wegen mangelnder Koordinationsmöglichkeiten nicht weiter verfolgen!

EDIT: PS angefügt


Rot: Denk mal an die Datenschnüffelei heute. Diese Vernetzungs- und Kommunikationsmöglichkeit hätten ganz bestimmt auch die Sicherheitsorgane gehabt und ihr wäret zu einem frühen Zeitpunkt aufgeflogen. Die Kommunikation, d.h. erst mal Interessierte zusammenzubekommen, wäre ja noch gegangen, aber danach, vorausgesetzt, es wäre nicht da schon ein Maulwurf dabeigewesen oder einer hätte kalte Füße bekommen, wäre nur konspirativ möglich gewesen, wenn alle anderen Absprachen persönlich verlaufen wären, wo keine Wanzen mithören.



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#222

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 14:24
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #220
Zitat von andyman im Beitrag #218
Da waren chaotische Zustände an der GÜST und man kann dem Kommandanten nur seinen Dank für das besonnene Handeln aussprechen als er Hunderten Berlinern den gewaltfreien Übertritt ermöglicht hatte.LGandyman

Es ist mir immer noch unerklärlich, wieso und weshalb kein Vorgesetzter in der Grenz- oder MfS-Hierarchie für die Kommandanten der GÜST erreichbar gewesen ist und sie mit dem Problem alleine gelassen wurden ?

Das soll natürlich nicht bedeuten, dass ich den Gang der Ereignisse bedauere, ganz im Gegenteil, ich habe mich riesig gefreut, dass es so gekommen ist, aber in einer Staats- oder Militärhierarchie muss doch immer ein Vorgesetzter vorhanden sein, der in außergewöhnlichen Situationen Entscheidungen trifft und die Befehlsgewalt innehat.

Wieso wurden die GÜST-Kommandanten von ihren übergeordneten Führungskräften/-dienststellen nicht instruiert und angewiesen, wie zu verfahren ist ?



Dieses konfuse Handeln bzw. Nichthandeln der Führungskräfte selbst hat m.E. seinen Ursache schon in den Ereignissen der vergangenen Wochen. Jeder wußte oder ahnte, das irgendwas Bedeutendes in absehbarer Zeit passieren wird, nur was, das wußte so recht wohl keiner. Die Führungskräfte selbst waren wohl da schon mehr als verunsichert und ich hätte mal Mäuschen spielen wollen, was da in den Entscheidungsebenen für Diskussionen stattgefunden haben. Gut, einige Damalige haben ja ihre Erinnerungen aufgeschrieben, wobei man diese auch nicht als die absolute Wahrheit nehmen kann. Spielt subjektives Erleben und sich selbst nicht übermäßig negativ darstellen sicher eine Rolle mit.
Das wäre bei einer geschlossenen Flucht zu einer früheren Zeit einer sehr großen Gruppe, mit Frauen und Kindern, etwas anders abgelaufen. Wobei, die gerade Dienst habenden Mitarbeiter hätten keine Zeit gehabt, erst jemand irgendwo in der Zentrale anzurufen und ihm das Unvorstellbare begreiflich zu machen. Das Füst-Personal selbst, wenn nicht total durchgedreht, hätte sich aber womöglich an die Schusswaffengebrauchsbestimmung erinnert, in der es eben heißt, Nicht in Richtung West, nicht auf Kinder und Schwangere.



zuletzt bearbeitet 26.11.2013 14:25 | nach oben springen

#223

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 14:27
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #215
Zitat von passport im Beitrag #214


Träume weiter

passport



Mensch passport, du kannst ja noch kürzer als unser (oft) auch sehr einzeiliges Forums- Gerippe.

Ich verstehe aber dein Pfeifen im Wald, weil so eine Situation wäre der Albtraum an einem Grenzübergang gewesen.


Wenn ich mich so an die Grenzübergänge erinnere und die vefügbaren Pläne im Internet anschaue, auch mit 100 Personen hätte das ohne mitgeführte Waffen nie und niemals geklappt


Güst Friedrichstraße/ Zimmerstraße
Die zurücklegende Distanz in der Güst war doch recht beträchtlich und die Güst "verschmälerte" sich Richtung WB und war dort baulich mit Mauern gesichert. Man hätte genügend Zeit gehabt, vor der letzten Sperre ausreichend Grenzer aufzustellen und die Leute dort zu stoppen (Position grün 1).
Theo


zuletzt bearbeitet 26.11.2013 14:29 | nach oben springen

#224

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 15:03
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #220
Zitat von andyman im Beitrag #218
Da waren chaotische Zustände an der GÜST und man kann dem Kommandanten nur seinen Dank für das besonnene Handeln aussprechen als er Hunderten Berlinern den gewaltfreien Übertritt ermöglicht hatte.LGandyman

Es ist mir immer noch unerklärlich, wieso und weshalb kein Vorgesetzter in der Grenz- oder MfS-Hierarchie für die Kommandanten der GÜST erreichbar gewesen ist und sie mit dem Problem alleine gelassen wurden ?

Das soll natürlich nicht bedeuten, dass ich den Gang der Ereignisse bedauere, ganz im Gegenteil, ich habe mich riesig gefreut, dass es so gekommen ist, aber in einer Staats- oder Militärhierarchie muss doch immer ein Vorgesetzter vorhanden sein, der in außergewöhnlichen Situationen Entscheidungen trifft und die Befehlsgewalt innehat.

Wieso wurden die GÜST-Kommandanten von ihren übergeordneten Führungskräften/-dienststellen nicht instruiert und angewiesen, wie zu verfahren ist ?



In dem letztens vom Schlutup eingestelltem Film vom Mauerfall hat ja der Major der da befragt wurde geschildert das er schon Befehle hatte, aber ihm hat halt keiner gesagt wie er das machen soll, ein paar tausend Leute aufzuhalten.
Der Stöpsel war halt von der Flasche, da hätte wohl befohlen werden können was man wollte.
Bei youtube gab es auch mal eine schöne Aufnahme von einem Kampgruppenkommandeur den man in der Provinz losgeschickt hatte um mit paar Kämpfern den Klassenfeind aufzuhalten, er hat es sinngemäß so ausgedrückt warum er dann die Aktion vor Ort abgeblasen hat, er hat keinen "Klassenfeind" angetroffen, nur Nachbarn, Freunde und Kollegen und gegen die wollte er nicht kämpfen.


zuletzt bearbeitet 26.11.2013 15:16 | nach oben springen

#225

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 15:12
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

da wir hier schon so schön am spekulieren sind, mache ich mal mit.......
So eine organisierte Massenflucht von Ausreise-Antragstellern über einen Berliner Grenzübergang, wie von 80er vorgeschlagen wurde, hätte möglicherweise historische Dimensionen gehabt.
Vorab: Eine geniale Idee - mein Respekt !!!
Ich geh mal davon aus, dass die Flucht erfolgreich und unblutig verlaufen wäre, weil die PKE an der Güst gewissermassen auf so ein Szenario nicht vorbereitet war.
Danach wären sicher "Massnahmen" getroffen worden, dass sich so etwas nicht noch mal wiederholt.
Aber: das Ereignis wäre - auch in der DDR - nicht zu vertuschen. Bei aller sonstiger "positiver" Berichterstattung. Wir hatten ja bekanntlich ein System entwickelt, dass Mängel und Unzulänglichkeiten zwar von unten nach oben berichtet wurden, die Information jedoch mit jeder Hierarchie-Stufe mehr und mehr verharmlost und geschönt wurde.
Und einige Entscheidungsträger im Politbüro lebten ohnehin in einer heilen Welt und wollten auch gar nicht anderes hören - ein fatales System, welches einfach irgendwann zusammenkrachen musste.

Ich geh mal davon aus, dass sich so eine erfolgreiche Massenflucht - zB Mitte der 80er Jahre - nicht hätte vertuschen lassen, weder vor dem Volk in der tiefsten Provinz (auch im "Tal der Ahnungslosen" gab es einen hervorragenden Buschfunk) noch vor den obersten Entscheidungsträgern im Politbüro.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Nachricht bei einigen alten Herren im Politbüro einen unkontrollierbaren Wutanfall mit anschliessenden massiven gesundheitlichen Problemen ausgelöst hätte.
In Folge davon hätte es möglicherweise zu gesundheitsbedingten personellen Veränderungen/Verjüngungen im Politbüro geführt. Und vielleicht in Folge zu politischen Reformen in der DDR, in der SED-Führung, noch lange vor dem 17.Oktober 1989, der Ablösung Erich Honeckers. Da war es zu spät für eine glaubhafte, neue SED-Politik.
Mitte der 80er Jahre - da wäre noch einiges möglich gewesen. Und da hätten Glasnost und Perestroika vielleicht auch der DDR ganz gut getan.
Sichtbare Veränderungen in der DDR, angestossen durch die SED-Führung, hätten sicher Signalwirkung gehabt - auf viele Bereiche des Lebens.
Vielleicht gäbe es heute noch eine DDR - mit einer starken Wirtschaft, einer starken Binnenwährung, Reisefreiheit in alle Länder dieser Welt...
Oder es hätte irgendwann in den Folgejahren eine deutsche Einheit mit einen ganz anderem Szenario gegeben ?
Wer weiss.....

Ich hätte wahrscheinlich dieses Land nie aus beruflichen Gründen verlassen müssen. Und aus einer wirklich reformbereiten SED, deren Funktionäre auch auf "Kritik von unten" hören, wäre ich auch nicht am 3.Oktober 1989 ausgetreten - an jenem Tag, als alle Zeichen für mich auf den Beginn eines gewaltsamen Bürgerkrieges deuteten.
Hier noch mal die Chronik der Ereignisse:
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...tober/year/1989
http://www.ndr.de/geschichte/grenzenlos/...den102_p-5.html


Gruss Hartmut


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80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.11.2013 15:30 | nach oben springen

#226

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 15:41
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Kfz-Sperren und Tore in der GÜST nicht vergessen! Man hätte einfach die Tore geschlossen und verfügbare MA mit Waffe aufgestellt. Da hätten die Beteiligten vermutlich aufgegeben. Außerdem hätte eine Gruppe dieser Dimension nie ohne Mitwissen des MfS zustande kommen können. Also hätte man die Aktion schon vor der Grenze gestoppt (zumindestens Gefährdungsansprache, evtl. Festnahme).
Es ist mir heute noch schleierhaft, wieso in einem weit harmloseren Fall (Januar-Demo 1988) das MfS die Beteiligten nicht vorher abgefangen hatte, denn die gesammte Opposition war mit IM's durchsetzt.



Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#227

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 16:15
von Kimble | 397 Beiträge

Ja Jobnomade,
im Politbüro hätte es hinter verschlossenen Türen so etwas wie Tobsuchtsanfälle gegeben.
Im offiiziellen Sprachgebrauch nach Außen wäre aber wieder von westlich gesteuerter Provokation,
Angriff auf den antifaschistischen Schutzwall, verbrecherischer Anschlag auf den Weltfrieden usw gesprochen worden.

Die alten Herren im Politbüro waren weitgehend beratungsresistent. Bis zum Schluss. Da gab es keinen Putsch von Innen heraus.
---


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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#228

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 16:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #220
Es ist mir immer noch unerklärlich, wieso und weshalb kein Vorgesetzter in der Grenz- oder MfS-Hierarchie für die Kommandanten der GÜST erreichbar gewesen ist und sie mit dem Problem alleine gelassen wurden ? [...]

Wenn man sich nochmal die Ereignisse im Oktober/November '89 vom Ablauf her in Erinnerung ruft, so war der Versprecher von dem Schabowski wohl ein absolutes Blackout. Das Heft des Handelns war der Führung schon lange aus der Hand geglitten. De facto waren die Grenzen für (fast) JEDEN Bürger der Deutschen Demokratischen Republik seit dem 4. November offen, über den 'Umweg' ČSSR. Und dieser wurde auch wieder intensivst genutzt, allein am Wochenende 23.000 (Zahlen vom DLF). Am 6.11. wurde der Entwurf eines Reisegesetzes veröffentlicht, welches bis Weihnachten dann auch in Kraft treten sollte. Als Versuch die Fluchtwelle einzudämmen taugte es in dieser Fassung aber wohl kaum, so stiegen die Zahlen der Flüchlinge eher weiter an.
Doch nun zu der Nichterreichbarkeit, vom 8. bis 10. fand eine Tagung des ZK unter Leitung des Genossen Krenz als neuen Generalsekretärs statt, aus dieser stammte ja auch diese berüchtigte Pressemitteilung. Diese trug einen Sperrvermerk für den 10. um 4.00 Uhr. Zu nachtschlafender Zeit veröffentlicht hätte die wohl kaum solche Wellen geschlagen und bis zum Wochenende wären auch die VPKA wohl einigermaßen auf einen Ansturm von Visaanträglern eingestellt gewesen. Der Deutschte ansich ist ja ein sehr disziplinierter Untertan (Lenin wollte mit diesem Volk nichtmal ein Revolutiönschen wagen, wegen den Bahnsteigskarten und so, na egal). Und was macht dieser [... (Selbstzensur)], er ingnoriert diesen Sperrvermerk und bläst die Message live raus. Aber zurück zu der Unerreichbarkeit, die waren doch alle auf besagter Tagung und bekamen dort von dem Treiben garnix mit. Und als die 'Befehlsstände' wieder eingenommen waren, na da war der Drops gelutscht.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.11.2013 16:19 | nach oben springen

#229

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 16:37
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #227
Ja Jobnomade,
im Politbüro hätte es hinter verschlossenen Türen so etwas wie Tobsuchtsanfälle gegeben.
Im offiiziellen Sprachgebrauch nach Außen wäre aber wieder von westlich gesteuerter Provokation,
Angriff auf den antifaschistischen Schutzwall, verbrecherischer Anschlag auf den Weltfrieden usw gesprochen worden.

Die alten Herren im Politbüro waren weitgehend beratungsresistent. Bis zum Schluss. Da gab es keinen Putsch von Innen heraus.
---



Hallo Kimble,

"beratungsresistent" - ja, auf jeden Fall - das sehe ich auch so.
Und "Putsch von innen heraus" - nein. Das meinte ich nicht. Dazu waren die Figuren, die nachkamen, viel zu schwach.
Ich meinte: So eine Nachricht von einer "Massenflucht" hätte bei Honecker, Mielke und einigen anderen nicht nur einen normalen Wutanfall und dann Übergang zur Tagesordnung ausgelöst. Sondern vielleicht einen ernsthaften medizinischen Ausfall, so dass es zwangsläufig zu Nachfolger-Reglungen kommen musste. Bedenke bitte: Sie waren bereits Mitte der 80er Jahre Greise und und gleichzeitig Machtjunkies.
Und dann steckt man das nicht so einfach weg, wenn da ein Weltbild zusammenbricht - trotz erstklassiger gesundheitlicher Versorgung.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 26.11.2013 16:40 | nach oben springen

#230

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.11.2013 17:46
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Auch das eigene Güst-Hinterland wurde durch Posten PKE 7 (Vorkontrolle) und eine ständige VP-Streife sowie durch Kamera beobachtet.


zuletzt bearbeitet 26.11.2013 17:46 | nach oben springen

#231

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 00:50
von andyman | 1.879 Beiträge

@GZB1

Zitat von GZB1 im Beitrag #230
Auch das eigene Güst-Hinterland wurde durch Posten PKE 7 (Vorkontrolle) und eine ständige VP-Streife sowie durch Kamera beobachtet.

Die müssen ja am 09.11. 89 geschlafen haben oder wieso konnten so viele Berliner in die GÜST spazieren?LGandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#232

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 08:07
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Wenn ich alle mir zu Ohren gekommenen Fluchten/Fluchtversuche
Revue passieren lasse, und ich mir den besten Fluchtweg für "meine"
Flucht aussuchen könnte, dann würde ich die Variante von Egbert
Bethke wählen und mich mit einem Ultraleicht-Flugzeug kurz und
schmerzlos in Ost-Berlin abholen lassen.

Die notwendigen Connections natürlich vorausgesetzt.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#233

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 15:06
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #232
Wenn ich alle mir zu Ohren gekommenen Fluchten/Fluchtversuche
Revue passieren lasse, und ich mir den besten Fluchtweg für "meine"
Flucht aussuchen könnte, dann würde ich die Variante von Egbert
Bethke wählen und mich mit einem Ultraleicht-Flugzeug kurz und
schmerzlos in Ost-Berlin abholen lassen.

Die notwendigen Connections natürlich vorausgesetzt.

Gruß
Ari


Was das wohl war?
Am 27.11.1983, gegen 03:00 Uhr, wurde durch Angehörige der Grenztruppen der DDR, im Sicherungsabschnitt 4, ein Flugkörper ohne Licht und Motorengeräusche in den Ausmaßen 5x5 Meter und einem Durchmesser von ca. 1 Meter beobachtet. Der Flugkörper flog Richtung Westberlin /Spandau.
Ergänzung:
Gegen 04:30 Uhr teilte man mit, dass der Flugkörper im Raum Schönewalde in einer Höhe von ca. 25 Meter festgestellt wurde. Geräusche wurden nicht wahrgenommen. In der Berliner Kontrollzone ist zu diesem Zeitpunkt nichts geflogen und nicht beobachtet worden.
Gegen 04:40 Uhr teilte man mit, dass im Abschnitt Kienhorst, nahe Eiskeller, dass Grenzregiment 34, Sicherungsabschnitt 4, ein Flugzeug ähnlicher Gegenstand in den Ausmaßen 5x5 Meter, ohne Motorgeräusch und ohne Licht, in einer Höhe von 25 Meter, in einer Entfernung von 70 Meter rechts des Beobachtungsturmes der Grenztruppen in Richtung Westberlin ausflog. Der Flugkörper wurde kurzzeitig gesehen. Ob sich eine Person daran befand, konnte nicht beobachtet werden. Auf Westberliner gebiet wurden noch keine Handlungen festgestellt. Die KD Nauen und die DVP ist informiert.

http://www.ufo-datenbank.de/europa/DDR/sichtung1.php?id=520
Theo


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#234

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 19:25
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #231
@GZB1
Zitat von GZB1 im Beitrag #230
Auch das eigene Güst-Hinterland wurde durch Posten PKE 7 (Vorkontrolle) und eine ständige VP-Streife sowie durch Kamera beobachtet.

Die müssen ja am 09.11. 89 geschlafen haben oder wieso konnten so viele Berliner in die GÜST spazieren?LGandyman


Weil sich die politischen Rahmenbedingungen im November 1989 geändert hatten, die Anwendung der Schusswaffen seit über einem Monat nur noch zum Selbstschutz oder bei Terroranschlag gestattet war und PKE die Tore der Güst selbst geöffnet hat nachdem die Dienstwaffen eingesammelt und verschlossen waren. Geschlafen hat in diesen Stunden auf den Berliner Güsten mit Sicherheit keiner. Die obersten politisch und militärisch Verantwortlichen hatten sich in einer "Tagung" verkrochen. Die Ausrede es waren alle Entscheidungsträger auf einer Sitzung werde ich nie glauben, da es immer diensthabende Stellvertreter gab, mit Entscheidungsbefugnissen. Im "Kriegsfall" hätte man die obersten Entscheider ja auch aus der Sitzung geholt bzw. zumindest dort informiert.


zuletzt bearbeitet 28.11.2013 19:37 | nach oben springen

#235

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 20:14
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #234
Die obersten politisch und militärisch Verantwortlichen hatten sich in einer "Tagung" verkrochen. Die Ausrede es waren alle Entscheidungsträger auf einer Sitzung werde ich nie glauben, da es immer diensthabende Stellvertreter gab, mit Entscheidungsbefugnissen. Im "Kriegsfall" hätte man die obersten Entscheider ja auch aus der Sitzung geholt bzw. zumindest dort informiert.

Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.

Auch für mich ist es unvorstellbar, dass kein "Höhergestellter" erreichbar gewesen sein soll.
Normalerweise gibt es doch immer einen Diensthabenden.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#236

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 20:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #235
Zitat von GZB1 im Beitrag #234
Die obersten politisch und militärisch Verantwortlichen hatten sich in einer "Tagung" verkrochen. Die Ausrede es waren alle Entscheidungsträger auf einer Sitzung werde ich nie glauben, da es immer diensthabende Stellvertreter gab, mit Entscheidungsbefugnissen. Im "Kriegsfall" hätte man die obersten Entscheider ja auch aus der Sitzung geholt bzw. zumindest dort informiert.

Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.

Auch für mich ist es unvorstellbar, dass kein "Höhergestellter" erreichbar gewesen sein soll.
Normalerweise gibt es doch immer einen Diensthabenden.



Es war definitiv vorbei und sie haben es gewusst, glaube die Sorge um die eigene Zukunft war wohl schon pregnanter als die Sorge um diese gefallene Grenze und die Kräfte die teilweise immer noch glaubten etwas wichtiges zu tun.
Ist ja das tragische, die unten und in der Mitte wurden immer verarscht und glaubten mit ganzem Herzen an den Schmus, die oben haben immer schon gewusst das...


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2013 20:22 | nach oben springen

#237

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 20:37
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #234
Zitat von andyman im Beitrag #231
@GZB1
Zitat von GZB1 im Beitrag #230
Auch das eigene Güst-Hinterland wurde durch Posten PKE 7 (Vorkontrolle) und eine ständige VP-Streife sowie durch Kamera beobachtet.

Die müssen ja am 09.11. 89 geschlafen haben oder wieso konnten so viele Berliner in die GÜST spazieren?LGandyman


Weil sich die politischen Rahmenbedingungen im November 1989 geändert hatten, die Anwendung der Schusswaffen seit über einem Monat nur noch zum Selbstschutz oder bei Terroranschlag gestattet war und PKE die Tore der Güst selbst geöffnet hat nachdem die Dienstwaffen eingesammelt und verschlossen waren. Geschlafen hat in diesen Stunden auf den Berliner Güsten mit Sicherheit keiner. Die obersten politisch und militärisch Verantwortlichen hatten sich in einer "Tagung" verkrochen. Die Ausrede es waren alle Entscheidungsträger auf einer Sitzung werde ich nie glauben, da es immer diensthabende Stellvertreter gab, mit Entscheidungsbefugnissen. Im "Kriegsfall" hätte man die obersten Entscheider ja auch aus der Sitzung geholt bzw. zumindest dort informiert.



@GZB1

Wann und wo wurden die Dienstwaffen der PKE eingesammelt ? Meine PM 9 habe ich zB. erst im Juni 1990 abgegeben!

passport


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#238

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 21:10
von 94 | 10.792 Beiträge

Und, hatteste am 9.11. Dienst und wenn nein und Du hättest Dienst gehabt, hättest Du sie angewendet? Achso, im Falle meine Logik sei wieder zu eckig. Wenn Du Dienst hattest am besagten Tag, hast'se natürlich nicht angewendet weil sonst hätte man ja was in der Richtung erfahren. Also für diesen Fall (Du hattest Dienst am 9.11.) lautet dann die Frage:

Warum Du nicht laut §27GG die von Dir aus Arbeiterhand zum Schutz der sozialistischen Errungenschaften empfangene Waffe angewendet hast?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#239

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 21:25
von GZB1 | 3.287 Beiträge

"...Major Sens erstattete Meldung im Grenzregiment-35. Doch auch der dort diensthabende Offizier, ein Stellvertreter des Kommandeurs, wußte von nichts und hatte noch keinerlei Instruktionen. "Paß auf, daß sie euch nicht die Waffen klauen", riet er Sens besorgt und gab ihm noch den Tip: "Laßt die Waffen stecken, damit nichts passiert!".."

Sens war der diensthabende DHO der GT an dem Abend auf der Bornholmer.
Wimre habe ich mal gelesen, dass von den SiP auf der Bornholmer die Mpi eingesammelt und in der Waffenkammer des DHO verschlossen wurden.

Für PKE kann ich das nicht beurteilen, allerdings:

"...Paß- und Zollkontrolleure verfügten neben ihren Pistolen über je vier Maschinenpistolen, für die jeweils drei Magazine à 40 Schuß bereitlagen. Hinzu kamen die Waffen der Grenztruppen. Neben seiner Aussichtslosigkeit stand ein Schußwaffeneinsatz für die Verantwortlichen aus reinem Selbsterhaltungstrieb außer Frage. "Wenn die Masse ins Rennen kommt und wir schießen, dann hängen wir da vorne am Fahnenmast", war Manfred Sens an diesem Abend klar. Nicht einmal an eine Selbstverteidigung war unter diesen Bedingungen zu denken, ergänzt Harald Jäger: "Die Leute hätten uns überrollt und mit unseren eigenen Gummiknüppeln verhauen!"[106]..."
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph.../618085/page/38


zuletzt bearbeitet 28.11.2013 21:41 | nach oben springen

#240

RE: Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.11.2013 21:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Wohl eher 4 Magazine zu 30 Schuß, oder hatten die lMG-Bananen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


elster427 und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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