#1

Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 10:19
von Angelo | 12.397 Beiträge

Das vermutlich erste in Deutschland und einzige in der DDR gebaute Elektroauto kommt aus Finsterwalde. Es findet jetzt nach einer wechselvollen wie spannenden Geschichte einen neuen, einen dauerhaften Platz. In der nächsten Woche wird im Massener Energie Service Center eine Dauerausstellung mit der motorisierten Rarität eröffnet.

http://www.lr-online.de/regionen/weisswa...rt13826,3981068


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#2

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 14:14
von Fritze (gelöscht)
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davon hatte ich 1990 schon gehört.Ist ja komisch ,die angeblich so technisch rückschrittliche DDR hatte 1979 schon etwas,womit sich die bundesdeutsche Autoindustrie im 21.Jahrhundert immer noch schwer tut.Weil es kann nicht sein ,was nicht sein DARF! Ebenso die Versuche,welche schon in den dreißiger Jahren mit Wasserstoff stattfanden.Aber die Mineralölkonzerne haben eine starke Lobby , welche solche Bestrebungen im Keim erstickt und abwürgt. Und über die schäbige Rolle von Politikern von 3 deutschen Systemen brauch man ja auch kein Wort verlieren !

Schönen Sonntag !


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#3

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 14:58
von Gert | 12.368 Beiträge

was nützt das heute ? Die DDR hatte gute Entwürfe neuer Autos auch mit Verbrennungsmotoren, aber sie wurden letztendlich alle nur fürs Museum gebaut. Stattdessen mutete man dem Volk etwas aufgeblasene Matchboxautos( z.B.Trabbi) für den realen Verkehr zu. "Das imperialistische Finanzkapital" hatte nun wirklich keinen Einfluss auf die Industrie der DDR. Was also hinderte den Staat, solche guten Entwürfe umzusetzen ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#4

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 15:16
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Im Automobilwerk Eisenach gab es eine gute Entwicklungsabteilung mit eigenen Versuchsfahrern und der Ralleyabteilung. Da wurden schon, auch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähige Fahrzeuge entworfen. Die habe ich selber gesehen. Leider wurde vom Ministerium in Berlin, kein grünes Licht gegeben für eine Produktion. Damals haben gleich mehrere Entwicklungsingenieure aus Frust gekündigt.
Wenn Politik in die Produktion eingreift und den Produzenten vorschreibt, was Sie zu produzieren haben, geht es immer in die Hose. Sehen wir gerade wieder in der EUdSSR, mit den sogenannten erneuerbaren Energien. Das wird und ist schon ein Riesenflop. Der Staat sollte Rahmenbedingungen schaffen, aber dem Produzenten die Wahl des Weges zum Erfolg überlassen.


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zuletzt bearbeitet 14.10.2012 15:16 | nach oben springen

#5

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 16:51
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #3
was nützt das heute ? Die DDR hatte gute Entwürfe neuer Autos auch mit Verbrennungsmotoren, aber sie wurden letztendlich alle nur fürs Museum gebaut. Stattdessen mutete man dem Volk etwas aufgeblasene Matchboxautos( z.B.Trabbi) für den realen Verkehr zu. "Das imperialistische Finanzkapital" hatte nun wirklich keinen Einfluss auf die Industrie der DDR. Was also hinderte den Staat, solche guten Entwürfe umzusetzen ?





vieleicht die embargopolitik der "freien westlichen welt"


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#6

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 17:33
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Oder eine andere Verkehrspolitik? Ich bin nur einmal mit dem PkW in die DDR gereist, nachher mit dem Zug. Überallhin fuhren Bahnen und Busse zu allen möglichen Tageszeiten und billigen Tarife. Offenbar wollte man das Geld für teuere Strassen und die PkW Produktion sparen.
Heute kommt man nur noch schwer ohne Auto "in der ostdeutschen Pampa" weiter; sonntags und abends fast gar nicht mehr. Der Staat ist pleite.
Theo


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#7

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 17:47
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #2
davon hatte ich 1990 schon gehört.Ist ja komisch ,die angeblich so technisch rückschrittliche DDR hatte 1979 schon etwas,womit sich die bundesdeutsche Autoindustrie im 21.Jahrhundert immer noch schwer tut.Weil es kann nicht sein ,was nicht sein DARF! Ebenso die Versuche,welche schon in den dreißiger Jahren mit Wasserstoff stattfanden.Aber die Mineralölkonzerne haben eine starke Lobby , welche solche Bestrebungen im Keim erstickt und abwürgt. Und über die schäbige Rolle von Politikern von 3 deutschen Systemen brauch man ja auch kein Wort verlieren !

Schönen Sonntag !



Daß wir den Wettbewerb der Systeme auf ökonomischem Gebiet und davon herrührend auch auf ideologischem Gebiet (vorerst) verloren haben, sagt nichts aus über das Wissens- und innovative Potential derer, die in der DDR ihre Schul,- Berufs- und weiterführenden Ausbildungen genossen haben.
Habe ich selbst einmal zu spüren bekommen, daß ein Hamburger Geschäftspartner meinte, weil die DDR verloren hat, kann ich automatisch keine Ahnung von der Materie haben. Naja, das sind für mich wiederum dumme und eingebildete Menschen, bei denen sich keine Diskussion lohnt. Aber das wäre ein anderes Thema, was es so oder so ähnlich schon gegeben hat.



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#8

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 18:19
von utkieker | 2.929 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Das vermutlich erste in Deutschland und einzige in der DDR gebaute Elektroauto kommt aus Finsterwalde. Es findet jetzt nach einer wechselvollen wie spannenden Geschichte einen neuen, einen dauerhaften Platz. In der nächsten Woche wird im Massener Energie Service Center eine Dauerausstellung mit der motorisierten Rarität eröffnet.

http://www.lr-online.de/regionen/weisswa...rt13826,3981068

Sorry Angelo,

Aber die ersten Elektromobile gab es bereits im 19. Jahrhundert, konnten sich aber gegenüber der mit Verbrennungsmotoren ausgerüsteten Kfz nicht durchsetzen und haben bis heute ein Nischendasein.
Eigentlich müßte doch einiges für das Elektroauto sprechen! In der Tat, daß Auto fährt abgasfrei durch die Straßen und geräuscharm. Es gab damals wie heute aber noch erhebliche Nachteile!
Da wäre zu nennen:
1. Der relativ geringe Wirkungskreis
2. Die hohe Masse der Batterien am Gesamtgewicht des Fahrzeuges
3. Die Aufladung der Batterien dauert z. T. mehrere Stunden
4. Die beim Recycling anfallenden Schadstoffe Blei/ Cadmium, Schwefelsäure u. a.
Bislang konnten die Nachteile nur sehr zögerlich entkräftet werden, als Hybridlösung aber im Aufwind!

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#9

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 18:19
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Zitat von Fritze im Beitrag #2
davon hatte ich 1990 schon gehört.Ist ja komisch ,die angeblich so technisch rückschrittliche DDR hatte 1979 schon etwas,womit sich die bundesdeutsche Autoindustrie im 21.Jahrhundert immer noch schwer tut.Weil es kann nicht sein ,was nicht sein DARF! Ebenso die Versuche,welche schon in den dreißiger Jahren mit Wasserstoff stattfanden.Aber die Mineralölkonzerne haben eine starke Lobby , welche solche Bestrebungen im Keim erstickt und abwürgt. Und über die schäbige Rolle von Politikern von 3 deutschen Systemen brauch man ja auch kein Wort verlieren !

Schönen Sonntag !



Daß wir den Wettbewerb der Systeme auf ökonomischem Gebiet und davon herrührend auch auf ideologischem Gebiet (vorerst) verloren haben, sagt nichts aus über das Wissens- und innovative Potential derer, die in der DDR ihre Schul,- Berufs- und weiterführenden Ausbildungen genossen haben.
Habe ich selbst einmal zu spüren bekommen, daß ein Hamburger Geschäftspartner meinte, weil die DDR verloren hat, kann ich automatisch keine Ahnung von der Materie haben. Naja, das sind für mich wiederum dumme und eingebildete Menschen, bei denen sich keine Diskussion lohnt. Aber das wäre ein anderes Thema, was es so oder so ähnlich schon gegeben hat.



@DoreHolm, wenn man über alles so gut Bescheid wusste, warum ist dann der Karren vor die Wand gefahren ? Meine Meinung ist : Parteifunktionäre allein sind absolut unfähig, eine Industrienation zu führen und von diesen Apparatschiks stalinistischer Prägung sind zu viele an der Ostberliner Wilhelmstr. und in anderen Ministerien herumgelaufen. Zweitens ist es nicht möglich, eine ganze Volkswirtschaft bis zur letzten Zeitungsbude zu verstaatlichen, ohne zu scheitern. Und drittens: es gibt in der freien Marktwirtschaft einen Primat für alle Tätigkeit und der heisst Profiterwirtschaftung. Ohne diesen ist ein Wirtschaftsunternehmen sinnlos, weil ziellos. Wenn nun Apparatschiks hingehen, und genau dieses Schlüsselwort zum Unwort des Jahrhunderts deklarieren, so ist jede Aktivität eines Unternehmens in diese beschriebene Richtung mit einer Gotteslästerung in der Kirche gleichzusetzen und daher nicht existent in einer VEB Wirtschaft. Da können also die fähigsten Ingenieure mit den tollsten Ideen herumlaufen, wenn sie nicht die Macht haben diese umzusetzen weil die eingangs beschriebenen Genossen die Macht haben nein zu sagen, ist alles vergeblich. Ich denke dafür gibt es genug Beispiele.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#10

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 18:22
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #5
Zitat von Gert im Beitrag #3
was nützt das heute ? Die DDR hatte gute Entwürfe neuer Autos auch mit Verbrennungsmotoren, aber sie wurden letztendlich alle nur fürs Museum gebaut. Stattdessen mutete man dem Volk etwas aufgeblasene Matchboxautos( z.B.Trabbi) für den realen Verkehr zu. "Das imperialistische Finanzkapital" hatte nun wirklich keinen Einfluss auf die Industrie der DDR. Was also hinderte den Staat, solche guten Entwürfe umzusetzen ?





vieleicht die embargopolitik der "freien westlichen welt"

Blödsinn!


.
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#11

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 19:05
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Gert #9, ich glaube nun wirklich, daß Du von der Ökonomie in der DDR keine Ahnung hast. Die ökonomischen Gesetze und wie sie wirken, unter gesellschaftlichem wie unter Privateigentum an den Produktionsmitteln, war sehr wohl bekannt und wer sich ein bischen dafür interessierte und die Gesetze, die diesbezüglich ebenso in der eigenen privaten Haushalstkasse wirken, auch auf die Gesellschaft übertragen kann, weiß das auch. Das wurde schon in den letzten Schuljahren, auf den Berufsschulen und beim Studium gelehrt. Nur hieß das hier nicht Profit, sondern Gewinn. Im Kapitalismus fließt der Profit zum größeten Teil in wenige Privatschatullen, in der DDR verblieb ein Teil beim erwirtschaftenden Betrieb, ein anderer Teil floss in das Staatssäckel. Von Gewinnmaximierung wird ja auch heute gesprochen. Klingt nicht so brutal wie Profitmaximierung. Die Wirkung und Bedeutung der ÖG war auch allen
Leitern bekannt und auch allen Parteisekretären, auch den höchsten Chefs in den Ministerien. Glaub nicht, daß es da keine mitunter sehr heftigen Auseinandersetzungen und Diskussionen gegeben hat, wenn die Kombinatsdirektoren und die der VVBs (Vereinigung volkseigener Betriebe) in den Ministerien antanzen mußten. In einem Punkt muß ich Dir aber Recht geben, nämlich daß es leider im Politbüro Leute gegeben hat und die auch noch das Sagen hatten, die wohl vergessen haben müssen, was sie mal bei Marx, Engels und Lenin gelesen haben.



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#12

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 19:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #4
Im Automobilwerk Eisenach gab es eine gute Entwicklungsabteilung mit eigenen Versuchsfahrern und der Ralleyabteilung. Da wurden schon, auch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähige Fahrzeuge entworfen. Die habe ich selber gesehen. Leider wurde vom Ministerium in Berlin, kein grünes Licht gegeben für eine Produktion. Damals haben gleich mehrere Entwicklungsingenieure aus Frust gekündigt.
Wenn Politik in die Produktion eingreift und den Produzenten vorschreibt, was Sie zu produzieren haben, geht es immer in die Hose. Sehen wir gerade wieder in der EUdSSR, mit den sogenannten erneuerbaren Energien. Das wird und ist schon ein Riesenflop. Der Staat sollte Rahmenbedingungen schaffen, aber dem Produzenten die Wahl des Weges zum Erfolg überlassen.

Die vor allem bei Fliessheckfahrzeugen der Konnkurenz vorraus war. Siehe vor allem der produktionsreife Wartburg 355 (11 Exemplare).
Ich kenne weitere Enwürfe, Man hätte....aber das hilft heute nicht mehr.


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#13

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 14.10.2012 19:59
von utkieker | 2.929 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #6
Oder eine andere Verkehrspolitik? Ich bin nur einmal mit dem PkW in die DDR gereist, nachher mit dem Zug. Überallhin fuhren Bahnen und Busse zu allen möglichen Tageszeiten und billigen Tarife. Offenbar wollte man das Geld für teuere Strassen und die PkW Produktion sparen.
Heute kommt man nur noch schwer ohne Auto "in der ostdeutschen Pampa" weiter; sonntags und abends fast gar nicht mehr. Der Staat ist pleite.
Theo

Vollkommen richtig Theo!

Nicht nur die Entwicklung innovativer Fortbewegungsmittel ist "öko", sondern ein ganzer Prozess von Möglichkeiten. Schwierig den ganzen ruhenden Verkehr zu beherrschen, meistens steht das Fahrzeug doch sowieso ungenutzt auf einen Parkplatz herum. Wenn es nach mir gehen würde, befürworte ich ein kommunales Car- Sharing- System. Das heißt ich muß nicht zwangsläufig Besitzer eines Kfz sein, es genügt, wenn genügend Fahrzeuge verfügbar sind. Meine Utopie geht dahin, daß der Fahrzeugverkehr unterirdisch geführt wird und über der Erde Fußgänger, Radfahrer und Pferde verkehren. Alles eine Frage einer demokratischen Bottom- up- Planwirtschaft.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#14

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 06:50
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Die Wirkung und Bedeutung der ÖG war auch allen
Leitern bekannt und auch allen Parteisekretären, auch den höchsten Chefs in den Ministerien. Glaub nicht, daß es da keine mitunter sehr heftigen Auseinandersetzungen und Diskussionen gegeben hat, wenn die Kombinatsdirektoren und die der VVBs (Vereinigung volkseigener Betriebe) in den Ministerien antanzen mußten. In einem Punkt muß ich Dir aber Recht geben, nämlich daß es leider im Politbüro Leute gegeben hat und die auch noch das Sagen hatten, die wohl vergessen haben müssen, was sie mal bei Marx, Engels und Lenin gelesen haben.


Ich bin mir da nicht so ganz sicher, ob jeder Parteisekretär die ökonomischen Gesetze auch verstanden hat. So mancher zum Parteisekretär gemachte war in seinem beruflichen Vorleben nicht unbedingt der Hellste und Fleißigste. Aus meiner Erfahrung kann ich nur berichten, dass sich die guten Fachleute haben alles einfallen lassen, um nicht in die Falle Parteischule zu tappen, in deren Folge man in einen solchen Posten gedrängt worden wäre. Und nicht wenige der betrieblichen und regionalen Parteifunktionäre haben doch nur das nachgeplappert, was ihnen die "führenden Genossen" vorgegeben haben, um nicht anzuecken. Gute und etwas weiter denkende Betriebsleiter waren gut bedient, wenn sie ihren Parteisekretär klein halten konnten und den zuständigen Sekretär im Kreis mittels materiellem und ideellem Entgegenkommen auf ihre Seite bekamen.
1976 durfte ich auch erleben, wie jahrelange Zuchtarbeit bei Schweinen mit einem Federstrich der führenden Genossen zunichte gemacht wurde, obwohl ein Jahr zuvor einige an diesem Zuchtprogramm Beteiligte den Nationalpreis bekommen haben. Da es aber um E-Autos hier geht, walze ich das Thema nicht weiter aus.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 15.10.2012 08:50 | nach oben springen

#15

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 08:41
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

also wenn ich die Pappe betrachte, dann kann ich nicht an Windschlüfrigkeit denken.

Da gibt es doch den schönen DDR-Witz:

Da hat man doch den Trabbi mal bei einem Wettbewerb in Sachen Windschlüpfrigkeit antreten lassen - und prompt hat er auch den 2.Preis gewonnen.
Ganz knapp hinter dem Kölner Dom.


Zurück zum Auto.
Es wäre schön, wenn man ein paar Daten hätte - 50km Reichweite bei welche Nutzlast und welchem Eigengewicht, Höchstgeschwindigkeit, Ladezeit.
Unser Gabelstapler in der Firma ist auch ein Elektrofahrzeug, aber ...

Der Fahrer saß auf dem Bild schon dicht unter dem Himmel, wie erging es den Mitfahrern hinten. Wie beim Trabbi? Die Knie an den Ohren?

P.S Mein Trabbi war eine treue Seele und hatte mich nie im Stich gelassen. Der Tausch gegen einen Skoda 105 war ein Flop. Warum mussten meine Eltern auch diesen Ford Escort kaufen !!!!


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#16

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 08:54
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #13
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #6
Oder eine andere Verkehrspolitik? Ich bin nur einmal mit dem PkW in die DDR gereist, nachher mit dem Zug. Überallhin fuhren Bahnen und Busse zu allen möglichen Tageszeiten und billigen Tarife. Offenbar wollte man das Geld für teuere Strassen und die PkW Produktion sparen.
Heute kommt man nur noch schwer ohne Auto "in der ostdeutschen Pampa" weiter; sonntags und abends fast gar nicht mehr. Der Staat ist pleite.
Theo

Vollkommen richtig Theo!

Nicht nur die Entwicklung innovativer Fortbewegungsmittel ist "öko", sondern ein ganzer Prozess von Möglichkeiten. Schwierig den ganzen ruhenden Verkehr zu beherrschen, meistens steht das Fahrzeug doch sowieso ungenutzt auf einen Parkplatz herum. Wenn es nach mir gehen würde, befürworte ich ein kommunales Car- Sharing- System. Das heißt ich muß nicht zwangsläufig Besitzer eines Kfz sein, es genügt, wenn genügend Fahrzeuge verfügbar sind. Meine Utopie geht dahin, daß der Fahrzeugverkehr unterirdisch geführt wird und über der Erde Fußgänger, Radfahrer und Pferde verkehren. Alles eine Frage einer demokratischen Bottom- up- Planwirtschaft.

Gruß Hartmut!


Den unterirdischen Fahrzeugverkehr sehe ich noch nicht, aber wenn die Grünen so weiter machen mit der Energiepolitik, könnte das mit den Pferden ,Fußgängern und Radfahrern bald Realität werden. Mit dem Bollerwagen zum Lidl, wird dann wieder ein richtiges Einkaufserlebnis für die ganze Familie. Elektroautos werden sich nicht auf dem Markt durchsetzen, solange das Problem der Energiespeicherung nicht gelöst ist. Da gibt es zwar Fortschritte nach 200Jahren Forschung an Akkumulatoren, aber noch keinen Durchbruch. Politische Eingriffe in die Marktmechanismen und Subventionspolitik ohne Berücksichtigung der Ökonomie haben fast immer und überall zum Desaster geführt. Das war in der DDR so und wird auch in der EU mit einem Fiasko enden.


zuletzt bearbeitet 15.10.2012 09:03 | nach oben springen

#17

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 09:44
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

#14 fury, es gab eben solche und solche. Habe ich auch kennengelernt. Selbst bin ich "in diese Falle getappt", als man mich zum PS (nebenamtlich) eines 200-Beschäftigte-Betriebes gemacht hat. Und ich habe in den monatlichen Anleitungen bei der Stadtbwezirksleitung so manchmal unter dem Tisch von den PS anderer Betriebe einen Tritt an´s Schienbein bekommen ob meiner losen Zunge. Ich habe zum Glück nicht an dieser Funktion geklebt, die ich eigentlich nur für ein Jahr aussüben sollte aber mangels Nachfolger daraus dann 11 Jahre wurden (1988). Nach der Wende bis 2010 als ADM (Verkauf und Anwndungstechnik) für eine westd. Firma gearbeitet, habe ich in dieser Zeit mehrere Mitarbeiter aus den Altbundesländern kommen und wieder gegangen worde sehen (was für ein gräßliches Deutsch). Ich ziehe mir die Jacke von unfähigen PS jedenfalls nicht an, die es leider viel zu viele gab und nicht wenige auch an ihrem Posten klebten, so schien es mir.



furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 11:17
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wo sind denn die E Autos ....die auch Alltagstauglich sind und einen vernüftigen Preiss haben ?
Da können wir noch lange warten.



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#19

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 12:56
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Gert #9, ich glaube nun wirklich, daß Du von der Ökonomie in der DDR keine Ahnung hast. Die ökonomischen Gesetze und wie sie wirken, unter gesellschaftlichem wie unter Privateigentum an den Produktionsmitteln, war sehr wohl bekannt und wer sich ein bischen dafür interessierte und die Gesetze, die diesbezüglich ebenso in der eigenen privaten Haushalstkasse wirken, auch auf die Gesellschaft übertragen kann, weiß das auch. Das wurde schon in den letzten Schuljahren, auf den Berufsschulen und beim Studium gelehrt. Nur hieß das hier nicht Profit, sondern Gewinn. Im Kapitalismus fließt der Profit zum größeten Teil in wenige Privatschatullen, in der DDR verblieb ein Teil beim erwirtschaftenden Betrieb, ein anderer Teil floss in das Staatssäckel. Von Gewinnmaximierung wird ja auch heute gesprochen. Klingt nicht so brutal wie Profitmaximierung. Die Wirkung und Bedeutung der ÖG war auch allen
Leitern bekannt und auch allen Parteisekretären, auch den höchsten Chefs in den Ministerien. Glaub nicht, daß es da keine mitunter sehr heftigen Auseinandersetzungen und Diskussionen gegeben hat, wenn die Kombinatsdirektoren und die der VVBs (Vereinigung volkseigener Betriebe) in den Ministerien antanzen mußten. In einem Punkt muß ich Dir aber Recht geben, nämlich daß es leider im Politbüro Leute gegeben hat und die auch noch das Sagen hatten, die wohl vergessen haben müssen, was sie mal bei Marx, Engels und Lenin gelesen haben.



Richtig, von der soz. Planwirtschaft habe ich nicht viel oder keine Ahnung, weil mir die Genossen schon als sehr jungem Mensch Bildung verweigerten. Deshalb betrachtete ich sie auch als meine Feinde. Der Klassenfeind der Genossen erst liess mich ausbilden und zu dem werden, was ich dann beruflich mit Erfolg umsetzte. Das spielte sich in der Marktwirtschaft oder wie ihr sagt in der kapitalistischen Wirtschaft ab.
So ist meine Wertung die Wertung eines Aussenstehenden. Meine Wertung war aber auf die Führungsspitze gezielt in den Ministerien in Berlin und nicht auf den Betriebsleiter in Erfurt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#20

RE: Einzigartig: Elektroauto aus der DDR

in DDR Zeiten 15.10.2012 14:20
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #19
Zitat von DoreHolm im Beitrag #11
Gert #9, ich glaube nun wirklich, daß Du von der Ökonomie in der DDR keine Ahnung hast. Die ökonomischen Gesetze und wie sie wirken, unter gesellschaftlichem wie unter Privateigentum an den Produktionsmitteln, war sehr wohl bekannt und wer sich ein bischen dafür interessierte und die Gesetze, die diesbezüglich ebenso in der eigenen privaten Haushalstkasse wirken, auch auf die Gesellschaft übertragen kann, weiß das auch. Das wurde schon in den letzten Schuljahren, auf den Berufsschulen und beim Studium gelehrt. Nur hieß das hier nicht Profit, sondern Gewinn. Im Kapitalismus fließt der Profit zum größeten Teil in wenige Privatschatullen, in der DDR verblieb ein Teil beim erwirtschaftenden Betrieb, ein anderer Teil floss in das Staatssäckel. Von Gewinnmaximierung wird ja auch heute gesprochen. Klingt nicht so brutal wie Profitmaximierung. Die Wirkung und Bedeutung der ÖG war auch allen
Leitern bekannt und auch allen Parteisekretären, auch den höchsten Chefs in den Ministerien. Glaub nicht, daß es da keine mitunter sehr heftigen Auseinandersetzungen und Diskussionen gegeben hat, wenn die Kombinatsdirektoren und die der VVBs (Vereinigung volkseigener Betriebe) in den Ministerien antanzen mußten. In einem Punkt muß ich Dir aber Recht geben, nämlich daß es leider im Politbüro Leute gegeben hat und die auch noch das Sagen hatten, die wohl vergessen haben müssen, was sie mal bei Marx, Engels und Lenin gelesen haben.



Richtig, von der soz. Planwirtschaft habe ich nicht viel oder keine Ahnung, weil mir die Genossen schon als sehr jungem Mensch Bildung verweigerten. Deshalb betrachtete ich sie auch als meine Feinde. Der Klassenfeind der Genossen erst liess mich ausbilden und zu dem werden, was ich dann beruflich mit Erfolg umsetzte. Das spielte sich in der Marktwirtschaft oder wie ihr sagt in der kapitalistischen Wirtschaft ab.
So ist meine Wertung die Wertung eines Aussenstehenden. Meine Wertung war aber auf die Führungsspitze gezielt in den Ministerien in Berlin und nicht auf den Betriebsleiter in Erfurt.




Also das kann ich nun nicht sagen,habe Lesen-Rechnen-Schreiben und sogar 2 Berufe erlernt und das nennt sich Bildung und das wurde mir von den Genossen nicht verweigert in der DDR: Naja Gert,ist ja nicht schlimm--haste ja in der Markwirtschaft (kapitalistischen Wirtschaft )alles nachgeholt


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