#161

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 16:52
von Ecki | 408 Beiträge

Ihr Lieben,

wir müssen hier auch einmal über Brötchen reden. Als ich zum ersten mal die geschmacksneutralen weichkrustigen aufgeplusterten Exemplare aus dem "Westen" kostete war ich überrascht. Mit der Zeit kam aber die Sehnsucht nach den alten DDR-Bäcker-Doppelbrötchen wieder. Kerniger Geschmack, knackige Kruste, feste Konsistenz. Mittlerweile hat sich hier ein Bäcker auf diese besonnen und bäckt sie wieder. Eine Bomben-Geschäftsidee, die Leute stehen Schlange.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#162

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 16:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Ecki im Beitrag #161
Ihr Lieben,

wir müssen hier auch einmal über Brötchen reden. Als ich zum ersten mal die geschmacksneutralen weichkrustigen aufgeplusterten Exemplare aus dem "Westen" kostete war ich überrascht. Mit der Zeit kam aber die Sehnsucht nach den alten DDR-Bäcker-Doppelbrötchen wieder. Kerniger Geschmack, knackige Kruste, feste Konsistenz. Mittlerweile hat sich hier ein Bäcker auf diese besonnen und bäckt sie wieder. Eine Bomben-Geschäftsidee, die Leute stehen Schlange.

Liebe Grüße

Ecki


Sag an wo ist der?
Stell mich da auch an.


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#163

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 17:35
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #155
.
Ganz besonders hat mich die Entwicklung von Aldi beeindruckt. Aldi in den 60 er Jahren war ein kurioser Laden. Ganz einfach ausgestattet, Fliesenboden, Holzregale vorne 'ne Kasse und das wars. In den Holzregalen standen Kartons, an der Front aufgeschnitten und da waren überwiegend Konserven drin mit alle möglichen Inhalte von Fisch bis Aprikosen alles extrem billig aber eben ein fragmentarisches Angebot. Der Laden hinterliess damals bei mir keinen guten Eindruck und war für meinen Anspruch nicht geeignet. Ich ging lieber in die Vollsortimenter. Das hat sich natürlich bis heute gravierend verbessert und heute kaufe ich auch dort teilweise ein.


Gert



Aldi hiess damals noch Albrecht. Kann mich noch gut an diese primitiven Supermaerkte erinnern. Zumindest mal im Suedwesten Deutschlands hat sich an der etwas primitiven Aufmachen bis in die 80iger Jahre nicht viel geaendert.
Aber vor Aldi kamen REWE, EDEKA, SPAR, usw. Die uebernahmen in erster Linie die alten 'Tante Emma' Laeden, und machten diese zu Selbstbedienungslaeden. Ich kann mich auch noch an die Zeit erinnern als man morgens mit der Milchkanne die Milch holen ging. Abgepackte Milch, so wie heute, gab es damals auch schon, aber nicht in jedem Laden. Kaese kaufte man auch in diesen Milchlaeden. Kann mich noch gut an einen dieser Laeden in einem kleinen Dorf im Saarpfalz Kreis erinnern. Die Betreiberin lagerte den uneingepackten Kaese immer auf dem steinernen Fussboden um ih gekuehlt zu halten. Heutzutage waere sowas undenkbar. Aber damals war es normal, und auch niemand wurde vom Verzehr dieser Nahrungsmittel krank.Einer dieser Milchlaeden ueberlebte sogar in der Innenstadt von Saarbruecken bis Ende der siebziger Jahre.


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#164

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 17:43
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #154
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #142
Wir hatten ja Verwandtschaft in der Ostzone. Eine aeltere Tante durfte Anfang der siebziger Jahre ausreisen weil sie gerade 65 wurde. Sie war regelrecht schockiert als sie in der Naehe von Schulen die vielen weggeworfenen Brote und Fruechte sah. Was sie noch mehr ueberraschte war das niemand die Bananen und Orangen wieder aufhebte. "Sowas wuerde bei uns nicht lange auf der Strasse liegen" sagte sie dann immer.

Also manchmal habsch den Eindruck, Du saugst Dir Deine Erlebnisse aus den Fingern oder sonstwo her. Nimms mir nicht übel, aber nicht nur bei mir entsteht dieser Eindruck. Andererseits hast Du, lieber Wandersmann, ja schon öfters erfolgreich unter Beweis gestellt, das exakte Zahlenangaben Dir am A... vorbeigehen, ums mal vorsichtig auszudrücken. Das Renteneintrittsalter für Frauen lag in der DDR bei 60. Und vielleicht war ja auch der VEB (K) Stadtreinigung einfach nur mehr auf Zack, so das in der, ich zitiere, Ostzone die Straßen sauberer waren.


Du hast recht, Zahlen waren noch nie meine Staerke. Mathematik war staendig 4 oder sogar 5 bei mir. Und wenn man so um die 10 Jahre alt ist erscheint jeder ueber 30 als uralt. Ob dann die Tante 60 oder 65 war machte keinen grossen Unterschied, weder fuer mich persoenlich oder das was sie uns ueber die DDR erzaehlte.


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#165

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 17:59
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.



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#166

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 18:16
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Dieser Artikel, auch wenn durch eine ideologische Brille gesehen, ist von Interesse wenn man wissen will wo das Brot das wir heute kaufen eigentlich herkommt.

http://syndikalismus.wordpress.com/2010/...-her-%E2%80%9C/


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#167

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 18:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #165
Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.


Du hast recht, die Weizenmehlbrötchen sind nicht besonders. Ich kaufe Mehrkorn oder Roggenbrötchen, die sind lecker. Aldi Süd verkauft hier in Düsseldorf neuerdings frische Backwaren aus einem Automat. War zunächst skeptisch, aber die Mehrkornbrötchen von Aldi sind richtig gut, kosten nur 29 ct, beim Bäcker 55 ct.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#168

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 18:40
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #167
Zitat von DoreHolm im Beitrag #165
Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.


Du hast recht, die Weizenmehlbrötchen sind nicht besonders. Ich kaufe Mehrkorn oder Roggenbrötchen, die sind lecker. Aldi Süd verkauft hier in Düsseldorf neuerdings frische Backwaren aus einem Automat. War zunächst skeptisch, aber die Mehrkornbrötchen von Aldi sind richtig gut, kosten nur 29 ct, beim Bäcker 55 ct.


Mein lieber Gert,

ohje, wenn ich bedenke, dass zu DDR-Zeiten ein Brötchen 5 Pfennige kostete und einen Umtauschkurs von 5 DDR-Mark = 5 D-Mark zugrundelege würde heute ein Brötchen 0,5 ct. kosten.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#169

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 19:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #168
Zitat von Gert im Beitrag #167
Zitat von DoreHolm im Beitrag #165
Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.


Du hast recht, die Weizenmehlbrötchen sind nicht besonders. Ich kaufe Mehrkorn oder Roggenbrötchen, die sind lecker. Aldi Süd verkauft hier in Düsseldorf neuerdings frische Backwaren aus einem Automat. War zunächst skeptisch, aber die Mehrkornbrötchen von Aldi sind richtig gut, kosten nur 29 ct, beim Bäcker 55 ct.


Mein lieber Gert,

ohje, wenn ich bedenke, dass zu DDR-Zeiten ein Brötchen 5 Pfennige kostete und einen Umtauschkurs von 5 DDR-Mark = 5 D-Mark zugrundelege würde heute ein Brötchen 0,5 ct. kosten.

Liebe Grüße

Ecki




Bist du nicht informiert, dass der Brotpreis in der DDR ein politischer Preis war, also vom Staat subventioniert ? Als Kind kaufte ich in den 50er Jahren für unsere Familie beim Bäcker immer 4 Pfd. Brote. Die kosteten 1,04 Mark. Ich hörte später, das sie bei der Auflösung der DDR immer noch diesen Preis hatten. Bitte korrigiert mich, wenn es nicht stimmt, Info ist aus 2.Hand. Und hast du mal dein Einkommen von damals und heute verglichen ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#170

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 19:40
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #169
Zitat von Ecki im Beitrag #168
Zitat von Gert im Beitrag #167
Zitat von DoreHolm im Beitrag #165
Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.


Du hast recht, die Weizenmehlbrötchen sind nicht besonders. Ich kaufe Mehrkorn oder Roggenbrötchen, die sind lecker. Aldi Süd verkauft hier in Düsseldorf neuerdings frische Backwaren aus einem Automat. War zunächst skeptisch, aber die Mehrkornbrötchen von Aldi sind richtig gut, kosten nur 29 ct, beim Bäcker 55 ct.


Mein lieber Gert,

ohje, wenn ich bedenke, dass zu DDR-Zeiten ein Brötchen 5 Pfennige kostete und einen Umtauschkurs von 5 DDR-Mark = 5 D-Mark zugrundelege würde heute ein Brötchen 0,5 ct. kosten.

Liebe Grüße

Ecki




Bist du nicht informiert, dass der Brotpreis in der DDR ein politischer Preis war, also vom Staat subventioniert ?
Mein lieber Gert,

naturellement war so, dass hat aber doch nichts mit dem Preisvergleich zu tun.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#171

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 19:53
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Man Ecki, du willst mir wohl den Chemnitzer Ostbrötchenbäcker nicht nennen, hast bestimmt Angst das ich die Schlange noch länger mache, oder?


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#172

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 20:02
von Jackson | 102 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #130
Zitat von Jackson im Beitrag #123
Ich hab diesen Tröt hier mal von Anfang an so duchgelesen und es ist dann immer etwas schwerer ins laufenenden Verfahren einzugreifen. Aber ich versuches mal. Stimmt schon, kurz nach Kriegszeiten geb es sicherlich Hunger, war ja nicht mehr viel übrig. Aber das wird hüben wie drüben nicht anders gewesen sein. Ich bin 65 geboren, kann mich an keine Hungersnöte erinnern und hab aus der Zeit auch keine Gesundheitlichen Mangelerscheinungen. Aber ich stamme auch vom Land, wir hatte nebenbei noch vier Schweine, Kaninchen, Hühner usw. im Stall stehen, dazu Land von der Gemeinde gepachtet um anzubauen. Klar gab es Mangel z.B.an Südfrüchten, Aber Weißkraut hat mindestens genau so viel Vitamin C Oder ich erinnere nur an die schmackhaften Kuba Orangen. Berlin war natürlich besser versorgt , Mensch war die Hauptstadt, das Auge zur Welt Ich war 87-88 auf Montage da (Hauptstadt Erbauer), man, was hab ich an Orangen, Pfirsichen und Ananas in Büchsen heimgeschleppt.Zu den Komplekten; Der Chester aus der Büchse wurde von unseren LO Fahrern gern als Spachtel Masse verwendet. Klau Buna Farbe drüber, passt. Die Kocher wurden von uns am Kanten sehr häufig gebraucht. Z.B. eine Büchse Jagdwurst erhitzt, Scheiben Käse darüber, nochmal kurz aufkochen bis der Käse verlaufen war. Obwohl die Verpflegung sonst sehr gut war.
Ich denke, heute leiden in dieser Republik mehr Menschen an Hunger und Mangel (Erscheinungen).



1. rot markiert =Schaufenster der DDR,aber nicht Auge zur Welt
2.rot =war das normal ca 200 Km Vitamine durch die Gegend zu fahren ?? Wer die Gelegenheit hatte,bitte !
3.rot = damals brauchte keiner an Hunger leiden heute auch nicht,(Tafel,soz.Einrichtungen.....) im Osten und auch nicht im Westen.Wenn du damit die Arbeitslosigkeit ansprechen möchtest,die gab es auch bei uns,nur war "sie "versteckt.

MfG Harra 318


zu 1. Ja logisch, auf Ost Berlin hat die Westliche Welt geschaut. Ein Herr Loewe hat ja Immer Brav berichtet, was gerade los war. Genau so wars umgedreht. Der "golden Westen" lag ja vor der Nase und schon deshalb mußte es dort etwas anders zu gehen.

Zu 2. Ja logisch war das normal, da es dort mehr, eben auch z.B. an Vitaminen zu kaufen gab, als bei mir in der Region und genau, ich hatte die Gelegenheit und hab auch für ander noch mitgebracht. Genau so normal, wie die Leute nach der Wende gen Westen sind und sich ihr Begrüßungsgeld abgeholt haben oder zig Kilometer auf irgendeinen Sch.. Polenmarkt gefahren sind.

zu 3. Ich habe auch nicht behauptet, das man im Osten gehungert hat. Abeitslose im Osten hab ich keine gekannt. Kam aber sicher auch auf das Umfeld an.
Ist es aber nicht allein schon ein Armutszeugnis, das es heute solche von dir angesprochenen Einrichtungen geben muß. Insbesondere für viele Kinder aus solchen Familien, satt werden die sicherlich irgendwie von irgendwas. Aber was haben die sonst noch für Wünsche und Bedürfnisse. Das ist der Hunger, den ich meine.



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#173

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 20:06
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #169
Zitat von Ecki im Beitrag #168
Zitat von Gert im Beitrag #167
Zitat von DoreHolm im Beitrag #165
Ecki #161, ich glaube, das Thema DDR-Brötchen hatten wir schon mal irgendwo, aber nichtsdestotrotz, Du hast verdammt recht. Meine Mutter hatte mal vor der Wende so ein Luftbrötchen aus dem Westen mitgebracht. Meine Schwester war begeistert, ich ganz und gar nicht. In den ersten Jahren nach der Wende gab es dann hier auch Bäcker, die ganz offen draußen ein Schild hängen hatten wo draufstand, daß es hier DDR-Brötchen gibt. Solche Art Brötchen, die sich zumindest noch so anfühlen (bin sicher, daß die Rezeptur heute auch anders ist), liebe ich noch heute, mehr noch aber die richtigen dunklen Körnerbrötchen. Leider sind die viel teurer und ich glaube nicht, daß die Kosten diese Preisdifferenz zu den normalen Brötchen rechtfertigt.
Aber wer die etwas festeren und dunkleren Backwaren liebt, ist froh, wenn er nach einer Auslandreise (z.B. Asien, Skandinavien, UK u.s.w.) wieder zu Hause ist und etwas Ordentliches zum Beißen zwischen die Zähne bekommt und nicht nur dieses weiche Babchen.


Du hast recht, die Weizenmehlbrötchen sind nicht besonders. Ich kaufe Mehrkorn oder Roggenbrötchen, die sind lecker. Aldi Süd verkauft hier in Düsseldorf neuerdings frische Backwaren aus einem Automat. War zunächst skeptisch, aber die Mehrkornbrötchen von Aldi sind richtig gut, kosten nur 29 ct, beim Bäcker 55 ct.


Mein lieber Gert,

ohje, wenn ich bedenke, dass zu DDR-Zeiten ein Brötchen 5 Pfennige kostete und einen Umtauschkurs von 5 DDR-Mark = 5 D-Mark zugrundelege würde heute ein Brötchen 0,5 ct. kosten.

Liebe Grüße

Ecki




Bist du nicht informiert, dass der Brotpreis in der DDR ein politischer Preis war, also vom Staat subventioniert ? Als Kind kaufte ich in den 50er Jahren für unsere Familie beim Bäcker immer 4 Pfd. Brote. Die kosteten 1,04 Mark. Ich hörte später, das sie bei der Auflösung der DDR immer noch diesen Preis hatten. Bitte korrigiert mich, wenn es nicht stimmt, Info ist aus 2.Hand. Und hast du mal dein Einkommen von damals und heute verglichen ?



So viel ich noch weiß,kam ein ganzes Brot so zwischen 0,90 und 1,00 Mark ich glaube es waren sogar 0,98 Mark.Und ob der Brotpreis in der DDR ein politischer Preis war--ich glaube echt gesagt--darüber hat sich Otto Normalverbraucher mit Sicherheit nicht den Kopf drüber zerbrochen.


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#174

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 20:12
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #171
Man Ecki, du willst mir wohl den Chemnitzer Ostbrötchenbäcker nicht nennen, hast bestimmt Angst das ich die Schlange noch länger mache, oder?
Mein lieber Grenzwolf63,

aber nur für Dich! Nicht weitersagen! GVS! Vergatterung!

Bäckerei Meyer
Zietenstraße 37
09130 Chemnitz

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


zuletzt bearbeitet 10.10.2012 20:21 | nach oben springen

#175

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 20:47
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Der Brotpreis war so niedrig, daß es Bauern, oder zumind. eine kleine Viehzucht betreibende Bürger sogar fertiggebracht haben sollen, mit Brot und da nicht nur mit überlagertem ihr Viehzeug gefüttert zu haben. In der Sowjetunion soll das mal als Experiment im ideologischen Überschwang einiger Funktionäre so gelaufen sein. Man meinte, den uneigennützig für das Gemeinwohl schaffenden kommunistischen Menschen nach einigen Jahrzehnten kommunistischer Erziehung erschaffen zu haben und hat Brot kostenlos abgegeben. Nach den Idealvorstellungen der Funktionäre nimmt sich ein Kommunist nur so viel, wie er für sich selbst unbedingt benötigt. Aber was haben die Bauern gemacht ? Ihre Schweine damit gefüttert.
Ich hatte weiter oben schon mal ein vergleichbares Beispiel gemacht, bei dem die Kleingärtner ihre Stachelbeeren für 4,-Mark/kg verkauft und für 2,-Mark wieder eingekauft hatten.



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#176

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 21:37
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #175
Der Brotpreis war so niedrig, daß es Bauern, oder zumind. eine kleine Viehzucht betreibende Bürger sogar fertiggebracht haben sollen, mit Brot und da nicht nur mit überlagertem ihr Viehzeug gefüttert zu haben.
Mein lieber DoreHolm,

es war ja nicht nur der Brotpreis. Um mal ein Beispiel zu nennen: 1980-iger Jahre. Wir wohnten in einem großen Neubaugebiet. Winter. Bitterkalt. Alle hatten die Fernheizung auf volle Pulle aufgedreht. Fernheizung kostet ja nix. Folge: Zusammenbruch der Fernheizungsversorgung. Macht ja nix. Stromheizung (im Bad serienmäßig, ansonsten hatten sich fast alle irgendwie einen Stromheizkörper beschafft) auf volle Pulle geschaltet. Strom kostet ja nix. Folge: Zusammenbruch der Stromversorgung.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#177

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 10.10.2012 23:10
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Klar Ecki, diese Aufzählung, wie mit stark subventionierten Waren umgegangen wurde, ließe sich noch viel weiter fortsetzen. Bei der schlechten Regulierbarkeit der Heizkörper gab es zumeist auch nur entweder An oder Aus. Der Rest wurde mit dem Fenster geregelt. Am ehesten hatten dann wohl noch die mit Energieträgern gespart, die ihre gute alte Kohleheizung für die Zimmerwärme und für den Badeofen hatten. Die mußten sonst nämlich einmal öfter einige Etagen runter in den Keller und mit dem vollen Kohleeimer wieder rauf und entaschen fiel dann auch öfter an. So hat auch so mancher Bürger unbewußt dazu beigetragen, daß die Ökonomie der DDR den Bach runterging. Was allerdings, zumind. nach meiner Erfahrung bei uns besser war, der sparsame Umgang mit Rohstoffen, insbes. wenn diese mit Valuta bezahlt werden mußten. Ich kenne zumind. das aus zwei größeren Chemiebetrieben im Osten und dann im Westen. Wie mit billigen Massengütern umgegangen wird, sieht man heute in warmen Ländern, wo das Wasser noch billig aber der Verbrauch so hoch ist, daß dort in verschiedenen Regionen regelmäßig der Wassernotstand ausgerufen wird.



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#178

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 11.10.2012 07:25
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Ecki im Beitrag #174
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #171
Man Ecki, du willst mir wohl den Chemnitzer Ostbrötchenbäcker nicht nennen, hast bestimmt Angst das ich die Schlange noch länger mache, oder?
Mein lieber Grenzwolf63,

aber nur für Dich! Nicht weitersagen! GVS! Vergatterung!

Bäckerei Meyer
Zietenstraße 37
09130 Chemnitz

Liebe Grüße

Ecki


Danke Ecki,
der Meyer-Bäcker ist mir bekannt, seine sozialistisch geprägte Handwerksausführung noch nicht.
Ich werde dem Kollektiv dieser Bäckerei heute einen Besuch abstatten.


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#179

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 11.10.2012 08:43
von utkieker | 2.920 Beiträge

Noch bis zum Ende der 70er war der Geschmack in gleichbleibender Qualität. In den 80er Jahren war der Geschmack vieler Lebensmittel aber eher durch den Zufall bestimmt. Das lag für meine Begriffe an den Ingredenzien, am meisten habe ich diese Geschmacksverzerrung beim Bier und bei der Schokolade verspürt aber auch beim Kaffee gab es geschmackliche Abweichungen. Man nehme so man hat, und wenn andere Kaffee- Bohnen als gewohnt verwendet werden ist es zwar auch Kaffee aber ebend kein Rondo- Kaffee ganz zu schweigen von der Qualität der Bohnen.
Beim Bier mag das am Hopfen gelegen haben, wollte man sich was gutes tun, trank man lieber ein Exportbier. Radeberger-, Lübzer- oder Wernersgrüner Exportbier war begehrt aber nicht überall erhältlich. Na und wer auch noch Pilsener Urquell aus Freundesland dabei hatte war der absolute Krösus! Im Gegensatz zum "normalen" Pils blieb der Geschmack von Exportbier gleichbleibend. Noch verrückter wurde das Ganze durch die Einführung der Deli- Läden.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#180

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 11.10.2012 08:53
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von utkieker im Beitrag #179
Noch bis zum Ende der 70er war der Geschmack in gleichbleibender Qualität. In den 80er Jahren war der Geschmack vieler Lebensmittel aber eher durch den Zufall bestimmt. Das lag für meine Begriffe an den Ingredenzien, am meisten habe ich diese Geschmacksverzerrung beim Bier und bei der Schokolade verspürt aber auch beim Kaffee gab es geschmackliche Abweichungen. Man nehme so man hat, und wenn andere Kaffee- Bohnen als gewohnt verwendet werden ist es zwar auch Kaffee aber ebend kein Rondo- Kaffee ganz zu schweigen von der Qualität der Bohnen.
Beim Bier mag das am Hopfen gelegen haben, wollte man sich was gutes tun, trank man lieber ein Exportbier. Radeberger-, Lübzer- oder Wernersgrüner Exportbier war begehrt aber nicht überall erhältlich. Na und wer auch noch Pilsener Urquell aus Freundesland dabei hatte war der absolute Krösus! Im Gegensatz zum "normalen" Pils blieb der Geschmack von Exportbier gleichbleibend. Noch verrückter wurde das Ganze durch die Einführung der Deli- Läden.

Gruß Hartmut!


In unserer HO-Kaufhalle gab es in der Regel einmal in der Woche Wernesgrüner Export, wenn man dazu kam und es war noch welches da, durften 5 Flaschen gekauft werden.
Ende der 80er kamen dann diese Edelbiere, z.B. Grenzquell von Wernesgrün, Kappeler Braumeister aus Chemnitz und noch paar andere Sorten, die gab es eigentlich immer, für 1,80 Mark?
Bin mir beim Preis nicht sicher.


zuletzt bearbeitet 11.10.2012 08:56 | nach oben springen


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