#121

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 10:20
von utkieker | 2.912 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #120
Zitat von utkieker im Beitrag #119
Hallo Gert,

Hier die Homepage von PEA- Süßwaren http://www.theobroma-cacao.de/schoko-gui...uesswaren-gmbh/
übrigens eine der ältesten Schokoladen- Hersteller in Deutschland!
In meinen Westpaket zu Weihnachten, war meistens die Sarotti- Schokolade!

Gruß Hartmut!



Danke Hartmut, ich habe die noch nie gesehen oder davon gehört. Ich werde beim nächsten Einkauf bei meinem Edeka mal schauen ob er die im Angebot hat. Dann probiere ich sie mal. Siehste, man wird alt wie 'ne Kuh und lernt immer noch dazu




Sollte deine Edeka- Kaufhallen- Filiale keine PEA- Schokolade/ Pralinen im Angebot haben, sofort rummotzen und die Marktwirtschaft in Frage stellen!
Der Kunde ist schließlich König

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#122

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 11:06
von turtle | 6.961 Beiträge

Richtig Hartmut Pea-Schokolade stammte aus Dresden.Nach dem Krieg in Hamburg mit Neuanfang. Ich habe 1980 bei Pea-Schokolade in Hamburg angefangen und 2008 bei Van Houten aufgehört ! Wurde mehrmals verkauft . Im Moment sieht es da noch schlechter aus.Das Sortiment was ich nach kannte ist längst nicht mehr.Industrieschokolade wird jetzt hergestellt und in großen Tankwagen weiter transportiert.Zur Holding Van Houten gehört aber mehr.
Aber mal zurück zu meiner Kindheit und der Schokolade . Es war die Vitalade !
“Vitalade“. Diese bestand vor allem aus Haferflocken, Braumalz, Sojamehl und gehärteten Pflanzenfett.
Noch ein Geheimrezept von damals . Gekochte Kartoffel durch eine Presse,viel Staubzucker darunter kneten,gelbe Farbe und Bittermandel Aroma.
Als Kind dachte ich tatsächlich so schmeckt Marzipan.Butter oder Margarine in die Pfanne ,braun werden lassen und Zucker dazu dürfte auch jeder von den "Alten" kennen. Auch aus jener Zeit das Freibank Fleisch.


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#123

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 11:16
von Jackson | 102 Beiträge

Ich hab diesen Tröt hier mal von Anfang an so duchgelesen und es ist dann immer etwas schwerer ins laufenenden Verfahren einzugreifen. Aber ich versuches mal. Stimmt schon, kurz nach Kriegszeiten geb es sicherlich Hunger, war ja nicht mehr viel übrig. Aber das wird hüben wie drüben nicht anders gewesen sein. Ich bin 65 geboren, kann mich an keine Hungersnöte erinnern und hab aus der Zeit auch keine Gesundheitlichen Mangelerscheinungen. Aber ich stamme auch vom Land, wir hatte nebenbei noch vier Schweine, Kaninchen, Hühner usw. im Stall stehen, dazu Land von der Gemeinde gepachtet um anzubauen. Klar gab es Mangel z.B.an Südfrüchten, Aber Weißkraut hat mindestens genau so viel Vitamin C Oder ich erinnere nur an die schmackhaften Kuba Orangen. Berlin war natürlich besser versorgt , Mensch war die Hauptstadt, das Auge zur Welt Ich war 87-88 auf Montage da (Hauptstadt Erbauer), man, was hab ich an Orangen, Pfirsichen und Ananas in Büchsen heimgeschleppt.
Zu den Komplekten; Der Chester aus der Büchse wurde von unseren LO Fahrern gern als Spachtel Masse verwendet. Klau Buna Farbe drüber, passt. Die Kocher wurden von uns am Kanten sehr häufig gebraucht. Z.B. eine Büchse Jagdwurst erhitzt, Scheiben Käse darüber, nochmal kurz aufkochen bis der Käse verlaufen war. Obwohl die Verpflegung sonst sehr gut war.
Ich denke, heute leiden in dieser Republik mehr Menschen an Hunger und Mangel (Erscheinungen).



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#124

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 11:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #107
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Wegen Bio, wenn ihr wüsstet was damals z.B. alles dem Rinderfutter in den Großanlagen beigemischt wurde, würde es euch noch nachträglich speiübel werden.
Die DDR war gut in Chemie und genau so wie man große, schnelle Sportler basteln kann, geht das auch mit Rindviehchern.
Nur von Grünfutter und Silage wachsen keine Euter die 5000 Liter Milch bringen und der Dreck der hinten rauskam wurde dann als Gülle, die wohlgemerkt kein Mist sondern eigentlich giftiger Sondermüll ist, in Unmengen auf die Felder verbracht.
Den Bio-Traum von der DDR-Landwirtschaft könnt ihr getrost austräumen, da zählte planbedingt befohlen der Ertrag, egal wie.
Der Anteil der von den Kleingärtnern kam war schon Bio, der Rest beiweitem nicht.


Zahlreiche Kleingärtner leerten aber auch ihre Sickergruben mangels zentraler Abwasserentsorgung bzw. Mängeln bei der Fäkalienabfuhr direkt in der Herbstfurche der abgeernteten Beete aus, alles kein Problem, zumal heute viel mehr Medikamentenrückstände in die Kanalisation gelangten als in der DDR (zuminsdest außerhalb der KJS- Standorte).
Wer weiß, wie viele Spulwürmer und Mikroschädlinge da wieder in die Nahrungskette gelangt sind.
Bei den Großanlagen bin ich mir nicht so sicher, ob die Konzentrationsprozesse der Standorte damals schon so extrem waren wie heute.
Aus der Erinnerung heraus meine ich, daß fast jedes Dorf auch eine LPG hatte, oft auch die KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) in der Nachbarschaft, so daß kurze Wege die Regel waren.



Hallo Hackel,

ich habe anfangs der 80er in einer 3000er Milchviehanlage gearbeitet, so in der Größe schossen sie damals förmlich aus dem Boden, auch relativ kleine LPG betrieben solche Anlagen.
Industrielle Mast und Milchproduktion war die Devise.
Die KAP lieferten das Grünfutter..


zuletzt bearbeitet 09.10.2012 11:50 | nach oben springen

#125

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 11:55
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Jackson im Beitrag #123
Ich hab diesen Tröt hier mal von Anfang an so duchgelesen und es ist dann immer etwas schwerer ins laufenenden Verfahren einzugreifen. Aber ich versuches mal. Stimmt schon, kurz nach Kriegszeiten geb es sicherlich Hunger, war ja nicht mehr viel übrig. Aber das wird hüben wie drüben nicht anders gewesen sein. Ich bin 65 geboren, kann mich an keine Hungersnöte erinnern und hab aus der Zeit auch keine Gesundheitlichen Mangelerscheinungen. Aber ich stamme auch vom Land, wir hatte nebenbei noch vier Schweine, Kaninchen, Hühner usw. im Stall stehen, dazu Land von der Gemeinde gepachtet um anzubauen. Klar gab es Mangel z.B.an Südfrüchten, Aber Weißkraut hat mindestens genau so viel Vitamin C Oder ich erinnere nur an die schmackhaften Kuba Orangen. Berlin war natürlich besser versorgt , Mensch war die Hauptstadt, das Auge zur Welt Ich war 87-88 auf Montage da (Hauptstadt Erbauer), man, was hab ich an Orangen, Pfirsichen und Ananas in Büchsen heimgeschleppt.
Zu den Komplekten; Der Chester aus der Büchse wurde von unseren LO Fahrern gern als Spachtel Masse verwendet. Klau Buna Farbe drüber, passt. Die Kocher wurden von uns am Kanten sehr häufig gebraucht. Z.B. eine Büchse Jagdwurst erhitzt, Scheiben Käse darüber, nochmal kurz aufkochen bis der Käse verlaufen war. Obwohl die Verpflegung sonst sehr gut war.
Ich denke, heute leiden in dieser Republik mehr Menschen an Hunger und Mangel (Erscheinungen).



gab es in der DDR zweierlei Kuba Orangen ? Also die, die ich kennenlernte, waren erstmal nicht orange, sondern eher schwarz, knüppelhart, also fast nicht zu schälen und für den Verzehr kaum geeignet. man konnte sie in die Saftpresse geben und O-Saft daraus machen, mehr aber auch nicht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#126

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 12:46
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Na, als schwarz kenne ich die nicht, die Kuba-Orangen. Eher wie normale Apfelsinen, manchmal etwas grünlich und nicht so groß. Nicht richtig schälbar stimmt. Aber für das Saften wunderbar geeignet und der Saft hat richtig gut geschmeckt. Aber Apfelsinen in dieser Art gibt es auch heute im Supermarkt. Sind billiger/kg, aber schälen und dann auch noch teilen ? Da hat man die Hälfte vom Saft auf dem Tisch, bevor man die auseinanderhat. Meine Frau schält die immer mit dem Messer. In der wärmeren Jahreszeit kaufen wir die Dinger deshalb sowieso kaum, auch weil sie Anfang des Jahres meist strohtrocken sind. Ist die Zeit dann gegen Weihnachten wieder ran, wo es vernünftig schälbare und saftige gibt, lasse ich mir den linken daumennagel mal ein paar Millimeter wachsen, schneide damit erst ein kreisrundes Loch in die Schale und von dort aus schäle ich dann die ganze Frucht. Zum Schluß die Mittelfaser so gut es geht rausgezogen, den Finger rein und die Abfelsine auseinandergedrückt. Ist eine saubere Sache.



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#127

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 13:20
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Um hier mal von Apfelsinenschältipps auf die Ausgangsthese zurückzukommen: Hunger in der DDR

Mir ist eingefallen das es mal im WDR vor einiger Zeit ein Dokumentation über den Hungerwinter 1946/47 in Deutschland gab.

Den Film habe ich leider nicht gefunden aber zumindest ein paar Texte zu diesem Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.

Ein trockener heißer Sommer hat 1946 dafür gesorgt, dass die Ernteerträge vielerorts selbst hinter den bescheidenen Erwartungen zurückgeblieben sind.
Eine unerwartete Entwicklung macht die Lage noch schlimmer: Zwischen November 1946 und März 1947 werden die Menschen einen der kältesten Winter des 20. Jahrhunderts durchleben. Schon im November sinken die Temperaturen unter Null. Anfang Dezember beginnt eine zweite Frostwelle und auch im Januar werden neue Minusrekorde gemessen. Die Kälte ist nicht nur grimmiger als gewöhnlich, sie dauert auch quälend lange an.

"Weißer Tod" und "schwarzer Hunger" lauten Redewendungen der Zeit. Nicht nur Deutschland ist betroffen, die Lage der Bevölkerung in ganz Europa ist dramatisch. Am härtesten trifft es die Sowjetunion. Historikerschätzungen zufolge kosten die Hungerjahre hier zwischen 1946 und 1948 noch einmal rund zwei Millionen Menschenleben.

In Deutschland kämpfen vor allem die Bewohner der zerbombten Städte mit dem Hunger. Die Anzahl derer, die im Verlauf der Kälteperiode an den Folgen von Frost und Mangel sterben, ist nur annähernd schätzbar. Mehrere hunderttausend Tote sind es, so die Hochrechnungen von Historikern.

In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln trifft die Kälte eine bereits stark ausgezehrte und geschwächte Bevölkerung. In Köln etwa können die Menschen sich im Verlauf des Jahres 1946 schon glücklich schätzen, wenn ihre täglichen Rationen mehr als 1.000 Kalorien ergeben. 800 Kalorien und weniger sind keineswegs selten. Die Zuteilungsperioden der Lebensmittelmarken werden zum alles bestimmenden Zeitmaß. Das tägliche Leben ist geprägt von der Anstrengung, das Allernötigste heranzuschaffen. Das heißt: stundenlanges Anstehen, weite Hamsterfahrten, Tauschen, aber auch gelegentlicher Diebstahl.


Weitergelesen werden kann hier
Oben rechts, unter 'weitere Informationen' gelangt man auf eine weiter Seite um detailliertere Informationen abzurufen.

Ich nehme mal an die Menschen die das damals selbst erlebt haben, wie meine Eltern und Großeltern hatten etwas andere "Sorgen" als sich darüber zu mokieren ob nun die Schokolade Ost oder West besser schmeckt, sofern überhaupt welche zu bekommen war.

Und auch in den Jahren danach ging es wohl mehr darum das Alle satt wurden und nicht darum seinen Vitaminbedarf mit exotischen Früchten zu decken.
Wie hier jemand richtig schrieb, Weißkohl macht das auch.

Auch wenn in den 50er Jahren in der Bundesrepublik Bananen und Apfelsinen zum täglichen Angebot gehörten bedeutet das noch lange nicht das sich die große Mehrheit der Bevölkerung diese auch immer leisten konnten.
Ab Mitte der 50er Jahre kann ich mich an die Besuche im Ruhrgebiet erinnern und so unterschiedlich war es mit dem Essensangebot zur DDR auch nicht.
In Erinnerung habe ich das dort ebenfalls Kunsthonig und Rübensirup auf den Tisch kam um den "Hunger" nach Süßem zu befriedigen.
Ansonsten war die Küche bescheiden und nicht spektakulär.
Klar hatte der Cousin Kaugummi, wenn er ihn sich vom Taschengeld leisten konnte.
Es gab keine Lebensmittelmarken und es gab Milch in Flaschen was ich damals sehr beeindruckend fand.

Natürlich sind die 40er, 50er Jahre nicht mit den 70er und 80er Jahren zu vergleichen, in beiden Teilen wohlgemerkt.

Mit dem "Hunger" kann es in der DDR so schlimm nicht gewesen sein, denn dann wären nicht Mitte der 70er nicht bereits 40 Prozent aller Frauen, 20 Prozent Männer und sogar 15 Prozent der Kinder bereits mit erheblichem Übergewicht "gesegnet" gewesen.......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#128

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 13:21
von furry | 3.562 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #124

ich habe anfangs der 80er in einer 3000er Milchviehanlage gearbeitet, so in der Größe schossen sie damals förmlich aus dem Boden, auch relativ kleine LPG betrieben solche Anlagen.
Industrielle Mast und Milchproduktion war die Devise.
Die KAP lieferten das Grünfutter..



Moin Grenzwolf,
jetzt machst Du mich aber neugierig. Wo gab es denn 3000er Milchviehanlagen. Es gab Betriebe mit 3000 Kühen, aber keine Anlagen in dieser Größe. Meines Wissens gab es die 1930er (auch 2000er genannt) und eine 4000er (also zwei 2000er) in Dedelow.
Und zu Deiner Anmerkung zu den verabreichten Futtermitteln in der Rindermast solltest Du uns auch mal aufklären.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#129

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 15:07
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Nur von Grünfutter und Silage wachsen keine Euter die 5000 Liter Milch bringen ...

Wo hast'n die Zahl her? Das vorletzte Erhebung in der ehemaligen Sogenannten gibt gerade mal 4020 Liter pro Euter und Jahr 1988 her.
Quelle: Statistisches Jahrbuch 1989 der Deutschen Demokratischen Republik.
Online (letzte Seite, Tabelle 7.8) ... http://edoc.bbaw.de/volltexte/2008/795/pdf/27a1CQbgJhvqk.pdf

Und heute sind Milchleistungen jenseits der 7000 l/a die Norm. Gut, im Westen waren die Fünftausender-Marke schon 1980 'geknackt' ...
http://www.aelf-an.bayern.de/daten_fakten/31733/index.php


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 15:40
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Jackson im Beitrag #123
Ich hab diesen Tröt hier mal von Anfang an so duchgelesen und es ist dann immer etwas schwerer ins laufenenden Verfahren einzugreifen. Aber ich versuches mal. Stimmt schon, kurz nach Kriegszeiten geb es sicherlich Hunger, war ja nicht mehr viel übrig. Aber das wird hüben wie drüben nicht anders gewesen sein. Ich bin 65 geboren, kann mich an keine Hungersnöte erinnern und hab aus der Zeit auch keine Gesundheitlichen Mangelerscheinungen. Aber ich stamme auch vom Land, wir hatte nebenbei noch vier Schweine, Kaninchen, Hühner usw. im Stall stehen, dazu Land von der Gemeinde gepachtet um anzubauen. Klar gab es Mangel z.B.an Südfrüchten, Aber Weißkraut hat mindestens genau so viel Vitamin C Oder ich erinnere nur an die schmackhaften Kuba Orangen. Berlin war natürlich besser versorgt , Mensch war die Hauptstadt, das Auge zur Welt Ich war 87-88 auf Montage da (Hauptstadt Erbauer), man, was hab ich an Orangen, Pfirsichen und Ananas in Büchsen heimgeschleppt.Zu den Komplekten; Der Chester aus der Büchse wurde von unseren LO Fahrern gern als Spachtel Masse verwendet. Klau Buna Farbe drüber, passt. Die Kocher wurden von uns am Kanten sehr häufig gebraucht. Z.B. eine Büchse Jagdwurst erhitzt, Scheiben Käse darüber, nochmal kurz aufkochen bis der Käse verlaufen war. Obwohl die Verpflegung sonst sehr gut war.
Ich denke, heute leiden in dieser Republik mehr Menschen an Hunger und Mangel (Erscheinungen).



1. rot markiert =Schaufenster der DDR,aber nicht Auge zur Welt
2.rot =war das normal ca 200 Km Vitamine durch die Gegend zu fahren ?? Wer die Gelegenheit hatte,bitte !
3.rot = damals brauchte keiner an Hunger leiden heute auch nicht,(Tafel,soz.Einrichtungen.....) im Osten und auch nicht im Westen.Wenn du damit die Arbeitslosigkeit ansprechen möchtest,die gab es auch bei uns,nur war "sie "versteckt.

MfG Harra 318


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#131

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 15:40
von StabsfeldKoenig | 2.616 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #88
Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Platte auf, es langweilt




Gute Idee- wie wär's mit "Frieren in der DDR" ?
Aber aus einer guten Deckung heraus versichere ich hier ernsthaft, daß ich in der BRD schon gehungert habe und zwar im Kolpinghaus auf meiner Reise mit Jugendtourist 1989 in Hamburg- St. Georg.
Als höflicher Gast wollte ich allerdings keinen Nachschlag verlangen, das Quantum am Abend war in der Tat recht dürftig und groß etwas zukaufen konnte man von 95 DM Taschengeld schließlich auch nicht.
Zum Thema fällt mir nichts weiter ein.
Wenn ich allerdings an die Kantinendichte auf dem Sektor der Deutschen Reichsbahn denke war Hungern eigentlich unmöglich es sei denn man macht einen auf Buridans Esel, trotzdem hat es das in bestimmten betrieblichen Situationen gegeben, daß man auf Bahndammbrombeeren für den kleinen Hunger zwischendurch zurück greifen mußte, wenn man im Nirvana vor einem Schienebruch stand oder 5 km vorm Endbahnhof wegen Überfüllung nicht rein kam.
Wenn da abends der Kühlschrank leer war, hatte man schon ein Problem, denn die Türken kamen erst Jahrzehnte später mit ihren Kebabstuben und unchristlichen Öffnungszeiten...


Es gab offizielle Spätverkaufsstellen. Manche Gaststätten verkauften auch damals schon "außer Haus" und in den Großstädten gab es auch damals schon Imbiss-Buden, die z.B. an Bahnhöfen auch spät abends noch offen hatten.
Wenn es eine sowjetische Garnision in der Nähe gab, konnte man in den zugehörigen Läden bis 21.00 Uhr (und häufig auch am Wochenende) einkaufen.



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#132

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 15:48
von StabsfeldKoenig | 2.616 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #90
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #80
Das es genug zu Essen gab und niemand (ver)hungern musste sagt aber noch lange nichts aus ueber die Qualitaet der Nahrungsmittel. Wie war die? Konnte man sich auch immer gesund ernaehren?



alles Bio, weil es nicht mal chem. Düngemittel gab() , Ne, im Ernst ich erinnere mich an die Zeit 50 er 60er, dass das Fleisch z.B. sehr gut war. Man konnte sich in der Regel gesund ernähren, von dem was da war. Es fehlte aber vor allem im Winter an Vitaminen, also Obst und Gemüse. Im Winter erhielt ich bei Besuchsreisen in der DDR im Restaurant nur Kraut und Kohl in allen Varianten, es gab keine Gurken, grünen Salat, Tomaten alles Fehlanzeige. So war es für mich immer ganz wichtig bei Besuchsreisen im Winter meinen Leuten Vitaminchen in jeder Form mitzubringen.
Bei Süssigkeiten fiel mir auf dass die Schokolade aus DDR Produktion nicht besonders gut schmeckte. Brot und Brötchen waren gut bis sehr gut. Hier traf man noch auf ein paar Handwerker(Bäcker) die Honecker in der Selbständigkeit hatte leben lassen. Da zeigt sich wieder mal die Überlegenheit von privaten Produktionsmitteln auch wenn das klein klein war.




Es gab zu jeder Jahreszeit Äpfel (in Winter sehr gut schmeckende dunkelrote, die sog. Weihnachtsäpfel). Man konnte Obst einkochen (bzw. auch als Konserve im Glas oder der Dose kaufen). Es gab eingefrorenes Obst zu kaufen, man konnte aber auch selber einfrieren. Wir haben im Sommer mehrfach Erdbeeren (geviertelt und eingezuckert) selbst eingefroren.



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#133

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 16:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #122
Richtig Hartmut Pea-Schokolade stammte aus Dresden.Nach dem Krieg in Hamburg mit Neuanfang. Ich habe 1980 bei Pea-Schokolade in Hamburg angefangen und 2008 bei Van Houten aufgehört ! Wurde mehrmals verkauft . Im Moment sieht es da noch schlechter aus.Das Sortiment was ich nach kannte ist längst nicht mehr.Industrieschokolade wird jetzt hergestellt und in großen Tankwagen weiter transportiert.Zur Holding Van Houten gehört aber mehr.
Aber mal zurück zu meiner Kindheit und der Schokolade . Es war die Vitalade !
“Vitalade“. Diese bestand vor allem aus Haferflocken, Braumalz, Sojamehl und gehärteten Pflanzenfett.
Noch ein Geheimrezept von damals . Gekochte Kartoffel durch eine Presse,viel Staubzucker darunter kneten,gelbe Farbe und Bittermandel Aroma.
Als Kind dachte ich tatsächlich so schmeckt Marzipan.Butter oder Margarine in die Pfanne ,braun werden lassen und Zucker dazu dürfte auch jeder von den "Alten" kennen. Auch aus jener Zeit das Freibank Fleisch.


Peter,danke für die Erklärung, da haben wir doch die gesuchte "Schokoladenbude" gefunden. Wenn ich dich richtig verstehe, sind sie (Pea) heute nur noch ein Produktionswerk von van Houten, treten also nicht mehr als selbständige Marke auf ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#134

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 16:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #132
Zitat von Gert im Beitrag #90
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #80
Das es genug zu Essen gab und niemand (ver)hungern musste sagt aber noch lange nichts aus ueber die Qualitaet der Nahrungsmittel. Wie war die? Konnte man sich auch immer gesund ernaehren?



alles Bio, weil es nicht mal chem. Düngemittel gab() , Ne, im Ernst ich erinnere mich an die Zeit 50 er 60er, dass das Fleisch z.B. sehr gut war. Man konnte sich in der Regel gesund ernähren, von dem was da war. Es fehlte aber vor allem im Winter an Vitaminen, also Obst und Gemüse. Im Winter erhielt ich bei Besuchsreisen in der DDR im Restaurant nur Kraut und Kohl in allen Varianten, es gab keine Gurken, grünen Salat, Tomaten alles Fehlanzeige. So war es für mich immer ganz wichtig bei Besuchsreisen im Winter meinen Leuten Vitaminchen in jeder Form mitzubringen.
Bei Süssigkeiten fiel mir auf dass die Schokolade aus DDR Produktion nicht besonders gut schmeckte. Brot und Brötchen waren gut bis sehr gut. Hier traf man noch auf ein paar Handwerker(Bäcker) die Honecker in der Selbständigkeit hatte leben lassen. Da zeigt sich wieder mal die Überlegenheit von privaten Produktionsmitteln auch wenn das klein klein war.




Es gab zu jeder Jahreszeit Äpfel (in Winter sehr gut schmeckende dunkelrote, die sog. Weihnachtsäpfel). Man konnte Obst einkochen (bzw. auch als Konserve im Glas oder der Dose kaufen). Es gab eingefrorenes Obst zu kaufen, man konnte aber auch selber einfrieren. Wir haben im Sommer mehrfach Erdbeeren (geviertelt und eingezuckert) selbst eingefroren.


Stabsfeld, ich sprach von frischer Ware, nicht von Konserven. Und frisches im Winter war nahezu nicht vorhanden, selbst in besten Restaurants bekam man zwar gute Hauptgericht ( also Fleisch und Beilagen ) aber die Salatbar war ein Trauerspiel.


.
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#135

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 21:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von furry im Beitrag #128
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #124

ich habe anfangs der 80er in einer 3000er Milchviehanlage gearbeitet, so in der Größe schossen sie damals förmlich aus dem Boden, auch relativ kleine LPG betrieben solche Anlagen.
Industrielle Mast und Milchproduktion war die Devise.
Die KAP lieferten das Grünfutter..



Moin Grenzwolf,
jetzt machst Du mich aber neugierig. Wo gab es denn 3000er Milchviehanlagen. Es gab Betriebe mit 3000 Kühen, aber keine Anlagen in dieser Größe. Meines Wissens gab es die 1930er (auch 2000er genannt) und eine 4000er (also zwei 2000er) in Dedelow.
Und zu Deiner Anmerkung zu den verabreichten Futtermitteln in der Rindermast solltest Du uns auch mal aufklären.




Kannst du mir verzeihen?
Ich bin auch schon ein etwas älterer Mann und als ich das Posting eingehämmert habe wurde aus einer 2000er Anlage eine 3000er.
Ich habe da halt vor mehr als 30 Jahren gearbeitet, mit Kälbern waren es aber sicherlich 3000 Tiere.
Zu den Beimengungen, wir mussten bei der Futteraufbereitung Säcke mit verschiedenen Zusatzstoffen zufügen, meist farblich verschieden, rot, grün, gelb, rosa.
Frage mich jetzt nicht konkret welche Inhaltsstoffe da beigemengt wurden, aber ob es Bio war wie einige hier vermuten, eher nein.
Eventuell ist ja hier ein alter Agraringenieur anwesend der aufklären kann.


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#136

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 21:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #134
[quote=StabsfeldKoenig

(Zitat Auszug)

Es gab zu jeder Jahreszeit Äpfel (in Winter sehr gut schmeckende dunkelrote, die sog. Weihnachtsäpfel). Man konnte Obst einkochen (bzw. auch als Konserve im Glas oder der Dose kaufen). Es gab eingefrorenes Obst zu kaufen, man konnte aber auch selber einfrieren. Wir haben im Sommer mehrfach Erdbeeren (geviertelt und eingezuckert) selbst eingefroren.


Stabsfeld, ich sprach von frischer Ware, nicht von Konserven. Und frisches im Winter war nahezu nicht vorhanden, selbst in besten Restaurants bekam man zwar gute Hauptgericht ( also Fleisch und Beilagen ) aber die Salatbar war ein Trauerspiel.

[/quote]


@Gert und @StabsbfeldKönig,

ich denke mal, ohne jetzt alle Beiträge dieses Thread gelesen zu haben, eher nur die ersten, um zu wissen, worum es im Grundsatz geht und die aktuelleren letzten Beiträge:

Ich glaube manchmal, wir vergleichen alle zu viel mit der heutigen Zeit und den verwöhnten Konsumenten, unseren verwöhnten Gaumen...!
Ich kann nun nicht mitreden, wie es in den alten Bundesländern vor der Wende, also 1989 war. Denke mal, einen derartigen Überfluß in den Supermärkten besonders an exotischen Früchten wie heute hat es da auch nicht gegeben. Das möchte ich auch noch für Ende 1989 behaupten, als die Grenze offen war und wir im Westen einkaufen konnten. Natürlich waren da die saisonbedingten klassischen Früchte ausreichend da, hier meine ich speziell Bananen, Orangen, Zitronen, Annanas, Graipfruit usw. . Das was in der DDR mehr oder minder Mangel- oder Bückeware war.

(@Gert, schreib doch mal bitte was dazu, alte Bundesländer vor der Wende im Gegensatz zu der Überversorgung von heute!)

Und das, was der @StabsfeldKönig da schreibt, war doch allgegenwärtig. Selbstversorgung. Entweder über eigenen Garten oder man hat es von Freunden, Bekannten, Nachbarn abgekauft. Irgendwie trauere ich diesen Sachen heute etwas nach, Omas oder Mutter`s eingewecktes, Erdbeeren, Birnen, Kirschen..., als Obst, als Marmelade. Denke da nur an die leckere Kürbismarmelade mit ganzen Früchten! (kleiner Scherz am Rande!) Auch wenn es irgendwie doch eine Konserve, aber total lecker und köstlich! Wie oft sind wir in den Keller geschlichen und haben heimlich ein Glas Erdbeesen gemopst und heimlich verspeist..., das "Leergut" versteckt! Muttern hat`s natürlich gemerkt! Auch hatten unsere Eltern, Großeltern mehr Muße, mehr Nerven, sich z. Bsp. die Zahl der Konserven im Keller zu merken. Wer macht den sowas heute noch, ...was ist schon eine Konserve in der totalen Wegwerfgesellschaft wert? Und in der selbstgemachten Konserve von damals..., man wußte genau, was drin war, Früchte, ein wenig oder auch mehr Zucker, keine Chemie! Möchte manchmal nicht wissen, was wir heute mit vertilgen..., egal ob bei Frischobst oder gar Konserven.

Und nochmal ein Kommentar zum Urthema: Bin Jahrgang 1959, habe in meinenm erlebten Leben in der DDR niemals hungern müssen. Kenne auch niemanden, der hungern mußte. Was vor "meiner Zeit", der Zeit der Lebensmittelmarken & Co war, vermag ich nicht zu sagen. Weiß nur aus Erzählungen der Vorfahren, das die ersten Jahre nach dem Krieg oft nicht einfach waren. Das dürfte aber allgemein bekannt sein. Allgemein bekannt auch, das es mit der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in den alten Bundesländern auch schneller bergauf ging, Lebensmittelmarken früher abgeschaft werden konnten wie in der DDR. Kann mir auch gut vorstellen, das es für die junge DDR auch nicht leicht war, das Heer der sowjetischen Besatzungsmacht zu versorgen, während sich Amis und Engländer bestimmt selbst versorgt haben. Bevor sich hier wieder Köpfe demoliert werden, es ist eine reine Vermutung, vielleicht weiß einer mehr und Genaueres.

josy95


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zuletzt bearbeitet 09.10.2012 22:02 | nach oben springen

#137

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 22:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #134
Es fehlte aber vor allem im Winter an Vitaminen, also Obst und Gemüse. Im Winter erhielt ich bei Besuchsreisen in der DDR im Restaurant nur Kraut und Kohl in allen Varianten, es gab keine Gurken, grünen Salat, Tomaten alles Fehlanzeige. So war es für mich immer ganz wichtig bei Besuchsreisen im Winter meinen Leuten Vitaminchen in jeder Form mitzubringen.



Danke @Gert für diese aufschlussreichen Zeilen, nur frage ich mich jetzt gerade wie wir uns damals tatsächlich ohne Skorbut und andere Hypovitaminosen über den Winter schleppen konnten? Es war schon hart in der DDR, immer so knapp an der Mangelernährung vorbeizuschrammen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#138

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 22:50
von josy95 | 4.915 Beiträge

Naja, @Feliks, mal allen Ernstes.

Ich kann mich auch beim besten Willen nicht erinnern, das es im Winter mal frische Tomaten, grüne Gurken, Salat oder sowas gab. Weder in HO, Konsum, bei halb Privaten Kommissionshändlern oder in Reichsbahn-oder anderen Werkskantinen. Oder bei der Truppenverpflegung NVA Havelberg II - 1978 bis I - 1980.

Wo ich mich noch sehr gut dran erinnern kann, total außerhalb der DDR- Saison im April 1986, Tschernobylkatastrophe, da gab es plötzlich Gurken, Salat..., fast im Überfluß und meißt Made in Nederlands. Pfiifige Köpchen sollen ja sogar Salatgurken als Taschenlamppen umfunktioniert haben, so gut wie die strahlten...

Wenn, dann gab es Äpfel, Weißkohl, Rotkohl, Sauerkraut, saisonal Bananen Cubaorangen, den berühmten bulgarischen "Kompott Assortie" - oder wie diese bulgarische Mischobstkonserve im Glas auch immer hieß und was immer das bedeutete (@94 Du bist gefragt!)

Weiß- und Rotkohl in seinen vielen schmackhaften Variationen, ob roh oder gekocht ist ja nun auch ein alt hergebrachtes und wirksames Mittelchen gegen Skorbut ect. ...

@Feliks, war da wirklich der kleine Unterschied, das es bei Euch mehr und bessere Sachen zu kaufen gab?

Und @Gert, unsere Sipp- und Bekanntschaft aus den alten Bundesländern hat ja wirklich auch so einiges mitgebracht..., aber an grünen Salat, Tomaten... Gurken kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern!


josy95


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#139

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 23:02
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Nur mal so zum nachdenken; was hat der Kleingärtner übers Jahr an Obst und Gemüse im eigenen Garten?

Wer im Januar Tomaten und anderes essen will,sollte mal überlegen wo die herkommen um die Jahreszeit!

Unsere Altvorderen haben deswegen das Einwecken erfunden....wer macht das heute noch?

Da waren die Möglichkeiten der DDR für die Einfuhr mangels Devisen begrenzt


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#140

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 09.10.2012 23:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #137
Zitat von Gert im Beitrag #134
Es fehlte aber vor allem im Winter an Vitaminen, also Obst und Gemüse. Im Winter erhielt ich bei Besuchsreisen in der DDR im Restaurant nur Kraut und Kohl in allen Varianten, es gab keine Gurken, grünen Salat, Tomaten alles Fehlanzeige. So war es für mich immer ganz wichtig bei Besuchsreisen im Winter meinen Leuten Vitaminchen in jeder Form mitzubringen.



Danke @Gert für diese aufschlussreichen Zeilen, nur frage ich mich jetzt gerade wie wir uns damals tatsächlich ohne Skorbut und andere Hypovitaminosen über den Winter schleppen konnten? Es war schon hart in der DDR, immer so knapp an der Mangelernährung vorbeizuschrammen.

@Feliks
Bekanntlich ist Skorbut gut mit Sauerkraut und evtll, mit anderen Krautsorten zu verhindern. Ich habe ja nicht gesagt, Kraut hat keine Vitamine aber als Salate waren nur Krautvarianten im Angebot. Nichts gegen Kraut, ich esse es mitunter auch gern aber bitte nicht ausschließlich.
Ich jedenfalls habe im Winter nichts anderes in der DDR gesehen.


.
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