#81

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:52
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #77
Zitat von glasi im Beitrag #76
Ich denke mal , trotz aller pro DDR Stimmung, möchte keiner die Zeiten von HO und Konsum wiederhaben. Oder??
Mein lieber glasi,

genau das ist es, über was ich mich ständig ärgere. Wo ist denn hier eine pro DDR Stimmung? Das sind Erlebnisse und Erfahrungen von denen, welche die DDR erlebt haben. Das kann man nicht einfach wegwischen, weil das so war. Negieren würde aus meiner Sicht Selbstverleugnung bedeuten und ich denke gar nicht daran das zu tun. Natürlich will ich die DDR nicht wiederhaben und HO und Konsum auch nicht.
Wobei ich anfügen darf, dass mir die jetzige Warenfülle ein bisschen auf den Geist geht, ich brauche das nicht. Und ganz schrecklich ist es z. B. wenn ich Kartoffeln kaufen möchte. Die sind immer ganz hinten, aber wenn wieder einmal umsortiert wurde nicht da hinten wo sie vorher waren.

Liebe Grüße

Ecki

So war das nicht gemeint Ecki. AHA?? Die heutige Konsumwelt gefällt dir nicht. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Liebe Grüße



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#82

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:58
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #74
Gert #66, Du siehst auch an den nachgefolgten Beiträgen, daß ich nicht der Einzige mit solchen Erfahrungen bin. Da ist sich nichts aus den Fingern gesaugt worde. Wer sich von den Westdeutschen für den anderen Staat und sein Innenleben interessierte, wußte Bescheid. Gilt natürlich auch umgekehrt. Das haben schon ganz andere, kompetentere Leute festgestellt, wie hoch das Unwissen über die DDR und die aus ihr hervorgegangenen Bundesländer noch heute ist und umgekehrt wird den Ostdeutschen bescheinigt, unter dem Strich mehr über die alte BRD zu wissen als umgekehrt. Meine Erfahrung war es jedenfalls, daß die Ansichten um so verschrobener waren, je weiter die ehem. Grenze weg liegt. Mein Kollege aus Rheinld.-Pfalz behauptete mal, alle Trabi-Fahrer sind DDR-Nostalgiker und ein Kunde aus Saarbrücken hatte geglaubt, daß man in der DDR kein Englisch lernen durfte und das waren auch keine Hinterwäldler. Wie muß es dann erst in diesen Gegenden hinter den sieben Bergen mit der Kenntnis über die Region östl. d. ehem. BRD/DDR-Grenze aussehen ? Mir graust bei diesem Gedanken.


Rheinland Pfalz und Saarbruecken ist meine Ecke. Also die erste Fremdsprache die man in diesen Bundeslaender zu meiner Schulzeit in den Hauptschulen lehrte hing davon ab wer die Besatzungsmacht war. Im Saarland war es Franzoesisch und in Rheinland Pfalz Englisch, da dort die Amis das Sagen hatten. Ist , glaube ich, sogar heute noch so. Ich kann mich noch erinnern das man uns im SW Deutschlands damals erzaehlte das Russisch die erste Fremdsprache in DDR Schulen war. Das aber das Lernen und lehren von anderen Fremdsprachen verboten war, behauptete damals niemand. Der Herr aus SB muss das irgendwie falsch verstanden haben.


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#83

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:58
von Schmiernippel | 244 Beiträge

Ich glaube, wir haben uns damals gesünder ernährt als heute. Schon allein heute die ganzen E-Zusätze! Wann haben wir schon abgepacktes Fleisch oder Wurst gekauft? Alles kam frisch vom Fleischer, natürlich nicht immer gerade das Gewünschte und auch erst nach geraumer Wartezeit in der Schlange. Aber damals fanden wir das normal. Der Fleischer übrigens konnte sich nicht erlauben, seine Waren mit verbotenen Zusätzen zu verfälschen. Dazu waren die Kontrollen der Hygieneämter der Kreise zu genau und oft.
Übrigens, wenn früher mal Milch übrig war, dann wurde sie in der Küche in einer Schüssel, mit einem Tuch abgedeckt, stehen gelassen. Nach etwa 3 Tagen war sie eingedickt. Etwas Zucker drüber und das war im Sommer ein herrliches erfrischendes Mal. Mach das mal heute mit der Milch! So haben wir auch Käse gemacht. Geht heute nicht mehr!
Gruß Schmiernippel



passport, LO-Wahnsinn und Duck haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#84

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 18:01
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Wanderer, da wesentlich weniger Konservierungsstoffe eingesetzt wurden und Tiefkühlschränke nicht verbreitet waren, waren die Nahrungsmittel a). meist aus der Region und b). ziemlich frisch im Gegensatz zu heute. In der Presse hast Du sicher von den Magen-Darm-Erkrankungen in den östl. Bundesländern gelesen, deren Ursache nun als aus tiefgeforenen chinesischen Erdbeeren kommend herausgefunden wurde. Denk mal an die ganzen Lebensmittelskandale der letzten Jahre, deren Ursache meist die reine Profitgier war. Ja, ich behaupte das mal so, daß wir uns gesünder ernähren konnten als heute. Man kann auch sagen, notwendigerweise gesünder ernähren mußten. Die Gurken waren krummer, die Tomaten unregelmäßiger in der Größe, eine genormte Größe und Krümmung für Bananen, wenn es mal welche gab, war unbekannt, Äpfel sahen nicht so glatt wie poliert aus u.s.w.
Wenn Du schreibst "(ver)hungern", dann gab es weder das mit dem "ver" noch ohne das "ver". Selbstversorger zu sein, meist in den Datschen, war allerdings schon wichtiger als heute. Deshalb wurden staatlicherseits auch horrende Aufkaufpreise gezahlt, was dazu führte, daß manche Kleinerzeuger ihre Stachelbeeren hinten für 4,-Mark/kg ablieferten und vorn für knapp die Hälfte wieder einkauften und dieser Zyklus verlief nicht selten nach ein zweites mal. Irrsinnig, aber eine gut gedachte Sache, nämlich die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, wurde von einigen mißbraucht. Wird der Eine oder Andere heute darüber lachen, aber ich fand das damals nicht witzig und heute auch nicht.



LO-Wahnsinn und Schmiernippel haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 18:03
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #81
Zitat von Ecki im Beitrag #77
Zitat von glasi im Beitrag #76
Ich denke mal , trotz aller pro DDR Stimmung, möchte keiner die Zeiten von HO und Konsum wiederhaben. Oder??
Mein lieber glasi,

genau das ist es, über was ich mich ständig ärgere. Wo ist denn hier eine pro DDR Stimmung? Das sind Erlebnisse und Erfahrungen von denen, welche die DDR erlebt haben. Das kann man nicht einfach wegwischen, weil das so war. Negieren würde aus meiner Sicht Selbstverleugnung bedeuten und ich denke gar nicht daran das zu tun. Natürlich will ich die DDR nicht wiederhaben und HO und Konsum auch nicht.
Wobei ich anfügen darf, dass mir die jetzige Warenfülle ein bisschen auf den Geist geht, ich brauche das nicht. Und ganz schrecklich ist es z. B. wenn ich Kartoffeln kaufen möchte. Die sind immer ganz hinten, aber wenn wieder einmal umsortiert wurde nicht da hinten wo sie vorher waren.

Liebe Grüße

Ecki
Die heutige Konsumwelt gefällt dir nicht. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Liebe Grüße
Mein lieber glasi,

das ist wieder so eine unterstellende Behauptung. Natürlich gefällt sie mir, aber man darf doch in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung , als Individuum, sagen, dass das Individuum mit dieser Konsumwelt auch kleinere Probleme hat, nur bezogen auf das mitteilende Individuum, andere Individuen können doch ganz freiheitlich-demokratisch anderer Meinung sein. Oder sollen wir wieder zum Einheits-Sozialismus zurückkehren?

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#86

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 18:05
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Schmiernippel, mir läuft noch haute das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an die eingedickte Milch denke, mit einer ordentlichen Portion Zucker verrührt und dan gelöffelt. Habe so manches Mal absichtlich Milch dick werden lassen.



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#87

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 18:08
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #85
Zitat von glasi im Beitrag #81
Zitat von Ecki im Beitrag #77
Zitat von glasi im Beitrag #76
Ich denke mal , trotz aller pro DDR Stimmung, möchte keiner die Zeiten von HO und Konsum wiederhaben. Oder??
Mein lieber glasi,

genau das ist es, über was ich mich ständig ärgere. Wo ist denn hier eine pro DDR Stimmung? Das sind Erlebnisse und Erfahrungen von denen, welche die DDR erlebt haben. Das kann man nicht einfach wegwischen, weil das so war. Negieren würde aus meiner Sicht Selbstverleugnung bedeuten und ich denke gar nicht daran das zu tun. Natürlich will ich die DDR nicht wiederhaben und HO und Konsum auch nicht.
Wobei ich anfügen darf, dass mir die jetzige Warenfülle ein bisschen auf den Geist geht, ich brauche das nicht. Und ganz schrecklich ist es z. B. wenn ich Kartoffeln kaufen möchte. Die sind immer ganz hinten, aber wenn wieder einmal umsortiert wurde nicht da hinten wo sie vorher waren.

Liebe Grüße

Ecki
Die heutige Konsumwelt gefällt dir nicht. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Liebe Grüße
Mein lieber glasi,

das ist wieder so eine unterstellende Behauptung. Natürlich gefällt sie mir, aber man darf doch in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung , als Individuum, sagen, dass das Individuum mit dieser Konsumwelt auch kleinere Probleme hat, nur bezogen auf das mitteilende Individuum, andere Individuen können doch ganz freiheitlich-demokratisch anderer Meinung sein. Oder sollen wir wieder zum Einheits-Sozialismus zurückkehren?

Liebe Grüße

Ecki


Da hast du vollkommen Recht Zum Einheits-Sozialismus zurückkehren? Nein DankeLiebe Grüße.



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#88

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 19:38
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Platte auf, es langweilt




Gute Idee- wie wär's mit "Frieren in der DDR" ?
Aber aus einer guten Deckung heraus versichere ich hier ernsthaft, daß ich in der BRD schon gehungert habe und zwar im Kolpinghaus auf meiner Reise mit Jugendtourist 1989 in Hamburg- St. Georg.
Als höflicher Gast wollte ich allerdings keinen Nachschlag verlangen, das Quantum am Abend war in der Tat recht dürftig und groß etwas zukaufen konnte man von 95 DM Taschengeld schließlich auch nicht.
Zum Thema fällt mir nichts weiter ein.
Wenn ich allerdings an die Kantinendichte auf dem Sektor der Deutschen Reichsbahn denke war Hungern eigentlich unmöglich es sei denn man macht einen auf Buridans Esel, trotzdem hat es das in bestimmten betrieblichen Situationen gegeben, daß man auf Bahndammbrombeeren für den kleinen Hunger zwischendurch zurück greifen mußte, wenn man im Nirvana vor einem Schienebruch stand oder 5 km vorm Endbahnhof wegen Überfüllung nicht rein kam.
Wenn da abends der Kühlschrank leer war, hatte man schon ein Problem, denn die Türken kamen erst Jahrzehnte später mit ihren Kebabstuben und unchristlichen Öffnungszeiten...



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#89

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:12
von Pzella 82 | 356 Beiträge

Moin Wanderer,

jedenfalls nicht ungesünder als heute. Damals wie heute kam es auf die Einstellung an. Wenn ick will kann ick mich heute von Kaffee und Mcdoof völlig unjesund ernähren. Muss ick aber nicht.
Obst und Jemüse gab dit eijentlich (saisonal und regional sehr unterschiedlich) immer. Und unsere Mutter hat schon uffjepasst, dass wir Bengels uns nicht nur Süßkram oder Rühreier rinjezogen haben.

Grüße
Pzella


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
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#90

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:16
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #80
Das es genug zu Essen gab und niemand (ver)hungern musste sagt aber noch lange nichts aus ueber die Qualitaet der Nahrungsmittel. Wie war die? Konnte man sich auch immer gesund ernaehren?



alles Bio, weil es nicht mal chem. Düngemittel gab() , Ne, im Ernst ich erinnere mich an die Zeit 50 er 60er, dass das Fleisch z.B. sehr gut war. Man konnte sich in der Regel gesund ernähren, von dem was da war. Es fehlte aber vor allem im Winter an Vitaminen, also Obst und Gemüse. Im Winter erhielt ich bei Besuchsreisen in der DDR im Restaurant nur Kraut und Kohl in allen Varianten, es gab keine Gurken, grünen Salat, Tomaten alles Fehlanzeige. So war es für mich immer ganz wichtig bei Besuchsreisen im Winter meinen Leuten Vitaminchen in jeder Form mitzubringen.
Bei Süssigkeiten fiel mir auf dass die Schokolade aus DDR Produktion nicht besonders gut schmeckte. Brot und Brötchen waren gut bis sehr gut. Hier traf man noch auf ein paar Handwerker(Bäcker) die Honecker in der Selbständigkeit hatte leben lassen. Da zeigt sich wieder mal die Überlegenheit von privaten Produktionsmitteln auch wenn das klein klein war.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#91

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:21
von damals wars | 12.204 Beiträge

Gert hat Recht: Gurken, grünen Salat, Tomaten mittem in Winter war damals in der DDR noch nicht erfunden.
Auch konnte damals die Kinder nicht mit tiefgekühlten Erdbeeren vergiftet werden.

Die einzige Rettung war eingewecktes Obst, auch Kompott genannt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#92

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:30
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #91
Gert hat Recht: Gurken, grünen Salat, Tomaten mittem in Winter war damals in der DDR noch nicht erfunden.
Auch konnte damals die Kinder nicht mit tiefgekühlten Erdbeeren vergiftet werden.



Für die DDR mag diese Aussage wohl stimmen aber nicht für Berlin(Ost)
Da gab es schon ab und an im Gemüseladen oder Kaufhalle im Winter grüne Gurken, grünen Salat und auch mal Tomaten.
Dann gab es noch die Hortex-Läden, glaube genau 2x, in Berlin und dort bekam man auch tiefgefrorene Erdbeeren und anderes Obst wenn man Glück hatte.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Mholzmichel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:31
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Einweckgläser hmmmm
Erdbeerkompott Sonntags nach dem Mittagessen

Markstammkohl direkt vom Feld, bis der Bauch dick war


EK 81/2
Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#94

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:32
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #92
Zitat von damals wars im Beitrag #91
Gert hat Recht: Gurken, grünen Salat, Tomaten mittem in Winter war damals in der DDR noch nicht erfunden.
Auch konnte damals die Kinder nicht mit tiefgekühlten Erdbeeren vergiftet werden.



Für die DDR mag diese Aussage wohl stimmen aber nicht für Berlin(Ost)
Da gab es schon ab und an im Gemüseladen oder Kaufhalle im Winter grüne Gurken, grünen Salat und auch mal Tomaten.
Dann gab es noch die Hortex-Läden, glaube genau 2x, in Berlin und dort bekam man auch tiefgefrorene Erdbeeren und anderes Obst wenn man Glück hatte.

Gruß
Nostalgiker



Ja Berlin war schon immer besser gestellt.


EK 81/2
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#95

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:57
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #48
Was hat eine Komplekte bei der NVA mit Hungern in der DDR zu tun?
Kennen eigentlich einige hier , was es damals für Anstrengungen für die Dorfbevölkerung war , sich mit eigenen Produkten (Lebensmittel) zu versorgen.
Wer von Euch hier hat sich denn in den Kartoffelnferien (dann Herbstferien) auf den Kartoffelacker der LPG seine Erholung gekönnt.?
War das eine Zeit , möchte mal in Erinnerung bringen . 1 Woche lang mußten alle Schulkinder ab 5 - 8 Klasse von 7 uhr - 11uhr 13 uhr- 17 uhr
mit je 1Lehrer als Aufsicht , Kartoffeln aufsuchen . Zuerts gab es Std .Lohn dann gab es für 1 aufgesuchten Kartoffelnkorb voll 30 Pfennige .
Wenn die Schule Geld brauchte , mußten wir so mal zwischendurch am Nachmittag auf den Acker. Wo ein Elternteil in der LPG , arbeitete, wurden dem Mitglied z,bsp , 1 Morgen Zuckerrüben , 1 Morgen Zwiebeln zur persönlichen pflege übergeben , Das war pflicht , aber dabei blieb es nicht. Das mit dem helfen fing im Frühjahr an und endete mit dem Hopfenpflücken ende August.Da nützte auch kein Schulhort für uns , Schularbeiten wurden dann am Abend erledigt.Das Mitglied der LPG bekam dafür Kartoffeln , Getreide und hielt sich dafür Viehzeug.
Wißt ihr wie uns das manchmal ankot.. e . Beneiden konnten wir immer die Kinder aus der Stadt , welche ihre Großeltern auf dem Land besuchten , Für die gab es so etwas nicht,! MfG ratata


Also bei uns mußte [schwarz]keiner ,wir sind freiwillig des geldeswegenauf den acker gegangen[/ und haben kartofell und runkeln geerntet und die zuckerrüben haben wir auch teils privat,teils mitder klasse (geld für klassenfahrten).
bei LPG-mitgliedern war es doch ihre arbeit sich um angebaute sachen zu kümmern.
wir hatten auch in unserer klasse kinder von bauern unddie hatten auch ihre freizeit,ich mußte ja auch bei meinen eltern im garten helfen auch wenn es nicht immer einem passte aber es hat doch keinem geschadet seine pflichten zu hause zu haben,so hat man doch schonfrüh kennen gelernt von [rot]nichts kommt nichts.


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#96

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 20:57
von dbeugue | 29 Beiträge



Als ich als Wessi teenager einen Monat in Berlin und Postdam in einem Camp mit anderen französen verbracht habe . Gab es eine Witze zwischen uns den guten französischen Teenager, die wir waren ...

Diese Witze war die folgende :

What gibt es heute zum essen ?????

Rote Kohl im Salad oder Rote Kohl gekocht ????



Ya klar, das war weit von unserem stinken Käse ....

Rote Kohl isst man nicht so oft in Frankreich, leider ...

Na klar das war ein bisschen zu viel rote Kohl für uns, aber mein Gesmack für rote Kohl hat sich seitdem entwickelt ...


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#97

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 22:38
von Fritze (gelöscht)
avatar

Ich mag den Stinkekäse , genau wie den Rotkohl ! Obwohl ich den aus Gläsern (macht nich so viel Arbeit ) immer noch etwas verfeinere.Das empfehle ich auch einigen Usern mit ihren Beträgen ,bevor auf " Beitrag speichern " gedrückt wird.

Der Schnaps in der DDR war auch nicht augenfeindlicher als die vielen blauen Beiträge,welche den Grossteil ,der Bekundungen einiger User ausmachen !

Mahlzeit und Prost !


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#98

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 23:05
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #64
Ihr Lieben,

ich erlaube mir im Zusammenhang einen Auszug meiner Memoiren, betreffend die Verkaufsgepflogenheiten in der DDR der 1950-iger Jahre, hier einzustellen:

Nahrungsmittel und kleinere Dinge des täglichen Bedarfs kauften wir im KONSUM, Fleisch und Wurstwaren bei einem Fleischer und Backwaren beim Bäcker. Der Bäcker ist mir noch deshalb besonders in Erinnerung, weil man außerhalb der regulären Öffnungszeit in die Backstube gehen und dort Backwaren frisch aus dem glühenden Backofen kaufen konnte. Besonders bemerkenswert war ein kleiner Laden, den ich nach der Geschäftsinhaberin als „Frau Schröder“ bezeichnete und in dem es Nahrungsmittel verschiedener Art gab. Am liebsten hatte ich die „Lutscher“, welche in einem Glas auf dem Verkaufstisch standen. Das waren aromatisierte tafelförmige Zuckergusserzeugnisse mit einem Holzstiel. Es gab zwei Sorten: Fruchtlutscher, in buntes Papier eingewickelt, für 5 Pfennige und Schokolutscher, in braunes Papier eingewickelt, für 10 Pfennige. Die Butter wurde aus großen Blöcken abgeschnitten, Sauerkraut und Quark einem großen Holzfass entnommen. Butter war bis Ende der 1950-iger Jahre rationiert, man erhielt sie gegen die Abgabe von Bezugsmarken, welche mit einer Schere aus einem mehrere Marken beinhaltenden Bogen ausgeschnitten wurden. Eier bekam man aus einer sandgefüllten Kiste. Als Verpackungsmaterial diente grundsätzlich Zeitungspapier. Die Milch schöpfte wurde aus großen Kannen in kleine geschöpft. Letztere hatten einen schwenkbaren Henkel mit einem Holzgriff über der Einfüllöffnung und wir Kinder machten uns einen Spaß daraus, die Kanne am Griff zu fassen und mit ausgestrecktem rechten Arm in eine Kreisbewegung zu versetzen. Es war ja auch erstaunlich, dass die Milch einschließlich des Kannendeckels vermöge der Zentrifugalkraft selbst bei Kopfstehen der Kanne im Behälter blieb. Dies setzte jedoch eine Mindestrotationsgeschwindigkeit voraus, welche ich einmal nicht erreichte, mit Folge des Verlustes der Milch und Vermilchung der Bekleidung. Meine Mutter schimpfte zwar sehr, eine körperliche Züchtigung erfuhr ich, wie auch sonst, jedoch nicht. Erwähnen möchte ich noch die BIWA-Läden der HO. Dabei handelte es sich um Geschäfte, in denen Textilwaren minderer Qualität oder solche, die wenig nachgefragt wurden („Ladenhüter“), zu verbilligten Preisen angeboten wurden.

Liebe Grüße

Ecki


An die Lutscher erinnere ich mich noch gut, da musste auch immer einer mit.


Hier die Milchkanne mit Griff


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#99

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 23:15
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #92
Zitat von damals wars im Beitrag #91
Gert hat Recht: Gurken, grünen Salat, Tomaten mittem in Winter war damals in der DDR noch nicht erfunden.
Auch konnte damals die Kinder nicht mit tiefgekühlten Erdbeeren vergiftet werden.



Für die DDR mag diese Aussage wohl stimmen aber nicht für Berlin(Ost)
Da gab es schon ab und an im Gemüseladen oder Kaufhalle im Winter grüne Gurken, grünen Salat und auch mal Tomaten.
Dann gab es noch die Hortex-Läden, glaube genau 2x, in Berlin und dort bekam man auch tiefgefrorene Erdbeeren und anderes Obst wenn man Glück hatte.

Gruß
Nostalgiker



richtig Nostalgiker, bei uns gab es das nicht nur in Bonn für Kanzler Brandt sondern auch in Posemuckel für Lieschen Müller. Das ist eben der entscheidende Unterschied zwischen Planwirtschaft volksdemokratischer Prägung und der sozialen Marktwirtschaft.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#100

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 23:18
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #97
Ich mag den Stinkekäse , genau wie den Rotkohl ! Obwohl ich den aus Gläsern (macht nich so viel Arbeit ) immer noch etwas verfeinere.Das empfehle ich auch einigen Usern mit ihren Beträgen ,bevor auf " Beitrag speichern " gedrückt wird.

Der Schnaps in der DDR war auch nicht augenfeindlicher als die vielen blauen Beiträge,welche den Grossteil ,der Bekundungen einiger User ausmachen !

Mahlzeit und Prost !




Hast du beim Schreiben dieses Posts wieder das wässrige kölsche Bier getrunken ? Na ja man wird doch mal fragen dürfen.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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Backe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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