#61

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 12:24
von katerjohn | 559 Beiträge

Hallo,bin Jahrgang 1951 aber solche Scheine kenn ich nicht,musste oft einkaufen aber wie gesagt ohne sowas.
Hungern in der DDR finde ich als Überschrift absolut schwachsinnig ,weil es sowas nicht gab !


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#62

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 13:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von katerjohn im Beitrag #61
Hallo,bin Jahrgang 1951 aber solche Scheine kenn ich nicht,musste oft einkaufen aber wie gesagt ohne sowas.
Hungern in der DDR finde ich als Überschrift absolut schwachsinnig ,weil es sowas nicht gab !



Doch es gab damals Zuteilungen . Ich erinnere mich auch noch an diverse Plakate wie " Tante Emma hat ne Meise,kauft Lebensmittel Zentnerweise"


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#63

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 13:27
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Kundenkarten:
http://www.chroniknet.de/daly_de.0.html?...&month=7&day=24
http://www.60xdeutschland.de/kartoffelkrise/
Ob man in den 60er Jahren neben der Kundenkarte noch Berechtigungsscheine brauchte? Da sich niemand erinnert, wohl eher nicht. Vermutlich genügte der soziale Druck, dass man massvoll einkaufte, niemand wollte als Hamsterer gelten: Aus den Büchern der Kaufleute ging vermutlich hervor, wer wann was und wieviel gekauft hatte.
Theo


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#64

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 13:42
von Ecki | 408 Beiträge

Ihr Lieben,

ich erlaube mir im Zusammenhang einen Auszug meiner Memoiren, betreffend die Verkaufsgepflogenheiten in der DDR der 1950-iger Jahre, hier einzustellen:

Nahrungsmittel und kleinere Dinge des täglichen Bedarfs kauften wir im KONSUM, Fleisch und Wurstwaren bei einem Fleischer und Backwaren beim Bäcker. Der Bäcker ist mir noch deshalb besonders in Erinnerung, weil man außerhalb der regulären Öffnungszeit in die Backstube gehen und dort Backwaren frisch aus dem glühenden Backofen kaufen konnte. Besonders bemerkenswert war ein kleiner Laden, den ich nach der Geschäftsinhaberin als „Frau Schröder“ bezeichnete und in dem es Nahrungsmittel verschiedener Art gab. Am liebsten hatte ich die „Lutscher“, welche in einem Glas auf dem Verkaufstisch standen. Das waren aromatisierte tafelförmige Zuckergusserzeugnisse mit einem Holzstiel. Es gab zwei Sorten: Fruchtlutscher, in buntes Papier eingewickelt, für 5 Pfennige und Schokolutscher, in braunes Papier eingewickelt, für 10 Pfennige. Die Butter wurde aus großen Blöcken abgeschnitten, Sauerkraut und Quark einem großen Holzfass entnommen. Butter war bis Ende der 1950-iger Jahre rationiert, man erhielt sie gegen die Abgabe von Bezugsmarken, welche mit einer Schere aus einem mehrere Marken beinhaltenden Bogen ausgeschnitten wurden. Eier bekam man aus einer sandgefüllten Kiste. Als Verpackungsmaterial diente grundsätzlich Zeitungspapier. Die Milch schöpfte wurde aus großen Kannen in kleine geschöpft. Letztere hatten einen schwenkbaren Henkel mit einem Holzgriff über der Einfüllöffnung und wir Kinder machten uns einen Spaß daraus, die Kanne am Griff zu fassen und mit ausgestrecktem rechten Arm in eine Kreisbewegung zu versetzen. Es war ja auch erstaunlich, dass die Milch einschließlich des Kannendeckels vermöge der Zentrifugalkraft selbst bei Kopfstehen der Kanne im Behälter blieb. Dies setzte jedoch eine Mindestrotationsgeschwindigkeit voraus, welche ich einmal nicht erreichte, mit Folge des Verlustes der Milch und Vermilchung der Bekleidung. Meine Mutter schimpfte zwar sehr, eine körperliche Züchtigung erfuhr ich, wie auch sonst, jedoch nicht. Erwähnen möchte ich noch die BIWA-Läden der HO. Dabei handelte es sich um Geschäfte, in denen Textilwaren minderer Qualität oder solche, die wenig nachgefragt wurden („Ladenhüter“), zu verbilligten Preisen angeboten wurden.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 14:05
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Platte auf, es langweilt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 08.10.2012 14:10 | nach oben springen

#66

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 14:10
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Nostalgiker, das kenne ich auch noch. 1947 auf einem Dorf im KYF-Kreis geboren, hatte ich glücklicherweise auch als Säugfling und Kleinkind genug zu essen. Das Leben zwischen Hühnersch...., Misthaufen und Plumsklo auf dem Hof scheint mein Immunsystem so gut gestärkt zu haben, daß ich dieser Zeit noch heute dankbar bin. Erntezeit und dabei helfen, war für mich das Normalste auf der Welt und hat auch Spaß gemacht. Ich war in den Frühlings- Sommer- und Herbstferien jedes Mal bei´m Onkel auf dem Dorf. Anfangs war er noch Einzelbauer, mit drei Kühen, die auch zum Ackern eingesetzt wurden. Pferde waren den etwas reicheren Bauern vorbehalten. Kartoffelkäfer sammeln (zuerst 3 Pfg./Stück, später nur noch einen Pfennig), Rüben hacken, Kartoffelernte, Strohdiemen aufstellen, auf der Dreschmaschine in Staub und Dreck die Strohpuppen meiner Oma zureichen, Stall ausmisten und was sonst noch so anfiel. Ich habe es nie als Drangsal empfunden. Es war einfach normal für uns Kinder und es gab auch genug Freizeit, die ich mit meinen Freunden, Kindern der anderen bauern, dort verbrachte. Nun kann man zwar behaupten, ja, mit Verwandtschaft auf dem Dorf, da gab es keinen Hunger. Wenn es tatsächlich in den Städten Hunger gab, dann war es kurz nach dem Krieg, also Ende der 40er. Es gab nicht das Wunschessen, aber wer von Hunger in der DDR redet oder schreibt, weiß nicht, wovon er redet. Natürlich wurde das in den Medien West mitunter so dargestellt. Als mich im April 89 mein westdeutscher Hobbytauschpartner aus Rhld.-Pfalz besuchte, gab seine Frau dann später verschämt zu,.daß sie im Auto noch Reis und Nudeln liegen hat, da wir doch hier angeblich nicht genug zu essen haben. Was soll man dazu noch sagen ? Ich bin sicher, daß auch heute noch vereinzelt solche Vorstellungen über die Neubundesländer bestehen bei Leuten, die stolz darauf sind, noch nie hier gewesen zu sein.


davon träumst du aber nur . Wie du ausführlich schriebst, warst du oft in den alten Bundesländern. Da müsstest du aber wissen, dass die Bürger in den alten Ländern keine Hinterwäldler sind.


.
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#67

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 14:19
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Plate auf, es langweilt



Ich weiß Gert das Dir langweilig wird --als bekennender Antikommunist wie Du Dich ja selber mal bezeichnet hast.Past so einiges nicht in dein Weltbild.Also kommen die Worte mit der Platte auflegen von Dir.Aber noch ein Tip--Du solltest auch so manches --was Du von Dir gibst--liebers zum Altstoffhändler bringen


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#68

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 14:44
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #66
Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Nostalgiker, das kenne ich auch noch. 1947 auf einem Dorf im KYF-Kreis geboren, hatte ich glücklicherweise auch als Säugfling und Kleinkind genug zu essen. Das Leben zwischen Hühnersch...., Misthaufen und Plumsklo auf dem Hof scheint mein Immunsystem so gut gestärkt zu haben, daß ich dieser Zeit noch heute dankbar bin. Erntezeit und dabei helfen, war für mich das Normalste auf der Welt und hat auch Spaß gemacht. Ich war in den Frühlings- Sommer- und Herbstferien jedes Mal bei´m Onkel auf dem Dorf. Anfangs war er noch Einzelbauer, mit drei Kühen, die auch zum Ackern eingesetzt wurden. Pferde waren den etwas reicheren Bauern vorbehalten. Kartoffelkäfer sammeln (zuerst 3 Pfg./Stück, später nur noch einen Pfennig), Rüben hacken, Kartoffelernte, Strohdiemen aufstellen, auf der Dreschmaschine in Staub und Dreck die Strohpuppen meiner Oma zureichen, Stall ausmisten und was sonst noch so anfiel. Ich habe es nie als Drangsal empfunden. Es war einfach normal für uns Kinder und es gab auch genug Freizeit, die ich mit meinen Freunden, Kindern der anderen bauern, dort verbrachte. Nun kann man zwar behaupten, ja, mit Verwandtschaft auf dem Dorf, da gab es keinen Hunger. Wenn es tatsächlich in den Städten Hunger gab, dann war es kurz nach dem Krieg, also Ende der 40er. Es gab nicht das Wunschessen, aber wer von Hunger in der DDR redet oder schreibt, weiß nicht, wovon er redet. Natürlich wurde das in den Medien West mitunter so dargestellt. Als mich im April 89 mein westdeutscher Hobbytauschpartner aus Rhld.-Pfalz besuchte, gab seine Frau dann später verschämt zu,.daß sie im Auto noch Reis und Nudeln liegen hat, da wir doch hier angeblich nicht genug zu essen haben. Was soll man dazu noch sagen ? Ich bin sicher, daß auch heute noch vereinzelt solche Vorstellungen über die Neubundesländer bestehen bei Leuten, die stolz darauf sind, noch nie hier gewesen zu sein.


davon träumst du aber nur . Wie du ausführlich schriebst, warst du oft in den alten Bundesländern. Da müsstest du aber wissen, dass die Bürger in den alten Ländern keine Hinterwäldler sind.




Nun, da hab ich anderslautende Erfahrungen beizusteuern, ich wohne derzeit auf einem kleinen Dorf zwischen Giessen und Fulda.
Und da sind mir schon Gesprächspartner begegnet, die der Ansicht sind, dass in der DDR gehungert wurde.
Und die auch (mit Stolz ?) erzählen, weder vor 89 noch bis dato noch nie in Deutschlands Osten gereist zu sein.

Was soll ich dazu sagen ?
Mich führte mein Lebensweg von Görlitz (Kinheit und Jugend) nach Dresden (Studium, Berufsjahre bis 1990) dann nach Südbayern (erst Pendler, dann Wohnort ab 1999) nach Hessen (2 Jahre Pendler, seit vorigem Jahr Wohnort ).
Ich hab es im Verlaufe der Jahre eigentlich sattbekommen, mir wegen solcher platter Vorurteile noch "einen Zahn lockerzuquatschen".

Grüsse von Hartmut

an alle, die die Welt ein wenig besser kennen.


u3644_Jobnomade.html
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#69

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 14:59
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Auch ich kenne die Anfang der 60er Jahre eingeführte Butterrationierung ebenfalls.
Durch verschiedene Umstände, die ich nicht alle erörtern möchte, stieg der Butterverbrauch in der DDR unproportional an. Eine Kampagne welche die gesunde Margarine pries um die Bevölkerung, analog wie die in der Bundesrepublik, zum umschwenken auf diese Produkte zu animieren, hatte überhaupt keinen Erfolg. Im Gegenteil, Misstrauisch wie der DDR Bürger war, witterte er hinter der "Aufforderung" mehr Margarine zu essen einen besonders perfiden Plan der "Bonzen" ihnen die Butter madig zu machen und sie kauften halt noch mehr, weil es ja angeblich bald keine mehr geben würde......
Was dann auch in gewisser Weise eintrat, so dass in weiten Teilen des Landes eine Butterrationierung eingeführt wurde.
Bei uns gab es pro Familienmitglied ein Stück die Woche und kaufen konnte man es nur in dem Laden indem man für den Butterbezug registriert war.
Die bezogene Menge wurde in einem Butterbuch unter den Kundendaten eingetragen......

Kartoffeln, auch solch ein Thema zu der Zeit.
Damals wurde in der Regel die Jahresverbrauchsmenge im Spätherbst eingekellert.
Für jede Familie gab es die Kartoffelkarten mit einer bestimmten Menge pro Person. Diese Menge war subventioniert, das hieß der Preis lag unter dem "normalen" Preis. Mehrbedarf konnte bei der Abgabe der Kartoffelbestellung angeben werden.
Unserem Wohnhaus wurden an einem Tag für alle Mieter die Kartoffeln angeliefert.
War immer eine mächtiges hin und her, weil vor Ort die Lieferung kontrolliert werden mußte damit man auch 'anständige' Kartoffeln bekam.
Sie mußten ja, wie gesagt auf alle Fälle über den Winter reichen bis zum nächsten Sommer.
Erst dann hatte man die Chance im Geschäft Frühkartoffeln zu bekommen.......

Der Kartoffelmangel machte sich besonders in der Schulspeisung und im Werksessen bemerkbar, sowie in Gaststätten.....
Was alles mit Nudeln gegessen werden kann, erstaunlich.....
Damit keine Irritation aufkommt, es wurden bei ganz normalen 'deutschen' Gerichten die Kartoffeln durch Nudeln ersetzt.....

Auf der einen Seite gab es wohl 1960 und 1961 witterungsbedingte Mißernten bei Kartoffeln; nicht nur in der DDR; und auf der anderen Seite war es durch die erzwungene Kollektivierung der Landwirtschaft in genau diesen Jahren zu allgemeinen Mißständen in diesem Bereich gekommen.
Es spielten also mehrere Faktoren eine Rolle welche zu einer Verknappung und damit zu Versorgungsengpässen bei bestimmten Lebensmitteln beitrugen.

Missernten sind nun mal Ideologieunabhängig und ich denke wir "dürfen" uns alle schon auf die in Bälde stark steigenden Preise bei Lebensmitteln (so macht man das nämlich Heutzutage) im Gefolge der gravierenden Ernteausfälle in den USA bei Getreide und Mais freuen......

@Gert mir sind durchaus Bayern aus deren Landeshauptstadt persönlich bekannt die der felsenfesten Überzeugung sind das in den "neuen" Bundesländern nur Baseballschläger schwingende Neonazis und agressive 'Harzer' rumlungern welche Jagd auf Alt-Bundesbürger machen. Außerdem sei die Infrastruktur eine einzige Katastrophe, alles extrem teuer und das Wort Service ist dort nicht bekannt.
Das erquickende Gespräch fand 2011 statt und diente als Begründung dafür das sie noch nie in diesen Gegenden waren.

Man muß nicht unbedingt Hinterwälder sein um solchen Mummenschranz zu glauben und zu verbreiten.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#70

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 15:38
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #67
Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Plate auf, es langweilt



Ich weiß Gert das Dir langweilig wird --als bekennender Antikommunist wie Du Dich ja selber mal bezeichnet hast.Past so einiges nicht in dein Weltbild.Also kommen die Worte mit der Platte auflegen von Dir.Aber noch ein Tip--Du solltest auch so manches --was Du von Dir gibst--liebers zum Altstoffhändler bringen


Hallo rostocker. Deine Texte nerven nicht. Nur sie sind zu einfach. Ein Beispiel: Mein Nachbar ist Hartz 4 Empfänger. Wenn der 1im Monat ist wird erstmal kräftig eingekauft. BIER, SCHNAPS usw. Und dann? Geld am Ende des Monats zu Ende. Dann ab zur Taffel! Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Leider!!!



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#71

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 16:17
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #70
Zitat von Rostocker im Beitrag #67
Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Plate auf, es langweilt



Ich weiß Gert das Dir langweilig wird --als bekennender Antikommunist wie Du Dich ja selber mal bezeichnet hast.Past so einiges nicht in dein Weltbild.Also kommen die Worte mit der Platte auflegen von Dir.Aber noch ein Tip--Du solltest auch so manches --was Du von Dir gibst--liebers zum Altstoffhändler bringen


Hallo rostocker. Deine Texte nerven nicht. Nur sie sind zu einfach. Ein Beispiel: Mein Nachbar ist Hartz 4 Empfänger. Wenn der 1im Monat ist wird erstmal kräftig eingekauft. BIER, SCHNAPS usw. Und dann? Geld am Ende des Monats zu Ende. Dann ab zur Taffel! Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Leider!!!


Sicher Glasi--wird es auch solche Fälle geben,aber ich glaube nicht das es die Masse ist.Es ist doch schon Traurig genug das es Hartz4 gibt und die Tafel und das in einen Land was sich mit zu den reichsten Industrienationen Europas zählen will.Manchmal stelle ich mir selber die Frage--geht es in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch um Demokratie oder geht es um Macht und Profit.Oder ist in diesen ganzen Parteienrummel der einfache Mensch noch was wert.


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#72

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 16:28
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #69
Auch ich kenne die Anfang der 60er Jahre eingeführte Butterrationierung ebenfalls.
Durch verschiedene Umstände, die ich nicht alle erörtern möchte, stieg der Butterverbrauch in der DDR unproportional an.
Lieber Nostalgiker,

das hängt sicher auch mit der Buttercremetorte zusammen. Den Mangel an Kalorien in der unmittelbaren Nachkriegszeit versuchte man durch üppiges Essen auszugleichen. Und dazu gehörten (fast) Unmengen an bunter Buttercremetorte mit ganz viel Buttercreme, hergestellt aus der "guten Butter" (so sagte man). "Junge, iss nur, damit du groß und stark wirst!" klingt es bei mir heute noch in den Ohren.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


zuletzt bearbeitet 08.10.2012 16:39 | nach oben springen

#73

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 16:52
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #63
Kundenkarten:
http://www.chroniknet.de/daly_de.0.html?...&month=7&day=24
http://www.60xdeutschland.de/kartoffelkrise/
Ob man in den 60er Jahren neben der Kundenkarte noch Berechtigungsscheine brauchte? Da sich niemand erinnert, wohl eher nicht. Vermutlich genügte der soziale Druck, dass man massvoll einkaufte, niemand wollte als Hamsterer gelten: Aus den Büchern der Kaufleute ging vermutlich hervor, wer wann was und wieviel gekauft hatte.
Theo


nein, Theo es gab meiner Erinnerung nach mitte 60er keine Rationierung mehr in der DDR. Die Lebensmittelkarten sind etwa 1958 abgeschafft worden. Ich sehe sie noch vor mir, meine Mutter schnibbelte immer mit einer Schere Abschnitte aus der Karte und gab mir diese und Geld zum Einkaufen. Die Karten waren glaube ich nach Berufsgruppen eingeteilt, Schwerarbeiter erhielten mehr Kalorien als "Bürohengste". Insgesamt war das alles aus heutiger Sicht sehr ärmlich, denn es bewegte sich auf der Basis der Grundnahrungsmittel, Mehl, Eier, Kartoffeln, Zucker, Fett, Fleisch usw. Allerdings kann ich mich nicht erinnern gehungert zu haben. Auch vermisste ich nichts, weil ich nichts anderes kannte. 1951 war mein Vater mal in Berlin und hat in Westberlin Bananen für uns Kinder gekauft. So habe ich als 7 jähriger die erste Banane meines Lebens gegessen und die war auch noch von den Bonner Ultras


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#74

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 16:53
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Gert #66, Du siehst auch an den nachgefolgten Beiträgen, daß ich nicht der Einzige mit solchen Erfahrungen bin. Da ist sich nichts aus den Fingern gesaugt worde. Wer sich von den Westdeutschen für den anderen Staat und sein Innenleben interessierte, wußte Bescheid. Gilt natürlich auch umgekehrt. Das haben schon ganz andere, kompetentere Leute festgestellt, wie hoch das Unwissen über die DDR und die aus ihr hervorgegangenen Bundesländer noch heute ist und umgekehrt wird den Ostdeutschen bescheinigt, unter dem Strich mehr über die alte BRD zu wissen als umgekehrt. Meine Erfahrung war es jedenfalls, daß die Ansichten um so verschrobener waren, je weiter die ehem. Grenze weg liegt. Mein Kollege aus Rheinld.-Pfalz behauptete mal, alle Trabi-Fahrer sind DDR-Nostalgiker und ein Kunde aus Saarbrücken hatte geglaubt, daß man in der DDR kein Englisch lernen durfte und das waren auch keine Hinterwäldler. Wie muß es dann erst in diesen Gegenden hinter den sieben Bergen mit der Kenntnis über die Region östl. d. ehem. BRD/DDR-Grenze aussehen ? Mir graust bei diesem Gedanken.



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#75

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:02
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #68
Zitat von Gert im Beitrag #66
Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Nostalgiker, das kenne ich auch noch. 1947 auf einem Dorf im KYF-Kreis geboren, hatte ich glücklicherweise auch als Säugfling und Kleinkind genug zu essen. Das Leben zwischen Hühnersch...., Misthaufen und Plumsklo auf dem Hof scheint mein Immunsystem so gut gestärkt zu haben, daß ich dieser Zeit noch heute dankbar bin. Erntezeit und dabei helfen, war für mich das Normalste auf der Welt und hat auch Spaß gemacht. Ich war in den Frühlings- Sommer- und Herbstferien jedes Mal bei´m Onkel auf dem Dorf. Anfangs war er noch Einzelbauer, mit drei Kühen, die auch zum Ackern eingesetzt wurden. Pferde waren den etwas reicheren Bauern vorbehalten. Kartoffelkäfer sammeln (zuerst 3 Pfg./Stück, später nur noch einen Pfennig), Rüben hacken, Kartoffelernte, Strohdiemen aufstellen, auf der Dreschmaschine in Staub und Dreck die Strohpuppen meiner Oma zureichen, Stall ausmisten und was sonst noch so anfiel. Ich habe es nie als Drangsal empfunden. Es war einfach normal für uns Kinder und es gab auch genug Freizeit, die ich mit meinen Freunden, Kindern der anderen bauern, dort verbrachte. Nun kann man zwar behaupten, ja, mit Verwandtschaft auf dem Dorf, da gab es keinen Hunger. Wenn es tatsächlich in den Städten Hunger gab, dann war es kurz nach dem Krieg, also Ende der 40er. Es gab nicht das Wunschessen, aber wer von Hunger in der DDR redet oder schreibt, weiß nicht, wovon er redet. Natürlich wurde das in den Medien West mitunter so dargestellt. Als mich im April 89 mein westdeutscher Hobbytauschpartner aus Rhld.-Pfalz besuchte, gab seine Frau dann später verschämt zu,.daß sie im Auto noch Reis und Nudeln liegen hat, da wir doch hier angeblich nicht genug zu essen haben. Was soll man dazu noch sagen ? Ich bin sicher, daß auch heute noch vereinzelt solche Vorstellungen über die Neubundesländer bestehen bei Leuten, die stolz darauf sind, noch nie hier gewesen zu sein.


davon träumst du aber nur . Wie du ausführlich schriebst, warst du oft in den alten Bundesländern. Da müsstest du aber wissen, dass die Bürger in den alten Ländern keine Hinterwäldler sind.




Nun, da hab ich anderslautende Erfahrungen beizusteuern, ich wohne derzeit auf einem kleinen Dorf zwischen Giessen und Fulda.
Und da sind mir schon Gesprächspartner begegnet, die der Ansicht sind, dass in der DDR gehungert wurde.
Und die auch (mit Stolz ?) erzählen, weder vor 89 noch bis dato noch nie in Deutschlands Osten gereist zu sein.

Was soll ich dazu sagen ?
Mich führte mein Lebensweg von Görlitz (Kinheit und Jugend) nach Dresden (Studium, Berufsjahre bis 1990) dann nach Südbayern (erst Pendler, dann Wohnort ab 1999) nach Hessen (2 Jahre Pendler, seit vorigem Jahr Wohnort ).
Ich hab es im Verlaufe der Jahre eigentlich sattbekommen, mir wegen solcher platter Vorurteile noch "einen Zahn lockerzuquatschen".

Grüsse von Hartmut

an alle, die die Welt ein wenig besser kennen.



Hallo Hartmut, du schreibst in der Vergangenheitsform. Die stellte ich auch nicht in Frage, früher wurde solches dummes Zueg erzählt- Der Behauptung, der ich widersprach, lautete ....ich bin sicher, daß auch heute noch..........
kleiner Unterschied.


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All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#76

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:03
von glasi | 2.815 Beiträge

Ich denke mal , trotz aller pro DDR Stimmung, möchte keiner die Zeiten von HO und Konsum wiederhaben. Oder??



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#77

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:09
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #76
Ich denke mal , trotz aller pro DDR Stimmung, möchte keiner die Zeiten von HO und Konsum wiederhaben. Oder??
Mein lieber glasi,

genau das ist es, über was ich mich ständig ärgere. Wo ist denn hier eine pro DDR Stimmung? Das sind Erlebnisse und Erfahrungen von denen, welche die DDR erlebt haben. Das kann man nicht einfach wegwischen, weil das so war. Negieren würde aus meiner Sicht Selbstverleugnung bedeuten und ich denke gar nicht daran das zu tun. Natürlich will ich die DDR nicht wiederhaben und HO und Konsum auch nicht.
Wobei ich anfügen darf, dass mir die jetzige Warenfülle ein bisschen auf den Geist geht, ich brauche das nicht. Und ganz schrecklich ist es z. B. wenn ich Kartoffeln kaufen möchte. Die sind immer ganz hinten, aber wenn wieder einmal umsortiert wurde nicht da hinten wo sie vorher waren.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


zuletzt bearbeitet 08.10.2012 17:13 | nach oben springen

#78

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:13
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #71
Zitat von glasi im Beitrag #70
Zitat von Rostocker im Beitrag #67
Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von Rostocker im Beitrag #49
Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.



Rostocker lege mal 'ne andere Plate auf, es langweilt



Ich weiß Gert das Dir langweilig wird --als bekennender Antikommunist wie Du Dich ja selber mal bezeichnet hast.Past so einiges nicht in dein Weltbild.Also kommen die Worte mit der Platte auflegen von Dir.Aber noch ein Tip--Du solltest auch so manches --was Du von Dir gibst--liebers zum Altstoffhändler bringen


Hallo rostocker. Deine Texte nerven nicht. Nur sie sind zu einfach. Ein Beispiel: Mein Nachbar ist Hartz 4 Empfänger. Wenn der 1im Monat ist wird erstmal kräftig eingekauft. BIER, SCHNAPS usw. Und dann? Geld am Ende des Monats zu Ende. Dann ab zur Taffel! Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Leider!!!


Sicher Glasi--wird es auch solche Fälle geben,aber ich glaube nicht das es die Masse ist.Es ist doch schon Traurig genug das es Hartz4 gibt und die Tafel und das in einen Land was sich mit zu den reichsten Industrienationen Europas zählen will.Manchmal stelle ich mir selber die Frage--geht es in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch um Demokratie oder geht es um Macht und Profit.Oder ist in diesen ganzen Parteienrummel der einfache Mensch noch was wert.


Es gibt Länder da gibt es garnichts lieber Rostocker. Unsere Demokratie ist ok. Sie erlaubt es uns in diesem Forum zu sagen was wir wollen. Oder? Und zum Thema Profit und Macht. Das ist nichts neues. Dieses streben gibt es doch schon seit es Menschen gibt.



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#79

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:37
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #75
Zitat von Jobnomade im Beitrag #68
Zitat von Gert im Beitrag #66
Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Nostalgiker, das kenne ich auch noch. 1947 auf einem Dorf im KYF-Kreis geboren, hatte ich glücklicherweise auch als Säugfling und Kleinkind genug zu essen. Das Leben zwischen Hühnersch...., Misthaufen und Plumsklo auf dem Hof scheint mein Immunsystem so gut gestärkt zu haben, daß ich dieser Zeit noch heute dankbar bin. Erntezeit und dabei helfen, war für mich das Normalste auf der Welt und hat auch Spaß gemacht. Ich war in den Frühlings- Sommer- und Herbstferien jedes Mal bei´m Onkel auf dem Dorf. Anfangs war er noch Einzelbauer, mit drei Kühen, die auch zum Ackern eingesetzt wurden. Pferde waren den etwas reicheren Bauern vorbehalten. Kartoffelkäfer sammeln (zuerst 3 Pfg./Stück, später nur noch einen Pfennig), Rüben hacken, Kartoffelernte, Strohdiemen aufstellen, auf der Dreschmaschine in Staub und Dreck die Strohpuppen meiner Oma zureichen, Stall ausmisten und was sonst noch so anfiel. Ich habe es nie als Drangsal empfunden. Es war einfach normal für uns Kinder und es gab auch genug Freizeit, die ich mit meinen Freunden, Kindern der anderen bauern, dort verbrachte. Nun kann man zwar behaupten, ja, mit Verwandtschaft auf dem Dorf, da gab es keinen Hunger. Wenn es tatsächlich in den Städten Hunger gab, dann war es kurz nach dem Krieg, also Ende der 40er. Es gab nicht das Wunschessen, aber wer von Hunger in der DDR redet oder schreibt, weiß nicht, wovon er redet. Natürlich wurde das in den Medien West mitunter so dargestellt. Als mich im April 89 mein westdeutscher Hobbytauschpartner aus Rhld.-Pfalz besuchte, gab seine Frau dann später verschämt zu,.daß sie im Auto noch Reis und Nudeln liegen hat, da wir doch hier angeblich nicht genug zu essen haben. Was soll man dazu noch sagen ? Ich bin sicher, daß auch heute noch vereinzelt solche Vorstellungen über die Neubundesländer bestehen bei Leuten, die stolz darauf sind, noch nie hier gewesen zu sein.


davon träumst du aber nur . Wie du ausführlich schriebst, warst du oft in den alten Bundesländern. Da müsstest du aber wissen, dass die Bürger in den alten Ländern keine Hinterwäldler sind.




Nun, da hab ich anderslautende Erfahrungen beizusteuern, ich wohne derzeit auf einem kleinen Dorf zwischen Giessen und Fulda.
Und da sind mir schon Gesprächspartner begegnet, die der Ansicht sind, dass in der DDR gehungert wurde.
Und die auch (mit Stolz ?) erzählen, weder vor 89 noch bis dato noch nie in Deutschlands Osten gereist zu sein.

Was soll ich dazu sagen ?
Mich führte mein Lebensweg von Görlitz (Kinheit und Jugend) nach Dresden (Studium, Berufsjahre bis 1990) dann nach Südbayern (erst Pendler, dann Wohnort ab 1999) nach Hessen (2 Jahre Pendler, seit vorigem Jahr Wohnort ).
Ich hab es im Verlaufe der Jahre eigentlich sattbekommen, mir wegen solcher platter Vorurteile noch "einen Zahn lockerzuquatschen".

Grüsse von Hartmut

an alle, die die Welt ein wenig besser kennen.



Hallo Hartmut, du schreibst in der Vergangenheitsform. Die stellte ich auch nicht in Frage, früher wurde solches dummes Zueg erzählt- Der Behauptung, der ich widersprach, lautete ....ich bin sicher, daß auch heute noch..........
kleiner Unterschied.





Hallo Gert,

jaja, Vergangenheit, stimmt schon auch....
Nochmal, ganz präzise, was ich ausdrücken wollte:
Solcher Unfug wie "Hunger in der DDR" wird mir auch heute noch bisweilen an den Kopf geworfen, sobald ich mich als ehemaliger DDR-Bürger zu erkennen gebe.
Und zwar von Leuten, die nie in der DDR waren und auch in den vergangenen 23 Jahren nie die Gelegenheit genutzt haben, in Deutschlands Osten zu reisen. Ich kann doch nichts dafür, dass diese ihre Vorurteile so hartnäckig konservieren.
Es sind einzelne, seltene Spezies, zugegeben.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 17:39
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das es genug zu Essen gab und niemand (ver)hungern musste sagt aber noch lange nichts aus ueber die Qualitaet der Nahrungsmittel. Wie war die? Konnte man sich auch immer gesund ernaehren?


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