#41

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 19:21
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #40
[quote=LO-Wahnsinn|p211212][quote=eisenringtheo|p211183]
http://www.yatego.com/militaerbestaende/...ltbar-neuwertig

da ist Dein Toilettensteinkocher, also der Preis ist ok, ich würde zuschlagen....

VG exgakl



Ohje, der verbrauch im Grenzdienst war ganz enorm. Die waren ja eigentlich nur zum einmaligen Gebrauch - wurden aber genutzt bis nichts mehr ging.

Mike59


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#42

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 19:46
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo


Natürlich gab es den, eine kleine Platte mit 4 abklappbaren Beinchen und dazu Hartspiritustabletten.
Konntest du die Bohnensuppe warm machen, nicht unlecker.


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#43

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 20:43
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #38
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo
... ich bin mir nicht mehr sicher und weis auch nicht ob es sowas bei der NVA gab, ich kann mich aber schwach an einen Campingkocher erinnern, den man glaube mit einer Art Stein unten drin betreiben konnte.
Der "Stein", war glaube von der Form wie ein Toilettenstein und sah auch von der Substanz her so aus.
Nicht so schön und luxeriös wie der im Film.
Aber das ist nur ganz schwache Erinnerung, ich möcht mich darauf nicht festnageln, vielleicht weis da noch jemand was drüber.
Lieber LO-Wahnsinn,

gab es. Ich habe noch einen, um 1975, damals bei der NVA konfisziert, weil das Ding mir auch für Campingzwecke nützlich erschien. Also: Das ist eine blanke Metallschachtel, 10 cm lang, 6 cm breit und 2 cm hoch. Das Oberteil ist mittig geteilt und wenn man das aufklappt sind die beiden Teile so an den Seiten, dass eine Art Kocher entsteht, auf den man einen Topf stellen könnte. Im Unterteil befinden sich 6 weiße Tabletten, in durchsichtiger Plastikfolie eingeschweisst, mit einem Papierschildchen, auf dem "PROFIX-Hartbrennstoff. VEB Orbitaplast. Werk Westeregeln", steht.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#44

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 21:33
von coff | 710 Beiträge

Zitat
Lieber LO-Wahnsinn,

gab es. Ich habe noch einen, um 1975, damals bei der NVA konfisziert, weil das Ding mir auch für Campingzwecke nützlich erschien. Also: Das ist eine blanke Metallschachtel, 10 cm lang, 6 cm breit und 2 cm hoch. Das Oberteil ist mittig geteilt und wenn man das aufklappt sind die beiden Teile so an den Seiten, dass eine Art Kocher entsteht, auf den man einen Topf stellen könnte. Im Unterteil befinden sich 6 weiße Tabletten, in durchsichtiger Plastikfolie eingeschweisst, mit einem Papierschildchen, auf dem "PROFIX-Hartbrennstoff. VEB Orbitaplast. Werk Westeregeln", steht.

Liebe Grüße

Ecki



Anfang der 80er war der Brennstoff eine einzelne Platte die beim portionsweisen Zerbrechen ganz schön krümelte...

Gruss
coff

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#45

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 21:34
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #42
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo


Natürlich gab es den, eine kleine Platte mit 4 abklappbaren Beinchen und dazu Hartspiritustabletten.
Konntest du die Bohnensuppe warm machen, nicht unlecker.



Danke Jungs für Eure Infos.

Also jetzt kommt das im Hirn auch zurück.
Ich meinte im Vergleich zu Theo seinem, den, den Grenzwolf62 beschreibt, die Tabletten waren klein und sahen bischen aus wie die ollen Stinkedinger die man ins Pissbecken gibt, oder zu Ostzeiten gab.

Aber den anderen, diese "Faltschachtel", den erkenne ich auch noch, sowas hatte ich sogar mal in der Hand irgendwo, vermutlich dann irgendwann bei den GT.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#46

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 06:54
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #39
wahrscheinlich ist den einkaufenden Städtern hier noch nie aufgefallen dass das Rind nicht nur aus Oberschale und Nuss besteht, nämlich den Stücken des gesamten Rindes welche sich aufgeschnitten für die Zubereitung von Rouladen eignen. Wobei das Fleisch der Oberschale das bessere für Rouladen ist.....

Hier auf einer Fleischerei-Seite die Anteile der einzelnen Fleischsorten beim Rind und beim Schwein hier klicken und welches Fleischstücke für was verwendet werden kann.

Wer jemals im Leben bei einer Hausschlachtung dabei gewesen ist konnte sehr schnell feststellen das zum Beispiel das Schwein eben nicht nur aus Filet, Kotelett und Stücken für den Schinken besteht.......

Irgendwie muß das ein kollektives DDR Trauma sein, gab es damals mal keine Rouladen oder anderes Edelfleisch war sofort eine ernste Versorgungskrise im Anmarsch, wenn nicht gar eine Hungersnot.......
Wer isst denn Heute jeden Tag Rouladen? .............




Lieber Nostalgiker,
Deine obigen Beschreibung ist absolut korrekt, aber... meines Wissens und auch selbst gesehen, gingen viele dieser Edelfleischteile einen etwas anderen Weg. Dazu habe ich hier an anderer Stelle auch schon mal geschrieben. Nachdem die Tierproduktion ab Mitte der 70er Jahre in den neu gebauten Anlagen etwas in Fahrt kam, wurde auch viel Lebendvieh und eben auch diese Edelfleischteile gen Westen exportiert. Einmal, damit @Gert nicht vor einem leeren Grill stehen und sein gelobtes System verfluchen musste und zum anderen des lieben Geldes wegen. Soweit mir bekannt ist, wurden diese Produkte mit Hartgeld bezahlt, im Gegensatz zu so manchen Industrieartikeln, die mehr oder weniger Ware gegen Ware getauscht wurden.

Beste Grüße, furry


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#47

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 07:44
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #34
Zitat von Harra318 im Beitrag #32
Zitat von Alfred im Beitrag #28
Hallo,

und warum hast Du den Ketchup nicht selbst hergestellt ?

Oder gab es auch keine Tomaten ?

Aber wenn man Tomaten haben wollte, musste man auch ein Pflanze kaufen und die gab es auch nicht ..

Einige haben wirklich Probleme...

hast du dir damals dein eigenes Brot gebacken, hast du dir deine eigenen Hosen geschneidert, hast du dir deine eigenen Möbel zusammengebaut? Wir hatten bereits 40 Jahre nach dem Krieg.@Alfred, das frage ich mich auch warum es kein Tomatenketschup gab. Denn wenn Erntezeit war gab es Tomaten in Hülle und Fülle. Ich kann mich noch erinnern in der Stadt wo ich wohnte war am Markt ein Hänger abgestellt, voll beladen mit Tomaten ein Kilo kostete 0,25 DDR-Mark. Und das nicht nur einmal in der Erntesaison. Das auch Jahr für Jahr.
Mein lieber Harra318,

ein Phänomen der DDR war auch folgendes: Obst und Gemüse wurden von der HO oder vom Konsum von Kleingärtnern aufgekauft. Dabei war der Ankaufspreis höher als der Verkaufspreis. Also z. B. im Ankauf 1 kg Tomaten 50 Pfennig, im Verkauf 25. Gewitzte sind wirklich so vorgegangen: 1 kg Tomaten kaufen, diese an die HO oder den Konsum wieder verkaufen, dann wieder kaufen usw. usf..
Auch damit konnte man Geld verdienen.

Liebe Grüße

Ecki






Diesen Trick beherrschte auch unsere Kanzlerin.
http://www.spiegel.de/panorama/leute/jug...d-a-643085.html
Nahtlos wechselte sie dann von dieser Blaubeerenspekulation ins Blauhemd, das sie trotz ihres Wissens um solche Schieflagen des Systems nicht mehr freiwillig ausziehen wollte....
Der Rest ist bekannt, so gesehen ist sie in der Tat eine Volkskanzlerin- eine von vielen, die das DDR- System noch Jahrhunderte am Laufen gehalten hätte.



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#48

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 09:18
von Gelöschtes Mitglied
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Was hat eine Komplekte bei der NVA mit Hungern in der DDR zu tun?
Kennen eigentlich einige hier , was es damals für Anstrengungen für die Dorfbevölkerung war , sich mit eigenen Produkten (Lebensmittel) zu versorgen.
Wer von Euch hier hat sich denn in den Kartoffelnferien (dann Herbstferien) auf den Kartoffelacker der LPG seine Erholung gekönnt.?
War das eine Zeit , möchte mal in Erinnerung bringen . 1 Woche lang mußten alle Schulkinder ab 5 - 8 Klasse von 7 uhr - 11uhr 13 uhr- 17 uhr
mit je 1Lehrer als Aufsicht , Kartoffeln aufsuchen . Zuerts gab es Std .Lohn dann gab es für 1 aufgesuchten Kartoffelnkorb voll 30 Pfennige .
Wenn die Schule Geld brauchte , mußten wir so mal zwischendurch am Nachmittag auf den Acker. Wo ein Elternteil in der LPG , arbeitete, wurden dem Mitglied z,bsp , 1 Morgen Zuckerrüben , 1 Morgen Zwiebeln zur persönlichen pflege übergeben , Das war pflicht , aber dabei blieb es nicht. Das mit dem helfen fing im Frühjahr an und endete mit dem Hopfenpflücken ende August.Da nützte auch kein Schulhort für uns , Schularbeiten wurden dann am Abend erledigt.Das Mitglied der LPG bekam dafür Kartoffeln , Getreide und hielt sich dafür Viehzeug.
Wißt ihr wie uns das manchmal ankot.. e . Beneiden konnten wir immer die Kinder aus der Stadt , welche ihre Großeltern auf dem Land besuchten , Für die gab es so etwas nicht,! MfG ratata


zuletzt bearbeitet 08.10.2012 10:13 | nach oben springen

#49

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:03
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Ich sag es mal so,die Überschrift zu diesen Thema ist ja mal wieder Klasse (Hunger in der DDR) Habe bis zum existenz Ende in der DDR gelebt,aber das ich jemals Hunger erleiden musste--daran kann ich mich nicht erinnern.Aber drehen wir mal den Spieß um und schreiben Hunger in der heutigen BRD:Dann kommen wir doch den Hunger etwas näher.Oder? Wenn tausende auf die Almosen von der Tafel angewiesen sind um keine Klimmzüge am Brotschrank machen zu müssen.Ja es gibt in diesen super schönen Deutschland genug Armut und die Tendenz ist steigend.Aber davon will man ja nichts hören--weil es nicht in diese schönen Demokratie past.Also auch mal in der Gegenwart mit dem Besen kehren.

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zuletzt bearbeitet 08.10.2012 10:05 | nach oben springen

#50

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:12
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@ratata, das Du Dich da mal mit Deiner Behauptung nicht zu weit aus dem Fenster lehnst.

Wir durften als Schulkinder, Großstadt, auch unserer Paten-LPG, in Form von Arbeitseinsätzen unter die Arme greifen.
Ich kann mich noch sehr lebhaft an Rübenverziehen und Kartoffelkäfersammeln erinnern. Später ging es in den Herbstferien ebenfalls zum Kartoffelsammeln auf's Feld, wir bekamen damals "nur" 20 Pfennig pro Korb.
Als Lehrlinge fuhren wir regelmäßig im Herbst für eine Woche auf ein Dorf im nördlichen Brandenburg und sammelten auf den Feldern der LPG Kartoffeln.......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#51

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:24
von Gelöschtes Mitglied
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Rostocker , warum schweift ihr immer vom Thema ab. Hunger in der DDR . ist das Thema und nichts anderes ,


Dann schreibe doch ,oder vergleicht es doch mit der Kaiserzeit , Da zu fällt Euch bestimmt auch etwas ein.

Wenn ihr hier mal nicht weiter kommt , gleich vergleiche mit BRD einbeziehen und schon habe ich einen Antwort. mfg ratata

Nostalgiker in den Ferien , davon schreibe ich . Als Kinder mußten, ich wiederhole ,mußten wir auf den Acker arbeiten , auf DDR _Acker in den Ferien .


zuletzt bearbeitet 08.10.2012 10:26 | nach oben springen

#52

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:26
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

ich als Stadtkind musste auch Kartoffeln lesen. So schlecht war das gar nicht. Erstens hat man einen Eindruck davon bekommen, was Arbeit ist. Zweitens konnte man sein Taschengeld aufbessern. Und drittens gab es in der Pause von den LPG-Bäuerinnen zubereitete ganz leckere Doppelschnitten, aus frischem Landbrot und dick mit hausgeschlachteter Wurst belegt. Manchmal haben wir auch über einem Lagerfeuer aus trockenem Kartoffelkraut Kartoffeln gebraten, was ich auch in angenehmer Erinnerung habe.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#53

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:30
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #48
[b]Was hat eine Komplekte bei der NVA mit Hungern in der DDR zu tun? [/b]
Kennen eigentlich einige hier , was es damals für Anstrengungen für die Dorfbevölkerung war , sich mit eigenen Produkten (Lebensmittel) zu versorgen.
Wer von Euch hier hat sich denn in den Kartoffelnferien (dann Herbstferien) auf den Kartoffelacker der LPG seine Erholung gekönnt.?
War das eine Zeit , möchte mal in Erinnerung bringen . 1 Woche lang mußten alle Schulkinder ab 5 - 8 Klasse von 7 uhr - 11uhr 13 uhr- 17 uhr
mit je 1Lehrer als Aufsicht , Kartoffeln aufsuchen . Zuerts gab es Std .Lohn dann gab es für 1 aufgesuchten Kartoffelnkorb voll 30 Pfennige .
Wenn die Schule Geld brauchte , mußten wir so mal zwischendurch am Nachmittag auf den Acker. Wo ein Elternteil in der LPG , arbeitete, wurden dem Mitglied z,bsp , 1 Morgen Zuckerrüben , 1 Morgen Zwiebeln zur persönlichen pflege übergeben , Das war pflicht , aber dabei blieb es nicht. Das mit dem helfen fing im Frühjahr an und endete mit dem Hopfenpflücken ende August.Da nützte auch kein Schulhort für uns , Schularbeiten wurden dann am Abend erledigt.Das Mitglied der LPG bekam dafür Kartoffeln , Getreide und hielt sich dafür Viehzeug.
Wißt ihr wie uns das manchmal ankot.. e . Beneiden konnten wir immer die Kinder aus der Stadt , welche ihre Großeltern auf dem Land besuchten , Für die gab es so etwas nicht,! MfG ratata


was hat ein Ernteeinsatz mit hungern zu tun?

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 08.10.2012 10:30 | nach oben springen

#54

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:34
von Ecki | 408 Beiträge

Ihr Lieben,

die Überschrift "Hungern in der DDR" ist zugegebenermaßen etwas tendenziös. Deshalb habe ich mir erlaubt, eine neue Überschrift anzugeben.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#55

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:37
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Nostalgiker, das kenne ich auch noch. 1947 auf einem Dorf im KYF-Kreis geboren, hatte ich glücklicherweise auch als Säugfling und Kleinkind genug zu essen. Das Leben zwischen Hühnersch...., Misthaufen und Plumsklo auf dem Hof scheint mein Immunsystem so gut gestärkt zu haben, daß ich dieser Zeit noch heute dankbar bin. Erntezeit und dabei helfen, war für mich das Normalste auf der Welt und hat auch Spaß gemacht. Ich war in den Frühlings- Sommer- und Herbstferien jedes Mal bei´m Onkel auf dem Dorf. Anfangs war er noch Einzelbauer, mit drei Kühen, die auch zum Ackern eingesetzt wurden. Pferde waren den etwas reicheren Bauern vorbehalten. Kartoffelkäfer sammeln (zuerst 3 Pfg./Stück, später nur noch einen Pfennig), Rüben hacken, Kartoffelernte, Strohdiemen aufstellen, auf der Dreschmaschine in Staub und Dreck die Strohpuppen meiner Oma zureichen, Stall ausmisten und was sonst noch so anfiel. Ich habe es nie als Drangsal empfunden. Es war einfach normal für uns Kinder und es gab auch genug Freizeit, die ich mit meinen Freunden, Kindern der anderen bauern, dort verbrachte. Nun kann man zwar behaupten, ja, mit Verwandtschaft auf dem Dorf, da gab es keinen Hunger. Wenn es tatsächlich in den Städten Hunger gab, dann war es kurz nach dem Krieg, also Ende der 40er. Es gab nicht das Wunschessen, aber wer von Hunger in der DDR redet oder schreibt, weiß nicht, wovon er redet. Natürlich wurde das in den Medien West mitunter so dargestellt. Als mich im April 89 mein westdeutscher Hobbytauschpartner aus Rhld.-Pfalz besuchte, gab seine Frau dann später verschämt zu,.daß sie im Auto noch Reis und Nudeln liegen hat, da wir doch hier angeblich nicht genug zu essen haben. Was soll man dazu noch sagen ? Ich bin sicher, daß auch heute noch vereinzelt solche Vorstellungen über die Neubundesländer bestehen bei Leuten, die stolz darauf sind, noch nie hier gewesen zu sein.



LO-Wahnsinn und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 10:54
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #52
Meine Lieben,

ich als Stadtkind musste auch Kartoffeln lesen. So schlecht war das gar nicht. Erstens hat man einen Eindruck davon bekommen, was Arbeit ist. Zweitens konnte man sein Taschengeld aufbessern. Und drittens gab es in der Pause von den LPG-Bäuerinnen zubereitete ganz leckere Doppelschnitten, aus frischem Landbrot und dick mit hausgeschlachteter Wurst belegt. Manchmal haben wir auch über einem Lagerfeuer aus trockenem Kartoffelkraut Kartoffeln gebraten, was ich auch in angenehmer Erinnerung habe.

Liebe Grüße

Ecki




Die Imperialisten und ihre Kartoffelkäfer waren schuld am Hunger...

Theo


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#57

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 11:08
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #51
Rostocker , warum schweift ihr immer vom Thema ab. Hunger in der DDR . ist das Thema und nichts anderes ,


Dann schreibe doch ,oder vergleicht es doch mit der Kaiserzeit , Da zu fällt Euch bestimmt auch etwas ein.

Wenn ihr hier mal nicht weiter kommt , gleich vergleiche mit BRD einbeziehen und schon habe ich einen Antwort. mfg ratata

Nostalgiker in den Ferien , davon schreibe ich . Als Kinder mußten, ich wiederhole ,mußten wir auf den Acker arbeiten , auf DDR _Acker in den Ferien .


OK--ratata---bleiben wir beim Thema---Also ich bin Jahrgang 55. Und ich kann sagen,das ich in der DDR keinen Hunger erlitten habe,genauso wie meine Spielkameraden mit denen ich zusammen aufgewachsen bin.Das hat man gemerkt,wenn es mal Reibereien gab,das die gut im Futter standen.
Und das mit den Vergleich mit der heutigen BRD---das verstehe ich schon.Das will man nicht wahrnehmen und wissen.Weil es sicherlich nicht in die heutige Zeit past.


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#58

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 11:43
von turtle | 6.961 Beiträge

Auch wenn ich mich widerhole die Überschrift "Hungern in der DDR" ist irreführend. Verhungern musste niemand. Kurz nach dem Krieg war das schlimmer,aber da gab es die DDR noch nicht.Die DDR wurde 1949 gegründet. Als Kind auf den Feldern arbeiten kenne ich auch von Rübenverziehen,Ähren sammeln und Kartoffelkäfer suchen. In wie weit das nun zum Hungern in der DDR beigetragen hat ??
Auch wenn ich diese Arbeiten damals gehasst habe ,aber so ungewöhnlich war es nicht Kinder als Helfer einzusetzen . Nicht nur in der DDR !
Wir sammelten auch Eisen,Lumpen, Flaschen,Knochen und Papier mit dem Timurtrupp (als Vorbild diente Тимур и его команда)
Mit dem Handwagen durch die Strassen " Hamse Eisen,Gnochen,Lumben und Babier"Es war eine andere Zeit. Unbestritten gab es Mangelware und eine nicht funktionierende Planwirtschaft in der DDR. Aber das ist ein anderes Thema.


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#59

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 12:05
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

"Hungern in der DDR" ? ...
ob dieser Überschrift ich hab ich mir (Jahrgang 53, Kindheit und Jugend in Görlitz) nur verwundert die Augen gerieben.

An so eine Art Lebensmittelkarten Anfang der 60ger Jahre (Butter und irgendwelche Fleischwaren) kann ich mich noch erinnern.
Ich glaub, 1 Stück Butter pro Kopf und Woche. Berichtigt mich bitte, wenn es jemand genauer in Erinnerung hat.

Klar, auch an die Ernteeinsätze als Schüler und als Studenten auf den Kartoffeläckern. Meine Begeisterung dafür hielt sich in Grenzen, manchmal hätte ich auch lieber Freizeit gehabt.
Nachhaltigen Schaden hat die ungewohnte Arbeit bei mir nicht hinterlassen, der Muskelkater vom Bücken war auch bald wieder verflogen.

Ein Dauerthema der DDR war natürlich der Südfrüchtemangel und manch andere "Bück-dich"- und Beziehungsware (Thema "Edelfleisch"-Sorten).
Dann gab es auch noch diesen grässlichen "Mix-Kaffee" - Bohnenkaffee/Ersatzstoffe 1:1 - irgendwann mal in den 70er Jahren, der infolge von Nicht-Akzeptanz bald wieder aus dem Handel verschwunden war. Samt der bissigen Witze, die das DDR-Volk darüber riss.

Aber, nochmals, für alle: Hunger ? Nein !
die Behauptung muss aus irgendeiner vergilbten BILD-Zeitung sein..


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 08.10.2012 12:08 | nach oben springen

#60

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 08.10.2012 12:20
von turtle | 6.961 Beiträge

Stimmt ich erinnere mich. Man musste sich in einem bestimmten Laden (Molkerei oder Fleischer registrieren und bekam nur da mit einem "Bezugsschein" ein Kontingent. Aber welche Mengen das genau waren,daran erinnere ich mich nicht. Diese Bezugsscheine hatten aber nichts mit den Lebensmittelkarten zu tun welche es während des Krieges und danach gab.


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