#21

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 16:48
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo


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#22

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 16:48
von coff | 710 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

in einem Beitrag hatte ich die DDR als "Arbeiter- und Hungerrepublik" bezeichnet. Das war sarkastisch gemeint.

Deshalb folgende Klarstellung: Ich bin ein echtes Kind der DDR und fast von Anfang an dabei und kann sehr wohl aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.

Hunger gab es in der DDR nicht. Die Preise für Grundnahrungsmittel waren so gering und das Angebot an Lebensmitteln so , dass keiner Hunger zu leiden hatte.

Allerdings gab es nicht alles. So waren Südfrüchte Mangelware, höherwertige Fleischwaren wie Rouladen oder Steak nicht immer erhältlich. Obst und Gemüse gab es in der Regel wenn dies in der DDR wuchs. Anfang der 1970-iger Jahre waren auch einmal für ein paar Monate Fleisch- und Wurstwaren knapp, man munkelte, dass diese an Polen als Ausgleich für andere Waren geliefert wurden. Dagegen kann ich mich erinnern, dass bei einem hohen Aufkommen von Obst und Gemüse diese Dinge in der Kaufhalle lagen und kostenlos in beliebigen Mengen mitgenommen werden konnten.

Eine besondere Ausnahme war die Zeit der NÖSPL (Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung) unter Ulbricht Mitte/Ende der 1960-iger Jahre. Da gab es Südfrüchte und andere Waren zu kaufen, wie z. B. Ketchup oder Letscho, die früher und später nicht oder nur selten zu erhalten waren. Sogar die beliebten Matchbox-Autos konnte man für 3,10 DDR-Mark erwerben.

Alkohol gab es in verschiedensten Sorten übrigens immer, da war nie ein Mangel.

Liebe Grüße

Ecki


Wann gab es denn für 3,10 DDR Mark Matchboxautos in den Läden zu kaufen ? Welche Modelle sollen dass denn gewesen sein...

Gruss
coff


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#23

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 16:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #18
Zitat von seaman im Beitrag #15
Zitat von ek40 im Beitrag #13
Da hab ich noch etwas gefunden.

Ein Kochbuch für Leute mit eisernem Magen: Das gab den Genossen Kraft

"Der Untertitel verspricht, was er nicht halten kann: "Heitere Kostproben aus den Gulaschkanonen der NVA". Das ist gut so. Niemand kann mehr einberufen werden, um das Entsetzen aus sozialistischen Mannschaftsküchen erleben zu müssen. Nicht nur, weil die zugehörige Armee 1990 aufhörte zu existieren, sondern weil die "Versorgungslage" sich - zum Glück - geändert hat. "



Hier weiterlesen: http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2...0710280010.html

Gruß ek40




Gut das Du das überlebt hast,nicht verhungerst bist und mich mit Deinen Sketcheinlagen heute koestlich amuesiersen kannst.
Nur die Harten kommen in Garten.Oder hat man doch was unters Essen gemischt....


Merkst du was @seaman?
Du wirst Unsachlich!
Habe ich über das Buch eine Wertung abgegeben,mich über Hunger beklagt?
Ganz im Gegenteil!

Meine Sketcheinlagen?
Ich weiß nicht,ob man dir etwas unters Essen gemischt hat,gerade sieht es aber so aus!

Ich habe nur das Buch und ein Zitat eingestellt,nichts weiter!!!
Deswegen musst du mich nicht von der Seite anpöbeln und anfeinden.

Jeder kann für sich entscheiden,wie er das Buch bzw. den Text wertet!
Du musst hier nicht persönlich werden!

Dir scheint es ja nicht zu gefallen.
Muß ich jetzt vorher bei dir noch anfragen was ich einstellen darf?

Aber schön ist,dass es dich koestlich amüsiert hat,auch wenn ich damit leider keine Scheinchen mache.


Sorry,
wenn es etwas flapsig rüberkam...

Bei dem Begriff Hunger reagiere ich manchmal aus verschiedensten Gruenden etwas allergisch.
Vielleicht ein Generationenproblem oder mit Negativerlebnissen verbunden.
Hunger ist aktuell,auf der Welt und in Deutschland.......


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#24

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 16:59
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Ecki im Beitrag #20
Zitat von ek40 im Beitrag #13
.... das Entsetzen aus sozialistischen Mannschaftsküchen
Mein lieber EK40,

ab und zu bin ich dienstlich im Harz unterwegs. Da gibt es nahe der ehemaligen Grenze einen Stand, wo dieses Essen unter dem Namen "KUKKIS" verkauft wird, z. B. Erbseneintopf mit Bockwurst. Da halte ich oft um auch etwas von dieser Köstlichkeit zu bekommen, jedoch stehen die Leute Schlange, insbesondere aus dem Westteil Deutschlands, und aus Zeitmangel muss ich nicht selten weiter fahren.

Liebe Grüße

Ecki

Kukkis Erbsensuppe kenne ich, wir hielten dort mal an,als wir nach Allrode und Friedrichsbrunn fuhren.
Ja,da war ganz schön Betrieb.

Aber das oberer Text seinen Ursprung nicht bei mir fand,ist dir klar?
Ich habe nur zitiert.

Gruß ek40


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#25

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:03
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #23
Zitat von ek40 im Beitrag #18
Zitat von seaman im Beitrag #15
Zitat von ek40 im Beitrag #13
Da hab ich noch etwas gefunden.

Ein Kochbuch für Leute mit eisernem Magen: Das gab den Genossen Kraft

"Der Untertitel verspricht, was er nicht halten kann: "Heitere Kostproben aus den Gulaschkanonen der NVA". Das ist gut so. Niemand kann mehr einberufen werden, um das Entsetzen aus sozialistischen Mannschaftsküchen erleben zu müssen. Nicht nur, weil die zugehörige Armee 1990 aufhörte zu existieren, sondern weil die "Versorgungslage" sich - zum Glück - geändert hat. "



Hier weiterlesen: http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2...0710280010.html

Gruß ek40




Gut das Du das überlebt hast,nicht verhungerst bist und mich mit Deinen Sketcheinlagen heute koestlich amuesiersen kannst.
Nur die Harten kommen in Garten.Oder hat man doch was unters Essen gemischt....


Merkst du was @seaman?
Du wirst Unsachlich!
Habe ich über das Buch eine Wertung abgegeben,mich über Hunger beklagt?
Ganz im Gegenteil!

Meine Sketcheinlagen?
Ich weiß nicht,ob man dir etwas unters Essen gemischt hat,gerade sieht es aber so aus!

Ich habe nur das Buch und ein Zitat eingestellt,nichts weiter!!!
Deswegen musst du mich nicht von der Seite anpöbeln und anfeinden.

Jeder kann für sich entscheiden,wie er das Buch bzw. den Text wertet!
Du musst hier nicht persönlich werden!

Dir scheint es ja nicht zu gefallen.
Muß ich jetzt vorher bei dir noch anfragen was ich einstellen darf?

Aber schön ist,dass es dich koestlich amüsiert hat,auch wenn ich damit leider keine Scheinchen mache.


Sorry,
wenn es etwas flapsig rüberkam...

Bei dem Begriff Hunger reagiere ich manchmal aus verschiedensten Gruenden etwas allergisch.
Vielleicht ein Generationenproblem oder mit Negativerlebnissen verbunden.
Hunger ist aktuell,auf der Welt und in Deutschland.......

Ok,dann ist das geklärt.
Aber welche Negativerlebnisse meinst du?
Darf man sie erfahren?

Gruß ek40


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#26

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:09
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #24
Zitat von Ecki im Beitrag #20
Zitat von ek40 im Beitrag #13
.... das Entsetzen aus sozialistischen Mannschaftsküchen
Mein lieber EK40,

ab und zu bin ich dienstlich im Harz unterwegs. Da gibt es nahe der ehemaligen Grenze einen Stand, wo dieses Essen unter dem Namen "KUKKIS" verkauft wird, z. B. Erbseneintopf mit Bockwurst. Da halte ich oft um auch etwas von dieser Köstlichkeit zu bekommen, jedoch stehen die Leute Schlange, insbesondere aus dem Westteil Deutschlands, und aus Zeitmangel muss ich nicht selten weiter fahren.

Liebe Grüße

Ecki

Kukkis Erbsensuppe kenne ich, wir hielten dort mal an,als wir nach Allrode und Friedrichsbrunn fuhren.
Ja,da war ganz schön Betrieb.

Aber das oberer Text seinen Ursprung nicht bei mir fand,ist dir klar?
Ich habe nur zitiert.

Gruß ek40

Mein lieber ek40,

ich bitte förmlich um Entschuldigung.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#27

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:23
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

in einem Beitrag hatte ich die DDR als "Arbeiter- und Hungerrepublik" bezeichnet. Das war sarkastisch gemeint.

Deshalb folgende Klarstellung: Ich bin ein echtes Kind der DDR und fast von Anfang an dabei und kann sehr wohl aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.

Hunger gab es in der DDR nicht. Die Preise für Grundnahrungsmittel waren so gering und das Angebot an Lebensmitteln so , dass keiner Hunger zu leiden hatte.

Allerdings gab es nicht alles. So waren Südfrüchte Mangelware, höherwertige Fleischwaren wie Rouladen oder Steak nicht immer erhältlich. Obst und Gemüse gab es in der Regel wenn dies in der DDR wuchs. Anfang der 1970-iger Jahre waren auch einmal für ein paar Monate Fleisch- und Wurstwaren knapp, man munkelte, dass diese an Polen als Ausgleich für andere Waren geliefert wurden. Dagegen kann ich mich erinnern, dass bei einem hohen Aufkommen von Obst und Gemüse diese Dinge in der Kaufhalle lagen und kostenlos in beliebigen Mengen mitgenommen werden konnten.

Eine besondere Ausnahme war die Zeit der NÖSPL (Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung) unter Ulbricht Mitte/Ende der 1960-iger Jahre. Da gab es Südfrüchte und andere Waren zu kaufen, wie z. B. Ketchup oder Letscho, die früher und später nicht oder nur selten zu erhalten waren. Sogar die beliebten Matchbox-Autos konnte man für 3,10 DDR-Mark erwerben.

Alkohol gab es in verschiedensten Sorten übrigens immer, da war nie ein Mangel.

Liebe Grüße

Ecki

Tja, die Partei und Staatsführung der Deutschen Demokratischen Republik war ja auch clever. Denn die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik mussten auch bei Laune gehalten werden. Und das ging am besten mit Alkohol. Aber wehe du wolltest mal eine Packung Salzstangen haben. Da musst du gleich wieder eine Flasche Wein dazu kaufen. Das selbe wie mit deinen Tomaten Ketschup was du erwähnt hattest, zumindest war es bei uns so gewesen, wenn man solches haben wollte musste man auch Eierteigwaren zum Beispiel Makkaroni oder Nudeln dazu kaufen. Ansonsten hieß es:" das haben wir leider nicht".


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#28

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:30
von Alfred | 6.854 Beiträge

Hallo,

und warum hast Du den Ketchup nicht selbst hergestellt ?

Oder gab es auch keine Tomaten ?

Aber wenn man Tomaten haben wollte, musste man auch ein Pflanze kaufen und die gab es auch nicht ..

Einige haben wirklich Probleme...


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#29

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #25
Zitat von seaman im Beitrag #23
Zitat von ek40 im Beitrag #18
Zitat von seaman im Beitrag #15
Zitat von ek40 im Beitrag #13
Da hab ich noch etwas gefunden.

Ein Kochbuch für Leute mit eisernem Magen: Das gab den Genossen Kraft

"Der Untertitel verspricht, was er nicht halten kann: "Heitere Kostproben aus den Gulaschkanonen der NVA". Das ist gut so. Niemand kann mehr einberufen werden, um das Entsetzen aus sozialistischen Mannschaftsküchen erleben zu müssen. Nicht nur, weil die zugehörige Armee 1990 aufhörte zu existieren, sondern weil die "Versorgungslage" sich - zum Glück - geändert hat. "



Hier weiterlesen: http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2...0710280010.html

Gruß ek40




Gut das Du das überlebt hast,nicht verhungerst bist und mich mit Deinen Sketcheinlagen heute koestlich amuesiersen kannst.
Nur die Harten kommen in Garten.Oder hat man doch was unters Essen gemischt....


Merkst du was @seaman?
Du wirst Unsachlich!
Habe ich über das Buch eine Wertung abgegeben,mich über Hunger beklagt?
Ganz im Gegenteil!

Meine Sketcheinlagen?
Ich weiß nicht,ob man dir etwas unters Essen gemischt hat,gerade sieht es aber so aus!

Ich habe nur das Buch und ein Zitat eingestellt,nichts weiter!!!
Deswegen musst du mich nicht von der Seite anpöbeln und anfeinden.

Jeder kann für sich entscheiden,wie er das Buch bzw. den Text wertet!
Du musst hier nicht persönlich werden!

Dir scheint es ja nicht zu gefallen.
Muß ich jetzt vorher bei dir noch anfragen was ich einstellen darf?

Aber schön ist,dass es dich koestlich amüsiert hat,auch wenn ich damit leider keine Scheinchen mache.


Sorry,
wenn es etwas flapsig rüberkam...

Bei dem Begriff Hunger reagiere ich manchmal aus verschiedensten Gruenden etwas allergisch.
Vielleicht ein Generationenproblem oder mit Negativerlebnissen verbunden.
Hunger ist aktuell,auf der Welt und in Deutschland.......

Ok,dann ist das geklärt.
Aber welche Negativerlebnisse meinst du?
Darf man sie erfahren?

Gruß ek40



Verhungerte in verschiedenen Regionen der Welt.Knallhart und live.
Ja,auch zu Beginn meiner Schulzeit gab es Kinder die Hunger hatten.
Hunger und Verhungern sind zwar Unterschiede,aber wenn wir hier ueber vorgeblichen Hunger in der DDR sprechen,sollten wir Jahrzehnte nach dem Ableben der DDR nicht die aktuelle Situation aus den Augen verlieren .
Stell mir immer vor,was geschehen waere wenn die DDR-Volkskammer einen Armutsbericht verabschiedet haette oder aehnliche Meldungen verlautbart waeren:

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...den-Hunger.html


zuletzt bearbeitet 07.10.2012 17:34 | nach oben springen

#30

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:35
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #27
Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

in einem Beitrag hatte ich die DDR als "Arbeiter- und Hungerrepublik" bezeichnet. Das war sarkastisch gemeint.

Deshalb folgende Klarstellung: Ich bin ein echtes Kind der DDR und fast von Anfang an dabei und kann sehr wohl aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.

Hunger gab es in der DDR nicht. Die Preise für Grundnahrungsmittel waren so gering und das Angebot an Lebensmitteln so , dass keiner Hunger zu leiden hatte.

Allerdings gab es nicht alles. So waren Südfrüchte Mangelware, höherwertige Fleischwaren wie Rouladen oder Steak nicht immer erhältlich. Obst und Gemüse gab es in der Regel wenn dies in der DDR wuchs. Anfang der 1970-iger Jahre waren auch einmal für ein paar Monate Fleisch- und Wurstwaren knapp, man munkelte, dass diese an Polen als Ausgleich für andere Waren geliefert wurden. Dagegen kann ich mich erinnern, dass bei einem hohen Aufkommen von Obst und Gemüse diese Dinge in der Kaufhalle lagen und kostenlos in beliebigen Mengen mitgenommen werden konnten.

Eine besondere Ausnahme war die Zeit der NÖSPL (Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung) unter Ulbricht Mitte/Ende der 1960-iger Jahre. Da gab es Südfrüchte und andere Waren zu kaufen, wie z. B. Ketchup oder Letscho, die früher und später nicht oder nur selten zu erhalten waren. Sogar die beliebten Matchbox-Autos konnte man für 3,10 DDR-Mark erwerben.

Alkohol gab es in verschiedensten Sorten übrigens immer, da war nie ein Mangel.

Liebe Grüße

Ecki
Aber wehe du wolltest mal eine Packung Salzstangen haben. Da musst du gleich wieder eine Flasche Wein dazu kaufen. Das selbe wie mit deinen Tomaten Ketschup was du erwähnt hattest, zumindest war es bei uns so gewesen, wenn man solches haben wollte musste man auch Eierteigwaren zum Beispiel Makkaroni oder Nudeln dazu kaufen. Ansonsten hieß es:" das haben wir leider nicht".
Mein lieber Harra318,

das kenne ich wohl. Freitag nachmittag, Anstehen beim Fleischer, um Rindsrouladen für das Wochenende zu bekommen. Die Menge der Rouladen wurde nach der gekauften Menge der recht wasserreichen Normalwurst zugeteilt, also 1/2 Pfund Leber- und 1/2 Pfund Blutwurst gekauft, dann waren die Sonntagsmittagsrouladen gesichert.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#31

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:37
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #30
Zitat von Harra318 im Beitrag #27
Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

in einem Beitrag hatte ich die DDR als "Arbeiter- und Hungerrepublik" bezeichnet. Das war sarkastisch gemeint.

Deshalb folgende Klarstellung: Ich bin ein echtes Kind der DDR und fast von Anfang an dabei und kann sehr wohl aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.

Hunger gab es in der DDR nicht. Die Preise für Grundnahrungsmittel waren so gering und das Angebot an Lebensmitteln so , dass keiner Hunger zu leiden hatte.

Allerdings gab es nicht alles. So waren Südfrüchte Mangelware, höherwertige Fleischwaren wie Rouladen oder Steak nicht immer erhältlich. Obst und Gemüse gab es in der Regel wenn dies in der DDR wuchs. Anfang der 1970-iger Jahre waren auch einmal für ein paar Monate Fleisch- und Wurstwaren knapp, man munkelte, dass diese an Polen als Ausgleich für andere Waren geliefert wurden. Dagegen kann ich mich erinnern, dass bei einem hohen Aufkommen von Obst und Gemüse diese Dinge in der Kaufhalle lagen und kostenlos in beliebigen Mengen mitgenommen werden konnten.

Eine besondere Ausnahme war die Zeit der NÖSPL (Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung) unter Ulbricht Mitte/Ende der 1960-iger Jahre. Da gab es Südfrüchte und andere Waren zu kaufen, wie z. B. Ketchup oder Letscho, die früher und später nicht oder nur selten zu erhalten waren. Sogar die beliebten Matchbox-Autos konnte man für 3,10 DDR-Mark erwerben.

Alkohol gab es in verschiedensten Sorten übrigens immer, da war nie ein Mangel.

Liebe Grüße

Ecki
Aber wehe du wolltest mal eine Packung Salzstangen haben. Da musst du gleich wieder eine Flasche Wein dazu kaufen. Das selbe wie mit deinen Tomaten Ketschup was du erwähnt hattest, zumindest war es bei uns so gewesen, wenn man solches haben wollte musste man auch Eierteigwaren zum Beispiel Makkaroni oder Nudeln dazu kaufen. Ansonsten hieß es:" das haben wir leider nicht".
Mein lieber Harra318,

das kenne ich wohl. Freitag nachmittag, Anstehen beim Fleischer, um Rindsrouladen für das Wochenende zu bekommen. Die Menge der Rouladen wurde nach der gekauften Menge der recht wasserreichen Normalwurst zugeteilt, also 1/2 Pfund Leber- und 1/2 Pfund Blutwurst gekauft, dann waren die Sonntagsmittagsrouladen gesichert.

Liebe Grüße

Ecki



wenn man Rollladen haben wollte, mussten wir auch ein Kilo Knochen mit dazu kaufen. Einmal habe ich gefragt warum. Die Verkäuferin schaute mich dumm an. Ich antwortete ihr:" die bekomme ich doch so schlecht weich".


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#32

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 17:57
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #28
Hallo,

und warum hast Du den Ketchup nicht selbst hergestellt ?

Oder gab es auch keine Tomaten ?

Aber wenn man Tomaten haben wollte, musste man auch ein Pflanze kaufen und die gab es auch nicht ..

Einige haben wirklich Probleme...

hast du dir damals dein eigenes Brot gebacken, hast du dir deine eigenen Hosen geschneidert, hast du dir deine eigenen Möbel zusammengebaut? Wir hatten bereits 40 Jahre nach dem Krieg.@Alfred, das frage ich mich auch warum es kein Tomatenketschup gab. Denn wenn Erntezeit war gab es Tomaten in Hülle und Fülle. Ich kann mich noch erinnern in der Stadt wo ich wohnte war am Markt ein Hänger abgestellt, voll beladen mit Tomaten ein Kilo kostete 0,25 DDR-Mark. Und das nicht nur einmal in der Erntesaison. Das auch Jahr für Jahr.


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#33

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:04
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Es gab sehr große Unterschiede in der Versorgung innerhalb der DDR. Berlin wurde sehr viel besser versorgt. Da gab es auch den guten CLUB99 Whisky und ungarischen Letscho, Tomatenmark und auch Ketchup. F6 und Cabinet waren auch kein Problem. Mein PKW war immer voll bepackt, wenn ich in Richtung Rest-DDR unterwegs war. Zusammen mit der CSSR und Ungarn hatte die DDR die beste Versorgungslage an Lebensmitteln in den "Bruderländern". In den Delikatessläden gab es dann auch die richtig guten Sachen. Da musste man dann aber auch allerhand Aluchips dafür löhnen.
Als letzter Ausweg um in der DDR dem Hungertod zu entkommen, blieb immer noch das Rumpsteak mit Kräuterbutter und Kartoffelbällchen und gemischtem Salat für 4.85M in den berüchtigten HO-Gaststätten und um den Ärger herunter zu spülen, ein Wernesgrüner für 1.26M der halbe Liter.


PF75 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.10.2012 18:10 | nach oben springen

#34

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:15
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #32
Zitat von Alfred im Beitrag #28
Hallo,

und warum hast Du den Ketchup nicht selbst hergestellt ?

Oder gab es auch keine Tomaten ?

Aber wenn man Tomaten haben wollte, musste man auch ein Pflanze kaufen und die gab es auch nicht ..

Einige haben wirklich Probleme...

hast du dir damals dein eigenes Brot gebacken, hast du dir deine eigenen Hosen geschneidert, hast du dir deine eigenen Möbel zusammengebaut? Wir hatten bereits 40 Jahre nach dem Krieg.@Alfred, das frage ich mich auch warum es kein Tomatenketschup gab. Denn wenn Erntezeit war gab es Tomaten in Hülle und Fülle. Ich kann mich noch erinnern in der Stadt wo ich wohnte war am Markt ein Hänger abgestellt, voll beladen mit Tomaten ein Kilo kostete 0,25 DDR-Mark. Und das nicht nur einmal in der Erntesaison. Das auch Jahr für Jahr.
Mein lieber Harra318,

ein Phänomen der DDR war auch folgendes: Obst und Gemüse wurden von der HO oder vom Konsum von Kleingärtnern aufgekauft. Dabei war der Ankaufspreis höher als der Verkaufspreis. Also z. B. im Ankauf 1 kg Tomaten 50 Pfennig, im Verkauf 25. Gewitzte sind wirklich so vorgegangen: 1 kg Tomaten kaufen, diese an die HO oder den Konsum wieder verkaufen, dann wieder kaufen usw. usf..
Auch damit konnte man Geld verdienen.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#35

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:30
von turtle | 6.961 Beiträge

Hungern in der DDR
Ich finde die Überschrift unglücklich gewählt . Manche überfliegen nur die Themen ,da könnte die Überschrift hängenbleiben. Hungern musste da natürlich niemand . In der DDR war zwar einiges Mangelware ,aber zum Essen gab es genug.


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:31
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Als letzter Ausweg um in der DDR dem Hungertod zu entkommen, blieb immer noch das Rumpsteak mit Kräuterbutter und Kartoffelbällchen und gemischtem Salat für 4.85M in den berüchtigten HO-Gaststätten und um den Ärger herunter zu spülen, ein Wernesgrüner für 1.26M der halbe Liter.

Ja den hab ich öfter genutzt.
Hm wie lecker das war. bei uns gabs dazu Pommes, aber keine holländischen Tiefkühlpommes, sondern per Hand in der Küche frisch geschnitten und nicht im Altöl gebraten, oder Frittenfett, sondern in einer Pfanne oder Topf mit normalem frischen Öl.
Gemischter Salat nicht aus dem Eimer voller Konservierungsmittel sondern frisch, hmmmm....


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#37

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:35
von Backe | 480 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #33
Es gab sehr große Unterschiede in der Versorgung innerhalb der DDR. Berlin wurde sehr viel besser versorgt. Da gab es auch den guten CLUB99 Whisky und ungarischen Letscho, Tomatenmark und auch Ketchup. F6 und Cabinet waren auch kein Problem. Mein PKW war immer voll bepackt, wenn ich in Richtung Rest-DDR unterwegs war. Zusammen mit der CSSR und Ungarn hatte die DDR die beste Versorgungslage an Lebensmitteln in den "Bruderländern". In den Delikatessläden gab es dann auch die richtig guten Sachen. Da musste man dann aber auch allerhand Aluchips dafür löhnen.
Als letzter Ausweg um in der DDR dem Hungertod zu entkommen, blieb immer noch das Rumpsteak mit Kräuterbutter und Kartoffelbällchen und gemischtem Salat für 4.85M in den berüchtigten HO-Gaststätten und um den Ärger herunter zu spülen, ein Wernesgrüner für 1.26M der halbe Liter.

leider schon leer


und ein Matchboxauto (Kran) hab ich im Keller , morgen mach ich ein Foto


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
zuletzt bearbeitet 07.10.2012 18:37 | nach oben springen

#38

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:35
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo


@Theo,
ich bin mir nicht mehr sicher und weis auch nicht ob es sowas bei der NVA gab, ich kann mich aber schwach an einen Campingkocher erinnern, den man glaube mit einer Art Stein unten drin betreiben konnte.
Der "Stein", war glaube von der Form wie ein Toilettenstein und sah auch von der Substanz her so aus.
Nicht so schön und luxeriös wie der im Film.
Aber das ist nur ganz schwache Erinnerung, ich möcht mich darauf nicht festnageln, vielleicht weis da noch jemand was drüber.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#39

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 18:58
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

wahrscheinlich ist den einkaufenden Städtern hier noch nie aufgefallen dass das Rind nicht nur aus Oberschale und Nuss besteht, nämlich den Stücken des gesamten Rindes welche sich aufgeschnitten für die Zubereitung von Rouladen eignen. Wobei das Fleisch der Oberschale das bessere für Rouladen ist.....

Hier auf einer Fleischerei-Seite die Anteile der einzelnen Fleischsorten beim Rind und beim Schwein hier klicken und welches Fleischstücke für was verwendet werden kann.

Wer jemals im Leben bei einer Hausschlachtung dabei gewesen ist konnte sehr schnell feststellen das zum Beispiel das Schwein eben nicht nur aus Filet, Kotelett und Stücken für den Schinken besteht.......

Irgendwie muß das ein kollektives DDR Trauma sein, gab es damals mal keine Rouladen oder anderes Edelfleisch war sofort eine ernste Versorgungskrise im Anmarsch, wenn nicht gar eine Hungersnot.......
Wer isst denn Heute jeden Tag Rouladen? .............

Ketchup war wie angesprochen auch so ein Problem, wer welches sah kaufte so viel er tragen konnte. Dieses Kaufverhalten wird auch Hamstern genannt und war ein beliebter Sport in der DDR.
Sehen, kaufen und anschließend überlegen was mach ich denn mit dem Teil, auch bei Lebensmitteln.....

Koppelgeschäfte wie hier benannt, Rouladen + Knochen, Salzstangen + Wein sind mir allerdings nie untergekommen.......

Das Essverhalten der Menschen hat sich unbestritten in den letzten Jahrzehnten gewaltig geändert.
Das von vor 30, 40 Jahren, in beiden Teilen Deutschlands, kann ich doch nicht mit Heute vergleichen......

Da ich unter anderem ein wenig Kochbücher sammle, auch in der DDR gab es da ein sehr reichhaltiges Angebot an davon und da waren nicht nur "Notrezepte" drin.
Am interessantesten ist für mich ein Kochbuch von 1925, da wurden hier wohl einige abfaulen wenn sie das dort offerierte kochen und essen müßten.....

Aber Heute darf es nur das Edelste sein oder wenn dazu das Geld nicht reicht, zweifelhafte Billigfertigkost aus dem Kühlregal.......

Übrigens war für eine Kollegin zu DDR Zeiten der Inbegriff kulinarischer Genüsse Kartoffelkroketten, Schweinemedaillions und Rahmchampignons .....


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Kradstreife hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Hungern in der DDR

in DDR Staat und Regime 07.10.2012 19:15
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #38
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Gab es in den deutschen Armeen auch einen Notkocher für die Zubereitung all dieser Leckereien im Felde?

Theo


@Theo,
ich bin mir nicht mehr sicher und weis auch nicht ob es sowas bei der NVA gab, ich kann mich aber schwach an einen Campingkocher erinnern, den man glaube mit einer Art Stein unten drin betreiben konnte.
Der "Stein", war glaube von der Form wie ein Toilettenstein und sah auch von der Substanz her so aus.
Nicht so schön und luxeriös wie der im Film.
Aber das ist nur ganz schwache Erinnerung, ich möcht mich darauf nicht festnageln, vielleicht weis da noch jemand was drüber.


http://www.yatego.com/militaerbestaende/...ltbar-neuwertig

da ist Dein Toilettensteinkocher, also der Preis ist ok, ich würde zuschlagen....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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