#21

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 02.10.2012 22:45
von DoreHolm | 7.697 Beiträge

Auf Wunsch meiner westdeutschen Kollegen im Innendienst habe ich denen mal diesen wohl bekannten Text in kyrillischen Buchstaben zugemailt, nachdem jener kein dummer Wessi ist, der das lesen kann. Alle fanden´s lustig. Ich habe mir dort mal einen Mitschnitt aus einem Nonsens-Radio angehört, in dem ein Sachse bei dieser Firma anruft und sich über eine DVD mit der Aufschrift BASF beschwert.



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#22

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 03.10.2012 09:19
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #1
Für den einen ist es eine Beleidigung, der andere sieht es gelassen, der nächste lacht darüber. Von wem stammt eigentlich der Ausdruck, man kann schon sagen Redewendung: OSSI-WESSI ?

ich melde mich nach langer zeit mal zum wort.
es gab vor einigen monaten ein interessantes interview im fernsehen mit dem boxer axel schulz wo es auch um die begriffe OSSI-Wessi ging weil axel immer noch ostler und westler sagt. ich glaube seinen ausführungen zur frage des reporters warum er es tut. er sagte das es seit eh her der normale sprachgebrauch war und erst die bildzeitung einen verniedlichungsbegriff OSSI einführte dessen sprache er sich nicht annimt solange es noch unterschiede zwischen ost und west gibt.
für mich bisher eine und die logichste erklärung woher die begriffe stammen.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 03.10.2012 09:20 | nach oben springen

#23

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 03.10.2012 09:27
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #11
Das verwirrt mich jetzt. Nach 17 Ca 8907/09 [16]: Aus diesem völkerrechtlichen Kontext wird deutlich, dass der Begriff der ethnischen Herkunft auf der manifestierbaren Unterschiedlichkeit der Menschen gründet. Daher bedarf dieser Begriff einer weiteren Erhellung.

Heisst das jetzt zum Beispiel, ich muss immer eine Lampe mitnehmen, wenn ich das Sachsenland betrete? Reichen denn nicht bunte Glasperlen und Stoffbänder? Aber Sklaven darf ich dort doch noch fangen, oder auch nicht?

Weichmolch

naja, was willste mit denen denn anfangen? wie auch in einem fernsehbericht vor ca.einem jahr gebracht wurde bekam eine jobbewerberin auf ihre bewerbungsunterlagen ein eingekreistes O für ossi. minderwertig. der westliche arbeitgeber wurde verklagt und verlor den prozess trotz ausreden. also wenn schon sklaven fangen dann echte deutsche bayern.die fallen nicht in die rassengesetze und bringen mehr geld.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 03.10.2012 09:29 | nach oben springen

#24

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 03.10.2012 15:57
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von EK 82/2 im Beitrag #23
wie auch in einem fernsehbericht vor ca.einem jahr gebracht wurde bekam eine jobbewerberin auf ihre bewerbungsunterlagen ein eingekreistes O für ossi. minderwertig. der westliche arbeitgeber wurde verklagt und verlor den prozess trotz ausreden.

Tach EK, schön das Du mal wieder Zeit findest ums Lenkrad mal mit der Klaviatur zu verwechseln. Als Würfelfunker hat's man ja schon nicht leicht, besonders mit Fahrgästen à la Schulz. Ähm, gibts die bei 1:35 erwähnte Schweigepflicht wirklich?

Aber mit dem Ohh im Kreis, also da bringste ma wieder bissel was durcheinander.

Zum ersten, im Kreis stand ein Strich (1), außerdem fügte eine Mitarbeiterin eines schwäbischen Fensterbauers an zwei Stellen im Lebenslauf handschriftlich den Begriff DDR ein (2). Zweitens handelte es sich bei Gabriela S. um eine ehemalige Antragsstellerin und sie fühlte sich vielleicht deswegen besonders geschädigt? Und drittens obsiegte sie NICHT vor Gericht. Die Stuttgarter waren da nicht besser aufgestellt, wie ein Jahr zuvor die Kammer Schweinfurt des AG Würzburg. Nun, immerhin war dort der beklagte Arbeitgeber die Besatzungsmacht. Interessant fand ich in dem Urteil (3) den Begriff 'Wessi per Einreise', sehr bezeichnend ...

Und da hätte ich jetzt mal 'ne Frage, spürt der gebürtige Wessi im täglichen Umgang einen Unterschied zwischen einem geflüchteten, einem ausgereisten und einem beigetretenen Ossi oder iss das inzwischen alles die gleiche Ethnie (jetzt hätsch beinah 'Chose' geschriebe)?

1) 2) StN vom 8.4.2010
3) ArbG Würzburg, Urteil vom 23.1.09, Az. 3 Ca 664/08


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 03.10.2012 16:27 | nach oben springen

#25

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 04.10.2012 09:07
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

da fällt mir doch eine Geschichte ein, die mir Antje, eine Freundin aus Chemnitz vor ein paar Jahren erzählte....

Sie war zu Wende-Zeiten Mitte 20 und hatte an der TU Chemnitz ihr Maschinenbau-Studim gerade absolviert.
Antje arbeite im Raum Münschen Als Projektleiterin bei einer Firma, die Kassensysteme in Supermärkten installierte und supportete.
Ihr Job bestand darin, die kompletten Syteme in den Märkten zu planen, den Bau zu überwachen und das Verkaufspersonal anschliessend zu schulen.

Eines Tages stellte ein Kunde (bayr. Marktleiter) doch an ihren Chef das Ansinnen, er sollte doch die Schulung ein wenig billiger berechnen, da das ja eine Mitarbeiterin aus Sachsen durchführt und diese ja wohl nicht so teuer sein könnten....
(Antje war die sächsische Herkunft anzuhören).
Nun ja, und so weiter.... Während der Schulung, vor seinen Verkäuferinnen fühlte sich jener Marktleiter besondes gross: "und überhaupt, die Ossis müssten eigentlich das Begrüssungsgeld zurückzahlen.."

Antje, nicht auf den Mund gefallen: "Ich bin ja schon hier und arbeitete es ab !"
Die Reaktion des bayrischen Marktleiters ging im Gelächter seiner Verkäuferinnen unter und die Fronten waren fortan geklärt..

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#26

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 07.10.2012 11:55
von sentry | 1.098 Beiträge

Wir haben in unserem Berliner Kiez, in dem auch sehr viele Diplomaten wohnten, diese schon in den frühen 80ern "Wessis" oder auch "Dipis" genannt, wobei sich das auf Bürger der gesamten westlichen Hemisphäre erstreckte und einfach nur ein Kurzwort für eine bestimmte Gruppe Menschen war, in dem keine Wertung lag.
Das kann man mit den "Freunden" in der Armeezeit vergleichen, die im Zivilleben auch keiner so genannt hat. Aber man hat dann dieses Wort dankend angenommen, damit einem nicht das politisch unkorrekte (und oft auch demographisch falsche) "Russen" rausrutschte.


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#27

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 26.10.2012 16:36
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Für mich existiert Ossi - Wessi allenfalls nur noch als geographische Himmelsrichtung, nämlich für Ost (da zähle ich allenfalls Brandenburg oder Sachsen zu) und West (Nordrhein-Westfalen).
Einen Mecklenburger sehe ich eher als Norddeutschen, einen Thüringer als Mitteldeutschen (wie auch Hessen) und einen Bayern oder Baden-Württemberger als Süddeutschen. Ergo, West / Ost im politischen Sinne gibt es für mich nicht mehr. Daher überflüssig, diese Bezeichnungen.


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#28

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 26.10.2012 18:11
von PF75 | 3.293 Beiträge

und wo bleiben mal wieder die pommern ?
doch ossis ?


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#29

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 26.10.2012 18:40
von Jackson | 102 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #28
und wo bleiben mal wieder die pommern ?
doch ossis ?


Da kannst du auch gleich nach den Nieder Schlesiern fragen
Aber ich denke auch, dass die Bezeichnung Ossi und Wessi erst nach der Wende geboren wurden. Im Westen hies es ja wohl meist "na die aus der Zone". Obwohl ich die Bezeichnung Ossi oder Wessi auch Jahre nach der Wende noch als Schimpfwort gehört habe. Am meisten hat sich aber der Begriff Besser-Wessi eingeprägt.



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#30

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 26.10.2012 19:44
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #28
und wo bleiben mal wieder die pommern ?
doch ossis ?


Annektiert von Polen.


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#31

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 27.10.2012 11:31
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Denke auch, dass die Begriffe "Ossi" und "Wessi" Nachwendezeit-Begriffe sind, mit abwertendem Charakter. Vor der Wende sagte man zumindest in Westdeutschland entweder "die von drüben" oder "DDR-Bürger", "Zonis" war (zumindest in den 80ern) nicht (mehr) so stark im Sprachgebrauch, da in den Achtzigern ja die Staaten BRD und DDR schon existent waren, und im sogenannten Sinne keine Zonen der Siegermächte mehr bestanden. Das war ja eher zwischen 1945 und 1949 der Fall....
Sagte man in Ostdeutschland auch "die von drüben", wenn man BRD-Bürger meinte?


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#32

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 27.10.2012 19:16
von Harra318 | 2.514 Beiträge

[q

Da kannst du auch gleich nach den Nieder Schlesiern fragen
Aber ich denke auch, dass die Bezeichnung Ossi und Wessi erst nach der Wende geboren wurden. Im Westen hies es ja wohl meist "na die aus der Zone". Obwohl ich die Bezeichnung Ossi oder Wessi auch Jahre nach der Wende noch als Schimpfwort gehört habe. Am meisten hat sich aber der Begriff Besser-Wessi eingeprägt.[/quote]

Dafür gibt es ja auch eine Begriffserklärung: “Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Wessi, ist es andersrum“.


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#33

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 27.10.2012 19:58
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Naa, Harra 318 , so einfach ist es mit der Bezeichnung Wessi wohl nicht. Wenn ich von vielen Ossis den Ausdruck Wessi höre , ist er nur mit Hass verbunden. Als ich vor einigen Tagen im Wartezimmer meines Hausarztes saß , diskutierten die Einheimischen wieder über ihre Rente und wieviel die bösen Wessis haben , und was sie noch alles auszusetzen hatten. Nach einiger Zeit Ruhe , betrat eine neue Patientin den Warteraum . was dann im neuen Gespräch zum Ausdruck kam, war zum Kot....... , ach was macht denn deine Tochter , oh, der geht es gut, die wonht jetzt in Bielefeld , hat dies und jenes .Super alles .
Schon kam es aus den anderen Reihen , wie schön doch das Leben ihrer Kinder im Westen ist. Weißt Du . wie primitiv und was so dumm gequasselt wird , manche Leute haben nur einen Kopf zum Haareschneiden .MG ratata


zuletzt bearbeitet 27.10.2012 20:00 | nach oben springen

#34

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 27.10.2012 20:09
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #33
Naa, Harra 318 , so einfach ist es mit der Bezeichnung Wessi wohl nicht. Wenn ich von vielen Ossis den Ausdruck Wessi höre , ist er nur mit Hass verbunden. Als ich vor einigen Tagen im Wartezimmer meines Hausarztes saß , diskutierten die Einheimischen wieder über ihre Rente und wieviel die bösen Wessis haben , und was sie noch alles auszusetzen hatten. Nach einiger Zeit Ruhe , betrat eine neue Patientin den Warteraum . was dann im neuen Gespräch zum Ausdruck kam, war zum Kot....... , ach was macht denn deine Tochter , oh, der geht es gut, die wonht jetzt in Bielefeld , hat dies und jenes .Super alles .
Schon kam es aus den anderen Reihen , wie schön doch das Leben ihrer Kinder im Westen ist. Weißt Du . wie primitiv und was so dumm gequasselt wird , manche Leute haben nur einen Kopf zum Haareschneiden .MG ratata

so gewollt von unserer obrigkeit ? ein schelm der.... !!!



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#35

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 27.10.2012 20:17
von DoreHolm | 7.697 Beiträge

ratata #33, da sehe ich keinen Widerspruch, daß es den Alten nicht so gut geht, aber ihre Kinder es gut getroffen haben, indem sie dorthin gegangen sind, wo es einmal die Arbeit und zum anderen auch die bessere Bezahlung gibt.
Diese Tage besuchte mich mein Kollege (Rhld.-Pf.), der nach meinem Ruhestand vor drei Jahren mein Kundengebiet übernommen hat. Wir haben die gleiche Arbeit gemacht, aber als er mir erzählte, was sein Rentenbescheid aussagt, bin ich blaß geworden. Der liegt um rund 1.000,-€ höher als meiner.
Für eine Ostrente liege ich nicht schlecht, aber wenn man dann sowas erfährt, ist das schon bitter.



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#36

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 28.10.2012 11:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Angeschissen mit der Ostrente sind doch nur die , welche trotz Mehrverdienst ihre 7200 Mark im Versicherungsausweis stehen haben .aber keine Zusatzrentenversicherung abgeschlossen haben . (FZR) damals . Ich hatte auch keine weil mein Verdienst auch nicht so hoch war.
Aber dieBetonköppe und ihre Mitläufer aus Ostberlin , lachen heute über ihre Superrente.
Das große erwachen kommt erst noch ,wenn Ossis in Rente gehen ,die zur Wende 1990 40 Jahre waren , und wer ab dann in den nachfolgenden Jahren nicht auf einen Rentenpunkt bis Dato im Jahr kommt , der wird sich erschrecken ,wenn er seinen Rentenbescheid bekommt. . Ich weis wovon ich rede , denn ich war 2005 in eine verzweifelten Situation gesundheitlich ,wie auch betrieblich , habe die Vohruhestandsregelung genutzt und bin jetzt mit 14% weniger In der Rente . Große Sprünge kann ich zwar nicht mehr machen , aber ich habe den Schritt gewählt und damit muß ich nun zurechtkommen . MfG ratata
Der Gabriel hat als einziger Poliker dieses Problem schon einmal öffentlich Angesprochen.


zuletzt bearbeitet 28.10.2012 11:59 | nach oben springen

#37

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 28.10.2012 12:47
von DoreHolm | 7.697 Beiträge

War zur Wende 43, dann 1993 bin ich wegen struktureller Änderung innerhalb des Konzerns der westdeutschen Konzerntochter zugeordnet worden mit entsprechendem neuen Arbeitsvertrag und Kundengebiet teilweise auch alte Bundesländer. Gehaltlich wurde ich so eingestuft, daß ich wenig mehr hatte als in der ostdeutschen Tochter. Da habe ich geschlafen. Mir hätte auf Grund meiner inzw. vierjährigen Erfahrung als Anwendungstechniker bereits die zweite Aufstockung zugestanden, wie sie meine Kollegen west hatten. Mein Betriebsratsvorsitzender sagte mir danach, ich hätte erst zu ihm kommen sollen, bevor ich den AV unterschreibe. Also Ost-Gehalt (ca. 65% d. Westgehaltes) trotz gleicher Tätigkeit und gleichem Kundenkreis. An meiner Leistung konnte es nicht gelegen haben. Erst Ende der 90er wurde ich gehaltlich angehoben. Eine Neueinstellung aus den Altbundesländern (ca. 1000,-DM mehr brutto) wurde nach drei Jahren wieder entlassen, dgl. ein schon länger als ich beschäftigter Kollege wegen Unfähigkeit. Das hat mir nicht nur im Laufe der Jahre einen 5-stelligen Eurobetrag als Gehalt, sondern auch Rentenpunkte gekostet. Diese Ungleichbehandlung, mir zu zeigen, wo ich herkomme, kann ich meiner Fa. bis heute nicht verzeihen. Dazu noch eine saublöde Bemerkung unseres ehem. GF west bezüglich meiner geringeren Einstufung, über den ich später erfuhr, daß er sogar auch aus Thüringen stammt. Da kommt schon etwas Bitternis auf, wenn man das merkt, von wegen die Leistung entscheidet.



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#38

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 28.10.2012 13:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #37
War zur Wende 43, dann 1993 bin ich wegen struktureller Änderung innerhalb des Konzerns der westdeutschen Konzerntochter zugeordnet worden mit entsprechendem neuen Arbeitsvertrag und Kundengebiet teilweise auch alte Bundesländer. Gehaltlich wurde ich so eingestuft, daß ich wenig mehr hatte als in der ostdeutschen Tochter. Da habe ich geschlafen. Mir hätte auf Grund meiner inzw. vierjährigen Erfahrung als Anwendungstechniker bereits die zweite Aufstockung zugestanden, wie sie meine Kollegen west hatten. Mein Betriebsratsvorsitzender sagte mir danach, ich hätte erst zu ihm kommen sollen, bevor ich den AV unterschreibe. Also Ost-Gehalt (ca. 65% d. Westgehaltes) trotz gleicher Tätigkeit und gleichem Kundenkreis. An meiner Leistung konnte es nicht gelegen haben. Erst Ende der 90er wurde ich gehaltlich angehoben. Eine Neueinstellung aus den Altbundesländern (ca. 1000,-DM mehr brutto) wurde nach drei Jahren wieder entlassen, dgl. ein schon länger als ich beschäftigter Kollege wegen Unfähigkeit. Das hat mir nicht nur im Laufe der Jahre einen 5-stelligen Eurobetrag als Gehalt, sondern auch Rentenpunkte gekostet. Diese Ungleichbehandlung, mir zu zeigen, wo ich herkomme, kann ich meiner Fa. bis heute nicht verzeihen. Dazu noch eine saublöde Bemerkung unseres ehem. GF west bezüglich meiner geringeren Einstufung, über den ich später erfuhr, daß er sogar auch aus Thüringen stammt. Da kommt schon etwas Bitternis auf, wenn man das merkt, von wegen die Leistung entscheidet.


Deine Genossen hätten dir, gäbe es die DDR noch, na sagen wir mal 500 Mark Rente zugebilligt ( bei einem Kurs von 1:4 ./. 1,95583 = 76,70 € ). Das wäre bitter gewesen, aber vielleicht bei dir nicht, hättest das eine oder andere Westpaket noch bekommen, dann wäre es schon aufgegangen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#39

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 28.10.2012 14:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@DoreHolm, diese von Dir erwähnte Ungleichbehandlung von Kollegen Ost, Kollegen West gerade Anfang der 90ger Jahre kann ich Dir aus eigener Erfahrung bestätigen.

Selber fing ich im Sommer 1990 bei einer Firma aus NRW an, welche in der Folgezeit sehr stark in den neuen Ländern expandierte.
Entsprechend der "Qualifikation", sprich höchster Abschluß, wurden meine Kollegen aus der DDR und ich mit der dafür vorgesehenen Gehaltsstufe eingestellt. Da jeder Gehaltsstufe eine von bis Spanne hat, bekamen wir alle die "von" Summe.
Frisch von der Uni (West) kommende Absolventen wurden mit "bis" der gleichen Gehaltsstufe eingestellt.
Nachfrage beim zuständigen Leiter erbrachte die "Begründung"! Wir besäßen schließlich nicht die fachliche Erfahrung!!! für die Arbeit weil wir über keinerlei Berufserfahrung verfügen. So so.......
Immerhin war das damals eine Differenz von fast 1000 DM und nach der Probezeit bekamen wir Ossis zwei/drei Hundert mehr während die Wessis gleich in die nächst höhere Gehaltsgruppe aufstiegen.

In der nächsten Firma ging es dann gerecht zu. Jeder, egal ob Ost oder West bekam in gleicher oder ähnlicher Position das gleiche Gehalt, Berufserfahrung wurden ebenfalls berücksichtigt.
Unser GF bezahlt uns nach der erbrachten Leistung ohne auf die "Herkunft" zu schauen.

Selbst wenn in den letzten Jahren ein anständiges Gehalt verdient wurde und Ost/West die gleichen Rentenpunkte auf dem Konto haben bekommt der "Ost"Rentner trotzdem weniger Rente wenn sein Firmensitz "Ost" ist und demzufolge die Beiträge für die Rentenkasse Ost eingezahlt wurden.
Der Punktewert Ost/West unterscheidet sich! Ost ca. 23€, West ca. 28€
Wenn das mal keine Gleichstellung ist......

Zitat von Gert im Beitrag #38

Deine Genossen hätten dir, gäbe es die DDR noch, na sagen wir mal 500 Mark Rente zugebilligt ( bei einem Kurs von 1:4 ./. 1,95583 = 76,70 € ). Das wäre bitter gewesen, aber vielleicht bei dir nicht, hättest das eine oder andere Westpaket noch bekommen, dann wäre es schon aufgegangen.



@Gert, es ist wie immer sehr erheiternd Deine "Weisheiten" zu lesen. Ich frage mich da nur wo Du dieses tolle Insiderwissen her haben kannst.

Eine Geldsumme X sagt überhaupt nichts aus.
Wenn ich, vor der Eurozeit, das Gehalt/Rente in italienische Lira umgerechnet habe muß es den Italienern Einkommensmäßig doch mindestens 10x besser gegangen sein wie den Bundesbürgen mit ihrer "harten" DM........

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#40

RE: Ossi-Wessi

in Leben in der DDR 28.10.2012 14:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #39
@DoreHolm, diese von Dir erwähnte Ungleichbehandlung von Kollegen Ost, Kollegen West gerade Anfang der 90ger Jahre kann ich Dir aus eigener Erfahrung bestätigen.

Selber fing ich im Sommer 1990 bei einer Firma aus NRW an, welche in der Folgezeit sehr stark in den neuen Ländern expandierte.
Entsprechend der "Qualifikation", sprich höchster Abschluß, wurden meine Kollegen aus der DDR und ich mit der dafür vorgesehenen Gehaltsstufe eingestellt. Da jeder Gehaltsstufe eine von bis Spanne hat, bekamen wir alle die "von" Summe.
Frisch von der Uni (West) kommende Absolventen wurden mit "bis" der gleichen Gehaltsstufe eingestellt.
Nachfrage beim zuständigen Leiter erbrachte die "Begründung"! Wir besäßen schließlich nicht die fachliche Erfahrung!!! für die Arbeit weil wir über keinerlei Berufserfahrung verfügen. So so.......
Immerhin war das damals eine Differenz von fast 1000 DM und nach der Probezeit bekamen wir Ossis zwei/drei Hundert mehr während die Wessis gleich in die nächst höhere Gehaltsgruppe aufstiegen.

In der nächsten Firma ging es dann gerecht zu. Jeder, egal ob Ost oder West bekam in gleicher oder ähnlicher Position das gleiche Gehalt, Berufserfahrung wurden ebenfalls berücksichtigt.
Unser GF bezahlt uns nach der erbrachten Leistung ohne auf die "Herkunft" zu schauen.

Selbst wenn in den letzten Jahren ein anständiges Gehalt verdient wurde und Ost/West die gleichen Rentenpunkte auf dem Konto haben bekommt der "Ost"Rentner trotzdem weniger Rente wenn sein Firmensitz "Ost" ist und demzufolge die Beiträge für die Rentenkasse Ost eingezahlt wurden.
Der Punktewert Ost/West unterscheidet sich! Ost ca. 23€, West ca. 28€
Wenn das mal keine Gleichstellung ist......

Zitat von Gert im Beitrag #38

Deine Genossen hätten dir, gäbe es die DDR noch, na sagen wir mal 500 Mark Rente zugebilligt ( bei einem Kurs von 1:4 ./. 1,95583 = 76,70 € ). Das wäre bitter gewesen, aber vielleicht bei dir nicht, hättest das eine oder andere Westpaket noch bekommen, dann wäre es schon aufgegangen.



@Gert, es ist wie immer sehr erheiternd Deine "Weisheiten" zu lesen. Ich frage mich da nur wo Du dieses tolle Insiderwissen her haben kannst.

Eine Geldsumme X sagt überhaupt nichts aus.
Wenn ich, vor der Eurozeit, das Gehalt/Rente in italienische Lira umgerechnet habe muß es den Italienern Einkommensmäßig doch mindestens 10x besser gegangen sein wie den Bundesbürgen mit ihrer "harten" DM........

Gruß
Nostalgiker



die Herkuft meiner Weisheiten ist " streng vertraulich "


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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