#1

Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 22.09.2012 17:58
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich wollte mal was zu diesem Thema erzählen, weil ich denke das es in diesem Forum nicht allzu viele Grenzer gab die diese Wendezeit aktiv miterlebt hatten.
Wie war diese Zeit? Die Mauer ist in der Nacht vom 9.11. zum 10.11.89 in Berlin gefallen, ich selber hatte in dieser Nacht gerade eine "Heimischicht" mit
meinen Kumpel Kressi in der Rhön, der auch noch (zum Glück) ein kleines Radio mit hatte. Wie war das erste Empfinden?? Wie haben es einfach nicht glauben können. Erst ganz langsam konnten wir es fassen das die Grenze die wir doch so toll bewacht haben, immer durchlässiger wurde. Das erste große Ereignis war dann, der neu geschaffene Grenzübergang in Melpers/Oberfladungen...kilometerlange Trabischlangen zogen sich die Straße entlang. Wir hatten dann gedacht wenn man uns sieht werden wir angefeindet aber das ganze Gegenteil war der Fall man war freundlich zu uns, man kam ins Gespräch und die Leute waren alle gut drauf. Dann kamen die "Neuerungen" auf der Kompanie, plötzlich hieß es nicht mehr Genosse Major zum KC, sondern Herr Major. Wer auf Urlaub fahren konnte, hatte die Genehmigung vom Hauptfeld sich von der Meldestelle seinen Personalausweis wieder geben zu lassen um sich seine 100 DM Begrüßungsgeld zu sichern, ganz schlaue von uns haben sich in Fladungen das Geld abgeholt und somit 150 DM bekommen. Die Bayern waren ja bekanntlich etwas spendabler. Was gab es noch neues?? Man durfte sich ein Bärtchen wachsen lassen aber auch dafür gab es einen konkreten Stichtag. Ich bin z.B. aus dem Urlaub mit Bart gekommen 2 Tage vor dem Stich unser lieber Hauptfeld kannte in dieser Hinsicht keine Gnade und der Bart musste vorerst wieder ab um Ihn 2 Tage später wieder wachsen zu lassen. Die größte Änderung aber war der Grenzdienst selber, plötzlich konntest du alleine in den Grenzdienst gehen, war schon irgendwie ein komisches Gefühl. Meistens ist man dann zur Führungsstelle gewandert, wo schon die A-Gruppe und der Uffz. auf der Führungsstelle waren und man hat bei einen netten Schwätzchen die Schicht ausklingen lassen. So meine Erinnerungen an mein letztes Vierteljahr an der Grenze, im Januar 90 ging es nach Hause. Als ich dann zwei Wochen später nochmal an meinen alten Abschnitt vorbeigefahren bin, hing unser Signalzaun schon ziemlich durch, eine Wartung hat logischerweise nicht mehr stattgefunden. Der beste Kommentar kam von meinen ehemaligen Kollegen aus dem Betrieb..da müssen wir dich erst an die Grenze schicken, damit die Grenze fällt.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


Fall 80 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 22.09.2012 18:15
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich glaub ich hätte einfach meinen Kram gepackt und wer Heim zu meiner Frau und meinem Kind gegangen.
War doch nur noch ein Kaspertheater zu der Zeit, oder?


zuletzt bearbeitet 22.09.2012 18:17 | nach oben springen

#3

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 22.09.2012 18:19
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Ich glaub ich hätte einfach meinen Kram gepackt und wer Heim zu meiner Frau und meinem Kind gegangen.
War doch nur noch ein Kaspertheater zu der Zeit, oder?


Eigentlich war es wirklich nur noch ein absitzen bzw. abdienen der Zeit...die leider speziell in dieser Phase sehr langsam verging.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#4

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 22.09.2012 18:22
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Duck im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Ich glaub ich hätte einfach meinen Kram gepackt und wer Heim zu meiner Frau und meinem Kind gegangen.
War doch nur noch ein Kaspertheater zu der Zeit, oder?


Eigentlich war es wirklich nur noch ein absitzen bzw. abdienen der Zeit...die leider speziell in dieser Phase sehr langsam verging.


Haben sich welche zu der Zeit selbst entlassen?
Ich habe ja grenznah gewohnt und damals wurde unter der Pirker Brücke ein provisorischer Grenzübergang zu Bayern gebaut, da saß so ein Alt-PKE in einer Holzhütte und spielte noch Passkontroller den aber nun wirklich keiner mehr ernst nahm, war traurig wie der Mann als Karikatur seiner selbst rüberkam.
Ich hätte an den seiner Stelle die Bude zu gemacht und mich mit einem "Leckt mich am Arsch" verabschiedet.


zuletzt bearbeitet 22.09.2012 18:34 | nach oben springen

#5

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 22.09.2012 20:20
von Vogtländer (gelöscht)
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Unter der Pirker Brücke war ein Grenzübergang?Wäre mir neu,da es bis zur Grenze doch noch einige Meter waren und die Brücke noch nicht einmal im 5Km-Streifen lag.
Aber letztendlich tuts nichts zur Sache an sich.Als PKE hätte ich auch "Und Tschüss!" gesagt und die Hütte zu gemacht.


zuletzt bearbeitet 22.09.2012 20:26 | nach oben springen

#6

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 00:50
von passport | 2.638 Beiträge

von Grenzwolf62


Haben sich welche zu der Zeit selbst entlassen?
Ich habe ja grenznah gewohnt und damals wurde unter der Pirker Brücke ein provisorischer Grenzübergang zu Bayern gebaut, da saß so ein Alt-PKE in einer Holzhütte und spielte noch Passkontroller den aber nun wirklich keiner mehr ernst nahm, war traurig wie der Mann als Karikatur seiner selbst rüberkam.
Ich hätte an den seiner Stelle die Bude zu gemacht und mich mit einem "Leckt mich am Arsch" verabschiedet.



GW62 "Nuts"

passport


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 01:04 | nach oben springen

#7

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 07:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #5
Unter der Pirker Brücke war ein Grenzübergang?Wäre mir neu,da es bis zur Grenze doch noch einige Meter waren und die Brücke noch nicht einmal im 5Km-Streifen lag.
Aber letztendlich tuts nichts zur Sache an sich.Als PKE hätte ich auch "Und Tschüss!" gesagt und die Hütte zu gemacht.


Ist schon etwas länger her, du hast recht.
Die provisorische Straße die zum provisorischen Grenzübergang mit der Hütte führte, ging unter der Brücke entlang, oder so leicht links daneben, der Übergang war noch etwas entfernt.


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#8

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 09:40
von Vogtländer (gelöscht)
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Unter der Brücke durch und dann nach links is richtich.Von der Talsperre aus kommend,da haste noch paar Ausfluglokale gehabt.Ist aber nur noch eins da,das beim Bahnhof Pirk (Luftlinie vielleicht 100 Meter) ist schon sehr lange dicht und in nem mehr als erbärmlichen Zustand (Abrisskommandos gibts wohl nicht mehr?).Von der Pirker Brücke aus kommt man ideal in die alten GK's und nach Mödlareuth mit dem Auto (bitte nicht 100 fahren,da sie Straßen dafür zu enge sind und es auch Gegenverkehr gibt.Wie sind die Jungs mit ihren LO's da nur immer ohne Schweißattacken unter den Armen durch bei Gegenverkehr?).
Wo hast Du da gewohnt?


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#9

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 09:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Hallo Vogtländer, relativ nahe, aber nicht im Vogtland, in Stollberg.
Sind so 70 Km, aber damals gings halt da von der AB runter und den Schlängelweg lang, das waren Auto- und Menschenmassen die sich da bewegten, war schon eine krasse Zeit.


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 09:49 | nach oben springen

#10

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 09:57
von Vogtländer (gelöscht)
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Und 1-spurig die Autobahn von/nach Zwickau mit Kopfsteinpflaster.Und wehe,es hatte sich einer heissgefahren oder Du hattest nen Gülle-LKW vor Dir im Sommer.Da ließ die Hinternkarte grüßen in Großbuchstaben.
Stollberg ist ja wirklich nicht weit weg.
Ich wohne an der Talsperre,rechte Seite Richtung Oelsnitz von Planschwitz aus gesehen.Falss Dir das noch was sagt.


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 09:58 | nach oben springen

#11

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 10:06
von Vogtländer (gelöscht)
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Ja,war schon krass die Zeit damals.Die Massen auf den Strassen waren schon heftig.wobei es in den Zügen nach Hof und weiter auch nicht besser war,bedingt auch dadurch,da die Bayern ein 2faches Begrüßungsgeld hatten.Aber alle waren irgendwie gut drauf.
Vielleicht kann ja mal eine/r derjenigen,die in Gutenfürst gedient haben,seine Erfahrungen aus Wendezeiten einstellen.


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#12

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 15:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #4
Zitat von Duck im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Ich glaub ich hätte einfach meinen Kram gepackt und wer Heim zu meiner Frau und meinem Kind gegangen.
War doch nur noch ein Kaspertheater zu der Zeit, oder?


Eigentlich war es wirklich nur noch ein absitzen bzw. abdienen der Zeit...die leider speziell in dieser Phase sehr langsam verging.


Haben sich welche zu der Zeit selbst entlassen?
Ich habe ja grenznah gewohnt und damals wurde unter der Pirker Brücke ein provisorischer Grenzübergang zu Bayern gebaut, da saß so ein Alt-PKE in einer Holzhütte und spielte noch Passkontroller den aber nun wirklich keiner mehr ernst nahm, war traurig wie der Mann als Karikatur seiner selbst rüberkam.
Ich hätte an den seiner Stelle die Bude zu gemacht und mich mit einem "Leckt mich am Arsch" verabschiedet.


Jo,da gab es welche,Z.B. der Bruder meines Schwagers,der hat sich nach Bayern entlassen, ....wo er heute noch lebt.

Anders,also noch früher,machte es ein ehem. Arbeitskollege,der entließ sich auch selbst im Urlaub und flüchtete dann in den Wirren des Jahres 89' über die damalige CSSR in die Bundesrepublik.

Diesen Weg über "Prag" wählten auch 2 Kumpels von mir,aber ohne Angehörige der Armee oder GT zu sein.
Sie hatten die "Fahne" eine Weile hinter sich.

Für einen meiner Kumpels dauerte die "Fahne" etwas länger...er durfte in Schwedt noch für längere Zeit die "Vorteile des Sozialismus" kennenlernen.

Und dazu hab ich jetzt mal eine Frage.
Wurden eigentlich ehem.Schwedt-Insassen zur Reserve herangezogen?

ek40


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 19:00 | nach oben springen

#13

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 18:34
von utkieker | 2.923 Beiträge

Eigentlich mußte das doch eine ganze spannende Zeit gewesen sein! Ich kann mir vorstellen, daß noch im September/ Oktober verstärkter Grenzdienst angesagt war mit Urlaubs- und Ausgangssperre und einen Monat später war alles so easy. Aber was passierte in den Ausbildungsregimentern von Perleberg, Potsdam, Halberstadt oder Glöwen was passierte mit den "Frischlingen", die entweder noch zur GT eingezogen wurden oder noch an den Kanten kommandiert wurden? Was passierte beim Ausgang nach Dienstschluß, wir "Altgedienten" konnten ja nur nach der Frühschicht bis 22 Uhr in den Ausgang, kann mir vorstellen, daß der Ausgang bis Dienstbeginn möglich war und auch das Ausgangsgebiet erweitert wurde?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#14

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 19:27
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Aber wie wirkte sich das auf das Verhaeltnis zu den Westkollegen vom BGS und Zoll aus? Konnten/durften Angehoerige der DDR GT jetzt mit denen auch mal privat reden, oder zumindest mal auf einen Gruss reagieren?


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#15

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 19:33
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #14
Aber wie wirkte sich das auf das Verhaeltnis zu den Westkollegen vom BGS und Zoll aus? Konnten/durften Angehoerige der DDR GT jetzt mit denen auch mal privat reden, oder zumindest mal auf einen Gruss reagieren?



NEIN... das gibts bis zum heutigen Tage nicht.. deshalb wurde ja dieses Forum gegründet und wir machen das jetzt hier heimlich


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
seaman und Pzella 82 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 19:54
von senta | 243 Beiträge

Hallo,

Nach der Grenzöffnung wurde der Dienst ganz locker. Man hatte viel Kontakt mit den Besuchern, die zum Brocken hoch sind. Ich mußte bloß immer aufpassen, daß mein Hund immer an der Leine war. Nicht das sie einen Urlauber für einen GV hält
Wir konnten Dann nach Dienstschluß auch ohne Probleme in den Ausgang. Wie lange weiß ich nicht mehr.
In der Ausbildung waren wir die letzten in Glöwen (05.89 -07.89 ) Danach wurde das Objekt von den Muckern übernommen.

Thomas


05. 89 - 07. 89 Glöwen 4. ABK
07. 89 - 04. 90 Schierke 7. GK


utkieker und haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 20:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #14
Aber wie wirkte sich das auf das Verhaeltnis zu den Westkollegen vom BGS und Zoll aus? Konnten/durften Angehoerige der DDR GT jetzt mit denen auch mal privat reden, oder zumindest mal auf einen Gruss reagieren?
Na klar,gibt es doch genug Film&Fotomaterial.

In nachfolgenden Links wird auch die Mitarbeit auf jener Seite durch Beiträge von "Unserem Krelle" dokumentiert und gezeigt.
Eine sehr interessante Seite,die zu besuchen lohnt!

Ein Lübecker Zollbeamter erinnert sich

"Es war kurz vor 18.00 Uhr, als ich am 9. November 1989 die Grenzaufsichtsstelle Eichholz, die sich im Gebäude des Lübecker Zollkommissariats Süd (ZKom Süd) in der Guerickestraße 2-4 befand, betrat."

Quelle: http://www.grenze-luebeck.de/13707.html

Übrigens zeigt das untenstehende Foto aus dem Link unser Forumsmitglied M.K. mit seinem damaligen Zollhund "Arie".

Guckst du hier:

Quelle: http://www.grenze-luebeck.de/13707.html

Mit Leib und Seele "Zöllner":

Manfred Krellenberg und Zollhund „Arie"

Quelle: http://www.grenze-luebeck.de/13707.html


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#18

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 23.09.2012 20:24
von Mike59 | 7.976 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #14
Aber wie wirkte sich das auf das Verhaeltnis zu den Westkollegen vom BGS und Zoll aus? Konnten/durften Angehoerige der DDR GT jetzt mit denen auch mal privat reden, oder zumindest mal auf einen Gruss reagieren?


Es normalisierte sich.

Mike59

Angefügte Bilder:
Bild.jpeg

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#19

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 16.10.2012 11:40
von GR33 | 7 Beiträge

In der Nacht der Grenzöffnung durften wir nicht auf Spätschicht fahren, die Kollegen draußen mußten länger ran. Früh fuhren wir dann von Treptow aus nach Rudow. Die Straßen alle voll, am VP Revier Treptow Schlange bis zum Horizont wegens Visastempeln, die eigentlich keiner mehr brauchte. Am äußersten Rand unseres GR Abschnittes hab ich den Strom der Neugierigen über die Waltersorfer Chaussee spazieren sehen. Nur Zaun zwischen der Straße und dem Abschnitt. Der Übergang war bis dahin nur Transit Übergang für den Flughafen, ich stand am 10.11. das erste Mal dort. Aber in der Wendeschleife durfte ich trotzdem nicht anhalten, nur langsam rumfahren mit der ETZ.
In der Zeit danach hat sich vieles am Grenzdienst geändert, wir führen nur noch mit Makarov statt mit Kaschi, führten japanische TV Teams durch den Abschnitt, kamen besoffen aus Neuköllner Kneipen, tauschten mit Touristen Uniformteile gege bares, wir sollten den Abschnitt eigentlich nur noch gegen Schmuggler schützen und dass keienr was abbaut (Original Aussage zur Vergatterung!), die Dienstzeit wurde verkürzt. Ende April 1990 war ich zu Hause, nach einem knappen Jahr Wehrdienst.


Ausbildung von 05-08/89 in Wilhelmshagen, 08/09-04/90 GR33 "Heinrich Dorrenbach" in Treptow


terraformer1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Grenzdienst nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 16.10.2012 21:00
von Jackson | 102 Beiträge

Wie schon mal geschrieben, wir sind am 8. mit Alarm raus geflogen und haben in dieser Nacht den Grenzübergang in Hessen nahe Veltheim Provisorisch aufgebaut. Da sich das vordere Tor nicht mehr öffnen ließ, mußte ich die Scharniere Abbrennen, da ich der einzige in der Gruppe war der auf die schnelle Erfahrung mit dem Brennschneider hatte. Das TWN hatte freundlicher Weise von Westlicher Seite mit ihren aufgefahrenen Fahrzeugen Licht gespendet.
Nach dem 9. hatten wir keine richtigen Aufgaben mehr. Einige wurden vorzeitig entlassen, weil deren Betrieb deswegen angefragt hatten. Wir hatten nur noch mit Aufräum arbeiten in der Kompanie und im Dörflichen Park zu tun, Langeweile. Ich hab dann auch Urlaub genommen, durfte meinen Persie auf der Örtliche VP Stelle abholen und offiziell als Angehöriger der GT nach dem Westen fahren.



terraformer1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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