#21

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 07:31
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Das kann man schon verstehen, wer im tiefsten Herzen Kommunist war, oder ist, für den muss eine Welt zusammengebrochen sein.


zuletzt bearbeitet 20.09.2012 07:32 | nach oben springen

#22

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 09:19
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Man muss auch bedenken, dass es in vielen Familien Traditionen gibt, die junge Männer in den Millitärdienst trieben/treiben.
Diene deiner Heimat und sie dienten ihrer Heimat.

Das ist nicht immer politisch motiviert, sondern ich würde es eher als Job einstufen, daher hab ich persönlich keine Gewissensprobleme wenn ein Soldat NVA plötzlich Soldat BW wurde.
Das eigentliche Problem sehe ich darin, dass man wegen des kalten Krieges den Millitärdienst, insbesondere auch in der DDR, viel zu sehr politisiert hat, soll heissen, Systemverteidigung statt Heimatverteidigung.
Das muss jeder Soldat mit sich selber ausmachen warum er Soldat ist.
Ist doch im Polizeidienst nicht anders, man dient keinem System sondern dem Volk.
Klar, ist das System mit dem eigenen Gewissen auf Konfrontation, dann wird man wohl keinen Bock haben zu dienen und viele haben deshalb auch den Dienst quittiert.

Wendehälse, die diese Bezeichnung wirklich verdienen, gabs sicher auch reichlich, aber man sollte, wie in vielen anderen Themen und Fällen zur Zeitgeschichte auch, nüchtern analysieren und man muss aufpassen nicht in Pauschalurteile abzudriften.

Für uns in der DDR, war der Westen und somit die BW der Feind, das Böse, böse Menschen wie uns eingemeisselt wurde.
Doch sind/waren sie das pauschal wirklich?
Auch wenn ich diese Gesellschaftsordnung, in der wir jetzt leben, nicht als der Weisheit letzten Schluss betrachte, unser Feind von damals ist nicht mehr oder minder böse wie wir aus der DDR, für die BW war die NVA ja auch der Feind und man hätte sagen können wir übernehmen nicht einen.

Die Geschichte, hat uns Deutsche zu Feinden gemacht und auch die Geschichte hat uns wieder zusammen geführt, und das ist gut so, wär ich gläubiger Christ würde ich jetzt sagen, der liebe Gott hat es so gewollt.
Das eigentliche Problem dieses Zusammenschlusses beider deutscher Staaten ist, dass so wenig aus dieser grossen Chance gemacht wurde.
Dieses totale Einverleiben des einen maroden Systems in das andere marode System, war ein schwerer Fehler, denn man hätte besser voneinander lernen können, aber das war vom Kapital her nicht gewollt und das Volk der DDR, war im trunkenen Taumel der neuen Freiheit blind und taub, ich schliess mich da nicht aus.
Auch sollte nur der Osten vom Westen lernen, dass man hätte im Westen auch vom Osten lernen können, darauf sind wohl nur wenige gekommen.
Und so war es sicher auch bei den Soldaten die von der NVA zur BW kamen.
Ich hatte in dem einen Film gesehn, dass Offiziere um bis zu 2 Grade degradiert wurden.
Ich weis nicht, ob ich als Offizier soweit hätte buckeln können, mich soweit erniedrigen zu lassen nur um weiter Soldat zu sein, kommt sicher auf die Lebensumstände an.
Die Ausbildung in der NVA war zwar anders wie in der BW, aber sicherlich nicht schlechter.
Klar, musste man nun neue Dinge lernen, aber die Leute gleich um 2 Grade degradieren, dass geht doch garnicht.
Nicht zu vergessen wir Reservisten, wir sind alle unserer Dienstgrade entledigt, sowas gabs noch nirgendwo in der Geschichte.
Aber nun ja, so ist das wenn man eine Vasallenregierung hat, die sich von einem anderen Land einen Einverleibungs/Vereinigungsvertrag vorlegen lässt und nur noch sein Wilhelm drunter setzt.
Für mich sind das die grössten Volksverräter, die wiederspruchslos das ganze Land abgetreten haben, aber naja das ist ein anderes Thema.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#23

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 10:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern
An dieser Stelle schreibe ich mal [...] in diesem Forum zu lesen oder zu schreiben: ...
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #9
Allerdings bin ich kein Jurist, [aber] das weiß man.
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #17
Bezugnehmend auf die eidesmäßige Bindung an den Staat DDR sei nochmals darauf verwiesen, dass der amtierende Verteidigungsminister der DDR mit seinem Tagesbefehl vom 2.10.1990 alle Angehörigen der NVA und den anderen vereidigten bewaffneten Organe formal-juristisch von ihrem auf die DDR geschworenen Eid entbunden hat.


Nun beschränken sich hier nur Wenige auf das Schreiben ohne zu lesen, also hoffe ich jetzt mal. Und was 'man' so alles weiß, naja ...

Das Eides-Dilemma bezieht sich nicht auf den (von Einigen despektierlich genannten) Ver-Eppelmann-Eid. Die Entbindung von diesem mag ja 'formal-juristisch' zum Ende der DDR in Ordnung gehen. Ein auch sonst gern hinter die Kulissen guckender Nutzer des anderen Forums hat sich vor Jahren schon die Mühe gemacht, eine Internetpräsenz zu diesem Thema zu gestalten ... http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2010/08...es-dilemma.html

Vielleicht hilft ja auch noch mal einen Blick in den Tagesbefehl vom 20.7.90, damit der Groschen fällt ...
Der 'Amtierende' versuchte da schon, es sich sehr einfach zu machen. Mir drängten sich damals sogar gedankliche Paralellen zum 2.8.34 auf. Na so heftig wars zum Glück für mich dann doch nicht.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#24

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 17:24
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das war halt damals eine Uebergangszeit. Wer Soldat im Osten war und sich dabei wohl fuehlte der versuchte natuerlich dabei zu bleiben, auch wenn es unter der Flagge der BW weiterging. In den fuenfziger Jahren war es doch auch so. Ehemalige Angehoerige der Wehrmacht spielten damals entscheidente Rollen beim Aufbau der BW und NVA.


nach oben springen

#25

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 21:45
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #23
Zitat von Ex-Huf im Beitrag RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern
An dieser Stelle schreibe ich mal [...] in diesem Forum zu lesen oder zu schreiben: ...
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #9
Allerdings bin ich kein Jurist, [aber] das weiß man.
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #17
Bezugnehmend auf die eidesmäßige Bindung an den Staat DDR sei nochmals darauf verwiesen, dass der amtierende Verteidigungsminister der DDR mit seinem Tagesbefehl vom 2.10.1990 alle Angehörigen der NVA und den anderen vereidigten bewaffneten Organe formal-juristisch von ihrem auf die DDR geschworenen Eid entbunden hat.


Nun beschränken sich hier nur Wenige auf das Schreiben ohne zu lesen, also hoffe ich jetzt mal. Und was 'man' so alles weiß, naja ...

Das Eides-Dilemma bezieht sich nicht auf den (von Einigen despektierlich genannten) Ver-Eppelmann-Eid. Die Entbindung von diesem mag ja 'formal-juristisch' zum Ende der DDR in Ordnung gehen. Ein auch sonst gern hinter die Kulissen guckender Nutzer des anderen Forums hat sich vor Jahren schon die Mühe gemacht, eine Internetpräsenz zu diesem Thema zu gestalten ... http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2010/08...es-dilemma.html

Vielleicht hilft ja auch noch mal einen Blick in den Tagesbefehl vom 20.7.90, damit der Groschen fällt ...
Der 'Amtierende' versuchte da schon, es sich sehr einfach zu machen. Mir drängten sich damals sogar gedankliche Paralellen zum 2.8.34 auf. Na so heftig wars zum Glück für mich dann doch nicht.


Hallo 94er,

besten Dank für Deine Gedanken, die man natürlich beabsichtigt zusammenhanglos bei o.a. Zitatweise in bester Mobbing-Absicht "ablassen" kann. Vermutlicherweise bist Du von nicht erkennbarer Seite auch dazu verdonnert worden?
Dessen ungeachtet versichere ich Dir und Deinen möglicherweise nahestehenden "Auftraggebern", so zumindest mein Eindruck, ich werde mich Deinen verschleierten bzw. unverständlichen Äußerungen nicht beugen.
Aus meiner Sicht bist Du ein Täuscher vor dem Herrn.

Ex-Huf


nach oben springen

#26

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 21:48
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Täuscher oder Täufer?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#27

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 22:10
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #26
Täuscher oder Täufer?

Muss man das verstehen??
Theo


nach oben springen

#28

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.09.2012 22:14
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Sicher, es gibt schließlich erhebliche Unterschiede zwischen beiden und bei @94 seinen Bibelkenntnissen.... also möglich... und unmöglich soll ja nichts...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 20.09.2012 22:14 | nach oben springen

#29

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.09.2012 07:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Also Vorsicht bei Nicknamen wie z.B. Johannes


nach oben springen

#30

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.09.2012 14:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Ach Huf, wars gestern abend mal wieder bissel spät? Vermutlich bist Du von nicht erkennbarer Seite auch dazu verdonnert worden? Nö! Aber da kaum eine Frage nicht so einfach, wie Du es Dir oft und gerne wünschst, zu beantworten ist, möchte ich eine Gegen- oder besser gesagt weiterführende Frage stellen: Wen genau meinst Du mit 'auch' noch? Sehe ich da Verschwörungstheorien in und um Deinen Kopf kreisen? Das zumindest würde den Vorwurf des Mobbings erklären.
Nochmal zur Sache, da xobor endlich die Zitate-Funktion mMn recht sinnvoll gestaltet hat, warum sollte ich diese dann nicht nutzen? Ein Klick leitet den Leser zum Orginalbeitrag und so kann man sich sehr einfach selbstständig einen Eindruck verschaffen, wie stark (oder auch nicht!) Äußerungen aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
So wie Dein Verweis auf den Tagesbefehl am Vorabend der deutschen Einheit. Und genau dieser nicht vorhandene Zusammenhang mit dem bis dahin diskutiertem Thema brachte mich auf und ließ mich den Verweis auf Veiths Website zu diesem Thema platzieren. Hast'n Dir überhaupt mal angeschaut, diesen Link? Oder sollte ich mit meinem Hinweis auf Dein Lesen ODER Schreiben garnicht so arg daneben gelegen haben?

Pass ma uff, 'n Vorschlag zur Güte ... Da das Thema Eid Dir ja scheinbar nicht so unegal ist, lass uns doch mal gemeinsam eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema ausarbeiten. Wäre ja vielleicht für ein Forumstreffen oder einen Osseriabesuch vielleicht ein Topic. Und vielleicht bietet sich ja auch noch ein Moderator an. Ein Thema könnte vielleicht sein ...

Die Bedeutung eines geleisteten Eides im (angenommenen) Streitgespräch zwischen Hasso von Manteuffel und Paul Erdmann.

Bissel viel vielleicht, meinste nicht auch? Da sollte doch auch viel leicht dann von der Hand gehen, odär?

Weblinks
http://de.wikipedia.org/wiki/Hasso_von_Manteuffel
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40605716.html
http://de.wikipedia.org/wiki/J._A._Topf_und_S%C3%B6hne
http://www.topfundsoehne.de/cms-www/file...andreichung.pdf

P.S. Achso, zu Deiner Sicht ... also wenn Du Dich da mal nicht täuschst *breitesgrins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 21.09.2012 14:06 | nach oben springen

#31

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.09.2012 22:52
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #24
Das war halt damals eine Uebergangszeit.d Wer Soldat im Osten war und sich dabei wohl fuehlte er versuchte natuerlich dabei zu bleiben, auch wenn es unter der Flagge der BW weiterging. In den fuenfziger Jahren war es doch auch so. Ehemalige Angehoerige der Wehrmacht spielten damals entscheidente Rollen beim Aufbau der BW und NVA.


entschuldige bitte , ein größeren scheiß habe ich hier im forum noch nicht gelesen !!!



nach oben springen

#32

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.09.2012 23:06
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #31
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #24
Das war halt damals eine Uebergangszeit.d Wer Soldat im Osten war und sich dabei wohl fuehlte er versuchte natuerlich dabei zu bleiben, auch wenn es unter der Flagge der BW weiterging. In den fuenfziger Jahren war es doch auch so. Ehemalige Angehoerige der Wehrmacht spielten damals entscheidente Rollen beim Aufbau der BW und NVA.


entschuldige bitte , ein größeren scheiß habe ich hier im forum noch nicht gelesen !!!


Fakt ist das in der Anfangsphase der NVA tatsächlich ehemalige Wehrmachtsoffziere herangezogen wurden, weil der junge Arbeiter- und Bauernstaat noch keine Offiziere hatte die die nötigen Erfahrungen mitbrachten. Als dieses Defizit behoben wurde, wurden aber diese Offiziere in den Ruhestand geschickt. Ich glaube zu diesem Thema kam auch vor kurzen eine Doku im Fernsehen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


zuletzt bearbeitet 21.09.2012 23:06 | nach oben springen

#33

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 08:43
von Uleu | 528 Beiträge

Mit Freund aus Feind ist das so eine Sache ...
Auf die einzelne Person bezogen sicher gut möglich. Ich habe gute Kameraden wenn nicht Freunde unter den Soldaten der BW gefunden, wir ticken ähnlich, und ich denke manchmal vor 80 Jahren hätten wir wohl die gleiche Uniform angehabt. Soldaten eben. Verlässliche Kameraden.
Mit der BW als Institution fällt das vielen schon schwerer, jahrelang bekämpft, als Feind angesehen, und von einem Tag auf den anderen Freunde ?
Was ich gar nicht verstehen kann, wie man sich beim Wechsel der Uniform degradieren lassen kann. Für mich stand die Frage nicht, aber hätte ich auch nie gemacht.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#34

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 09:41
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Was mich immer wieder fasziniert bei solchen Themen ist, wie immer wieder der Eindruck erweckt wird, dass das alles ein einziger Rumms war und dann war alles anders: Rumms - NVA weg - Zack - rein in die BW.

Auch wenn der ganze Übergang nur knapp 11 Monate währte (gerechnet vom 09.11.89 - 02.10.90), dann war dies doch eine Zeit, in der ein Umdenken erfolgen, eine Neuorientierung für das Leben vorgenommen werden konnte. Vielleicht ist es etwas platt, aber man gestatte mir mal den Vergleich zur Trennung eines Ehepaares. Es ist eines der Phänomene solcher Trennungen, dass Menschen, die noch kurz zuvor sich liebten, oder zumindest annahmen, dass sie es täten, die noch kurz zuvor bereit waren, Tisch und Bett miteinander zu teilen, von einem Tag auf den anderen regelrecht zu Feinden werden können (es gibt auch andere Formen der Trennung, jaja - das weiß ich). Viele von uns Offizieren waren plötzlich einfach ernüchtert, fühlten sich hintergangen, betrogen von einer Partei- und Staatsführung, die nicht das verkörperte, was man jahrelang hatte sehen wollen. Einigen war das sofort klar, andere brauchten länger und wiederum andere wollten es nie wahrhaben. Manche wendeten sich sofort mit Wut und Enttäuschung ab, ähnlich wie im oben genannten Beispiel der Trennung eines Paares. Andere versuchten, erst einmal mit der neuen Lage klarzukommen. Bis eben noch war man der Gute, zwar nicht unbedingt in der Wahrnehmung der Gesellschaft, aber in revolutionärem Sinne schon irgendwie, und plötzlich wird man mit Vorwürfen überhäuft. Versucht man, seine alten Positionen zu erklären, ist man ein Betonkopf, versucht man, sich neuen zuzuwenden, ist man ein Wendehals. Innerhalb der Armee wirft man sich in der einen Richtung Blindheit, in der anderen Richtung Verrat vor.

Das ist keine gute Voraussetzung, um in Ruhe über das weitere Leben nachzudenken. Nein, ich will nicht rumheulen. Immerhin hatte ich selbst Riesenglück in der Sache. Ich hatte eine neue Heimatstadt gefunden, hatte eine neue Beziehung in der Zeit, hatte die Musik und die Band und war in einer Gruppe von Offizieren, in der schon seit 1988 ein offenes und kritisches Klima geherrscht hat. Aber plötzlich brauchte ich einen neuen Beruf. Und dann kommt so die Frage: Was kannste denne, womit man im zivielen Leben Geld verdienen kann? Wenn ich mal die Möglichkeit des Wechsels in eine kriminelle Laufbahn weglasse: Nüscht! Die Bundeswehr machte Übernahmeangebote, allerdings nur mit den Dienstgraden nach den Anrechnungszeiten der BW. Da ich lange Leutnant gewesen war, blieb ich sogar Hauptmann, obwohl ich erst im Mai 1989 dazu befördert worden war. Andere wurden zurückgestuft. Das konnte man dann schon akzeptieren, zumal es bei uns nur noch darum ging, das Studium abzuschließen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#35

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 12:06
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo,

nicht alle wurden nach Schema F einfach "degradiert". Man versuchte die Dienstgrade den Dienstjahren, die bei der BW üblich waren anzupassen. Daher gab es auch einige mit genügend Dienstjahren die ihren Dienstgrad behielten.

Ich kenne eini9ge Offiziere, die damit kein Problem hatten ( haben) und sogar froh sind, dass es die Wende gegeben hat.

Es lebt sich wesentlich entspannter ohne den EISERNEN VORHANG in Deutschlands Mitte.

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.09.2012 12:15 | nach oben springen

#36

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 12:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #33
Was ich gar nicht verstehen kann, wie man sich beim Wechsel der Uniform degradieren lassen kann. Für mich stand die Frage nicht, aber hätte ich auch nie gemacht.


Du glaubst ja gar nicht welch entwürdigende Dinge manche in Kauf nahmen, nur um [kurzzeitig] bei der DVP unterzukommen. Lediglich wer aus unserer DE zur K wechselte behielt in der Regel seinen Dienstgrad, der Rest nahm teilweise 3 und mehr Herabstufungen in Kauf.
OSL M. ließ sich gar als Obermeister übernehmen, mit Leiter einer Abt. wars dann vorbei.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 22.09.2012 12:42 | nach oben springen

#37

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 13:38
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #20
Zitat von glasi im Beitrag #19
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #17
Bezugnehmend auf die eidesmäßige Bindung an den Staat DDR sei nochmals darauf verwiesen, dass der amtierende Verteidigungsminister der DDR mit seinem Tagesbefehl vom 2.10.1990 alle Angehörigen der NVA und den anderen vereidigten bewaffneten Organe formal-juristisch von ihrem auf die DDR geschworenen Eid entbunden hat.
Was daraus der Einzelne moralisch gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt, das muss man auch beachten.
Aber niemand sollte hier heucheln, er sei bis ans Lebensende der DDR verpflichtet.

VG Ex-Huf

So ist es. 11000 Soldaten sind von der NVA übernommen wurden. Es hatten sich mehr beworben. Also irgentwas hat die propaganda falsch gemacht. Sonst wäre doch die ganze Armee in denn Ruhestand gegangen


Wie sagte schon mal jemand,es gibt immer Wendhälse...ABER sicher wußten es einige nicht anders(es wurden ja auch kaum altgediente übernommen!!)und dann hatten sie auch Familien die versorgt werden mußten..

Sie waren jung und brauchten das Geld

Nun ja. Du sagst Wendehälse? Es ist keine Schande sich einer demokratische Armee anzuschließen. Das Wort Wendehals würde ich für berufssoldten der Wehrmacht in denn Mund nehmen die sich der NVA oder der Bw angeschloßen haben.Klar! Mann brauchte sie. Aber sind wir mal ehrlich. Von der idiologie paßte das doch überhaupt nicht.



nach oben springen

#38

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 14:17
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #37
Es ist keine Schande sich einer demokratische Armee anzuschließen.


Wie stelle ich mir so eine demokratische Armee vor? Die Kommandeure der einzelnen TT und Einheiten stellen ihre jeweilige Planung vor und anschließend wird abgestimmt, ob die geplanten Handlungen auch die Zustimmung der Mehrheit finden? Ich war immer froh Befehle nicht erst lange ausdiskutieren zu müssen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 22.09.2012 14:18 | nach oben springen

#39

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 14:43
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #37
Zitat von Pitti53 im Beitrag #20
Zitat von glasi im Beitrag #19
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #17
Bezugnehmend auf die eidesmäßige Bindung an den Staat DDR sei nochmals darauf verwiesen, dass der amtierende Verteidigungsminister der DDR mit seinem Tagesbefehl vom 2.10.1990 alle Angehörigen der NVA und den anderen vereidigten bewaffneten Organe formal-juristisch von ihrem auf die DDR geschworenen Eid entbunden hat.
Was daraus der Einzelne moralisch gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt, das muss man auch beachten.
Aber niemand sollte hier heucheln, er sei bis ans Lebensende der DDR verpflichtet.

VG Ex-Huf

So ist es. 11000 Soldaten sind von der NVA übernommen wurden. Es hatten sich mehr beworben. Also irgentwas hat die propaganda falsch gemacht. Sonst wäre doch die ganze Armee in denn Ruhestand gegangen


Wie sagte schon mal jemand,es gibt immer Wendhälse...ABER sicher wußten es einige nicht anders(es wurden ja auch kaum altgediente übernommen!!)und dann hatten sie auch Familien die versorgt werden mußten..

Sie waren jung und brauchten das Geld

Nun ja. Du sagst Wendehälse? Es ist keine Schande sich einer demokratische Armee anzuschließen. Das Wort Wendehals würde ich für berufssoldten der Wehrmacht in denn Mund nehmen die sich der NVA oder der Bw angeschloßen haben.Klar! Mann brauchte sie. Aber sind wir mal ehrlich. Von der idiologie paßte das doch überhaupt nicht.


Kann man auch nicht grundsätzlich pauschal so sagen.
Es gab viele Offiziere aus ganz alten Offiziersfamilien, die aus Familientradition in die Armee des Landes eintraten und die Offizierslaufbahn beschritten.
Nicht alle Wehrmachtsoffiziere waren gänzlich überzeugte Nazis, denn wenn das so wäre, hätte es den Stauffenberger Kreis und andere ähnliche Bestrebungen nie gegeben, und gerade auch die kamen aus alten Offiziersfamilien mit Soldatentradition über Generationen.

Uns so, schätze ich, hat es auch viele NVA Offiziere gegeben, die moralisch eher dem Volk, der Heimat weiter dienen wollten und nur im Eid dem Staate verpflichtet waren, in der Seele aber der Heimat.
Die Armee, die mich heute als Bürger der Bundesrepublik Deutschland beschützt, ist nunmal die Bundeswehr und ich finde es nicht verwerflich, eher positiv, wenn alt gediente aus der NVA heute Teil dieser Armee sind, ist ja bei der Polizei nicht anders.
Wie jeder Soldat moralisch damit selber umging, ist ja seine Sache.
Wer natürlich aussschliesslich nur dem sozialistischem Staat diente, der wird vermutlich Probleme damit haben heute einem anderen System zu dienen.
Wer aber dem Volk dient, was der eigentliche Sinn des Soldat seins auch ist, der kommt sicher auch in der Bundeswehr bestens zurecht.
Ich, mit meiner Grundeinstellung zum Soldat sein, hätte als betroffener kein Problem damit gehabt und hätte mich auch nicht als Wendehals gesehn.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#40

RE: Aus Feind wird Freund Als die NVA die Waffen streckte

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.09.2012 22:36
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #38
Zitat von glasi im Beitrag #37
Es ist keine Schande sich einer demokratische Armee anzuschließen.


Wie stelle ich mir so eine demokratische Armee vor? Die Kommandeure der einzelnen TT und Einheiten stellen ihre jeweilige Planung vor und anschließend wird abgestimmt, ob die geplanten Handlungen auch die Zustimmung der Mehrheit finden? Ich war immer froh Befehle nicht erst lange ausdiskutieren zu müssen.


was für eine 'armee' ???



nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Unfälle mit der Waffe
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Aki
100 10.04.2016 11:12goto
von malibu46 • Zugriffe: 5127
Bummis Waffen und dessen Ausbildung
Erstellt im Forum Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ von Beethoven
122 15.02.2016 18:40goto
von 94 • Zugriffe: 6128
Werkzeug als Waffe, Waffe als Werkzeug, wann, wie?
Erstellt im Forum Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ von SET800
0 07.02.2015 21:50goto
von SET800 • Zugriffe: 1043
Welch Waffe ist das???
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Boelleronkel
4 24.04.2013 23:40goto
von Grenzwolf62 • Zugriffe: 1153
Aus Feinde werden Freunde
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Wanderer zwischen 2 Welten
43 11.04.2012 13:36goto
von exgakl • Zugriffe: 1906
Freunde, die die Welt regieren
Erstellt im Forum Themen vom Tage von Polter
14 10.11.2011 18:54goto
von Polter • Zugriffe: 683
ZDF Blickpunkt: Aus Feind wird Freund
Erstellt im Forum Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR von VNRut
103 02.02.2014 20:19goto
von exgakl • Zugriffe: 7831

Besucher
24 Mitglieder und 53 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 2526 Gäste und 134 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14367 Themen und 557815 Beiträge.

Heute waren 134 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen