#81

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 10:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#82

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:23
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann es war, dass Chile einen wichtigen Platz in meinen Gedanken einnahm. Es muss so um 1968/69 gewesen sein, als ich in meiner neuen Schulklasse ein Mädchen kennen lernte, dass sehr ruhig und verschlossen war. Bei einer Hausaufgabe, die wir in Gruppen anfertigen mussten, lernte ich sie näher kennen. Ich erfuhr von ihr viele spannende und interessante Dinge über ein Kontinent, von dem ich nur wusste, das es ihn gibt – Südamerika. Meine Schulfreundin hat mit ihren Eltern bis zu ihrem 10. Lebensjahr viele Jahre in Guatemala gelebt und hat mit Begeisterung von dem Land und insbesondere den Menschen erzählt. Und auch Vergleiche angestellt mir dem Leben in der DDR. Und beide sind wir zu dem Schluss gekommen, dass uns in der DDR etwas fehlt - die Fröhlichkeit und Herzlichkeit der Menschen. Wir waren damals 11 – 12 Jahre jung und unser Aufenthalt im Ausland scheint uns geprägt zu haben.

Und dann kam in Chile die Zeit der Unidad Popular. Über die politischen Hintergründe haben wir uns keine Gedanken gemacht. Für uns hat nur eins gezählt – es gab da einen Präsidenten, der alles in seiner Macht stehende tun wollte, damit es den Menschen in Chile besser geht. Was für uns selbstverständlich war, die Pausenmilch sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wollte er für alle Kinder in Chile durchsetzen – Jedes Kind sollte täglich kostenlos einen halben Liter Milch bekommen. Das war für uns Fortschritt in kleinen Schritten, den wir in unzähligen Solidaritätsaktionen unterstützt haben. Nicht wenige haben uns damals belächelt. Aber das war uns egal. Wir haben uns für eine gute Sache eingesetzt.

Die Zeit verging, wir wurden älter und begriffen, mit welchen Problemen und Anfeindungen Chile und Salvador Allende kämpfen mussten. Das man die Entwicklung in Chile gewaltsam aufhalten könnte, kam uns nicht in den Sinn. Es erreichten uns aber immer mehr Nachrichten über die Zuspitzung der Lage in Chile.

Und dann im Sommer 1973 hatten wir endlich persönlich die Möglichkeit auf Chilenen zu treffen. Überall wo in Berlin Mitglieder der chilenischen Delegation zu den X. Weltfestspielen auftauchten, wurden sie sofort umringt, befragt und wurde ihnen Mut zugesprochen. Und wenn man sich nicht verständigen konnte, hat man einfach gemeinsam gesungen. Ich hatte damals das Gefühl, dass sie einerseits sehr müde waren, anderseits aber jede Minute in Berlin genossen und somit wieder Kraft tanken konnten. Aber auch wir haben Hoffnung geschöpft, dass die Welt schon nicht zulassen wird, dass man in Chile die Uhren wieder zurück dreht.

Das neue Schuljahr begann. Und die Meldungen aus Chile überschlugen sich. Dann der Militärputsch. Zuerst war ich gelähmt und mit den Todesnachrichten kam die Trauer. Und die Gedanken gingen an die Chilenen, die man im Sommer persönlich kennen gelernt hat. Irgendwann hat man alle Hoffnungen begraben.

Erst sehr viel später, es waren 2 Jahrzehnte, habe ich Pablo Neruda und Isabel Allende gelesen. Ich war vorher einfach zu feige mich mit diesem Schmerz, den begrabenen Hoffnungen aus der Zeit auseinander zu setzen.

Die Chilenen waren da mutiger:

Nerudas Begräbnis, das in dieser Form wohl nur wegen der Anwesenheit ausländischer Kamerateams möglich war, wurde zum ersten großen öffentlichen Protest gegen die Militärjunta. Am 25. September 1973 wurden in Santiago de Chile Nerudas sterbliche Überreste zwischen zwei Reihen bewaffneter Soldaten zu Grabe getragen. Ein „Vorrufer“ rief laut in die Menge «¡Camarada Pablo Neruda!», die Menge antwortete mit «¡Presente!», dann wieder «¡Camarada Pablo Neruda!» – «¡Presente!» und schließlich «¡Camarada Pablo Neruda!» – «¡Presente, ahora y siempre!», also „Genosse Pablo Neruda!“ – „Anwesend!“, „Genosse Pablo Neruda!“ – „Anwesend!“, „Genosse Pablo Neruda!“ – „Anwesend, jetzt und immer!“. Das gleiche Spiel wiederholte sich mit «¡Camarada Salvador Allende!» und «¡Compañero Víctor Jara!». An seinem Grab wurde die Internationale gesungen. Die Schriftstellerin Isabel Allende beschreibt in ihrem Roman Das Geisterhaus folgerichtig das Begräbnis als „symbolisches Begräbnis der Freiheit“.

LG von der grenzgaengerin


Feliks D., seaman, DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2013 11:27 | nach oben springen

#83

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:35
von seaman | 3.487 Beiträge

"Man sagt, dass Demokratie hin und wieder in Blut gebadet werden muss, damit sie weiterhin eine Demokratie sein kann."

Militärdiktator Augusto Pinochet Ugarte


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#84

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:36
von seaman | 3.487 Beiträge

Chile/Putsch 1973:

Unmittelbar nach dem Putsch gab es die meisten Opfer, sowohl von Folterungen wie von politischen Morden. Allein am 11. September wurden 2.131 Menschen aus politischen Gründen verhaftet, bis Ende des Jahres waren es 13.364.
Opfer waren vor allem Mitglieder und Sympatisanten von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Die Festnahmen erfolgten meist in Fabriken, Universitäten und Gebäuden von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Öffentliche Gebäude wie Stadien, Konferenzhallen und Schulen wurden zu Konzentrationslagern umgerüstet.
Der berühmteste Fall ist das Estadio Nacional, in dem alleine mehr als 40.000 Gefangene zusammengetrieben worden sind. Darüber hinaus gab es in Pisagua und Chacabuco ein KZ und die berüchtigte Colonia Dignidad wurde ebenfalls zu Folterungen benutzt.
Im Nationalstadion von Santiago wurden die Opfer interniert, viele von ihnen gefoltert und getötet. Etliche Menschen verschwanden spurlos und auf bis heute ungeklärte Weise.
Schätzung von Amnesty International mit bis zu 30.000 Toten alleine im ersten Jahr der Diktatur.........???
Viele Verfolgte der Junta wurden durch DDR-Hilfe vor dem sicheren Tod bewahrt und auch mit Hilfe der HVA ausser Landes gebracht.

seaman


zuletzt bearbeitet 11.09.2013 11:41 | nach oben springen

#85

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:45
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
eine politische Einschätzung, auch für den 9,11.1989:

Viele Revolutionen scheitern an der Konterevolution weil die Massen des Volkses kein volkswirtschaftliches Bewußtsein haben, das war auch in der DDR leider so.
In Abwandlung von W. Churchills "Blut, schweß und Tränen" gilt eben daß die materiellen Bedingungen sich nur langsam verbessern können. Der KonsumVERBRAUCH einer Obershcicht ist auf das gesamte Volk umgelegt nämlich lächerlich klein.

Weder Honnecker in Wandlitz noch die Aldi-Brüder in Essen VERBRAUCHTEN viel, nur die Machtfrage ändert sich schnell, nicht die verfügbare Konsummenge nach einer Revolution!

Und ungeduldige Unwissende können leicht von der Konterevolution korrumpiert werdne, LKW-Fahrer in Chile, Bannanen und Begrüßungsgeld....



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#86

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:47
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

Ist ja alles richtig, war gut wie die DDR viele Menschen retteten?
Nur warum wurden die Linken Chilenen , laut einem rbb Bericht, von IM beobachtet.?
Warum durfte eine junge Kommunistin keinen Chilenen heiraten?


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#87

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 11:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #86
Ist ja alles richtig, war gut wie die DDR viele Menschen retteten?
Nur warum wurden die Linken Chilenen , laut einem rbb Bericht, von IM beobachtet.?
Warum durfte eine junge Kommunistin keinen Chilenen heiraten?


Kann ich nicht beantworten.
Was in Chile ablief eher...
seaman


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#88

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 12:05
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #85
Hallo,
eine politische Einschätzung, auch für den 9,11.1989:

Viele Revolutionen scheitern an der Konterevolution weil die Massen des Volkses kein volkswirtschaftliches Bewußtsein haben, das war auch in der DDR leider so.
In Abwandlung von W. Churchills "Blut, schweß und Tränen" gilt eben daß die materiellen Bedingungen sich nur langsam verbessern können. Der KonsumVERBRAUCH einer Obershcicht ist auf das gesamte Volk umgelegt nämlich lächerlich klein.

Weder Honnecker in Wandlitz noch die Aldi-Brüder in Essen VERBRAUCHTEN viel, nur die Machtfrage ändert sich schnell, nicht die verfügbare Konsummenge nach einer Revolution!

Und ungeduldige Unwissende können leicht von der Konterevolution korrumpiert werdne, LKW-Fahrer in Chile, Bannanen und Begrüßungsgeld....


Nagel auf den Kopf getroffen, sage ich da nur. Die Erwartungshaltung ist bei solcherart Umwälzungen groß. Es soll alles gleich und sofort besser werden.
Wenn es dann nicht sofort eintritt, das Erhoffte (oder auch Versprochene), aus welchen Gründen auch immer, handwerkliche Fehler, Fehleinschätzung der realen Möglichkeiten, Widerstand der Entmachteten u.v.m., haben die vorher Herrschenden dann ein realtiv leichtes Spiel, die Sache wieder umzukehren. Seht her, was sie Euch versprochen haben und Euch geht es schlechter als vorher ! Aber nicht sagen, daß sie alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, damit es schlechter als vorher ist. Klar, die mangelhaften Kenntnisse über zwingende ökonomische Zusammenhänge beim Großteil der einfachen Bevölkerung, und diese stellen nun mal die Mehrheit, bildet für eine Konterrevolution dann eine gute Grundlage.
Der Putsch in Chile war für solche Vorgänge nicht das einzige Beispiel, weltweit, auch hier in Deutschland.



grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2013 12:07 | nach oben springen

#89

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 12:14
von seaman | 3.487 Beiträge

Meine Meinung:

Fakt ist für mich,dass es den gesellschaftlichen Fortschritt mit demokratischen Wahlen in Chile alleine nicht geben konnte.
Er musste erkämpft werden,wobei damit nicht unbedingt zuerst der bewaffnete Kampf gemeint sein soll.
Dann muss das Ergebnis aber mit Zähnen und Klauen verteidigt werden,sofern dieser gesellschaftliche Umschwung auch von den meisten Schichten eines Volkes getragen werden soll.Soll heißen,das Volk muss mehrheitlich erkennen können,was es verteidigt und zu verlieren hat.Das internationale Kapital hat das schon immer beherzigt und schlägt bei den kleinsten Freiheitsbestrebungen brutal zu,wie die Geschichte nicht nur in Chile bisher bewiesen hat.
Praktisch sah das in Chile aus meiner Sicht so aus:
Man hatte den gesamten Mittelstand nicht für sich gewinnen können und machte ihn sich durch gewaltsame Durchsetzungen wie z.b. Bodenreform mit Hilfe paramilitärischer Milizen zum Feind.(Bauern und Fuhrunternehmer z.b.).
Auch die mangelnde vorhergehende Überzeugungsarbeit bei Nationalisierungen machte die einheimische Oligarchie zum Gegner.
Diese schaffte es dann, chilenische Bürger auf ihre Seite zu ziehen,durch gesteuerte Miß-und Mangelwirtschaft,sowie Boykotte.
Fuhrunternehmer=Lahmlegen des Versorgungssystems.
Internationales Kapital wurde verstaatlicht und dieses hatte die Fäden zum Umsturz mit in der Hand .

seaman


DoreHolm, Feliks D., eisenringtheo, SCORN, grenzgänger81 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2013 12:19 | nach oben springen

#90

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 12:28
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #86
Warum durfte eine junge Kommunistin keinen Chilenen heiraten?


Durfte Sonja doch.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#91

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 12:30
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge
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#92

RE: Gedenken auch den Opfern des 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 12:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #51
@Wanderer zwischen 2 Welten - jetzt bist Du bestimmt im falschem Thread gelandet !!!

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #68
Sorry Leute. Du hast natuerlich recht, @Vierkrug. Das Datum (1973) ist mir erst eben aufgefallen.

Na da isser aber nicht der Einzige (auch wenn er als Einziger mal wieder öffentlich vorgeführt wird) und wenn ich mir den Beitrag #60 anschau, also mir erschließt sich da irgendwie (noch ?) nicht der Zusammenhang mit dem Selbstmorden Oliveras und Allendes.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#93

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 15:36
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #89
Meine Meinung:
.......
Man hatte den gesamten Mittelstand nicht für sich gewinnen können und machte ihn sich durch gewaltsame Durchsetzungen wie z.b. Bodenreform mit Hilfe paramilitärischer Milizen zum Feind.
......
seaman


Ist das nicht die normale revolutionäre Vorgehensweise nach leninistischen Vorgaben?
In Venezuela gab es bisher noch keinen Putsch.Ich bin gespannt wie es dort weitergeht , wenn die Ölquellen nicht mehr so reichlich sprudeln.


zuletzt bearbeitet 11.09.2013 15:43 | nach oben springen

#94

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 16:35
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #93
Zitat von seaman im Beitrag #89
Meine Meinung:
.......
Man hatte den gesamten Mittelstand nicht für sich gewinnen können und machte ihn sich durch gewaltsame Durchsetzungen wie z.b. Bodenreform mit Hilfe paramilitärischer Milizen zum Feind.
......
seaman


Ist das nicht die normale revolutionäre Vorgehensweise nach leninistischen Vorgaben?
In Venezuela gab es bisher noch keinen Putsch.Ich bin gespannt wie es dort weitergeht , wenn die Ölquellen nicht mehr so reichlich sprudeln.


Allende war bekennender Marxist.
Ob er nach leninistischen Muster oder mit einem eigenständigen nationalen Weg die Bodenreform betrieb vermag ich nicht einzuschätzen.
Fakt ist,an der Bodenreform scheiterte hauptsächlich sein ehrgeiziges Projekt.Wer damals in Chile übers Land fuhr,die Armut dort sah und den gewaltigen Einfluss der Latifundienbesitzer,konnte erahnen welche Schwierigkeiten dort auftreten würden.
Trotzdem hatte Allende mit seinem demokratischen Sozialismus ein weit über Lateinamerika hinaus mit starkem Interesse verfolgtes Projekt zu Strukturveränderungen im ärmlichen Chile gestartet. Feststellen muss man aber , dass es letztendlich doch Allendes Bodenreform war,die die die Gesellschaft entzweite und er und die Unidad Popular zusehends unter Druck von Radikalen im eigenen Lager kam, die eine viel härtere Gangart gegen die Oligarchie forderten.
Die Reformpolitik unter seiner Regierung verbesserte die Lebens- und Arbeitsbedingungen der chilenischen Unterschicht und ermöglichte auch ein gesamtgesellschaftliches Wirtschaftswachstum. Die Löhne stiegen, Mieten und Grundbedarfsmittel wurden preisstabil, Schulbildung sowie Gesundheitsversorgung waren von nun an kostenfrei.
Kupferminen wurden verstaatlich.
Als dann Castro den Schulterschluss mit Allende vollzog,waren bei allen Gegnern dieses Kurses im In-und Ausland die Warnlampen an.
Ein zweites Cuba wollte man nicht zulassen....

seaman


Feliks D. und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2013 16:52 | nach oben springen

#95

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 17:16
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #94
(...)
Die Reformpolitik unter seiner Regierung verbesserte die Lebens- und Arbeitsbedingungen der chilenischen Unterschicht und ermöglichte auch ein gesamtgesellschaftliches Wirtschaftswachstum. Die Löhne stiegen, Mieten und Grundbedarfsmittel wurden preisstabil, Schulbildung sowie Gesundheitsversorgung waren von nun an kostenfrei.

seaman





Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist die, dass man mehr ausgab, als man einnahm. Das war der Anfang vom Ende. Das wird demnächst auch in Venezuela der Fall sein.
Theo


Gert und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 17:40
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Es geht in diesem Thread um das Gedenken an den 11. September 1973 und die Opfer des Chilenischen Volkes.

Tausende verloren ihr Leben, Zehntausende wurden gefoltert, Zehntausende wurden außer Land getrieben, die Mehrheit des Volkes lebte in jahrelanger Angst und Unterdrückung. Und hier wird mit dem abstrusesten Zeug argumentativ aufeinander eingedroschen?! Es steht jedem frei, einen Thread aufzumachen, in dem er Opfervergleiche oder Ideologievergleiche machen kann. Zurück zum Thema!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Kurt, Udo, Lutze und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 19:27
von exgakl | 7.237 Beiträge

Thema wurde bereinigt!!!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
Kurt, seaman und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 19:51
von seaman | 3.487 Beiträge

Vor dem Putsch:

Trotz aller Widersprüche im Lande selbst,wurde man damals Zeuge,welche Errungenschaften die UP-Regierung in nur 3 Jahren erreicht hatte.
Durch die Verstaatlichung der Bodenschätze des Landes,wie Erdöl,Kupfer,Salpeter und Kohle war man in der Lage die Lebensbedingungen im Land zu verbessern.Die Unidad Popular gab den Bauern Land und Ausrüstung,den Arbeitern Betriebe.Obdachlose bekamen menschenwürdige Wohnungen und die Kinder Milch.Das war ein gewaltiger Fortschritt und dafür war man auch bereit zu kämpfen.
Die ehemaligen Besitzer der Naturschätze Chiles gaben natürlich nicht auf und machten von ihren noch vorhandenen Machtmitteln intensivst Gebrauch.Sie sabotierten und boykottierten wo es möglich war.

Bin in dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Leuten zusammengekommen:
Bauern,Stauer,Studenten,Fischer,Professoren und Künstlern.Man war schon bereit das neue Chile zu verteidigen und man war stolz auf das Erreichte.Victor Jara hat für uns ,als Student der Technischen Uni in Santiago,innerhalb einer Folkloregruppe auf der Gitarre geklimpert und gesungen.(Hallo Rainman!)
Die jungen Menschen-Studenten-hatten die Ideen Allendes schon verinnerlicht.
Viele,die den Putsch dann nicht überlebten und grausam ums Leben kamen.

Der Wille der Bevölkerung,zumindest weitester Teile,das Programm der UP um- und fortzusetzen,war trotz aller aufgezwungenen Opfer tiefgreifend vorhanden.Am 4.September 1973,am Jahrestag des Wahlsiegs der UP,erlebte Santiago die machtvollste Demonstration aller Zeiten.Man demonstrierte den Willen und die Entschlossenheit,die Errungenschaften der UP zu verteidigen.Über eine Million Werktätige brachten zum Ausdruck,gegen Anschläge der Mumios und der dahinter vermuteten Generäle anzugehen.Verteidigung war angesagt.Das musste sogar die nicht regierungsnahe Presse ,wie"El Mercurio" eingestehen.

seaman


exgakl hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2013 19:53 | nach oben springen

#99

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 11.09.2013 23:08
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #97

Thema wurde bereinigt!!!






seher schön, dass ihr wieder einmal alles zusammengestrichen und bereinigt habt. Ab und zu muss man eben sauber machen-
Früher machte man das mit Bücherverbrennungen, danach brannnte noch einiges anderes, heute geht das ganz easy im virtuellen Bereich wie man sieht. Kann es sein, dass nur meine Beiträge gecancelt wurden und dass die Beiträge von Rot Front noch stehen ? Ist jedenfalls so mein Eindruck.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#100

RE: In Gedenken an den 11.September 1973

in Themen vom Tage 12.09.2013 00:14
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #99
Zitat von exgakl im Beitrag #97

Thema wurde bereinigt!!!






seher schön, dass ihr wieder einmal alles zusammengestrichen und bereinigt habt. Ab und zu muss man eben sauber machen-
Früher machte man das mit Bücherverbrennungen, danach brannnte noch einiges anderes, heute geht das ganz easy im virtuellen Bereich wie man sieht. Kann es sein, dass nur meine Beiträge gecancelt wurden und dass die Beiträge von Rot Front noch stehen ? Ist jedenfalls so mein Eindruck.



Gert,
wir quatschen hier über Chile 1973.
Mehr nicht.Was/Wer sind Beiträge Rot Front?
Wo ist Dein Problem?

seaman


zuletzt bearbeitet 12.09.2013 00:27 | nach oben springen


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