#141

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 15:22
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #
@Nostalgiker

Seltsam ist doch nur, dass die von Einigen ( natürlich bist du da ausgeklammert ) so hochgelobte sozialistische Gesellschaft nicht in der Lage war, diese Schnitterkasernen irgendwie zu modernisieren bzw. für den heranwachsenden sozialistischen Menschen bewohnbar zu machen. Im Gegenteil, die Behausungen verfielen immer mehr und wenn du offenen Auges ohne ideologisch verklärende Brille und von der politischen Überzeugung verschleierten Auges durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend gefahren bist, dann hast auch du die verfallenen Scheunen und Stallungen gesehen, jedes Jahr ein bisschen mehr.
Und nicht nach der Wende schiefgelaufen ist, dass Wiedereinrichter, teilweise Alteigentümer diesen Müll und Schutt weggeräumt haben und aus den Schnitterkasernen und eingefallenen Scheunen wieder etwas aufgebaut haben, etwas so tolles, dass man sich wundert, warum sowas nicht früher möglich gewesen ist. Ein Ergebnis der Wende....
Und zu den Marktkräften sage ich dir noch einmal, ich verkaufe mein Produkt solange zu dem von mir festgelegten Preis, bis sich keiner mehr findet, der es mir abnimmt. Erst dann denke ich daran, es billiger zu machen. Und bisher habe ich nur Preissteigerungen erlebt, weil der Hersteller diese 2 mal im Jahr vornimmt und ich die weitergebe. Und man kommt an solchen Produkten als Kunde nicht vorbei, denn wer billig kauft – kauft zweimal, da ist was wahres dran.
Und um auf die Tagelöhner und meine Großeltern zurück zu kommen, es gab schon immer unterschiedliche Einkommenslagen, selbst beim Kaiser und arm und reich ist keine Erfindung der Bundesrepublik Deutschland. Dies kann man der Wende nicht anlasten. Vielleicht haben manche Leute eben mehr und erfolgreicher als andere gearbeitet?
Auch keine Sache, die erst durch die Wende begründet wurde.




Die, die gearbeitet haben, sind meistens arm geblieben. Die reich geworden sind, haben andere für sich arbeiten lassen.



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#142

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 16:46
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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@Grenzwolf62, es hat historische Ursachen dafür das es in Deutschland solch "laxe" Einwanderungs und Immigrationsbestimmungen gibt mit der sehr breiten Auslegung was ist eine "politische Verfolgung".
Vielleicht kommst Du drauf und dann wirst Du auch erkennen warum Deutschland,gerade für Emigranten aus 'politischen Motiven' so hoch im Kurs steht.

Gruß
Nostalgiker


Das gebe ich dem netten Herrn Missipisi (so heist der Mann aus Angola) lieber mal nicht zu lesen, eventuell wäre er dann nicht mehr so nett.
Ich habe mich mit ihm oft unterhalten, Gefängnis, Folter und die Bedrohung mit dem Tod ist ist ganz bestimmt kein "laxer" Asylgrund.


zuletzt bearbeitet 11.09.2012 16:48 | nach oben springen

#143

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 19:48
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Major Tom im Beitrag #122
Zitat von Rüganer im Beitrag #121
Zitat von EK82I im Beitrag #119
Ein Staat,der seine Schwachen nicht vernünftig unterstütrzen kann bzw zulässt,dass viele sich selber aufgeben,den soll ich hier über den Klee loben? Ich wünsche keinem der Reichen und Gesunden hier sich selbst mal,sagen wir,mit den Problemen von zb Behinderten herumzuschlagen. Plötzlich im Rollstuhl sitzen,Gliedmassen einzubüssen oder wie ich dass Augenlicht langsam zu verlieren ist ja nicht ganz ohne. Alles ist auszuhalten,der Umgang mit den Ämtern und Hilfe eben dieses Staates,zum kotzen!!!


Vom Grundsatz her hast du vollkommen recht, aber ist dies ein Ergebnis der Wende? Wäre es nicht auch ohne die Wende, in einer reformierten DDR anders gewesen, als in der DDR, die wir kannten? Wir schreiben 2012, da wäre auch in der reformierten DDR einiges passiert, immer vorausgesetzt, die Grenzen wären durchlässiger gewesen und diese neue DDR hätte sich den Weltmarktbedingungen stellen müssen. Ohne Unterstützung des Bruders aus dem Osten, ohne RGW wäre uns ein eisiger Wind ins Gesicht geblasen und ob da das Gesundheitswesen der DDR Bestand gehabt hätte - wer weiß dies schon...
Ich würde nicht die Wende dafür verantwortlich machen.



Welcher sozialistische Staat hat den von 89 bis heute überlebt? Kuba? Nordkorea? China? Ich möchte mir nicht ausmalen welche Zustände heute in der DDR herrschen würden gäbe es diesen Staat noch. Letztendlich war die Wende das Beste was den DDR-Bürgern passieren konnte.


nun , dein sprichwort unterm strich kenne ich so: 'wem die scheiß...bis zum hals steht ,soll den kopf nicht.....' ! komischer weise gibt es immer mehr ehemalige ddr - bürger den die 'Scheiße' oberkannte unterlippe steht !!!



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#144

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 20:16
von Rüganer (gelöscht)
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nun , dein sprichwort unterm strich kenne ich so: 'wem die scheiß...bis zum hals steht ,soll den kopf nicht.....' ! komischer weise gibt es immer mehr ehemalige ddr - bürger den die 'Scheiße' oberkannte unterlippe steht !!![/quote]

Nun, Frank, wie hoch hätte diese braune Masse denn diesen gleichen Leuten heute gestanden, wenn es die DDR mit Reformen weiter gegeben hätte?
meinst du ernsthaft, nur bis zu den Knien? Oder es wäre gar nichts gewesen?
Wenn ausländisches für Investitionen zugelassen worden wäre, dann hätten die auch nur investiert, wenn es knallhart gewinnorientiert eingesetzt worden wäre und somit hätte sehr schnell in den Betrieben ein anderer Wind geweht. Und wenn dann ein Betrieb nicht hätte mithalten können, dann wäre für den auch das Aus gekommen.
Du siehst ja heute an den P+S Werften, Fähren für Scandlines werden nicht fertig, sind zu schwer und damit beginnt der Anfang vom Ende. Dass da auch gewaltig Missmanagement bei ist und der Kollege Schweißer, der dafür nun gar nichts kann, seinen Job verliert, bedauerlich, letztendlich ist aber die Tatsache nicht zu leugnen, dass die Werfst als solche Mist gebaut hat. So wäre es auch beim Mist bauen einer Volkswerft unter diesen Bedingungen gegangen. hat alles nicht sehr viel mit der Wende zu tun und die ach so gemütlliche DDR, die es zweifelsohne gegeben hat und die schön war, die hätte es auch ohne Wende nicht mehr gegeben.


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#145

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 21:04
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #144

nun , dein sprichwort unterm strich kenne ich so: 'wem die scheiß...bis zum hals steht ,soll den kopf nicht.....' ! komischer weise gibt es immer mehr ehemalige ddr - bürger den die 'Scheiße' oberkannte unterlippe steht !!!


Nun, Frank, wie hoch hätte diese braune Masse denn diesen gleichen Leuten heute gestanden, wenn es die DDR mit Reformen weiter gegeben hätte?
meinst du ernsthaft, nur bis zu den Knien? Oder es wäre gar nichts gewesen?
Wenn ausländisches für Investitionen zugelassen worden wäre, dann hätten die auch nur investiert, wenn es knallhart gewinnorientiert eingesetzt worden wäre und somit hätte sehr schnell in den Betrieben ein anderer Wind geweht. Und wenn dann ein Betrieb nicht hätte mithalten können, dann wäre für den auch das Aus gekommen.
Du siehst ja heute an den P+S Werften, Fähren für Scandlines werden nicht fertig, sind zu schwer und damit beginnt der Anfang vom Ende. Dass da auch gewaltig Missmanagement bei ist und der Kollege Schweißer, der dafür nun gar nichts kann, seinen Job verliert, bedauerlich, letztendlich ist aber die Tatsache nicht zu leugnen, dass die Werfst als solche Mist gebaut hat. So wäre es auch beim Mist bauen einer Volkswerft unter diesen Bedingungen gegangen. hat alles nicht sehr viel mit der Wende zu tun und die ach so gemütlliche DDR, die es zweifelsohne gegeben hat und die schön war, die hätte es auch ohne Wende nicht mehr gegeben.[/quote]

warum redest du eigentlich immer von der ddr ? nach der wende hatte man die , wenn auch fast utopische möglichkeit, etwas anderes auszuprobieren !? man mußte nicht kohl und co in den arsch kriechen ! aber die DM war ja soo verlockend !!



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#146

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 21:49
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ich denke die Vision vieler war es, ein Deutschland zu schaffen wie es die BRD Jahre VOR 1989 war.
Das hat nicht funktioniert weil man das System BRD nicht reformiert und der Zeit angepasst hat.
Das man heute oft sagt die DDR hätte es nicht alleine geschafft, ist eigentlich unsinnig.
Oder warum haben es die Tschechen und die Polen auch geschafft?
Klar, die sind heute auch keine sozialistischen Länder mehr, hätte die DDR ja auch nicht bleiben müssen, die Eigenstaatlichkeit wäre aber möglich gewesen im Vereinten Europa.
Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#147

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 21:56
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo,

Klar, die sind heute auch keine sozialistischen Länder mehr, hätte die DDR ja auch nicht bleiben müssen, die Eigenstaatlichkeit wäre aber möglich gewesen im Vereinten Europa.
Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.



und welchen Vorteil hätte dann diese Eigenstaatlichkeit gebracht, wenn man die Hilfe der EU und Deutschland West gebraucht hätte. Meinst du wirklich man hätte in kaputte Betriebe investiert nur weil der Laden ( Eigentümer) DDR heißt?? Auch da hätten die Betriebe wirtschaftlich arbeiten müssen und die Produktivität gesteigert werden müssen.

Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.


Das ist immer nach dem Motto . " Solange es ein anderer zahlt" nennt sich heute Rettungsschirm oder im kleinem Harz4.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
zuletzt bearbeitet 11.09.2012 22:01 | nach oben springen

#148

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 22:02
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #146
Ich denke die Vision vieler war es, ein Deutschland zu schaffen wie es die BRD Jahre VOR 1989 war.
Das hat nicht funktioniert weil man das System BRD nicht reformiert und der Zeit angepasst hat.
Das man heute oft sagt die DDR hätte es nicht alleine geschafft, ist eigentlich unsinnig.
Oder warum haben es die Tschechen und die Polen auch geschafft?
Klar, die sind heute auch keine sozialistischen Länder mehr, hätte die DDR ja auch nicht bleiben müssen, die Eigenstaatlichkeit wäre aber möglich gewesen im Vereinten Europa.
Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.



Ganz langsam zum Nachdenken LO-Wahnsinn,
sind in Tschechien oder Polen, heute noch sozialistische Tendenzen zu sehen oder haben es diese Länder auch nur durch Übernahme der Strukturen geschafft, die man so marktwirtschaftlich nennen kann? Und ich sage dir, damit haben diese Länder auch eine Wende durchgemacht und setz dich mal in ein Flugzeug aus Norwegen zum Wochenende, da sitzen lauter Polen drin, die bis nach Norwegen reisen, um dort zu arbeiten.


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#149

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 22:23
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #147
Hallo,

Klar, die sind heute auch keine sozialistischen Länder mehr, hätte die DDR ja auch nicht bleiben müssen, die Eigenstaatlichkeit wäre aber möglich gewesen im Vereinten Europa.
Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.



und welchen Vorteil hätte dann diese Eigenstaatlichkeit gebracht, wenn man die Hilfe der EU und Deutschland West gebraucht hätte. Meinst du wirklich man hätte in kaputte Betriebe investiert nur weil der Laden ( Eigentümer) DDR heißt?? Auch da hätten die Betriebe wirtschaftlich arbeiten müssen und die Produktivität gesteigert werden müssen.

Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.


Das ist immer nach dem Motto . " Solange es ein anderer zahlt" nennt sich heute Rettungsschirm oder im kleinem Harz4.
MfG Marder


Siehe Tschechien und Polen, da hast Du die Antwort auf Deine Frage, ich nannte sie ja genau darum.
Offenbar hast Du meine Worte nicht verstanden, ich sprach vom Erhalt des Landes nicht vom Erhalt des Systems.
Gerade Polen zeigt uns derzeit heftig, wie man trotz Europakrise vorwärtz kommen kann.
Sie haben lange gebraucht, aber wenn sie ihren Weg weiter gehn, Stück für Stück, dann rauchen sie uns bald in der Pfeife.
Die DDR war das stärkste Land des RGW, also des östlichen Wirtschaftsraumes, ich bin überzeugt sie hätte es geschafft.
Da gehts nicht darum das DER Westen das bezahlt, also der Staat und somit der Steuerzahler, sondern internationale und europäische Banken, genauso wie das in diesen beiden Ländern funktioniert hat.
Wer also meint, Ostdeutschland hätte das nicht gebracht was Polen und Tschechen gebracht haben, Länder die genauso oder noch kaputter waren, der sollte doch mal versuchen die Sachlage nüchterner zu analysieren.
Wär man diesen Weg gegangen, dann hätte man nach Jahren z.B. heute die Vereinigung immernoch anpacken können wenn man das noch gewollt hätte.
Klar, viele wollten die Vereinigung, aber es sind nicht zu wenige die heute darüber nachdenken ob man hätte es nicht selber anpacken können.
Dem Staat BRD, wäre das sogar günstiger gekommen, wenn man schon über Geld redet.

@Rüganer, ich kenne die europäischen Verhältnisse sehr gut, auch in Skandinavien.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
zuletzt bearbeitet 11.09.2012 22:28 | nach oben springen

#150

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 11.09.2012 22:36
von Marder | 1.413 Beiträge

Du hast meine Frage nicht verstanden.

und welchen Vorteil hätte dann diese Eigenstaatlichkeit gebracht, wenn man die Hilfe der EU und Deutschland West gebraucht hätte. Meinst du wirklich man hätte in kaputte Betriebe investiert nur weil der Laden ( Eigentümer) DDR heißt?? Auch da hätten die Betriebe wirtschaftlich arbeiten müssen und die Produktivität gesteigert werden müssen.

Mit dem Geld anderer Länder kann man vieles machen.

Man investiert aber nur wenn es auch irgendwann einen Cash Back gibt!!!

Nur weitermachen wie bisher nur ein anderer zahlt es kann es ja wohl nicht sein.!!!!

MfG Marder

Ps.schief gelaufen ist es nicht nach der Wende sondern im wesentlichen davor!!! Ansonsten wäre ein " Aufbau OST weder in Polen Tschechien usw". gar nicht nötig gewesen!!!


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
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zuletzt bearbeitet 11.09.2012 22:40 | nach oben springen

#151

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 12.09.2012 00:07
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ich hab doch auch nicht von weitermachen wie bisher gesprochen.
Die DDR war ein eigentständiges Land und war es auch noch 1990, genau wie all die anderen Länder im Osten und Südosten.
Meinst Du in den anderen Ländern sah es besser aus?
Warst Du je in diesen Ländern bevor sie zu Europa kamen?
Ich kenne diese Länder alle VOR ihrem Beitritt nach Europa, und glaub mir, da sah es bei vielen entweder gleich oder viel schlechter aus, die Beitrittskriterien wurden auch nur geschönt damit die Autoindustrie endlich loslegen kann.

Da war auch alles kaputt und runter und man hat auch investiert, das wäre auch auf dem Gebiet der DDR gegangen.
Natürlich hätte die DDR ihre Wirtschaft umstellen müssen um wettbewerbsfähig zu werden was anderes meinte ich auch nicht.

Nun das man nur investiert, wenn es irgendwann Kohle zurück gibt, halte ich was Steuer- und Fördergelder betrifft für ein Gerücht.
Siehe Osterweiterung der EU der letzten Jahre, Stichwort Rumänien, Fass ohne Boden, Cash back wirds dort vorerst nicht, vermutlich nie geben.
Aber man kann dort schön billig produzieren, mit Steuergeld finanzierte Fördergelder benutzen um Kapital in die Privatwirtschaft zurück zu bekommen, siehe Nokia in Jucu nahe Cluj-Napoca, nur eins der vielen Beispiele.
Sobald Kroatien und Serbien in die EU kommen, zieht die Caravane der Autoindustrie weiter, baut dort neue Fabriken mit Fördergeldern aus europäischen Steuergeldern und die Menschen in Rumänien, wie zuvor schon in Westdeutschland ->Spanien ->Portugal ->Ostdeutschland ->Slowakei/Ungarn, können zusehn wie sie klar kommen, regelt der Staat dann ja wieder mit Steuergeldern.
Ich hab die -> absichtlich gesetzt, dass ist der Weg der Autoindustrie seit ca 1985.
Die Autoindustrie in nur ein Beispiel, jedoch ein signifikantes.

Glaubst Du die Aufnahme von Rumänien und Bulgarien in die EU war ein Akt der humanitären Hilfe?
Merkst Du was, verstehst Du das europäische Wirtschaftssystem den europäischen Gedanken?

Ich bin Überzeugt man hätte in der DDR investiert, und ich bin auch anhand deutscher Tugenden überzeugt, dass eines Tages tatsächlich Cash back gekommen wäre.
So wie das aber gelaufen ist, inklusive Ost/Südosterweiterung der EU, führt es zwangsläufig zum ewigen Tropf.
Man darf nicht vergessen das die Osterweiterung der EU für Ostdeutschland nicht gut war.
Vieles was in Ostdeutschland investiert wurde, wurde nach wenigen Jahren weiter nach Osten verlagert, Autoindustrie und Zulieferer z.B.
Waschmittelwerk Genthin zum Beispiel Spee kennt jeder Ossi.
Da wurde ne Menge investiert und heute?
Wird heute weniger gewaschen?
Heute nur noch Umschlaglogistik dort, die Produkte kommen nun aus ganz Südosteuropa, aus Bruchbuden (wie zu DDR Zeiten) wo einem schlecht wird.
Nun ich könnte ganze Geschichten über die Wirtschaftscaravane erzählen welche durch Europa zieht, weil ich in der Logistikbranche dieser Caravane seit Januar 1990 berufsbedingt hinterher ziehe, aber die genannten Beispiele reichen auch.

Die Schuld hat also viele Väter, es ist vieles falsch und auch unglücklich gelaufen.
Wir dürfen aber nicht vergessen, dass vieles, sogar alles, hätte viel schlechter kommen können.
Es gibt viele Baustellen und Probleme sowohl in Deutschland als auch in Europa, aber wir haben, wenn wir uns kümmern, alle zu essen im Kühlschrank, Wasser am Wasserhahn und ein Dach übern Kopf, was nun sogar dicht ist.

Ich möchte die DDR, so wie sie war, nicht zurück, aber wenn manche Menschen -auch DDR/Ex-DDR-Bürger- nicht so gierig gewesen wären, dann hätte man manches anders machen können, denn dann hätte es nicht soviele Verlierer gegeben.
Auch im Westen nicht, da haben viele auch verloren, weil sie von ihren eignen westdeutschen Brüdern und Schwestern über den Tisch gezogen wurden, oder entlassen weil der Ossi billiger war.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#152

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 12.09.2012 10:09
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Aus welchem Grund sollte eine widernatürliche, künstlich geschaffene Teilung eines Landes aufrecht erhalten werden?
Weil ein Teil der Bevölkerung den von der Mehrheit ungeliebten DDR-Sozialismus behalten sollte oder wollte?
Die einsetzende Völkerwanderung gen Westen wäre gigantisch gewesen und das Häuflein getreue oder Idealisten die geblieben wären hätten viel Platz gehabt, da hätte man das Grenzregime aufrechterhalten müssen und das wäre schwerlich gegangen.
Nein, die real regierenden der DDR mit ihrer sturen Klassenkampfideologie, oder besser Idiodie, haben es gründlich versaut und der gemeine Ostdeusche hatte einfach die Schnauze voll, weiter ein Versuchskaninchen für bessere Gesellschaftsformen zu sein.
Da wurde zugegriffen und der Kapitalismus gewählt.


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#153

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 12.09.2012 10:48
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Nicht nur die Karawane der Autoindustrie zieht weiter, @LO-W

Ein Beispiel aus einer anderen Branche.
Bis 1993/94 hatte ich berufsmäßig oft im Erzgebirge, in der Gegend hinter K-M-S, dann wieder Chemnitz, zu tun. Neben einer Halbleiterindustrie auf Manufakturniveau; DDR Industrieansiedlung; war es die traditionelle Gegend für die Herstellung von Weißwäsche, Wirkwaren und Textilien für "drunter".....

Eine solche Fabrik für Strumpfwaren etc. wurde mit sehr viel lokalem Mediengetöse dem Alteigentümer rückübergeben. Inclusive Grundstücke, was ganz wichtig war/ist bei dieser deutsch/deutschen Erfolgsgeschichte.
Die damaligen Besitzer hatten es Ende der 40ger Jahre vorgezogen ihren Wohnsitz in Richtung Hessen zu verlegen und bauten dort eine neue Produktion auf. In einem Ort in dem sie wie die Jahre zuvor der einzig nennenswerte Arbeitgeber waren.

Der Betrieb im Erzgebirge war Herrenlos. dann stand er unter Verwaltung, dann wurde er Volkseigen und noch später Teil eines großen Kombinates welches Textilien aller Art produzierte. Vornehmlich wohl die beliebten Dederon-Kittelschürzen und die noch beliebtere Feinripp Unterwäsche, grau, für unsere Soldaten auf Friedenswacht......
Diese beiden Absatzstützen brachen im Zuge der Wende logischerweise weg, die Struktur des Kombinates wurde verschlankt, und uneffektive Betriebsteile; also im Prinzip alle; entweder geschlossen und/oder zum Verkauf ausgeschrieben. Nur wer wollte damals Dederonschürzen produzieren lassen.
Diese ehemaligen Textilarbeiterinnen wurden, da die Mittel reichlich flossen, vom Amt umgeschult, Buchhaltungsgehilfen, Rechts- und Notarhilfen, Floristinnen!, Zimmermädchen und Allroundkräfte für den zu erwartenden Ansturm der Touristen.....
Nur war die Ansiedlungsdichte genannter Branchen in dieser Gegen sehr überschaubar und ein Ort mit dörflichen Charakter braucht auch unbedingt ein Dutzend Blumenläden.....

Nun hatten, wie überall in der DDR, die Mitarbeiter im Kataster- und Grundbuchamt schwer am Aufbau des Sozialismus zu schaffen, so daß solche Nebensächlichkeiten wie Grundbucheintragungen dabei nicht vorkamen, es, der Boden (was immer das im konkreten Fall bedeuten mag) war laut offizieller Rede sowieso weitgehendst Volks- oder Staateigentum. Gerade bei Grundstücken welche auf Grund des Umzuges eingetragener Eigner "herrenlos" waren, kümmerte sich niemand um eine Änderung der rechtlichen Verhältnisse, es wurde von den dafür zuständigen Stellen "verwaltet" und gut wars.

Nun hatte also der ehemalige Besitzer, es waren die Erben, Anfang 90 seine damalige Klitsche samt Grundstück zurückbekommen.
Soweit so gut erstmal, im Ort keimte Hoffnung auf weil viele davon ausgingen das die Fabrik wieder aufmachen würde und die zur Zeit arbeitslosen Näherinnen wieder dort arbeiten könnten.
Die Hoffnung wurde auch dadurch genährt weil die Besitzer ihre Fabrik im Hessischen sehr Medienwirksam, diesmal überregional, ersatzlos schlossen und alle Beschäftigten auf die Strasse setzen.
Es handelte sich um ungefähr 2500 bis 3000 Menschen welche in der Region die Arbeit verloren. Das mediale Getöse über diese soziale Untat war gewaltig, vielleicht konnten sich die damaligen Nachrichtenredakteure auch nicht weiter um die Tatsache kümmern das im Osten Deutschlands bis zu diesem Zeitpunkt ein paar Millionen Arbeitskräfte freigesetzt wurden.
Was sind schon ein paar Millionen gegen unsere lieben hessischen Mitbürger! Da müssen in der Berichterstattung halt Prämissen gesetzt werden....

Wie das leben damals so spielte, Fabrik und Grundstück im Osten wiederbekommen, Entschädigung kassiert, Firma im hessischen geschlossen wegen Unwirtschaftlichkeit!, Neue Produktionsstätte eröffnet in: ..............................auf der anderen Seite des Erzgebirgskamm, in Tschechien! Dort winkten damals noch mehr Subvensionen, steuerliche Vergünstigungen, etc. Da auch in dieser Gegend ein Großteil der Arbeitskräfte traditionell mit der Herstellung von Wäsche vertraut war, warum nicht. Außerdem waren die tschechischen Arbeiter lohntechnisch gesehen wesentlich bescheidener.

Das Ende vom Lied:
Die Produktion befindet sich zur Zeit irgendwo in Asien......
Die deutschen umgeschulten Arbeitskräfte üben immer noch im heimischen Garten Blumenbinden, können dank der buchhalterischen Grundausbildung sehr clever ihr Hartz IV Einkommen verwalten und/oder halten ihre Wohnung dank erlernter hauswirtschaftlicher Fähigkeiten sehr professionell in Schuß....
Der größte Teil der Männer geht als Leiharbeiter......

Ja auch diese Menschen haben gewählt weil sie der Meinung war das die Geschichten über den Kapitalismus, welche die "Propaganda" erzählte eben nur Propaganda war und analog zum Märchen vom bösen Onkel gesehen wurde. So böse kann der Onkel mit seiner Glitzerwelt, seinen vollen Geschäften etc. überhaupt nicht sein.

Jetzt haben sie die Glitzerwelt, die vollen Geschäfte mit dem Ramsch einer Überproduktion, können überall hin wenn denn wollten, die Strassen sind hervorragend ausgebaut und eignen sich deshalb vortrefflich zur schnellen Flucht, ja wenn da nicht das dumme Problem des Monetären wäre....

Die in der DDR vollzogene Gleichmacherei, mit Ausnahmen, war und ist nicht der Weisheit letzter Schluß gewesen.
Die Teilung der Gesellschaft in eine Zweiklassengesellschaft ist auch nicht das was auf Dauer den sozialen Frieden im Land garantiert. Irgendwann wollen die "zu kurz" gekommen auch am sogenannte Reichtum der Gesellschaft partizipieren und wenn es mit Gewalt ist.
Das wird in Deutschland noch eine Weile dauern. Nur die sogenannte Mittelschicht fängt an zu bröckeln und da wird es irgendwann kritisch.
Da hilft auch dann auch nicht mehr die Rundumpropaganda vom freien, selbstbestimmenden Wesen das alles schaffen kann wenn es das nur wolle.

Die oberen "Zehntausend" werden in hermetisch abgeschirmten Enklaven leben, soetwas gibt es bereits in Ländern Südamerikas, und die Masse des Volkes wird mit Brot, Unterhaltung auf niedrigstem Niveau und legalisierten Drogen bei Laune gehalten.
"Brave New World" kann ich da nur sagen. A. Huxley bezog sich in dieser durchaus dystropischen Zukunftsvision einer fiktiven Gesellschaft nach einer nicht näher benannter kriegerischen Auseinandersetzung, auf eine ziemlich verschlüsselte Kritik am stalinistischem System der SU in den 30ger Jahren, aber wie alle hervorragenden Visionen brauche ich nur die totlitären Strukturen mit "Demokratie", die "Eigentumsverhältnisse", die "Parteielite" mit den Industrie-, Medien und Finanzbossen auszutauschen, und schon wird die Vision durchaus stimmig.

Erstaunlicherweise erschien dieser Roman Ende der Achtziger in der DDR......
Nicht der Inhalt, diese Tatsache an sich war erstaunlich.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Feliks D. und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#154

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 12.09.2012 11:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #148
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #146
Ich denke die Vision vieler war es, ein Deutschland zu schaffen wie es die BRD Jahre VOR 1989 war.
Das hat nicht funktioniert weil man das System BRD nicht reformiert und der Zeit angepasst hat.
Das man heute oft sagt die DDR hätte es nicht alleine geschafft, ist eigentlich unsinnig.
Oder warum haben es die Tschechen und die Polen auch geschafft?
Klar, die sind heute auch keine sozialistischen Länder mehr, hätte die DDR ja auch nicht bleiben müssen, die Eigenstaatlichkeit wäre aber möglich gewesen im Vereinten Europa.
Natürlich mit Hilfe aus dem Westen und aus Europa, auch die DDR hätte das bewältigen können.



Ganz langsam zum Nachdenken LO-Wahnsinn,
sind in Tschechien oder Polen, heute noch sozialistische Tendenzen zu sehen oder haben es diese Länder auch nur durch Übernahme der Strukturen geschafft, die man so marktwirtschaftlich nennen kann? Und ich sage dir, damit haben diese Länder auch eine Wende durchgemacht und setz dich mal in ein Flugzeug aus Norwegen zum Wochenende, da sitzen lauter Polen drin, die bis nach Norwegen reisen, um dort zu arbeiten.




Da musst du aber auch dazu sagen, dass Norwegen sehr attraktive Löhne hat im Vergleich zu D und zu PL. Wenn du das dort verdiente Geld nicht überwiegend in N ausgeben musst sondern z.B. in PL kann das eine attraktive Sache sein. Wenn du ganz in N leben willst, relativiert sich der hohe Lohn wieder bei den hohen Preisen für alles.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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